Ausgabe 
9.10.1926
 
Einzelbild herunterladen

Ur. 257 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

eeeeeeeBrr^-T-TT-HR' ' 'wn ' >-nwn

Samstag, 9. Oktober 1926

Wirtfchaft.

Börse und Geldmarkt.

Für die feste Grundstimmung der Börse ist bezeichnend, daß sie ein Ereignis w'e den Streit der Hamburger Hafenarbeiter in der letzten Woche einfach ignorierte, ja die Aktien der großen deutschen Schiffahrtsgesellschaften ge­rade in den Tagen des Streiks unter Hinweis auf deren Charakter als Freigabepapier und die durch die Zurückziehung amerikanischer Schiffe in der HamburgAmerika-Fahrt von uns er­zielten Erfolge heraufsetzte. Aber nicht nur die Papiere der transatlantischen Reedereien stie­gen: auch die Bereinigte Elbeschiffahrtsgesell­schaft konnte einen Gewinn von über 20 Prozent verbuchen. Selbstverständlich war dies nur mög­lich weil an anderen Marktgebieten seit Mitte der' vergangenen Woche Haussebewegun- g e n im Gange waren, die für die Tendenz der Effektenbörse einfach die Richtung abgaben. Von ihnen wurden die durch aktuelle Ereignisse we­niger hervortretenden Werte mitgerissen. Die zweite Hand leistete willige Gefolgschaft, und so kam denn die vorteilhafte Gesamttendenz zustande. Allerdings ist hierbei charakteristisch, daß fast jeweils kurzfristig Gewinnrealisationen erfolgten, die den mehr spekulativen Charakter der umfang­reichen Anschaffungen des Publikums und der Spekulation zu dokumentieren scheinen. Reine Anlagewerte blieben und sind noch heute dem­gegenüber vernachlässigt, zum Teil sogar in einer leicht rückläufigen Kursbewegung. 3m Mittel­punkte standen, wie bekannt, der Dankaktien­markt und der Markt der heimischen Ren­ten. Als zweite Garnitur der beliebtesten Pa­piere sind chemische und. O e l w e r t e, sowie Kvlonialpapiere anzuführen.

Die nachstehende Uebersicht veranschaulicht, um eines dieser Gebiete herauszugreifen, wie sich die wichtigsten Großbank-Aktien allein in der Hälfte dieser Woche, vom Montag, 4. Oktober, bis Donnerstag, 7. Oktober, entwickelten:

4. Oft. 7. Oft.

Darmstädter und Rationalbank 226,00 234,00

Berliner Handelsgesellschaft 219,00 232,75

Commerz- und Privatbank 141,00 150,50

Deutsche Bank 167,62 183,75

Disconto-Kommandit 160,75 170,50

Dresdner Dank 141,50 155,00

Den Käufern der Bankaktien schwebten anscheinend die im laufenden Geschäftsjahr be­deutend gestiegenen Gewinnmöglichkeiten der Banken vor, die zum Teil über relativ kleine Eigerckapitalien verfügen und daher die Aus­sicht auf eine hohe Verzinsung bieten. Aber auch die Versionen, die sich mit angeblichen Verhand­lungen über einen Zusammenschluß in­nerhalb der Großbanken beschäftigten, wollten nicht verstummen. Rach der einen Lesart soll es sich um die geplante Zusammenfassung der Mehrzahl aller großen Institute, nach der anderen um zwei bestimmt genannte Großbanken handeln. Was hieran wahr ist, wird erst die Zukunft ergeben. Die allgemeine Börsenhausse wirkte insofern immer wieder als, Antrieb na­mentlich für Bankaktien, da ja die Emissions­tätigkeit durch die anhaltende Erhöhung des Kursniveaus weiter befruchtet wird. Bei der Deutschen Bank verwies man noch besonders

auf die ehemaligen türkischen Interessen dieses Institutes, die in der Bilanz voll abgeschrieben find und für deren Regelung jetzt anscheinend der Zeitpunkt gekommen ist. Direktor Meiß­ner von der Deutschen Bank verhandelt gegen­wärtig in Konstantinopel mit der türkischen Re­gierung, ohne daß jedoch schon Positives über einen eventuellen Erfolg bekannt geworden wäre.

