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Aur der Provinzialhauptstadt.

Dietzen, den 11. Avvrmber 1926.

Schauend Leben.

Neben dem alten, ehrwürdigen Manne aing ich den Weg zur Höhe hinan. Wie rüstig er schritt, trotz feines hohen Alters! Und doch war es der Schritt des innerlich Tüchtigen, des herrlichen Reifen.

Auf einer Bank kurz vor dem kleinen Gipfel liehen mir uns nieder und genossen schweigend die Schau in die wälderreiche Weite und auf das lieb­liche Tal zu unseren Füßen. (£» war ein prächtiger Herbstnachmittag. Nach einer Weile des ergriffenen Schauens führte mich der Greis auf die Höhe. Welch ein Blick ringsum ins herbstgoldene Land!

Ein frischer Wind wehte und fahte die Falten seines Mantels. Barhaupt stand der Alte: weiß wölkte sich sein Haar. So gab er ein Bild, das packte und zur Ehrsucht stimmte.

Dann begann er zu sprechet, llnb es war etwas Priesterliches in seinem Wesen:Unser Leben schauend gelebt, ist unsere Ernte gehal­ten!" Nicht wahr, Sie kennen das Wort des feinen Carl Hauptmann? Freund, ich habe mich strebend gemüht, schauend zu leben. In solchem Sinne versuchte ich ehrlich, mich zum faustischen Charakter heranzuleben! Sehen Sie, hier oben bin ich fast jeden Tag einmal gestanden, wenn ich daheim war. Wie schön da- hier oben ist! And denken Sie, hier hinaus kommt kein Mensch. Das Tal hat sie alle zu sehr, die Enge, der ßrotze und der kleine Acarn. Sie wissen ja, daß ich so gut wie einsam hier lebe. Aber diese Höhe, der kleine Kreis meiner Lieben, meine Bücher, und dann und wann ein hergereister Freund, die gaben wir so viel, daß ich nur immer wieder danken kann! 3a, diese Höhe hat sehr viel gegeben, diese wildverwachsene. Krüpplige Höh«! ,Dm D:rg der Weisheit" habe ich sie heimlich genannt. Was gab mir der -Sturm, die Fruh-v der Sonnenuntergang, die gliche, freie Welt der ©lerne, der Rhythmus r einzelnen Jahreszeit! Was gab mir der g hier hinaus, dieser unwegsame Geselle, der einem zuweilen den Sand in die Augen Vars! Freund, hier oben habe ich Horizont gewonnen! Hier liech ich mit alle Enge der vier Wände fortblasen vom herrlichen Bruder Sturm!

Hier oben fachte ich meine besten Gedanken. An meinem Berge der Weisheit bin ich jung geblieben! Er stand vor mir als der leibhaftige Grundsatz: Ieden Tag hinaus! Mein gutes Weib wollte mich manchmal abhalten, zu gehen, wenn eS gar zu schlimm mit dem Wetter war! Aber ich ging, und wenn ichs auch manchmal nur bis zur halben Höhe, bis zu der Dank geschasst habe!

Schauend gelebt! Jede Blume hier hats mich gÄehrtl Der rieselnde Sand, die sich hochkrup- pelnden Afer. Alles sprach zu mir! Berg der Weisheit! Berg der Wachheit! Dera, auf dem ich ein Mensch war, von dem ich soviel Starkes. Frommes. Weites jedesmal mit heimbrachte. An dieser Höhe bin ich in meinem Rhythmus geblie­ben, habe ich ihn immer wieder gesteigert!

Schauend gelebt! 3a, Freund, was ist das Leben ohne das Wunder der Gesamtschau! Ohne das feine Werk, sich in das Ewige hinernzu- schauen, feinenStandpunkt am Ufer der Ewigkeit" zu gewinnen! Man schaut sich Unend­lichkeit in die Seele. Dankbarkeit, Tiefe, Weite, das reine Leben. Man schaut sich empor, man schaut sich reif!

