Ausgabe 
8.1.1926
 
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Fo bflft hier ffir die kommende Heuernte wohl nur saures Gras" zu erwarten sein wird. Die Keller des Unterdorfes hatten sämtlich starkes Wasser, das sicherlich bei den an und für sich schon stark zum Paulen neigenden Kartoffeln, aber auch allen an­deren dort gelagerten Wintervorräten seine ver- derblichen Wirkungen noch zeigen wird.

Streik Schotten.

id. Aus dem Vogelsberg. 7. Jan. Die W a s s e r m a s s e n , die seit mehr als 8 Tagen zu Tale rollen, haben hier oben keinen Schaden getan. Sie sind vielmehr dem Landwirt hoch­willkommen zur Bewässerung der Wiese n. Durch die im Herbst neu hergestellten Wehre wird ein Teil des Wassers in breite Wasser­graben geleitet und von diesen aus durch kleinere Gräben den einzelnen Wiesen zugeführt. Besonders in der Abenddämmerung sind die Wiesengründe sehr belebt, denn jeder Wiesenbesitzer ist bestrebt, den Nachbarn zu überlisten, ihm das Wasser zu nehmen und für die kommende Nacht auf seine Wiese zuweisen". In den letzten Jahren nahm das Bewässern der Wiesen dauernd ab, und die Düngung der Wiesen mit künstlichen Düngemitteln fern mehr und mehr in Anwendung. Die eben herrschende Geldknappheit ermöglicht jedoch nicht den Ankauf größerer Mengen künstlicher Düngemittel fürs kommende Jahr und zwingt den Landwirt, zu altväterischen" Düngungsmethoden zurütkzulehren. Durch die Bewässerung versucht man auch die in Massen vorhandenen Mäuse zu vertilgen und den infolge jahrelangen Nichtbomässerns der Wiesen durch zu starke Vermehrung lästig, ja schädlich ge­wordenen Maulwurf etwas in der Zahl einzu­schränken.

ld. Ulrichstein, 7. Jan. Seit einiger Zeit erteilt der zum hauptamtlichen Fo r t b i l d» n g s ° schullehrer ernannte Lehrer Schmandt aus Helpershain in sieben Orten unseres Bezirks (Ulrichstein, Unter« und Ober-Seibertenrod, Stum­pertenrod, Helpershain, Köddingen und Meiches) Fortbildungs schul unter richt. Die ein­heimische Bevölkerung bringt der Neuerung das größte Vertrauen entgegen, da Herr Schmandt durch praktische Arbeit ein gründlicher Kenner der land­wirtschaftlichen Verhältnisse unserer Gegend gewor­den ist und einen den besonderen Bedürfnissen des Vogelsbergs angepaßten Unterricht in den meist von .Kindern von Landwirten besuchten Klassen erteilen kann. Durch das Fehlen jeglicher Gisenbahnverbin düng ist es jungen Landwirten unserer Gegend fast unmöglich, eine landwirtschaftliche Winterjchule zu besuchen. Die ländliche Fortbildungs­schule, seither ein Anhängsel der Volksschule, nunmehr etwas Selbständiges, kann in Zukunft be­sonders in Gegenden, in denen der Besuch einer landwirtschaftlichen Winterschule nicht in Frage kommt (Derkehrsschwierigkeiten, Kleinbesitz), große Bedeutung für die Erziehung zum Bauernberuf erlangen.

Kreis Alsfeld.

Nieder-Gemünden, 7. Jan. Dbr G e fangvereinEintracht" hielt dieser Tage seine ordentliche Generalversammlung unter der Leitung von Lehrer Wilhelm ab. Dach der Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden erstattete der Rechner Pabst die Rechnungsablage: Einnahmen' und Ausgaben gleichen sich mit rd. 800 Mark aus. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der bisherige Vor­stand wurde im großen und ganzen in der bis­herigen Zusammensetzung wiedergewählt. 3t Pfeil, ein Mitbegründer des Vereins und seit 1909 dem Dorastnd angehörig, wurde zum Ehrenmitglied ernannt Eine Aenderung der Statuten wurde nach langer Absprache be­schlossen. Don der Beteiligung am W e r - tungssingen in Homberg will man der hohen Kosten wegen Abstand nehmen. Heber die Gründung eines Fonds zwecks Anschaffung einer Fahne wurde noch kein Beschluß gefaßt. Dach herzlichen Dankesworten an den verdienst­vollen Leiter des Vereins, Lehrer Wilhelm, und nach dem Gesang einiger Chöre fand die bedeutungsvolle Versammlung ihren Abschluß.