Zeigt die Aufwärtsbewegung der Bankaktien bereits einen frischen Zug, so haben Kolonial­werte zum Teil noch weit über dieses Maß hin­ausgehende Kurssprünge zu verzeichnen:

4. Olt. 7. Oft.

Schangtung-Bahn 7,10

Ostafrika-Eisenb. 30,00

Deutsch-Ostafrika 225,75

Reu-Guinea 675,00

9,90 (bis 12)

33,00

260,00

850,00

Die Tabelle zeigt, daß die Börsenspekulation tiefere Gründe für ein Vorwärtstreiben der Kolonialaktien gehabt haben muh. In der Tat liegen diese insofern vor, als bei einer Ent­scheidung des Haager Schiedsgerichtes im Sinne des deutschen Antrages die aus der Beschlag­nahme des deutschen privaten Aus- landeiaentums durch den Versailler Ver­trag geschädigten Unternehmungen die Aussicht auf eine Vergütung in der Höhe haben, wie sie von der Reparationskommission aner­kannt worden sind. Die auf Grund des Liqui- dationsschadengesehes geleisteten Entschädigungen sind in Inflationsgeld bezahlt worden und größtenteils schon entwertet gewesen, als sie in die Hände der Kolonialdeutschen bzw. -Gesell­schaften gelangten. Bei Schantung beispielsweise hatte die damalige Inflationszahlung den Wert, daß man im Falle der Liquidation jedem Aktio­när, der vor dem Kriege 1000 bare Goldmark ein­zahlte, jetzt auf diesen Betrag 2,50 Reichsmark zurückgeben kann. Rach der bisherigen Lage muh somit, etwas deutlicher ausgedrückt, das ehe­mals deutsche Auslandeigentum als verschenkt bzw. von den Unterzeichnern des Friedensver- vertrages geraubt angesehen werden. Das lag aber zweifellos nicht in ihrem Sinne, da im Ver- failler Vertrag (Artikel 297) ausdrücklich fest­gelegt wurde, dah das Deutsche Reich den Geschädigten angemessene Barver­gütung zu zahlen habe und diese als Re­parationsleistung verrechnet wird. Die deutsche Regierung verlangt jetzt eine An­rechnung solcher Zahlungen, die im vollwertigen (Selbe noch zu leisten wären, auf die Dawes-Anuitäten und hat zu diesem Zweck das Haager Schiedsgericht angerufen. Es ist somit also eine bedeutende Kurschance bei den betreffenden Papieren vorhanden, sie hängt aber an einem seidenen Faden: dem Spruch des Haa- ger Gerichtes, der endgültig ist. Die Spekulation

scheint über einen sehr weitgehenden Optimismus zu verfügen.

Am Markt der heimischen Staats­renten notierten am:

2. Oft. 7.01t.

-5% Reichsanleihe 0,535 0,605 (6. Oft. 0,625) 4° o Reichsanleihe 0,5125 0,600 3,5" o Pr. Kons. 0,515 0.605 4"/0 Tayr. St.-Anl. 0,490 0,620 Schutzgebietsanl. 7,450 8,400

Bei diesen Werten beruhte die Steigerung auf rein stimmungsgemäßen Einflüssen. Die Aufnahme der offiziellen Rotiz für die Ab­lösungsanleihe beschäftigt bereits die Dörsen- organe und wird noch in diesem Jahr erwartet.

Am Geldmarkt bereitet man sich lang­sam auf die Wedioabwicklung vor. Eine Er­leichterung will nach dem September-Ultimo nicht so recht eintreten. Tagesgeld bedingt immer noch 6 bis 7 Prozent. Die Befürchtungen, die hier und da wegen der Geldversorgung zum Medio auftauchen, erscheinen jedoch übertrieben. Am Privatdiskontmarkt sind die Umsätze gänzlich unbedeutend.

Dörlenkurle.

Frankfurt a.M. Berlin

8. 10. | 9. 10.

8. 10. | 9. 10.

Darum:

0.6025

G 605

0,60

95

17,9

18,25

170,9

170,6:

104.5

77 I

G.

134 1134,25

100

128,25

164,5

ft

[191,25

159.5

114

87.4

101

227'

149.5-

232'

182'

-90,7'

121,25

47

38,5

142

8,4.-,

98

59

3

189

88.9

103

164.25

161

295,75

120

141.9

206

85,75

159,5

159,5

15t

14!

