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rnotizen.

lender für Mittwoch, ab 6 Uhr im Flughafen. - 8V, Uhr, Katholisches 2er- rversammlung. - LWpül- .'Ttcfen aug dem Süden". uppe bei D §. A. Kom- b Wortragfafaib in ber Iber HirsWrgs. Man bc- W-

r-Dund dnanMel vom m Jahresfest. Äm Freitag, wird Herr Professor

l einen Vortrag halten über Der Redner wird Goethes lat schildern und namentlich zum Reichskammergerichl und lnd aussühren, welche Dedeu- Zeit des Dichters beizulegen end am Samstag ist u. a. der Xi Haires aus Darmstadt her in Gesang, Mundart und ethes Darmstädter 2-agen de- Ieranftaltungen finden m ereinshaus statt. Zum M- M am Sonntag ein Ausflug wo die Goethestaltoi unter Gloel besichtigt werden sollen icigc.)

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Wilbelm Fenchel,

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ten R. bie schwul- j |C( rrunps "» hohe SW besuche Wb- llcn-

* Christoph Rübsamen. Am heutigen y. Juni jährt sich zum hundertsten Male der Tag, an dem Christoph Rübsamen, der bekannte Gießener Turner und Veranstalter der Gießener Iugendfeste, das Licht der Welt erblickte. In dank­barer Würdigung seiner Verdienste um die Turn­sache hat der Gießener Turnverein von 1846, dessen erster Turnwart und erster Sprecher er war, am Grabe des Verewigten einen Kranz niedergelegt. Auch die Gießener Rudergesellschaft hat mit Rück­sicht auf die Verdienste seines Sohnes, der die Deutsche Meisterschaft als Skuller besaß, einen Kranz an der letzten Ruhestätte Christoph Rüb- samens niedergeleat.

Mittel für die Lahn - und Ohm- Regulierung beantragt. Die Abgeord­neten Kaiser (Kurhessen), Schwarzhaupt und Den. (D. 2p.) haben im Preußischen Land­tag auS Anlaß der Beratung des Haushalts der landwirtschaftlichen Verwaltung einen Ent- schliehungsantrag eingebracht, in dem das Staats- r.iinifterium ersucht wird, in den Haushalt für 1922 die erforderlichen Mittel zur Regulierung der Lahn und Ohm, welche in den letzten Jahren erhebliche Ileberschwemißungslchäden verursacht haben, einzustellen.

" Heugrasoer st eigerungen der Stadt finden am Montag und Dienstag nächster Woche statt. Man beachte die heutige Bekannt­machung.

Lichtspielhaus Bahnhof st raße. Das gegenwärtig vorgeführte FilmschauspielR o ° sen aus dem Süden" zeichnet sich vor allem durchs die Mitwirkung der Prominenten Henny Porten aus, die als Trägerin der Hauptrolle ihre Darstellungskunst zeiat. Außerdem verdient die prächtige Ausstattung besondere Erwähnung. Von den übrigen Rollen sind hervorzuhebcn: Angelo Ferrari als Dr. Hans Adam und Robert Scholz als Armand Laurence. Das Manuskript hält sich nicht immer auf gleicher Höhe- z. B. das Schlußbild des letzten Aktes, das eine Heber- raschung bringt, die den Ausklang steigern sollte, bewirkt gerade das Gegenteil und schwächt den Eindruck des im großen und ganzen guten Gesamt­wertes.

80 Jahre Turn- und Sportverein Butzbach.

*2$. Butzbach, 6. Juni. Wie nach den mustergültig getroffenen Vorbereitungen nicht an­der- zu erwarten war, ist die gestern und heute veranstaltete Feier des 80jährigen Be - stehens des hiesigen Turn- und Sportvereins glanzvoll verlaufen, aber nicht infolge glänzender äußerer Aufmachung, sondern mehr dadurch, daß man es verstanden hatte, sie mit edelster turnerischer Arbeit und echt turne­rischem Geiste au erfüllen und damit zu einem inneren Erlebnis für alle Teilnehmer zu ge­stalten.

