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wahrend

verlangt die den ehelichen

Deutscher Reichstag.

Berlin, 9. Juni. 3n der Fortsetzung der zweiten Beratung der Novelle zum Reichs» knappschastsgeseh wird zunächst der Ar­tikel 1 der Vorlage in der Ausschußfassung an­genommen. Dagegen stimmen nur die Kommu-

allgemeinen Versicherungswesens bleiben.

Abg. Frau Plum (Komm.) Gleichstellung der unehelichen mit Kindern in der Familienhilfe.

befriedigt sein werde, wenn jene beschließen Würde, auch nach London zu kommen. Die Lage könne mit folgenden Worten zusammengefaht werden: Die Tür steht weit offen für neue Verhandlungen mit Ruhland, aber Ruhland muh den ersten Schritt tun.

nisten.

In der Einzelberatung begründet Abg. Dr. Haadenkamp (Dn.) einen Antrag, nach dem die Beziehungen zu den Aerzten durch schrift­liche Kollektivverträge zwischen den Kassen und den ärztlichen Organisationen geregelt werden sollen. Soweit es die Kasse nicht erheblich mehr belastet, soll sie den Versicherten die Auswahl zwischen den zugelassenen Aerzten freilassen.

Abg. A u f h ä u s e r (Soz.) fordert, dah die­jenigen Angestellten, die der Angestelltenversiche­rung unterliegen, auch der Krankenversicherung der Knappschaftskasse angehören müssen.

Abg. Moldenhauer (D. Vp.) lehnt für olle Regierungsparteien den Antrag Dr. Haa- denkomp ab. Darin solle keine Stellungnahme gegen die freie Arztwahl liegen. Die Entscheidung über diese Frage müsse aber der Reform des " "' -- - - vorbehalten

Abg. Gerig (Zentr.) will es den Satzungen der einzelnen Krankenkassen überlassen, ob durch die Krankenversicherung die Pflichtgrenzen für die An­gestellten erhöht werden sollen.

Unter Ablehnung des Antrags Haadenkamp (Dn.), des Antrags Auf Häuser (S.) und ver­schiedener anderer Aenderungsanträge wird der Abschnitt über die Krankenversicherung mit dem Anträge Gerigs (Zentr.) gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Zu dem Ab­schnitt der Pensionsversicherung liegen zahlreiche Aenderungsanträge vor.

3n den Verwaltungsbestimmungen ist es vor­gesehen, daß die Organe zu z aus Vertretern der Arbeitgeber und zu $ aus Vertretern der Versicherten bestehen.

Abg. Moldenhauer (D. Vp.) beantragt, daß die Organe je zur Hälfte aus Vertretern der Arbeit­geber und der Versicherten zusammengesetzt sein sollen. Die paritätische Zusammensetzung allein ge­währe eine reibungslose Arbeit.

Abg. H u s e m a n n (S.) tritt für die Ausschuß­fassung ein.

Dann werden die Beratungen abgebrochen, da noch etwa 70 Abstimmungen zu erledigen sind. Das Haus vertagt sich auf Donnerstag 12 Uhr. Erste Lesung der Regierungsvorlage zur Fürstenabfin­dung. Deutsch-ruisischer Vertrag. Schluß 7.45 Uhr.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 9.3uni. Präsident Ade­lung eröffnet die Sitzung um 9V2 Uhr.

Vor Eintritt in die Tagesordnung beantwor­tet Minister Raab eine Kleine Anfrage des kommunistischen Abgeordneten G a l m dahin, dah es sich bei der von diesem kritisierten Verfü- fügung des Ministers zur Arbeitslosenfürsorge vom 27. April lediglich um die Veröffentlichung eines Erlasses der Reichsregierung handelt. Eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Frl. Birn­baum über Me Auszahlung von Dorzugsrenten an bedürftige Altanlmhebesiher wird von Mini­sterialdirektor S p a m e r dahin beantwortet, dah ein solches Vorzugsrecht nicht bestehe.

Hierauf wird in die Tagesordnung einge­treten ; es wird ein Antrag der Abgeordnete« Heräus, Birnbaum. Balser und Steinhäuser beraten, in dem die Errichtung eines Mutterheims in Mainz gewünscht wird. Ein Antrag der kommunistischen Abgeordneten Frau Roth fordert die Errichtung eines Mut­ter- und Säuglingsheims. Der Ausschuh bean­tragt dazu, diese Anträge für erledigt zu erklä­ren, weil in gewissem Sinne (Einrichtung des Muttcrheims) den Wünschen entsprochen wird.

