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Ucbcr die Anträge zur Förderung Dc5 Klein- wohliuugsbaucs und zur WIhnuugsiragc er­statten die Abgg. Widmann und Lückel Bericht. Mit Ausnahme eines Punktes des erstgenannten Antrages werden die Anträge vom Ausschuß für erledigt erklärt.

Abg Leuschncr (6o.v) verbreitet stch in längeren Ausführungen über die Anträge, fer­ner über die Wohnungsnot und über die Mah­nahmen zu deren Behebung. Er kritisiert zum Schluß die von Abgeordneten anderer Parteien gestellten Anträge.

Abg. Haury (D-V.P) wendet sich gegen die Behauptung des Vorredners, Daß die Hem­mung des Wohnungsbaues von den Hausbesitzern ausgehe das sei nicht richtig: die Mieter- schu tz vereine stellten sich der Entwicklung entgegen, indem sie die Hinausschiebung des Termins der Friedensmiete ver­langten. Der Redner fetzt sich dann noch mit verschiedenen andern Ausführungen des Vor­redners auseinander. Er wendet sich auch gegen die Behauptung, daß die Typisierung und Vor- malisierung das Bauen wesentlich verbillige. Namentlich wendet sich der Abgeordnete gegen das Regiebauen, wodurch die Architekten geschädigt wurden. Er emphielt dafür seinen Antrag, (der aus 10 Punkten besteht und früher bereits milgeteilt worden ist) unter den Hand­werkern und den Architekten wären auch Ar­beitslose, ebensogut wie ustter den Arbeitern, man solle ihnen helfen, indem man ihnen Ar­beitsgelegenheit verschaffe.

Der Präsident verliest sodann einen neuen Antrag R i h e l ° L e u s ch n e r, in dem die Regierung aufgefordert wird, bei der Reichs­regierung zu beantragen, dost Inhaber von Woh­nungen, die mehr Räume als nötig ist, bewohnen, eine höhere Mietzins st euer bezahlen müssen, die dann zur Förderung des Wohnungs­baues verwendet werden soll.

Abg. H e i n st a d t (Ztr.) vertritt den Stand­punkt, dast auch durch eine Auslondanleihe der Vaumarkt belebt werden müsse. Gegen die Bau­handwerker und die privaten Unternehmer sei man nicht, aber man wolle auch nicht das kommunale Bauwesen unterdrücken. Der Antrag der Koaliiionsparteien sei noch das beste Mittel zur Behebung der Wohnungsnot, das es gegen­wärtig gebe.

Abg. Dr. L e u ch t g e n s (Bbd.) erklärt, der bisherige Weg, die Wohnungsnot zu beheben, sei verkehrt gewesen, auch die jetzigen Vorschläge. Erst müsse

die Zwangswirtschaft im Wohnungs­wesen beseitigt

werden. Die ganze Angelegenheit des Woh­nungsbaues, das ganze Programm habe wenig Wert, es handele sich doch um eine Finanz- frage. Wenn Geld da sei, könne gebaut wer­den. Erst solle man einmal abwarten, was im Reichstag über die Friedensmiete beschlossen werde. Me Anleihen mit dem Wohnungsbau zu verquicken sei verhängnisvoll. Gegen den ersten Antrag Leuschner wäre Sturm gelaufen worden, daraufhin wäre ein Kompromistantrag angenom­men worden, der so verwaschen sei, dast die Antragsteller selbst nicht mehr ihren Antrag ver­ständen. Seine Partei (der Bauernbund) lehne den Antrag ab.

Abg. Mann (Soz.) meint, die private Wirt­schaft könne den Wohnungsrnangcl nicht beseiti­gen: er empfiehlt die Annahme des Antrages der Koalitionsparteien.