Der Auftakt zu den Veranstaltungen war gleich ein Höhepunkt des Erlebens: der Empfang der Westsalenturner und der übrigen Turnergäste aus nah und fern am Samstag- nachmittag. Von einer begeisterten Menge mit Heilrufen und Blumengrüßen am Bahnhof emp­fangen, wurden sie mit Musik nach dem ehr­würdigen Markt geleitet, wo Bürgermeister Dr. Jansen herzliche Worte der Begrüßung fand.

Der Fe st abend, der am Samstag den großen Saal desHessischen Hofes" bis zum letzten Platz füllte, wurde von Redakteur K. Schneider, seit langem Vorsitzender deS Turn- und Sportvereins, und Dr. R a u abwechselnd ge­leitet. Schneider entbot kurzen Willkommensgruh den zahlreichen Turnergästen, wie auch den Ver­tretern der städtischen und staatlichen Behörden, die durch ihre Teilnahme an der Feier bekun­deten. welcher Achtung sich der durch eine reiche geschichtliche Vergangenheit ausgezeichnete 3u= bclverein erfreuen darf. Ein besonderer Gruß galt Frl. Kunath, der Tochter von Ober­lehrer Arno Kunath, des Oberturnwarts d e r D. T der leider in letzter Minute noch am Erscheinen verhindert worden war. Diele Tele­gramme und Glückwunschbriefe waren eingelaufen, u. a. von Prof. Dr. Berger, dem Vorsitzenden der D. T., Kreisvertreter Schulrat Schmuck, Oberturnwart Kunath.

Den Reigen der Glückwunschansprachen eröff­nete Bürgermeister Dr. Jansen, der einen Rückblick in die interessante Geschichte des am 28^ März 1846 gegründeten Vereins warf und wünschte, daß die großen Führer des Vereins, die auch um das Gemeinwohl der Stadt in vor­bildlicher Weise verdient gewesen seien, dem Tünfügen Geschlecht allezeit Leitstern sein möchten. Schulrat Hassinger (Darmstadt) sprach als Beauftragter der hessischen Regierung^ die dem Jubelverein Dank sage, weil er das Panier der Deutschen Turnerschaft stets hochgehalten habe. Daß die Regierung die Pflege der Leibesübungen zu schätzen wisse, das gehe aus der Schaffung des Landesausschusses für Leibesübungen hervor, der in den nächsten Wochen zum ersten­mal zusammentreten würde. Die Turnvereine seien ein wichtiger Baustein am Aufbau unserer Volksgenossen schäft. Kreisdirektor Gebhardt (Friedberg), der die Grüße des Kreises Fried­berg überbrachte, erinnerte an Dr. F. L. Weidig, Moritz Kuhl, Kalbfleisch, Prof. Wämser, die für die Entwicklung des Turnens in Butzbach und im gesamten Mittelrheingebiet von so großer Be­deutung gewesen, und ermahnte daS heutige Geschlecht, an den Grundsätzen und dem Geist dieser Männer festzuhalten. Von Turnervertre- tcrn sprachen daim: für den Mittelrheinkreis der Kreiskassenwart PH. Röbig (Rödelheim), der mit Worten herzlicher Anerkennung an die Turner K. Schneider (2. Gauvertreter des Gaues Hessen) und Jakob Häuser die seltene Auszeichnung deS Ehrenbriefes des Mit- telrheinkrcises überreichte; für den Gau Hessen dessen Gauvertreter, Fabrikant A. Pfeiffer (Wetzlar), der gleichzeitig an K. Schneider und Gg. Häuser den Gau­ehrenbrief aushändigte: für den 5. Bezirk im Gau Hessen Studienrat Schuchmann (Fried­berg). Eine lange Reihe weiterer Gratulanten schloß sich an. ES seien nur genannt: Ober- studiendircktor Binzel, der für die Butzbacher Schulen sprach: Direktor Stumpf, der die Grüße der Butzbacher Vereine zu einem herzlichen Glückwunsch zusammensaßte. Von den Turnvereinen, die noc^nals besonders gratu­lieren ließen, sollen die beiden Gießener Vereine besondere Erwähnung finden. Der Turnverein 1846 ließ durch seinen Sprecher Erle eine Stabhochstange dem Jubelverein überreichen, der Männertumve ein durch seinen Sprecher Kling eine Ausstattung Keulen für die Frauenabteilung des Butzbacher Vereins. Auch der Tv. Langgöns fehlte nicht unter den

Gratulanten; er ließ durch Turner Kehler einen Fahnen nagel an den Butzbacher Bruder- Verein aushändigen.

