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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 209 Zweites Blatt

Dienstag, 7. September (926

Vie deutsche Volksgemeinschaft in Beßarabien.

r" Der deutsche Volksrat für Beßarabien hatte in seiner in Tarntino abgehaltenen Tagung die neuen Satzungen derBeßarabischen deut-chen Volksgemeinschaft" beschlossen, die nunmehr auch im Druck vorliegen. Durch diese Satzungen, die auf dem deutsch-betzarabischen Dolksprogramm aufgebaut sind, erhält die junge poutvche -Or­ganisation der Deutschen Beßarabiens ihre end- 9 Vis^-u den Ereignissen des Jahres 1918 hatten die 80 000 Deutschen Beßarabiens kern politisches Eigenleben geführt. Sie gehörten zu dem Schwarzmeerdeutschtum im allgcmemeiv öd wie dieses batten auch die Deutschen Deßaiabiens an dem politischen Leben des damaligen Rußland keinen Anteil. Die Verhältnisse änderten sich erst mit dem Ausbruch der Kerenstr-Aevolutwn. Damals versammelte sich im Mai 1917 der erste deutsche Kongreß Südruhlands in Odessa, der aus seiner Mitte ein Zentralkomitee mit dem Sitz in Odessa mit der Führung der Geschäfte be­traute, dem Bezirkskomitees für die Krim, Süd- rußland und Beßarabien untergeordnet waren. Als sich Beßarabien im weiteren Verlauf der Ereignisse an Rumänien anschloh, wurde das beharabische Bezirkskomitee unter seinem Vor­sitzenden A. Widmer selbständig und vertrat die Interessen der Deutsch-Deßarabier. Von diesem Bezirkskomitee wurde auch am 7. März 1919 der Anschluß der Deutschen Beßarabiens an Rumänien proklamiert.

Der erste Kongreß der Deutschen Beßara- biens fand am 30. und 31. Juli 1920 statt. Es wurde beschlossen, sich unter dem RamenD a s deutsche Volk Beßarabiens" zu einer festen Organisation zu verbinden, indem gleich­zeitig das Volksprogramm geschaffen und der Anschluß an den Verband der Deutschen in Groß­rumänien durchgeführt wurde. Auf dieser Grund­lage wurden darauf die Wahlen in die Ortsräte unö in den Volksrat durchgeführt. Der Vorstand des Volksrates wurde im Jahr darauf, 1921, gewählt: er führt die Geschäfte bis zu der Ta­gung dieses Jahres. Ihm war die schwere Auf­gabe zugefallen, die Grundlagen zu der jungen Organisation zu legen, die nunmehr durchs die neugeschaffenen Satzungen derBeßarabischen deutschen Volksgemeinschaft" ihren endgültigen Rahmen gefunden hat.

Rach diesen Satzungen bilden alle in Beßara- bien wohnhaften Deutschen rumänischer Staats­angehörigkeit dieDeßarabische deutsche Volks­gemeinschaft", die gleichzeitig eine Gaugruppe des Verbandes der Deutschen in Rumänien bildet. Der Zweck dieser völkischen Organisation ist die Vertretung des gesamten deutschen Volkes in Beßarabien nach außen und die gemeinsame Wahrung und Förderung aller seiner vöMschen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Be­lange.

Die Organisation gliedert sich in Ortsgemein­schaften und in die Volksgemeinschaft. Die Orts­gemeinschaft besteht aus allen deutschen Be­wohnern rumänischer Staatsangehörigkeit in einer Ortschaft. Die Angelegenheiten der Ortsgemein­schaft werden von dem Ortsrat geführt, der aus 5 bis 15 von der Versammlung der Ortsgemein- schast auf vier Jahre gewählten Mitgliedern be­steht. Zu den Obliegenheiten des Ortsrates ge­hört die Führung einer genauen Familienliste mit Angabe der wahlberechtigten Deutschen, die Durchführung der Weisungen des Volksrates, die Einhebung der Dolksbeiträge und die Unter- stühung der Volksgenossen mit Rat und Tat.