Abg. Dr. Werner (Dntl.) empfiehlt den Antrag Kindt und lehnt den Koalitionsantrag ab. Die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen sei von Uebel, doch könne sie nicht plötzlich, sondern nur mit Uebergangsbe st immun gen a u-f gehoben werden. Weiter verlangt der Redner eine Statistik über das Bau­wesen in Hessen: namentlich auf dem Lande sei viel in dieser Beziehung geschehen. Der Redner nennt Rockenberg. Auf der anderen Seite gebe es aber auch Gemeinden, die noch so gut wie nichts getan hätten zur Behebung der Wohnungsnot. Ie mehr sich der Wohnungsmarkt bessert, um so eher müßten die Wohnungsämter abgebaut werden. Durch die Zwangswirtschaft werde eine ganze Anzahl von Wohnungen dem öffentlichen Wohnungsverkehr entzogen.

Es wird der Antrag der Koalitionspavteien über die Förderung des Wohnungsbaues ange­nommen gegen die Rechtsparteien. Don dem Antrag Dr. Werner wird der mittlere Absatz an­genommen.

Der Antrag Ritzel über die Mietzinssteuer wird für erledigt erklärt.

Zur Beratung des Budgets tritt der Landtag voraussichtlich am 2. März zusammen.

Aus -er Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 11. Februar 1926.

Gietzener Wochcnmarktprcise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmartt: Butter das Pfund 150 bis 180, Matte 30 bis 35 Pf., Käse 10 Stück 70 bis 140 Pf., Wirsing das Pfund 30 bis 40, Weißkraut 25. Rotkraut 25 bis 30, gelbe Rüben 20. rote Rüben 20. Spinat 35, Unter-Kohlrabi 10 bis 15. Grünkohl 30, Rosenkohl 60. Feldsalat 100, Endivien^ 80 bis 100, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 70, Schwarz­wurzeln 60 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 20 bis 30, Birnen 30, junge Hahnen 120, Suppen­hühner 120 Pf., Gänse 130 Pf., Eier das Stück 16 bis 17. Blumenkohl 60 bis 180, Salat 40, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 20, Sel­lerie 40 bis 60 Ps.

Bornotizcn.

Tageskalender für Donner s tag. Gesellschaft für Erd» und Völkerkunde: 81/* ^lhr, Reue Aula der Universität, Lichtbilder-Vortrag von Prof. Dr. Fritz Klute. Deutsche Volks- Partei: 8 Uhr, GasthausHindenburg", Vor­tragsabend. Zweigverein vom Roten Kreuz: 5 Uhr nachm. im Saale 52 des Landgerichts­gebäudes. ordentl. Mitgliederversammlung. Lichtspielhaus, Dahnhofstr.:Die Verrufenen". Astoria-Lichtspiele:Wer trägt die Schuld?"

2lus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es wird ausdrücklich darau hingewiesen, daß, in Abänderung des Wochen­spielplans am nächsten Sonntag (14. Februar eine Aufführung des beliebten LustspielsDie fünf Frankfurter" von Carl Röhler stattfindet. Die Ausführung zählt im Sonntag«- abonnement.

Ein Kv l o u ia l - D o r t r a g findet heute abend 8 Uhr im Palast-Lichtspielhaus au Veranlassung des Polizeibeamten-Verb.indes statt. (Siehe Anzeige.)

E i n e W o h l t ä t i g k c i t s v e r a n st a l- t u n g zugunsten der durch Ueberschwemmung Geschädigten gibt der Evang. Arbeiterverein am Sonntag abend im Saalbau Sauer. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

o

** Die Schüler-Anmeldung zur Volksschule betrifft eine Belanntmachung des Stadtschulamtes in unserem heutigen Anzeigen­teil. Interessenten seien auf diese Veröffent­lichung besonders hingewiesen.

** Die frachtfreie Beförderung von Kirche nglocken. Nach einer Mitteilung von zuständiger Stelle werden Ersatzkirchenglocken nur noch bis zum 30. Juni frachtfrei befördert. Mit einer weiteren Verlängerung der Frist ist nicht zu rechnen.