Die Abgeordneten Frau Heräus, Roth und Balser treten für ihre Anträge ein.

Ministerialdirektor Spanier weist darauf hin, daß in Mainz demnächst Räume für ein Mutterheim freigemacht werden. In Gießen sei ein solches Heim in der Klinik bereits vor­handen, und in Darmstadt bestehe eine entspre­chende Einrichtung im städtischen Krankenhaus.

Die Anträge des Ausschusses werden ange­nommen.

Der Entwurf eines Gesetzes zur Ausführung der Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht vom 13. Februar 1924 und die dazu gestellten Anträge, die bereits gestern beraten worden sind, wurden zur Abstimmung gestellt. Der Entwurf enthält zahl­reiche Artikel, über die einzeln abgestimmt wird. Dos ganze Gesetz wird schließlich in erster Lesung gegen die Stimmen des Bauernbundes a n g e n o m- men. Die zweite Lesung wird später erfolgen.

Zu einem Antrag der Abgeordneten Heräus, Birnbaum und Hattemer zum Hebammen­wesen hat der Ausschuß beschlossen, diesen Antrag der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Die genannten Abgeordneten beantragen bestimmte Regelungen des Hebammenwesens, bis das neue Hebammengesetz in Kraft tritt. Der Ausschußantrag wird ohne Debatte angenommen.

Zu einer Vorstellung des Vereins der Aerzte hessischer Heil- und Pflegeanstalten wegen Weiter­gewährung der seither gewährten Vergütung für Unterrichtserteilung an den Krankenpflegeschulen hat der Finanzausschuß beschlossen, dem Antrag statt­zugeben.

Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) spricht gegen diesen Antrag. Abg. Frau Balser (Dem.) befür» wartet ihn. Abg. Engelmann (Soz.) bemerkt, daß überall Ausbildungsgebühren erhoben werden, den Aerzten dürfe man sie nicht vorenthalten. Mini­sterialrat Spanier erklärt, daß die Zahlung der Vergütung nicht der Besoldungsordnung wider­spreche. Abg. G a l m (Komm.) stimmt dem Abg. Dr. Leuchtgens zu.

In der Abstimmung wird die Vorstellung a b gelehnt.

Nachdem zwei Vorstellungen über Höherstufungen in der Besoldungsordnung erledigt waren, stimmt das Haus einer Regierungsvorlage zu, in der nach­träglich die Bewilligung von Mitteln zur Sicherung der Lebensmittelversorgung im Herbst 1923 erbeten wird. Es handelt sich um eine finanzielle Regulie­rung aus der Inflationszeit. Die Summe (runb 100 000 Mark) wird bemn'ial

Ein Antrag des Abgeordneten Lautenbacher über Vorlage einer Statistik der Wohnungssuchenden wird für erledigt erklärt, da diesem Wunsche in­zwischen entsprochen ist.

Ein Antrag der Abg. Dr. Werner und Gen., Barmatskandal und Kredite für Landwirtschaft und Gewerbe , wird in Uebereinftimmung mit dem Ausschußantrag der Regierung als Material über­wiesen. Abg. Kindt (Dn.) beschwert sich, dah der Antrag so spät beraten worden ist.

lieber einen Antrag der Abg. Leuschner und Gen. zur Vorlage eines Gesetzentwurfes über die Herbeiführung der paritätischen Wirt­schaftsvertretungen berichtet Abg. Dr. Riepoth. Die Meinungen darüber waren im Ausschuß ge­spalten. Die Mehrheit (9 gegen 2 Stimmen) hat sich für den Antrag ausgesprochen; das Plenum stimmt ihm ebenfalls zu.

Dem Hause liegen drei Anträge (Dr. von Helmolt, Weckler und Rechthien) zur Regulierung der Ridda und der Nidder vor. Abg. Dr. Leuchtgens erstattet einen ein­gehenden Bericht über die AuSschuhverhandlun» gen. Dieser nahm dazu drei Anträge an. In dem ersten wird die Regierung ersucht, die Re­gulierung in Verbindung mit der Srwerbslosen- fürsorge durchzuführen und die Gemeinden in diesem Sinne anzuhalten. In dem zweiten wird einem früheren Antrag Dr. Werner eine an­dere Fassung gegeben; es wird darin die Re­gierung ersucht, sich mit Preußen und den zu­ständigen Reichsstellen wegen der Niddaregu- lierung in Verbindung zu sehen. Irn dritten Ausschußantrag wird beantragt, die oben er­wähnten Anträge der Abgeordneten für er­ledigt zu erklären.

