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Montag, 7. Juni 1926

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverhessen)

Hr. 150 Zweiter Blatt

*)> 3- Juni 1926

Vereine

8 Uhr.

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in hier gezeigten Bildern einiges Aufsehen er-

man Schmidt»

Malers B i f s i e r wertvolle Ausstel-

Detlers ausfallen nt am

und aus Lehen. Die Bilder des gehören zum Besten, was diese lung bietet.

DonProminenten" findet

H reftc. Mif Recht, denn der Freiburger ist eine ltiich interessante Erscheinung. Ganz rno- in seiner ganzen Malweise, und den»

ngSi'ell^ klar.

der: Hier ist der Durchbruch aus der Gegenständ­lichkeit ins Un-Sachliche, will sagen: ins Märchen­hafte, ins Innerliche und Stimmungsreiche (im guten Sinne) überraschend vollendet. Man stehe still (und ein wenig fern) von dem Bilde, schaue es ruhig an und lasse sich von der Beseelung der Landschaft anrühren. Spürt man nicht, mit wieviel Liebe sie gemalt ist, was der unendlich zart pastel lierte Himmel über den dunklen Tannen bedeutet? (Er bedeutet: Romantik in unserer unromantischen Zeit und Wahlverwandtschaft von Kaspar David Friedrich her: so unmodern ist diese Gegenwarts­bildnerei. ) Bemerkt man, wie entzückennd und wie malerisch fein und sehr wichtig dieser kleine rote Kamin im Hintergrund sitzt? Uebrigens finden sich die gleichen Rot-Tupfen mit gleichem Bildgewicht schon in den beiden verwandten Stücken vom Oberrhein

elemente bilden. Das Kolorit schein', sich merl- würdigerweile bei aller Bariabilität dennoch auf einer gemeinsamen Grundlinie zu vereinigen. 3n der Mitte ein sympathisches Son icnblumenstück.

Agnes Langenbeck-Zachariae (Frank­furt) zeigt ebenfalls Landschaften: sehr straff komponiert und von frischestem Kolorit: übrigens ganz trocken und kreidig gemalt.

Bon Sauter (Frankfurt) interessiert in erster Linie ein Dorf im Schnee mit seinem großzügigen, kräftigen Aufbau und seinen ge­deckten. schweren und stumpfen Farben, die h'e Dildwirlung ausmachen. Koloristisch tempera­mentvoller, frisch zugreifcnrd gemalt, ein Flieder- strouh.

H Keil (Frankfurt) scheint in einer Kleber- gangssituation zu stehen. Die drei Bilder, die er zeigt, wirken wie Stationen zwischen Expressio­nismus und Bachexvressionismus. Man beachte, wie dieDorfstraste" bei aller Farbigkeit. Plastik und Hartlinigkeit unwirklich erscheint: der Mittag ist wie Mitternacht, Sonnenlicht fällt wie Voll­mond in die Straßenleere und streift den kleinen Pausbackbuben im Vordergrund Aber die Bilder rechts und links: neue Wirklichkeit. Realismus (von dem allerdings vorerst noch keine Magie ausströmt). BeimObstwagen" ist die peinlich exakte Plastik, die runde Körperlichkeit der Dina^ bemerkenswert. (Gefühlsgehalt fehlt, war auch kaum beabsichtigt.) Das BildTeppichklovfc- rinnen" scheiirt an einer Grenze zu stehen. Wi" minutiös z. D. das Teppichmuster nachgebild ' ist! Aber dann wird man mit Staunen gewahr, wie die Hauslvand sich unversehens in Wolle auflöst. Das ist wie ein Durchbruch in eine neuen malerischen Typus. Man wird auf die Entwicklung dieses Künstlers jedenfalls gespannt sein dürfen.

Zusammengefastt: eine vortreffliche Schau v r deren Zustandebringen der Leitung des Vereins mit einem recht lebhaften Besuch werden sollte.

