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berufen haben.

H. D.

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Karl-S

setzuna in den Apotheken

8-'sl

er dort Gericht ihn zu

Gerichtssaal.

Eme Verzweiflungstat.

man die Dressur drr mitiDirtenben Tiere Hahn. Henne und Ente bewundern. Zum Schlüsse sei noch eine ganz hervorragende Lei­stung Scherbers gewürdigt: seine Handschatten- bilder und Pantomimen. Hierin hat Scherber eine Vollendung erreicht, wie sie in diesem Um­fang höchst selten anzutreffen ist. Die Darbie­tungen fanden stürmischen Beifall des Publikums.

** D i e Maul- und Klauenseuche ist neuerdings auf der Iungviehweide Warthof bei Grünberg, in Queckborn, Harbach (Kreis Gießen), Kaulstos, Schönhausen bei Gedern (Kreis Schotten) und Rieder-Rosbach (Kreis Friedberg) amtlich festgestellt worden. 2n Lauter hat sich die Seuche nicht weiter ausgedehnt, infolgedessen konnte der Sperrbezirk auf das verseuchte Ge­höft beschränkt werden. 3n Vilbel, Ober-Rosbach. Rödgen, Assenheim (Kreis Friedberg), Bermoll und Erda (Kreis Wetzlar) ist die Seuche er­loschen.

willfahrte seinem Wunsche und verurteilte fünf Monaten Gefängnis.

verrat militärischer Geheimnisse.

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Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170, Matte 35, Käse (10 Stück) 60 bis 150, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10, Spinat 20, Aömischkohl 8 bis 10, ^lnter-Kvhlrabi 5, Feldsalat 100, Tomaten 20 bis 35, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 40 bis 100, Kürbis 8, Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 30, Birnen 10 bis 20, Zwetschen 20 bis 22, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100, Gänse 100 bis 110, Russe 80, Preiselbeeren 70 Pf. das Pfund: Eier 15 bis 16, Blumenkohl 20 bis 150, Salat 10, Endivien 8 bis 20, Ober-Kohlrabi 5 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück; Radieschen Dd. 12 Pf.

@Miiinenial:£

WSN. Königstein, 8. Okt. Der von seiner Arbeitsstelle in Königstein entlassene 25jährige Arbeiter Gruber begab sich von hier nach Karls» ruhe, um dort Arbeit zu suchen. Nachdem er zwei Tage lang nichts gegessen und auch die Fürsorge­ämter es abgelehnt hatten, ihm Reisegeld zu ge» währen, ließ er sich dazu hinreißen, auf" der Kaiser» straße einer älteren Dame die Handtasche zu entreißen, wobei er je st genommen wurde. Nach seiner eigenen Aussage wollte der Mann u n - bedingt ins Gefängnis kommen, da wenig st ens zu essen bekäme. Das

Bei Norpulenz oder Veranlagung raten wir allen Lesern, die korpulent oder zum Starkwerden veranlagt sind, 30 Gramm Toluba» Kerne zu kaufen, die bet völliger ilnschädlichkeit fettzersetzend und ansatzoerhindernd wirken. Die echten Toluba»Kerne erbalrenSre mtt Gutachten, genauen Angaben über Gebrauch und Zusammen-

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 9. Oktober 1926.

Die Arbeitsmarktlage im nördlichen Oderhessen.

3nt Bereiche des Arbeitsamtes für das nörd­liche Oberhessen (Stadt und Kreis Gießen und die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten) hat sich die A r b e i t s m a r k t l a g e im Laufe des Semptember nicht geändert. Am 1. Oktober war die Ziffer der erwerbsloser: Hauptunter- stühungsempfänger und der Zuschlagsempfänger gegenüber dem Stande vom 1. September nahezu unverändert. Die Landwirtschaft benötigte im September noch in ziemlichem Umfang Arbeits­kräfte, außerdem waren im ganzen Bezirk Rot­standsarbeiten (Straßenausbau und -Verbesse­rungen, Kanalisations- und Wasserleitungs­bauten, Wasserlaufregulierungen, Wiesenent­wässerungen usw.) fortgesetzt im Gange. Für die nächsten Monate sind weitere Röt­st andsar beiten vorgesehen, so daß es vor­aussichtlich möglich sein wird, die Arbeitslosen- zrfser auch fernerhin möglichst günstig zu halten. 3m einzelnen ist über den September zu be­richten:

Giehen-Stadt. 1.Oktober: 488 Haupt- unterstützungsempfänger, 697 Zuschlagsempfänger (1. September: 470 bzw. 663);

Kreis Gießen. 1.Oktober: 986 Haupt- unterstühungsempfänger, 1252 Zuschlagsempfänger (1. September : 1037 bzw. 1307);

Kreis Alsfeld. 1. Oktober: 403 Haupt- unterstützungsempfänger, 746 Zufchlagsempsänger (1. September: 410 bzw. 795);

Kreis Lauterbach. 1. Okt.: 111 Haupt- unterstühungsempfänger, 192 Zufchlagsempsänger (1. September: 80 bzw. 139);

Kreis Schotten. 1. Oktober: 226 Haupt- unterstützungsempfänger, 432 Zuschlagsempfänger (1. Septernber: 209 bzw. 402);

Insgesamt: 1. Oktober: 2214 Haupt- unterstühungsempfänger, 3319 Zuschlagsempfänger (1. September: 2206 bzw. 3306).

Mehr StratzendisziMn.

(Stoßseufzer eines Radfahrers.)

Mehr Straßendisziplin! Was heißt das eigent­lich? Die Antwort ist doch sehr einfach: Rechts gehen, Fahrdamm nicht in schräger Richtung, son­dern quer überschreiten, vorher einen Blick nach beiden Richtungen der Fahrbahn werfen, nicht an Straßenecken auf dem Fahrdamm ein Schwätzchen halten; rechts fahren und ausweichen, links überholen, an Straßenkreuzungen Signal geben und ein den Verhältnissen entsprechendes Tempo einschlagen.

Dies sind Vorschriften, die jeder Fußgänger und Fahrer eigentlich wissen sollte. Sie kennen auch wohl alle diese Regeln. Aber befolgen sie sie auch? Nein! Warum nicht? Wahrscheinlich sind sie zu be­quem und gleichgültig. Vielleicht huldigen sie auch der Ansicht, daß Gießen eine Kleinstadt, und der Verkehr an Fahrzeugen unbedeutend sei. Dem ist aber nicht [o. Ich bin schon in Großstädten, wie Dresden, Leipzig, Kassel gefahren, teils zu Rad, teils im Auto, wobei ich selbst am Steuer saß. Dort weiß jeder Fußgänger und Fahrer, was er zu tun und zu lassen hat. In kleineren Städten dagegen ist überall dasselbe Bild wie in Gießen. Es könnte vielleicht hier eingeworfen werden, daß die Straßen und Bür­gersteige zu schmal wären. Zugegeben. Nebenbei bemerkt ist das in den älteren Teilen der Groß­städte aber ebenso. Also ist das immer noch fein Grund, daß man kreuz und quer auf dem Fahrweg herumläuft, was besonders ältere Leute, die mit der Zeit nicht mehr mitkönnen, und Kinder, die noch ziemlich verständnislos der Sache gegenübcrstehen, so gerne tun.

Will man mit dem Rad einen Fußgänger, der sich auf dem Fahrweg befindet, überholen, so muß man Signal geben. Die Folge davon ist aber sehr ost, daß der Fußgänger entweder rechts oder links binübergeht. Plötzlich kommt ihm jedoch der Ge­danke, daß er ja in ein Geschäft will, das gerade auf der entgegengesetzten Sette liegt. Also nun noch schnell rüber, ehe der Radfahrer kommt. Doch schon zu spat, und der schönste Zusam- men stoß, bei dem meistens der Radfahrer, in­folge irgend eines Bruchs am Rad, der Leidtra­gende ist, ist fertig. Wer bekommt die Schuld? Der Radfahrer. Bekanntlich ist das Publikum meistens auf Seiten des Fußgängers.Der Rad­fahrer hätte ja langsam fahren können." Hätte der Radfahrer vorher fein Signal gegeben, und der Zusammenstoß wäre erfolgt, so hätte er auch die Schuld gehabt, und das mit Recht. Also wenn ein Warnungszeichen gegeben wird, gerade­aus gehen, oder stehen bleiben, bis der Fahrer vorbei ist.