Abg. Luii (Soz.) beantragt die sofortige Be­reitstellung von Mitteln.

Abg. Kindt (Dntl.) verlangt, daß zugleich mit der Niddaregulierung auch der Ausbau der Wasserkräfte Oberhessens vorgenommen wird.

Abg. Wolf (Bbd.) weist auf die Gefahren hin, wenn die Regulierungsarbeiten eingestellt werden, denn manche Gemeinden hätten bereits dafür Geld aufgenommen.

Abg. Weckler (Ztr.) wünscht die Heran­ziehung von Erwerbslosen zuv Niddaregulierung.

Die drei Ausschußanträge werden ange­nommen.

Ein Antrag des Abg. Re iber über den Stellenvorbehalt für Versorgungsanwärter wird für erledigt erklärt, ebenso ein Antrag der Ab­geordneten Werner und Gen. wegen Ver­gebung staatlicher Arbeiten. Ferner werden gemäß den Ausschuhanträgen noch mehrere andere Anträge erledigt, darunter ist auch ein Antrag der Abgeordneten Lückel und Gen. über den Dammrutsch auf der Strecke AlzeyWorms. Dieser Antrag wird auf Grund der Regierungs­erklärung für erledigt erklärt.

Dem Hause liegen etwa 10 Anträge vor, in denen gewünscht wird, daß eine Anzahl von Orten in eine höhere Ortsklasse versetzt wird, und zwar beziehen sich diese Anträge auf die Orte Neu-Isenburg, Lampertheim, Viernheim, Klein-Krotzenburg, Groh-Steinheim, Klein-Stein­heim, Bieber, Hainstadt, Flonheim, Wendels­heim, Sprendlingen (Rheinhessen). Wörrstadt (Rheinhessen), Rieder-Weisel, Roßdorf und Gun- dernhausen. Alle diese Anträge werden für' er­ledigt erklärt.

Der Theaterausschuß, der vor einigen Wo­chen gewählt worden ist, wird sodann formell durch einen Beschluß des Landtags bestätigt.

Din Antrag der Abg. Dr. Werner und Genossen auf Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung der Frage des humanen Tötens der Schlachttiere wirb ckbgelehnt und dann die Sitzung geschlossen.

Am Donnerstag werden Ausschutzsitzungen abgehalten und der Parlamentarische Abend stattfinden.

Preußischer Landtag.

Berlin, 9. Juni. Das Haus setzt die zweite Beratung des I u st i z e t a t s fort.

Abg. Dr. Körner (Völk.) trägt Deamten- wünsche vor und verlangt u. a. Wiedereinfüh­rung der Dierteljahresgehaltszahlung sowie Durchführung der Beförderungen ohne partei­politische Rücksichten. Gegenwärtig würden unter Verletzung der Verfassung völkische und vater­ländische Richter, Staatsanwälte und höhere Justizbeamte zurückgesetzt. Zu den Vorwürfen gegen die völkischen Abgeordneten Kube und Wulle erklärt der Redner, daß beide schon vor Monaten sich freiwillig der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt hätten. Es sei ihnen damals keine Antwort erteilt worden. (Hört! Hört! rechts.) Für uns ist klar so erklärt der Redner daß lediglich parteipolitische Mo­tive für das Vorgehen gegen Kube und Wulbe maßgebend waren.

Staatssekretär Fritze erwidert, die Justiz­verwaltung denke gar nicht daran, parteipolitisch vorzugehen.

Abg. H e i l m a n n (S.) erklärt, tatsächlich werde die Justiz politisch durchtränkt und zwar überall da, wo eine Rechtsregierung am Ruder ist. Das beweist Braunschweig und auch Thü­ringen. Der Vorwurf, dah es in Preußen die Regierung versuche, die Justiz politisch zu be­einflussen, sei von der Sozialdemokratie nicht er­hoben.

Die Aussprache wird unterbrochen zur Wie­derholung der namentlichen Abstimmung über I den Antrag der Deutschen Voltspartei, der Demo­kraten und der Sozialdeinokraten über die Reichs- ratsstimmen, bei der sich am Vortage die 2e- schlußunfähigkeit des Hauses herausgestellt hatte. Wiederum war das Haus beschlußunfähig.

