FRISCH GEKIRNT
FEINKOST-MARGARIN
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(Fortsetzung folgt)
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Realschule u. Prorealgymnasium zu taubach.
Anmeldungen neuer Schüler und Schülerinnen für das
Schuljahr 1926/27 werden am
Mittwoch, dem 17. Februar, von 10-1 Uhr
im DireKtorzimmer entgegengenommen.
Vorzulegen sind Geburtsschein, Impfschein und Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule.
Laubach, den 9. Februar 1926.
virettion der Realschule und des Prorealgqmnafiums
Lichtspielhaus
Heute bis einschl. Sonntag der Zillefllni:
Die Verrufenen
Roman aus dem Leben. 8 Akte. — Dazu:
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heute abend 8 Uhr im Palast-Lichtsvielhaus
Thema:
1. Braucht Deutschland Kolonien?
2. Konnte Deutschland kolonisieren?
Referent: Polizeioberleutnant Götzinger.
Interessenten sind höflichst eingeladen. - Eintritt 50 Pfennig.
Verband d. Polizeibeamten Hessens
Samstag, den 13. Februar abends 8 Uhr:
Kostüm-Fest
(Bö-Bu-Ba)
„Genug? Ich habe mit Ihnen nichts mehr zu reden. Wenn Sie noch Anspruch erheben auf den Namen eines Ehrenmannes, verlassen Sie diesen Wagen!"
„Nicht ohne Ihnen gesagt zu haben, Andrea, daß Sie mir bitter unrecht tun. Sie müssen —"
„Sii' haben gehört, ich verlange allein zu bleiben. Oder ziehen Sie vor, daß i ch in ein anderes Coup6 gehe?"
„Wenn Sie befehlen, verlasse ich Sie auf der Stelle. Ich hätte Ihnen gern noch ausführliche Erklärungen gegeben, aber Ihre Forderung zwingt mich zur Kürze? Er hatte sich erhoben und die aus- gerauchte Zigarette behutsam im Aschenbecher zerdrückt. „Meine Reverenz denn, Gnädigste! Nur nod, zum Abschied ein Wort zur Klärung der Situation. Ihr Gatte — verzeihen Sie, ich bin ja zum Lapidarstil verdammt — Ihr Gatte ist —"
»Nun, er ist —" Sie bebte am ganzen Leibe, die künstliche Streckung des Dialogs, obgleich er von ,Lapidarstil" faselte, peinigte sie wie eine sadistische Folter.
Wieder war Andrea peinlich berührt. Sie gedachte ihrer letzten Unterredung mit ihrem Mann, und wie heiße Eifersucht gegen Müylfeld wallte es in ihr auf. Dieser Mensch also durfte sich rühmen, wahrscheinlich mit voller Berechtigung rühmen — daß er ein Vertrauen genoß, das der Gatte seiner angetrauten Frau schuldig blieb. Jedenfalls hatte aud) Mühlfeld Einblick in den ganzen Umfang des Bankgeschäfts.
„Sie sagten, daß Sie Herrn Vansclow am Telephon sprachen. War denn mein Mann nicht zu ^ause."
„Leider nicht. Man sagte mir, er sei im Auto nod) Lübz gefahren."
„Nach Lübz? Was mag er da wollen?"
„Das entzieht sich natürlich meiner Kenntnis.
Und da ich nicht kombinieren darf —"
„Nun, ich will einmal eine Ausnahme gestatten."
„Na, in Lübz hat dock) der Rittergutsbesitzer Zechlin seine Güter. Zechlin hat schwere Depots bei Ihrem Gatten."
Purpurröte schoß ihr ins Gesicht. Was sollte diese dunkle Andeutung? „Id, verstehe Sie nicht", sagte sie und suchte ihrem Ton Harmlosigkeit zu geben. 2lber die Erregung zitterte durch und verriet ihre Besorgnisse.
Langsam und bedächtig zog Mühlfeld seine goldene Zigarettendose.
„Darf ich?"
„Bitte!"
Er steckte sich eine Papyros an, schlug ein Bein übers andere und meinte dann leichthin: „Gott noch mal, Herr Zechlin ist ein schwieriger Kunde! Es ist gut, wenn man sich mit solchen Leuten recht- zeittg auseinandersetzt."
Schon im Türrahmen stehend, kam er langsam Zurück, immer lächelnd, immer die Augen gebieterisch auf die Frau gerichtet, deren stolz? Schönheit in dlesen Augenblicken sichtbarer Seelenqual von hilfloser Verwirrrung überflutet war.
