rend die andere nur Nachteile ßat, so wird die erstere wenig geneigt sein, den Streitgeoenstand rasch aus der Welt zu schaffen, wenn ihr nicht bedeutende Konzessionen auf anderem Gebiete gemacht werden. -Diefe Erwägungen hat Danzig leider nicht angestellt. Gewiß, Danzig hatte zunächst zu versuchen, mit Polen auf gütlichem Verhandlungswege sich über einen neuen Zollverteilungsfchlüssel zu einigen. Sehr bald mußte aber Danzig erkennen, daß es auf diesem Wege zu einer gerechten Verteilung der Zolleinnahmen nicht kommen würde. Polen verfocht die von seinem Standpunkt aus ganz richtige Taktik, so viel wie möglich die Verhandlungen in die Länge zu ziehen, denn ihm konnte nichts daran liegen, höhere Zolleinnahmen Danzig zu überweisen, zumal seine eigenen Finanzen noch schlechter sind als die Danzigs. Der gegebene Weg für Danzig wäre gewesen, nachdem Polen offensichtlick) die Verhandlungen über den Zollverteilungsschlüssel nicht »zu einem gedeihlichen Ende bringen wollte, in dieser Angelegenheit den Völkerbundskommissar als Schiedsrichter anzurufen, wobei auf das Mißverhältnis der Danziger Einnahmen aus der Zollunion und seine Ausgaben nachdrücklichst hätte hingewiesen werden müssen.
Stott dessen ließ es Danzig ruhig zu, daß dieser Danzig-polnische Streitfall mit der A n - teihefroge verquickt wurde. Was voraus- zusehen war, trat ein. Weder das Finanzkomitee noch der Völkerbund mischte sich in diese Danzig-polnische Angelegenheit, beide aber machten die Empfehlung der Anleihe von einer Einigung zwischen Danzig und Polen überden Z.oll - oerteilungsschlüssel abhängig. Danzig ist dadurch Polen gegenüber in die äußerst schlechte Position gekommen, unter allen Umständen die Zoll- verteilungsoerhandlungen zu Ende zu bringen, wenn es die Anleihe baden wollte. Auf der anderen Seite erhielt Polen Die Gelegenheit, die Regelung der Zollverteilung von der Erfüllung jener „Anregungen" des Völkerbundes abhängig zu machen. Und da diese Anregungen zum Teil aus innerpoli - . tischem Gebiet liegen, wie z. D. Herabsetzung der Zahl der Volkstogsabgeordneten, der Senatoren, der Beamten, Ueberwachung der Erwerbslosenunterstützung, so hat es Danzig durch seine falsche Taktik erreicht, daß Polen sich auch in diese Dinge einmischen kann. Polen hat sich allerdings in dem neuen Zollabkommen verpflichtet, Danzig eine jährliche Mindesteinnahme von 14 Millionen Gulden aus den Zöllen zuzusprechen, jedoch ausdrücklich wurde vereinbart, daß das Abkommen außer Kraft tritt, wenn die Anleihe nicht bis zum 31. März 1927 vom Völkerbund empfohlen ist, d. h. bei der gegebenen Sachlage, wenn Danzig nicht den erwähnten „Anregungen" Folge geleistet hat.
Aber damit noch nicht genug. Das neue Abkommen ist nur auf 2 Jahre geschlossen. Binnen kurzem werden also neue Danzig-polnische Zoll- verteilungsverhandlungen einsetzen, die aller Vor- ousficht nach nach zwei Jahren noch nicht zum Abschluß gebracht worden sind; und Danzig wird sich abermals Polen gegenüber in derselben Lage befinden wie jetzt und sich zu weitgehenden Konzessionen bereitfinden müssen.