Reben dem vielen Guten, das an dem Abend geredet wurde, kam aber auch dir Tat nicht zu kurz. Die Westfalen-Riege, die durch ihre Finnlandreise bekannt geworden ist, und der Tv. Dieber-Offenbach bestritten den turne­rischen Teil der Festfolge. Was sie boten, ist hier noch nicht gesehen worden, obwohl schon öfters anerkannte Turner hier zu Gast waren. Die Leistungen waren über alles Lob erhaben und können wohl kaum übertroffen werden. Das Pu­blikum stand ganz im Banne des Geschauten und der GeisteSdisziplin, die diese einfachen Männer vom Lande der Roten Erde beherrscht. Daß auch das deutsche Lied an dem Abend nicht fehlte, dafür sorgte der Gesangverein .Ein­tracht". der unter Leitung von Lehrer Römer (Grohen-Linden) mit einigen schönen Chören auf­wart eie. Zur Belebung der Stimmung trug ganz wesentlich auch die Gießener Reichswehr­kapelle bei.

Gerührt dankte K. Schneider für alle dem Derein erwiesenen Ehrungen und gab dann Schulrat Hassinger das S ch lu ß w ort. Der Redner sprach, noch ganz unter den Eindrücken der erhebenden Feier stehend, Stadt und Turn­verein Butzbach den Dank für den schönen Abend aus und entbot den Söhnen der Roten Erde, deren Leistungen Staunen und Bewunderung ausgelöst Hütten, noch einen besonderen Gruß der hessischen Regierung und deS Hessenlandes. Die Ansprache, die mit Begeisterung ausgenommen wurde, bildete einen würdigen Ausklang des erhebenden Festaktes.

Einen ähnlichen Derlauf nahm der heutige Abend in der großen F e st h a l l e , wobei außer der Westfalen-Finnland-Riege der hiesige Turn- und Sportverein und der Gesang­vereinOrpheus" rnitwirkten.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

ch Lützellinden, 8. Juni. Die Dor- arbeiten zu den verschiedenen Wegebauten, die die hiesige Gemeinde in diesem Jahre in unserer Gemarkung vornehmen läßt, sind in vollem Gange. Der erforderliche Kleinschlag wird von hiesigen Erwerbslosen hergestellt, ebenso wird auch das Brechen der Steine von Erwerbslosen ausgeführt. Um eine Ersparnis zu erzielen, hat die Gemeinde von einer Vergebung der Fuhrleistungen abgesehen, so daß unsere Vieh­halter durch das üblicheFrohnfahren" die Steine an Ort und Stelle bringen müssen, und zwar muß für je 3 Morgen Grundbesitz ein Kubikmeter Steine gefahren werden. Die Schafzucht, in den Kriegsjahren ein bedeuten­der Rebenzweig der Landwirtschaft, hat in den letzten Jahren in unserem Orte eine starke Ver­ringerung erfahren, was zum Teil auf den niedrigen Preis der Schafwolle zurückzuführen ist, so daß bei dem üblichen Umtausch des Schafwolle gegen Strickgarn die Schafhalter sehr schlecht abschneiden. Außerdem haben die Schafe in den letzten strengen Wintern große Löcher in die Wintervorräte gefressen, so daß der Landwirt für mehrere Schafe bequem ein Stüa Rindvieh halten konnte. 3m Sommer je­doch ist der Dung, den die Schafe liefern, ein begehrtes Düngemittel unserer Landwirte, das sie sogar dem künstlichen Dünger vorzuziehen.

ch Hörnsheim, 8. Juni. In diesen Tagen trat ein weiterer hiesiger Einwohner mit seiner Familie die Reise über d i eGroße Pfütze" an, um in der Reuen Welt sein Glück zu versuchen. Es war der Schneider Rosen­baum. Der hiesige Turnverein, dessen Turn­wart er war, geleitete den Scheidenden zur Dahn.

Die Gemeinde beabsichtigt, verschiedene Wegebauten vornehmen zu lassen. Man hofft, daß die Arbeiten als Rotstandsarbeiten anerkannt werden, und daß zu ihnen ein Be­trag aus den Mitteln der produktiven Er­werbslosenfürsorge von der Regierung be­willigt wird. Es sollen bei den Arbeiten die hiesigen Erwerbslosen Beschäftigung finden.