Aehnlich ist es mit Kindern. Ick) kann es ihnen nicht verüveln, wenn sie in der Freude ihrer Frei­heit überall da herumtollen, wo Platz ist. Hier sollten die Eltern belehrend einschreiten. Es könnte dadurch viel Unglück verhütet werden.

Auch die Fahrer dürften mehr Straßen­disziplin halten. Ein Hebel ist natürlich, daß die Straßenbahn auf einer Seite der Straße läuft, anstatt in der Mitte. Das läßt sich aber nicht ändern, da die Straßen Gießens, wenigstens die Hauptver­kehrsstraßen, zu schmal sind. Gerade deswegen muß von Seiten der Fahrenden, besonders der Rad­fahrer, aufgepaßt werden.

Besonders schlimm ist es auf dem Selters - weg und in der B a h n h o f st r a ß e von der Lie- biastraße bis zum Bahnhof. Wenn man abends zur Bummelzeit" über den Seltersweg fahren will, so ist vor lauter Poussiererei, besonders der jungen Bürschchen von 16 bis 17 Jahren und ihrerDäm-

Persönlichkeit des Bariet6künftlers Karl Scher­ber, der in den Palasttichtspielen ein dreitägiges, bis morgen einschl. laufendes Gastspiel gibt, prä­sentierte sich ein Arttst von reifem Können. Die Vielseitigkeit und das gute Gelingen der zahl- reichen Darbietungen wirkten verblüffend und hinterliehen einen vorzüglichen Gesamteindruck. Scherber findet in feiner gemütlichen Art schnell Kontakt mtt dem Publikum. Er zeigte sich als Zauberer, Schnellmaler, 3ongleur, Gedächtnis- meister, chinesischer Gaukler usw. Vortreffliche Leistungen waren feine Zongleurkunststücke ver­schiedenster Art. Allgemeine Bewunderung er­regte seine Gedächtniskunst. Außerordentlich leb­haften Beifall fand sein Padischah-Akt, das Zer­reißen von Papier (ohne dabei hinzusehen), das sich zuletzt als schönstes Deckenmuster darstellt. In feinem chinesischen Gaukler kunststück konnte

eben von 12 bis 13 Fahren, nicht durchzukommen. Um mit Schiller zu sprechen: . . . Und errötend folgt er ihren Spuren . . wandeln oft zwei lange Reihe die Srtße entlang, vorne Weiblecn, hinten Männlein. Der Radfahrer klingelt sich die Finger lahm. Aber keiner von der Gesellschaft denkt daran, auszuweichen. Ja, ja, der Jugend von heute gehört die Welt!?

Aehnlich find die Verhältnisse in der Bahnhof­straße. Will man schnell zur Bahn, so ist vor lauter entgegenströmenden Menschen, die merkwürdigerweise vom Bahnhof aus links gehen wahrscheinlich ist dieser Bürgersteig dem Bahnhof etwas näher wie der andere nicht durchzukommen.

Mit Hilfe der P o l i z e i und von Warnungs­schildern wäre hier vielleicht Abhilfe zu schaffen.

Also verhütet unangenehme Zwischenfälle und Unglück durch Innehaltung der so notwendigen Straßendisziplin. E.

MWonsOUssLeüung in Gießen.

Die Baseler Mission veranstaltet in den Räumen des früheren Hotels Großherzog vom 20. bis 27. Oktober eine völkerkund­liche Ausstellung aus ihren Arbeitsge­bieten. Es werden Gegenstände gezeigt werden, die jeden, der für Mission, Kolonialpolttik und Geographie Interesse hat, anziehen werden. Aus Asien wird das Modell eines chinesischen Wohn­hauses, aus Indien werden Götzen, Hausrat, Spielsachen, von der Goldküste das Modell einer Regerhütte und Sklavereigegenstände gezeigt. Di.e Ausstellung wird jeden Tag von 10 bis 12 llhr und von 3 bis 7 ülhr geöffnet fein. Heber die Eintrittspreise werden Jirsernte Auskunft geben, die in der nächsten Woche imGießener An­zeiger" erscheinen.

