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yr. 213 Vierter Blatt

Wirtschaft.

Dke Wirtschaftslage in Deutschland.

Die Lage des Bergbaues und der Eisenindustrie hat sich in der letzten Zeit gebessert. Allerdings dars nicht verkannt werden, bah diese Besserung zum großen Teil auf die Auswirkungen des englischen Bergarbeiterstreiks, also auf ein vorübergehendes Zufallsmoment, zurückzuführen ist. Inwieweit diese Besserung nach der Beendigung des englischen Streiks an­halten wird, bleibt abzuwarten. Für die eisen­verarbeitenden Industrien ist ein Fortschritt in der Konjunkturbelebung nicht festzustellen. So berichtet die M a s ch i n e n i n d u st r i e über sehr uneinheitliche Absahverhältnisse; teilweise muß. len wettere Betriebseinschränkungen vorgenom­men werden; anderseits zeigten sich aber auch einzelne Anzeichen sür eine allmähliche Besserung; als Folge der immer mehr durchgeführten Ratio­nalisierung der Produktion trat vielfach eine rege Nachfrage nach Spezialmaschinen hervor. Wenig günstig ist nach wie vor die Lage der Eisen - 11 Stahlwarenindustrie; hier fehlen noch jegliche Anzeichen für eine Vermeh­rung des inländischen Bedarfs, während sich auf dem Auslandmarkt in verstärktem Maße die scharfe französische und belgische Konkurrenz be­merkbar macht. Es hat den Anschein, als ob neuerdings auch in der Kleineisenindu­strie der Gedanke des Zusammenschlusses und der Ausscheidung lebensunfähi­ger Werke stärker an Boden gewinnt. Die meisten Fertigindustrien außerhalb^ des Gesamtgebietes der eisenverarbeitenden Indu­strien bieten ein günstigeres Bild. Die chemi­sche Industrie verzeichnet einen befriedigen­den Auftragseingang für die meisten Artikel. Das gleiche gilt für die elektrotechnische Industrie. Auch Textilindustrie und Ver­kehrsgewerbe können eine Belebung des Geschäfts feststellen.

Wie weit die Auswirkung der in manchen Wirtschaftszweigen zu beobachtenden Belebung eine Steigerung der Gesamtumsätze innerhalb der deutschen Wirtschaft das ist das Ausschlaggebende sür die Beurteilung der Gesamtkonjunktur herbeigeführt hat, läßt sich für die letzten Wochen statistisch schlecht erfassen. Die vorliegenden Ziffern ergeben ein etwas widerspruchsvolles Bild. Das Erträgnis aus der A m s a h st e u e r erreichte für Iuni mit nur 58 000 000 Mk. einen Tiefstand, wie er seit An­fang 1924 noch nie zu verzeichnen war. Ein günstigeres Bild für die Entwicklung der Ge­samtumsätze gibt der Postscheckverkehr, der mit 9,3 Milliarden Mk. die höchste Ziffer des ersten Halbjahres 1926 aufwies. Das gleiche gilt für den Abrechnungsverkehr dec Reichsbank und, wenn man vom Monat Ianuar absieht, auch für das Erträgnis der L o h n st e u e r; aller­dings kann man diese nur in beschränktem Maße als Symptom der Konjunkturentwicklung bewer­ten, da bei ihr die Rückerstattung von 40 Mill. Mark in Ansatz gebracht werden müssen. Die Reichsbahn hatte eine erhöhte Wagengestel­lung zu verzeichnen, die allerdings ausschließlich auf den verstärkten Kohlenversand zurückzuführen ist, der mit der eigentlichen Konjunkturbewegung nichts zu tun hat; vom Kohlentransport abge­sehen ist die Güterbewegung des 1. Halbjahres 1926 sogar noch um über 5 Prozent hinter der des 1. Halbjahres 1925 zurückgeblieben. Don wesentlicher Bedeutung für die Produktion ist die Gestaltung der Konsumfähigkeit der breiten Masse. Legt man ihrer Beurteilung die llmsahziffern der Konsumvereine zugrunde, so ist im bisherigen Verlauf dieses Iahres eine rückläufige Tendenz nicht erkennbar. Zu nicht so günstigem Ergebnis gelangt jedoch eine Um« frage, die der deutsche Genossenschaftsverband unter seinen Mitgliedern angestellt hat. Danach liegt bei den gewerblichen Genossenschaften der Umsatz je Mitglied nur in einzelnen Genossen­schaften über, in den übrigen dagegen unter dem Durchschnittssah 1925. Angesichts der Bedeutung der Landwirtschaft sür die Gesamtkonjunktur ist für die weitere Gestaltung der Ausfall der Ernte von größter Wichtigkeit. Die ungewöhn­lich hohen Niederschlagsmengen des Iuli haben stellenweise größere Schäden angerichtet und da­mit die Ernteaussichten herabgemindert. Nach den bisher erfolgten Schätzungen wird indessen sür Brotgetreide zum mindesten mit einer be­friedigenden Mittelernte gerechnet.