Slobvda.

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leiergang, innerlich sammelnde Malexperimente m) Entwicklungsstationen. Was ist denn an dem Dtotin des Bahndamms (dieses Bahndamms!)

io halt". Bissier ist im Grunde seines Herzens sicher- it nicht der Nüchterling und Nurlechniker, der jo |!t«kt-pedantische Sachen malt, wie den Schwarz- oälder Bahndamm. Dies Bild, das große Mittel» il) und das kleine Stilleben sind sicherlich nur

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Faszismus, Slowaken und Husfeier.

Don unserem P.-Korrespondenten.

Prag, Anfang Juni.

Die von der Exekutive der Zweiten Internatio­nale für den 6. Juni nach Dresden einberufene ge­meinsame Konferenz aller sozialdemokratischen Par­teien der Tschechoslowakei, welche der Erörterung der Möglichkeiten eines gemeinsamen Vorgehens der tschechischen, deutschen, ungarischen und polnischen Sozialdemokraten der Tschechoslowakei dienen sollte, wird nicht statlfinden, da die tschechischen Sozial demokraten erklärt haben, daß sie weder die Zeit noch den Ort für derartige Erörterungen geeignet er- achten. Dieser Beschluß deutet offenbar darauf hin, daß die tschechischen Sozialdemokraten, die sich gegenwärtig in Opposition befinden, sich den Rück­weg zu einer späteren erneuerten tschechischen bür­gerlich-sozialistischen Mehrheits-Koalition nicht ab- schneiden wollen.

Im Parlamente tobt noch immer-ber Kampf um die Agrarzölle und die Regelung der Priestergehäl ter. Für diese beiden Vorlagen hat sich eine aus tschechischen und deutschen Agrariern und Klerikalen sowie den tschechischen Nationaldemokraten be­stehende Mehrheit gebildet. Für die Annahme des Staatsbeamtengehaltsgesetzes dürfte sich aber wieder- um eine rein tschechische Mehrheit bilden. Das Zu­sammengehen tschechischer und deutscher Parteien in der Agrarzollfrage wird auch von tschechischer Seite nach wie vor leider nicht als Auftakt zu einem poli­tischen Ausgleich der Nationen betrachtet, insbeson­dere wendet sich die tschechische Nationaldemokratie, trotz ihres Mitstimmens mit den deutschen Parteien, lebhaft gegen jede Möglichkeit einer tschechisch-deut­schen Regierung.

3m Laufe dieser Woche fanden in Prag eine große antifaszistische und eine faszistische Massen­versammlung statt. Die antifaszistische Versamm­lung hatte größeren Zulauf. Bemerkenswert war bei dieser Gelegenheit eine Rede des tschechischen sozialdemokratischen Führers Bechyne, der auf die Rachbarschaft des deutschen Achtzig-Millio­nenvolkes hinwies und die antideutschen Agi­tationen der Faszisten ablehnte. Die Faszisten, welche "^.it Hilfe der Armee einen Staatsstreich durchführen wollten, vergäßen, daß ein Drittel der Armee aus Deutschen, Ungarn und anderen Minderheitsvölkern bestehe. 3n der Versamm­lung wurden scharfe Angriffe gegen Mussolini erhoben, gegen die der italienische Gesandte beim Prager Austenamt Protest einlegte.

Der Immunilätsausschuß des Abgeord­netenhauses beschloß die Auslieferung des deutsch- nationalen Abgeordneten Koberg an die Ge­richte wegen Beteiligung an Sitzungen des S: - detendeutschen Heimatbundes, der angeblich geren-

)r m? Nichts. Das Bild wirkt (obzwar völlig itobern") burchaus nicht expressionistisch, es ist :c censtänblich, sachlich, von äußerster Sachlichkeit bir dem Erpressionismus fremd blieb). Ohne den Ij-n vielfach, bei ähnlichen Silbern, anzulreffenben

halten werben können. Die Danzig.polnischen De- Ziehungen werben hoffentlich die durch die polni­schen Ännexionsgclüste erhaltene Schärfe verlieren Und auch bas kann nur für beibe Staaten von Vor­teil sein.