(I) E rmenrod, 7. 3an. Die Vorberei­tungen zu unserem acht Tage nach Pfingsten statt- fintenten Gängerfeste schreiten rüstig weiter. Einstimmig wurde Förster Blum- Schellnhausen. der aktives Mttglied des hie- Tlgen Gesangvereins' ist, zum Vorsitzenden des Festausschusses gewählt.

Franziska.

Roman von Liesbet Dill.

38. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

FranzMa ging im Zimmer auf und ab wie eine Gefangene, die sich an den Wänden den Kopf einrennt, aber mit einem Satz hatte er sich ihr entgegengewvrfen, mit dem Rücken gegen die Tür, die Hand auf der Klinke. Er drehte den Schlüssel herum, zog ihn ab und steckte ihn in seine Tasche. Dann ging er an die zweite Tür, die nach dem Gang führte, schloß auch die und lieh die Schlüssel ebenfalls in seine Tasche gleiten.

.Was heißt das?" fragte sie, stutzig werdend. Willst du mich hier einsperren?"

Sprich weiter," sagte er,sag mir alles, heul' lügst du nicht mehr..

Olein, ich lüge nicht", sagte sie.An der Lüge ist unsere Liebe zugrunde gegangen. Ich weiß nicht, ob wir beide je hätten Zusammen­kommen sotten, wir sind aus zu verschiedenem Stoff. Manchmal ist das gut. Aber wir sind beide nicht gesonnen, uns zu ändern. Meine Um­gebung ist dir zu weitherzig, deine ist mir zu eng. Ich hab dir einmal gesagt." fuhr sie fort,daß man« mit den Gefühlsäußerun­gen auf dem Theater nicht so tragisch nimmt wie bei eud>. DaS alles gehört, wenn man so will, zu unserem Beruf. 3a, das Parkett ver­langt, wir sollen jeden Abend Leidenschaft, Liebe, Haß und Verachtung barfteilen, aber wir sollen, wenn wir unS da Abend für Qlbenb in den Armen liegen, um Gottes willen nichts füreinander empfindent Dun, ich kann nur sagen, ich hab mich oft nur gewundert, daß man so lange gefühllos bleiben tarnt.

Hasse lachte auf.

Du glaubst mir das nicht? Hat das auch in dem Bries gestanden? Es würd' mich nicht wundern, denn die Mariot haßt und verleumdet mich, wo sie flamt. Siehst du, beut, das sollte ein Heines Fest sein. Mariot hat mich erweckt. Durch ihn hab' ich die Salomerolle bekommen, durch ihn flam ich auS dem Dunkel anS Licht, ihm hab' ich meine Stellung zu verdanken, meine Kritiken, meine Kränze. Sie wies auf die Wände, wo die großen getrockneten Lorbeevkränze mit den langen goldbedruckten Schleifen hingen.6c ist ein feiner Kerl, der fein Fach versteht, und daß er heut herkornmt

