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Römischkohl 5 bis 8, Tlnter-Kohlrabi 6, Feld­salat ICO, Tomaten 20, Zwiebeln Z bis 8, Meer­rettich 40 bis 100, Knrbts 8, Kartoffeln 4 bis 6, Falläpfel 8, Aepfel 12 bis 35, Dirnen 10 bis 30, Zwetschen 20 bis 25, Preiselbeeren 70, Düsse 80, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120 Pf. das Pfund: Käse 10 Stück 60 bis 150 Pf.; Tauben 60, Eier 15 bis 16, Blumenkohl 10 bis 150, Salat 10, Endivien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 5 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück; Radieschen 10 bis 12 Pf. das Dürrd.

Bornolizen.

- Tageskalender für Donners- tag. Oberhessische Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung) Phy­sikalisches Institut (Stcphanstraße): Kurze wissen­schaftliche Mitteilungen. - Deutscher Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule: 3 ^Ihr Iohannessaal, Lichtbildervortrag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Der Dieb von Bagdad." As,oria-LichtsPiele: .Aus dem fernen Osten."

Aus deni Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als erst» Operetten- und zugleich als erste Freitag-Abonnementsvorstellung geht morgen, 8 Olt., Oscar Strauß' bekannte OperetteEin Wa 1 zertraum" in Szene. Wir besihen inW a l z e r t r a u m" sicher eine der musikalisch wertvollsten Operetten der nach- tlassischen Zeit, deren prickelnde Melodien direkt populär geworden sind. Die Besetzung ist eine allererste, es wirken in Hauptrollen mit: Alois R e s n i, früher am Frankfurter Opernhaus, Betty Mergler ebendaher, Inge van Heer vom GärtnerplahtHeater München und Franz Sauer von Heidelberg, der schon imFidelen- Dauer" hier aufgetreten ist und ausnehmend ge­fallen hat. Als Oberregisseur und 'Buffo ist Kurt H a m p e, bisher am Reuen Operetten­theater Frankfurt a. Main, ständig verpflichtet worden. Als alte Bekannte werden Herr Stein­brecher und Fräulein Simon sicherlich wieder gerne begrübt werden.

Die PalastlichtfPiele kündigen in unserem heutigen Anzeigenteil eine mehrtägige Gastspielvorstellung des Barie16künstlers Karl S ch e r b e r mit Gesellschaft an. Das Gastspiel wird, wie man uns mitteilt, Darbietungen brin­gen, die für unsere Stadt in vielerlei Hinsicht neu sein werden. Sch erber wird sich, wie auch in der Anzeige angekündigt ist, in einer künstlerischen Dielseitigk.eit zeigen, die erstaunlich ist. Aus vorliegenden Pvesseurteilen tonnten wir feststellen, dab Scherber in anderen Städten mit seinem Können vollsten Erfolg gehabt hat, im übrigen sprechen dafür auch die Auszeichnun­gen und Ehrungen, auf die in der heutigen Anzeige aufmerksam gemacht wird. Man darf hiernach Darbietungen erwarten, die den Be­suchern recht interessante Unterhaltung verspre­chen. Man beachte die heutige Anzeige.

** Eine Alarmübung der Feuer­wehren wird in den nächsten Tagen stattfinden. Zur Alarmierung der Wehren werden die Sirenen in Tätigkeit gesetzt. Die Bürgerschaft mag sich also nicht beunruhigen, wenn das Heulen der Sirenen ertönt.

** E i n tragischer Todesfall. Am Dienstagnachmittag wurde ein Oberpostschaffner von hier auf seinem Bestellgange von einem Schlaganfall betroffen. Der Mann wurde schleunigst der Klinik zugeführt, er starb jedoch bereits bei der Einlieferung.