Eine Lösung bes Danzig-polnischen Problems wirb jeboch auch baburch vorerst wenigstens kaum erreicht. Während sie aber bisher unmöglich schien liegt sie jetzt nicht außer dem Bereich bes Mög­lichen. Gewisse Anzeichen beuten darauf hin, bai, eine polnische Regierung unter dem Einfluß Pit sudskis, die van den linken Parteien getragen wird, nicht so halsstarrig wie eine Rechtsregierung jede Lösung des Problems ablehnt. Dazu kommt aber noch weiter hinzu, daß durch den Locarno-Vertrag das polnisch-französische Bündnis etwas von seinem Wert verloren hat und eine Isolierung Polens ein­treten kann, wenn es an seiner bisherigen ultra- deutschfeindlichen Politik festhält. Auch der deutsch- russische Vertrag, obwohl er in keiner Weise aggressiv ist, hat in Polen sehr ernüchternd gewirkt. Ferner hat der jetzt sichere Eintritt des Deutschen Reiches in den Völkerbund Polen gezeigt, daß die von ihm bisher gegangenen Wege auch in ber Danziger Frage weniger benn je zum vorgesteckten Ziele füh­ren können. Gewisse, jetzt nicht mehr ganz einfluß­lose Kreise in- Polen haben biese Entwicklung schon längst vorausgesehen und stehen daher einer güt­lichen Lösung des Danzig-polnischen Problems nicht mehr io ganz ablehnend gegenüber. Indessen, jede Entwicklung bedarf Zeit, namentlich wenn es gilt, aufgestacheite Volksleidenschasten wieder zu beseiti­gen. Das Danzig-polnische Problem muß aber über kurz ober lang beseitigt werben, wenn nicht bauernd über dem Osten Gewitterwolken schweben sollen.

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was einen abstößt an ihm. geht zu allererst von seinen Gemälden aus. Das unbekümmerte Drauf­los mit unglaublich schnellen Pinselstrichen, das Massiv-Gedrungene. die Wucht, die Masse Mensch seiner Akte, die Brutalität seiner Porträts, die ganze, unheimlich entschlossene, selbstbewußte, selbstsichere nicht nach rechts und links blickende, völlig unbeeinflußte Art. die Freude, etwa ein Mehgerladeninterieur mit Frischgeschlachtetem und rohen Fleischfehen zu malen. . .

3mmerhin: man mag es Wucht nennen, oder Brutalität, auch in der Graphik verleugnet sich der starke Eigencharakter nicht. Lind die Be­wunderung, (wenn auch ganz kühle, leidenschafts­lose Bewunderung) vor dem frappanten Können, der handwerklichen Reife, bleibt auch hier. Man sehe etwa die Blätter: Liegender weiblicher Akt. Frauenraub. Wahrsagerin. Kriegerlehre: schwie­rigste Verkürzung, dissizUfte Körpergeste in wun­dervoll leichtem Strich eingefangen- Der Ruderer erinnert übrigens nicht nur motivisch an Hodler. 3n sprühender Lebendigkeit und vollgesogen mit realistischem Humor die ägypt'sche Schilderei von der Traumdeutung Iofefs. Corinth ist überhaupt ein Wirklichkeitsmaler katexochen gewesen, der größte Realist vielleicht, den wir feit Menzel besessen haben. Dann die Lithos: Schwarzweih- flächen von äußerster Wirkung. Hier ist der Maler Corinth am nächsten, hier wirkt er im Raum. Man betrachte die große Landschaft aus angemessener Weite. Erstaunlich!