8.45

0.75

0,362

104

139

199,25 |

87.5

82,25

27

47.5

142.25

207.5

86,75

157.5* 102,75

73.5 157.25 166.2- 167.7* 141.2*

152

76

73,5 118.7*

156.5 151,25

170

170,25

120* | 121.5

157,25 159,25

294.62

120

Schlug»! l»Uhr»

Kurs fiui»

I 160 168,75 1160,75

S-blüh-! Anfang Kur» I Uurc

150-

-31* l

182*

160

170,5*

151.75 ,

143,5

8.4

290'

125 51,75 127,75

173

161,5

18,12 ' 46

213

149.5

233

183,25

137,6*

199

85,75

82

73

122

158.5

154

143

166.75 163,5

0.61

0.60

0.59

0.80

159* | 103,25

73 1 159,25

167 ;

168 !

143 * 152

77

Holzverkohlung .......

Rütgerswerkc Scheideanstalt........

Allg. ElettrtzttätS-Gesellschal Bergmann ........

Mainkraftwerke ...... Schlickert . . . . Siemens <fc Halske . . . .

Adlerwerke Kleyer .... Daimler Motoren. .... Hcyligenftacdt . . ..... Meguin. .......

Motorenwerke Mannheim

Franl kurier Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgeselvchast Frankfurt Pet. Union B-G. .... Schuhfabrik Herz......

Sichel.

^cUftorf Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . Zuckerfabrik Waghäusel . .

229

150

233

183,9

Riebeck Montan...... TellnS Bergbau.....

Bereinigte Stahlwerke A. Hamburg.Amerika Paket. Norddeutscher Llovd . . Lheramische Werke Albin Zementwerk Heidelberg . Philipp Holzmann . . .'. Anglo-Cont.-Guano . . . Chemische Mayer Alapin I. G. Farbenindustrie, A. Goldschmidt........

- 143,5

167 I 166,5

165 1162.25

17

45

162,75

97

56

3

190.25 86

101,5

J.5905

0.5907

0.58 1 o.82o5 ; 0,3602 : 0.5307

166.25

164

68,25

135

134

93

5% Deutsche ReichLanletbe 4% Deutsche Reichsanleihe .

3/i% Deutsche ReichSanlethe ,3% Deutsche ReichSanlethe .

Deutsche Svarprämicnanleihe 4% Preußische KonsolL .

4% Hessen 3/.% Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl.

dto- Doll.-Schatz-Anlreiing.*)

*lo Zolltürken 5% Gold Mexikaner . .

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz» and Pnoat-Bank Darmst. und Ncuionalbank .

Deutsche Bank.........

Deutsche Bereinsbank . . . . Discomo Couunandit . . . Metallbank ........

Mitteldeutsche «Kreditbank. . Oestcrreichische Creditanstaft. Weltbank..........

Bochumer Goß ....... BuderuS...... .

Caro . ...... . . .

Dcutsch-Luremburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvencr Bergbau Kaliwerke AschcrSlebeu. . . . Kaliwerk Westeregeln.....

Laurahüttc « Lbcrbcdarf. ......... Phönix Bergbau .

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.

7 Oktbr.

8. Oktbr.

Amtliche Roti.rung

Amtliche Notierung

Geld

Briet

Geld

Briet

Amst.-Rou

167,84

168,26

167,82

168,24

Buen.-AireS

1.704

1,708

1.7u8

1,712

Brst.-Anlw

11,64

11,68

12,64

12,68

Gtiriftiania.

91,82

92,04

91,82

92,04

Kopenhagen

111,36

111,64

111,40

111,68

Stockholm .

112.03

112,32

112,68

112,36

Helsingfors.

10,545

10,585

10,545

10.58i

Italien. . .

16,58

16.62

16.81

16,85

London. .

Neuyork . .

20,352

20,401

20,357

20,407

4,195

4,205

4,195

4,205

Paris....

12,08

12,12

12,10

12,14

Schweiz . .

80,98

61.18

80,99

81,19

Spanien. .

62,52

62,68

62,89

63,05

Japan . . . Rio de Jan. Wien in D--

2,032

2.0.-.6

2,030

2,040

0.583

0.579

0.581

0,581

£eft. abfleft.