" Tlnfallin derMarburger Straße. Am Dienstagnachmittag geriet ein von Vetz­berg stammender, hier beschäftigter Lehrling, der aus seinem Fahrrad die Marburger Straße ent­lang fuhr, mit dem Rad in die Schienen der elektrischen Straßenbahn. Der junge Mann kam dabei so unglücklich zu Fall, daß er den linken Arm brach. Der Verunglückte wurde mit einem Auto der Firma Auto-Schneider in die Chirur­gische KlinÜ gebracht.

WSR. Falsche Zehnmarkscheine. Von den im Umlauf befindlichen Reichsbank­noten über 10 Reichsmark mit dem Datum des 11. Oktober 1924 ist eine neue Fälschung festgestellt, die in Frankfurt a. M. stark ver­breitet wird und an nachstehenden Merk­malen unschwer zu erkennen ist: Das männliche Bildnis mit feinen großen runden Augen und der in der Zeichnung verunglückten Rase kenn­zeichnen die Rote sofort als Fälschung. Das Wasserzeichen ist durch Farbe nachgemacht. Auf der rechten Vorderseite sind statt fünf nach unten gehenden Wellenlinien nur zwei sichtbar. Die Sterne, die zwischen den Wellenlinien sichtbar sind, sind bei den falschen Scheinen nur als Punk:e ausgeprägt. Auch der Kontrollstempel ist schlecht. Die Äummern der gefälschten Roten sind 85 621 384" undG 3 621584. Besonders ist die linke Rückseite an den Wellenlinien sofort als falsch zu erkennen.

** Deutsche Volkspartei. Der Verein der Deutschen Volkspartei in Gießen hielt am Dienstag­abend im Gasthof Hindenburg eine Mitgliederver­sammlung ab. Auf der Tagesordnung standen Be­richte über den Reichsparteitag in Köln. Der Vor­sitzende, Prof. Dr. Kraus muller, der die Ver­sammlung leitete, führte in seinen einleitenden Worten aus, wenn man die Parteitage, die die Na­tionalliberale Partei und die Deutsche Dolkspartei innerhalb der letzten 20 Jahre abgehalten haben, sich vergegenwärtige, so drücke sich in der stetig wachsen­den Zahl der Teilnehmer und in der immer wehr sich steigenden Beachtung, die diese Tagungen im In- und Ausland fanden, die wachsende Größe und Bedeutung der Partei aus. Von wenigen Hundert Teilnehmern, die der Parteitag in Goslar vor un­gefähr 20 Jahren hatte, ist die Zahl der Besucher >etzt in Köln auf über 3000 gestiegen. Dann zeich­

nete der Redner in kurzen Strichen den Verlauf der Tagung. Er ging zunächst auf die Sitzungen der einzelnen Ausschüsse ein, um sich alsdann den Höhe­punkten des Parteitages, der Strelemann-Rede und dem Festabend in der großen Messehalle, zuzumen- den. Der Vorsitzende führte seine Zuhörer im Geiste in den altehrwürdigen, festlich geschmückten Gür­zenichsaal und berichtete von der ungeheuren Be­geisterung, die die große Rede Stresemanns bei den Teilnehmern auslöste. Dann kam er auf den er­hebenden Festakt in der großen Messehalle zu spre­chen und schilderte den gewaltigen Eindruck, den die musikalischen Darbietungen des Gürzenichchors und der städtischen Kapelle und die Reden von Dr. B o e l i tz und Dr. S t r e s e m a n n auf die nahe­zu 6000 Teilnehmer machten. Geschäftsführer Wei­ßer ging alsdann in etwa Hftünbigcn Ausführun­gen auf die einzelnen Reden, die auf dem Parteitag gehalten wurden, näher ein. Er wies nach, daß so­wohl Stresemann als auch die übrigen Redner auf alle im Vordergründe des Interesses stehenden Fra­gen der Außen- und Innenpolitik eingegangen sind. Weiter konnte er feststellen, daß bei der Tagung alle Berufsstände, sowohl Arbeitgeber als Arbeitnehmer, sowohl Hand- als auch Kopfarbeiter, zu Worte kamen und die Anschauungen, die in ihren Kreisen herrschen, barlegen konnten. In der Aussprache wurden noch verschiedene Fragen geklärt.