„Nein", sagte er und schüttelte mit geheucheltem Bedauern den Kopf. „Es könnte brutal klingen, und id) wurde abermals in ein schiefes Licht geraten!" „2lrmc, gnädige Frau — Sie verkennen vollständig die Situation, weil Sie keinen Einblick in die Er-
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Sein oder Nichtsein.
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Von Moritz Schäfer.
18. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Mühlfeld lächelte überlegen. „Kombination, verehrte Freundin, weiter nichts. Doch Sie werden zugeben, daß ich logisch kombiniere."
Sie hörte nur wieder, daß er einen Grad vertraulicher wurde, und wappnete sich zur Abwehr. . Aber ihr frostiges Schweigen entmutigte ihn nicht. Er begann in hohen Tönen Wallots Loblied zu fingen, und prophezeite dem jungen Mediziner eine glänzende Zukunft: ,,2lud) Herrn Banfelow habe ich am Telephon aufgetragen, Lorenzen meine Gratulation auszurichten, daß Margot bei Wallot so gut aufgehoben ist. Wenn alles gut geht, und es fugt fid) bann, daß die beiden ein Paar werden —"
„Herr Mühlfeld, ich bitte Sie, Ihre Kombinationen nicht allzuweit auszudehnen!"
„Wie, Sie befehlen, meine Gnädigste! Es fei . ferne von mir, mich in die persönlichen Angelegen- i heilen des Hauses Lorenzen zu mischen.
„Darum möchte ich auch gebeten haben."
„Zu meiner Entschuldigung darf ich vielleicht anführen, daß mein Freund Lorenzen kürzlich selbst ' non einer solchen Möglichkeit, wie ich sie eben an- ' deutete, zu mir fpradj/'
„Hat er das getan? Das wundert mich, offen gestanden."
„Aber ich bitte Sie, Gnädigste! Wie ich mit Ihrem Gatten stehe! Id) darf mich rühmen, zu wissen. Ja, ich schmeichle mir, daß id) der einzige bin, mit dem ihn wirklich ein enges Vertrauensband verknüpft."
Sie konnte fid) nicht länger beherrschen. Jäh aufspringend, trat sie vor Mühlfeld hin. Ihre Augen blickten ihn zornfunkelnd an, als sie rief: „Sie behaupten, ein Freund meines Mannes zu sein, und wagen es —" Sie vermochte es nicht, weiter zu spred)en, Entrüstung erstickte ihre Stimme.
„Was denn, was denn, verehrte Frau Andrea?" Die schräg gestellten Augen blickten ganz verwundert drein, „ich bitte Sie, regen Sie sich doch nicht grundlos auf. Bedenken Sie, in den anderen Coupös sitzen auch Passagiere."
„Ich will wissen, was Ihre versteckten Anspielungen bedeuten", beharrte sie mit weniger erhobener Stimme, aber fest und unerschütterlich. „Sie haben zu viel gesagt, um einen Rückzug antreten, zu können. Ich muy erfahren, wo die Quelle der schmutzigen Verdächtigungen ist, die seit einiger Zeit bis vor unsere Türe kommt."
Wieder ein langer Zug aus der Zigarette. Mit Behagen nahm Mühlfeld den Rauch über die Lunge, bann erst bequemte er sich, ber Zornbeben- ben Antwort zu geben: „Sie reben von Verdäch- tigungen, gnäbige Frau! Aber Sie wissen doch: Wo trübe Quellen rinnen, da gibt es Schmutz, den die Wasser ausrühren. Auf blankem Grunde bleibt das Wasser rein."
Ein gurgelnder Laut drang sich über ihre Lippen. Nach Fassung ringend, schleuderte sie Mühlfeld entgegen: „Sie werden das — meinem Mann gegenüber zu vertreten haben."
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Heute bis einschl. Sonntag der große Zirkus- und Sensations-Film: Wer trägt die Schuld 7 Akte — Fenier:
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„Ich bezweifle das, meine Gnädigste!" Er
blieb äußerlich vollkommen kühl, nur feine Augen . ... .. .. .. -------- - —
rebeten dreister, und wieder traf Andrea jener ^Grusse erhielten, die sich hinter den Kulissen voll- Schlangenblick, der sein Opfer faszinieren möchte. ’ — --------
Slber sie wehrte sich mit aller Macht gegen diese hypnotisierenden Pupillen.
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Sonntag, 14. Februar, abends V', Uhr, im „Saalbau Sauer"
W Bunter Abend W iogiinften öetonrd) WtMiing SesWiglev Musikalische und theatralische Darbietungen ernster und heiterer Art, Reigenaufführungen
Eintrittskarten: Für Mitglieder Mk. 0.50 und 0.80, für Nichtmitglieder Mk. 1.00 und 1 50, im Musikhaus Kirchner. —
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