Börse und Geldmarkt.

Die Börsenspekulation hat sich bei ihren nam­haften Positionslösungen, die am Montag dieser Woche einsehten und einige Tage hindurch eine stärkere Senkung des Kursniveaus zur Folge hatten, weniger von allgemeinen wirtschaftlichen Erwägungen leiten lassen. Für sie kamen mehr positionstechnische Gesichtspunkte in Betracht, die auf eine Verringerung ihrer Hausseengagements hindrängten. Es tauchten nämlich Befürchtungen auf, daß die Beschaffung von Reportgeldern zum Medio und Ultimo September Schwierigkeiten machen könnte, einmal, weil man mit einer all­gemeinen Geldverknappung rechnete, und sodann im Hinblick auf die vielfach zu großen Engage­ments, die sich in schwachen Händen befanden und den Banken Anlaß gegeben haben sollen, bei diesen Firmen auf eine Verringerung der Posi­tionen zu sehen. Man hatte es also mit größten­teils freiwilligen, vereinzelt auch Zwangsexe-

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Samstag, ft. September 1926

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f u t i o nen zu tun. Die Wirkung dieser Abgaben auf die Kurse wurde durch die Vorstöße der Baissiers noch verstärkt. Den entscheidenden Ein­fluß auf die Tendenzgestaltung an den Daisse- tagen der ersten Wochenhälfte hatten also zweifel­los Selbstexekutionen mittlerer und kleiner Dankfirmen, während das Pu­blikum im ganzen an seinem Besitz festhielt und dadurch eine weitere Verschärfung der Kurs­rückgänge zu einem direkten Kürseinbruch ver­mied. Auch gegenwärtig hat es nicht den An­schein. als wenn das Publikum sich mit Mtien- verkäusen beeilt, so daß die Börse ihre Leer­abgaben eindeckte und die Gesamttendenz trotz einer zurückgebliebenen Nervosität und Llnsicher- heit doch schon wieder günstiger geworben ist. Bei einer -Untersuchung der Frage, ob die von der Börse ins Feld geführten Befürchtungen zu­treffend sind, stößt man als Tatbestand nur auf die allgemeine Neigung der Banken, ihre an schwache spekulative Seiten gegebenen Kredite nach Möglichkeit zu verringern und hiermit zum Medio und Ultimo September zu beginnen. Ein solches Vorhaben würde aus weite Sicht aber für die Börse nur nützlich sein, da dadurch eine Bereinigung ihrer positionstechnischen Lage ein­träte. Von der Absicht einer allgemeinen Ein­schränkung der Reportgelder int September ist dagegen bisher nichts bekannt geworden. Man kann auch nicht verlangen, daß die Banken schon in den ersten Tagen eines Monates über ihre Dispositionen - am Ende dieses Monats Aufklä­rung geben, da diese ja noch gar nicht übersehen werden können. Soweit sich die Verkäufe der Börse also auf Gerüchte über die Zurückziehung bzw. Einschränkung der Reportgeldgcwährung bei den September-Abwicklungen stützten, waren sie zum mindesten etwas voreilig. Ob die drei- vierteljährliche Hausse jetzt eine Be­endigung gefunden hat, wird man endgültig erst übersehen können, wenn die Medio- und Ultimo« Regulierung vorüber ist. Daß die Kurssteigerun­gen in den letzten Monaten beträchtlich waren, geht nicht nur aus den Gegenüberstellungen des Niveaus zu Anfang des Iahres und heute, son­dern auch aus einem Vergleich mit der Entwick­lung der ausländischen Börsen hervor, den das «Äatistische Reichsamt angestellt hat. An den europäischen Börsen war im ersten Halbjahr 1926 überwiegend eine leichte Erhöhung des Kurs­niveaus zu verzeichnen. Im Vordergrund dieser Entwicklung standen die Kurssteigerungen in Deutschland, danach in England und Schweden. Der Aktienindex des Deutschen Reiches stieg von 106,1 im März auf 121,6 im Iuni, der Eng­lands von 106,7 auf 110,3 und der Schwedens von 129,9 auf 139,3. Im Augenblick wird das Geschäft durch die israelitischen Feiertage und den bevorstehenden Mediotermin gehemmt, wäh- reird die Haltung der Börse unklar ist und von der weiteren Geldentwicklung abhängen wird. Der Sah für Monatsgeld, das Über den Quar­talswechsel reicht, zeigt mit 53/4 bis 7 Prozent eine anhaltende Anspannung, während Tages- gelb in dieser Woche mit 5 bis 6V2 Prozent etwas billiger wurde. Die Versionen über eine Herabsetzung der Debetzinsen bei der Seehand­lung bewahrheiteten sich nicht. Warenwechsel mit Großbankgiro werden zu etwa 53/fi bis 51/.? Proz. übernommen

