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Preußischer Landtag

der

Tagestemperaturen: 23,7 Grad Celsius. 13,8 Grad Celsius. Niederschläge 3,1 Heutige Morgentemperatur: 15,3 Grad

Gestrige Minimum: Millimeter. Celsius.

halb bei einem derartigen Vergleich gut schneiden.

Olm Samstag und Sonntag wurden in ver­schiedenen Gruppen etwa 6000 Brieftauben eng­lischer und französischer Brieftaubenbesitzer nach London. Manchester und Liverpool gestartet. Da nur ein geringer Teil der Brieftauben die Be­stimmungsorte erreichte oder nach den Ausflug­stellen zurückkehrte, nimmt man an, daß über 3000 Brieftauben von den schweren Stürmen an der französischen Küste überrascht .wurden und im Kanal ertrunken sind.

Unglückliche.

Das gestrandete Weinschiff.

Bonn a. Rh., 6. Iuli. (Wolff.) Auf dem Rhein verunglückte gestern ein mit Wein beladenes Schiss, das beim Ankerwersen gegen einen Brückenpfeiler stieß und in der Mitte auseinanderbrach. Während die Mann­schaft gerettet werden tonnte, trieben die Wein­fässer den Rhein hinab. Es sammelten sich darauf Hunderte von Leuten an und zogen die mit Wein gefüllten Fässer an Land. Rur ein Teil der Fässer konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Der Rest wurde von der Menge aufge­schlagen und alle hrnzukommenden Personen tranken, bis sie sinnlos betrunken waren. Schließlich war das Ufer längs des Rheins mit Betrunkenen bedeckt. Erst als 80 Polizeibeamte herangezogen wurden, konnte einigermaßen Ord­nung geschaffen und der Rest der Güter in Sicherheit gebracht werden. Bisher sind über 20 Personen an Alkoholvergiftung erkrankt und in die Krankenhäuser eingeliefert worden. Die wüsten Szenen forderten acht Todesopfer. Fünf Personen starben an Alkoholvergis- tung, eine wurde bei einer Schlägerei unter den Betrunlenen erschlagen und zwei ertranken

im Rhein.

Em Mord nach sieben Jahren aufgeklärt.

Berlin, 6. Juli. (Wolff.) Ein Kutscher Robert Schwarz war auf die Anzeige seiner Frau, daß er vor sieben Jahren einen Mord an einem gewissen Liehkow begangen habe, am Sonntag verhaftet worden. Im Zusammenhang mit dieser Verhaftung wurde

gestern auch die Frau des Ermordeten und deren Sohn aus erster Ehe, der Kutscher Paehsch, sestgenommen. Die Verhafteten haben bereits ein Geständnis abgelegt, wonach Schwarz auf An­stiften der Qieijfoto ihren Ehemann, mit dem sie in Winfrieden lebte, im Jahre 1919 von einer Leiter herabgeschossen hat, als ec oerode damit beschäftigt war, Dachpappe auf seine Laube im Baumschulenweg in Berlin zu nageln. Den bei der Tat verwende en Revolver hatte Paetzsch mitgebracht. Da sich der Erschossene beim Sturz von der Leiter den Kopf ausgeschlagen hatte, hatte der Arzt die Schußverlehung nicht erkannt und als Todesursache Schädelbruch angegeben.

Untergrundbahnstreik in Reuyork.

Nachdem die Leitung der Reuhorker Unter-» grundbahn die Forderung des Personals nach einem Stundenlohn von einem Dollar statt 75 Cents abgelehnt hatte, trat dieses um Mitte» nacht in den Streik. Die Stadtoerwaltung trifft Maßnahmen, um eine Desorganisation deS Ver­kehrs zu verhindern. Infolge des Streiks kam es zu einer Verkehrsstauung, jedoch Haven sich nur wenige Unfälle ereignet. Wie ftarf der Verkehr war, ergibt sich daraus, daß Montag­abend und Dienstag früh über zwei Millionen Ausflügler mit der Bahn und mehrere Hundert­tausend im Auto in die Stadt zurückkehrten.