Die Menschen sehen ja nur immer, sehen aus die Akten, das sausende Werk der Räder, auf das Geld! In die Winkel des Alltags. Gewiß, lauch das ist notwendig. Aber wer recht sehen will, mutz auch zu schauen verstehen, den Blick einmal abwenden von den Dingen der Erde und hinaufschauen in die W.ite! Weil es die Men­schen schraubt in die Gassen Hastigkeit! Deshalb sind sie so ohne Uebcrblid über sich selbst, ihren eigenen KreiS! Deshalb leben sie immer nur Zeit und niemals das Ewige, der Urgewalt ihrer Seele! Ieder mühte einmal wenigstens fin der Woche einen Blick in die Weite oder von einem Hügel haben! Das läßt sich überall machen! Ein freies Stück Feld ist schon zu flnbert, lau« der Seele für die S:ele! Das tiefe Glück sich erschauen und die Kraft zum Kämpfen, Stand- Punkt gewinnen! Schauend leben! O welche Wonne! Wie wunderbar doch, ein Mensch zu sein, der erwacht ist!"

Der Greis hatte die Arme von sich gestreckt int Uebecschwang der inneren Kraft. Das Bild vergesse ich nie. Dorbild und Ansporn! Uner­schöpfliches Geschenk, weil es das Leben selber war! R. D.

Die erste Ziehung der Auslosungsrechte.

WTB. Anfangs Dezember wird die Reichs- schuldenoerwaltung mit der Ziehung der Aus- los u n g s r e ch t e, die die Anleihe-Alt- besitze r von den Reichsanleihen bisher zugeteilt erhielten, beginnen. Die erfte Auslosung wird in Swei Ziehungsab schnitte zerlegt. An der

ersten nehmen die Luslosunasrechte teil, die bis etwa Mitte November den Anleihegläubigern xugeteilt sind (Nr. 1 bis 30 000). Der zweite Teil der Ziehung der ersten Losung, an der nur die Auslosungsrechte teilnehmen, die von der ersten Ziehung nicht mehr umfaßt wurden (Nr. 30 001 bis 60 000) findet in der ersten Hälfte des Jahres 1927 statt. Die zweite im Jahre 1927 fällige Auslosung wird im Oktober 1927 unter Einbeziehung aller ausgegebenen Auslofungs« reckte durchgeführt. Die zugesprochenen Auslojungs. rechte werden den Antragstellern durch die Dermitt- lungsstellen, bei denen sie seinerzeit den Altbesitz, antrag einreichten, ausgehändigt. Für die Anleihe- ablösungsfchuld der Auslosungsrecht«, die an der ersten Teilauslosung teilnehmen, wird Mitte No- oember die Kursnotterung an den Börsen aufae- nommen, für die -er zweiten Auslosung Voraussicht- lich im Januar des nächsten Jahres. Gläubiger von Auslosungsrechten, die auf die Auslosung verzichten wollen, um sich für später das Recht auf eine Vor­zugsrente zu wahren, haben diesen Verzicht als- bald der Reichsschuldenvcrwaltung unter Beifügung der Auslosungsscheine zu erklären, nachdem die Aus- lofungsscheine ihnen oder ihrer Bank ausgehändigt wurden.

Keine Verzugszuschläge bei Reichssteuern.

Einheitliche Berechnung der DerzugSftnsen.

WTB. Der Reichsminister der Finanzen hat am 8. Rovember eine Berordnung über Der- »ugszuschläge und Derzugszinsen erlassen, die für ole Zeit vom 1. Dezember ab anordnet, daß auf dem Gebiete der Reichs steuern D e r z u g s z u s ch 1L g e, die zur Zeit halb­monatlich 9h v. H. betragen, nicht mehr er­hoben werden. Infolge der Anordnung wird vom 1. Dezember ab die bisher bestehende Un- gleichmähigkeit aushören, daß für die wichtigsten Steuerarten, die Einkommensteuer. Körperschafts- steuer, Vermögenssteuer. Erbschaftssteuer, ilm- fatzsteuer, ObligaLionssteuer Verzugszuschläge mit einer Schonfrist von einer Woche in Ansatz kamen, während für die übrigen Steuerarten Derzugszinsen ohne Schonfrist berechnet wurden. In Zukunft werden für alleReichssteuern Derzugszinsen nach dem Iahressatz von 1 0 v. H. zur Anwendung gelangen. Eine Schonfrist gibt es nicht mehr. Wer also den Derzugszinsen entgehen will, hat z. D. die nächste fällige Einkommensteuervorauszahlung bis zum 10. Ianuar 1927 und nicht mehr zum 17. Ianuar zu leisten. Bei gestundeten Steuerbeträgen beläuft sich der Zinsfuß, sofern nicht zinslose Stundung bewilligt ist, nach wie vor auf höchstens 6 v. H. jährlich.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 160 bis 180 Pfennig, Matte 35, Käse (10 Stück) 60 bis 150, Wirsing 8 bis 12, Weißkraut 3 biö 5, Rotkraut 8 bis 12, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, älnterkohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 20, Rosenkohl 50 bis 60, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 100, Schwarz­wurzeln 45 bis 60, Kartoffeln 5,5 bis 6. Aepfel 15 bis 30, Birnen 10 bis 15, Rüsse 80 bis 100, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 90 bis 120; das Stück: Gier 16 bis 18, Blumenkohl 50 bis 150, Endivien 8 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50.

