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Der Niedergang Abänderung des

beitervertreter zur deutschen Sozialpolitik, tote sie unter dem hohenzollernschen Kaisertum ein- gerichtet und in den letzten Jahren unter Posr- tiver Mitwirkung der deutschnationalen Reichs- tagssraktion vervollkommnet wurde, bekennen. Mit Entrüstung wird gegen die Behauptung Einspruch erhoben, wonach die Sozialdemokratie die maßgebende Vertretung der deutschen Ar­beiterschaft sei und das deutsche Reich nicht ohne sie regiert werden könne.

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Die Prüfung des Volksbegehrens in Hessen. AnsdcmLandesabftimmuugsausschich. (Bon unserer Darmstädter Redaktion.)

Darmstadt, 9. Sept. Der Landesabstim­mungsausschuh setzte heute seine Arbeiten fort mit der Prüfung der einzelnenGiften aus die Gültigkeit oder Ungültigkeit der Unterschriften hin. Es handelt sich darum festzustellen, ob Formfehler vorliegen und ob diese erheb-

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Die Gartenbau- und Elektrizitäts-Ausstellung in Gietzen bietet der Geschäfts­welt Gelegenheit, die hiesige Einwohnerschaft und die zahlreichen Besucher aus dem Hinterlande zum Einkauf ihres Herbstbedarfs anzuregen. Es darf also damit gerechnet werden, dah die Zeitungsanzeige während der Aus­stellungszeit vom 11. bis 19. Sept, in besonders sorgfältiger und geschickter Aufmachung in die Erscheinung tritt. Wie es für den Leser wichtig ist, den Inhalt dieser Empfehlungsanzeigen zur Kenntnis zu nehmen, so ist es auch für die Geschäftswelt wesentlich, die Anschauung des Ieitungslesers über die Wirkung der Anzeigen auf ihn kennen zu lernen.

Wir stellen deshalb an alle Leser des Giehener Anzeigers folgende Frage: wekhe Ernpfehlungsmrzeige in den Nummer» des Gießener Anzeigers vom 11. bis 19. September ein­schließlich macht den lebhaftesten Gindvmk ans Sie? Bei der Beantwortung darf nur eine Anzeige mit ihrer Nummerbezeichnung benannt werden unter Anfügung der genauen Anschrift des Einsenders. Die Nummer muh also deutlich geschrieben über der Anschrift stehen. Andere Zu­sätze sind nicht angängig. Die Einsendungen, die am zweckmäßigsten auf Post­karten vorgenommen werden, müssen am 21. Sept, bei uns eingegangen sein. Die Einsender, deren Nummernangaben sich in größter Zahl auf die bevor­zugten Anzeigen vereinigen, werden in drei Gruppen geteilt und für ihre Mitarbeit mit folgenden Geldbelohnungen bedacht:

Gvtts Gvupper Ove! Belohnmrgen von ie AM. 50.-

(Anzeige mit der größten Stimmenzahl)

Zweite Gruppe: Drei Belohnungen von ie KM. 25.-

(Anzeige mit der zweitgrößten Stimmenzahl)

Dritte Gruppe: Drei Belohnungen von ie KM. 20.-

(Anzeige mit der drittgrößten Stimmenzahl).

Das Los entscheidet in jeder Gruppe.

Nur Leser, die sich diesen Bedingungen unterwerfen wollen, sind zur Beteili­gung eingeladen. Angestellte unseres Verlagshauses sind ausgeschlossen.

Zehn Anzeigenbettellev,

auf deren Empfehlungsanzeigen sich die größten Stimmenzahlen vereinigen, werden mit je einem wertvollen Werk über Geschäftswerbung bedacht. Es soll ihren Sinn für gute Reklame noch mehr anregen.

Wir bitten um ausgedehnteste Mitwirkung unserer Leserschaft in Stadl und Land, wie wir auch die Anzeigenaustraggeber darum bitten, ihre Empfehlungs­anzeigen rechtzeitig vorzubereiten, damit ihnen eine hervorragende Aus­stattung gesichert werden kann.