Kreis Biedenkopf.

T W a ldgirmes, 8. Juni. Die Boni­tierung unserer Gemarkung ist beendet. In genau fünfzig Tagen sind über 9000 Parzellen unter­sucht und geschäht worden. Run geht es an das Anlegen des Wegenetzes. Zuerst soll eine zwölf Meter breite Straße unterhalb des Ortes angelegt werden, im Straßenzug Raunheim Dorlar, da der starke Auto- und Wagenverlehr im Zuge DillenburgGießen durch die engste Straße unseres Ortes, die Kreuzer- straße führt. Es ist geradezu ein Wunder, daß bis jetzt nicht größere Unglücke in dieser Straße, zumal an der rechtwinkeligen Biegung gegen Dorlar, passiert lind. Erst vorige Woche hingen hier zwei Wagen mit Langhölzern und ein Auto zusammen, die nur mit vieler Mühe wieder auseinander gebracht werden konnten. Durch die neue Straße wird außerdem viel Baugelände aufgeschlossen. Die Gemeinde hat schon ein Haus mit Scheune und Stallungen zum Abbruch angekauft, um eine Verbindung deS Ortes nach dteser Straße herzustellen. Bei der Zusammenlegung sollen noch zwei Bleich- plätze und ein Spielplatz angelegt, der neue Friedhof bedeutend erweitert und von dem alten Friedhof Gelände zum Reubau einer sechs- klassigen Schule genommen werden. Dis jetzt haben wir drei Schulhäuser an verschiedenen Plätzen, was ein kostspieliges Unternehmen und für den Schulbetrieb sehr nachteilig ist.

Dillkrcis.

bl. Dillenburg. 8. Juni. Die Gesamtzahl der Vollerwerbslosen des Kreises beträgt nach dem jüngsten Stand 1680 männl und weibl. Personen. Dazu kommen noch 2769 Zuschlagsemp­fänger. Bei Rotstandsarbeiten werden gegen­wärtig 545 Mann beschäftigt. Gegenüber der Vorwoche ist die Gesamtzahl um etwa 100 Per­sonen gefallen.

Herborn, 8. Juni. Die Arbeiten zum 7. Rassaurschen Bauerntag. der vom 17. bt6 20. Juli d. 3.. verbunden mit Tierschau und Maschinenausstellung, in Herborn stattsindet. schreiten rüstig vorwärts. Die Tierschau wird von mehreren Züchtervereinen beschickt werden. Der Festzug wird aus Trachten gruppen und ca. 40 historischen und landwirtschaftlichen Wagen be­stehen.

* Breitscheid, 8. Juni. Durch h e r a b ft ü r» 3 e n d e Oefteinsmaffen verunglückten in einem hiesigen Steinbruck; Betrieb 5 lei ter B i ch- ler und Arbeiter Winkel, beide aus Crdboch. Die Verlegungen sind schwer, geben aber zu Be- I fürchtungen keinen Anlaß.

bl Offdilln. 8. Juni. Unter zahlreicher Anteilnahme der Deoöllerung wurde am ver­gangenen Sonntag das Ehrenmal für unsere gefallenen Brüder eingeweiht. DaS Denkmal ist keilförmig erbaut und wird durch einen Adler auf rollender Kugel gekrönt. Eine Platte trägt die Ramen von 14 Gefallenen.

Lberlahnkrcis.

A Arfurt a. d. Lahn, 8. Juni. Boraestern be­ging in schlichter Feier die Freiwillige Feuerwehr ihr 25jühriges Bestehen. Gegen 2 Uhr ging der Feier eine Hebung voran, welche exakt ausgeführt wurde. Hierauf versammelten sich die anwesenden Vereine- vor dem Schulhaus. Lehrer Reidel würdigte in kurzen Worten die Bedeutung der Feier, worauf der Ortspfarrer in einer längeren Ansprache den Werdegang der Feuerwehr schilderte. Hierauf nahm Lehrer Reidel noch einmal das Wort und gedachte der Toten. Dann wurde den 18 noch lebenden Mit­gliedern die vorn Zentral-Feuerwehroerband ver­liehene Medaille überreicht. Ein silberner Ehren­kranz, gestiftet von der Bürgerschaft Arfurts, wurde von dem Ehren-Kommandanten Bähr entgegenge- nommen.