Denn auch diesmal hat Danzig Polen ziemlich viel zugestehen müssen. So hat Danzig sich ver- pflichten müssen bei Zusammenlegung, Vermehrung oder Konzentrierung der Zollabfertigungsstel- len in Danzig einen polnischen Beamten hinzuzuziehen und, was noch wichtiger ist, es hat Polen das Recht gegeben, gegen solche Maßnahmen die Entscheidung des Völkerbundkommissars anzu- rufen, allerdings nur dann, wenn durch die Maß- nähme der Zollabfertigungsdienst im Schiffs- oder Eisenbahnverkehr so wesentlich geändert werden soll, daß die Interessen Polens berührt werden. Bei der allgemeinen Fassung ist aber Polen die Anrufung des Völkerbundkommissars fast stets möglich. Damit wird Polen die Einmischung in den bisher Danzig allein zustehenden inneren Danziger Zolldienst in gewisser Hinsicht gegeben, was bisher nicht der Fall gewesen ist. Aber noch weiter: Danzig hat sich verpflichten müssen, den Vorschlägen der polnischen Zollinspektoren auf zweckdienliche Sicherung des durch sie festgestellten Tatbestandes bei Zollabfertigungen, insbesondere durch Entnahme von, Proben, Aufnahme der Ware in ein Zollager usw. zu entsprechen. Auch das bedeutet einen vermehrten Einfluß Polens auf den Rangiger Zolldienst, der bisher nach den Menden Vereinbarungen nicht gegeben tbar. Und scksiießlich hat Danzig noch Polen zugestanden, daß „m jedem gegen einen Danziger Zollbeamten oder Angestellten eingeleiteten Ermittelungsvcrfahren bei Verstößen gegen die Zollvorschriften" stets ein polnischer Zollinspektor hinzuzuziehen ist. Die bisher geltenden Bestimmungen der Danzig-polnischen Vereinbarung vom 1. September 1923 sprechen nur von der Hinzuziehung eines polnischen Beamten bei Ermittlungen der Zollbehörden bis zur Abgabe an
AWeinzeiMche Funde in Hessen.
Sehr bemerkenswerte Mitteilungen über alt« steinzeitliche Funde in Hessen macht H. Völ - zing in dem letzten Heft des Archivs für hessische Geschichte und Altertumskunde (14. Band, 1. Heft). Bisher waren die Fundstätten der älteren Steinzeit hauptsächlich nur im Gebiete der südlichen Wetterau, jedoch fehlten sie auf- fallenderweise in der Gegend zwischen Offen* bach und Hanau. Cs war das ein Zufall, denn es mangelte nur an systematischen Forschungen, wie überhaupt im Maintal und im Mainzer Becken.^ Nachdem man im Jahre 1921 auf dem Kästrich in Mainz auf eine Freilandstation aus dem Durignacien gestoßen war, wurde von H. Völzing und einem Geologen eine gleiche Station bei Lämmerspiel im Kreise Offenbach entdeckt. Die Fundstätte, die der glückliche Finder als eine der bedeutendsten der Altsteinzeit in Deutschland bezeichnet, wird von ihm u. a. wie folgt beschrieben: „Diese neue Fundstätte wurde in zwei Sandgruben am Wege von Lämmerspiel nach Groh-Steinheim a. M., das durch seine Basaltbrüche in Geologenkreisen bekannt ist. entdeckt. Geologisch gehört das Gebiet zur östlichen Randzone des Mainzer Deckens, das zu jenem eisfreien Gürtel gehörte, der in der Eiszeit frei blieb und die gewaltige nordische Jnlandeisdecke, die bekanntlich zur Zeit ihrer größten Ausdehnung bis an unsere Mittelgebirge reichte, von dem alpinen Dergletscherungsgebiet toennte.“ Der Main floß, wie in den weiteren Darlegungen ausgeführt wird, damals teilweise anders als heute und hat sich dann mit der allmählichen Hebung des Landes ein tieferes Fluhbett gegraben. Die Fundstelle liegt auf eine Antiquusterrafse 20 bis 25 Meter über dem jetzigen Fluhsp iegel. Die Bezeichnung Antt- quuStcrraffe rührt von den in jenen Erdschichten häufig gefundenen Knochen des Altelefante» (Elephas antiquus) her. 3m späteren Diluvium
die zur Verfolgung und Bestrafung zuständigen Behörden. Jetzt wird ganz allgemein von „Ermitt- lungsverfahr^" gesprochen. Es ist vorauszusehen, wie Polen Dteje Erweiterung auslegen wird.