SevSag des GieSenev Anzeigers

erklärte Generalsekretär K o l l b a ch , daß sich die Vertreter des Wirtschafts- und Ordnungsblocks von den weiteren Beratungen zurückziehen wür­den, wenn in dieser Tonart verhandelt würde. Dre Durchsicht der Listen dauerte etwa 2'/» Stun­den. 3m Verlauf der Sitzung wurden den Aus- schutzmitgliedern einige der R e ch t s g u t a ch t e n der juristischen Sachverständigen im Wortlaut gedruckt vorgelegt. Längere Zeit wird auch über Doppeleintragungen in den Listen debattiert. Der Ausschuß hatte be­schlossen, daß dte Listen noch auf Dop- pelerntragungen hin geprüft werden sollen: Generalsekretär Kollbach hatte bereits gestern beantragt, dte Listen zurückzuverlangen, da die -Prüfung längere Zeit dauern werde und das Er­gebnis auf die Zahl der gültigen Stimmen keine Wirkung mehr ausübe. weil genügend vor- ?.°,n ö IS Kleinkurt wiederholt heute

}inb bittet, da er damit bei den

ton F, o f .4. r.. durchdringt daß die Arbeiten beschleunigt werden. Der Ab- stimmungsleiter bemerkt dazu, er habe sich bereits a s Egermeistereien der Städte Darmstadt und Worms gewandt, daß die Prüfung innerhalb ° 7en beendet werden möchte. Es werden dann zahlreiche Schreiben von Bürgermeistereien ver­lesen. dte Aeuherungen über die Unterschriften,

Straßenkämpfe in Athen.

Ein Aufstandsversuch der Republikanischen Garde blutig nieder­geschlagen.

Athen, 10. Sept, (Wolff.) Auf Gerüchte, daß die Republikanische Garde die Aus­rufung eines Direktoriums beabsichtige, lieh Ministerpräsident 6 o n d y l i s die Kasernen, in denen sich zwei Bataillone der Republikanischen Garde befanden, von regierungstreuen Truppen umzingeln. Kondylis forderte die Offiziere auf, sich zu ergeben und stellte ihnen ein mehrere Jahr« wahrendes Ruhegehalt in Aussicht. Den Soldaten bot er den Eintritt in die Gendarmerie an. Die beiden Kommandanten Dertills und Zervas erklärten sich nach einigem Zögern mit diesem An­gebot einverstanden, baten jedoch um Zurücknahme der Regierungstruppen, damit die Uebergabe im weniger demütigender Form erfolgen könne. Kcm- dylis genehmigte diese Bitte. Die Republikanische Garde unternahm jedoch darauf den Versuch, gegen das Stadtinnere durch; u bre­chen und feuerte aus die Regierungs- truopen, die das Jeuec erwiderten. Die auf den Höhen rings um Athen aufgestellten regie­rungstreuen Batterien eröffneten das Feuer auf die Republikanische Garde. Zwei Panzerwagen der Garde fuhren in raschem Tempo durch die hrmpl- strahe bis zum Derfossungsplah und schossem während der Fahrt ununterbrochen in die Men­schenmenge. Eine große Zahl von unbeteiligtem Zivilisten fiel dem Feuer der Wagen zum Opfer. Die versuche der Panzerwagen, die Ministe­rien zu stürmen, mihlang. Der eine wurde ooiu Regierungstruppen genommen, der andere in die Luft gesprengt. Das Ge- secht zwischen Regierungstruppen und Republika­nischer Garde dauerte drei Stunden. Die Ruhe isl wiederhergestellt und die Regierung Herr der Lage..

tag. Wirtschaftspolitik um ihrer selbst willen und losgelöst von der allgemeinen Staatspolitik be° jetzigen Wirtschaftsnot nicht

staates, zur Abhilfe der schweren Wirtschaftsnot und zur Arbeit an der Befreiung von der äußeren Zwangsherrschaft zu einigen.

Vie deutschnationalen )ndnstriellenzurRede§ilverberg§

Köln a. Rh., 9. Sept. (SU.) Deosnderes Interesse fand die heutige Sitzung des Ar­beitsausschusses deutsch national er Industrieller, in der zunächst Reichstags­abgeordneter Dr. Rademacher sprach. Die öffentliche Hand sei im Begriffe, weite Gebiete der wirtschaftlichen Betätigung zu er­drosseln. Die wirtschaftliche Betätigung der öffent­lichen Hand müsse sich auf einen Umfang beschrän­ken. der zur Erfüllung des öffentliche Zweckes notwendig ist. Ueber die deutschnationale Zoll- und Handelspolitik berichtete Abgeord­neter Dr. Reichert. Die Steuer- und Finanzpolitik behandelte Reichstagsabge- neter Oberfohren und Reichstagsabgeord­neter Leopold das ThemaSozialpvli-

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England in China.

Strafexpcdition gegen Wanhsien.