In der sofort anberaumten neuen Sitzung wird noch der Rest der zweiten Beratung des Haushalts der Seehandlung erledigt.

Hierauf wird die Iustizdebatte wieder auf­genommen.

Abg. Dr. Kaufmann (Sn.) bezeichnet als wichtigste Aufgabe der Justiz, die Sicherung des Rechtsstaates. Das Rechtsgesühl unseres Volkes hat außerordentlich gelitten. Wir weisen die Angriffe der Linksparteien gegen die Organe der Justiz zurück. Einer, der die schlimmsten Angriffe erhoben hat, ist Ihr (zu den Sozial­demokraten) Genosse, der Herr Ministerpräsident Braun. Flunkereien und Ausreden können daran hinterher nichts mehr ändern! (Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Die Politisierung der Justiz, wie sie tatsächlich festzustellen ist, ist das größte Verbrechen. Ich stelle die Verfolgung der vater­ländischen Verbände in Vergleich mit dem wohl­wollenden Verhalten zum Reichsbanner, zum Rotfront-Bund. (Anhaltende Unterbrechungen und Lärm links.) Das Schlimmste der Ungerech­tigkeiten aber ist der Fürstenraub, der auf Lug und Trug auf gebaut isi.

6i Uhr

ein

Attentäter erschoß sich daraus Ladens. Der Zu st and der

im Türeingang des

vier Frauen

ist

ist,

Minimum

Berück­unteren

Schüsse in einen Schönheitssalon.

Nach einer Meldung aus Neuyork erschien um die Mitagszeit im Stadtzentrum in einem Schön­heitssalon ein 27jähriger Mann und schoß mit einem Armeereoolver vier im Laden beschäftigte Frauen, darunter seine eigene Gattin, nieder. Der

Wettervoraussage.

Halb bis ganz bedeckt, bei zeitweise ver­stärkter Luftbewegung und weiteren Regenfällen mäßig warm.

In der Nähe von Kapstadt ereignete sich schweres Eisenbahnunglück, bei dem nach den bis­herigen Feststellungen 15 Personen getötet und 50 bis 60 Personen verletzt wurden.

hoffnungslos. Die Tat soll aus Eifersucht er­folgt sein.

Eine russische Stadl abgebrannt

Nach einer Meldung aus Moskau ist dis Stadt Kotjelnitsch im Gouvernement Wjatka fast gänzlich infolge einer Feuersbrunst zer­stört worden. Mehr als 7000 Einwohner seien obdachlos. Fast alle öffentlichen Gebäude wur­den ein Raub der Flammen. Die Zahl des Toten konnte noch nicht festgestellt werden.

Explosion in einer Schweizer Munitionsfabrik.

In der eidgenossenschaftlichen Munitionsfabrik

Aus aller Welt.

Schweres Eisenbahnunglück in Südafrika.

©in neues atlantisches Tiefdruckgebiet hat sich mit feinem Kern nach den britischen Inseln verlagert und einen kräftigen Ausläufer über den Kanal hinaus nach Mitteleuropa ent­wickelt, der das Zwischenhoch das gestern eine geringe Aufbesserung des Wetters 'verursachte, zurückgedrängt hat. Wenn sich auch das Störungs- gebiet durch die Zufuhr [alter Luft etwas ab­schwächt. steht ^doch unter feinem Einfluß in den nächsten Tagen vielfach regnerisches, un­ruhiges Wetter in Aussicht.

Gestrige Lagestemperaturen. Maximum 18,4, Minimum 10,2 Grad Celsius. Niederschläge- 3,3 Millimeter. Heutige Morgentemperal ic: 14,2 Grad Cesti' s.

M «ii 7 flut be°tb«

MM ^nnen frnia ö-. ^et6ebienf <5. =*

Abg. Stendel (D. Vp.) erklärt, dah seine Partei immer zugegeben habe, dah Mißgriffe bei der Justiz öorfommen können. Das liege in der menschlichen Unvollkommenheit. Wir müssen verlangen, dah der Ministerpräsident auf das Schreiben des Preußischen Richtervereins wegen einer Hamburger Rede antwortet. Wenn er das nicht tut, dann entsteht der Eindruck, daß er aus parteipolitischen Gründen gehandelt hat und dah er jetzt nicht den Mut hat, die- einzugestehen und wieder gut zu machen. Wir begrüßen die Stärkung des Laienelements. Die Politik darf nicht in die Justiz hinein.

