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General-Anzeiger für Gberheffen

Vrvck und Verlag: vrühl'sche Umverfitätr-Vuch- und Lteindruckerel «.Lange in Gießen. Schnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7.

Die Falschmünzeraffäre in Ungarn

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Nach der Hochmasserkatastrophe

Die Lage am Niederrhein

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wird auch deshalb der Grda..cke erwsien ebenfalls auch schwer geschadeten Cie landen nah z ck gen, für den 5)a.r.;- dem rechten IT er b i R'erenn mit? >'-.i;nr

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags.

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anrückenden Tschechen geflohen, die ihm jenes Los bereiten wollten, das er dem Hochverräter Kra­marsch hätte bereiten müssen, wenn ihm nicht un­angebrachte kaiserliche Schwäche durch den Begna­digungsakt in den Ar mgefallen wäre. In Buda­pest entwickelte sich eine zweiteungarische" Hofhal­tung: der sympathische, lernbegierige Erzherzog Albrecht reifte bald von Stadt zu Stadt, wo er zuerst über die von ihm studierten Doktorate der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft Bortrag hielt, später militärische Paraden abnahm, bei dem ihm ganz zufälligerweise militärische Ehren erwiesen wurden, weil sie vordem nur für den König vor­gesehen waren. Seinetwegen wurde die Altersgrenze für die Mitgliedschaft zum ungarischen Oberhaus von 35 auf ?!> Jahre heruntergesetzt, sein Rome wurde wiederholi in der zeitgenössischen Literatur genannt, und er hierbei von überpäpstlichen Legi­timisten vielfach als Intrigant bezeichnet. Als Al- brecht in Begleitung feiner auch nicht unehrgeizigen Mutter eine Pilgerfahrt nach Rom unternahm, um während des Heiligen Jahres dem Heiligen Vater zu huldigen, mit der italienischen Königs- f a m i I ie in Berührung trat, von der er im Bei­sein Mussolinis empfangen wurde, wollten Einge­weihte wißen, daß damals dem Erzherzog gewisse Hrfsnunaen auf eine erstmalige Verbindung oer Häuser Habsburg und Savoyen gemacht rou-ce, wenn darüber wird vielsagend geschwiegen.

Dies alles ergibt die nicht unberechtigte 23er» n.utung, daß der kleine Anlaß bei bem oben r= wohnten Gastmahl nicht ganz nnbeabsichtigterweise gesucht und gefunden wurde. Richt um einen Putsch »u begehen und mit Hilfe seines rechtsradikalen raffenschützlerischen, antilcgitirnisti chen Anhang Ration und Nationalversammlung vor vo.lzogene Tatsachen zu stellen, sondern um sich der Ration wieder in Erinnerung zu rufen, die in allgemeiner Letargie bezüglich der Köntgssrage verfallen war, in der, das Pflänzchen des Erbkön'.gs zu blühen schien. Unb dieser Zweck t|t Albrecht ganz zweifel­los geglückt. Fragt man zum Schlüsse, wie eigen!» licb die Aussichten für die Drei einander nicht ge­rade freundlich gesinnten Vettern stehen, so muß man ehrlich zugestehen, daß mnerpolitisch die Aussichten Ottos gute Möglichkeiten aufwe.sen; aber ebenso schlecht sind fe ne außenpolitischen Chanen, da d!c drei Nachbarn als maßgebende Faktoren die Ent­wicklung einer Legitimität in Urgirn kaum dulden werden, die immerhin einen geinütsarHgen An­ziehungspunkt geben kann, für Unzufriedene »n den eigenen etaaten, deren es besonders in der Tschecho­slowakei und Siebenbürgen nicht wenige gi'ck. Und damit wachsen die Chancen Albrechts, der ein neues Geschlecht gründen will, das an die Arpaden anknüpst, für die cs keine Tschechen und kein Kai­sertum gab, und in ihrer durch Albrecht erfundenen Fortsetzung keine Donauföderationsgedanken geben wird. Mit dieser Feststellung kommt man auf die Beantwortung der Frage, warum sich die Er.cher- zöge Joseph und Albrecht bisher zurl'ckge- halten haben, dem Erbkönig Otto ein ur?weibcu- tiges Treuebekenntnis sie wollen der Entscheidung der Ration eben nickt uorgreifen, sich aber auch durch ein Treuegelöbn. r icht die Möglichkeiten ver­derben, die für sie durch eine einmütige Ablehnung Europas gegenüber einer Thronbesteigung Ottos entstehen können. Wer von al'en Dreien daher das Wettrennen nach bem ungarischen Thron gewinnt die Antwort wirb nur bie Weltgeschichte geben können.

