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diesem Fonds bereitgestellt werden. — Dank • seiner in dieser Beziehung giinftigen Lage bleibt unsere Gemeinde vom Hochwasser verschon t. Die einzige Folge der außerordentlich wasserreichen Jahreszeit ist die, daß eine große Anzahl Keller durch das aufsteigende Grundwasser unter Wasser gesetzt werden. Wenn dies auch für die davon Betroffenen eine unangenehme Ueberraschung ist und eine unliebsame Arbeitsvermehrung mit sich bringt, so ist der angerichtete Schaden gegenüber einer direkten Hr^hwassergefabr doch zumeist äußerst gering.
* Watzenborn-Steinberg, 4. Jan. Der Mannergesangverein „Sänger- r r a n z"-Watzenborn beabsichtigt, im Juni einen großen ® c 1 a n g to e 11 ft r c i t zu veranstalten. Schon seit 25 Jahren veranstaltete der Verein keine Festlichkeit großen Stiles. Sein 50jähriges Bestehen in diesem Jahre gibt dem Verein nun Grund zu der geplanten großen Veranstaltung. Als einer der ältesten und leistungsfähigsten Vereine in unserem Dorf darf er wohl eine sehr rege Beteiligung erwarten.
is. Steinbach, 4. Jan. Der ältere der beiden hiesigen Turnvereine, der Turnverein Steinbach, hielt Samstag abend im voll- liesehten Saale von Görlach seinen Bescher- abend ab. Die Feier eröffneten eine Turnschülerin mit einem schönen Prolog sowie der Vorsitzende Karl Balser IX. mit einer Begrüßungsansprache. Sodann trat die neugegründete Gesangsabteilung des Vereins mit einem Begrüßungslied zum erstenmal auf die Bretter. Ein schöngespieltes Theaterstück „Christfestzauber" versetzte die Zuhörer wieder zurück in die eigentliche Weihnachtsstimmung. Der übrige Teil des Abends war ausgefüllt von Schauturnen am Pferd und Darren sowie Freiübungen. Was hier geleistet wurde, u. a. auch von den Schülern, 10—14jährigen Knaben und Mädchen, war großartig. Auch eine Riege der alteren Turner erntete mit Recht allen Beifall. Die im Saale awvesenden Kinder, vom kleinsten bi» zum größten, wurden alsdann mit einem schönen Weihnachtsgeschenk bedacht. Die Pausen waren ausgefüllt von Darbietungen hiesiger Musikschüler, die sich in lobenswerter Weise un- ntaeltlich dem Verein zur Verfügung gestellt hatten. Alle Zuhörer gingen mit dem Bewußtsein nach Hause, einen recht schönen Abend verlebt zu haben.
y. Staufenberg, 4. Jan. Leider ereignete sich in der Reujahrsnacht dahier ein Unglücksfal l. Ein junger Bursche ;rug die geladene Pistole unter dem Rockärmel Durch eine unvorsichtige Bewegung entlud sich die Waffe und durch die Pulverladung wurde der .Unterarm völlig zerfleischt, so daß die Aufnahme des Verletzten in die Gießener Klinik sofort erfolgen muhte. Hoffentlich nimmt der junge Mensch keinen dauernden Schaden.
v. Londorf. 4. Jan. Am Samstag abend hielt der Gesangverein „Frohsinn" seine diesjährige Generalversammlung im Vereinslokale bei Gastwirt Rahrgang ab. Aus dem vom Vorsitzenden Philipp H ö ch st erstatteten Bericht war zu entnehmen, daß der Verein in diesem Jähre bei fleißigem Besuch der Gesangstunden unter bewährter Leitung seines Dirigenten, Musiklehrers Kasten aus Gießen, lehr gute Fortschritte gemacht hat, die auf den Sängerfesten, an welchen der Verein teilnahm, besonders auf einem Wertungssingen zum Ausdruck tarnen. Die finanzielle Lage des Vereins hat sich recht gut gestaltet, da über 100 Mk. Ueberschuß verblieben. Der Vorstand wurde unter allseitiger Anerkennung seiner Arbeit einstimmig wiedergewählt. Von einem größeren Wintervergnügen wurde in diesem Jahre Abstand genommen, hingegen soll Mitte Januar im Döegerschen Saale . ein gemütlicher Familienabend bei Gesang, Tanz, Kaffee, Kuchen usw. sowie mit einer Verlosung abgehalten werden.