Gute, fortschrittliche Malere gibt 3ak. Kranz (Frankfurt) mit seinen it'.l'er'schen Aquarellen: San Gimigniano. die Stadt der Turme. Subiaco, Cervara di Roma. Mot v.sch ziemlich unter­einander verbunden durch die kubisch empor­wachsenden. fast kristallinisch wirkenden Archi- tefturmaffen. von großer Geschlossenheit in ihrer Masse und mit oft sehr fein emviunde en Pastell- farben belebt und gegliedert. Eine Reihe acht­barer Aquarelle sieht man von F. D. v. 3 o e d e n (Frankfurt)' vorzüglich Landschaften, in denen die Raumbehandlung i nb eine lehr d'fjrrenziert ge­staffelte Farben'reud'g!:it d'e wicht gsten Wert

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Knanz-undwahlrechtzprobleme

Bon unserem Sonderberichterstatter.

Paris, Anfang Juni.

Die verworrene Lage, die man am Ende )et vergangenen Woche feststellen mußte, hat -4 inzwischen nicht geklärt. 3m Gegenteil, der Verlauf bet Kammerjitzung am Dienstag hat iczeigt, daß Briand. besonders aber sein, Fi- anzminister Peret die Fühlung mit jenen Par- .'nen verloren hat, auf die sie sich stützen woll- ei und deren Anterstühung sie ihre Existenz erbauten. Man kann nicht einmal mit Sicher­et behaupten, daß die Politik der öffentlich icht bekannt gewordenen Ereignisse die-e Un- rsvißheit gezeitigt habe, denn nach außen hin auch am Dienstag nur die eigentlich taktische rage, ob es im jetzigen Augenblick opportun t: in öffentlicher Parlamentssihung über die Dährungs- und Finanzsrage zu debattieren, als ')nund für den Zwiespalt angegeben worden. D^bei trat aber schärfer als einige Tage vor- )cr die Sorge in die Erscheinung, dem Parla- innt sein Kontrollrecht in ungeschmälerter Form Iui erhalten und durch Erklärungen über die ge- ?l inten Maßnahmen das Vertrauen in der ?«ffentlichleit wiederherzustellen. Briand hat das ftcre gewählt, indem er ausdrücklich betonte, ar) schon die Forderung nach einer Aufklärung iböer die Pläpe der Regierung fein Ministerium inr die Autorität bringen würde, die es haben niffe, wenn es die Schlacht um den Franken K Binnen wolle. Trotz feiner eindringlichen Mah- mng an die Radikalen, sich durch Stimm­en Haltung nicht selbst auszuqeben, da eine große Partei bei einer solchen Abstimmung nicht das R<d)t habe, sich der Pflicht des klaren Willens- Se !enntnisfeS zu entziehen, ging die Debatte mit einem Wihklang zu Ende.

Inzwischen hat sich nichts ereignet, was den kchluh zuließe, daß die Beziehungen Briands tu den Kerntruppen seiner ehemaligen Mehrheit "ch gebessert hätten. Vermutlich wird dieser Zu-

Simb noch einige Wochen andauern, denn vor fcnbe des Monats wird ohne Zweifel der Finanz- mEniftet nicht in der Lage sein, dem Parlament lerne Sanierungsgesehe vorzulegen. Er hat Don- r.etÄtag die Schleier gelüstet und vor dem Finanz- «iisschuß erklärt, daß es in ber Absicht ber Re- cierung liege, bie Konsolibierung ber kurzfristigen ^vebenden Schuld durchzuführen. daß aber if>?r bie Mittel, burch bie man bieses Ziel er­reichen wolle, noch nichts beschlossen sei. Rach len Echo be Paris sollen biese Mittel durch eine niete Anleihe aufgebracht werden. Man darf einigermaßen an der Wahrheit dieser Aeuße- r.i ng zweifeln, denn bai Blatt gibt selbst zu. kf) es sich um die Summe von rund 48 Milli- orben handelt, bie ohne Zweifel im Wege einer Anleihe nach den Erfahrungen Caillaux' mit leinet Goldanleihe nicht aufgebracht werden tarnen, wenn es sich nicht um eine Zwangsanleihe handelt. Der neue beratende Finanzausschuß dirb in erster Linie über bie geplanten Maß­nahmen zu entscheiden haben. In ihm sind bie 3an(bir öfteren herrschend, deren Einspruch, wie tie letzte Debatte in ber Kammer gezeigt hat, nur die Sozialisten, sondern auch die Radikalen jrtb Sozialrepublikaner fürchten. So ergibt sich, tat das Kabinett Briand in Ansicherheit weiter legiert.