London, 9. Sept. (WTB^) Reuter meidet aus- Hankau, in den europäischen Kreisen sei man ber Ansicht, daß die Strafexpedition der bri­tischen Kanonenboote nach Wanhsien hin- sichtlich der Befreiung von fünf der sechs ge- fangengenommenen Offiziere der engli­schen Handelsmarine erfolgreich gewesen fei: und darüber hinaus eine exemplarische Bestra- fung bedeute für die Beschimpfung der britischem Flagge durch die Chinesen. Das Feuer der Kanonen­boote habe beträchtliche Opfer gefordert. Es lägen, sogar Meldungen vor, daß die Stadt Wanhsien durch die Beschießung zerstört wurde. Die eng­lische Marine plant einen neuen Vorstoß nad) Wanhsien, um die von General Zang-sen beschlag­nahmten beiden englischen Schiffe zu befreien. Nach demNeuyork Herold^' ist das englische Admirali- tätsschiffH a w k i n g", an dessen Bord sich Prin;> Georg, der Sohn des englischen Königs befindet unter Volldampf nach Hankau in 'Begleitung. jener zwei Kanonenboote abgegangen, die am ver­gangenen Sonntag mit den Chinesen im Kamps' standen.

Drei Kreuzer, die Ablösungsmannschas- ten nach China bringen sollen, werden England am: 15. September verlassen. Wenn auch diese Entsen­dung der 2lblösultgsmannschaften vor einiger Zeil: schon beschlossen wurde und keinerlei Zusammenhang mit der gegenwärtigen Lage hat, wird ihre Ankunfr dem Oberbefehlshaber weitere drei Schiffe und wei­tere 1200 Mann an Offizieren und Mannschaften zur Verfügung stellen können.

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Daß sich der deutsche Arbeitsminister in London auf das Washingtoner Abkommen festgelegt habe, betrachte die deutschnationale Industrie mitSorge. Die Steigerung des Produktions­anteiles zur Verkürzung der Arbeitszeit müsse der Leitsatz der Gegenwart und Zukunft fein. Der Anschluß des Arbeiters an die Volks­gemeinschaft sei Vorbedingung für eine na­tionale Politik.

In der sich an die Referate anschließenden Diskussion wurde auch die Rede des In­dustriellen Dr. Silverberg in Dresden behandelt. Die Einladung an die So­zi a l d e m o k r a t i e zur Mitregierung, so wurde betont, sei in einem Zeitpunkt erfolgt, in dem die Verfolgung durch Severing und Braun in der deutschen Industrie noch nachwirken. In der Deutschen Dolkspartei gäbe es hervorragende Stellen, dre sich von dem Silverbergschen Ange­bot nichts versprechen. Unendliche Verwirrung der öffentlichen Meinung und eine Ueberrumpe- lung der anderen im Vorstand des Reichsver­bandes sitzenden Männer sei eingetreten Es wurde P r o t e st gegen die Ausführungen Silver- bergs erhoben und eine Klarstellung gefordert in welchem Umfang tatsächlich die führenden Manner des Recchsverbandes hinter diesen Aus­führungen stehen. Aus einer im Rahmen des Parteitages abgehaltenen deutschnationalen Ar- bertertagung wurde eine Entschließung ange­nommen, wonach sich die versammelten Är-

l i ch sind. Für die Oesfentlichkeit haben Debatten darüber kein Interesse, zumal, da längst seststeht, daß die für das Volksbegehren notwendige Zahl von Unterschriften vorhanden ist, wenn auch formell die Fest­stellung immer noch nicht erfolgte. Anfangs nahm die Aussprache scharfe Formen an; einmal

Der deutfchnattonate Parteitag.

Programmredc des Grafen Westarp.

Köln, 9. Sept. (TU.) Heute nachmittag begann der eigentliche Parteitag der Deutsch- nationalen Vollspartei. Der große bis auf den letzten Platz besetzte Saal war mit schwarzweih- rvten Fahnen und den Flaggen der Länder reich geschmückt. Fanfarenklänge und Bläserchöre leite­ten die Tagung ein. Der Parteivorsitzende, Graf Westarp, eröffnete den Parteitag und hielt das große Referat über die politische Lage. Er erklärte, die Deutschnationale Partei habe ent­sprechend den Rechten und Pflichten der Opposi­tion an Hand ihrer zahlenmäßigen Stärke und ihrer inneren Kraft und Bedeutung entsprechen­den Einfluß und unmittelbaren Anteil an den Regierungsgeschäften in Reich und Ländern erstrebt. Daß man in einer Re­gierungsgemeinschaft nicht alle Ziele erreichen könne, wisse die Partei gut. Auch wisse sie, dah man sich in einer solchen Gemeinschaft gegen­seitig die notwendige Unabhängigkeit und Selb­ständigkeit in den letzten Grundsätzen und Zielen einräumen müsse. Zur Außenpolitik erklärte Graf Westarp, die Partei halte nach wie vor an ihrer Ablehnung gegenüber der Lo- carno-Politik fest, um so mehr, als die Er­eignisse der Zwischenzeit ihre Bedenken vollauf bestätigt hätten.