59,20

59,34

59,21

59,35

Prag ....

12,415

12,455

12,42

12,46

Belgrad . .

7.413

7,433

7,415

7,4 5

Budapest. .

5.87

6,89

6,872

5,892

Bulgarien .

3,025

3,035

u,ü25

21,475

3,035

Lissabon

21.475

41,525

21,525

Danna. . . Konstantin.

81.35

81.55

81,39

81,59

2,185

2,195

2,185

2,195

Silben.

5,09

5,11

5,24

5,26

Canada. . .

4,197

4,207

4,197

4,207

Urugua» . .

4.205

4.215

4.205

4.215

* Sie Bauvorhaben im September. 3m Bautennachweis derBauwelt" wurden im September 4260 Wohnhäuser und 1142 sonstige Bauten (Kirchen, Schulen, Krankenhäuser, Fabrik­gebäude, Verwaltungsgebäude, Garagen, Brücken usw.) gemeldet, gegenüber 3285 Wohnhäusern und 559 sonstigen Bauten im August 1926. Danach weisen die Baumeldungen im Vergleich zum Vor­monat eine Zunahme von etwa 30 v. H. auf. Im September 1925 wurden 2997 Wohnhäuser und 1235 sonstige Bauten veröffentlicht.

frankfurter Börse.

Frankfurt, 9. Oft. Tendenz befestigt. Die Börse eröffnete zum Wochenschluß ziemlich fest in­folge besserer Beurteilung der inner- politischen Lage. Lebhaftes Geschäft konnte sich aber nur in einigen Spezialwerten entwickeln.

Mit Rücksicht auf den bevorstehenden Mediotermin beobachtete die Spekulation eine gewisse Zurückhal- tung. Ueberwiegend konnte sich das Kursniveau unter Berücksichtigung der bereits am Vorabend er» zielten Besserungen um etwa 1 Prozent heben. An­dererseits stellten sich aber auch Rückgänge ein für Papiere, die realisiert wurden. Die Tendenzbildung wurde durch die scharfe Aufwärtsbewe­gung für I. G. Farben, die bis auf 297 blieben vernachlässigt und wurden nicht beeinflußt. Schon frühzeitig wurden in diesen Aktien größere Umsätze getätigt. Die anderen Werte dieser Gruppe blieben vernachlässigt und wurden nicht beeinflutß. Goldschmidt minus 1 Prozent. Gute Meinung be­stand ferner für Montanwerte. Buderus plus 0,5, Deutsch-Lux und Gelsenkirchen plus 0,75, Man­nesmann plus 2, Mansfelder plus 2,25, Phönix plus 1,25, Rheinische Braunkohlen plus 2 Prozent. Dagegen mußten Laurahütte von ihrem gestrigen Gewinn 1,75 Proz. hergeben. Die stürmische Aufwärtsbewegung am Eie k t r o m a r k t c machte einer ruhigeren Auffassung Platz. Berg- mann setzten etwas niedriger ein; AEG. nur mäßig höher. Stark gesteigert waren nur Felten plus 3,5 Proz. und Siemens plus 1,75 Proz. Am Ban­ke n m a r k t standen Deutsche an der Spitze bei einem Gewinn von 2 Proz., Berliner Handel plus 2 Prozent, Darmstädter gaben 0,75 Prozent nach. Höher wurden Dresdner plus 1 Prozent, Reichsbank plus 1,5 Prozent. Diskonto gehalten. Schiffahrtsaktien lagen unverändert. Don Moto re nwerten gaben Kleyer 1 Prozent nach, während Hansa-Lloyd 2 Prozent fester lagen. 0 e l a f t i e n befestigt. Deutsche Erdöl plus 2,5 Prozent, Rütgerswerke plus 1 Prozent. Von Zellstoffaktien zogen Aschaffenburger 1 Pro­zent an. Bauaktien schwächer. Auch Zucker­aktien neigten zum Nachgeben. Badischer und Heilbronn je minus 1 Prozent. Frankenthal konnte fick) dagegen befestigen (plus 1,37 Prozent). Deut- s ch e Renten vermochten ihre feste Haltung zu behaupten. Kriegsanleihe 0,605, Schutzgebiet 9,25. Das Geschäft in ausländischen Renten be­schränkte sich in der Hauptsache auf die Umsatztätig- feit in Russen, die fest blieben. Türken lagen niedri­ger. Im weiteren Verlaufe konnte sich trotz der eingetretenen Schwankungen die fefte Grund- st immung behqupten. Das Geschäft erstreckte sich jedoch fast nur auf I.-G.- Farben, während der Verkehr in den übrigen Werten große Lust­losigkeit zeigte. Für Siemens verstärkte sich die Nachfrage infolge einer noch unbestätigten Mel­dung, daß dieses Unternehmen einen Auftrag zur Automatisierung des Pariser Telephonnetzes er­halten haben soll. Im Fr ei ver kehr, der zu­nächst ohne Umsätze war, blieben die Kurse gehal­ten. Der Geldmarkt steht weiter im Zeichen von Angebot. Tagesgeld dürfte sich auf 4 bis 5 Prozent stellen. Monatsgeld leicht erhältlich 5,5 bis 7,5 Prozent. Prioatdiskont 4,75 Prozent. Jn- dustrieakzepte 5,25 Prozent. Im Devifenver- k e h r lagen die westlichen Frankenvaluten fest. Paris gegen London 168,50, Brüssel 175. Mailand war gegen das Pfund gut befestigt auf 122,25. Das englische Pfund stellte sich gegen Kabel auf 4,854. Die Reichsmark wurde gegen Kabel mit 4,20 ge­handelt.