** Deutsche ÜB o l (sparte i. Man berichtet uns: In einer gut besuchten Vorstandssistung, die der Provinzialverband Oberhessen der Deutschen Volkspartei im Universitätsrestaurant abhielt, er griff der Landesvorsilzende der Partei, Rechtsanwalt D i n g e l d e y . M. d. L., nach Erledigung verschie­dener geschäftlicher Fragen das Wort zu seinem Vortrag:Die wirtschaftliche und finanzpolitische Lege im Reich und in Hessen". Ausgehend von der Regierungsbildung wies der Redner'anf den schwe­ren Kampf hin, den heute nicht nur das Reich, son­dern auch die Länder und die Gemeinden um ihre Existenz führen. Nur durch die allergrößte Spar- amkeit und Beschränkung auf die allernotwen­digsten Ausgaben kann der finanzielle Zusammen­bruch vermieden werden. Wie wenig diesen be­rechtigten Forderungen Rechnung getragen wird, wies der Redner eingehend und überzeugend an Beispielen aus Hessen nach. Gegenüber ca. 25 Mill. Mark direkter Steuern, die Hessen vor dem Kriege aufbrachte, zahlen die hessischen Steuerzahler heute ca. 80 Mill. Mark an Steuern, und trotzdem besteht noch ein Defizit von ca. 9 Mill. Mark. Eine weitere Erhöhung der Steuern würde nur den vollkomme­nen Zusammenbruch der davon betroffenen Wirt- chaftskreife mit sich bringen. Auf der Ausgabenseite müsse vor allem der stark angeschwollene Verwal­tungsapparat, besonders in der Zentrale, cinge-- chränkt werden. Die kulturelle Höhe Hessens sei zu begrüßen, aber auch hier müsse man zunächst dafür Sorge tragen, daß das Volk überhaupt leben und existieren kann, bevor man Ausgaben bewilligt, die untragbare Lasten mit sich bringen. In der regen anschließenden Diskussion ergriff noch Ober tudiendirektor Dr. Keller- Büdingen, M. d. L., das Wort, um die Stellung der Deutschen Volks­partei zur Fürstenabfindung klarzulegen. Die Aus- ührungen der beiden Redner wurden von der Versammlung, die sich eines guten Besuches er­freute, durch starken Beifall unterstrichen.

** Der Deut sch nationale Hand­lungsgehilfe n-Verband, Ortsgruppe Gießen, hielt am Samstag seine diesjährige Iah- reshauptversammlung im Kaufm. Vereinshaus ab, die von den Mitgliedern zahlreich besucht war. Vorstand und Geschäftsstelle erstatteten, wie man uns berichtet, den Iahresbericht, dem zu ent­nehmen ist, daß der D. H. V. seinen höchsten In­flations-Mitgliederbestand nahezu wieder erreicht hat. 270 000 Mitglieder umfaßt der D. H. V. heute. Der Deitragseinzug hat sich gesestigt, sehr im Gegensatz zur Inflationszeit, indem jetzt etwa 98 Prozent der Beiträge eingezogen werden. Die Zahl der berufsamtlichen Geschäftsstellen beträgt 140, die Zahl der Ortsgruppen 1400. Im ver­gangenen Iahre konnte ein weiteres Erholungs­heim auf Sylt hinzuerworben werden. Aeuherst umfangreich war die sozialpolitische Tätigkeit, während die Tariftätigkeit infolge der Wirt­schaftskrisis weiter nachgelassen hat. Die Kran­kenkasse umfaßt 174 500 Mitglieder und 73 500 versicherte Familien. Der Deitragseingang be­trug 18 Millionen Mark. 2285 Kinder wurden in Erholungsheimen für Kinder verpflegt. Die D. H. D.-Krankenkasse wandte hierfür 172 000 Mark auf. Richt weniger als 30 Prozent der Kinder wurden bei der Aufnahmeuntersuchung als tuberkulosegefährdet befunden, ein erschrek- kendes Zeichen der Zeit. Die Krankenkasse besitzt eine gan^e Anzahl eigener Erholungsheime und Kindererholungsheime. Die Ortsgruppe Gießen hat auch im vergangenen Iahre eine günflige Entwicklung gehabt. Sie besitzt heute 108 Mitglieder mehr als ihr höchster Inflations- Mitgliederbestand. Ihre sozialpolitische Tätig­keit war eine recht rege, und zahlreiche Vorträge dienten teils der Fortbildung, teils gewerkschaft­lichen Zielen. In drei öffentlichen Versamm langen wurden brennende TageSfragen erörtert. Die Zahl der stellenlosen Verbandsmitglieder hat erfreulicherweise ein erträgliches Maß nicht über­schritten. Sehr geklagt wurde über die mangel­hafte praktische Ausbildung des kaufmännischen Rachwuchses. Der Gutachterausschuß des hiesigen Kaufmannsgerichts schloß sich bis auf einen Punkt den Anträgen der Ortsgruppe betr. Schuh der älteren Kaufmannsgehilsen, die unter der Wirt­schaftskrisis besonders leiden, an. Die Iugend- gruppe umfaßt über 150 Lehrlingsmitglieder.