Wettervoraussage.

Nachlassen der Regenfälle, doch bei südlichen bis westlichen Winden veränderlich und nur tagsüber mäßige Erwärmung.

Die Abrüstungskonferenz

Frankreichs Sieg in der Unterlommission.

Genf, 7. Juli. (TU.) Die Unterkommission A der vorbereitenden Abrüstungskonferenz für Heeres-, Flotten- und Luftfragen hat ihre Ar­beiten beendet und sich auf den 2. August ver­tagt. Sie nahm in erster Lesung mit Stimmen­mehrheit den Text der Antworten auf diejenigen Fragen an, die ihr von der vorbereitenden Ab- rüstungökommission unterbreitet worden waren. Die deutsche D e l e g«a 1 i o n hat fast zu allen Punkten Vorbehalte vorgebracht, da sie sich mit der Behandlung der meisten Fragen nicht einverstanden erklären konnte. Genau genommen ist cs ein Unfcing, derartige schwerwiegende Pro­bleme durch Stimmenmehrheit, wie es im Völkerbund allgemein üblich ist, entscheiden zu lassen, sobald die Stimme eines Sechs-Millionen- Staates ebenso schwer ins Gewicht fällt w'.e die Stimme einer Großmacht ersten Ranges. Aber nicht nur Deutschland ist fortwährend überstimmt worden, sondern auch England und den Vereinigten Staaten wurde dieses Schick­sal häufig, vor allem in den F l o 11 en f r ag e n, zuteil, in denen es Frankreich und Italien ge­lang, mit ihren kontinentalen Trabantenstaaten gegen die ersten Seemächte der Welt wichtige Beschlüsse durchzusehen. Bedeutsam ist weiterhin, daß eine Reihe von Entscheidungen gefällt wur­den. die dem Washingtoner Flottenabkommen dirett widersprechen und es somit Frankreich und Italien gelungen ist die ersten Schratte zur Lösung ihrer in Washington eingegangenen Ver- pflichiungen zu tun. In der Frage des Krite­riums für die Seestreitkräfte sind England, die Vereinigten Staaten, Argenti­nien und Chile gegen die Stimmen aller kon­tinentalen und der kleineren Seemächte unterlegen. Es ist falsch, anzunehmen, daß sie sich dieser seltsamen Mehrheit ohne weiteres fügen werden. Auch Japan hat sich ihnen angeschlossen, doch mehr aus taktischen, als aus sachlichen Gründen. Wichtig erscheint es weiterhin, daß es Frankreich auch gelungen ist überall dort seinen Standpunkt durchzusetzen, wo es sich um eine Schwächung der deutschen Position und eine Stärkung der französischen handelt. Wir nennen vor allem die Frage, ob die Reserven und das gelagerte Kriegsmaterial als Vergleichskriterien zu be­werten seien. Da eine Heranziehung von Re­serven und gelagerten Materials Frankreichs Position schwächen und Deutschland stärken würde, so setzte Frankreich die Ablehnung dieser Vergleichskriterien durch, denn Deutschland besitzt weder das eine noch das andere und würde des-

WSR. Berlin, 6. Juli. Nachdem ... Landtag zunächst einen deutschnationalen Antrag auf Bereitstellung von 1,5 Mill. Mark als ersten Staatsbeitrag für die Hochwassergeschä­digten im Kreise Hirschberg an den Ausschuß überwiesen hatte, wurde die Gtats- beratung mit der Besprechung des Justiz- etats fortgesetzt. In der Diskussion spielte namentlich der Ausschluß des Senatspräsidenten Großmann aus dem Preußischen Richter­verein ein Rolle. In der sich anschließenden Be­

lass i g k e i t habe zuschulden fommen lassen. Das Vergehen reiche jedoch nicht aus, um eine Dienst­entlassung zu rechtfertigen.

Kunst und Wissenschaft

Das ^kcich^Labak Forschungsinstitut.