Berliner Börse.

Berlin, 9. Okt. Die letzte Börse dieser Woche entschädigte die Spekulation für die Unsicherheit und Nervosität, in der die letzten Börsentage ver­liefen. Die Flüssigkeit des offenen Geld­marktes und die Lösung der innerpolitischen Krise veranlaßten in Montanaktien und an­deren Aktienwerten stärkere Deckungskäufe, so daß diese Papiere mit Befferungen von 1 bis 2 Prozent und vereinzelt noch darüber eröffneten. Die Höher­bewegung der Elektroaktien nahm ihren Fortgang. Die Verhandlungen der deut­schen Industrieführer in England, die sich auf die Zusammenarbeit in wichtigen Industrie­zweigen, namentlich auch in der F a r b e n i n du­ft r i e , erstrecken, lenkten die Aufmerksamkeit auf I.-G.- Farben und die damit in Verbindung stehenden Werte. Don der Befestigung der Far­ben- und Montanaktien profitierten wieder Delmerte. Die Bewegung übertrug sich schließ­lich auf den ganzen Effektenmarkt, der in fester Haltung einfetzte. Heimische Staats­renten tendierten gleichfalls hoher. Kriegsanleihe 0,61. Von ausländischen Renten, die ruhiges Geßchäft hatten, tendierten Anatolier und Türken fester. Am Geldmarkt bestand Angebot. Tagesgeld, das reichlich verfügbar war, ermäßigte sich auf 5 bis 6,5 Prozent, Monatsgeld 5,75 bis 7 Prozent. Im Devifenoerkehr war Mailand gegen London gut befestigt auf 122, Paris und Brüssel kaum verändert.

Rundfunk-Programm.

Sonntag, 10. Oktober.

8.30 bis 9.30 Uhr: Morgenfeier, veranstal­tet von der Matthäusgemeinde Frankfurt a. M.

11.30 bis 12.00 Ahr: Elternstunde.Ich habe keine Zeit, mich mit meinen Kindern zu be­schäftigen." Vortrag von Rektor K. Vdehrhan. 12 bis 1 Uhr: Vormittagskonzert, veranstaltet vom Quartett des Schulerschen Männerchors.

4 bis 5 ilbr: Stunde der Jugend. 5 bis 6 -ilbr: Konzert des Hausorchesters. Die Oper der Woch- 6 bis 7 Uhr.Alfons Paquet'. Vor­trag und Vorlesung aus seinen Werken von Dr. Herbert Kranz. 8.30 bis 9.30 Uhr: Eine heitere Stunde (Vortrag eigener Dichtungen von Theodor Thomas). 9.30 bis 10.30 Uhr: Lieder- Abend. Anschließend bis 12 Uhr: Übertragung von Berlin: Tanzmusik.