** Auftrieb auf dem heutigen Frank­furter Schlachtviehmarkt: ein Bulle, eine Kuh, 575 Kälber, 1102 Schafe, 319 Schweine.

Aenographen-Tagung in wieset

Der Bezirk Gießen imHessisch-Naf- sauischen (Main-Rheingau) Verband Ga- belsbergerscher Stenographen hielt am SonNiag seinen diesjährigen Herbstbezirks- t a g in W i e s e ck ab.

Die Tagung wurde am Samstagabend mit einer gut besuchten Vertreterversammlung im GasthausGermania" eröffnet. Anschließend an kurze Worte der Begrüßung durch den 1. Vorsitzen­den des Bezirks, Prokurist Karl Hch. Kuhl (Gie­ßen), wickelte sich das ziemlich reichhaltige Pro­gramm ab. Aus den Berichten der Vereinsver­treter ist besonders zu bemerken, daß es in fast allen Vereinen des Bezirks aufwärts geht. Die Reichs- k u r z f ch r i f t hat sich, wie zu erwarten, im Bezirk reibungslos durchgefetzt. Anfängerlehr­gänge sind überall mit guten Erfolgen durchgeführt worden, wobei noch die erfreuliche Tatsache festzu­stellen ist, daß sich inzwischen auch bereits Mitglieder der Vereine mit großer Fertigkeit nach dem System Gabelsberger auf die Reichskurzschrift umgestellt haben. Mehrere Vereine haben in letzter Zeit Kurse für Beamte eingerichtet, die sich regen Zuspruchs zu erfreuen hatten. Als Ort der Frühjahrs - bezirkstagung 1 9 2 7 wurde Gießen be­stimmt. Die Tagung wird von der 1. Reichskurz- schrift-Gefellschaft(Babelsberger" und Damenabtei­lung (Gießen) durchgeführt werden, die im Mai nächsten Jahres auf ein 30jähriges Bestehen zurück­blicken kann. Der Bezirk wird sich gemäß Be­schlusses der Vertreteroersammlung künftigB e - zirk Gießen des Hessisch-Nassauischen KurzschriftverbandesGabelsberger" nennen.

Am Sonntagmorgen nahm eine große Zahl Wellschreiber an den st e n o g r a p h i s ch e n Wett­kämpfen teil. Dank der rührigen Tätigkeit des Vorstandes des Wiefecker Vereins war es möglich, eine größere Zahl der besten Arbeiten mit wert­vollen Ehrenpreisen auszuzeichnen. Die Gemeinde Wiefeck hatte in liebenswürdiger Weife ihr Interesse an der Heistigen Heranbildung der Jugend bekundet, indem sie einen Geldbetrag zur Verfügung stellte, ebenso wurden von verschiedenen Wiefecker Ge­schäftsleuten eine Reihe schöner Ehrenpreise gestiftet. Don 220 Wettschreibern und 45 Schön- und Richtig- schreibern konnten 40 1. und Ehrenpreise, 97 1. Preise, 71 2. Preise und 26. 3. Preise errungen werden. Die Namen der Preisträger aus Gießen finden sich am Schlüsse des Berichts; bei aller Achtung vor den Leistungen der auswärtigen Teil­nehmer können diese hier nicht namentlich aufgeführt werden, da die große Fülle von Namen die ge­gebenen Raumverhältnisse weit überschreitet. Zu er» wähnen ist noch die Austragung eines SDlonn» schaftskampfes in der Abteilung 100 Silben, an der 10 Mannschaften zu je 5 Well- schreiber teilnahmen. Hiermit soll für die Folge eine sportliche Note in die Tagung hineinge­tragen werden. Diese Neuerung hat allseitig An­klang gesunden. Die 1. Reichskurzschrift-Gesellschaft Gießen bewies, daß sie in den Damen Kuhl, Tre- fer und Nickel, sowie den Herren v. L e m - mers und Preußer eine ausgeglichene Mann­schaft besitzt.

