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seine Derkaufsstelle In Dad-Rauheim ein eigenes Anwesen erworben. Ts ist daS HauS der Wwe. Klingelmeyer, Friedrichstraße 7 dorlselbst. Der Kaufpreis beträgt 23 000 Mark. Die bisherige Besitzerin hat kostenfreien Wohnsitz auf Lebenszeit. Die Leitung des Konsum- Vereins hofft, das neue Besitztum noch bis zu Weihnachten beziehen zu können.
•• Die MarkuSgemeinde wird am nächsten Sonntag, 7. Rovembrr, wiederum wie in den vergangenen Jahren, einen Derkauf von praktischen Handarbeiten halten, dessen Erlös zur Unterstützung bedürftiger Gemeinderntt- glieder, besonders an Weihnachten, bestimmt tst. Gleichzeitig schließt sich nachmittags eine Gemeindefeier an. Beide Beranstaltungen Jin- den in der Turnhalle am Oswaldsgarten statt. Eintritt ist frei. (Siehe heutige Anzeige.)
•• Aus dem Gießener Standes« amtsregister. Es verstorben In der Zeit vom 15. bis 31. Oktober in Gießen: 18. Oktober: Emma Krauße, geb. Rosemann. Witwe, 76 Jahre alt, Kaiserallee 29. 19.: Elisabetha Katharina Wagner, geb. Hetterich, Witwe, 71 Jahre alt, Lichcr Str. 74. 21.: Lisette Malkomcsius, geb. Wolfs, Witwe, 76 Jahre alt, Seltersweg to. 23.: Peter Vogt, 16 Stun« den alt, Am Riegelpfad 26. Karl Franz, ohne Beruf. 58 Jahre alt, Lindengasse 14. Dorothea Huhn, geb. Kober, Witwe, 69 Jahre alt, Bleichstraße 16. 24. Henn. Schleuning, Werkstättenvorsteher a. D., 61 Jahre alt. Asterweg 58. 25.: Karoline Lenz, geb. Wissig, 77 Jahre alt, Frankfurter Straße 123. 26.: Anna Wagner, geb. Grün, Witwe, 68 Jahre alt, Bcrgstr. 22. Wilhelm Heinrich Nuhn, Monteur, 27 Jahre alt, Teufelslustgärtchen 5. 29.: Mathilde Erle, Laborantin, 26 Jahre alt, Schillerstr. 15. 31.: Eva Theiß, geb. Riedmann, Witwe, 62 Jahre alt, Neustadt 78. Ludwig Stichler, Kaufmann, 47 Jahre alt, Friedrichstraße 13.
" Oeffentliche Bucherhalle. 3m Oktober wurden 1173 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 757, Zeitschriften 74, 3ugendschriften 84, Literaturgeschichte 5, Gedichte und Dramen 14, Länder- und Böllerkunde 61, Kulturgeschichte 15, Geschichte und Biographien 65, Kunstgeschichte 6, Naturwissenschaft und Technologie 45. Heer- und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschaft 4, Religion und Philosophie 16, Staatswissenschaft 10, Fremdsprachliches 14 Bände. Rach auswärts kamen 3 Bände.
" Reichsbahn und 3agdpachtan- ,teil. Die ReichsbahngeseNschaft hat in letzter Zeit gegenüber den Gemeinden bzw. Jagdgenossenschaften Ansprüche auf 3agdpachtanteile geltend gemacht. Hierzu ist zu bemerken, daß die Reichsbahngesellschaft keinen Anspruch auf diese Anteile hat, da auf den Schienenwegen und Bahnhöfen die Iagdausübung nach der Reichs- bahnbetriebsordnung verboten ist. Auch etwaige Versuche der Reichsbahn, ihr Eigentum als zusammenhängenden Besitz von über 75 Hektar aus der Demeindejagd herauszunehmen und das Recht auf Eigenjagd hierfür zu beanspruchen, sind gesetzlich nicht begründet und daher abzu- lehnen.
= 25 Jahre Wandervogel. Am gestrigen 4. Rovember sind es 25 Jahre gewesen, daß ein kleiner Kreis Steglitzer Gymnasiasten im „Ratskeller" zu Steglitz den „Wandervogel" begründete. Man ahnte damals noch nicht, welche Bedeutung diese Jugendbewegung gewinnen würde. Führende Männer des Geisteslebens hoben den Wandervogel mit aus der Taufe, so Wolfgang K i r ch b a ch, Ludwig Q u o l i t t, Heinrich S o h n r e y, Hermann Müller- D o h n u. a. Den schönen Rainen „Wandervogel" prägte Wolf Meyer am Gründungsabend. Der „Wandervogel" ist eine Keimzelle der meisten späteren Jugendbünde und somit der ganzen heutigen Jugendbewegung geworden, die leider nicht immer die idealen Dahnen einhielt, die der „Wandervogel" vorgezeichnet.