DerS t a h lh e l m" - F i l m a b en d, den die hiesige Ortsgruppe des ..Stahlhelm" Bund der Frontsoldaten, am Sonntag abend im Saalbau Sauer veranstaltete, war getragen von bester Kameradschaft und fester Vaterlands­liebe. Rach den herzlichen Begrühungsworten des Ortsgruppenführers wurde der erste Film durch die Ortsgruppe Straßburg. Sitz in Frank­furt a. M., vorgeführt, der in prächtigen Bil­dern das Leden des Ehrenvorsitzenden des Stahl­helms, Reichspräsidenten v. Hindenburg, als Mensch, Führer und großen Patrioten zeigte. Hierauf folgten fesselnde Filmbilder von un­serer schneidigen Reichswehr im Manövergelände, die eindrucksvoll offenbarten, daß unsere kleine Wehrmacht noch vom alten pflichttreuen Sol­datengeist beseelt ist. Als dritten Film sah man Aufnahmen vom Stahlhelmtag in Frankfurt a. M., die einen starken Eindruck von der Gröhe dieser Tagung und von dem dort herrschenden prächtigen Geist hinterließen. Anschließend sprach der Ortsgruppenführer, Kamerad Spies, über Zweck, Ziel und Bedeutung des Stahlhelmgedan­kens, wobei ex die Ueberparteilichkeit des Bun­des betonte und mit dem Treugelöbnis des Bundes schloß. Kamerad Bandis wandte sich mit einem begeisterten Anspruch an die Mütter. Vaterländische Lieder umrahmten den Abend, der allgemein einen sehr guten Eindruck machte.

** Blinden-Konzert. 3m Katholischen Dereinshaus fand ein Konzert des erblindeten Flö­tenvirtuosen Rudolf Thies statt. Die Klcwier- bcgleitung lag in Händen von Frl. Dagmar W i e- n n b. Das Programm wurde eröffnet mit der O-Dur-Sonate von Beethoven, die Frl. Wiegand in allen Sätzen gut durchgearbeitet zu Gehör brachte. Sodann folgte das O-Dur-Konzert von Mozart für Flöte und Klavier. Herr Thies hatte in diesem immer wieder gern gehörten Konzert

Schach-Ecke.

Beat bettet von W O r b a ch.

Alle für die Redaktion bestimmten Mittei­lungen, Lösungen usw. sind ziu richten an die Schachredattion desGießener Anzeigers".

Gudspicl Nr. 12.

Don A. Trokhki.

Schwarz.

a b c d e f sh

Weiß.

Weih am Zuge gewinnt.