6 Göbelnrod, 4. Jan. Seit Sonntag hoben wir die Freude, wieder die Wasserleitung benutzen zu tonnen. Als Ersatz für die alte aufgefrorene Pumpe wurde eine neue Pum pe eingebaut. 3 Wochen dauerte ungefähr die „toafferlofe“ Zeit und jeder ist froh, daß fie nun vorüber. Da in dieser Zeit der alte Pumpmeister, Schmiedemeister imd Kirchendiener des Wirberges S t ü h l e r geftorben ist, wurde als neuer Pumpmeister Karl Velten gewählt.
•) Grünberg, 4. Jan. Auf der Südseite unserer Stadt, am alten „Reustädter Tor", rechts am Eingang in das liebliche „Drunnental", ist ein Stück der alten Stadtmauer abgebröckelt. Die alte Festungsmauer, die in einer Stärke von l1/» Mtr. hier die Stadt um» gürtete, ist hier überhaupt schadhaft geworden, unb eine gründliche Ausbesserung ist sehr angezeigt. Durch einen landgräflichen Erlaß vom Jähre 1324 wurde die Altstadt von Grünberg mit der Reust ad t vereinigt. In diese Zeit ist auch die Stadtmauer der Südseite, die noch deutlich erkennbar ist, zu verlegen. Ebenso läßt sich hier noch der alte Wassergraben der Reustadt fest stellen.
K Beltershain, 4. Jan. Bei der Er« gänzungSwahl zum Klrchenvorfl and wurde gestern an Stelle des verstorbenen Bür- germeisters Zimmer Bürgermeister Hornmann gewählt. An demselben Sonntag spielte zum ersten Mal unser Organist, Lehrer Meidt, der ab 1. Januar den Organistendienst übernommen hat. Seit 5 Jahren wurde der Dienst vom
Pfarrer versehen. — Bei dem starken Sturm zwischen den Jahren wäre es hier beinahe zu einem_ folgeschweren ilnglüd gekommen, lieber das Slalldach eines hiesigen Landwirts geht die elektrische Leitung. Durch den starken Sturm wurden die 'Drähte so hin und her ge^ schüttelt, daß sie wieder eine Röhre in lugen, die auf dem Dunstkanal des Stalles sitzt. Der Strom ging nun durch die Röhre zur Erde durch den Stall. Zufällig waren die Leute gerade beim Füttern und bemerkten das Aufbäumen des Viehes, das jedesmal einen elektrischen Schlag bekam, wenn oben der Draht widerschlug. Zunächst konnte man sich die Sache nicht erklären, bis der Knecht selbst beim Hantieren an der Krippe den Strom spürte. Das Vieh mußte aus d e m Stall gebracht w e r ö e n und sand bei hilfsbereiten Nachbarn -Untcrfunft. Wäre die Sache in der Rächt vorgekommen, dann wäre schließlich das ganze Vieh zugrunde gegangen.
Kreis Friedberg.
Mordversuch und Selbstmord in Friedberg.
sf. Friedberg, 4. Jan. Am Samstagabend brachte der hier wohnende Hausierer Emil W e - der einem Mädchen namens Susannne Wagner aus Niedermörlen durch Schüsse zwei schwere Kopfverletzungen bei, angeblich ans Eifer- s u ch t. Nach der Tat flüchtete der Verbrecher und gab auf die ihn Verfolgenden noch einen Schuß ab. Heute morgen fand man die Leiche des Weber auf dem Speicher eines hiesigen Altwarenhändlers vor, wo er sich durch Erhängen dem Arm der Gerechtigkeit entzogen hatte. Man hofft, das Mädchen, das im Bürgerhospital verpflegt wird, trotz der Schwere der Verletzungen am Leben zu erhalten. -
sf. Friedberg, 4. Jan. Um den noch hier lebenden bedürftigen Altvete- r a it e n eine kleine Weihnachtsfreude zu gewähren, hat der Bürgermeister der Stadt aus dem ihm zur Verfügung stehenden Dispositionsfonds 300 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Verteilung wird durch den Veteranen- und Militärverein stattfinden, sie ist aber nicht von Vereinszugehörigkeit abhängig, maßgebend ist nur die Bedürftigkeit; auch Veteranenwitwen können berücksichtigt werden. Ebenso hat das „Rote Kreuz" nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel bedürftiger Altveteranen in aller Stille eine Weihnachtsgabe zu- kvmmen lassen.