Es ist ein schwacher Trost für Danzig, wenn der Danziger Finanzsenator diese bedeutenden Zugeständnisse an Polen damit abtun zu können meint, daß er das neue Recht als in der Richtung derjenigen Entwicklung des gesamten Danziger Zollwesens liegend bezeichnet, die es von Anfang an nehmen mußte und genommen hat. Schon der Vertrag vom 1. September 1923 war ein schwerer Fehler, der sich jetzt bitter rächt. Auf demselben Wege aber jetzt fortzufahren, d. h. Danziger Rechte für ein zweijähriges Abkommen zu überantworten, wird bei
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bei kälterem Klima als zu Lebzeiten des Alt- elefanten hatten Eiszeitjäger auf der Antiquus- terraffe bei Lämmerspiel ihre Werkstatt, denn dort fanden sie das Material für ihre Werkzeuge, den Chalzedon, der dort im Basalt eingebettet vorkommt.
Dem Aufsatz ist eine Karte beigegeben, auf der die Fundstellen verzeichnet sind. Es kommen zwei Sandgruben hierfür in Betracht: dis südliche davon war schon längere Zeit benutzt. „Massenweise sollen, wie die Arbeiter erzählten, solche „Feuersteine" gefunden worden sein. Aber leider sind sie mit dem übrigen Sand zu Wegbauten usw. mitverwendet und damit für immer verloren gegangen. Dennoch gelang es dem Ter» ।affet mit Hilfe von Schülern, noch eine Reihe von wertvollen Stücken zu sammeln, die die außerordentliche Bedeutung der Funde erkennen ließen." Die Hauptfunde wurden in der nördlichen Sandgrube gemacht. Auf einer Tafel sind einige der Typen von Werkzeugen usw. abgebUbet; es sind darunter ein Faustkeil, verschiedene Spitzen, Schaber, Bohrer usw. Die Zahl der guten Werkzeuge wird mit 250 angegeben, dazu kommen noch Stücke mit Gebrauchsspuren und halbfertige Stücke.
Das Ergebnis der Funde wird vom Verfasser in folgenden Sätzen zusammengefaht: „Diese Formen und die ganze Technik sowie auch die geologischen Verhältnisse deuten auf Moustsrien hin. Die genauere Vergleichung mit anderen deutschen Anden dieser Kulturstufe (Kartsteinhöhle, ©träte und Markkleeberg bei Leipzig) hat ergeben, dah die Lämmerspieler Station an den Ausgang des QHouft^rien zu setzen ist. Sie ist jünger als Markkleeberg, aber sie ist die älteste Ansiedlung.Hessens. . . . Die Wohnstätte jener Neandertaler allerdings ist bis jetzt noch nicht gefunden worden, aber es ist zu hoffen, dah auch diese bei den weiteren Grabungen noch auf gedeckt wird."
Ablauf des jetzigen Abkommens dis Selbständigkeit des Danziger Zolldienstes ihrer letzten Rechte berauben. Es ist schon richtig, daß damals und auch jetzt Danziger Hoheitsrechte materieller Interessen wegen preisgegebcn werden. Das ist die Frucht der Verquickung von Anleihe und Zollabkommen. Mit Recht kann man dem Finanzsenator entgegenhalten, was Danzig denn getan hat, um jener von ihm bezeichneten angeblich notwendigen Entwicklung des Zollwesens entgegen 3 uarb eiten. Die Antwort für die frühere und die jetzige Regierung wird gleicherweise lauten: nichts, gar nichts! Das Schlimmste scheint aber auch heute das zu sein, daß man auch jetzt noch mcht gewillt ist, dieser gottgewollten Entwicklung entgegenzutreten.
Ein hessischer OrnUhologe.