8

8

6

5

5

3

3

Weih: 5 Steine Ka4. Sb3. Se8, Be3, Be6. Schwarz: 2 Steine Xa6, Te5.

Lösung des Endspiels Ar. 12.

Don A. Troitzki.

1. Sb3 - c5-{-, Te5xc5, 2. e6 - e7, Tc5-c4-|-! 3. Ka4-b3, Tc4-c4 4. Se8-c7, Ka6-a5! 5. e7-e8T!, (Falsch wäre hier cSDP, wegen 5...... Te3:+

6. De3: patt.) und gewinnt. 1....., Ka6-a7 2.

e3-e4, Te5xc5 3. e6-c7, Tc5-e5 4. Se8-d6, Te5xe7 5. Sdö-cS-f- und gewinnt.

Problem Nr. 4S.

Don P. E. Deckwiih.

1. Preis ,im Turnier derCincinnati Commercial".

Schwarz.

a b c d e I 2 h

Weiß.

8

6

5

5

3

2

Deitz zieht und seht in drei Zügen matt. Weih: 6 Steine Kg6, Dhl, La5, Lb5, Bc2, Be4. Schwarz: 2 Steine Ke3, Bg7.

Lösung deS Problems Tr. Don Fr. as Geyersta^.

1 .Df 118Kd3: 2. Df3-f

1....., Ke5: 2. TeS-H".

Aus der Lchachwelt.

Schachmeister I. Wetger gestorben. Iohanncs Metger, der Senior der deutschen Schachmeister, ist am 25. Januar 1926, im Alter

von 72 Iahren in Kiel gestorben. Rachdem er im Hauptturnier zu Leipzig 1876 den 1. Preis errungen hatte, beteiligte er sich an verschiedenen internationalen Schachturnieren, wobei er jedes­mal einen Achtungserfolg zu verzeichnen hatte: fo in Frankfurt am 9. März 1887, Breslau 1889. Berlin 1897, Ostende 1907. Seine letzte schach- liche Betätigung war die Leitung des vorjährigen großen Baden-Badener Schachturniers, welche in seinen Händen ruhte.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparrev vom RedakttonStisch.

Aha. daher.

DasEulengesicht" war ein Tagelöhner. Er­schallte viel, und wenn er ordentlich geschafft, hatte, trank er bei dem dicken Schorsch, dem Wirte, der um die Ecke wohnte, einen Schnaps.

Segen ist der Mühe Preis", sprach er zu sich selbst. Das kluge Gulengesicht kannte seine Glocke" noch von der Schule her.

Der dicke Schorsch, der Wirt, war geizig von Iugend an. Ganz gegen die sonstige Ge­wohnheit der Dicken.

Schon lange kam dem runden Eulengesicht der Dünne Schnaps des dicken Schorsch verdächtig vor.

Als ihm dieser eines Abends wieder fein ViertelchenOrdinären" vorgesetzt und der Gast davon getrunken hatte, fragte ihn das harmlose, runde Eulengesicht, wobei es die Augen zu­kniff wie ein Kauz bei Tage, also so ganz von ungefähr:

Weißte Schorsch, toorim bei Schnaps so dinn is?"

Oläa.

Weil i ch mir soviel Wasser eninn getan hab!"

Appetit.