Berliner Börse.

Berlin, 11. Sept. Die Wochenschlußbörje stand ebenso wie die letzten unter dem Zeichen großer Zurückhaltung. Das Börsengeschäft ließ sich n n - gemein ruhig an und erst später zeigten einige Spezialwerte etwas Bewegung. Die Tendenz gestaltete sich überwiegend freundlich. Die Abschlüsse hielten sich natur- gemäß in engsten Grenzen. Besondere anregende Momente lagen nicht vor, dagegen trugen auf der anderen Seite der Wochen! )Iuß und der in der nächsten Woche erreichte Medio zur reservierten Haltung der Spekulation bei. Die Erhöhung des Prioatdiskontsatzes am Geldmarkt spielte keine Rolle, da die Lage weiter flüssig bleibt. Tagesgeld 4,25 bis 6 Prozent, Monatsgeld 5,5 bis 7 Prozent. Im Deoisenoerkehr war Paris gegen London leicht befestigt auf 167,50. Die übrigen Valuten no­tierten fast unverändert. Mailand und Brüssel lagen gleichfalls freundlich.

Börse.

Frankfurt a. M., 11. Sept. Tendenz: fest. Die gestrigen Reden Stresemanns und Briands in Genf konnten erst heute, nachdem der Börsenverkehr wieder seinen regulären Verlauf genommen hat, zur vollen Auswirkung kommen. Sie wurden als eine wertvolle Kundgebung für die weitere Entwicklung der außenpolitischen Lage beurteilt und hatten zur Folge, daß man auch in wirtschaftlicher Hinsicht glaubt etwas hoffnungsvoller in die Zukunft blicken zu dürfen. Die Spekulation zeigte etwas Unter­nehmungslust und schritt zu Deckungen, die an den Hauptmärkten Besserungen bis zu 2 Prozent bewirkten. Im Vordergründe stan­den infolge Fortdauer der Hochkonjunktur im Ruhr- dergbau immer noch Montanaktien, die am am besten abschneiden konnten. Bochumer plus 1,5, Buderus plus 0,5, Deutsch-Lux plus 1,5, Gel­senkirchen plus 2, Harpener plus 3,5, Mannesmann und Mansfelder je plus 2, Phönix plus 1,5 Prozent. Merkwürdigerweise blieben J.-G.- Farben auch heute wie in den letzten Tagen sehr ruhig. Der Kurs war kaum verändert. Im Verlaufe trat kleines Angebot hervor, so daß die Notierung von 273,63 auf 273 Prozent zurückging. Elektroaktien zogen etwa 1 bis 1,5 Prozent an. Auch Bank­aktien wurden ca. 1 Prozent höher. Am Schiff-