* Weilmünster. 8. Juni. Die hier ge­plante Tierschau muß wegen ber ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche ausfallen.

Kreis Limburg.

WER. Limburg, 8. Juni. (Der Mäd­chenmord auf dem Westerwald.) Die polizeilichen Rachforschungen nach den vermißten Kleidungsstücken und der Reisetasche der von ihrem Geliebten ermordeten Anna Ben­ner haben jetzt zur Auffindung der Sachen ge­führt. Wie man gleich vermutet hatte, hatte der Mörder sie in einen etwa 70 Meter tiefen Schacht der EisengrubeAlexandra" geworfen. Die Wäschestücke und Kleider sind bereits ge­borgen. Die Tasche wurde durch die Wucht des Falles auseinandergerissen, und der Inhalt liegt noch zerstreut im Schacht. Man glaubt, daß der Briefwechsel des Mörders mit seiner Braut sehr belastende Momente für ihn ergeben dürfte, und ist der Anschauung, daß es sich um wohlüberlegte Tötung, also Mord, und nicht um eine Affekt­handlung handelt. Wie auS Marburg gemeldet wird, soll die Ermordete, die gerade in der Mar­burger Klinik war, diese in sehr gedrücktem Zu­stande verlassen haben.

Maingau.

WSR. Homburg v. d. H., 8. Juni. In einer Gastwirtschaft im benachbarten Dorn­holzhausen wurde am Samstag ein schwe­rer Einbruch verübt. Den Tätern fielen zwei Fahrräder, Lebens- und Genuhmittel im Ge­samtwerte von 600 Rm. in die Hände. Auch für die vier Räder eines Kinderwagens hatten die Täter Verwendung. während sie Den Wagen selbst stehen ließen.

Turnen, Sport und Spiel

Neichsoffene Wettkämpfe der D. T.

Gießener Turner und Turnerinnen in Offenbach.

4 An den reichsoffenen volkstüm­lichen Wettkämpfen, die der Turn­verein Offenbach a.M- zur Durchführung brachte, beteiligten sich am 5. und 6. 3uni auch Turner und Turnerinnen der Gießener Turnerschaft. Die Beschickung der Wett­kämpfe von feiten bekannter Vereine wie Turngesellschaft Sachsenhausen, Turnverein »Vor­wärts" Dockenheim, Mainzer Turnverein 1817, Turnverein Kreuznach, Dockenheimer Turnge- meinde, Turnverein Prag-Stuttgart, Turnverein Offenbach u. a. m. war sehr stark, weist doch die Teilnehmerliste eine Beteiligung von 214 Wettkämpfern aus 33 Vereinen auf. Wie die große zahlenmäßige Beteiligung waren auch die Leistungen erstklassig: um so höher sind die Er­folge unserer Gießener Turner und Turnerinnen zu bewerten. Die schönste Leistung vollbrachte die 14jährige Turnschülerin Else Bickelhaupt vom Männerturnverein, die im Hochsprung für Anfänger und im offenen Kampfe beidemal mit 1,35 Meter bzw. 1,40 Meter den 1. Sieg erringen konnte. Bei ihrer Veranlagung gerade für Hoch­sprung ist von ber jugendlichen Turnerin noch mancher Erfolg zu erwarten. Die Turnerin Tilly Espach, ebenfalls vom Männerturn- berein, wurde im offenen Kampfe im Hochsprung 2. Siegerin. Paula Hofmann, MW., holte sich im Diskuswerfen den 3. Sieg und im 75- Meter-Lauf den 4. Sieg. Vereinsmäßig als ab­gerundetste Leistung ist Der 2. Sieg der Tur­nerinnen des Mtv. in der 4 mal 100 Meter Turnerinnenstaffel zu bemessen. 3n ber Besetzung Paula Hofmann, Charlotte A m e n d. Else Dickelhaupt und Tilly Espach erkämpfte sie sich vorVorwärts" Bockenheim und Turn- Gesellschaft Sachsenhausen im Endkampf den zwei­ten Platz. Vom Männerwrnverein konnte Turner Ludwig Malkomesius im Dreikampf 8. Sie­ger werden. Turner Dilges vom Tv. 1846 gelang es, das Kugelstoßen für Anfänger mit 10,39 Meter an sich zu bringen; im offenen Kampfe wurde er mit 10,49 Meter 3. Sieger. Sein Dereinskamerad W. Gartenschläger wurde im Hochsprung 3. und im Diskuswerfen ebenfalls 3. Sieger: im Dreikampf brachte er es zur 5. Stelle.