Herr Leutnant/' erzählt der Unteroffizier seinem Zugführer,der Musketier Balzuweit verdrückt zwei Kommißbrote auf einen Sitz!" Was?" sagt der Leutnant,Donnerwetter, großartig, Kasino erzählen!" - Das tut er denn auch, findet aber nur Staunen und Unglauben. Schließlich wettet er, er wolle den Fretzkünstler morgen vorführen und wolle die gesamte Zeche bezahlen, wenn der Balzuweit nicht die zwei Kommißbrote vertilge. Frühmorgens gibt er dem Unteroffizier Anweisung, den Balzuweit um sieben Uhr ins Kasino zu beordern, damit er sein Kunststück dort vorführe. Punkt sieben Uhr tritt der Soldat ein, man ist sehr nett zu ihm. er Darf sogar abschnallen und sich an den Tisch setzen. Dann geben sie ihm zwei Kommißbrote, und et legt los, wie ein Scheunendrescher. Aber beim zweiten fängt er an zu schwitzen, die Augen quellen ihm aus dem Kops, er bekommt Erstickungsanfälle und erklärt schließlich, als anderthalb Brote verdrückt sind:Geht sich nid) mehr, Herr Leitnant, is sich unmegglich!" - Der Leutnant ist wütend, jagt ihn hinaus und kauft, sich anderen Morgens Den Unteroffizier.Don­nerwetter," pfeift er ihn an,kostspieliger Scherz, haben mich angelogen. Kerl frißt ja gar keine zwei Brote!"Verzeihen Herr Leutnant," ertoibert Der Unteroffizier,ich hab's gestern abenD, ehe Der Mann ins Kasino ging, noch zweimal mit ihm geübt. Da klappte Die Sache tadellos!"

Stumpfsinn.

An einem Fluh sitzt ein Mann und angelt. Sechs Stunden.

Hinter ihm steht ein Mann und sieht zu. Sechs Stunden.

Der Angler fängt nicht den kleinsten Fische­fisch. Endlich reißt Dem Zuschauer Die Geduld.

Es gibt doch nichts Stumpfsinnigeres als Angeln", sagt er.

»Doch."

Was Denn?"

Zusehn."

Gelegenheit, seine brillante Fingertechnik und seinen gut ansprechenden Ton voll und ganz zur Geltung zu bringen. In der folgenden Ballade in bl-Moll vor, Liszt für Klavier bewies Frl. W i e - g a n D wiederum ihre feine musikalische Auffassung und korrekte Fingertechnik. 9m zweiten Teil des Programms brachte Herr Thies die leider so selten gespielte Berceuse von Doppler und bas An­dante in E-Dur von Mozart in allen Teilen gut klingend zu Gehör. Rach einigen weiteren Klavier- folts, Werke der bekannten russischen Komponisten Rachmaninoff und Mussorgski, bildete die Große Konzertfantasie Le Trem von Demersseman. ein prachtvolles Werk, das verdient, öfters gespielt zu werden, den Abschluß des Konzerts. Die Besucher lauschten mit sichtlichem Interesse den vortrefflichen Darbietungen der beiden Künstler und kargten nicht mit Beifall, wofür Die Künstler mit einer Zugabe dankten. k.

Eine Kaninchenausstellung ver­anstaltete der hiesige Kaninchenzuchtverein in der Turnhalle des Gymnasiums. Die Ausstellung war mit wertvollem Zuchtmaterial sehr gut beschickt, auch war der Besuch recht zahlreich. Als Preisrichter hatie man Herrn Wießner-Neu-Isenburg gewonnen. Besonders waren die Rasten Schwarzloh, Silber, Holländer, Alaska, Havanna, Riefenschecken, Mar­burger Feh, Angora, Blaue Wiener und Hermelin vertreten. Die Preisverteilung hatte folgendes Er­gebnis: Als höchste Auszeichnung erhielt für beste Gesamtleistung Georg Schellhaas-Gießen den Bun- despreis des Bundes Deutscher Kaninchenzüchter.