Kreis Lauterbach

L Angersbach, 7. Jan. Wer in unserer schnellebigen Zeit nicht allen Sinn verloren hat für alte, ehrwürdige Sitten und Gebräuche seiner Heimat, muß mit aufrichtiger Betrübnis fest- stellen, daß die Jugend n.nseres Ortes immer mehr von der Tracht ihrer Vor­fahren abzuweichen beginnt. Insbesondere sind es junge, schulentlassene Mädchen, die ..mo­derner" Kleidung den Vorzug geben, wovon man sich hauptsächlich an Sonntagen beim Gang in die Kirche überzeugen kann. Die hübsche, kleid­sameA n g e r s b a ch e r Tracht" hätte es wahrlich verdient, daß sie unfern Nachkommen erhalten bliebe. Auch für die jüngere Generation wäre die allmähliche Abschaffung unserer Tracht ein nicht abzuschähender Verlust. Denn diese einfache, gediegene und doch wertvolle Kleidung erweckt bei ihren Trägerinnen den Sinti für Echtheit und Zuverlässigkeit. Wir können in hie­sigen Familien Kleidungsstücke sehen, die schon die Mutter oder gar die Großmutter getragen hat, und die noefr beide in einem tadellosen Zu­stand sind, so daß ihnen niemand ihr Alter an-' sieht. Die Frauenröcke für den Alltag bestehen aus selbstgewebtem Beiderwand, die Stoffe für das Sonntagsgewand aber sind gute, teure Woll- stofse in verschiedenen Farben. Röcke, Jacken und Schürzen sind mit einfachen, aber geschmack-. vollen Verzierungen versehen. Der Stofs- verbrauch für einen Frauen rock ist bedeutend, da die Röcke in viele Falten gelegt werden, eine Machart, die erhebliche Mühe verursacht. Damit diese Falten ihre ursprüngliche Form be­halten, werden die Röcke vielfach zusammengerollt aufbewahrt. Jedes junge Mädchen sorgte in früherer Zeit dafür, daß sie bei der Verheiratung einen solchen Vorrat an Kleidung besah, her auf Lebenszeit ausreichend war.

WER. Herbstein, 7. Jan. Die kürzlichen heftigen ©türme haben in den Vogelsberg­waldungen großen Schaden angerich- tet. Man kann mit etwa 10 0 0 5c ft m e t er Windfall rechnen. In den Waldungen von Herbstein, Dösberts, Gunzenau und Almenrod sind in einer Sturmnacht allein etwa 400 Fest- meter Windfall zu verzeichnen.

Starfeenburg.

* Darmstadt, 7. Jan. Von der Stadt­verwaltung wird eine Geschichte der Stadt D a r m ft a b t vorbereitet, die voraussichtlich im 3ab re 1930 zur 600»3abrfeiet der Stadt er­scheinen wird. 3m Hospital in Heppen­heim starb infolge der Mißhandlungen durch ihren Mann die Frau eines Schneidermeisters. Die Tat ist ein Ausfluß übermäßigenAlkoholgenusses in der Reujahrsnacht. Die Frau, die sich in anderen Umständen befand, hinterläßt ein einjähriges Kind. In der St.- Josefs-Änstalt in Klein- Zimmern wollte ein 26 Jahre alter Bruder durch Elektrizität seine Derven stär­ken. Er verwandte dazu die Lichtleitung und wurde durch einen elektrischen Schlag ge­tötet.

Darmstadt. 7. Jan. Heute fand die erste Sitzung der Stadtverordnetenver­sammlung in diesem Jahre statt. Es wurden die neugewählten Stadtverordneten eingeführt und verpflichtet. Im Anschluß hieran wurden Wahlen von Deputationen und Ausschüssen vor­genommen. Das 2 5 i ä b r i g e Bestehen der Darmstädter Schutzmannschaft wurde gestern durch einen Festakt gefeiert, hem der Staatspräsident und die Minister beiwohnten. Polizeidirektor Dr. äl sin g e r hielt die Festrede.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Krofdorf, 7. Jan. Unter großes Bürgerin eist ereidorf Krofdorf hat sowohl an die im Jahre 1878 eröffnete Hauptbahn Wetz­lar-Lollar, als auch an die Biebertalbahn den erwünschten Bahnanschluß nicht gefun­den. Zwar wurden auf wiederholte Vorstellun­gen an beiden Bahnen Haltepunkte errichtet, aber diese liegen beide etwa 20 Minuten vom Dorfe entfernt, fobafj tatsächlich weder von einer bequemen Verbindung mit der Kreisstadt, noch mit der benachbarten. Stadt Gießen die Rede

sein kann. Es wurde daher schon im Jahre 1907 eine Kommission gewählt, um eine elektrische Bahn nach der Stadt Gießen zu schaffen. Das Unternehmcn schien wohl la um im Sande zu verlaufen, zumal die erste Bedingung, eine ge­rade Straße nach Gießen, durch die Feldbercini- gung geschaffen war, dazu auch die Interessenten bereits 15 000 Mark gezeichnet hatten. Allein die Verhandlungen zogen sich in die Länge, es tarn Der unglückliche Kn eg, und das Projekt konnte nicht ausgeführt werden. Seit Herbst vor. ZS. warten wir nun auf die Autover " bindung, und hofften, diese ganz sicher als Weihnachtsgefchenk zu bekommen, allein die so febv begehrte Weihnachtsgabe ist bis jetzt aus-- geblieben. Wann wird dem Mangel abge- y offen?