Bei einer in Karlsruhe unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Hagedorn gepflogenen Be­sprechung der Vertreter des Reichsmlmsteriums ür Ernährung und Landwirtschaft und der Länderregierungen von Baden, Bayern, e 1 p en Preußen und Württemberg, der badischen Landwirtschaftskammer sowie von Reichs- und badischen Landtagsabgcordneten wurden die Ver­handlungen liber die Errichtung eines Babak- orschungsinstituts zum Abschluß gebracht. Das Institut, dessen Tätigkeit sich über das ganze Reich erstrecken und den NamenReichs-Tabak- forschunas-Instituf führen wird, soll aus Mitteln des Reichs und Badens auf dem Versuch- und Lehrgut der badischen Land- w.rtschaftstammer in Forchheim bei Karls­ruhe erbaut und der Leitung der badischen Landwirtschaftskammer unterstellt werden. Zu seinem Aufgabenkreis gehören hauptsächlich: An- tellung von Anbau- und Düngungsversuchen, züchterische Arbeiten, Versuche zur Bodenbearbei­tung Emteverfahren und Dachbehandiung, Er­forschung der Tabakskrankheiten, sowie Belehrung der Pflanzer in Wort und Schrift. Die $or- schuna auf dem Gebiete der Fermentation soll dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin über­laden bleiben. Zur Aufsicht und Verwaltung des Instituts soll ein Kuratorium bestellt werden, das aus den Vertretern der Reichs­regierung und der beteiligten Landesregierungen, den Vertretern der Pflanzer schäft, von Sanoel und Industrie und dem Präsidenten der badischen Landwirtschaftskammer besteht.

Künstliches Vitamin?

DieDossische Zeitung" meldet aus L e i p - zig daß die Arbeit freier geistiger Forscher zur 'Erfindung der künstlichen Herstellug des Vitamins geführt habe, dessen Fehlen tn der menschlichen Nahrung die Rachitis erzeugt. Mit dem auf künstlichem Wege hergestellten Vitamin sollen Nahrungsmittel verschiedenster Art im­prägniert werden.

Rekloralswechsel an der Universität Heidelberg.

Der Senat der Universität Heidelberg wählte Geh. Rat Prof. Dr. Panzer zum Rektor Jur das Amtsjahr 1926/27. Der neue Rektor ist seit 1919 Dozent für germanische Philologie und Sprachwissenschaft an der UnlDerfität.

Ein Frankfurter Ehrendoktor.

Die Naturwissenschaftliche Fakultät der ilni- versität Frankfurt hat den Marineoberbaurat W. Krüger in Wilhelmshaven für feine Ver­dienste um die Erforschung der Nordseeküste und die reiche Förderung wissenschaftlicher Tätigkeit in seinem Arbeitsbereich zum Ehrendoktor er­nannt.

Corinth-Ausstellung Im Frankfurter Kunstverein.

eines Erdbebens lokaler Natur seit den letzten 20 i Jahren auf.

Das Erdbeben wurde in Mürzzuschlag, Neuberg, Krieglach, Kindsberg in der Nordsteiermark wahr­genommen. Auch in Graz wurde das Beben beob­achtet. Leichte Erschütterungen waren auch in W i e n zu verzeichnen.

In Mürzzuschlag Hai das Crdbcbrn beträcht- | lichen Schaden an den Häusern angerichtet. Die ; Erdstöße waren ungemein heftig und von ; explosionsartigem Getöse begleitet. Kaum ein Gebäude blieb verschont. In den meisten Häu­sern sieht man große Risse an den Wänden und Decken. Schwer beschädigt wurden das Rathaus, die Bürgerschule, das Alte Brauhaus und die Gebäude des Bezirksgerichtes. Die aufgeregte Bevölkerung eilte ins Freie und getraute sich erst nach Stunden wieder in die Wohnungen zurückzutehren. In einer Eisenhandlung in Kinds­berg begannen die dort zum Verkaufe ausgestell­ten Kuhglocken während des Bebens heftig zu läuten. Das Erdbeben wurde auch in Ost-Steier­mark, in Hartberg und Riegerburg, deutlich wahrgenommen.