Die Entscheidung, die ber Wahlresormaus- Ich- ber Kammer Donnerstag in ber Frage ber "ü>ahlrefotm getroffen hat. bestätigt dies in ver- liLrltem Maße, trotzdem sich ber Minister des rmem dafür eingesetzt hat, bah das Gesetz über hie Rückkehr zu ben Arronbissementswahlen vor iaü Plenum gebracht werde, hat ber Ausschuß rit Zweidrittelmehrheit. mit 22 gegen 15 Stim- tr.en, dies ab gelehnt. Hierauf entschied sich der Ausschuß mit 19 gegen 17 Stimmen, zur Grund­lage der Diskussion über die Wahlreform in hei Kammer den von sozialistischer Seite aus- iceHenden Antrag auf Einführung des lückenlosen ptroporzes zu nehmen. Das Plenum wird also hie Diskussion über die Wahlreform auf dieser Ecunblage aufnehmen müssen, und es steht der PTinberbeit frei, auch ihrerseits einen Bericht iber die Rückkehr zu den Arrondissements- dochlen vorzulegen. Don dem Ausgang dieser .Schlacht" dürfte bas Schicksal des Ministeriums öeianb abhängen, denn ber Ministerrat hat h<H auf Grunb ber von 97 Generalräten ge­puderten Rückkehr zur Einerwahl hierfür offiziell nurgesprochen.

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Rottluff. Holzschnitt. Nun, auch er ist modern, hypermodern. Er ist immer noch Expressionist: er wird von maßgeblichen Kennern lehr hoch gehalten. Solche Einschätzung (die wir für beträchtliche Ueber schätzuna halten) wird aber zum mindesten aus dieser Holzschnittfolge nur schwer verständlich (die ein wenig an den ebenfalls überschätzten Karl Hofer erinnert, und an manche andere auch), der aber eben die große, exotisch temperierte, leidenschaft­liche Farbigkeit fehlt, die an Schmidt-Rottluff das Allercharakteristischste ist, und von der ein einziger Holzschnitt nur ganz schwache Vorstellungen gibt.

Dann: Heckel. Ein paar schnell hingesetzte skizzenhaft flüchtige Aquarelle. Unter ihnen entschie­den am bedeutendsten ein Stilleben- Kresse und Acpsel. Der malerischen Valeurs wegen, um ihres duftigen Farbenaromas, ihres koloristischen Drei­klangs willen: orange . . . zitronengelb . . . apfel- grün.

Weiter, im Scirenkabinett. Graphik des toten Cotknth. Der erste Endruck ist ähnlich ro.c bei Schmidt-Rottluff: bie Farbe fehlt. Mies, was man an Corinth bewundert und alles.