Abg. Menzel (Komm.) verlangt grundsätz­lich eine Reform des Strafvollzugs.

Abg. P e r s ch k e (Wirtsch. Vergg.) wendet sich gegen' die scharfe Handhabung der bestehenden Preisbestimmungen durch die Gerichte. Durch solche Zustände wirke die Justiz vernichtend auf Klein­handel und Gewerbe.

Abg. Göbel (Zentr.) fragt nach dem Ergeb­nis eines Landtagsbeschlusses vom vorigen Jahre, wonach eine gegenseitige Amnestie der deutschen und polnischen polittschen Gefangenen in Ober­schlesien erstrebt werden soll.

Staatssekretär Fritze erwidert, daß die Ver­handlungen in dieser Angelegenheit noch fort­dauerten, und daß ein günstiger Abschluß zu. er-

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 10. Juni 1926.

Der Giehener Flugtag.

Gestern veranstaltete die Gesellschaft für deutsches Flugwesen, Berlin auf dem Gießener Flugplatz ihren schon für Sonntag an- gekündigten und dann wegen des schlechten Wet­ters verschobenen F l u g t a g. Unzählige Men­schen strömten nach dem malerisch gelegenen Flug­platz, und doch waren es noch diel zu wenige, die die einzigartigen Leistungen der Flieger be­staunten. Das Programm begann mit einem Geschwaderkunstflug der Flugzeugführer Gröbedinkel, Haal und P eschke auf Teufel",Hexe" undBabh"; majestätisch segel­ten sie über die Köpfe der Zuschauer dahin. Wie auf Kommando hoben sich alle drei steil empor und überschlugen sich nach hinten ein Looping. Als nächster Programmpunkt fand ein Ziel- a b to e r f e n mit je 2 markierten Postbeuteln nach einem bestimmten Ziele statt, dem sich die Führer Gröbedinkel, Haal, Schuft er (auf Schorchl") undPeschke mit wechselndem Kriegs- glückunterzogen. Sodann zeigte Gröbedinkel seine erstaunlichen Künste mit -seinerHexe", während Erb aus seiner PassaZiermaschine Trumpf" die staunende Zuschauermenge zu deren größtem Ergötzen mit Trumpfschokolade bombar­dierte. Den ersten Höhepunkt des Nachmittags zeigte der F a l l s ch i r m p i l o t Streit, der seinerzeit den Höhenrekord Europas aufgestellt hatte; hier wurde fein Absprung mit atemloser Spannung erwartet; man sah, wie er sich im Flugzeug rüstete, sich aufrichtete und in ge­wagtem Sprung das Flugzeug verlieh. Sofort breitete sich der Fallschirm aus, langsam glitt der Pilot, umkreist von dem von ihm verlassenen Flugzeug zur Erde nieder, wo er von der Menge stürmisch begrüßt wurde. Es folgte dann ein äußerst interessantes Luftringen zwischen Teufel" undHexe" und eine Jagd der kühnen Flieger nach kleinen Luftballons, die durch Ram­men vernichtet wurden. Hierauf kam der zweite Höhepunkt: Chefpilot Haal zeigte aufTeufel" die hohe Schule des Fliegens. Hoch empor schwang sich die Maschine, gelenkt von einem Manne, der im Kriege Deutschlands jüngster Heeresflieger war. Hier wurde alles gezeigt, was Flugkunst zu bieten vermag. Nur der Fachmann kennt alle Namen für die fabelhaften Leistungen des Piloten: Loopings, Rollings, Flügelrutschen und Flügelkurven wechselten mit­einander. Mit besonderer Spannung wurden die Kettenloopings zehn, elf Loopings hinter­einander und das Trudeln verfolgt. Unter dem Jubel der Zuschauer landete der PUot. Eine abermalige Dallonjagd beendete den Flug­tag. H.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 160 bis 180 Pfennig, Matte 35, Käse (10 Stück) 60 bis 80, Wirsing 40, rote Rüben 20, Spinat 30, Römischkohl 15 bis 20, Spargel 60 bis 110, Erbsen 70, Mischgemüse 25, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 20, Meerrettich 80. Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln 5. Aepfel 35, Kirschen 30 bis 50, Stachelbeeren 35, Erd­beeren 110 bis 120; das Stück: Eier 11 hiS 12, Blumenkohl 100 bis 120, Salat 10 bis 15. Salatgurken 60 bis 100, Oberkohlrabi 30, Rettich 20 biS 25; das Bund: Radieschen 12 biS 15, gelbe Rüben 40 bis 60 Pfennig.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Chorkonzert des Lyzeums und der Studienanstalt i. E.: 7 Uhr, Neue Aula der Universität. Philo- sophenwald: 8i Uhr, 1. Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Rosen aus dem Süden". Astoria-Lichtspiele: Der Hochverrat von Panama".