Mit dieser Ausstellung sollen Missions- Vorträge verbunden fein, die abends 8 Ahr im Johannessaale gehalten werden. Missionar Z e h l e (Stuttgart) wird sprechen überDeutsch­lands Anteil an der Erziehungsarbeit in Afrika", älniversitätsprofessor Dr. D. Frick (Gießen) überDie allgemeine Missionslage", Missions­inspektor Oehler (Basel) überDie Lage der Missionsarbeit in China", Missionar Lauk (Frankfurt a. M.) überChinesisches Familien­leben" und Missionar S ch l a u d r a f f (Gießen) überBilder aus der Geschichte von Qlfante. Diese Dorträge werden in Verbindung mit der Ausstellung dadurch Bedeutung erhalten, daß jetzt die Missionsarbeit wieder einen neuen Auf­schwung genommen hat. Rachdem durch den Ver­trag von Versailles der deutschen Mission zu­nächst ihre Tättgkeit unmöglich gemacht worden war, sind es jetzt Vertreter der englischen Re­gierung, die die Baseler Mission nach Kamerun

Aus der Rhön.

L F U l b a , 8. Ott. Dem R h ö n k l u b . der in 70 Zweigvercinen jetzt 13 250 Mitglieder zählt, ge» bührt das Verdienst, die Rhön, das unter dem NamenLand der armen Leute" lange Zeit ver­kannte eigenartige deutsche Mittelgebirge, erschlos­sen zu haben. Erstreckte sich die Tätigkeit ursprünglich in der Hauptsache auf die Schaffung eines zuver­lässigen Wegenetzes, so hat man sich in den letzten Jahren daneben auch des Hüttenbaues ange­nommen. Mehrere größere Zweigoereinc haben jetzt ihre Hütten teils vollendet, teils noch im Bau. Die Zweigvereine Würzburg und Fra aJ Di r t er­freuen sich im .Haus Franken" am Dammers- seid, unter Benutzung eines Pferdelazarettes 1923 vergrößert und vollendet, eines schönen Besitzes. Schweinfurt kaufte ein Prioctthaus am Gan» golfsberg und bekam sein gemütlichesSchwein­furter Haus". H o f h e i m baut einen Turm in den Haßbergen, während Dermbach auf dem Gläser ein schönes Unterkunftshaus errichtete und N e u ft a b t feine Hütte am Käuling unter Dach brachte. Vacha hat unter großen Opfern seinen bau­fälligen Bismarckturm auf dem Oechsen wieder wetterfest gemacht und daneben ein hübsches Unter» kunftshaus errichtet. Auf dem P! e ß hat die t h ü » rin gische Regierung einen stattlichen Bal- kenturm erbaut, der einen großartigen Rundblick erschließt. In dem Jagdschlößchen unterhalb des Gipfels hat der Zweigverein Salzungen eine vorbildlich eingerichtete Jugend» und Wander- Herberge in diesem Jahre eingeweiht. Mit Hüt­tenbauplänen tragen sich noch folgende Zweigvereine: Hanau, auf dem Simmersberg; Eise- nach am Abhange des Ellenbogens; Kassel am Buschschirmküppel oberhalb Hilders. Vollendet wurde in diesem Jahre die Fuldaer Hütte an der Maulkuppe; sie wurde am Sonntag eingeweiht. Das Haus ist ein wachtturm- ähnlicher, aus dem Felsgestein der Umgebung er­richteter Rundbau, der sich in seinem Aeußeren sehr gut der ernsten, herben Rhönlandschaft einfügt. Die Hütte enthielt u. a. ein sehr gemütliches Klubzimmer und sieben Schlafräume, von deren Fenstern man eine entzückende Fernsicht auf die Rhön genießt. Die Zimmer sind nach den Bergen benannt, die sich von dem Fenster aus dem Ang« des Beschauers barbieten.