Auslande alles viel teurer beziehen als früher. Dazu kommen noch die gegenwärtig ganz verworrenen politischen Zustände in Polen, die nichts weniger als beruhigend auf das Wirtschaftsleben wirken, und unter denen Danzig ganz besonders zu leiden Hai. Eine Besserung der Danziger wirtschaftlichen Verhältnisse kann nur eintreten, wenn entweder die polnische Wirtschaft gesundet, oder ein radikaler Wechsel in dem Danzig-polnischen Verhältnis dur.n Aushebung der Zollunion herbeiaeführt wird. Die erstere Möglichkeit erscheint auf Jahrzehnte hinaus ausgeschlossen, wenn nicht Polen eine ausreichende Auslandanleihe zur Verfügung gestellt wird mit all den notwendigen Kautelen für eine solche. Dafür liegt aber zur Zeit keine Aussicht vor, jetzt weniger denn je. Polen müßte sich dann zu weitestgehenden Zugeständnissen bereit finden. Die Aufhebung der Zollunion mit Danzig hat auch in Polen Anhänger, ob sie zu erreichen sein wird, hängt von dein poli- tischen System ab, das in Polen ans Ruder kommt Von den Parteien der Rechten ist sie kaum^zu e'- hoffen. Von Danziger Seite würde sie mit Freuden begrüßt werden.

Doch das ist nur eine Seite des Problems, wenn auch eine sehr wichtige. Die jüngsten Unruhen in Polen beleuchten aber grell eine andere Seite Ueberraschend schnell haben sich die revolutionäre.. Wogen in Polen äußerlich wenigstens wieder ge­glättet. Es steht aber noch völlig dahin, was weiter wird. Die hin und wieder auftauchenden Gerück;lc von einem Separatismus der rechten Kreise in Po­sen sind zwar wieder verstummt, sehr ernst wäre i sie überhaupt nicht zu nehmen. Immerhin steht aber so viel fest, daß auch heute noch die Gemüter d" rechtsgerichteten Kreise keineswegs beruhigt sind und daß Pilsudski auch heute noch nicht zu unter- schätzende Gegner, ja Todfeinde hat. Die Zahl o.*r Anhänger dieser Richtung ist sogar sehr groß. Dazu kommt, daß auch die Sozialisten zunächst wenig­stens durch Pilsudskis Ablehnung der Wohl xum Staatspräsidenten sich vor den Kopf gestoßen fuh len. Sie sind gar nicht in Opposition zu lym ge­treten, haben aber schon erklärt, daß sie unter Um­ständen ihre eigenen Wege gehen werden. Unter diesen Umständen sieht es nicht sehr danach aus, als ob die tiefgehende Spaltung in Polen, die durch den jüngsten Staatsstreich noch vergrößert worden ist, durch die Schaffung einer tragfähigen Mehrheit im Sejm beseitigt wäre. Man wird die Entwicklung der nächsten Zeit abwarten müssen. Immerhin kam. nicht verkannt werden, daß die längsten Ereignisse in Polen Besorgnisse ausgelöst haben. Vollzieht sich die künftige Entwicklung in ruhigen Bahnen, so kann dies für die Freistadt Danzig nur von Vor- teil sein. Die bisherigen Regierungen in Polen, in denen die polnischen Nationaldemokraten tue Füh» rung und den größten Einfluß besaßen, waren der Entwicklung eines gesunden Danzig-polnischen Ver­hältnisses wenig günstig. Ihre Politik Danzig gegen­über wurde am besten gekennzeichnet durch jene be­rüchtigten Worte des jetzt zuriickgetreten-'n polni­schen Staatspräsidenten Wojciechowski auf der Pose­ner Messe im Frühjahr 1924. Damals sagte Wojcie­chowski mit deutlichem Hinweis auf Danzig, daß noch nicht alle Gebiete, die zu Polen gehören müß­ten, dem polnischen Staate einoerleibt sind. Dieses Thema kehrte in der polnischen Presse und in offi­ziellen und inoffiziellen Reden polnischer rechts» flehender Staatsmänner immer wieder. Die An­gliederung Danzigs und Ostpreußens an Polen ist ein offen ausgesprochenes Ziel der polnischen Na- tionademokraten und der ihnen nahestehenden Parteien. Zum Teil daher auch ihre Annäherungs­versuche an Rußland, mögen diese aufrichtig ge­meint sein ober nicht. Die polnische Linke, nament- lief) die Sozialdemokraten, hat dagegen stets eine andere Politik verfolgt. Sie huldigte weder einem polnischen Militarismus noch Imperialismus. Von ihr ist auch nicht zu erwarten, daß sie eine Politik gegenüber Danzig treibt, die die im Versailler Ver­trag gegebenen Grenzen überschreitet. Das haben namentlich die Besprechungen zwischen den Dan­ziger und polnischen Sozialdemokraten oft genug gezeigt. Pilsudski selber ist auch ein ausgesprochener Gegner von Rußland, lieber den von ihm beabsich­tigten außenpolitischen Kurs schwebt allerdings ein gewisses Dunkel. Aber davon kann jedenfalls keine Rede sein, daß er den bisherigen imperialistischen Weg der Nationaldemokraten fortsetzt. Will er sein Ziel mit den Sozialdemokraten verfolgen, so kann dies nur durch eine Annäherung an Deutschland geschehen, was eine bessere Zukunft auch für das Danzig-polnische Verhältnis verspricht. Wie dem aber auch sein mag, auf keinen Fall wird bei einem nach links gerichteten Kurs der bisherige Herren­standpunkt Polens gegenüber Danzig aufrecht er-