Montag, 11. Oktober.

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Giuseppe Verdi. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lese­stunde. 6.15 bis 6.45 Uhr:Fichte: Antoeifung zum seligen Leben". Vortrag von Pfarrer Taes- ler. 6,45 bis 7.15 Uhr: Doamtenfortbildungs- kursusDer neueste Stand der Reparations­frage", Vortrag von Dr. Fritz Reumark. 7.30 Uhr: Übertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Erstes Montagskonzert des Frank­furter Orchestervereins.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 10. Oktober. 19. n. Trinitatis. Erntedankfest.

Gießen. Sladtkrrche. 9'/,: Pfr. Mahr. 11: Kin­derkirche f. d. Matthausg. Pfr. Mahr. 6: Psarr- afsist. Hertel. - Johanneskirche. 9l/,: Psr.Bechtols- heimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfr. Bechtolsheimer. 6: Pfarrer Müller. Beichte u. heil. Abendmahl f. Lukas- u. Iohannesgemeinde. Kirchberg. 10; 11: Kircheinweihung. Festkollekte f. d. Kirche. Rachm. I1/,: Kirchberg. (Kollekte). Sich. 9' 3 Stiftsdechant Lenz. - V.l Kindergottes­dienst. 2 Stiftspfarrer Schorlemmer. Wieseck. 9'/,. -e Watzenborn - Garbenteich. Watzendorn- Steinberg: abends 7 Beichte, anfchl. Gottesdienst und heil. Abendmahl der älteren Verheirateten. (Kollekte). Garbenteich: 1.

Katholische Gemeinden.

Gießen. Samstag, 9. Oktober. 4 /, u. 7 Beichte. Sonntag, 10. Oktober. 20. Sonntag nach Pfingsten. 6'/, Beichte, 7 Messe, Korn. d. Jünglinge, 8 Korn., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Meße mit Predigt, 5'/3 Christenl. u. Andacht. An den Werktagen ist abends 8 Rosenkranzandacht mit Segen. Grünberg. 9 Meße mit Predigt. Hungen. 9'/, Hochamt mit Predigt. - Lich. 71/, Messe mit Predigt.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Leise Anfrage an das Gießener Finanzamt.

Könnte der Betrieb bei der Finanz- taffe Gießen nicht so gestaltet werden, daß man beim Steuersatz len nicht stunden- lang zu warten hat? Der gegenwärtige Zu­stand erinnert doch stark an die Zeiten der schlimmsten Inflation und dürste der Kasse einer Provinzialhauptstadt wenig würdig sein. Könnte bei starkem Andrang nicht ein zwei­ter Schalter geöffnet sein, wenigstens für die, die auf mehrere Zettel zu zahlen haben? Wie oft sttmmt die Summe der Beträge mit dem Geld nicht überein, es muh zwei-, drei­mal gezählt werden. Oder könnte Gin- und Aus­zahlung nicht getrennt fein, dann wäre auch der Anschein verhütet, als würden später Gekom­mene eher abgefertigt als früher Erschienene. Ich bin überzeugt, hier im Sinne aller derer zu sprechen, die gestern mit mir einer Ge­duldsprobe im Stehen und Warten unterworferr waren.

Einer, dem das Steuerzahlen auch so schon keine Freude macht.

Letzte Nachrichten.

Die Neubesetzung leitender preußischer Stellen.

Berlin, 9.Okt. (TU. Drahtber.) Im Preu­ßischen Landtag fand heute eine Mini- stenalsitzung statt, in der die Ernennung des Ministerialdirektors A b e g g zum Staats­sekretär beschlossen wurde. An feine Stelle tritt Ministerialdirektor Dr. Schleusner, der bisher dem Wohlfahrtsminifterium angehörte. Nachfolger des früheren Berliner Polizeipräsidenten Grze- f i n f k i wird der bisherige Polizeipräsident in Köln, Zörgiebel, an dessen Stelle tritt Mini­sterialdirektor B a u k n e ch t vom Ministerium des Innern.

N

DR.THOMPSON5

SEIFENPULVER

8 3Z

C <

z

7= TZ m

Z*. cz < E

i w>

Dr. fäompson's

Seifetfpulver 3(B

=31926

1826