Bornolizen.

Tageskalender für Donners­tag: Gießener Konzert-Derein: 71/* älhr, Stadt­theater, Symphonie-Konzert. Oberhessifcher Eeschichtsverein: 8 Uhr, Dorlesungsgebäude der Universität (Hörsaal 44). Dortrag von Prälat D. Dr. Diehl-Darmstadt. Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Ein Walzertraum". Palast-Licht­spiele (Kirchenplah):Ein Walzertraum". Astoria-Lichtspiele:Der Rekord".

** Die Notwohnungen aus Eisen­bahnwagen, die die Stadtverwaltung auf dem Gelände der Margarethenhütte errichten läßt, gehen zum Teil bereits ihrer Vollendung entgegen. Die Guterwagen ruhen auf einem Kellergewölbe, das auf dem Boden aufgemauert wurde, und das man zum Schutz gegen die Einwirkung der Kälte noch mit Erdanhäufungen umgeben will. Zeder Wagen ist durch eingezogene Wänds in mehrere Räume abgeteilt, an den Außenwänden und der Wadendecke find Gipsdielen in einer Entfernung von etwa fünf Zentimeter von der Wagenwand angebracht, der Zwischenraum ist mit Torfmull ausgefüllt, damit auch auf diese Weife ein möglichst weitgehender Schutz gegen die Kälte erzielt wird. Die Räume werden mit verschiedenfarbigem Anstrich versehen, damit sie ein freundlicheres Aussehen bekommen. In diesen Behelfsunterküllften sind Wohnungen von zwei und drei Räume einschließlich Küche geschaffen. Vorgesehen sind insgesamt 30 solcher Not- Wohnungen, von denen ein Teil schon in den näch­sten Tagen bezogen werden kann. In unmittelbarer Nähe dieser Unterkünste soll noch ein Waschhaus errichtet werden, ebenso ist eine gemeinsame Abort- anlage vorgesehen. Wenn die Räume natürlich auch

klein sind und den Eharakter einer behelfsmäßigen Maßnahme nicht verleugnen können, so ist doch fest- zustellen, daß diese Unterkünfte bester sind, als manche andere baufällige oder höchst ungesunde Wohnung" in der Stadt, die bisher bewohnt wer­den muhte, obwohl diese Räume eigenttich schon längst zu keinerlei Wohnzwecken mehr hätten Der- Wendung finden dürfen. Zn die Unterkunftsräume an der Margarethenhütte sollen bekanntlich Familien ziehen, die wegen Baufälligkeit ihrer bisherigen Wohnung ober aus ähnlichen Ursachen obdachlos acworden sind und vorübergehend unter Zuschuß- leiftung der Stadt in Gasthäusern usw. Unterkom­men fanden.

** Kein öffentliches Jtarneoaltrei- den im Jahre 1927. Der hessische Minister des Innern hat eine Verordnung erlassen, die jede Mas­kerade und jedes karnevalistische Treiben, wie bei­spielsweise auch das Werfen von Konfetti und Luft­schlangen, auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen verbietet. Don Aschermittwoch 1927 ab sind alle karnevalistischen Veranstaltungen, wie Masken­bälle, Kostüm- und Trachtenseste, Kappenabende usw. verboten, und zwar auch für geschlossene Gesell­schaften. Wer diesen Vorschriften zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten und mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Die Verordnung gilt bis zum 30. April 1927.

** Straßensperren. Wegen Neubefestigung des Kreuzes Bahnhofstraße und Wektanlage hat das Polizeiamt die Westanlage vor der Bezirksschule und die Bahnhofstraße von der Westanlage ab bis Aur Alicestrahe bis auf weiteres für jeglichen Fahr- verkehr gesperrt. Ferner wurde wegen Vornahme von Bauarbeiten der Verbindungsweg zwischen Weser- und Schillerstraße bis auf weiteres für den Fährverkehr geschlossen.