Dem Gedächtnis eines hessischen Vogelkun- digen, dem im Alter von erst 36 Jahren im Juni d. Is. verstorbenen Dr. Albrecht Schwan, widmet Hubert Erhard im letzten Heft der Zeitschrift „Volk und Scholle" einen längeren Aufsatz. Er bezeichnet Dr. Schwan als einen Ornithologen, der zu den größten Hoffnungen berechtigte. Schwan stammte aus Darmstadt, hatte in seiner Vaterstadt, München, Rostock, Hatte studiert, am Weltkrieg als Reserveleutnant teilgenommen und 1919 mit einer Arbeit „Heber die Abhängigkeit -des Vogelgesanges von meteorologischen Faktoren, untersucht auf Grund physikalischer Methoden" promoviert. Seit 1922 war Dr. Schwan als Kustos der Zoologischen Abteilung des Landesmuseums in Darmstadt tätig. Erhard schreibt über den Verstorbenen u. a.: „Der Äame Schwans wird unter den Vogel-- fennern durch seine ausgezeichnete Promotionsarbeit fortleben, die nicht nut' weit über den Durchschnitt der Doktorarbeiten hinausragt, sondern geradezu als eine der besten biologischen Arbeiten der letzten Jahrzehnte überhaupt bezeichnet werden muh. Die Anregung zu dieser Arbeit verdankt er seinem Lehrer Haecker in Halle, der in mühevollen schönen Tlntersuchun- gen das Zustandekommen der Färbung des Vogelgefieders erklärt und den Vogelgesang analysiert hat. Schwan hat den Einfluß von Helligkeit, Temperatur, Feuchtigkeit, Luftdruck. Wind, als abkühlendem und als mechanischem Faktor Regen, Schnee, elektrischer Leitfähigkeit, Bewölkung, Windrichtung auf den Beginn des Morgengesanges der Vögel untersucht, sowie einige Beobachtungen über Einfluh des Gewitters und des Mondscheines aus den Gesang der Vögel gemacht. Regelmähig wurden Singdrossel, Amsel, Kohlmeise, Grünfink, Girlitz, Pirol, Weidenlaubsänger, Haussperling und Ringettaube, gelegentlich auch noch die eine oder die andere Vogel- art beobachtet. Bekannt war schon vor Schwan,
Fürth. Fürth zeigte gute Leistungen und siegt« verdient. j
NorddeuLZchland gegen Westdeutschland 2:1.
Dor etwa 12 0Ö0 Zuschauern fand am gestrigen Sonntag in Köln das Vorrundenspiel Nord- deutschland gegen Westdeutschland statt. Im Verlaus des Spiels zeigten sich die Norddeutschen überlegen. Westdeutschland schoß das erste Tor, jedoch gelang es der norddeutschen Mannschaft kurz darauf, durch einen glänzenden Alleingang Harders gleichzuziehen und bis zur Paule mit einem weiteren Tor in Front zu gehen. Dieses Ergebnis änderte sich bann bis zum Schluß nicht mehr.
Dr. P-ltzer startet über 1000 Meter.
Wien, 10. Oft. 3m Rahmen des Fußball- Länderkampfes Oesterreich-Schweiz startete heute der Weltrekordläuser Dr. P e l tz e r in einem Vorgabelauf gegen 15 ausgewählte Wiener Mittelstreckenläufer über 1000 Meter auf dem Sportplatz ..Hohe Warte". Infolge des Regens und teilweisen Gegenwindes wurde Peltzer, welcher erst heute mittag in Wien eingetroffen war, in 2,32.4 Vierter aus der 1000 Meter langen Strecke. Er konnte die von 35—120 Meter bemessenen Vorgaben nicht alle aufholen, so dah er erst als Vierter durch das Ziel ging. Erster wurde Zabal-Viktoria-Wien mit 90 Mtr. Borgabe in 2.28*7,0- Zweiter: Dlosh - Verein Hakoa mit 60 Meter Vorgabe. Dritter: Bösem vom Wiener Athletik-Verein mit 60 2Keter Vorgabe. Letzterer erreichte^ganz kurz vor Dr. Peltzer das Ziel.
Diener schlägt Knut Hansen.
Re uh o r k, 9. Oft. Der deutsche Schwergewichtsmeister Franz Diener schlug gestern abend den Amerikaner Knut Hansen in einem Zehnrundenkampf überlegen nach Punkten. Der Sieg Dieners hat große Bedeutung, da Hansen demnächst mit TunNeh um die Welt- m e i ft e r f d) a f t kämpfen wollte und Diener nun an seine Stelle getreten ist. Diener wurde nach seinem Siege vom Publikum mit brausendem Jubel begrüßt.
Das Krähbergrennen.