xx Aus de r Bürgermeisterei Krofdorf, 7. Jan. Die Monate Dezember und Januar gelten von altersher als die beste Zeit der H an s s chl a ch t u n g en. Infolge der hohen Schlachtpreise und her zunehmenden Ar­beitslosigkeit müssen ober gar viele Haushal­tungen diesmal auf die gewohnte 5jau£^ schlacht verzichten. Man zahlt hier nach wie vor für fette Schweine 90 Pfennig pro Pfund Lebendgewicht oder 1,10 Mark für Schlachtgewicht.

xx Kinzenbach. 7. Iain Unter der bewährten Leitung von Kreisobstbaulehrer Kilb- Wehlar findet zur Zeit hier ein Kursus im Obstbau mit praktischen Unterweisungen statt, bem großes Interesse entgegengebracht wird.

Dillkreis.

WSN. H a i g e r, 7. Jan. Die Zahl der E r - werbslosen hat sich im Lause des Monats Dezember um rund hundert Prozent ver­mehrt und beträgt heute 130. Von diesen sind 76 Familienväter mit 115 Kindern. Wie katastrophal sich die hohe Arbeitslosenziffer auf die Finanzen der Stadt auswirkt, erhellt besonders die Fest- fteUung, daß fünf Prozent der gesamten Einwohner arbeitslos find. Vorläufig be­steht (eine Aussicht auf baldige Besserung der Wirb schastslage in der Haigerer Industrie.

bl. Hirzenhain, 7. Jan. Die Gemeinde erbaut ein neues Schulgebäude, das vier Klassen und die Lehrerdienstwohnungen enthal­ten soll. Der Bau geht seiner Vollendung ent­gegen.

bl. S e ch s h e l d e n, 7. Ian. Aus dringende Vorstellungen seitens der Gemeinde halten nun­mehr die Züge vormittags um 11 und abends 8 Uhr nach Siegen auf unserer Station wieder.

Kreis Marburg.

][ Marburg, 7. Ian. Im Haus Freidhof fand unter dem Vorsitz des Unterverbandsdirek- tors Rittmeister a. D. Pelizaeus ein Uv.» terverbandstag der Ralffeisenver - eine des Kreises Marburg statt. Geheimrat Klingenbiel teilte in seinem Geschäftsbericht mit, daß der Warenumsatz im vergangenen Jahr 295 000 Zentner betragen habe. Verbands anwalt Schüler aus Kassel gab einen Bericht über die Tätigkeit des Gefamtverbandes und Pfarrer Mehenschein hielt einen Vortrag überWas gibt und was verlangt Raiffeisen". An Stelle des nach? Kassel versetzten Unterverbandsdirektors wurde Landwirt Konrad P r e i ß - Hachborn und als dessen Stellvertreter Landwirt Heinrich Breit st adt - Hassenhausea, gewählt. Gestern früh geriet der in der Dähe des Bahnhofs mib der Lahn wohnende 79 Jahre alte Invalide Lukoff vom Wege ab und fiel i n s Wasser. Die Leiche ist noch nicht gefunden.

Maingau.

WSD. Frankfurt cl M, 7. Ian. Die Gasvergiftungsafsäre im Wollgraben, bei der eine 21jährige Einlegerin ums Leben gekommen ist, während ihr Lieb­haber, der 26jährige Dreher'S im o n, wieder zum Leben erweckt werden formte, bildet zur Zeit den Gegenstand einer polizeilichen Untersuchung, da gewisse Momente einen Mordverdacht zu­lassen. Simon hatte nänrlich ein Liebesverhältnis mit einem anderen Mädchen, das durch ihn in andere Umstände verseht wurde. Im Kranken­hause fing er an zu simuliere n, und als die Polizei ankam, um ihn zu verhaften, spielle er den Sterbenskranken. Es wird vermutet, daß er