fahrts markte betrugen die Steigerungen für Hapag und Nord-Lloyd je 1 Prozent. Motorenakticn lagen ruhig und kaum verändert. Bauftoffaktien zogen mäßig an. Zellstost'akticn fest. Zuckeraktien zu­meist gehalten. Das A n 1 e i h e g e s ch ä f t war wie­der etwas reger. Kriegsanleihe stellten sich zum ersten Kurs auf 0,509. Ausländische Renten waren wenig verändert. Der Freiverkehr tendierte fast unverändert. Nur Benz schwächten sich auf 77 Pro­zent ab. Growag 60, Brown Boveri 130, Entreprise 8, Becker Stahl 31, Ufa 39,5, Unterfranken 95 Pro­zent. Der weitere Verlauf war durch die eingetretene Geschäftsstille beeinträchtigt. Die Kurse begannen leicht abzubröckeln, zumal die Stimmung unsicher wurde. Geld ist im kurzfristigen Verkehr angeboten. Für langfristges Geld besteht Nachsrage. Im D e - oisenverkehr haben sich die westlichen Franken­valuten etwas erholt. Die Mark liegt weiter unver­ändert fest.

Börsenkurse.

Frankfurt a-M.

Berlin

Schlug»! i-Uhr- Kur» | fture

Schluh.IAnfang Nurs | Quro

Datum:

10. 9. | 11.9.

10. 9. | 11. 9

5% Deutsche Rcichsanlethe 4% Deutsche Reichsanlcihe . S'/a% Deutsche Ncichsanletbe 3°/, Deutsche Neichsanleibe . Deutsche Vvarprämicnanleihe 4°/0 Preußische Koniolü . 4° 0 Hessen 3'/«% Hessen 3°/0 Heilen Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto- Doll.-Schav-Anweikng-')

4°/o Zoll türken 6°/o Goldmerikaner

Berliner Handelsgesellschaft Commerz- and Privat-Bank Darmst. unv Naiionalbank Deutsche Bank.........

Deutsche BereinSbank .... Disconto Commandit . - Mctallbank Mitteldeutsche Lrcditbank. . Oeslerreichiiche Kreditanstalt Weltbank...........

Bochumer Guß - Buderus ........ . .

Caro ..........

Deutsch r.'uxemburg (*>)ci)"cnlird)cner Bergiorrke. . Harpener Bergbau Naliwerkc Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . . . . Haiiraljüttc ..... Obcrbcdarf......... ,

Phönix Bergbau ...... Rheiustayl ......... Nicbcck Montan TclluS Bergbau Bereinigte Stahlwerke A,-G- Homburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . .

Cherainische Werke Albin . - Zementwerk Heidelberg . . Philivv Holzmann

Anglo h ont.°Guano . . . . Chemische Mayer Alapin . . I. Jarbcnindustrie, 21.»®. ®oldschinidk Holzverkohlung . . Rülgerswerkc Lch-idcanstalt Alla- ElekkrizttätS-Gesellschaft Bergmann Mainkrattwerke ...... Schlickert . .

Siemens L HalL^

Adlcrwertc -lllever ..... Daimler Motoren - ..... Heyliycnstacdk....... .

Meguin. ,

Motorenwerke Mannheim

frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union 91--® Schnhwbrik Her; . . . . .

Sichel.....

Zellstoff Woldhot ..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waobäulel . . .

0.505 1

0.509

0.505 I

0,5075

1

1,4607 !

0,4725

0.45

0.465 1

0,47

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0.51

0,535

-

-

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13,475

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96

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-

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-

137

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69.5

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-

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-

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132

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_

-73,6*

273,5*

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107,1

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52

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-

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135

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j 83,25

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28

45

-

40

49,5

146

144,5

92.75

91,5

58,75

56,75

2.6

3

175

178

176

181

74.9

74

73,25

90

90

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Te l egraphische Auszahlung-

10 Septbr.

11- Septbr.

Amtliche Nokt^runa

AmtlicheJiotiermtfl

(»eld

Brief

Geld

Bries

iUmft.-zHoii

168,16

168,58

168,14

168,56

Buen-AircS

1,701

1,705

1,694

1,703

Ärss-°Antw-

11,45

11,49

11,53

11,57

Christiania.

-itopenhagev

91,90

92,14

91,89

92,13

111,36

111,74

111,48

111,76

Stockholm

112,16

112,4.5

112,14

112,42

Helsingfors-

10,55

10,59

10,553

10,593

Italien. . .