" Wichtig für Auswanderer! Es kommt oft vor, daß sich Personen, di« auswan- dern wollen, an die deutschen Bertretu,rgen, Gesandtschaften, Konsulate oder Deutsche Ver
eine wenden und um Auskunft bitten. Da laut Ministerialversügung diese Stellen keine derartigen Gesuche beantworten dürfen, so gehen die Schreiben an das Auswärtige Amt in Berlin zurück und gelangen durch Vermittelung der Reichsstelle für das Auswanderungswesen an die gemeinnützigen Auswanderer - Beratungsstellen, in deren Bezirk der Gesuchsteller wohnhaft ist, zur Erledigung. Alle Auöwandrrungs- willigen tun daher am besten, sich direkt an die zuständigen, öffentlichen, gemeinnützigen Auswanderer-Beratungsstellen zu wenden.
Der Kalle Markt in Ortenberg.
—/— Ortenberg, 3. Rov. Dom herrlichsten Herbstwetter begünstigt waren der zweite und dritte Tag des Kallen Marktes. Am „Stalen Märts Dienstag", wie der Tag von jeher im Dolksmund heißt, fand zunächst noch Pferdemarkt statt, bei noch etwas fallenden Preisen. Gegenüber dem ersten Tag wurde mancher Handel abgeschlossen, im ganzen waren am Pferdemarkt nach amtlicher Zahlung 931 Pferde und Fohlen ausgetrieben, eine Zahl, die mancher „große Pserdemarkt" nicht erreicht. Da der Rindvieh» und Schweinemarkt wegen der in der Gegend herrschenden Maul- und Klauenseuche aus- fallen muhte, hatte man für den gestrigen Tag einen schlechteren Marktbesuch befurchtet. Die Befürchtungen waren jedoch umsonst, wchvn die Frühzüge brachten eine große Zahl von Markt- besuchern, in den Mittagsstunden schwoll der Zustrom so an, daß sich in allen Straften des Marktes und der übrigen Stadt eine nach Tausenden zählende Menge bewegte. Der Krammarkt war größer denn je; allein 236 Stände waren amtlich zur Anmeldung gekommen, alle Warengattungen, so Offenbacher Lederwaren, Manu- falturwaren, landwirtschaftliche Dedarfsartikel, Emaillewaren, Schuhwaren und viele andere mehr, waren zum Teil in bester Aufmachung vertreten; an sehr vielen Ständen entwickelte sich ein reges Geschäft. Auf dem Echaubudenmarkt war teilweise Hochbetrieb. Hier war es wieder der Zirkus, der den größten Besuch aufzuweisen hatte. Ebenfalls sehr lebhaft ging es im Innern der Stadt, besonders in den Gastwirtschaften und allen anderen Lebensmittelbetrieben her, während manche Geschäftshäuser weniger zu tun hatten. Das ganze Leben und Treiben des Kalten Marktes wurde übrigens im Film ausgenommen und kommt demnächst mit all den anderen Schönheiten unseres Städtchens zur Vorführung. 3m schroffsten Gegensatz zu dem fröhlichen Leben und Treiben standen Bilder gröftten Elends. Allgemein fiel die große Zahl von Beschädigten aller Art, insbesondere Deinbe- schädigten, auf, die an allen Ecken herumsihend oder stehend um Gaben der Wohltätigkeit baten. Eine Verlosung schließt den Kalten Markt ab. Rückblickend aus den Verlaus kann gesagt werden, daß der Markt sich wieder in voller Aufwärtsentwicklung befindet, was irn Interesse des Wirtschastlichen Lebens unseres Städtchens sehr zu begrüften ist. Aeuftere Mängel, die sich zeigten, wie die schlechte Lichtanlage des Platzes, die mangelhafte Pflasterung, die Auslosung der Stände und andere mehr, werden im nächsten 3ahr abgestellt werden.
Starkenburg.
* Darmstadt, 4. Rov. Gestern abend fand hier eine aus allen Kreisen der Bevölkerung stark besuchte Versammlung statt, um über die Vorbereitungen zum 3 3. Mittelrheinischen Kreisturnsest, das im nächsten 3ahre hier stattfindet, zu beraten. Den Mitteilungen des Gauvorsihenden Roth war zu entnehmen, daß man mit 30 000 bis 40 000 Besuchern rechnet. Zum Festplah wurde der Exerzierplatz in der Rähe des Hauptbahnhofs bestimmt. — Die Arbeitsmarktlage in Stadt und Kreis Darmstadt hat in der letzten Derichtswoche wieder eine Besserung erfahren. Es konnten 182 Stellen vermittelt werden, denen ein Zugang von etwa 130 Personen gegenüber steht. Offene
Stellen stnd in Darmstadt für weibliche Personen 15 vorhanden. Arbeitsuchende: Stadt: Männer 2403, Frauen 483; Kreis: Männer 1780, Frauen 233; Unterstützungsempfänger: Stadt: Männer 1730, Frauen 312; Kreis: Männer 1576, Frauen 223; Zuschlagsempfänger: Stadt: 2872; Kreis: 2404; Kurzarbeiter: Stadt: 17; Kveis: 19; Rotstandsarbeiter: Stadl: 173.