Frankfurt a. M., 10. Oft. (WB.) Der Hessische Allgemeine Automobilclub, Darmstadt, veranstaltete heute auf der klassischen Bergstrecke, dem Kräh berg, sein diesjähriges Automobilrennen. das gleichzeitig als Schluh- rennen dieser Saison gilt. Die Organisation war in jeder Beziehung einwandfrei. Wenn auch nur 33 Fahrer teilnahmen, so wa.r doch erste nationale Klasse am Start. Die Strecke war in schlüpfrigem Zustand und stellte an die Fahrer auch durch ihre gefährlichen Kurven die höchsten Anforderungen; es muß Wunder nehmen, dah noch unter diesen Tlmständen so gute Zeiten herausgefahren wurden. Die Rennen selbst gipfelten in dem Duell zwischen Kimpel (Ludwigshafen) auf Bugatti und Heuher (Kleinschmalkalden), in dem es Heußer gelang, seinen scharfen Rivalen aus idem Rennen zu werfen und einen neuen Streckenrekord mit 3:38,4 Min. (der alte betrug 3:56 Min.) aufzustellen. Auch die guten Zeiten der beiden Bugattifahrer Andreae (Frankfurt) und Wecker le (Frankfurt) sind sehr gut. Ersterem gelang es sogar, dem bekannten Rennfahrer T r ü h s ch l e r (Bugatti) mit V« Sek. älntevschied das Rachsehen zu geben. ■ Stürze erfolgten nicht.
Motorradrennen auf der Opelbahn.
Frankfurt a. M., 10. Oft. (WTB.) Die Opelrennbahn in Rüsselsheim war am Sonn- tag der Schauplatz interessanter Motorradrennen, auf der der Frankfurter Motorrad-Club (DMV.) feine diesjährige Meisterschaft für Hessen und Hessen-Nassau zum Austrag brachte. Trotz des unsicheren Wüters waren Tausende von Spott- lustigen zur Opelbahn gepilgert. Das Weiter hielt sich prächtig, und alle Rennen konnten ohne jede Störung gefahren werden, zudem der Zustand der Bahn ausgezeichnet mar. Sämtliche Rennen, außer dem letzten, gingen über 20 Runden = 30 Kilometer. Im ersten Rennen — Maschinen mit Seiten- wagen — lagen nach der 6. Runde nur noch K a r- rer und Vollmer im Rennen, während die anderen fünf Fahrer wegen vrschiedener Defekte zeit- weise aufgeben mußten, später jedoch zum Teil wieder teilnahmen. Sieger blieb schließlich Karrer- Frankfurt a. M. auf Bücker. Dos zweite Rennen sah elf Fahrer am Start, darunter Hyronimus- Erlangen auf Emag, den französischen Meisterfahrsr
daß mit dem Längerwerden des Tages der Vogelgesang immer früher einsetzt, während zum Beispiel die Singdrossel Anfang März etwa um 6 Tlhr ihr Lied beginnt, fängt sie zur Zeit den Sonnenwende, um den 24. Juni, schon um 3 Tlhr zu fingen an, während Mitte Juli ihr Lied erst um 3 llfir 30 Minuten beginnt. Schwan stellte fest, dah die erste tägliche Lautäußerung der meisten Singvögel mit dem Erwachen zu- sammenfällt; für jede Art ist eine bestimmte „Weckhelligkeit" nötig, und zwar ist diese für die einzelnen Arten, nicht aber für die einzelnen Individuen einer Art, verschieden: „Arthelligkeit". Der Haussperling benötigt z, D. eine größere Weckhelligkeit als die Singdrossel, er beginnt sein Morgenlied durchschnittlich dreiviettel Stunden später. In sehr fesselnden Darlegungen wird nun in dem Aufsatz ausgeführt, wie durch verschiedene Umstände die Reizempflnd- lichkeit auf die Helligkeit unb damit auf den Beginn des Mocgengc langes beeinflußt werden kann. (Brunst, Mauser, Temperatur, Luftdruck, Wind usw.). Schwan plante in einer wetteren Arbeit den Abendgesang der Vogel zu untersuchen, die Ursachen für die Intensität des Vogelaesanges zu ergründen und seine tier- psychologischen Beobachtungen an Vögeln nie» derzulegen. Ein großer Teil der Vorarbeiten liegt fertig vor; der Tod hat den nimmermüden Forscher an der Riederschrift der Arbeit gehindert. Die schönsten Stunden seines Lebens hat der Verstorbene, nach seiner Aussage, in der freien Ratur zugebracht, wenn er in dem ersten Morgengrauen dem Erwachen des Do» gelgesanges lauschte. Er war nicht nur ein ausgezeichneter Kenner der Vogel und ihrer Lebensweise, sondern ein feiner Raturbeobachter überhaupt, von umfassenden, mehr selbst erworbenen, als aus Büchern erlernten Kenntnisse^.
Immer wieder zog es ihn an den Kühkopf am Altrhein wohl die schönste Beobachtungsstelle im westlichen Deutschland. Wenige haben ch« hessische Heimat so sehr geliebt wie Schwan.