Die Vertretung der beßarabischen deutschen Vollrgemeinschast liegt in den Händen des deut­schen Volksrates für Beßarabien. Die Mitglieder des Volksrates setzen sich aus den Delegierten der Ortsgemeinschasten und aus den Vertretern der Synode der ev.-luth. Landeskirche Beßarabiens, des Verbandes deutscher Konsums und Genossen­schaften, des Vereines deutscher Lehrer, des Museumsvereines und des Hochschulverbandes zusammen. Die Aufgabe des deutschen Volks­rates, dessen Vollmachtsdauer vier Jahre be­trägt, besteht in der Leitung des gesamten deut­schen Volkes in Beßarabien. Alljährlich einmal tritt der Volksrat zu einer ordentlichen Tagung zusammen. Für die Fälle dringender Entschei­dung wählt der Volksrat aus seiner Mitte einen Hauptausschuß aus 50 Mitgliedern. Die Durch­führung der Veschlüsse des Volksrates obliegt als einer ständigen Derwaltungs- und Arbeits­stelle einem Vollzugsausschuß von 22 Mitgliedern.

Aus besonderen Anlässen und zu feierlichen Kundgebungen des gesamten deutschen Volkes Beßarabiens kann auch ein Voltstag einberufen werden, zu dem jede im Volksrat vertretene völkische Einheit doppelt soviel Vertreter wie in den Dolksrat entsendet. Mit beratender Stimme kann jeder Volksgenosse am Volkstag teilnehmen. Das Wahlrecht zu den Organisationen der beh- arabischen deutschen Volksgemeinschaft genießen alle nach dem Reichswahlgesetz wahlberechtigten Bürger deutscher Volkszugehörigkeit, soweit sie wenigstens ein Jahr in Beßarabien wohnhaft find.

Die Satzungen der beßarabischen deutschen Volksgemeinschaft, die der siebenbürgisch-sächsi- schen und deutsch-banater politischen Organisation angepaßt sind, legen ein beredtes Zeugnis von der politischen Reise der deutschen VolMgenossen in Beßarabien ab und beweisen, wie sehr diese . bemüht sind, sich aus eigene Füße zu stellen und ein vollwertiges Mitglied der deutschen Volksgemeinschaft in Rumänien und des gesamten Auslanddeutschtums zu werden: im äußersten Eüdosten Europas entsteht damit zwischen Dnjester und Schwarzem Meer eine deutsche Organisation, die noch zu großen Ausgaben berufen sein dürste.

Das jüngste Parlament.

Don Dr. Fritz Wertheimer. ' I.

Das jüngste Parlament der Welt, der kleine Landesrat von Südwestafrika, zieht die Augen der Welt auf sich. Soeben hat es einstimmig beschlossen, aus allen öffentlichen Büchereien, Schu­len, Bibliotheken und anderen erreichbaren Stellen jenes B l a u b u ch zu entfernen, das die Unions­regierung 1918 herausgegeben hatte und das doku­mentarisches Material ' über angebliche (Breueltaten deutscher Offiziere und Mannschaften in Südwestafrika enthielt. Einstimmig wurde anerkannt, daß dieses angebliche Material" auf Schwindel und Täuschung beruhe und der historischen Wahrheit widerspreche.

Das will schon etwas bedeuten. Allerdings war auch chon vom General Herzog, dem südafrikani- chen Premierminister, als er nach seiner Wahl zum erstenmal eine südwestafrikanische Rundreise machte das war schon im Nooemoer 1924! zugesagt worden, er halte das Blaubuch für eine begrabene Angelegenheit, er selbst habe es nie benutzt und es werde auch unter seiner Regierung niemals benutzt werden. Aber daß nun das südwestafrikanische Parlament einstimmia diesen Vernichtungsbeschluß aßte, ist doch ein gesunder Fortschritt!