15,oo

15,04

15,21

15,25

London - -

20,364

20,414

20,362

20,412

Neuyork . -

1,191

1,202

4,193

4,203

Paris - -

12,00

12,04

12,16

12,20

Schwei; - -

81.025

bl.225

80,98

81,18

Spanien -

63.97

63,13

64,20

i>4,56

Japan . - -

2,025

2,029

2,025

2,029

?Hio de Jan Wien in D--

0.634

1.644

9,634

0,636

abgesi

59,20

59,34

59,20

59,34

Prag .... Belzrad - .

12,42

12,46

12,418

12,458

7,418

7,438

7,418

7,438

Budapest. .

1,872

u,892

5,875

5,89a

Bulgarien

3,042

3,052

u,043

3,053

Lissabon

-1,42.5

4,475

21,44.5

21,495

Danzig. . .

81,35

81,45

81,37

81,57

.fionftuuHn.

2,212

2,222

2,215

2,225

Alden

4,79

4,81

4,84

4,86

Canada.

4,197

4.207

4.197

4,207

Uruguav .

4,20

4.21

4.20

4.21

Berliner Pnrvri^enbörse.

Berlin, 10. Sept. Festere Auslandmarktberichte veranlaßten im heutigen Mittagsverkehr der Ber­liner Produktenbörse ein weiteres Steigen der Preise für Weizen, da auch die direkten Schlußforde- rungen meist erhöht waren. Das Jnlandangebot be­steht nach wie vor größtenteils aus unkontraktlichem Material. Die Umsätze hielten sich aber sowohl für prompte Abladungen wie auch im Lieferunggeschäst in kleinen Grenzen. So konnte im Zeithandel Sep­temberlieferung um 0,75 Mark sich erhöhen. (Spätere

Ware lag noch fester. Oktoberware plus 1,25, De­zember plus 2,5 Mark. Im Roggengeschäft Hai sich die Situation wenig verändert. Das Angebot der Provinz für greifbare Ware ist wohl am Markt, aber dauernd hochgehalten, und der Bedarf mußte heute hohe Preise bezahlen. Auch im Liefcrungs- geschäst zeigten die Preise bei ruhigem Verkehr Stei­gerungen wie für Oktober um 2 Mark und für De­zember 2 Mark. Die Offerten in Gerste und Hafer bestehen zum größten Teil aus wenig guten Quali­täten, die naturgemäß schwer zu verkaufen sind, gute Ware ist knapp. Es wurden notiert (1000 Kilo­gramm): Weizen, märkischer, 262 bis 266 Mark; Roggen, märkischer, 208 bis 214; Sommergerste 205 bis 248; Wintergerste 170 bis 175; Haser, märkischer, 171 bis 184; Mais, loko Berlin, 180 bis 183; Raps 100; (100 Kilogramm): Weizenmehl 36,25 bis 39; Roggenmehl 29,75 bis 31,60; Weizenkleie 10; Rog- gentleie 11; Diktoriaerbsen 43 bis 50; kleine Speise­erbsen 34 bis 38; Futtererbsen 24 bis 31; Raps­kuchen 14,20 bis 14,40; Leinkuchen 19,20 bis 19,30.

Danknoten.

Berlin, 10 Septbr.

Geld

Bries

Amerikanische Note, .....

4,175

4,195

Belgische Noten ........

11,42

11,48

Dänische Noten........

111.14

111,70

Englische Noten........

20,339

20.439

Franzönsche Noten ......

12,14

12,20

Holländische Noten ......

167,90

168,74

Italienische Noten ......

15,16

15.24

Norwegische Noten......

91,62

92,08

Dcutsch'Ocsterr-, 5100 Kronen

59,11

59,44

Rumänische Noten......

Schwedische Noten ...

111,77

112,33

Schweizer Noten......

80,90

81,30

Spanische Noten.......

63,74

64,06

Tschechoslowakische Noten . .

12,39

12,45

Ungarische Noten.....