Bclgische Riesen: Ehrenpreis Will). Opper- Daubringen. B. Weiße Riesen: 1. Preis Ernt. Zipp-Niedershausen, 2. Preise Gg. Schellhaas-Gle- ßen, August Ludwig-Niedershausen. C. Silber» Kaninchen: Ehrenpreise: Otto Steih-Gteßen, W. Opper-Daubringen. Georg Pieh-Gießen: 1. Preise Otw Stech-Gietzen, Richard Scheinoflug-Dorlar: 2. Preise: Georg Schellhaas-Gießen, Hewnch Wa- genbach-Daubringen, Otto Steih-Gießen.K. Damm- Saasen und Heinrich Römer-Gießen. D. Weihe Wiener: Ehrenpreis: Hans George-Großen- Linden- 2. Preis Karl Kirchner-Gießen. E. Blaue Wiener: Ehrenpreis und 1. Preis: Gg. Schellhaas-Gießen, 2. Preis Hch. Kaspar-Wallen- rod. F. Marburger Feh: Ehrenpreis und drei 2. Preise Richard Glagow-Gießen, 1. Preis K.Me- lius-Gießen. G. Schwarzloh: Ehrenpreis Hch. Feiling-Dorlar, 1. Preis Ioh. Folsing-Gießen, L. Kreiling-Gießen, 2. Preis Hch- Mattern-Dorlar. H. Eng11fche Schecken: Ehrenpreis Heinz Rer- chard-Krmdorf. zwei 1. Preise Herrn. Haibach-Krof­

dorf. J. Hermelin: Ehrenpreis und zwe» 1. Preise Hch. Mattern-Dorlar. K. Jungtiere: Ehrenpreis Gg. Schellhaas-Gießen: 2. Preise Ioh. Appel-Gießen, W. Ullrich-Gießen, Gg. Schellhaas. Gießen. L. Andere Rassen: 1. Preis K. För- ster-Dorlar (für Thüringer), 2. Preise W. Ullrich Gießen (für Groß-Chinchilla), Hch. Mohr-Niedergir­mes (Havanna), 3. Preise Alb. Will-Niedershausen (Holländer), Hch. Becker-Gießen (Angora). M. N e u Züchtung (Deren Felle Denen Des Blaufuchs nahe kommen): Langhaarige Groß-Silber zwei 3. Preise Hch. Kreuter-Gießen. N. $ r o D u f t c: Hier würben Pelze und Pelzgarnituren, aus Kaninchenfellen her gestellt, gezeigt. 2. Preise L. Kreiling und Ioh. Ap pel, beide aus Gießen, 3. Preis K. Schäfer-Gießen. Mit Der Ausstellung verbunden war eine Ver­sammlung des hiesigen Kaninchenzucht Vereins und Die Hauptversammlung des Kreisvereins. Nach dem Jahres- unD Kaffen bericht zählt der Kreisverband 170 Mitglieder und ein 23erbanDsoermögen von 750 Mk. Der Kreisoer band lehnte Die Unterstützung Des Vereins ß a n g - Göns ab unD schloß Den Verein aus Dem Verbände aus. Die Kreisverbandsarisstellung für 1926 für Die zusammengelegten Greife Gießen und Alsfeld wurde Dem Kaninchenzuchtverent ÄlsfelD übertragen. Die Kreisvorstandswahl hatte folgenbes (Ergebnis: 1. Vorsitzender Kreiling- Gießen: Stellvertreter W a g en b a ch - Daubringen; I. Schriftführer M e lins; 2. Schriftführer Ulrich: 1. Kassierer Schmidt, 2. Kassierer Schäfer (sämtlich in Gießen): Beisitzer Reitz- Stangenrod. Der Verein Gießen überreichte Dem Züchter Walter Ader mann in Anerkennung feiner Verdienste eine Ehrenurkunde. Es wurde bejchlossen, daß in jedem Monat eine Versammlung mit Aussprache und Vor trag gehalten werden soll, um die Kaninchenzucht in Gießen wieder mehr zu heben. Es ist Tatsache, datz feit Den letzten Jahren Die Kaninchenzucht zurück- gegangen ist. Die Hauptversammlung Des Hessischen SanDesoerbanDes findet am 7. März im Hotel Hopfeld in Gießen statt.

Auftrieb auf Dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: fünf Kühe. 1176 Kälber, 507 Schafe, 637 Schvxine.

GC^e Sodener

Pastillen gegen

Husten, Heiserkeit, Verschleimung