Dieses Parlament besteht aus 12 Gewählten und 6 vom Administrator Südwests nach Einver­nehmen mit der südafrikanischen Union ernannten Mitgliedern. 7 der gewählten und 2 der ernannten Mitglieder sind Deutsche. Es stehen also 9 Deutsche, 9 Südafrikaner Vertretern des Burentums und des Engländertums gegenüber. Einstimmig wählte dieses Parlament sich seinen Vorsitzenden in der Person des allseitig beliebten Col. Curtiß, und

als man in die Landes-Exekutive, die aus dem Administrator und 4 Landesräten besteht, diese vier Mitglieder zu wählen hatte, wurden auf unionisti- schen Vorschlag einstimmig zwei Deutsche und auf deutschen Vorschlag einstimmig zwei Unionisten ge­wählt. Das zeugt also von einer durchaus versöhn­lichen und guten Zusammenarbeit der wei­ßen Rassen, der Deutschen, Suren und Englän­der, die ja auch schon bei den Wahlen selbst zum Ausdruck gekommen war. 2772 deutschen Wählern standen 3321 unionistische gegenüber. Die Unionisten zerfielen von vornherein in zwei Parteien und zer­störten dadurch ihre Chancen. Die Deutschen gingen (mit Ausnahme von zwei Wahlkreisen von 12) ge­schlossen vor, und da die Unionisten den Deutschen zwei sichere Wahlkreise ohne Aufstellung von Gegenkandidaten überließen und die Deutschen zu­dem mit einer der Unionsparteien ein getreulich eingehaltenes Wahlbündnis schlossen, konnten sie den schönen Wahlerfolg der 7 gewählten Vertreter buchen. Es fiel im ganzen Wahlkampf kein verletzen­des Wort zwischen Unionisten und Deutschen. Höch­stens ist es zu beklagen, daß nach dem Wahl­kampf em latenter Gegensatz innerhalb des Deutschtums selbst zum Ausbruch kam und ernstliche Streitigkeiten zwischen der Hauptorgani­sation aller Deutschen im Lande, demDeutschen Bund", und der deutschen Zeitung des Landes, der Windhuker Allgemeinen Zeitung" entstanden.

Man darf auch, wenn man jetzt dieses jüngste Parlament und seinen erfreulichen Beschluß be­trachtet, nicht vergessen, daß bereits anläßlich des Abschlusses des bekannten Oppositionsvertrages zwischen dem damaligen südamerikanischen Premier Smuts und den Vertretern des Auswärtigen

Amtes in London jenem Vertrag, der den Deut­schen des Landes das englische Bürgerrecht sicherte, ohne daß sie ihr deutsches dabei aufzugeben brauch­ten, was nur 258 Deutsche, 8,5 Proz. ablehnten, dadurch, daß sie für Deutschland allein optierten in einem Briefwechsel die Anerkennung Smuts für die kolonisatorischen Leistungen des Deutschtums in Südwest stark zum Ausdruck gekommen war und daß so Smuts es gewesen ist, der der kolonialen Schuldlüge den ersten kraftvollen Stoß versetzt hat!

Es lohnt sich aber überhaupt, dieses jüngste Par­lament ein klein wenig zu betrachten. Es tagt in einem Windhuker Saal an einem Tisch in Hufeisenform, zur Rechten sitzen die Ver­treter der alten (deutschen) Landesbeoölke- rung, zur Linken diejenigen der neuen (unio= nistischen) Bevölkerung. An einem Sondertisch nimmt mit dem Administrator die Exekutive Platz, an einem weiteren Sondertisch sitzt die Presse. Auf einem etwas erhöhten Podium sitzt der Vorsitzende,