Die Untersuchung.

Budapest, 7. 3an. (Priv.-Tel.) 2tu3 dem Kreise der in der Frankensälschungsangelegen- heit verhafteten Personen läßt sich feststellen, daß man weder Don d.r Kompromittierung einer Partei oder politisch n Ri./uag, noch eines enge­ren homogenen Kreises sprechen kann. Prinz Windischgräh stand in politischer Richtung dem Obersten R a d o s s h ziemlich fern: ebenso gegärten die übrigen in den Skandal verwickelte.i Persönlichkeiten verschiedenen Richtun- §rer..an- Marsovsky war Rassenschützler und Anhänger der freien Königswahl, während Fankowics Legitimist -ar. Mankovics war politisch farblos, Wie ,c ebenfalls politisch wenig interessiert. Olchvary gehörte der Par­tei der erwachenden Ungarn an, Raba aber ist jüdischer Abstammung. Obwohl man sich von der ganzen Angelegenheit noch kein richtiges Bild machen kann, geht aus diesen Feststellungen doch schon einwandfrei hervor, daß b:i der gan­zen Fäschungsangelrgrnheit gewinnsüchtige Elemente ebenso eine Rolle spielten, wie vermeintliche patriotische Ziele. Man versucht weiter mit größtem Eifer die Stätte auszufin­den, an der die falschen Roten hergestellt wur­den. Aus diesem Grunde sind in dem Schlos­se des Prinzen Windischgräh Sara- spat a k und in der Umgebung des Schlosses weitere Erhebungen im Zuge. Ebenso werden in allen in Betracht kommenden Instituten wei­tere Rachforschungen angeflellt So wurde u. a. auch das Karthographische Institut ge­nau durchsucht. Ferner wurde eine ganze Reihe Beamten dieses Instituts einem ausführlichen Verhör unterworfen.

Die Untersuchung Hal ein wichtiges Ergebnis gezeitigt.

Der technische Angestellte des Karto­graphischen Instituts Gero sagte auS, er sei von dem Prinzen Windisch-Grätz unter der Dorspiegelung, daß es sich um einen patriotischen Zweck handle, mich bewogeu worben, im Keller des Kartographischen Zn-

erschüttert. Erzherzog Albrecht ist schwer kam- promittiert. Hingegen sind bie Chancen Ottos größer geworben. Die Legitimisten planen, um einem Staatsstreich Gömbös zuvorzukommen, schon jetzt Otto zum König a u s z u r u s e n unb eine Regentschaft einzusetzen. Rach einer Havasmel- bung aus Mabrib wirb von offizieller Seite erklärt, baß bie Nachricht, nach der eine Wieberher - stellung der ungarischen Monarchie zu Gunsten des Erzherzogs Albrecht ober bes Erz­herzogs Josef geplant sei, nicht zutreffe. Falls bas Wohl bes Lanbes bie Wieberherstellung einer Monarchie erforbere, komme für bie Mitglieber ber ehemaligen kaiserlichen Familie nur bieftanbi* batur bes Kronprinzen Otto in Frage.

Die Haltung Frankreichs.

Paris, 8. 3an. (WTB. Funlfpruch.) ..Wa­tin" berichtet, Ministerpräsident B r i a n d habe gestern mit dem zur Regelung Persönlicher An­gelegenheiten in Paris eingetroffenen franzö­sischen Gesandten in Budapest über die Banknotenangelegenheit gesprochen. Seit 1924, bemerkt der ..Matin", wisse man in Paris, daß Prinz Win dischgraeh falsches Geld herstelle: im Jahre 1925 habe er nach seinem Schlosse russische Arbeiter, ehemalige Angehörige der Petersburger Münze, kommen lassen. Man habe aber in Frankreich die Angelegenheit nicht sehr tragisch genommen, da man gewußt habe, daß die Fälschungen schlecht seien und daher nur schwer abgesetzt werden konnten.