Kreis Schotten.
rai Schotten, 4. Jan. Aus der Gemein- deratssitzung: Für die Zeppelin-Ecke- ner-Spende werden auf den neuerlichen Aufruf der Staatsregierung hin 50 Mk. bewilligt. Der Gewerbeschule Nidda werden 100 Mk. Beitrag genehmigt. Gegen die vorgesehenen staatlichen Forstverwaltungsbeiträ- g e von 12,30 Rkk. je Hektar Gemeindewald für Rechnungsjahr 1925 wird protestiert. Die Totengräber-Gebühren für Grabherstellung werden auf 10 bezw. 12 Mk. (evtl, noch ein Zuschlag bei besonders schwieriger Arbeit) festgesetzt. Den städt. Bediensteten wird eine Weihnachtsgabe bewilligt. Durch eingeführtes Vieh ist die Maul- und Klauenseuche eingeschleppt worden. Bisher ist sie nur In einem Gehöft und im städtischen Bullen- flall festgestellt. Um rasch über die Suche Herr zu toerbet und den folgenden wirtschaftlichen Schaben abzuwenden, sollen die Dullen nach Anhörung des Kretsveterinärarntes alsbald ab- geschlachtet werden. Rach. Erledigung der Tagesordnung warf der Bürgermeister einen Rückblick auf die Tätigkeit des ®emetn- derats innerhalb der letzten Amtsperiode und sprach dem Gemeinderat den besten Dank der Stadt für die treue Mitarbeit aus. Namens des Gemeinderats dankte Reallehrer Buß dem Bürgermeister und Beigeordneten für ihre Wirksamkeit in der städt. Verwaltung. Eine gemütliche Nachfeier schloß sich der Sitzung an.
□ Laubach, 4. Jan, Unter den Füchsen unserer Waldungen ist neuerdings wieder die Räude festgestellt worden. Die D ä ch s e liegen fest in ihrem Bau, woraus sich schließen laßt, daß wir bald wieder kältere Witterung bekommen. Die Weiden und die Haselsträucher haben vereinzelt schon zu treiben angefangen.
ld. U l r i ch st e i n , 4. Jan. Wenn man vor dem Kriege auf dem Schottener Sommermarkt kam, konnte inan beobachten, daß das aufgetriebene Simmentaler Jungvieh im Nu abgesetzt war, die Tiere der Vogelsberger Nasse jedoch nur sehr schwer Käufer sanden. Dies war ein Hauptgrund für den Rückgang der heimischen Rotviehzucht. Die Simmentaler Rasse eroberte den Vogelsberg, konnte allerdings auf der in dürren Jahren mehr als dürftigen Weide nicht das bleiben, was fie war: Sie Simmentaler Rasse paßt nicht in den Vogelsberg! Das hat im Laufe der Jahre mancher Bauer eingesehen, der ehedem mit großen Hoffnungen an die Zucht Simmentaler Viehes heranging, nachdem er leichten Herzens die „Roten" cmgeschcttft hatte. Im Vogelsberg Simmentaler Vieh halten, heißt neben dem Weidegang eine reichliche Stallfütterung geben, heißt Kraftfutter kaufen, Geld ausaeben. Und nun hat man (eins, um alle Steuern rechtzeitig bezahlen zu können, viel weniger noch zum Ankauf von Kraftfutter. Unsere Notzeit hat schon vielen Sobrebem der Simmentaler und Viehzüchtern der Vogelsberger Rasse die Erkenntnis gebracht: Die Gemeinde, die ehedem die „Mode" mit
dem Simmentaler Vieh nicht mitgemacht haben, waren klüger, als alle annahmen. Sie haben jetzt den Nutzen, wenn man beginnt, an Stelle des für unsere Verhältnisse nicht geeigneten Federviehs wieder mehr Vogelsberger Vieh zu züchten, das in seiner Anspruchslosigkeit allein in unsere durstige Heimat paßt. Das Blatt hat sich gewendet. Vogelsberger Zuchtvieh ist heute sehr gesucht. In den Orten, in denen man nicht vom alten Zuchtziel abgewichen war, wie z. B. im benudy barten Uv ter-Seibertenrod, betreibt man mit größter Aufmerksamkeit die Aufzucht guten Zuchtviehs der Vogelsberger Rasse und bat schon manchen schönen Verdienst aus der Viehzucht gehabt in einer Zeit, in der Zuchtvieh der Simmentaler Rasse aus den meisten Vogelsberger Dörfern schwer verkäuflich ist, weil es inf rauhen Klima bei dürftiger Weide ohne genügende Beisülternng entartet ist. Wer daneben das prächtige Rotvieh in Zwiefalten, Eschenrod, Busenborn, Rudingshain, Unter-Seibertenrod, W o h n f e l d und auf dein Bersuchsgute Selgenhof sieht, wer die Tierschau des vergangenen Jahres auf dem Bockzahl bei Schotten besuchte, kommt zur Erkenntnis: Für den Vogelsberg paßt einzig und allein die Vogelsberger Rotoie h r a f f e.