Englischer Rezitationsobend. Morgen Freitay, abends 8.15 Uhr, findet im Großen Hörsaal der Unwersität ein vom Englischen Seminar veranstalteter englischer Rezitationsabend statt. Miß Evelyn Heepe, die schon vor dem Kriege in vielen Universitätsstädten mit großem Erfolg als Rezitatorin aufgetreten ist, wird ausgewählte Prosa (Dickens. Kipling) und Dichtung (Shakespeare, Poe, Kipling) vortragen. Ein sachkundiger Beurteiler Professor Morsbach in Göttingen rühmt ihre glänzende Interpretation englischer Dichtung, die einen tiefen und dauernden Eindruck gemacht habe. Zu dem Vortragsabend haben gegen ein kleines Eintrittsgeld außer den Studierenden auch ältere Schüler und überhaupt alle Interessenten Zutritt. (Siehe Anzeige.)

** Pfarrer D. Schlosser f. Wie wir kurz vor Redaktionsschluß hören, ist gestern in Frankfurt a. M., seinem letzten Wohnsitz, der frühere langjährige Gießener Pfarrer Geh. Kir- chenrat D. Georg Schloss er verstorben. Der Entschlafene hatte hier eine große Anzahl Freunde und Verehrer. Heber das Wirken des Verewigten werden wir morgen noch berichten.

* Der QBerbetag des Roten Ären» z e s, der am nächsten Sonntag auch in unserer Stadt stattfindet, findet in der Bürgerschaft er­freulicherweise weitgehendes Interesse. Die Ver­anstaltungen am Sonntagnachmittag in der Volks­balle versprechen jedem Besucher einen besonderen Genuß, und sie sollten deshalb auch durch ftar- len Besuch ausgezeichnet fein. Heber die Ein­zelheiten der Darbietungen ist aus dem heutigen Anzeigenteil Näheres ersichtlich. Es ist jetzt er­forderlich, daß die Kinder, die bei diesen Ver­anstaltungen Mitwirken wollen, umgehend in den Kindergärten angemeldet werden, damit die Lehrerinnen, die die Leitung und Anordnung deS Kinderumzuges übernommen haben, ihre Maß­nahmen abschliehen können. Diese Aufforderung zur Mitwirkung der Kinder bezieht sich selbst­verständlich aus die Kinder aller Stände. Hof­fentlich wird diesem Rufe recht zahlreich Folge geleistet. Die Freiwillige Sanitäts­kolonne vom Roten Kreuz hält anläßlich des Werbetages eine Schauübung ab, die am Sonntag vormittag 11.30 Hhr am Palastlicht­spielhaus und in den Marktlauben stattfindet.

** Der Berliner Frsih-O-Zug, der in Gießen vormittags 7.15 Uhr einzutreffen hat, kam heute mit zweistündiger Verspätung hier an. Der Grund dafür war die Entgleisung eines Güterzuges bei Halberstadt, wodurch der Ö-Zug gezwungen war, von leinet üblichen Fahrstrecke eine ziemliche Entfernung zurückzufahren und dann einen Umweg über eine Nachbarstrecke zu machen. Die dadurch enb standene Verspätung wirkte sich bis hierher aus. Dem v-Zug selbst ist nichts passiert.

' Mehr Pietät! Von einem Leser wird * uns geschrieben: Früher wurde man schon in der

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Altdorf ereignete sich in einer Grube mit Phosphor eine Explosion. Bis jetzt wurden drei Tote und zwei Schwerverletzte geborgen. Einige an­dere, deren Zahl noch nicht genau bekannt ist, liegen noch unter den Trümmern.

hoffen sei.

Abg. Frau Melfers (Soz.) verlangt sichtigung der Wünsche namentlich der Iuftizbeamten.