Verhaftungen in der Slowakei.

nngvar, 7. Ian. (Tschechoslowakisches Prehbureau.) 3m Zusammenhang mH der un­garischen Falschmünzerangelegenhcit hat die Pv- lizciinrcktion Haussuchungen bei den Füh­rern der ungarischen politischen Parteien sowie in deren Sekretariaten und in den Redaktionen der ungarischen Blätter Karpatho-Rußlands durchgeführt. 3n Tkngvar wurde ferner gegen den Führer der Üngarisch-Christlichsozialen. Arki-Akose, ein Haftbefehl erlassen. Die Polizei hat festgestellt, daß allein für die Ge­hälter der Sekretäre in sieben Sekretariaten und für die Redakteure von vier Blättern 55 000 Kronen monatlich notwendig waren, wobei f a st keine Einnahmen vorhanden waren. Rach den Aussagen der verhörten Personen wurden diese Ausgaben von Senator E r g y und dem Abg. Sandor Korlat bestritten, welche beide in Ungarn weilen.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis fftr l mm KSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» klamecmzeigen vsn 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschnst 20*mehr.

Chefredakteur Dr. Fritdr Wich. Lange.

Verantwortlich.

für Politik und Feuilleton Di. Friedr. Wich. Gange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den An­zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen.

da die Folgen der HochwasferabL<pi"iu-g m h r als hundert holländische G e m e i ? n vor dem Untergang 5. wahrt hall?. D ostte doch der Rh'in bei diesem j?u v s prähistorisches Bett im Zuidersee ne: zu s 'che-i. A imählich kommt eine Sl'mmu ' d 3 Aufatme uS auf. Trotzdem ift al r' r g3 a f j früherer Erfahrungen die Oes ah'- noch nicht beseitigt, da der ersten Hoch'vass r've'le, wie im Jahre 1920, in wenigen Wochen en: z'ote folgte, die das betroffene G.b'.et noch Xx>^vt» fkands'o e- finden müßte.

Oberbürgermeister Dr. Jarres empfing heute den Sonderderich'erst^t?r der «Telegraphen-Union" und fühl' aus, daß von vielen Orten die im November 1321 entstand neir Scheckennoch keineswegs abgedeckt se er. Allein die Stadt Köln habe von dama's hr noch über 600 000 Mark und die Stadt Duis­burg über eine halb? Million Mark Schulden zurückvehaltcn. Rach Angaben von Dr. 3arres lind 1924 etwa neun Millionen Mark für das verflossene Hochwasser aufgebracht worden. Auf die Frage nach ben Möglichkeiten wirk­samer Bekämpfung d:s Hochwas'ers sagte Dr. Jarres: Die Jahrzehnte ohne gefährliche Hochwasser haben Bevölkerung. Wirtschaft, ja selbst die verantwortl'ch? Baupolizei unvorsichtig, um nicht zu sagen leichtsinnig gemacht. Des­halb sind bei den großen Hochwassern feit 1920 die Schäden immer so hoch gewefen, obwohl namentlich am R'ederrhein viel zur Bekämpfung der Hochwasserschäden geschehen konnte. Am Rie­derrhein besteht bei den Fachleuten über die Möglichkeit weitestgehenden Wasserschuhes eigent­lich gar kein Zweifel und es muß deshalb mit allem Rachdruck verlangt werden, daß

die schon vorhandenen Bautendrrgramme auf da« rascheste In die Lat mrgesetzt werden. Daß diese Bauten im höchsten Sinne produktiv sind, kann nach den ungeheuren Schäden der letzten Tage ja wohl nicht be­stritten werden. Oberbürgermeister Dr. Jarres kam dann auf die praktischen Fragen

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Januar:

ibe der Jugend. 4.30 bis Mag. Programm u. <u halt, Pockag von DipL'

Die llesestunde lBries' Wechsel zwischen »oelhe Ihr: Film-Wochenichau. Frankfurter Bereimgung 1.30 Hr: 20 Mulen itte in

hachstunde. 8-10 Uhr.

Arn Riederrhein, 7. 3an. (TU.) Das Hochwasser hat sich im Lause der letzten 48 Stunden sowc.t g e ] e n 11, daß der heutige Zu­stand a Riei er-Rhcin etwa dem normalen Hochwasser r.gckrech.er Winter oder der Haupt: >neeschmelze cncspricht. Der Ober» Präsident der Rheinlands, Fuchs, hat alle beteiligten Amtsstellen zu einer ernsten Schätzung des Schadens aeig.prdert, der aus das Do.oe.te. zu.n Teil sogar aus das 15» biß 2 0 sache gegenüber dem Bor­ja h r e Ijir.auOiDminen dürfte, S.Hätzungen, die nach Augenicheinnatzme an verschiedenen Stellen des Rie-errhcins leineswegZ als zu hoch gegrif­fen gewertet werden können.