Die Hochwasserschäden.

Die von den Landwirtschaftsbehörden ange­stellten Schätzungsberichte ergeben, daß für Brandenburg und Sachsen durch Hoch­wasser die Ernte von Hunderttausen­den Morgen vernichtet wurde. Mehrere hundert Orte wurden als Notstandsgebiet erklärt. Der geldliche Schaden, über den man erst in zwei bis drei Wochen ein genaues Bild haben wird, dürfte sich in den Kreisen Guben und Kottbus auf ca. 3V2 Millionen und In Sachsen auf ca. 19 Millionen belaufen.

vom Blitz erschlagen.

Bei dem fürchterlichen Gewitter, das am letzten Sonntag über dein Rheingau niederging, wurden bei Lorch dec Landwirt Peter Brunnen­gräber und seine Frau, die gerade mit Heu» machen beschäftigt waren, vom Blitz getroffen. Der Mann war sofort tot, während die Frau gelähmt wurde.

Einführung der 24-Stunden-Tagesbezeichnung bei der Reichsbahn.

Berlin, 7. Iuli. (W-L.B. Funkspruch.) Wie die Blätter von der Reichsbahnverwal- tung erfahren, ist in Aussicht genommen, mit dem kommenden Sommerfahrplan, also am 15. Mai 1927, im inneren und äußeren Verkehr der Reichsbahn und der Post die Stunden durchgehend von 1 bis 24 zu be­zeichnen, wie es bereits mit bestem Erfolg in einer Reihe anderer europäischer Länder, so namentlich in Frankreich und der Schweiz ge­schieht.

Ein mihglückler Vciestaubenslug.

Neue schwere Erdbeben in Niederländisch-Indien.

Eine neue Erdverschiebung hat Hol de Kock und Sofof heimgesucht. Es sind ungefähr 400 Tote zu verzeichnen, viele Gebäude sind schwer beschädigt worden. Die chinesische Riederlassung ist nur noch eine Ruine. Es herrscht überall Panikstim- m u n g. 70 000 Menschen haben alles verloren und sind obdachlos geworden. Der Schaden wird auf ungefähr 50 Millionen Gulden geschützt. Die K ö - nigin, die augenblicklich in der Schweiz weilt, hat eine große Summe Geldes gestiftet. Ucberall in Holland und Indien werden Ausschüsse gebil­det, um Geld zu sammeln.

Erdbeben in Steiermark.

Dienstag vormittag ereignete sich auf dem S e m- mering ein kurzes Erdbeben, das bis nach Wien wahrgenommen wurde. Der Erdstoß war kurz, aber ziemlich heftig. Die Diagramme auf der Erdbebenwarte wiesen die stärksten Auszeichnungen

ratunq > i Kultusetats wurde der Fall Lessin eingehend besprochen. Der Kultus­minister gab seiner Genugtuung darüber Aus­druck, daß die Schließung der Technischen Hoch­schule Hannover vermieden werden konnte. Ferner erklärte sich der Minister mit einem sozialdemokratischen Antrag einverstanden, die Prügelstrafe in den Schulen aufzuheben, wenn es sich um mangelhafte Leistungen oder Unaufmerksamkeit der Schüler handle.

Das HauS geht dann über zum Haushalt der Dolkswohlfahr 1. In der Besprechung fordert Frau Abg Oventtop (S.) tatkräftige Jugendfürsorge. Für Notstandsmaßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mühten aus­reichende Mittel in den Haushalt eingesetzt wer­den. Abg. Könnecke (Dn.) beschäftigt sich mit der Frage der deutschen Leibesübungen. Das preu­ßische Ministerium müsse in der Förderung der Leibesübungen führend vorangehen. Beherzigen wir, so erklärte der Redner, das Wort unseres Reichspräsidenten:ßeibeöübung ist Bürger­pflicht. Förderung der Leibesübungen ist Dienst am Vaterland!"