unter ihm an einem Sondertischchen der Sekretär mit einem Gehilfen. Vorsitzender und Sekretär tra­gen bet dem Sitzungen einen Talar. In der ersten Lesung darf jeder Abgeordnete, der übrigens mit ehrenwertes Mitglied" anzusprechen ist, nur ein­mal zum Thema sprechen. Ist die erste Lesung ab­geschlossen, so konstituiert sich das Haus alsHouse in committee". Der Vorsitzende verläßt dann seinen Platz und gibt den Vorsitz an seinen Stellvertreter auf welchen Posten übrigens auf unionistischen Vorschlag hin das deutsche Mitglied Stauch ge­wählt worden ist. Dieser ruft jeden einzelnen Gesetzesartikel auf und es darf hierzu dann jedes Mitglied in einer Art zwangloser Diskussion spre­chen. Nach Abschluß dieser Aussprache berichtet so­dann der stellvertretende Vorsitzende an den Vor­sitzenden in einer Art Ausschutzbericht und dann ge­langen die Gesetze in die 3. Lesung vor demselben Forum, die wieder etwas förmlicher ist. Das ist also eine Art Ersatz der Kommissionsoerhandlungen, die bei der Kleinheit des Forums 4 von den 18 Mitgliedern sitzen ja doch in der Exekutive, der Regierung! auch kaum nützlich wären. Als Ge- chäftsordnung hat man diejenigen des unionisti- chen Volksrats angenommen und man hat beschlos­en, in der Session werktags ohne die Samstage von 2.30 bis 6 Uhr zu tagen, nach Ablauf von 12 Tagen aber auch vormittags und nachmittags und bei Nicht­erledigung der Tagesordnung überdies auch abends von 8 bis 11 Uhr. Man sieht: der Fleiß ist aner­kennenswert. Uebrigens sprechen die deutschen Mit­glieder durchweg in der Aussprache auch deutsch, nur die Gesetze sowie die Anträge werden in die dafür bestimmten Formeln gekleidet und in einer der beiden Landessprachen, englisch oder afrifaans

eingebracht. In einer bisher vom Administrator be- rufenen Sonderkommission, die die Möglichkeiten der Belebung des Absatzes des Landes, insbesondere an Lebendoieh studieren soll, führt ein Deutscher, Farmer Voigts, den Vorsitz.

Die bisher wichtigste Arbeit bcs, jungen Parla­ments war die (Etatsberatung. Vorläufig hat ja der Landesrat noch nicht eigentlich die Tätigkeit und den Aufgabenkreis eines wirklichenParia ments". Der Staatshaushalt wird ihm nurzur Besprechung" vorgelegt. Die Fragen der Besied­lung, Erziehung, Polizei, Landbank und Bürger- wehr entscheidet der Administrator, wenn auch zu­nächst nur für den Zeitraum von 3 Jahren, allein. Erst nach drei Jahren soll, falls ihm dann diese Dinge nicht freiwillig von der Regierung überant­wortet werden, der Landesrat mit Zweidrittel Stimmenmehrheit beschließen können, daß i h in diese Angelegenheiten übertragen werden müssen. Die Fragen der Eingeborenen, der Eisenbahn die Eisenbahnen sind Eigentum Südwests, sie wer­den nur von der Union betrieben! Post und Telegraphie, des Bergwesens, der Beamtenschaft, der Einwanderung und der Rechtspflege wie der Verteidigung, der Währung und des Zolls aber hat sich, und zwar für die ganze Dauer der Gültigkeit der jetzigen Verfassung, die Unionsregierung zur alleinigen Behandlung vorbehalten. Der Landes­rat hat also nur das, freilich recht wichtige. Recht der Kritik an allen diesen Sachen und zur selb­ständigen Behandlung nur die Fragen der Land­wirtschaft, der Wasserbohrungen, des Gesundheits­wesens und der öffentlichen Arbeiten sowie sonstiger verschiedener kleiner Dinge. Selbständig ist also der Landesrat, wie <frühere Berechnungen ergaben, bei einem Gesamtetat von rund 700000 Pfund, für un­gefähr 150 000 Pfund dieses Etats.