4- Unbeachtete Vorschriften für Rad­fahrer. Man schreibt uns vom Lande: Wer in der gegenwärtigen Zett, sei es am Abend oder in später Rnchtstunde, die Landstraßen benutzen muh, ist keinen Augenblick sicher, vvn einem Radfahrer ohne Laterne umge* rannt zu werden. Man kann mtt Bestimmtheit feststelleri, eher neun Radlern ohne Laterne als einem mit Laterne zu begegnen. Dabei fahren viele mit solcher Geschwindigkeit, bah man sie erst merkt, wenn der Zusammenstoß unvermeidlich ist. Zum Schutze der Passanten sollte die Pcllizei und Gendarmerie mit aller Schärfe gegen diesen immer mehr einreißenden Unfug Vorgehen.

* DerMandolinen-undGitarr en- VereinReapolita" errang am Sonntag auf einem großen Mandolinenwettstreit in Dotz­heim bei Wiesbaden gegen sehr starke Kon­kurrenz mit 158 Punkten den bterten Preis. An dem Wctttstrett waren u. a. große Vereine aus Mannheim, Köln, Mainz, Koblenz und Wetzlar beteiligt Der Erfolg der Gießener ist unter diesen Umständen sehr beachtenswert und stellt dem Verein und seinem Dirigenten, Hans Sonntag, das beste Zeugnis aus.

WSN. Darmstadt, 8. Okt Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte das Bezirksschöffen­gericht gegen den Kaufmann Hans Will ecke von Hindenburg wegen Verrats milltäri l, . Geheimnisse. Das öffentlich verkündete Urteil, das rechtskräftig ist, lautet auf ein Jahr echs Monate Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft.

elfen dis Freiheit Deutschlands durch Stabilisierung der französischen Valuta zu erreichen?" Mtt der noch genaue­ren Präzisierung, daßwir nicht neue Ver­pflichtungen übernehmen, aber schon im Dawesplan eingegangene in beschleunigter Weise erfüllen sollen." Damit ist gewiß ein wettfHau­end er ^Gedanke ausgesprochen, aber nicht mehr als eine Anregung und eine Aufforderung.

Zunächst: ist Frankreich im Besch aller Po- sttionsn, die es nur räumt Zug um Zug und gegen Zugeständnisse, fo ist Deutschl and überall der Fordernde, der die Karte des Völlerbundseintritts und der daran zu knüpfenden Bedingungen ohne Gewinn dafür ausgesvielt hat unb nun von vorn anfängt mit der Milttärkontrolle, Rheinlcmdbesatzung und allen diesen bekannten, immer wieder aufzu­werfenden Fragen. Was Deutschland seiner!etts bieten kann, ist einmal die wirtschaftliche Zusammenarbeit, für die im Eisenpakt und im Halidesvertrag die Grundlagen geschaf­fen werden sollen. Lind sodann: finanzielle Opfer, mtt denen es sich gewissermaßen den Weg zur Befreiung auf friedlicher Dahn frei machen will.

Schon die erstere Richtung weift 'auf größte Schwierigketten. Das neue Provisorium schafft normale Beziehungen, aber eben nur den Anfang dazu unb läßt für vieles die Regelung offen. Der Eifenpatt ist immer rroch nicht unter Dach. Es ist eine gewaltige Sache, dieses Bündnis zwischen deutscher Kohle und französischem Ei­sen, das natürllch politische Folgen haben wird. Aber vielerlei Hemmnisse sind noch zu über­winden.