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Nigers Bissier gehört. Dieser Maler trat zuerst m. vorigen Jahre in die breitere Oefsentlichkeit auf lei juryfreienGroßen Berliner", wo er mit eben

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Gberhessischer llunstverein.

Im Turmhaus wurde am Sonntag die neue UmifteUung eröffnet: ganz moderne Kunst. Nach der tißen, abgeklärten Biedermeiermalerei Trautscholds io d) gegenwärtiger wirkend in ihrem Gesamtein- Irtcf, als sie tatsächlich ist. (Daß die neue deutsche in b europäische Kunst gar nicht so ungemein .gegenwärtig" ist, wie im allgemeinen mit Staunen rimutet wird, wurde früher an dieser Stelle in :ruberem Zusammenhang ausgeführt.) Wenn man

Außenpolitisch hctt das Ministerium Briand eine bessere Woche zu verzeichncm Es kann heute schon behauptet werden, daß die Kapitulation Abd el Krims tatsächlich das Ende des Ris- kampses bedeutet. Schwierigkeiten dürsten nur entstehen bei der Frage der Organisierung des Rifgebieles, besonders aber bei der Frage, ob von einer Angelegenheit, bei der einzig und allein Spanien und Frankreich zu entscheiden haben, Italien und England ausgeschaltet wer­den können, und man gebt wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß bei der zu Beginn der kom­menden Woche in Genf stattfindenden Zusammen­kunft zwischen Briand und Chamberlain über diese Frage verhandelt werden wird.

Die Senatsdebatte über die Ratifizierung des Abkommens von Locarno hat mit einer lieber» raschung begonnen. Einige radikale Senatoren haben die Vertagung der Ratifizierung bis nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund gefor­dert, sind aber nach einem sehr scharfen Wider­spruch Briands, in dessen Verlauf er die Ver­trauensfrage stellte, in der Minderheit geblieben. Es kann unter diesen Umständen gar keinem Zweifel unterliegen, daß die Ratifizierung erfolgt, und daß nicht einmal der starke Hinweis auf den deutsch­russischen Vertrag, der angeblich gegen den Geist von Locarno verstößt und irgendwelche nicht ein­gestandene dunkle Absichten Deutschlands verbergen soll, daran etwas ändern kann. Sogar Millerand hat nach einer scharfen Oppositionsrede, die ohne Zweifel von Briand richtiggestellt werden wird, die die Geschichte von Locarno so darstellt, wie es der Führer des nationalrepublikanischen Blockes für seine Propaganda im Lande gebraucht, doch damit geendet, daß man Locarno annehmen und den Versuch der Pazifizierung nach seinen Grundsätzen machen müsse. Nach dieser Debatte hat das Ministe­rium Briand die Bahn frei für die Währungs­und Finanzsanierung. Erst im Verlause des Kamp­fes dürfte sich zeigen ob Briand am letzten Dienstag, wie von verschiedenen Seiten behauptet wurde, die Absicht hatte, eine Verschiebung in den Parteiver­hältnissen einzuleiten, um zu jener Konzentrations- politik zu gelangen, die nach seinem inneren Wesen von ihm selbst gewünscht wird, zu der er sich aber ohne Zweifel im jetzigen Augenblick noch nicht ent­schieden hat.