** Die Kliniksbrücke am Bahnhof ist jetzt soweit durchrepariert, daß das Polizeiamt die Hälfte der Brücke für den Verkehr wieder frei­gegeben hat.

** Wandergewerbescheine und G e - Werbelegitimationskarten. Das Polizei­amt weift darauf hin, daß die Ausstellung von Wandergewerbescheinen für 1927 alsbald bei den für die Wohnungen der Antragsteller zustän­digen Polizeirevieren zu stellen sind. Ebenso sind Anträge auf Neuausstellung von Gewerbelegiti- mationskarten für 1927 alsbald bei den Polizei­revieren einzureichen.

* Ein wackerer junger Mann ist der Unterprimaner Karl 'Detter von hier. Durch Mut und selbstlose Rächstenliebe hat er einem Jungen das Leben gerettet. Das 6l/a Iah re alte Kind litt an Dlutfleckerckrankheit, die schließlich zum Tode hatte führen müssen, wenn nicht ein junger, nicht verwandter Mann sich bereit erklärt hätte, von seinem eignen ge­sunden Blut wiederholt bestimmte Mengen auf den Patienten übertragen zu lassen. Der Unter- primaner Karl De tter erklärte sich zu dieser Dlutabgabe bereit, die im Oktober vorgenommen wurde und dem kranken Kinde das Leben rettete, so daß der Iunge jetzt wieder genesen ist. Dem Retter, der das hiesige Landgraf-Ludwigs-Gym» naifum besucht, wurde von dem Direktor der Schule, nach Besprechung im Lehrerrat, voiv versammelter Klasse und in Gegenwart des Or­dinarius der Dank und die Anerkennung der Anstalt ausgesprochen und ihm zum bleibenden Gedächtnis an seine Großtat ein Buch mit ent­sprechender Widmung überreicht. Die öffentliche Anerkennung für dieses vorbildliche Handeln ist dem jungen Manne in gleicher Weise gewiß.

** Drei Flugzeuge der Deutschen Lufthansa weilten in den letzten Tagen auf dem Gießener Flugplatz, um von hier aus Sonder- und Rundflüge über unsere Gegend zu machen. Sämt­liche Flüge verliefen ohne jeden Unglücksfall. Hoffentlich wird durch diese gelungene Flugoeran- ftaltung das Vertrauen in die Sicherheit des Paffa­gierluftverkehrs eine weitere Stärkung erfahren.

** Vermißt wird feit dem 4. November der Hilfsarbeiter Paul Frank, geboren am 15. April 1911 zu Gießen. Der junge Mensch ist 1,70 Meter groß, hat auffallend langes, nach hinten zurück- gekärnrntes dunkles Haar, Der rechte Mittelfinger ist auffallend dick. Frank trägt feldgrauen Anzug, helle Datfchmütze (mit braunem Leder eingefaßt), schwarze Schnürschuhe, schwarze Ledergamaschen und weiß und blau geftreiftes Hemd. Personen, die über feinen Verbleib Warnehrnungen gemacht haben, werden er­sucht, der Kriminalpolizei Gießen Mitteilung zu machen.

** Fe st genommen wurde hier eine steck­brieflich gesuchte Person wegen Diebstahls.

WSN. Viehzählung am 1. Dezember. 2(uf Grund von reichsgesetzlichen Vorschriften ist am 1. Dezember eine Viehzählung vorzunehmen. Sie er­streckt sich auf Pferde, Esel, Maulesel, Maultiere, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Geflügel Gänse, Enten, Hühner, jedoch ohne Trut- und Perl­hühner sowie Bienenstöcke. Die Durchführung liegt den Gemeindebehörden ob.

L D i e Dortragsvereinigung hatte am Dienstagabend ihren zweiten Dortrag, den Rudolf Bredschneider aus Aussig über Wanderungen in den Bayrischen und Salz­burger Alpen, sowie Hohen Tauern mit Bestei­