Preußen.
zrreiv Wetzlar.
kz. Wetzlar 4. Rov. Die Renovierung ter Ausexfei en unse «c al en Franzislaner- lirche geht ihrer Vollendung entgegen. Für die Erneuerung waren bisher 3a 000 Mt. bewilligt. Die Erneuerung des alten Gebäudes war mit Schwierigkeiten verbunden. Hm den ursprünglichen, einheitlichen Gesamteindruck nicht zu verwischen, muftle zur Ausbesserung das gleiche Steinmaterial beschafft werden. Den hierzu erforderlichen grauen Schalstein gewann man aus dem Schenkschen Steinbruch bei Hermannstein. Die stärkste Verwitterung war in den Fensternischen eingetreten, wo große Löcher entstanden waren. Sämtliche Fenster werden, da fte zer- brocken sind, durch neue in altertümlicher Art erseht: Heine rautenförmige Scheibchen in Blei« Verglasung. Die Renovierung des 3nnenbaues wird der hohen Kosten wegen vorläufig unterbleiben. Die Franziskanerkirche ist diejenige evangelische Kirche Wetzlars, die alleiniges Eigentum der evangelischen Kirchen gemeinde Wetzlars ist. — Die O ch s e n w i e s e, der alte Sportplatz der Wetzlarer Jugend, der im Winter nach vorheriger Bewässerung eine prächtige Eisbahn enthält, wird jetzt durch Mitglieder des deutschen Turnvereins einer Erweiterung unterzogen. Die bisherige Breite an dem einen Ende von 43 und am anderen Ende von 46 Meter wird auf 50 bzw. 51 Meter erhöht. Die abgegrabenen Erdmassen werden mit Materialwagen auf Schienen nach dem nebenanliegenden Platze des Schwimmvereins zur Auffüllung der neuen Anlage gebracht.
—Z— Dorlar, 4. Nov. Gelegentlich der jüngsten Generalversammlung des hiesigen Krieger« Vereins wurde den Mitgliedern Ludwig Fiedler, Friedrich Groh, Ludwig Hepp und Gustav Lotz das Kriegervereinsehrenkreuz 2. Klasle überreicht, das ihnen vom Vorstand des Preußischen Landeskriegerverbandes in Anerkennung ihrer Verdienste um die Kriegervereinssache verliehen wurde. — Hier hat sich infolge einer Anregung des Kreisbrandmeisters Vogels -Wetzlar eine Freiwillige Feuerwehr gebildet, der bis jetzt 25 Mitglieder angehören. Die junge Wehr will demnächst eine Werbeveranftaltung durchführen, um noch weitere Mitglieder zu gewinnen.
<> Ebersgöns, 4. Nov. Die neu gegründete Wiescngenossenschaft hat die G e - nossenschaftsanlagen, die unterhalb des Dorfes nach Niederkleen zu gelegen find, nunmehr vollständig ausbauen lassen. Die Kosten belaufen sich auf einige tausend Mark. Zu ihrer Aufbringung wurde der Genossenschaft vom Staate eine Beihilfe bewilligt. Die Arbeiten sind durch den Unternehmer Hofmann von hier ausgeführt worden. Die Anlagen umfassen eine Fläche von rund 20 Hcltar. Die Aufbringung der durch die Staats- beihilfe nicht gedeckten Kosten erfolgt durch die Erhebung von Beiträgen von den Genossenschaftsmitgliedern. Man will dabei nach der Flächengröße berechnen.
töteie Bievenlop?.