Der Verein Wiefeck hatte es sich angelegen fein lassen, den Gästen den Aufenthalt in Wiefeck so angenehm wie möglich zu gestalten. Nachmittags versammelte sich die Jugend nach einem Rundgange durch den Ort mit anschließender Besichtigung der Kunsttöpferei Keßler im Saale derGermania" bei Konzert und Tanz. Die Preisoerteilung konnte dank guter Organisation noch am gleichen Tage erfolgen. Die Abendunterhaltung in dem dicht gefüllten Schneiderschen Saale verlief in der schönsten Weife. Der Bezirksvorsitzende dankte dabei den Wieseckern für die gute Aufnahme, welche die Stenographen gesunden hatten und hob besonders anerkennend die guten Darbietungen bei der Abendunterhaltung hervor.

Die Gießener Preisträger.

Die Abkürzungen be.de. uen: R.-G. 1. Reichs- kurzschrift-Gejellschast und Samenabteilung e. D., Gießen; V. Gabelsberger Stenographenverein von 1861, Gießen; D. Damenverein Gabels­berger, Gießen; W. Stenographenvereinigung Gabelsberger und Damenabteilung, Wiefeck.

2 4 0 Silben: 1. und Ehrenpreis Fidel Balken, D.-G.

2 20 Silben: 3. und Ehrenpreis ßiuä Wahl, D.

180 Silben: 1. und Ehrenpreis Georg Wahl, R.-G.; 2. Preis Willi Goffel- meyer, V.

160 Silben: 1. und Ehrenpreis Julius Fischer, V.; 1. Preis Babette Fischer. D., Minna Frulig, R.-G.; 2. Heinrich Konrad, V.

14 0 Silben: 1. und Ehrenpreis Emilie Bellof, R.°G., Adolf Kling, W., Ottilie Treser, R.-G.: 1. Preis Kurt Moosdorl. R.-G.. Hilde­gard, Kuhl, R.-G. Karl Kühn. V., Elisabeth Gla- digow, D.: 2. Friedrich von Lemmers, R.-G.

12 0 Silben: 1. und Ehrenpreis Liefe! Eckert, D.. Heinrich Preußer. R.-G.; 1. Preis Al- I bert Hahn, V, Otto Wahl, R.-G., August Frank, W.: 2. Heinrich Geißler, R.-G.; 3. Theodor Schwarz, R.-G.

10 0 Silben: 1. und Ehrenpreis Elly Vol- land, R.-G, Hans Wahl, R.-G., Wilhelm Mom° berget, V., Fritz'ler. R.»G Anna Loh. W.; 1. Preis Wilhelm Rieß, 05., Heinrich Ioedt, R.-G., Marie Schmidt. W.. Ludwig Blum, R.-G.. Hans Pfeiff, R.-G., Dora Ricketz R.-G., Olga Pfeiffer, D., Hans Vepperiing, V., Gretcl Becker, R.-G., Paul Metz, V.. Hugo Baumann. R.-G.. Ilse von Wachter, R.-G., Kurt Leipold, V.: 2. Iobanna F.amme, R.°G., Braun, R.-G., Lina Rau, W., Meline Schmidt. D., Willi Drom­mershausen, V., Richard Goß. R.-G., Albert Obefi, R.-G.: 3. Ludwig Fett, V.

8 0 Silben: 1. und Ehrenpreis Mia Schmitt, D., Heinrich Gerhard, D., Karl Berndt, D., Hugo Becker, V., Ottilie Lamm, D.; 1. Preis Paul Grobe, V., Ludwig Ilaner, R.-G., Georg Hanitsch, V., Friedrich Carl Pitz, V., Ernst Han- fult, W., Wilhelm Jung, V., Otto Kompf, 03., Otto Wagner, R.-G., Elly Herbst. D., Otto Mattern, D., Arthur Wagner, W., Aenne Thein, R.-G.; 2. Wilhelm Becker, R.-G., Friedr. Hof, R.-G., Heinrich Stein, V., Willi Zubrod, D., Emilie OSktlec, W, Erich Tender, D.; 3. Minna Deibel, W, Elfriede Schäfer, D., Karl Liehr, 03.