Dcidc Ufer des Niederrheins haben gleich schwer gelitten,

trotzdem es mit äußerster Anstrengung gelungen ist, ben Hauptbuch des rechten Ufers unter Einsetzung von Schupo, Technischer Nothilse unb sännlichen Deichpslichtigen tm legten Augenblick zu halten, w- funbere Schwierigkeiten s nb überall baburch ent= slanben, baß bas Hochwasier im Gegensatz zu früher nur sehr langsani abläuft. Das vorige Jahr hatte in ber Hauptsache drei Aufstieg- unb Abfall- tage. Die.mal hat bas Wasser in den ersten drei Ab­fälligen erst einen Meter am unteren Niederrhein, 1,5 Meter in Duisburg verloren, weil bie Neben­flüsse z u st arte Wassermassen herein» führen. Fast überall hat ber Höchsistanb bie be­rechnete Grenze um 30 bis 50 Zentimeter über­schritten unb bamit

olle technischen Varkehrungen und Berechnungen über den hausen geroot;en.

Dadurch sind cm vielen Orten die Master-, Gas- unb Stromversorgungen unb bie Kanalisationen schwer in Mitleibenschaft gezogen worb.en. Außerbem sinb große im Ausbau befinbliche Werke überflutet unb teilweise zum Einsturz gebracht worben. Die Reichs- wasserstraßenverwaltung hat einen außerorbentlichen Schaben durch Ersaufen ber neuen Schleuse am Eingang bes Ruhr-Herne-Kanals oberhalb ber Münbung ber Ruhr in ben Rhein erlitten, wo bie Fluten und bie Grunbwasser eine 18 Me:er hohe versteifte eiserne Spunbwanb u m - zuwälzen vermochten. Auch ber für den neuen Lippe-Seitenkanal eben fertiggestellte Flutbomm bei Wesel ist ein gestürzt. Die Oeffentlichkeit beschäf­tigt sich stark piit ber Frage ber

finanziellen Deckung der Schäden.

Beim letzten Hochwasser kamen durch Staat-, Kreis- unb Gemeinbemittel Summen zusammen, bie burd) fast ebenso hohe freiwillige Gaben verboppelt werben konnten. Die allgemeine Wirt­schaftskrise läßt leiber befürchten, baß freiwillige Gaben blesmal f a st ganz aussallen. In ben Kreisen ber Geschädigten hofft man deshalb, baß bie Reichsregierung in größerem Umfang helfend eingreifen wird. Die

Zur Vorgeschichte.

Von unserem Ir.-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Der Aufsatz wurde vor der Aufrollung bes

Budapester Falschrnünzerskanbals geschrieben, beleuchtet aber bie eigenartige innerpolitische Situation, in bie ber Falschmünzerskanbal politisch hineingehört. D. Reb.

B u d a p e st, Anfang Januar 1925.

Vier Jahre hatten die Sorgen geruht: nach bem unglücklichen Königsputsch bes Jahres 1921, den bie Waffen Gömbös bei Bubaörs zum Schei­tern brachten, senkten sich auch bie Waffen ber Propaganba über bem Grab bes Toten auf Ma­deira: bas im November eingebrachte Dethronisa- tionsgesetz schuf eine Leere Ungarn blieb Arnar ein Königreich, aber ohne König! Seither schie­nen sich die bamals hochgehenben Wogen, gelegt zu haben: Legitimisten unb freie Königswähler hielten Ruhe, weil sie glaubten, baß ber breiteilige Bann­fluch ber in ber Kleinen Entente vereinigten Staaten jeber Aufrollung ber Königsfrage unweigerlich ent gegenstehe: unter bem Drucke bes Auslanbes unb ber Hoffnungslosigkeit, gegen besten Willen bie ftönigsfrage zu bereinigen, hielt man Burgfrieben.