Roch mehr: Spricht man nicht jetzt etwas leicht in Deutschland von der Bereitwilligkeit zu finanziellen Opfern, zu denen man doch schließlich das Geld haben muß? 3n bezug auf die Befreiung des Rheinlandes, auf Supen-Malmedh. auf das Saargebiet? Gewiß, die Währung ist stabilisiert, die Ansammlung neuen Kapitals im Gang. Aber unser Wirt­schafts- und Finanzsystem sind noch wett davon entfernt gesichert zu sein oder gar zu florieren. And sodann: schiebt man bei solcher Erwägung, neue finanzielle Verpflichtungen auf sich $tt neh­men, um politische Vortelle zu gewinnen, die sehr verführerisch flingen, schiebt man da nicht etwas leicht die Lasten aus dem Dawesplan, die sich ja erst 1928 voll auf Deutschlands Schullern legen, beiseite und den ganz großen GesichtSpuntt seiner Revision von Lasten, die nach unserer allgemeinen Lieberzeugung für un­ser Deutschland unerträglich sind?

Abermals ein Schritt Wetter: Wie man auch die Frcwe, ob dieEisenbahnobligationen zu mobilisieren seien, drehe und wende, man stößt dabei an den Dawes-Plan, an die Transfer­frage, an Nordamerika. Ist es schon gefähr­lich, dem Gedanken deutsch-französischer Verstän­digung ohne die Berücksichtigung Englands michzugshen, so wäre es für Deutschland schlechter­dings verhängnisvoll und schädlich, wollte es an die Arbeiten der nächsten Wochen Herangehen ohne den Blick auf Nordamerika. Es ist nötig, diese Warnung auszusprechen und zu unterstreichen. Sonst müssen Rückschläge kommen, die schädllch sein toerben, Wir können nicht ohne Nordamerika an diese ganzen Verhand­lungen Herangehen, und wir wollen es auch nicht, weil in dem Zusammenhang der nordamerö- kanischen Finanz- und Schuldenpolitik gegenüber uns und gegenüber den Siegerstaaten Momente liegen zu großen Wendungen in unserem Sinne.

Schuldenpolitik: Deutschland hat den Dawesplan angenommen, er läuft, zu gegebener Zett muß an seine Revision gegangen werden. Frankreich hat seine Schulden an Amerika noch nickt geordnet. Es steht uns nach wie vor fest, daß Frankreich das Joch seiner Schuldenarrange­ments mit Qhner^a wie mit England auf sich nehmen muß. Ohne dies keine Anleihe, keine Stabilisierung der Währung, keine Ruhe und keine Ordnung. Wir haben nicht Frankreichs Zuteresse dabei wahrzunehmen. Will Frankreich versuchen, in diesen Verhandlungen ohne Amerika und um Amerika herum etwas zu erreichen, so ift das seine Sache. W i r wollen jedenfalls diesen Lrmnpf nicht aus der Hand geben, ehe wir ganz genau wissen, was wir dafür erhalten!

Das hier Angeführte ist zurückhaltend, nüch­tern, wenn man will, etwas pessimistisch. Denn es zieht den Schleier weg von vielen verwickelten. Schwierigkeiten, über die die Stimmung in Genf und der Wille, zu einer Verständigung zu kom­men, leichter hinwegsah. Wir stimmen Dr. Str es e- mann durchaus zu, daß ohne Glauben und Opti­mismus in solchen großen Sachen nichts zu er­reichen ist. Auch wir wollen an die Arbeit geben, eine deutsch-französische Verständigung größten Stils in diesen Monaten zu begründen, alnd wir scheuen durchaus nicht vor großen, auch finanziellen Opfern zurück dafür, wenn wir da- mtt wirklich die ganz großen Ziele erreichen. Aber es ist ein Geschäft, und ein Geschäft, das mitten in den nun einmal wieder enger ge­wordenen Beziehungen der Weltwirtschaft und Weltjwlttll mitten drinnen steckt. Gerade daraus, daß diese Beziehungen wieder enger wurden, hat Deutschland die Vortelle in den letzten Jahren gezogen. Die deutsche Außenpolitll wäre unver­antwortlich leichtherzig und töricht, wenn sie das aus der Hand gäbe und übersähe, daß das, was wir jetzt wollen, bestimmt nicht in Gens zu er­reichen ist, daß das, was wir jetzt wollen, zwar in Paris angebahnt und begründet werden muh, aber abgeschlossen werden kann unb darf nur im großen Rahmen auch der Beziehungen Deutsch­lands zu England und vor allem zu Rvrd - amerika.