6 0 Silben: 1. und Ehrenpreis Karl Kirch­ner, W., Heinz Müller, 03.; 1. Preis Irmgard Schütz, D., Hanni von der Heidt, D., Wilhelm Schäfer, D., Arthur Zerbe, R.-G., Hans Herdt, 03., Emmi Loh, W.; 2. Walter Schmitz, V., Wolfgang Hanstein, D.. Karl Fett, V., Ernst Größer, W., August 03eder, 03., Agnes Sack, D.; 3. Ernst Reeb, 03., Willy Reichel, D.-G.

Schön- und Richtigschreiben.

1. Redeschrift: 1. u. Ehrenpreis Friedrich von Lemmers, R.°G.; 1. Preis Georg Wahl, R.-G.

2. Verkehrsschrift: 1. und Ehrenpreis Theo­dor Schwarz, R.-G.; 1. Preis Karl Kirchner, W.; 2. Hans Wahl, R.-G., Heinrich Geißler, R.-G., Wilhelm Momberger, V, Paul Grobe. 03., Hugo Baumann, R.-G., Kurt Leipold, V.. Minna Fru- tig, R.-G.; 3. Otto Wahl, R.-G., Marie Schmidt, W., Adolf Kling, W.

Dos Mannschastsschrriben.

1. und Ehrenpreis 1. Reichskurzschrift-Gesell- schckft Gießen: Frl. Kühl, Treser, Dickel; Herren v. Lemmers, Preußer, 1561/» Punkte.

2. und Eh e preis S enographen-DereinTad- Dauheim: Frl. graule, Genzel, Meißner, Tanges; Herr Keil, 154Vr Punkte.

3. Preis Reichskurzschrist-OZerein Marburg: Frl. Peter; Herren Gans, Gahmann, Heinizer, Wolf, 153V« Punkte.

4. Preis 1. Reichskurzschrift-Gesellsch. Gießen. Frl. Bellof, Flamme, Schüler; Herren Schwartz, Wahl, löP/s Pmckte.

5. Preis Stenographen-Vereinigung Fried­berg (E): Herren Damme, Ewald, Heuh, Klemm, Wittmann, 146 Punkte.

6. Preis 1. Reichskurzschrift-Gesellsch. Gießen: Frl. Becker; Herren Baumann, Goß, Ioedt, Schneider, 138V4 Punkte.

7. Preis Steiwgraphen-Derein Wiefeck: Frl. Loh, Rau, Schmidt: Herren Frank, Kling, 137V.J Punkte.

8. Preis Stenographen-Dereinigung Fried­berg (G): Frl. Kinzebach, Krämer, Walter; Herren Gans, Richter, 136Vi Punkte.

9. Preis Damenverein Gießen: Frl. Eckert, Gladigow, Lamm, Pfeiffer, Schmidt, 1357s P.

10. Preis Verein 61 Gießen: Herren Depper­ling, Jung, Kühn, Leipold, Rieh, 135 Punkte.

Kirche und Schule.

Südwestdeulsche Konferenz für Innere Mission.

* Fulda, 6. Oft Zahlreiche Freunde der Inneren Mission fanden sick in den letzten Tagen, von unserer evangelischen Bevölkerung herzlich be­grüßt, hier ein, hallen doch die S ü d w e st - deutsche Konferenz für Innere Mis­st o n und der Landesverein für Innere Mission in Hessen-Kassel ihre Tagungen hierher verlegt.