Turnen, Sport und Spiel.
Sportmasiage und Leistungssteigerung.
Wenn wir die Sportsleute draußen im Freien oder in der Halle beim Training beobachten, so können wir uns des Eindrucks nicht erwehren, daß sie in dem Bestreben, ihre Leistungen zu verbessern, wohl eifrig an der Arbeit an sich selbst sind. Und doch muß es uns gleichzeitig oft wundernehmen, wie sie verhältnismäßig wenig in anderer Weise bedacht sind, sich möglichst günstige Vorbedingungen für ihren Körper in bezug auf seine Leistungsfähigkeit zu schaffen. Mag dies zum Teil auch daran liegen, daß viele glauben, mit dem „Althergebrachten" sei schon genug getan, und mögen wohl auch noch aewisse äußere Umstände hemmend entgegenstehen, so ist cß doch nicht allein hieran gelegen. Oft könnten sie selbst aber sehr wohl dazu beitragen, ihre Leistungen nocti weiter zu verbessern, wenn sie es nur recht wollten bzw. wenn sie immer richtig dazu angeleitet würden. Die Zahl dec sogenannten „Hilfsmittel" hierzu, die man an seinem Körper selbst anwenden kann, wird noch zu wenig benutzt und nicht recht zweckmäßig ausgenutzt zu einer gewißen Formverbesserung. Wenn sie auch einzeln mcht direkt ins Gewicht fallen, so wirken sie doch sekundär und durch ihre Summation als etwas Förderndes.
Dor allem feien in der sportlichen Massage und Hautpflege zwei hauptsächliche Stiefkinder genannt! Den Spottsleuten wird die Bedeutung derselben in bezug auf die Verbesserung ihrer Leistungen einleuchten, wenn wir Zweck und Ziel von s p o r t ä r z t l i ch e n Gesichtspunkten betrachten und physiologische Erläuterungen ihnen gleichzeitig an die Hand geben. Aus der Selbsterkenntnis des eigenen Körpers und seiner zweckmäßigen Instandhaltung mag auch auf das Ziel der sportlichen Leistungsfähigkeit hin so aus ureigenem Interesse Genügendes geschehen. Daß gerade der sportlichen Massage noch nicht die rechte Würdigung zuteil wird, zeigt un stier Umstand, daß, wenn sie sich nach dem Training und dem Wettkampf „massieren" lassen, schon etwas Besonderes geschehen ist. Und doch ist gerade die Massage, wenn sie systematisch und zweckmäßig angewandt ist, in der Vielseitigkeit ihrer Wirkung ein nicht zu unterschätzender Faktor. Die richtige Abstufung derselben, die mehr „erfühlt" als erlernt werden kann, wird nicht nur von den Leuten angenehm empfunden, sondern läßt uns auch einen gewissen Einfluß auf die sporllichen Temperamente insofern ausüben, als eine gewisse Beeinflussung auf bas „Startfie - b e r* zustande zu kommen scheint, je nachdem, ob wir es für den einzelnen Wettkampf bei manchem zu verstärken oder herabzusetzen für ratsamer halten. Einesteils setzt sie in gewisser vorbeugender Wirkung sowohl die Gefahr kleinster Muskelrisse, besonders bei kaltem Wetter, auf ein Minimum herab, außerdem wirkt sie abhärtend im Sinne von äußeren Reizen auf die Haut, für die Durchblutung der kleinsten Hautgefäße sorgend. Als „E i n st e l - lungsmassage" angewandt, unterstützt sie die rechte Blutoerteilung und reguliert diese gewissermaßen für die Plötzlich in Betrieb zu setzende Kraftleistung zweckmäßig, so die vermehrte Arbeit des Herzens gerade zur rechten Zeit erleichternd. Als „S e l b st m a s s a g e" ist sie leicht zu erlernen und kann so vom einzelnen viel mehr benutzt werden, zumal sich auch zeitlich außerhalb des Trainings täglich dazu Gelegenheit bietet.
Trotzdem ist es erstaunlich, wie wenig gerade diese Art der Massage uns bei unseren Sportsleuten entgegentritt. Sollte man nicht auch gleichzeitig, was den „Frauensport" anbelangt, so manche unliebsame Bemerkung von Seiten der Zuschauer verhindern können, wenn gerade das weibliche Geschlecht, das Spott treibt, sich mit diesem Zweige der sportlichen Massage „rechten Ottes" mehr beschäftigen würde?