sich des Mädchen- n u r entledigen toofitt und den eigenen Selbstmordversuch nur vor getäuscht hat. Am 4. Januar, nadj* mittags 51/* Uhr, drang ein Einbrecher in eine Wohnung in der Kölner Straße ein Von dem vom Einkauf zurückiommenden Dienstmädchen überrascht, griff er dieses mir einem in der Wohnung Vorgefundenen Spazierstock an. Das Mädchen wurde später von Hausbewohnern be* wußllos im Wohnungsflur vor der offenstehen- den Gingangstür gefunden. Cs hat einen Rerven- schock erlitten. Ein Mansardendieb stahl wurde am 5. Januar nachmittags zwischen 4 und 6 Uhr in der Fauerbachstraße verübt, wobei 24 Bettücher, 12 Bettbezüge, 24 Kissenbezüge, 12 Handtücher, 12 Küchenhandtücher, 1 Tafelluch und 24 Servietten gestohlen wurden.

WSR. Hanau, 7. Ian. Rach einer Mit­teilung der Polizei direk« ion Hanau sind hier in letzter Zeit falsche Zweimarkstücke mit dem Münzzeichen D und bet Jahreszahl 1925 verausgabt worden, die durch Guß aus Blei und Zinn hergestellt und zwei Gramm leichter als die echten Stücke sind. Die Falsifikate haben eine unvollkommene und unscharfe Schrift, der Adler ist unvollkommen wiedergegeben. Der Bankier Rosenzweig, der ttnifaxenb der In­flationszeit mit einem anderen Bankier in Hanau das Bankgeschäft Rosenzweig u. Eo. gründete, dem er zuletzt allein Vorstand, hat nach polizeilichen Feststellungen Depotunter- f ch l a g u n g e n verübt, die in der Hauptsache kleinere Geschäftsleute treffen. Rosen­zweig ist feit einigen Tagen abwesend. Das Bankgeschäft wurde polizeilich geschlossen und versiegelt. Die Unterschlagungen nehmen an­scheinend keinen größeren Umfang an.

Gerichtssaal.

verurteilte Automobilöiebe.

WSN. Frankfurt a. M., 7. Januar. Das Schöffengericht verurteilte heute den 18jährigen Fürsorgezögling Hans Hercher ans Fränkisch« Grrimbach und dessey 19iährige Geliebte Maria Huß wegen Automobildiebstahls zu 1: Jahren bzw. 6 Monaten Gefängnis. Hercher hatte seinem Arbeitgeber, einem Dachdeckermeister in der Dahlmannstraße, bei dem er als Fürsorgezogling auf Probe arbeitete, gemeinsam mit der Huß das Lieferauto zusammen mit einem Kübel Benzin gestohlen und mar damit flüchtig geworden. Das Benzin verkaufte er für 24 Ml. Das Automobil strich er mit einem gleichfalls stipitzten Kübel Lack schwarz an und suchte es zu oerfilbern, ließ es aber schließlich auf offener Straße im Stich, als er die Papiere beibringen sollte. Das Pärchen kehrte bann wieder nach Frankfurt zurück, mietete nachts an der Hauptwache ein Auto und fuhr damit, zu­sammen mit einem dritten schweren Jungen na­mens Hellmut Dung, in Richtung Fried­berg. Auf dem Wege dahin verübte bann das Trio einen Raubüberfall auf den Chauf­feur, wobei dieser nur dank seiner Geistesgegen­wart am Leben blieb und noch rechtzeitig fliehen konnte. Wegen dieses letzteren Falles, der seiner­zeit sehr großes Aufsehen erregte, wird sich das Trio demnächst vor dem Schwurgericht in Gießen zu verantworten haben.

* Darmstadt, 7. Ian. Das Bezirks- schofsengericht verhandelte in einem außer­ordentlichen schweren Fall von Bertrairensbruch. Angeklagt war der Kaufmann Michael Out­hier, der 45 Jahre bei der Maschinensabril Euler in Bensheim beschäftigt war, zuletzt als Lohnbuchhalter. In dieser Mgenschaft unter­schlug er Jahre lang Lohngelder im Betrage von über 27 000 Mark und etwa 8000 Mark Krankenkassen beitrage. 22 000 Mark wurden der Firma von dem Angeklagten und durch Angehörige wieder zurückerstattet. Das Gericht verurteilte ihn jetzt zu 3 Monaten Gefängnis. Das Bezirksschoffengericht ver­urteilte weiter den 29jährigen Georg Frank aus Steinbach, der bereits als Leiter eines Kon­sumvereins Veruntreuungen begangen hatte, wegen Tlnterschlagung von Geldern der Steinbacher Kohlenkasse zu 5 Monaten Gefängnis.