Den Eintritt in den Völkerbund habe die Partei nicht verhindern können. Es ergebe sich ober aus diesem Eintritt eine neue poli­tische Lage. Die Partei sei entschlossen, an den Aufgaben, die sich nunmehr für die deutsche Politik im Völkerbund ergeben, verantwortlich und mit dem ihr zustehenden Einfluß mitzu­arbeiten.

Die Partei werde dabei folgende Ziele ver­folgen: beschleunigte Besreiung der besetzten Ge­biete an Rhein und Saar, Sicherung der Ostmar­ken, Wiedergewinnung Eupen und Malmedys, Ablehnung fremder Einmischung, Beseitigung der Militärkontrolle. Gleichberechtigung in Rüstungs­fragen, wirksames Selbstbestimmungs- recht für die deutschen Elemente Mit- teleuropas. die Anschluß an das Reich erstreben. Es dürfe nicht geschehen, daß die deutschen Minderheiten schrittweise in die Ration der fremden Staaten aufgehen. Was deutsch sei, müsse deutsch bleiben. Deutschland müsse im Völkerbund deutsche Politik treiben. Bedeutsame Wandlungen im Gesicht des Völkerbundes seien unverkennbar. Internationale Illusionen seien zerstoben, nationale Machtgelüste be­herrschten den Bund und charakterisierten sein Gefüge. Der pazifistische Illusionismus habe eine völlige Riederlage erlitten.

Zur Innenpolitik übergehend betonte Graf Westarp die Rvtwendigkeit der Behandlung wirtschaftspolitischer Fragen durch den Partei-

gehalten werden.

Auch Teilregelungen könnten nicht über die Tat­sache hinwegtäuschen, daß das Dawes-Abkommen von Tag zu Tag ungeeigneter erscheine, die Wirt­schaftskrise zu beheben. Kleber den politischen und materiellen Aufgaben werde die Partei die Pflege von Religion und Sittlichkeit, von Kultur und Erziehung nicht vernachlässigen. Die Partei werde auf einer baldigen Entscheidung über das Schul­gesetz bestehen. Sollte der Reichstag noch einmal versagen, so würde die Partei auch zu einem Volksentscheid der christlichen Elternschaft die Hand reichen.

Glaubt die Mitte, so fuhr Graf Westarp fort, an­gesichts der Fülle unb Bedeutung dieser außen- unb innenpolitischen Aufgaben weiter dafür die Ver­antwortung tragen zu rönnen, daß sie uns um der Sozialdemokratie willen von der Regie­rungsgemeinschaft ausschließt, so wird die Partei ihre positive Arbeit in ber Opposition ent­schlossen und mit guter Zuversicht auf praktische Er­folge fortfetzen. Es ist nicht das erstemal, daß wir uns bereit und entschlossen zeigen, eine Einigung herbeizuführen unb dadurch eine Verantwortung zu übernehmen, bie zu tragen wir uns vielleicht nicht im Parteiinterefse, wohl aber im Interesse des Lanbes verpflichtet fühlen. Die Entscheibung liegt in der Hauptsache, wenn nicht ausschließlich beim Zentrum. Unser Verhältnis zur Weimarer Ver­fassung ist vollkommen geklärt, durch das, was ich namens der Fraktion am 27. Januar 1925 im Reichstag gesagt habe. Wenn das Zentrum darüber hinaus von uns ein Bekenntnis zur Re­publik fordert, als Voraussetzung zux Teilnahme an den Regierungsgeschäften, so setzt es sich damit in klaren Widerspruch zu seiner eigenen Haltung und der der damaligen Regierungsparteien, die auf Grund jener Erklärung die Gemeinschaft des Jah­res 1925 eingegangen sind, die bekanntlich nicht an unserer Einstellung zur Verfassung gescheitert ist. Zum Schluß ging der Redner mit warmen Worten der Zustimmung auf den

Vorschlag ber Herren Freiherrn v. Gayl unb Dr. Jarres

ein. Der große Zusammenschluß soll dem Kampf unb der Abwehr gegen internationale unb Klassen­kampfbestrebungen bienen. Er soll sich die Wieder­aufrichtung des Rechts- und Ordnungsstaates, die Abhilfe der schweren Wirtschaftsnot und bie Arbeit an der Befreiung von der Fremdherrschaft zum Ziele setzen. Dem widmen wir, schloß Graf Westarp, unsere gesamte Arbeit im Parlament und im Volk, klar das Ziel, fest der Wille.