Minister Hirtsiefer teilt mit, daß Preußen mit ungefähr 80 000 unfertigen Woh­nungen in das gegenwärtige Baujahr hinein­gegangen ist. Das beweist, daß die Kommunen in größerem Umfange Wohnungsbauten angefan­gen haben, als Finanzen vorhanden waren. Aber ohne Hauszinssteuerhypotheken wäre nicht eine einzige Wohnung in Bau genommen worden.

Ohne Aussprache stimmt das Haus schließlich noch den Etats der Oberrechnungskammer und der Steuerschuld zu.

Der Fall Jänicke.

Leipzig, 6. Iuli, (Wolff.) Heute begannen vor dem Reichsdisziplinarhof die Verhandlungen gegen den Attache im Auswärtigen Amt Dr. Wilhelm Jänicke, den Schwiegersohn des ver­storbenen Reichspräsidenten Ebert, der seinerzeit in ein Fremdenbuch des HotelsPagano" auf Capri abfällige Aeuh erun gen gegen den Reichspräsidenten v. Hinden­burg eingetragen hatte und in erster Instanz vom ersten Reichsdisziplinargericht mit einem Ver­weis und einer Geldstrafe bestraft worden war. Die durch Einlegung der D e r u f u n g von beiden Seiten veranlaßte heutige Verhandlung vor dem Reichsdisziplinarhof wurde mit einer Vernehmung Jänickes eingeleitet, di« neue Momente nicht ergab. In dem anschließenden Plädoyer bean­tragte der Reichsanwalt Str afvers ehung Jänickes gemäß § 75 des Deamtengesetzes in eine andere Dienststelle und eine vom Gericht festzusehende Geldstrase. Von einer Dienstent­lassung bat der Reichsanwalt abzusehen. Nach längerer Beratung verkündete der Vorsitzende das folgende Urteil: Es wird auf Strafversetzung, außerdem auf eine Geldstrafe in Höhe von einem Drittel eines Monatsgehaltes erkannt. In der Begründung wurde ausgeführt, daß Jänicke sich als höherer Beamter im Auslande eine Fa h r-

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Aus der Provinzialhauptstüdt.

Gießen, den 7. Juli 1926.

Die Inschrift der allen Glocke in Butzbach.

In dem ArtikelGlockeneinholung in Butz­bach" (Nr. 153, 3. Blatt desGießener An­zeigers") ist die lateinische Inschrift der alten Glocke in Butzbach mttgeteiltworden. Jedenfalls haben viele Le er über ihre Form den Kops geschüttelt. Da dieselbe Inschrift auf noch fünf anderen Glocken Oberhessens, die alle der­selben Zeit, dem späten Mittelalter, entstammen, sich findet, so sind wir im Stande, die in Butzbach wohl durch G u ß f e h 1 e r entstellte Inschrift richtig zu stellen. Zuerst kommen zwei Hexameter:

Sit aura pia, dum rogat ista Maria,

Est sua vox: bambam, potens repcllere Satan.

Auf deutsch: Mild sei die Luft, wenn diese Maria da (M a r i a ist der Name der Glöckel bittend ruft, Ihre Stimme ist bam-bam, sie kann den Satan vertreiben.

Der Schluß ist der bekannte Glockenspruch: Tonitruum rumpo, mortuum defleo, sacrilegum voco.

Den Donner brech' ich, den Toten bewein' ich, den Gottlosen rufe ich.

Die Kraft der Glocke, den Teufel zu ver­treiben, gründet sich auf die magische Bedeu­tung, die man im Mittelalter der Glocke zuschrieb

O. Schulte, Pfarrer, Großen-Linden.

"Don der L a n d e s u n i v e r s i t ä t. Su ordentliche Professor für englische Sprache an der Landesuniversität Gießen, Dr. Wilhelm Horn, ist auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober an aus dem Staatsdienst entlaßen worden.

** Die Ausschlagssätze der Ge­meinde Umlagen für 1926 werden im heu­tigen Anzeigenteil von der Stadtverwaltung bt kanntgegeoen. Man beachte die wichtige Veröffent­lichung.