gung des Gvotz-Benedtger-E hielt. .Ich will," so etwa sagte der Dvrttagende eingang- seiner Rede, »dem Kenner der Berge eine Stunde froher Erinnerungen schenken und dem Richt­kenner Luft machsn. die Dergwrlt zu besuchen." Dieses Ziel hat der Redner sichtlich voll er­reicht. denn er verstand e-, in seiner durch seinen Humor gewürzten Rede, die unterstützt wurde durch eine große Anzahl prächtiger Lichtbilder, den Besuchern unvergeßlich: Bilder von der groß­artigen Schönheit der Bergwelt vor die Seel« äu zaubern. Die Wanderung begann in Salzburg. Dessen herrliche Lage und baulich: Schönheiten jährlich Tausende von Fremden anlocken. Man sah dann das durch seine Wa serkünste bekannt« Schloß Hellbrunn und kam nach Berchtesgaden, dem als Sommerfrische und Wintersportplatz diel besuchten Städtchen an der Ache, das auch durch sein Salzbergwerk berühmt ist. Hier hatte man eine wunderbare Aussicht auV die B?rge. be- sanders den Wahmann Der Weg führte weiter am Hintersee bei Ramfau vorbei. H;er war Ge­legenheit. prachtvolle Aipenschlüsielblumen zu be­wundern. Dann sah man den Königssee. den Glanzpunkt dieses ganzen Gebietes, einen der schönsten Alpenseen, der von fast 2000 Meter hohen Felswänden einqeschloss:n wird. Run ging die Fahrt über den See, dir Landung erfolgte bei dem Dorfe St. Bartholomä. Don hier aus wurde eine Hvchtour über daS Steinerne Meer nach der Schönfeldspihe (2651 Itter) an getreten, von der man einen erheb mden Eindruck gewann Beim Abstieg ging es durch die Ramseider- Scharte nach Saalfelden, von hier au5 mit der Dahn nach Zell, dem reizvollen Städtchen am gleichnamigen See. von Zell aus wurde die Schmittenhöhe besucht. Run ging die Wairderung durch das Kapruner-Tal, die Franz-Ios^P- Straße entlang zur Thun-Klamm. Der Weg führte dann längs der Ache auswärts. Bald wurde die höchste Talstu.'e, der Moserbodm. erreicht. Am andern Tag ging die Wanderung über das Kapruner-Törl nach der Rudolfshütte. Die Gletscherwelt der Ostalpen erschließt sich hier in ihrer ganzen Pracht. An nächsten Tag wurde die Granatspitze beftie^en, von dort aus ging es ins Stubachial, wöbet man die verschiedensten Arten von Enzian zu sehen bekam. Das Ziel war älttendvrs im Pinzgau-Tal. Don hier aus wurde mit der Dahn nach dem Klater-Sulzbachtal ge­fahren. Aufwärts ging es dort auf den Groß- Vcnediger. Man passierte die Kürsinger-Hütte, sah wunderbare Eispartien und gelangte endlich über Schnee und Gis zur Spitze des Groß- Denedigers (3660 Meter) D:im Anstieg ging es über das Krimmler-Torl und an der Warns­dorf er Hütte vorbei ins Krimmler-Achental. Weiter talabwärts bewunderte man dir Krimm­ler Wasserfälle, die großartigsten drr Alpen, und kam dann nach Krimmel, daS, umschlossen von hohen Bergen, den Ausgangspunkt für viele Hochtouren bildet. Hier endigte die schöne Wan­derung. Der Dortrag war außerordentlich stark besucht.

** Auftrieb auf dem heutigen Frank­furter Schlachtviehmarkt: 4 Ochsen, 68 Kühe, 947 Pferde, 1318 Schafe, 434 Schweine.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitisch: Gemeinde».

Isr.ReNgionSgemeinde. ^'otteSd. I. d.Synagoge (Südanlage). Samstag, den >3,Rov. 1926.Dorab«nb: 4.30, morgens: 9.00, abends: 4.55 und 5.35.

Gottesdienst der isr. ReligtonSgesellschaft. Sabbatseier, den 13. Rov. 1926. Freitag abend 4.20, Samstag vormittag 8.30nachmittag3.30, SabbatauS- gang 5.35, Wochengottesdienst: morgens 7.00. abends

Geschäftliches.

Die Goldene Medaille der Stadt Düsseldorf ist auf derGefolei" Kathreiners Malzkaffee-Fabriken verliehen worden: eine neue markante Anerkennung für den schon in früheren Jahren mit 27 Goldenen Medaillen ausgezeichnetenechten Kathreiner". Der Gehalt macht's!

Der Firma henkel L (Eie. A.-G. in Düsseldorf wurde aut derGefolei" für hervorragende Beteili­gung an Der Ausstellung durch fabrikatorische Dor° führung ihrer ausgestellten Fabrikate, besonders Persil' undAta" sowie für ihre mustergültigen sozialen Einrichtungen die höchste AuszeichnungDie Große Reichsmedaille" zuerkannt.

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