Die Festpredigt am Sonntagfrüh hatte Landes­bischof Kortheuer (Wiesbaden) übernommen. Im Kindergottesdienst berichtete Geheimerat D. Kayser (Frankfurt) über die Arbeit der Inneren Mission. Die evangelische Jugend unserer Stadt und aus der Umgegend versammelte sich um 2 Uhr zu einer ernsten Feier in der Kirche unter Leitung von Landesjugendpfarrer Sic. Dr. Neubauer (Kassel) unb zog bann auf bie Grillenburg zu Spiel und Sport unb zum Anhören der Schlußansprache von Landesjugendpfarrer Horning (Karlsruhe). Die Abendversammlung im großen Stadtsaal eröffnete der Vorsitzende der Südwestdeutschen Konferenz, Prälat D. Schmitthenner (Karlsruhe), mit einer herzlichen Ansprache. Er forderte zur entschlos­senen, mutigen, vertrauensvollen Fortsetzung und Durchführung des begonnenen Werkes auf. Den Festvortrag Halle Pastor Werbeck (Elberfeld) übernommen, der in großen Linien die wichtigsten sozialen Ausgaben unserer Kirche schilderte. Kürzere

Berichte über die Siechenpflege gaben Pastor M o h l (Hofgeismar) unb über die weibliche Fürsorgeer­ziehung Pastor Koch (Marburg). Der besonderen tjrcube unserer evangelischen Gemeinde über den Besuch der Freunde aus Südwestdeutschland gab Stadtpsarrer Weber (Fulda) Ausdruck.

Am Montagfruh versammelte sich unsere coanae- lische Schul,ugend schon um 7.30 Uhr in der Kirche unb lauschte den wertvollen Vorträgen über bie Diakonen und Diakonissenarbeit durch Pastor Scheffer (Treysa) und Pastor Fuchslocher vom Diakonissenhaus Kassel. Auf eine geschlossene Mitgliederversammlung des Landesverbandes für Innere Mission in Hessen-Kassel folgte die öffentliche Hauptversammlung mit einem Einleitungswort des Vorsitzenden. Kirchenrat D. Merzyn (Kassel). Herzlichen Begrüßungen durch die Vertreter der kirchlichen Behörden, sodann burch ben Regierungs­präsidenten, den Landeshauptmann, ben Landrat, einen Vertreter des Magistrats unb bcr Schulbe­hörden, worauf ein tiefgründender Vortrag von Pastor Heyne (Bremen') überDas evangelische Docksbiidunaswesen" folgte. Nachmittags tagte die ebenfalls sehr gut besuchte Hauptversammlung der Südwestdeutscken Konferenz für Innere Mission. Prälat D. Schmitthenner eröffnete sie; Landes- wohliahrtspfarrcr Werner (Karlsruhe) erstattete den Jahresbericht unb gab eine Uebersicht über bie wichtigeren Verhandlungen der letzten Sitzungen des Berliner Zentralausschusses für Iranere Mission. So­dann referierte Pastor Burckhardt (Barmen) überDas evangelische Dolkshochschulwesen". An diesen Vortrag schloß sich eine längere Aussvrache an, bie das rege Interesse für diese Aufgabe oekun- bete. Beim öffentlichen, wiederum überaus gut be­suchten Gemeindeabend im großen Gtabtfaal wurden Filme unb Lichtbilder aus verschiedenen Gebieten der Inneren Mission vorgesührt

Am Dienstagfrüh tarnen vor allem bie Vertreter der Kreis-Jugend- unb Wohlfahrtsdienste zur Be­sprechung praktischer Fragen zusammen. Kirchenrat D. Merzyn eröffnete die Versammlung, die bann Vereinsgeistlicher Pfarrer Fritsch aus Kassel lei­tete. Pfarrer Werner (Karlsruhe) hielt ein Refe­rat überDie Zusammenarbeit von Innerer Mission und öffentlicher Wohlfahrtspflege". Pastor G u- b a l k e (Sangerhausen) schilderte bie Ausgaben einer gut geordneten ftäbtifrijen evangelischen Wohlfahrts­pflege. Pastor Röhricht (Weisel) behandelte die ländliche Wohlfahrtspflege.