XX Bieber, 4. Nov. Drei Mühlen klappern am rauschenden Bieberbach overhalb unseres Dorfes, unter denen die erste die Ober« mühle genannt wird. Nicht jedem Wanderer, der hier vorbeikommt, ist es bekannt, daß dieses stattliche Haus die Geburtsstätte eines bedeutsamen K u p s e r st e ch e r s ist, der hier seine Ju- gcndjnhre verlebte. Wir lesen auf de-r an dem Hause angebrachten Gedenktafel: „In diesem Hause erblickte der Kupferstecher Johann Georg Wille, Ritter der Ehrenlegion und Mitglied vieler deutscher Kunstakademien, anno 1715 am 5. N o -
Dtmbtr das Licht der Welt. Er starb am 8. Aug. 1808 zu Paris. Was Sterbliches an ihm war, liegt im Pantheon zu Paris begraben." Als besondere Erinnerung an seine Knabenjahre wird erzählt, daß er eines Tages auf der Kammer aus Mühlstaub heimlichk aus dem Boden eine Schlange formte. Die Aehnlichkeit mit einer wirklichen Schlange sei so groß gewesen, daß die Mutter des kleinen Künstlers beim Anblick der Staubschlange mit lautem Geschrei aus der Kammer geflohen sei. Wille lebte als Künstler meistens in Paris. Die berühmtesten französischen Maler vertrauten ihm ihre Werke zum Stiche an. Er führte auch die Stiche älterer Meister aus, zu denen viele zu den hervorragendsten Schöpfungen der Kupferstecherkunst gehören. Wille ward Hofkupferstecher des Königs von Dänemark. Einige seiner Kupferstiche sind heute noch aus der Ober» mühle zu sehen.
Maingau.
WER. Frankfurt a. M., 4. Rov. Der feit mehreren Jahren die hiesige Ortsgruppe des Reichsbundes der K r i e g s b e s ch ä d i g- t e n leitende Geschäftsführer Wenzel hat sich, wie die , Frankfurter Zeitung" hört, schwere Tlnterschlagungen zuschulden kommen lassen. die gelegentlich einet Revision aufgedeckt wurden. Durch geschickte Manipulationen hatte Wenzel bei früheren Revisionen über t*e Veruntreuungen hinweggetäuscht, so daft die Kasse als stimmend befunden wurde. Er ist sofort fernes Postens enthoben worden. Die Untersuchung ist im Gange.
WSR. Hanau, 4. Rov. Ei:cn gemeingefährlichen Schwindler hat die hiesige Kriminalpolizei in der Person des 26jährigen Kaufmanns Max Baumgarten aus Baku (Rußland) hinter schwed sche Gardinen gebracht, bevor er Schaden anrichten konnte. Der äußerst gewandt auftretenbe Schwindler wohnte seit ca. 8 Tagen unter dem Rainen Joseph Malerleiter in einem hiesigen Hotel. Bei näherer Beleuchtung seiner Person stellte sich heraus, daß Daum garten bei einer ganzen Reihe hiesiger Edel- metallfirmen Bestellungen für Zehn - tausende von Mark gemacht hatte, die er mit Schecks, die er angeblich aus Italien von einem Juwelier Raffaele Vincell: in Cassacalanda, als dessen Schwiegersohn er sich ausgab, erwartete, bezahlen wollte. Die angestellten Ermittlungen ergaben, daß Baumgarten in Mannheim falsche Schecks und Wechsel in Austrag gegeben hatte, mit denen er die h er gekauften Edel metalltoaren zu bezahlen cndach'.e. Die weiteren Rachforfchungen haben erg'b.m. daß Baumgarten auch in Pforzheim schon eine R.ihr von Fabrikanten geschädigt hat. Durch d'e Festnahme des Schwindlers ist d'e hiesige Edelmetallindustrie vor größerem Schaden bewahrt worden.
WSR. Höchst a. M., 4. Rov. Wie daS „Höchster Kreisblatt" berietet, sind feit Beginn dieser Woche die hiesig.-n M e tz g e r me i st e r in den Streik getre'en. D' ?fe Maßnahme richtet sich allerdings nicht ge'en d e Konsumenten, sondern gegen die Stadt- bzw. die Markt- v e r w a l tu n g. Die Mchaer fühlen sich durch die Zulassung immer zahlreicherer Fleisch Verkäufer auf dem Markt in ihren Jntereften aufs schwerste geschädigt und haben deshalb beschlossen, vorerst feine Schlachtungen mehr im piefigen S ch l a ch,t h o f zu tätigen. Sie haben bereits damit ange'angen und schlacht?n gegenwärtig im Frankfurter Schlacht Hof, während im Höchster Schlachthof allgemeine Ruhe herrscht.
Gerichtssaak.
Drei Jahre (Be'ängnte für 23 Mark.
WSN. Karlsruhe, 4. Nov. Das hiesige Schöffengericht verurteilte den 50jährigen Schreiner Hermann Rau aus Pfprzh.üm, der im Sommer aus der Ladenkasse eines Z^qarrengeschäftes dreiundzwanzig Mark stahl "und die Verkäuferin dabei mit einem Holzlnupp.l bedrohte, zu drei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Rau hat bereits 21 Jahre seines Lebens zwischen Gefängnis- und Zuchthausmauern zugebracht.
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