Mancherlei Verschiebungen gab es seither. Vor illem waren es bie National- Legitimisten, hie Im pragmatischen Legitimisten so ziemlich tie gesamte Gefolgschaft wegnahmen: ihr Streben ging bahin, baß ber Sohn bes letzten g e - frönten Königs nach bem Gesetz ber Rschts- fontinuität einst als König in bie Ofner Burg ein­ziehen solle: König von Ungarn zu sein, bas sollte ben jungen Mann ganz unb gar erfüllen, ber wohl fern von ber Heimat, aber dafür um so ungarischer erzogen werbe: für ihn solle bas Gesetz ber In­kompatibilität gelten, b. h. bie Unvereinbarkeit ber ungarischen Kröne mit jeber anberen, bie sein Vater ober sein Haus im Lause ber Jahrhunberte ge­tragen haben. In bieser Ruhe schien für ben Außen- stehenben bas verfolgte Pflänzchen bes nationalen, legitimen Königtums zu wachsen, was um so eher feststellbar erschien, als scheinbar bie ehrgeizige Mutter des heranwachsenben Prinzen sich mit ber Rolle abgefunbeti habe, baß ihr Sohn von allen Thronen lebiglich bie Stefansf rone tragen solle unb vielleicht tragen werbe. So verloren bie pragmatischen Legitimisten, deren Tendenz die Wiederherstellung der alten Donau­monarchie war, Boden auf Boden seit der Wie­ner Legitimistenkonferenz im Februar 1925 schien diese Richtung gänzlich zu verdorren: was war ein­leuchtender, als daß man auch im Ausland an­nahm, baß bie mit ber Ausschaltung ber Erörte­rung ber Königsfrage öerbunbene Ruhs jenes Treibhaus sei, in bem bas Erbkönigtum Ottos sich unbestritten entwickeln werbe.

Diese Ruhe würbe durch einen Windstoß ge­stört, der in den letzten Wochen bie Gemüter er­regte wie vieles in Ungarn von einem Gastmahl seinen Ausgang nahm. Dort hatte sich einVerbanb ber ungarischen gesellschaftlichen Ber­einigungen" gebildet, bei dessen Konstituierung zwei Mitglieder ber Regierung anwesenb waren, unb Leute, bereu Namen immerhin Klang im ßanbe haben: hierbei ereignete sich nun eineEntglei­sung", inbem Bischof Raffey ben zum Präsiden­ten des Verbandes gewählten Erzherzog Al­brecht mit biblischen Worten als den fommenben Messias begrüßte unb ihn hierbeiganz irttümlich" mit bem Titel.Majestät" anrebete! Darob große Bewegung in ganz Ungarn, Versammlungen im ganzen ßanbe, bei beren einer, ber 80jährige Nestor ungarischer Politik Graf Albert A p p o'n y , bie Nation vor einem Abenteurerkönigtum warnte. Darauf allgemeine Stille: bann eine Interpellation in ber Nationalversammlung, auf welche hin Bethlen antwortete, baß er gegen keine Königs- propaganba etwas einzuwenben habe, fonbern nur Dagegen fei, wenn Nation ober Nationalversamm­lung vor eine vottenbete Tatsache gestellt werben würbe: das konnte auf Albrecht Bezug haben, aber auch als Erinnerung an bie Vorgänge vor Bubaörs gelten; einbeutig war bie Stellung bes Grafen Bethlen nicht, zumal er offen hinzufügte, es gehe ihn als Ministerpräfibeitten gar nichts an, wie ansonsten Erzherzog Albrecht über Familien­angelegenheiten benfe.

Unb gerabe dieseFamilienangelegen­heiten sind cs, welche bie Königsfrage inner- politisch wieher auf bas Tapet bringen. Vor bem Zusammenbruch hatte Ungarn seinen Erzherzog Joseph war bas Sinnbilb bes Ungarntums; [ein Vater in den sturmbewegten Tagen ber An­länge Kaiser Franz Josephs, er selbst in ben Jahren Des Weltkrieges! Erzherzog Joseph war in Ungarn geblieben, überbauerte bie Herrschaft Bela Khuns, mar banach Palatin geworben, von welcher Stelle er auf Einschreiten ber Entente weichen mußte; er war immer unb nur Ungar ge­wesen, in Tagen ber Freude und bes ßeibens, war abgeklärt unb hatte seine Anhänger in ben breiten Massen bes liberalen Bürgertums, die als ehemalige Mitglieder ber fortschrittlichen 48er Unabhängigkeits- Partei großen Einfluß im ßanbe hatten unb in bem jum Ungarn geworbenen Habsburger bas erfüllt lohen, was ihnen an benösterreichischen Erzher- Zögen" so fremd, fast widerwärtig war.