Die Gießener Turnerschaft kann mit Recht sich dieser in so umstrittenem Kampfe errungenen Siege erfreuen.

Turner-Handball.

T. u. Spo. Buhbach I To. Sesselstadt I 1:2 (1:1). T. u. Spo. Buhbach IITv. Kesselstadt 11 1:0 (1:0).

Butzbach, 6. Juni. Die zur Feier des 30jährigen Jubiläums des hiesigen Turn- und Sportvereins hier anwesenden Turner auS Kes- selstadt trafen sich mit Den Butzbacher Mann­schaften heute nachmittag zu sehr schönen Werbe­spielen im Handball. Beim Spiel ber ersten Mannschaften gewann Kesselstadt knapp, aber verdient. Es zeigte in bezug auf das Zusammen­spiel einen bedeutend schöneren Handball als der ®egner. während die Platzmannschaft ihre Spielweise zu sehr auf einzelne Spieler zugeschnit- ten hatte. Butzbach ging 1:0 in Führung, muhte sich aber bald durch einen Strafwurf den Aus­gleich gefallen lassen. Die zweite Halbzeit zeigte bald die eine, bald die andere Mannschaft im Angriff. Der siegbringende Treffer Kesselstadts fiel wiederum durch einen Strafwurf, der wegen körperlichen Spiels der Butzbacher Verteidigung verhängt werden mußte. Bei Kesselstadt gefiel besonders ber Torhüter, der die schwierigsten Bälle meisterhaft zu halten verstand. Vutzäichs

2. Mannschaft gewann verdient. Sie war wäh­rend des ganzen Spiels überlegen. Ein 3.0-Sieg wäre ihr zugekommen. Seibert (Wetzlar) als SchiedSritAer war einwandfrei.

Wandern in der D. T.

Q Mit stets wachsender Beteiligung führt feit Anfang diese- JahreS der Männerturn- verein Gießen regelmäßige Wanderungen auS. Der Wanderwart verstand eS, in Ver­bindung mit dem Turn rat, dem Vorstand einen hübsch zusammengestellten Danderplan vorzu- icgen. Rach der immer sich steigernden Teilnahme, auch an größeren Wanderungen (z. D. Gießen- Herborn) darf die Durchführung als gesichert angesehen werden. Am letzten SonntZg führte der Weg von Wetzlar nach und um Braunfels. Eine stattliche Zahl Turnerinnen und Turner (über 40) erlebten unter Führung von Wander­wart G u t j a h r eine in allen Teilen gut ver­laufene Wanderung. Die nächste Wanderung hat den Dünsberg als Ziel.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund.

L Die vorgesehenen Gesellschaftsspiele muß­ten am Sonntagnachmittag ohne Ausnahme in­folge des starken Regens auSsallen. Zum Aus- trag gelangten lediglich zwei VerbandS- spiele der mit der Durchführung derselben noch rückständigen 2. Klasse So standen sich am Sonntagabend die 2. Mannschaft Gie­ßens und die neu ins Leben gerufene 2. Mannschaft Wetzlars auf dem Trieb \ in Gießen gegenüber. Wetzlar überraschte durch eine vollendete Mannschaft, die den kampferprob­ten Gießenern sogar einen Punkt abnehmen konnte, indem sie ein unentschiedenes 3:3 Resultat herausholte.

Trotz des wenig einladenden Wetters am Sonntagnachmittag stellten sich auf dem Wie- secker Sportplatz die 2a-Mannschaft Gie­ßens und die 2. Mannschaf t deS Platz- Vereins dem Llnparteiischen. Die Gießener Mannschaft kam im Verlaufe deS Spiels eigent­lich nicht recht zur Geltung und muhte sich ein hohes 5:0-Resultat gefallen lassen. DaS Ergeb­nis war ein getreues Spiegelbild des Spielver­laufs.

Dreitausend Meldungen zu den Deutschen Kampsspielen.