.Ist eine Ehre für dich, ich verstehe", sagte Hasse, immer noch an derselben Stelle, an die Tür, gelehnt.

Bedeutet weiter nichts, als daß er feinen Geburtstag bei mir feiern will", fuhr sie fort, Richt zu HauS, denn er braucht Feststimmung, wie der Künstler den 'Rausch, die Ekstase

Hasse brach in ein hartes Lachen aus.

Sie zuckte zusammen. Es klang, als habe der Teufel gÄacht, und sie fühlte, wie die Furcht sie kalt anpackte vor dem fremden Mann dort, mit dem sie nichts mehr verband: trotzdem, sie konnte nicht anders, als es ihm ins Gesicht zu sagen, alles, alle«.

Und wenn er mir hinter den Kulissen einen Kuh gegeben hat nach der glanzenden Vorstellung, mir, der Helena, bann ist das noch kein Grund, dir einen anonymen Brief zu schrei­ben. Aber sie hat es getan, weil sie als Frau dasselbe ist wie du. Sie ist aus euren Kreisen, eine Professorentochter. Ihre Eltern wollten die Heirat nicht zugeben, da ist sie heimlich mit ihm auf und davon. Es nmß also schon etwas an ihr gewesen sein, aber die Eltern haben'« besser gewußt, daß sie nie und nimmer zu ihm gepaßt hat, unb ihre Ehe ist nicht glücklich ge­worden, weil die Fr-au nicht verstanden hat, sich in unseren Kreis zu schicken. Sieh, Fred ~" FranziSka sprach plötzlich weich und ruhig,das hätt' ich auch nie getan, ich habe keine Lust, mich zu ducken und mich irgendwo herumzu­drücken, weil ich eine vom Theater bin. Ich Witt beim Theater bleiben, und als Künstlerin Witt ich ft erben..

Es war still zwischen ihnen. And in diese Stille hinein klang ein energisches, rasches Läu­ten draußen. Die fuhr zusammen und blickte nach der Tür.

In Franziskas Gesicht flieg eine duickle Röte, Er rührte sich nicht.Weller". sagte er.

DaS Läuten wiederholte sich. Aber er wich nicht von ter Tür. Endlich verstummte die Schelle draußen, und jemand entfernte sich die Treppen hinunter.

Das war Mariot, dachten sie beide.

Ich hab Mr damals gesagt, ich wollt« von der Bühne abgehen." Franziska griff in die Blumen, die auf dem gedeckten Tisch zwischen den Gläsern flauten. .Damals hab' ich den großen Fehler gemacht, daß ich wieder zu Mr ging, nachdem wtr miteinander fertig waren. Man

soll etwas, das einen Sprung hat. nicht kitten. Daß ich wieder zu dir kam, hab' ich tun müssen, das war spontan, und ich hab' es nicht bereut. Du bist ein ganzer Mann, du hast dich schlagen wollen für mich... das vergeß ich dir nie, und wenn ich einmal sterbe, werd' ich dran denken." Er sah sie mit einem sonderbaren, teeren, falten Blick an, es zuckte um feinen Mund. Weiter", sagte er tonlos.

Wenn ich damals so klug gewesen wäre wie beut, dann hätt' ich gewußt, daß-das schon ter Beweis war, daß wir nicht zusammen passen. Der Stephansberger hat dir die Antwort darauf gegeben. Aber davon sagst du nichts," fuhr sie fort, intern sie dicht an ihn herantrat, daß. ihre perlenbesetzten Aermel ihn flreiften, daß ich nur für dich da war in all den Jahren. And eS war nicht innner leicht"

Er lachte unb zerknitterte die Tischdecke.

Ja, lach' nur," rief FranziSka, auss höchste auf gebracht,du weiht ja nicht, was es heißt, zwischen Intendanten, Regisseuren und allen den Kollegen durchlavieren."