Die Weiterberatung wird hierauf um auf Donnerstag 12 Uhr vertagt.

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Dir Altce-Frau OanbM'firautnoerein von Darmstadt in der , seine 26. orbent id ammlungab, die sehr

Staatsrat Dr. Kratz begrüßte die Vertreter Landesbildungsamtes, de Stabt, des W. Landesvk sowie anderer Korpora 3rengäfte. (Er erstattete

rer den Äahresbe ifirf wird: Getreu feir ten seines Bestehens beox Mce-Frauenverein |eim Förderung der § mar in erster Linie bi stelkmg von Berusstn Gemeinsam mit dem Hess Kmz hat sich der Alice- Aurbildung frelwilliaer n Krankenpflege bemüht 2)t Mce-^rauenoerein, M itn, üDtmooment jrtiaiH wilfen (Btbitien btt ÜBa der sozialen Fürsar "bisbilbuna der Berussschw in vier Mutterhäusern; t Hospital zu Darmstadt, bt das Stadtkrankenhau; zu l'ppshospital zu Goddeiau ten des Alice-Frauenven ausgebildete und 150 in i "n ganzen 351 Sdjmi vermögen der Inflation 9 "Amr, für die Schr 'Eiche und Wische 2 Joftungs. und 9}Uh(qef)(l Klgedessen müssen die Jungen der Schwester, Redner dankt« namens l CJmeftern des houptve W«en vor ber £ ±tUnb hingebende !i 'ety»efter ii

RDM Ära"! N^chtiauna^Anptv SZKS rSscs der L^-nti den. um bhler Rieten; ZWbi M die M

verurteilte Fremdenlegionäre.

»Daily New" meldet aus Kairo, daß sechs Fremdenlegionäre, nämlich vier Deutsche, ein Engländer und ein Amerikaner wegen Fah­nenflucht zum Tode verurteilt worden seien. Si.e sähen jetzt in Damaskus ihrer Hin­richtung entgegen Die Legionäre desertierten in­folge der Harte des Dienstes, wozu sie die Nähe der transiordanischen Grenze verleitete. Sie fielen aber in die Hände von Eingeborenen, die sie den Franzosen auslieferten. Mehrere andere Fluchtversuche waren erfolgreich.

Zufammensioh mil Roten Frontkämpfern.

In der vergangenen Nacht kam es in M i e ch o - witz (Oberschlesien) zu einem blutigen Zusammen­stoß zwischen Mitgliedern des Reichsbanners und des Roten Frontkämpferbundes, in dessen Verlauf ein Arbeiter durch einen Gesichtsschuß verwundet wurde. Ein herbeieilender Polizeiwachtmeister wurde von einem Arbeiter durch einen Bauchschuß schwer verletzt. Als dieser den Polizeibeamten zusammenbrechen sah, tötete er s i ch durch einen Schuß in die Schläfe.

Ein frecher Einbruch.

Aus mannshausen wird gemeldet: In einem hiesigen Hotel stieg ein Fassadenklet­terer bei Nacht in sechs verschiedene Zimmer ein und stahl den schlafenden Hotelgästen Schmuck und sonstige Sachen im Werte von etwa 2500 Mark. Einer schlafenden Dame versuchte er einen Ring vom Finger zu ziehen, doch die Dame wurde wach und schlug Lärm. Der Einbrecher konnte bald darauf ergriffen werden. Vor dem Rathaus machte er einen Fluchtversuch, wurde aber in den Weinbergen wieder ergriffen. Er gestand, ähnliche Einbrüche auch in Wiesbaden verübt zu haben und gab auch den Verbleib der gestohlenen Sachen an.

Der Tod auf den Schienen.

In der Nähe der Schwetzinger Eisenbahn­betriebswerkstätte wurde ein etwa 17 Jahre alter Junge tot aus gefunden. Er muß von einem Zuge überfahren worden fein, denn der Kopf war vom Rumpfe getrennt. Der Tote ist in Schwetzingen wohnhaft und heißt Wechesser. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht festgestellt

Blutige Sirchweihe.

Aus Hirschhorn am Neckar wird gemeldet: Im benachbarten Darsberg wurde bei der Kirch­weihmusik dec in Neckarhausen bedienstete Knecht Heinrich Weintz von einem fremden Burschen durch einen Stich in den Kopf lebensgefähr­lich verletzt. Der Messerheld entkam uner­kannt.