In seiner Etatsrede betonte der Administrator, daß eigentlich Süweftafrika der Union 1,8 Mill. Pfund schulde, die die Union wahrend der Geltung des Kriegsrechts in Südwest investiert habe. Er stellte auf Befragen ausdrücklich fest, daß das keine Kriegskosten diese haben nach den Angaben rund 19 Mill. Pfund betragen! sondern nach 1918 erfolgte Investierungen seien, doch hoffe er, daß die Frage der Rückzahlung dieser Schuld nicht praktisch werde. Späterhin betonte er bann auch, das; Südwest heute schuldenfrei dastehe, dagegen 2,5 Mill. Pfund Aktiva habe, und zwar: 481000 Pfund Vorschüsse an die Länderbank, 231000 Pfund Un­terstützungen ah die Siedler, 33 000 Pfund Anleihen an Stadtverwaltungen, 162 000 Pfund für Bahn- bauten, 4000 Pfund für Zuchtvieh, öffentliche Ge­bäude und Telegraphenlinien; 584 000 Pfünd seien für Wasserbohrungen ausgegeben worden, der Wert des an die Siedler verkauften Landes, der allmählich von den Siedlern zurückzuzahlen fei, betrage 787 000 Pfund, 195 000 Pfund feien von der Deutschen Landbank als Aktiva übernommen worden.

Die Eisenbahnbeschwerden Oberhessens.

Die Abgeordneten der Deutschen Dolkspartei im Hessischen Landtag, Frl. Birnbaum, Dr. Keller und Dr. Riepoth, haben an die hessische Regierung die nachstehende Kleine An­frage gerichtet:

Rach dem jetzt vorliegenden Entwurf des Winterfahrplans treten erhebliche Ber­schte ch terunge n der Zugverbindun­gen ein, die in gaiy verschärftem Maße die Provinz Oberhesfen und die P r o v i n - zialhauptstadt treffen. So sind z. B. nur zwei V-Zugverbindungen von und nach Frank­furt vorgesehen, je ein Morgen- und ein Abend­zug, der immer gut besetzte Mittagzug in beiden Richtungen fällt fort, damit auch die einzige direkte Tagverbindung mit Berlin. Es ist klar ersichtlich, daß der Verkehr mit Frankfurt und Darmstadt mithin in einer Art beschränkt wird, die den Bedürfnissen der Provinz und der Wichtigkeit Gießens als Pro­vinzialhauptstadt, als Aniversitäts- und Gar- nisonstadt und als Knotenpunkt der Main-Weser- Dahn, der Lahnbahn, der Hauptstrecke nach dem westfälischen Industriegebiet und der vberyes- fischen Bahnen in keiner Weise ent­spricht. Ebenso nahmen die schon vorhandenen und noch weiter geplanten Einschränkungen und Veränderungen des Zugverkehrs aus den Strecken GießenGelnhausen und Gießen - Fulda und auf den damit zusammenhängenden Nebenstrecken weder auf die Belange der nach Gießen fahrenden Schüler Rücksicht, noch tragen sie der Notwendigkeit einer guten Verbindung zwischen der Provinz und der Hauptstadt zwecks Pflege der wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen In­teressen Rechnung. Um nicht in Einzelheiten einzu­gehen, verweisen wir auf den hier beiliegenden Ar­tikel desGießener Anzeigers" in Nr. 201 vom 28. August.

Wir fragen an: Ist die Regierung bereit, sofort bei der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. mit allem Nachdruck dafür einzutreten, daß die Schä­digungen vermieden oder wenigstens ge­mildert werden? Da der Zeitpunkt des Zusam­mentritts des Landtags noch unbestimmt ist, triften wir um schriftliche Beantwortung der Anfrage."

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

o Allendorf (Lahn), 6. Sept. Gestern fand hier das diesjährige Jugend- und Pofaunenfest statt, das sich eines sehr zahl­reichen Besuches erfreute. Die Festansprache hielt Pfarrer Schä f er-Wiesbaden. Weitere An­sprachen wurden von den neu eintretenden Pre­digern Petersen und Müller und von F. Herrmann gehalten.