Unter lebhaftem Beifall wurde an den Reichs- präsidenten v. Hindenburg ein Begrü- tzungstelegramm gesandt. Einstimmig wurden am Schluß des ersten Verhandlungstages drei Ent - Ichließungen angenommen, von denen bie eine sich mit der Räumung des R h e i n l a n d e s befaßt, die zweite der Deutschnationalen Volksoartei Danzig Zustimmung unb Genugtuung ausspricht für den kraftvollen und schweren Kampf ber Dan­ziger Deutschnationalen für Unabhängigkeit unb Be­stand des deutschen Danzigs. Die dritte Entschlie­ßung spricht den Führern ber Reichs- unb der Land­lagsfraktion die Zustimmung aus, daß sie den Vor­schlag ber Herren Frhr. o. Gayl und Dr. Jarres zum Anlaß von Verhandlungen ge­nommen haben und gibt dem Wunsche Ausdruck, daß diese Verhandlungen f o r t g e f ü h r t werden mit dem leijtta Ziel, alle staatserhaltende Kräfte innerhalb und außerhalb der politischen Parteien .zur Wiederauftzichtung des Rechts- und Ordnungs-

Erklärungen zu den Beanstandungen afw. ent­halten. Gegen Schluß der Sitzung entspinnt sich eine Aussprache, die rund eine Stunde dauerte und sich um die Frage drehte, wann der Aus­schuß wieder zusammentreten soll. Schließlich tour- den um 21/lt Ilhr die Verhandlungen abgebrochen und die nächste Sitzung auf morgen vormittag 11 Uhr anberaumt. Der spätere Beginn wurde gewählt, damit die Ausschußmitglieder Gelegen­heit haben, die Gutachten zu studieren.

Die Pläne des Reichsfinanzminifters Eine deutsche Ausländsanleihe. Die Verwaltungsreform.

Berlin, 9. Sept. (SU.) Reichsfinanzmini­ster Dr. Reinhold äußerte sich in einem Kreis von Pressevertretern etwas genauer über seine diel besprochene Andeutung auf finanzpolitischem Gebiet aus der Dresdener Tagung des Reichs­verbandes der Deutschen Industrie. Der Mini­ster betonte erneut, daß er bei dem augenblick­lichen Stand der Reichsfincmzeu durchaus in der Lage sei, den finanzpolitisch g ü n st i g st e n Zeitpunkt für eine Anleihe im Ausland selbst zu wählen. Er hoffe bei der Aufnahme einer solchen den Beweis führen zu können, dah wir aus der Zeit heraus sind, in der wir An­leihen auf Gold, Feingold, Valuta oder andere Surrogate der Reichsmark ausgenommen haben. Die Reichsmark müsse nun auch formell als eine unanfechtbare Währung wieder in Erscheinung treten. Schon die Tatsache, dah neuerdings nur auf Reichsmark lautende Hypo­thekenpfandbriefe im Ausland viele Käufer ge­funden haben, sei hierfür ein bedeutsames Symp­tom. Wenn eine Auslandanleihe in Frage komme, dann werde sie nur auf Reichsmark lauten. Das Reich denke auch nicht daran, wieder auf einen Zinsfuß in solcher Höhe einzugehen, wie wir ihn noch bei den Dawesanleihen über­nehmen muhten. Auch hier werde der Ge- daicke maßgebend sein, daß Deutschland nach feinem Eintritt in den Völkerbund wieder volle Anerkennung in seinem Rang als Großmacht gefunden habe, und daß diese Aner­kennung auch in der internationalen Stellung der deutschen Wirtschaft zum Abdruck komme. Der Reichsfinanzminister wandte sich weiter erneut gegen die Auffassung, daß er den Stand der Reichsfinanzen besonders günstig beurteile. Es werde im Gegenteil sehr schwierig sein, um ein Defizit herumzulommen. Auch die geplante Verwaltungsreform in« Reich sei notwendig, da die bestehende Verwal­tung trotz der sehr hohen steuerlichen Belastung nicht getragen werden könne. Mit aller Entschiedenheit aber weise er eine Katastrophen­politik in der Finanzverwaltung zurück. Solange er Finanzminister sei, müsse und werde eine solche verhindert werden.

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Wirts chaf t und Staat". Die sozial- demokrattsche Politik einer einseitigen Wirt­schaftsvertretung der Industriearbeiterschaft ende folgerichtig mit der Verelendung dieses Standes.