ld. Aus dem Vogelsberge, 4. Jan. Wer eben durch ein Vogelsberger Dorf komm«, hat vielleicht Gelegenheit, hie und da einen W e b st u b l im Betrieb zu sehen. Der Weber von Beruf ist ausgestorben, aber die Weberei für den eigenen Bedarf wird noch von vereinzelten Vogelsberger Bauern ausgeübt. So stellt man, wenn die vorhandenen Vorräte aufgebraucht find, immer wieder Anzngstoff („Schäftig"), Leine n t u ch und Sa ck 1 einwand her. Es ist ein reizvolles Bald, wenn im Vogelsberger Bauernhaus der Webstichl klappert, das Spinnrad surrt, und die abendlichen „Spinngänger", oft eine ganze „Mcinnsrspinnstube", den Webstuhl umsitzen und von der „guten, alten Zeit" erzählen, während ein „Wosterwetter" Schnee oder Regen wider die Scheiben „schmeißt". Wo der Webstuhl gänzlich „zum alten Eisen" geworfen wurde, fehlt im winterlichen Leben eines Dorfes „der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht", und die schöne Sitte der „Männerspinnstuven" verschwindet nach und nach.
KrceS Büdrrrgerr.
„ unter - Schmitten, 4. Jan. Um die Einheit und Geschlossenheit des Wald bestand es nach Möglichkeit zu wahren, beabsichtigt die Hess. Forstverwaltung, private W i e s e n st ü ck e, die noch vielfach zerstreut mitten im Walde liegen, gegen A b - Holzungen am Waldrande einzutau -- schon. So sollen auch die sog. „Schmitts- w i e s c n", ein großer Wiesenkomplex bei G l a s- Hütten, der zu dem hiesigen Filsingerschen Gutshofe gehört, durch Tausch in fiskalischen Besitz übergehen. Der seitherige Besitzer wird durch Abholzungen am Harbwald, in dessen unmittelbarer Nähe der genannte Gutshof gelegen ist, entschädigt werden. Für beid.e Parteien ist der Tausch vorteilhaft. Senn die Schmitts- toiefen lagen l1/« Wegstunden von dem Gure entfernt und ihre Bewirtschaftung war äußerst beschwerlich. — Für das in den Rachkriegsjahren io begehrte Siedelungsland, das von der Forstbehörde durch Niederschlagen großer Waldbestände zur Verfügung gestellt werden konnte, ist heute nur noch j eh r geringes Interesse vo^rHänden. Diele, denen Landstücke dieser Art zugewiesen wurden, haben bis heute noch nicht mit der Umordnung des Bodens begonnen, was sie jedenfalls auch gar nicht mehr vorhaben. Alle Nahrungsmittel sind heute reichlich vorhanden und können fast ebenso billig erworben werden, als sie sich beim eigenen Anbau stellen würben. Die äußerst beschwerliche und durch die Beseitigung' der Baumstucke mühselige Arbeit des Rodens wird dadurch kaum lohnenswert. Deshalb zieht man es vor, erst gar nicht damit zu beginnen.
A Kohden, 4. Jan. Wie in allen Gemeinden war man auch hier sofort nach Beendigung des Weltkrieges daraus bedacht, der gefallenen Helden aus unserem Orte ein würdiges Denkmal zu errichten. Der Platz dazu war bestimmt, ein Entwurf angefertigt und die Arbeit an einen Steinmetzen vergeben. Da aber die Lieferung sich hinauszog, wurde der Denkmalfonds infolge der Inflation wertlos. Die Angelegenheit mußte nun vor einiger Zeit wieder von neuem ausgenommen werden und ist jetzt wieder soweit vorgeschritten, daß man auf deren baldige Verwirklichung hofit. Ein neuer Fonds ist gebildet worden. Zugunsten desselben veranstaltete Geometer Stork, hier, in der Ühl- schen Wirtschaft eine Abendunterhaltung, deren Reinertrag dem gedachten Fonds zufliehen sollte. Dem guten Zweck konnte ein ansehnlicher Betrag überwiesen iverden. Hoffentlich wird in dem neuen Jahre bald die Einweihung des Denkmals erfolgen können. Es soll am Eingang des Ortes an der Straße von Nidda zwischen dieser' imb der Bahnlinie nach Schotten seine Ausstellung erhalten.