> Lang-Göns. 4. Sept. Heute morgen gegen 9 Uhr brach in der Scheuer des Försters Karl Derck Feuer aus. Die Flammen, die an der gerade geborgenen Ernte reiche Rahrung fanden, pflanzten sich im Ru auf den angren­zenden Stall fort, wo ihnen die ganze Grummet­ernte und ein großer Teil der Heuernte zum Opfer fielen. Das Vieh konnte gerettet werden. Sehr gefährdet waren die beiden benachbarten Scheunen. Rur dem raschen Eingreifen der hie­sigen Feuerwehr ist es zu verdanken, daß die eine schon brennende Rachbarscheuer gerettet und das Feuer von der andern ferngehalten wurde. Der Schaden ist erheblich, da außer der ganzen Ernte an Frucht, Heu und Grummet dem Feuer auch eine große Menge Holz zum Opfer fiel. Die Ursache des Brandes ist wahr­scheinlich auf Kurzschluß zurückzuführen.

Einladung

an sSmtttche Lesev und Äuftvaggebev des Gietzenev Anzeigers zur Ldvdevung von wirksamen Zeitungsanzeigen

Die Gartenbau- und Elektrizitäts-Ausstellung in Gießen bietet der Geschäfts­welt Gelegenheit, die hiesige Einwohnerschaft und die zahlreichen Besucher aus dem Hinterlands zum Einkauf ihres Herbstbedarfs anzuregen. Es darf also damit gerechnet werden, daß die Zeitungsanzeige während der Aus­stellungszeit vom 11. bis 19. Sept, in besonders sorgfältiger und geschickter Aufmachung in die Erscheinung tritt. Wie es für den Leser wichtig ist, den Inhalt dieser Empfehlungsanzeigen zur Kenntnis zu nehmen, so ist es auch für die Geschäftswelt wesentlich, die Anschauung des Ieitungslesers über die Wirkung der Anzeigen auf ihn kennen zu lernen.

Wir stellen deshalb an alle Leser des Gießener Anzeigers folgende Frage: welche Empfehttmssanrstse in den Nummern des Gietzenev Anzeigers vom 11. bis 19. Gevtembev ein- ßchlietzlich macht de« lebhafteste« Eindvmk auf Sie? Bei der Beantwortung darf nur eine Anzeige mit ihrer Nummerbezeichnung benannt werden unter Anfügung der genauen Anschrift des Einsenders. Die Nummer mutz also deutlich geschrieben über der Anschrift stehen. Andere Zu­sätze sind nicht angängig. Die Einsendungen, die am zweckmäßigsten auf Post­karten vorgenommen werden, müssen am 21. Sept, bei uns eingegangen sein. Die Einsender, deren Nummernangaben sich in größter Zahl auf die bevor­zugten Anzeigen vereinigen, werden in drei Gruppen geteilt und für ihre Mttarbeit mit folgenden Geldbelohnungen bedacht:

Erste Gruppe: Drei Velohnunsen von ie KM. 3S.- (Anzeige mit der größten Stimmenzahl)

Zweite Gruppe: Drei Belohnungen von is AM. 25.- (Anzeige mit der zweitgrößten Stimmenzahl)

Dritte Grupps: Drei Belohnungen von ie AM. 20.- (Anzeige mit der drittgrößten Stimmenzahl).

Das Los entscheidet in jeder Gruppe.

Nur Leser, die sich diesen Bedingungen unterwerfen wollen, sind zur Beteili­gung eingeladen. Angestellte unseres Derlagshauses sind ausgeschlossen.

Zehn Anreigenbeftellev,

auf deren Empfehlungsanzeigen sich die größten Stimmenzahlen vereinigen, werden mit je einem wertvollen Werk über Geschäftswerbung bedacht. Es soll ihren Sinn für gute Reklame noch mehr anregen.

Wir bitten um ausgedehnteste Mitwirkung unserer Leserschaft in Stadt und Land, wie wir auch die Anzeigenauftraggeber darum bitten, ihre Empfehlungs­anzeigen rechtzeitig vorzubereiten, damit ihnen eine hervorragende Aus­stattung gesichert werden kann.

Verlag des Gießener Anzeigers