Neben Erzherzog Josef unb seinem Sohn Jo- seph Franz war nach bem Zusammenbruch ein neuer Stern bes ehemalig kaiser- unb königlichen Hauses aufgetaucht es war ber jugenbliche, erst fahrige Erzherzog Albrecht; sein Vater, Felb- niarschall Erzherzog F rie brich war nach dein Zusammenbruch seiner Preßburger Burg von ben

lni> 9Wn wird ober nachts stundenlang in o reizt durch sein an» >de der gesamten Aach» Natürlich werden r der Strafte in ihrer gestört, mit Ausnahm der das Tier ruhig die nen Läm verursachen *cn Versuch zu machen, Ta hier offenbar kein, die Aachbarn waltet, itlotgane auf,.einen Imgänge - Stunde ili Löberstrahe zu machen heit haben, sich von der fcmdss zu überzeugen, h bann auch veranlaßt, rufcftörenben Hundes

stituts Einrichtungen zur Fabrikation von falschen Franken zu treffen.

Im Laufe des Verhörs bezeicherete Gerö die Person, der er die zur Fabrikation der falschen Frankenscheinen dienenden Maschinen im zer­brochenem Zustande verkauft hat, so daß zu hoffen ist. daß es der Polizei binnen kurzem gelingt, die Maschinen und die Klischees a u f z u - finden. Gerö gab weiter an, daß das benutzte Rotenpapier durch fünf Angestellte beim Kartographischen Jnst.tut hergesteftt wurde. Die Angestellten sind geständig. Gerö gab auch an, daß die Klischees von jeder Seite und jedem Farbdruck in je zwei Exemplaren hergestellt wur­den. Gerö sagte ferner aus, daß 25 ODO Stück 1000-Franknoten hergestellt worden sind. Die fertigen Banknoten seien von Windisch-Graeh aus dem Keklerraum getragen worden. Die Po­lizei nahm die Komplizen Gerös in Gewahrsam.

Prinz Windisch-Graeh

hat bei seinem Verhör bie Gesetzwibrigkeit seiner Taten zugogoeben unb hinzugefügt, er habe für Groß-Ungran gearbeitet unb werbe vor ber Ge­schichte nicht schnlbig erscheinen. Als er zuerst von seinem Diener Kovacs von ben Frankenfälschungen erfahren habe, habe er Nabossy gefragt, ob er Anzeige erstatten solle. Da aber ber Polizeichef keine Anzeige für notwenbig gehalten habe, habe auch er es nicht für seine Ausgabe an­gesehen, Anzeige zu erstatten. Als er sich später mit Nabossy unterhielt, baß falsche Banknoten ins Aus- lanb geschickt worben seien, habe er ben Einbruck bekommen, baß Nabossy bereits herüber in - formiert war. Nabossy habe sicher ebenso gut wie er selbst gewußt, wer bie Urheber unb Helfers­helfer seien, unb wo bie Noten gebrückt würben. Nabossy erklärte, baß er nicht aus Gewinnsucht ge- hanbelt habe. Es sei richtig, baß er ben Obersten Iankowicz bie Kurierlegitimation verschaffte und dessen Pakete mit ben gefälschten Banknoten amtlich versiegelt habe. Er habe aber nicht gewußt, baß bieser bie gefälschten Noten im Auslanb in ben Verkehr bringen wollte. Er leugnete schließlich, baß er bei ben Recherchen wegen Der Fälschungsaffäre irgenbwelchen Einfluß auf den Gang ber Untersuchung genommen habe.

Vor einem in Ungarn?

B u b a p e st, 7. Jan. (Voss. Ztg.) Die Stellung bes Reichsverwesers, bes Abmirals Horthy, ist

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Nr. 6 Erster 176. Zahrgang Zreitag, 8. Zanuar 1926

GietzenerAnzeiger

hiesigen Behörden legen besonderen Wert herauf, daß ein einheitliches unb pl unmäßiges Unterstützungssystem in Kraft gefitzt wirb. Teilweise herrscht ber Einbruck vor, haß in vielen Fällen eine zu große Quote an bie Ge- schäbigten gezahlt würbe, statt einen Teil bes Gelbes zur Verhinderung neuer Sch'dcn

mitzuverws- den. Vervr.it jvung, 11-5 rhöh g und Re.-ziehung von Dlchr i ist nich ie er 5: ti- stro.'rhe u":bedi igt erforderlich. Am R s ?r - n

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