Die öffentlichen Sparkcrss en u Hessen und die öffentliche Lebens­versicherung. älm die Spartätigkeit der Ein­wohner Hessens aus dem Wege über die Lebens­versicherung zu fördern, hat der Hessisch? Spar lassen- und Giroverband in Darmstadt den Bei- I tritt als Gründungskörperschaft zur Hessen- Nassauischen Lebensversicherungsanstalt in Wies­baden beschlossen. Die Hessen-Nassauische Le- bensversicherungsanstalt ist auf öffentlich-recht­licher Grundlage von den beiden Be^irksver bänden des Regierungsbezirks Wiesbaden un. Kassel, die auch die unbeschränkte Haftung die Verpflichtungen der Anstalt übernomma haben, in den Jahren 1913 bzw. 1918 für M preußische Provinz Hessen-Nassau gegründet wor­den. Durch den Beitritt des Hessischen Span lassen- und Giroverbandes und demnächst au-« der Hessischen Landesbank und der Hessisch« Kommunalen Landesbank als Gründungskörper' schäft, wird die Hessen-Nassauische Lebensvcr- sicherungsanstalt in Wiesbaden zu einer Groh- Hessen-Nassauischen Lebensversicherungsanstab,, öffentliche Versicherungsanstalt für den Freiste« Hessen und die preußische Provinz Hessen- Nassau erweitert. Die erweiterte Anstalt affl damit als einheimische (hessische) öffentliche 2<" bensversicherungsanstalt.

WSN. W i e schütze ich mich g egeu Blihgefahr? Der Schuh gegen Blitzgefch- ist, wie dieDeutsche Jäger-Zeitung" schreib, nirgends größer als im Wald, wenn folgcnh" I Regeln eingehalten werden: Vor allem sind fr Wege zu verlassen, denn die Randbäume sie I am meisten gefährdet. Im Bestand selbst I die Gefahr inmitten des gleichmäßig hohen H« I zes gering. Der beste Schuh sind die Dickung« Dort schlägt der Blitz nicht ein, höchstens ' I einen ückeberständer. Auf dem Felde ist 1 Gefahr groß bei den niedrig hängenden Gew« fern. Hier muß man sich niederlegen, um D Gefahr zu entgehen. Jagdhütten schützen geirobT lich gut gegen den Blitz. Die größte Anzrchunss» kraft besitzt die Tanne, auch Weiden toetiW häufig vom Blitzschlag heimgesucht.

RDD. Fahrkarten eruzeln voi^ 5 et gen. Zu Beginn des stärker einseheno» Reiseverkehrs kann man häufig an den Fad- kartensperren eine Verzögerung beobachten, M dadurch hervorgerufen wird, daß Fahrgäste, w gemeinsam reifen, ihre Fahrkarten durch ein-' Reisenden an der Bahnsteigsperre vorzerg» lassen. Hierdurch werden bei der Prüfung Abnahme der Fahrkarten oft Rückfragen ig Zählungen erforderlich, die bei starkem AtzdrM der Reisenden unnötig aufhalten. Die Weisem« handeln daher auch in ihrem eigenen Intern wenn sie die Fahrkarten an der Sperre ein#® 1 und persönlich vorzeigen.

Die Gemälde-Ausstellung Lovis Corinth, welche zum ehrenden Gedächtnis des Meisters in besonders umfangreicher Weise vorbereitet wurde, Autounsälle.

ist im Kunstverein (Junghofstrahe 8) eröffnet wor- Auf der Staatsstraße Löbau-Bautzen den. Sie umfaßt Werke aus allen Perioden des überschlug sich in der Nähe von Kuschüh infolge Meisters, aus seiner Frühzeit, der mittleren Epoche Platzens des rechten Hinterradreisens ein von und namentlich aus seiner, von vielen "ir die Löbau kommendes Personenauto. Von den drei stärkste gehaltenen, Letztzeit. Aus dieser sind beson- Insassen waren zwei sofort tot. Der dritte ders hervorzuheben die merkwürdigen, ergreifenden wurde mit einem schweren Schädelbruch in das Selbstbildnisse und die Landschaften und Stilleben Bautzener Stadtkrankenhaus eingeliefert, wo er von orgiastischer Farbengebung. Die Ausstellung noch in der Nacht verstarb, wird nach der Berliner die größte sein und dürfte in *