Die Tagung, an der auch Landesoberpfarrer Möller aus Kassel teilnahrn, bot sehr viel An- regendes, auch für unsere Gemeinde, die sich sehr eifrig beteiligte, und bewies uns, wie scharf und klar die Innere Mission ihre durch die heutigen Zeitoer- hältnisse gegebenen Aufgaben erkennt unb wie ziel- bewußt und mutig sie ihren Pflichten nacl'kommt

Grotzes Schöffengericht Gießen.

WS0T Gießen, 6. Ott. Vor dem Großen Schöffengericht Gießen stcrnd heute drr S chr i f t- lei ter der in Frankfurt erscheinenden, befaimt- lich auf sechs Monate verbotenen völkischeni Freiheitsfahne". Franz Anton Hasel- mayer, unter der Anklage des Vergehens gegen das Gesetz zum Schuhe der Re­publik in Tateinheit mit Aufreizung zum Klassenhah. Hafelmayer hatte in einer 03er- fammhmg in Hungen am 13. Februar 1926 ge­sprochen und dabei die bestehende Staatsform als ^internationalen Saustall" bezeichnet. Ferner hatte er dabei auf gefordert, die Juden mit Ge­walt aus Deutschland zu vertreiben. Die Haupt­verhandlung ergab im wesentlichen die Bestäti­gung dieses Sachverhalts. Der Staatsanwalt hielt ein Vergehen gegen das Gesetz zum Schutze der Republik für nicht sicher erwiesen, beantragte dagegen wegen schwerer Aufreizung zum Klaffen- haß gegen Hafelmayer eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten Das Gericht verurteilte den Angellag- ten wegen Vergehens gzgen §8 Ziffer 1 dcs Ge­setzes zum Schutze der Republik in Tateinheit mit Vergehen gegen § 130 StGB, zu einer Ge­fängnisstrafe Don zwei Monaten und den Kosten des Verfahrens. In der Begründung wird gesagt, daß nach Meinung des Gerichts in den Aussagen Haselmahers eine Deschinrpsung der verfassungsmäßigen Regiermrgs- und Staats­form enthalten fei. Bezüglich des Vergehens der Aufreizung zum Klafsenhaß (§ 130 StGB.) schloß sich das Gericht den Ausführungen des Staats­anwalts an. Hafelmayer habe in sehr gewöhn­licher Form die Aufreizung betrieben und auf­gefordert, die Juden aus Deutschland zu ver­treiben. Die 03erurteiIung erfolge, da eine ein­malige Handlung vorliege, nur aus der gesetz­lichen Desllmmung, die die höchste Strafe vor« sehe, also aus § 8 Ziffer 1 des Gesetzes zum Schuhe der Republik. Eine Geldstrafe komme deshalb nicht in Betracht, weil die außerordent­liche Gewöhnlichkeit der Angriffe jede Milderung ausschließe. 1

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen.

Jüt unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen

Anzeigenaustrage sind lediglich an die Geschastsstelle zu richten.

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Beschluß.

Das Konkursverfahren über bas Ver­mögen der Firma F. Hirsch Witwe & Co. in Gießen, sowie über dasjenige deren Inhabers Theodor Köhler in Gie­ßen wird, nachdem der in dem Der- gleichstermin vom 27. August 1926 ange­nommene Zwangsoergleich durch rechts­kräftigen Beschluß vom 27. August 1926 bestätigt worden ist, aufgehoben. 8187C

Gießen, den 1. Oktober 1926. Hessisches Amtsgericht.

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Euler, Bürgermeister.

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Bekanntmachung.

In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bei der Firma Tribus & Sund- yeim, Gießen, folgendes eingetragen: Frau Louis Sundyeim Witwe, Clara geb. Wallmuth, in Gießen ist aus der Firma ausgeschisden. Kaufmann Arwed Sundheim in Gießen ist als volloertre- tungsberechtigter Teilhaber in die offene Handelsgesellschaft eingetreten. Die Pro­kura des Arwed Sundheim in Gießen ist erloschen. 8186C

Gießen, den 4. Oktober 1926.

Hessisches Amtsgericht.

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