Eine erste Gesamtübersicht über die Mel­dungen zu den 2. Deutschen Kampfspielen vom 4. bis 11.3uli in Köln ergibt die erfreuliche Tatsache, daß Die Zahl der Meldungen / 3 0 0 0 erreicht, wenn nicht Übersteigt. Da es sich bei den deutschen Kanrpfspielen bekanntlich nicht um eine Massenveranstaltung im eigent­lichen Sinne des Wortes handelt, sondern um ein Treffen der Bestien aus allen Lagern, muß diese überaus hohe Meldungszahl auf den ersten Blick überraschen, sie erflärt sich aber daraus, daß es sich einmal um alle HebungSacten der Leibesübungen handelt und daß alle sonst ge­trennt marschierenden Verbände von Turnen und Sport, hier bereinigt sind.

Die Klasse der Teilnehmer steht außer allem Zweifel, denn es sind wohl alle deutschen Meister ohne Ausnahme in Köln am Start zu erwarten, besonders zahlreich werden sich die Leichtathleten und volkstümlichen Turner betei­ligen, die zusammen etwa 1000 Meldungen abge­geben haben. Am nächsten kommt daS Kunst­turnen mit etwa 500 Meldungen vor dem Schie­ßen mit ungefähr über 400, den Krastsport mit 350 und dem Fechten mit 250 Teilnehmern. Sehr gut ist auch das Schwimmen vertreten. Bet dem kaum einer fehlen dürfte, der berechtigte Siegesaussichten hegen kann. Das gleiche gilt von den anderen Sportzweigen, deren genaue älebersicht zur Zeit noch nicht mögllch ist.

Schöffengericht Gießen.

Ein vielfach vorbestrafter Heizer hat im April b. I. in Gießen einen Einbruch in ein Gartenhaus verübt und Kleidungsstücke ge­stohlen, die er seiner Geliebten, einer wegen gewerbsmäßiger Hehlerei mit Zuchthaus vor­bestraften Person, schenkte. Bei ber Tat hatte er einen Revolver bei sich geführt. Der Mann erhielt eine Gefängnis st rafe von l1/- Jah­ren, die Frau eine solche von einem Jahr der Revolver wurde eingezogen. Den Ange­klagten wurden ferner die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt.

Ein gleichfalls vielfach vorbestrafter Ar­beiter erhielt wegen eines ähnlichen Dieb­stahls, bei dem Sachen von erheblichem Wert gestohlen wurden, zwei Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust.

Hinter verschlossenen Türen verhandelte das Gericht gegen einen Hilfsarbeiter aus Kaichen wegen eines an einem Kind begangenen Sitt­lichkeitsverbrechens. Strafmildernd kam seine geistige Minderwertigkeit in Betracht. Die Strafe lautete auf achtzehn Monate Ge­fängnis.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkünbigungsblatt Rr. 45 vom 4. Juni enthält: Flugveranstaltung auf dem Flugplatz Gießen. Wahlen zum Kreistag. Maul- und Klauenseuche in Lauter, Ober-Bessingen, Ettingshausen, Saasen, Göbeln­rod, Geilshausen, Mühlsachsen, Hausen und Alten-Duseck. Konferenzen der Handarbeits­lehrerinnen. Turnunterricht. Reichsjugend- wettkämpse 1926. Gefunden, verloren. Straßensperre. Dienstnachrichten.

' Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 4 6 vom 8. Juni enthalt: Ausschlag der Provinzialumlagen für die Provinz Oberhessen für das Rj. 1926. Meldepflicht der Ausländer. Kanalisation Rödgen. Maul- und Klauen­seuche in Muschenheim. Ruttershausen und Hausen. Straheickperre. Ausführung des Ärkundenstempelgesetzes. Dienstnachrichten.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Tenders.

(Aus der »Radio-Umschau".)

Donnerstag, 10. Juni.

4.30 bis 4.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Das Ballett derGroßen Oper". 5.45 bis 6.05 Hhr: Die Lesestunde. 8 llhr: Hebertragung aus dem Kur­haus in Wiesbaden: Konzert des Wiener Männer­gesangoereins. Anschließend bis 12 Uhr: Heberlra- gung von Berlin: Tanzmusik der Verl!ne^Ts->i kapelle.