Danzig und der Staatsstreich pilsudskis.

Don Dr. Otto L o e n i n g , Berlin, früheren Vizepräsidenten des Danziger Parlaments.

Die Beziehungen zwischen der Freien Stadt Danzig und der Republik Polen sind äußerlich we­nigstens augenblicklich in ein ruhigeres Fahrwasser gelangt. Jedenfalls wird von Danziger Seite aus alles getan, um tiefgreifende Konflikte zu vermeiden und, wo sich solche zeigen, sie auf gütliche Weise aus der Welt zu schaffen. Streitpunkte sind auch heute noch in genügender Menge vorhanden und tauchen auf immer von neuem auf. Das hängt mit dem eigenartigen Verhältnis dieser beiden Staaten zusammen. Ein wirklich sreundnachbarlicher Zustand kann erst bann eintreten, wenn die Freie Stadt Danzig von all den polnischen Fesseln befreit wird die ihr der Versailler Vertrag auferlegt hat. Gerade der gegenwärtige Moment erscheint geeignet, das Danziger Problem von neuem aufzurollen.

Bekanntlich hat der Danziger Vertrag zwischen Danzig und Polen eine Zollunion geschaffen, wie sie früher ungefähr in gleicher Weise zwischen dem Deutschen Reich und Luxemburg bestanden hat. Die Verfasser des Versailler Vertrages gingen dabei da­von aus, daß durch diese Zollunion zwischen Danzig und Polen die wirtschaftlichen Verhältnisse beider Staaten nur gewinnen könnten. Man hatte Danzig die Wiederkehr seiner einstigen Blüte aus der Hanse­zeit verheißen. Aber das gerade Gegenteil ist cin- getreten. Nach einer kurzen Scheinblüte, die durch die deutsche Inflationszeit verursacht war, ist die Danziger Wirtschaft gerade durch die Zollunion mi: Polen fast an ihren Ruin gekommen. Man machi sich kaum eine Vorstellung davon, in welch verzwei­felter Lage sich heute die Danziger Wirtschaft befin bet. Polen kommt als Absatzgebiet fast gar nicht in Frage, ba ber gesunkene Zloty bie polnische Kauf­kraft so gut wie ganz beseitigt hat. Ueber 60 Mil­lionen (Bulben hat bie Danziger Wirtschaft schon heute von Polen zu forbern, sie sinb zur Zeit und auf lange hinaus noch uneinziehbar. Frühere Ab- jatzgebiete sinb Danzig infolge ber Zollunion so gut wie versperrt. Auf ber anderen Seite muß Dan­zig infolge des hohen polnischen Zollkurses aus dein

Sr-rchblick und 2kusblick in die Ferne,'ms Phan- ^jiische. Märchenhafte, magisch Realistische. Hier ist hin Bahndamm, bas ist alles. Aber schon in den ifühen Landschaften, bie bas Mittelbild flankieren inean beachte übrigens hier und überall das unge» neue, grunbgebiegene technische Können, bie , levußt-sichere unb bennod) unaufbringlidje Raum- hu Heilung unb Tiefenglieberung!) schon in jenen \ ?anbschasten der Uebergang zu den reifsten unb ge- ialtDolIften Stücken biese- Malers: Donaulandschaft, , Ute Lehen, Schwarzwälher Säge. Welch ein Wun-