weiten Kreisen Beachtung finden. Sie wird bis gjn mit fjefren Personen besetztes Automobil Ende August werktäglich von 9.30 bis 1 Ubr, 2 bis aU5 räe, Mulera wurde bei einem unübersichtlichen 6 Uhr, Sonntags von 10.30 bis 1 Uhr zu besieh- Bahnübergang auf der Strecke Treviglio-Tremona tigen sein.» (Oberitalien) von einem Zuge erfaßt und etwa 20

Junbe aus der Karolingerzeit. Meter weit beiseite geschleudert. Drei Personen

In Freiweinheim wurden beim Ausgraben waren a u s der Stelle tot, zwei starben im eines Kellers in einer Tiefe von vier Meter Krankenhaus, darunter der Besitzer des Wagens, drei menschliche Skelette, ferner ein der Bürgermeister einer nahen Ortschaft, und ein altfränkisches Schwert, ein Dolchmesser und eine Kaufmann. Die beiden anderen Insassen wurden so zerbrochene Trinkschale aus Ton gefunden. Die schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt Funde wurden dem Römisch-Germanischen Mu- wird, seum in Mainz überwiesen. Man nimmt an, daß es sich um die Leichen dreier fränkischer Krieger Auf der Forbacher Chaussee nahe der aus der Karolingerzeit handelt. französischen Greife ereignete sich em schweres

_______ I Autounglück. In dem mit vier Herren besetzten . Wagen des Bandagisten Fritsch aus Saarbrücken

Aus allerweit. versagte in voller Fahrt plötzlich die Steuerung.

tw x a Der Wagen wurde gegen die Straßeneinfassung

Der 4viegeslauf »es Antos. geschleudert und zertrümmert. Einer der Insassen

Berlin 6 Iuli. (Wolff.) Der Reichswirt- erlitt einen Schädelbruch und war sofort) schaftsminister' hat an Dr. C a r l B e n z - Raden- tot, zwei weitere wurden schwer verletzt, der bürg i. Baden folgendes Glückwunschschreiben vierte kam mit dem Schrecken davon, gerichtet: In diesen Tagen werden 40 Jahre Bon der Straßenbahn zermalmt,

vergangen sein, seit das vvn ihnen er- In Kassel forderte am Sonntagnachmittag sundene Fahrzeug mit Gasmotoren- & unvernünftige Abspringen von der Sttaßen- betrieb seine erfte «rfolgreiche ba^n cin Todesopfer. Eine ältere Frau sprang in Probefahrt ausgefuhrt hat. Die Schnellig- Wilhelmshöher Allee von einem in voller feit und der Umfang öer inzwischen erfolgten Sa^rt befindlichem Wagen ab, geriet unter die Entwicklung des Kraftfahrzeugwesens ist derart, Q^j^er und wurde gräßlich verstümmelt. Noch daß das, was vor 40 Iahren als Wun- toT hem Eintreffen der Sanitätswache starb die der angesehen wurde, heute schon alltäglich geworden ist. Um so mehr ist es mir ein Herzens­bedürfnis, Ihnen, hochverehrter Herr Dr. Benz, heute die dankbare Verehrung aller derer auszu­sprechen, für die das Kraftfahrzeug ein unent­behrliches Mittel wirtschaftlicher Betätigung geworden ist. Ich beglückwünsche Sie, d,ah es Ihnen vergönnt ist, die gewaltige Entwicklung selbst rnitanzusehen, zu der Ihre Erfindung den Anstoß gegeben hat. Möge es Ihnen beschieden fein, noch lange Zeuge der se­gensreichen Auswirkungen zu bleiben, die Ihre große Erfindung in unterem Vaterlande und in der ganzen Welt zur Folge gehabt hat.

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