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Ferner dient die sog. Entmudungsmas- sage dem Zweck, die Ermüdungsstoffe hintanzuhalten bzw. zu verringern- — mögen auch vom wissenschaftlichen Standpunkt aus die Akten über diesen Begriff und die Art des ganzen Vorganges noch nicht geschlossen sein. Sie erfüllt weiterhin die Aufgabe, dem beim Training eine große Arbeit leistenden Herzen dadurch unterstützend zur Seite zu stehen, daß fie für die entsprechende Blutverteilung und günstige Veeinflussung der Zirkulation Sorge trägt. Da außerdem die Ermüdungszeit dec Muskeln verkürzt wird, sei besonders darauf hingewiesen, daß sie möglichst nicht zu hart ousgeubt wird: denn ermüdete Organe sind eben druckempfindlich! So z. B. für einen Mehrkämpfer, der oft im Wettkampf gezwungen ist, bald eine llebnngs- i art der anderen folgen zu lassen, ist eine gute Massage von besonderer Bedeutung: sie wird nicht nur angenehm empfunden werden, sondern auch bis zu einem geroißen Grade auf das Vollmaß der Leistungsfähigkeit von Einfluß fein. Dr. E. S.
Die Arbeiter-OLympiabe 1827 wurde der Tschechoslowakei übertragen. Die Hauptkämpfe finden vom 2. bis 6. Juli 1927 in Prag statt.
Der gef-ritze Fußball im Mainbezirk.
Der 10. Oktober brachte durch verschiedene ^leberraschungssiege verschiedene Umgruppierungen in der Spitzengruppe der Tabelle. Die größte ileberrafdjung dürfte wohl die 0:2-Riederlage des Sportklubs Rot-Weiß gegen den V. f. L. Reu-Isenburg sein. Die Isenburger bewiesen mit diesem Siege, daß sehr viel in ihnen steckt. Die zweite Tleberraschung ist wohl das Tinentschieden (0: 0) von Kickers-Offenbach gegen Hanau 93. Damit setzte sich Eintracht-Frankfurt mit Kickers-Offenbach an die erste Stelle. Zwei Punkte zurück folgen nun der Sportklub Rot-Weiß und Fußballsport-Verein. Die wichtigsten Vorentscheidungen werden nun wohl am nächsten Sonntag fallen, wenn die Eintracht-Frankfurt gegen den Fußballsport-Verein und Kickers- Offenbach gegen Rot-Weiß antreten. Diese beiden Spiele dürften die endgültige Gruppierung in der Spitzengruppe vorerst entscheiden. Die Eintracht komtte am gestrigen Sonntag durch ihren Sieg in Hanau sich zwei sehr tvertvolle Punkte sichern (2:0-Sieg).
Der 4:0°Sieg des Fußballsportvereins gegen Germania ist sehr hoch ausgefallen, entspricht aber kaum dem Spielverlauf, da Germania das Spiel noch bis 20 Minuten vor Schluß unentschieden gestalten konnte. Der 3:2- Sieg von Aschaffenburg gegen Uniow-Riederrad ist ebenfalls eine kleine Tleberraschung. Aschaffenburg hat sich damit die ersten zwei Punkte erobert.
Fußball im Bezirk Bayern.
Die Spiele in Bayern brachten gestern einige Äeberraschung. Als größte Sensation dürfte das Unentschieden des DeutfchenMei- sters gegen den Liga-Reuling Bayreuth auf eigenem Platze anzusprechen sein. Die Spielvereinigung Fürth spielte weit unter Form, während der Fußballklub Bayreuth sehr flink war, aber allerdings von Glück sagen muß, daß es ihm gelang, ein Tor zu schießen. Tleberraschend kam auch das Ergebnis bei dem Spiel Wacker-München gegen Nürnberg. Das Spiel stcrnd bei Halbzeit noch 1:1, und es war kurz vor Schluß noch nicht entschieden, wer das Spiel gewinnen sollte. Nürnberg zeigte gute Leistungen und hat dadurch letzten Endes beit Sieg verdient.
Tleberraschrnd tarn auch die Riederlage von 1860 M ü n chen auf eigenem Platze gegenD. f. R.