Ich halte es für ebenso selbstverständlich, daß man in jeder Lebenslage anständig bleibt," sagte er schneidend,wie ich es nicht für nötig halte, jemand zu loben, weil er keine silbernen Löffel stiehlt."

In jeter Lebenslage!" rief sie,als ob du dir jemals em Bild von ter meinen zu machen dich bemüht hättest!"

Don deinem Standpunkt aus läßt sich der meine nicht beurteilen! Oh, verachten hab' ich alle Menschen lernen, die ins Blaue hinein predigen, die befehlen, ohne zu wissen, wie man den Befehl ausführen kann", fuhr sie fort.Damals, als du mich vernommen hast, ob ich dir Treue gehallen habe in der Zwischen- zeit, hast bn nur nach mir gefragt, du hast von mir verlangt, ohne weiteres, daß ich dir treu bleibe, obschon ich nicht wissen und 'auch kaum annehmen konnte, daß du einmal wieder zu mir jucücÄommen würdest, du mit deinem bestimmten Willen... Ich hab' dir damals ge° sagt, nein. Ich hab' eigentlich sagen wollen, wie's war."

Hasse war um einen Schein fahler gewor­den, grünlch leuchteften seine Augen. .Run?"

Aber ich wußte ja, sag' ich eS ihm, dann wird er mich quälen mit Vorwürfen oder dich verlassen, und damals hatte ich dich zu lieb.

Ich hab' dann gesagt nein, nun, und du hast gesagt: Das war die Feuerprobe zwischen uns. Mer sag' einmal, Franziska stemmte den rech­ten Arm leicht in die Hüften und lächelte mali­ziös:Wie war denn das mit Fastnacht da­mals mit ter roten RIohnblume und deinem Karneval? Bist du mir etwa damals treu ge­blieben? Ja, Bauer, das ist etwas anderes! Tlnd wenn ich nun weiß, daß du die Feuer­probe ebensowenig gehallen hast, nun, so denke ich einfach, es wäre menschlich. Aber i ch hätte die Komödie nicht gespielt. Denn daS mit ter -Treue ist einfach so: die Frauen sind treu, di« keine Anfechtungen haben. Da ist's freilich kein Kunststück. Die unteren wehren sich und kämp­fen und bleiben anständig, wie ihr's nennt, oder sie geben nach. Damals, wie du mich in die Enge getrieben hast mit deinen Bitten, mich zu entscheiden, hab' ich gemeint, ich könnte dem Theater entsagen, weil ich dich-lieb hatte, aber heut weiß ich's: nie und nimmer könnt' ich das. Rie und nimmer, wiederholte Franziska vor seinen wilden, flackernden Blicken.Wer kann sagen, was morgen geschieht, und wer kann sich binden für die Ewigkeit? Das Leben ändert sich jeden Tag, wir ändern unsere Mei­nung, und ihr ändert euch auch. Heut glaubt man, man Tonnte nicht ohne einander leben, und morgen weih man, man würde sterben, wenn man's tun müßte. Ich hab' nicht recht an dir gehandelt, Fred, daß ich dir damals sagte, ich wollte deine Frau werten. Ich war deine Geliebte, aber deine Braut nie... Von bem Augenblick, wie ich mich so genannt, haben wir einfach miteinander nur mehr gestritten und gerungen." Sie griff sich an ihren Hals, den eine feine Platinkette eng umschloß.Hätte ich damals, ehe du nach Heidelberg gingst, den armseligen Mut gehabt, dir dies alles zu sagen, es wäre besser getreten, aber dann hättest du wissen tooflen, wer der andere wäre, es hätte Szenen und Austritte gegeben und schließlich hättest du ihm noch eine Kugel in den Leib ge­jagt." Sie schöpfte AtemDie Mohnblume hat mir euer Qtbenteuer selber erzählt. Aber ich hab' tech nie gequält, hab'S dir niemals vorge- toorfen und hab' mich nicht auss hohe Roh gesetzt und Don oben herab geurteilt, und wenn du mir freut vorwirfst, ich hab dich belogen, mm, fo kann ich dir nur antworten. Wir sind quitt.."

(Fortsetzung folgt.)

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