6.815

5.885

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 8. September. Vor eini­ger Zeit traf eine Frau V. morgens in Der Frühe vor ihrer Kellertüre einen unbe­kannten Mann, den sie in ihrem ersten Schrecken für einen Einbrecher hielt. Der Unbekannte sagte, er habe sich in der Kellertüre geirrt, und ent­fernte sich. Gleich darauf hörte die Frau D. von der R., die bei der Hauseigentümerin bedienstet ist, daß der Betreffende der Leiter eines in dem gleichen Hause befindlichen Geschäftes fei. Die R. meinte noch, sie nehme an, daß der Herr ihr nachsteige, fügte jedoch auf die Frage der Frau B, ob sie sich einmal nach ihm erkundigen solle, hinzu, sie interessiere sich nicht dafür, sie habe ja ihr Verhältnis. Trotzdem zog die Frau B. über den Geschäftsleiter Erkundigungen ein, die sehr günstig ausfielen. Sie teilte jedoch das, was sie gehört hatte, der R. nicht etwa in derselben Weise, sondern ganz entstellt mit und warnte sie vor dem Herrn, der nur Darauf ausgehe, sie zu verführen, und Der beim Tobe seiner Frau ge­äußert habe:Gott sei Dank, Daß ich Die los bin. Die R. erzählte Diese Aeußerungen ihrer Dienstherrin, Die mit Der Frau B. nicht gut steht, unD Diese teilte Den Vorfall Dem Geschäftsleiter, Der sich eines sehr guten Rus es ^erfreut, und Der daraufhin Privatklage erhob, mit. In der heu­tigen Hauptverhandlung weichen Die Angaben Der Frau B. und Der R. üoncinanDer ab; Das Gericht schenkte jeDoch Den beeidigten Aussagen der R. vollen Glauben und verurteilte die Frau V. wegen ihrer beleidigenden Aeußerungen zu einer Geldstrafe von 50 M k. und zu Den Kosten des Verfahrens.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, Den 12. September. 15. n. Trinitatis.

Gießen. Stadtktrche. 8: Pfr. Decker. Zugleich Christenlehre s. D. Neukonsirmierten a. Der Markus- gcmeinDe. 9'/,: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche für Die Matthäusg. Pfr. Mahr. - Iohanneskirche. 8: Pfarrass. Schultheis. Zugl. Christenlehre f. D. Reu. konfirmierten a. D. IohannesgemeinDe. 91 /,: Pfr. Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche f. d. Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer. Konsirmandensaal (Liebigstr. 56) 2; TaubstummengottesDienst. Pfr. Bechtolö- heimer. Kirchberg. 10; 11: Christenlehre f. d. weibl. Jugend. Rachm. 1'/,: Mainzlar. - Wieseck. 87, Christenlehre; 97,. - Wahenborn-Garben- teich. Watzenborn-Steinberg: 8 Abendgottesdienst. Garbenteich: '!A\.

Katholische Gemeinden.

Gießen. Iamstag, 11. (Septbr. 4*/3 u. 7 Beichte. Sonntag, 12. Septbr. 16. Sonntag nach Pfingsten, 6V» Beichte, 7 Messe, Kom. der Jünglinge, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2 Andacht. Grünberg. 97, Messe mit Predigt. Hungen. 97, Hochamt mit Predigt. - Lich. 77, Messe mit Predigt.

Letzte Nachrichten.

Bombenallenlat auf Mussolini?

Genf, 11. Sept. (MTB.) In den ersten Nach- mittagsstunden tauchte in den IDanbeigängen des Völkerbundes das bestimmte Gerücht auf, daß heute vormittag gegen 9 Uhr in Rom auf Mussolini ein Bombenattentat verübt worden sein soll. Mussolini sei unverletzt, während zwei oder mehrere seiner Begleiter verletzt worden seien. Das bestimmte Ge­rücht wurde von Mailand aus nach Basel und bald daraus nach Genf gebracht. Die Nachricht wird hier geglaubt, jedoch liegt eine amtliche Bestattung noch nicht vor.

Arbeitslose und hohe Steuern belasten das Wirtschaftsleben stark. Der deutsche Automobilist kann dem tatkräftig entgegentreten, wenn er nur deutsche Reifen kauft. Dadurch wird die

Arbeitslosigkeit verringert und die Steuerlast ermäßigt.

Der Continental «Reifen in der neuen schwarzen Qualität erzielt höchste Kilometerleistungen, er ist hochelastisch und sicher. Fahren Sie nur den deutschen Reifen