Kreis Lanterbach.
— . — Lauterbach, 4. Jan. Die H e i m° stättenbaugesellschast hofft das im Rohbau befindliche Vierfamilienhaus bis zum Sommer bezugsferttg zu haben. — Die Stadt hat für das Frühjahr wieder umfangreiche Stratzenverbesserungen vorgesehen. Es sollen die Hintergasse und der Steinweg Reu-
Pflasterung .rhaltcn. Das Material ist zum großen Teil dazu angcücfi. . Ferner tollen zur Beschäftigung der Arbeitslosen — zur Zeit etwa 70 Rotstandsarbeiten ausgeführt werden. und zwar ist der Ausbau der Goethe- und Schillerstraße in Aussicht genommen. CS 'oll dadurch für etwa 6 Wochen Arbeitsmöglichkeit geschass. n werden.
Starkenburg.
LSR. Darmstadt, 4. Jan. Das demnächst hier b.-ginnenbe Schwurgericht der Provinz Starkenburg wird über sieben gälte zu entscheiden haben, die sich sämtlich um Anklagen wegen Meineids drehen. Der Falt Meoi'. >er seiner Zeit so viel Aufsehen erregt v befindet sich nicht Darunter, da er noch nicht spruchreif ist. Voraussichtlich wird er in bet kommenden Periode zur Verhandlung kommen.
Darmstadt. 4. Jan. Der Milchpreis ist in Darmstadt von 36 Pfennig auf 32 Pfennig für den Liter herabgesetzt worden.
Preußen.
Dillkrebs.
bl. Dillenburg, 4. Jan. Die Adolfs- hütte in Rieders cheld hat den Betrieb vorläufig eingestellt. Als Grund wird der Rückgang des Ofcngefchäftes angegeben, der zur Aufstapelung von Fabrikaten geführt habe. Sobald wieder Aufträge eingehen, wird der Betrieb ausgenommen.
bl. Haiger, 4. Jan. Von den l)icfigenf Werken haben nunmehr den Betrieb still- gelegt: Minervahütte oon A. Grimmel u. Co.. Hansa-Zement- und Fillerwerte und das Kabel- wert. ilcber 100 Personen fallen heute schon der Erwerbslosenfürsorge anheim.
Matttgau.
Hanau, 4. Jan. (WSR.- Zwei junge Männer im Alter von 26 bis 27 Jahren» sprangen gestern in Die z. Zt. hochangeschwollene Kinzig, um sich das Leben zu nehmen. Beide fr .:ten von Passanten gerettet werden. Das Mol iv zur Tal soll Liebeskummer sein.
WSR. Frankfurt a. M.. 4. Jan. Das Hochwasser des Mains ist am heutigen Tage nur langsam zurückgegangen. Beide Uferstraßen sind noch immer weit überschwemmt. In den Rachmittagsstunden wurde ein Pegelstand von 4.85 gemeldet. In Hanau zeigte der Pegelstand 5.25 Mtr. — Zur Deckung des R a ch t r a g s e t a t s für 1 925 ist bekanntlich u. a. eine Erhöhung des Zuschlags auf die G e w e r b e e r t r a g s st e u e r von 400 auf 460 Prozent vorgesehen, einerseits mit Wirkung ad 1. April 1925, andererseits mit Der Maßgabe, daß dadurch nicht die lausenden Vorauszahlungen gesteigert werden sollen, sondern bet der Veranlagung für das Rechnungsjahr die Verrechnung des höheren Zuschlags erfolgt. Die Industrie- und Handelsiammer Frankfurt a. M.- Hanau, sowie die Wirtschaftsverbände von Industrie und Handel erheben gegen die Vorlage den entschiedensten Wider sprach. Die Wirtschaftsorganisationen erwarten von der Stadtverordnetenversammlung die einmütige Ablehnung jedweder Erhöhung der ®eto erbe ft euer und fordern, daß endlich mit der notwendign Einsicht in die tatsächliche Wirtschaftslage durchgreifende Sparmaßnahmen getroffen werden, um den entstandenen Fehlbetrag des Jahres 1925/26 zu decken. — pinbekannte Täter haben bei einem Einbruch Drei Gemälde deS Kunstmalers Frank aus dem Rahmen geschnitten und sind damit flüchtig geworden. Die Bilder sind 34x40 groß, dunkel (Kupfer) gehalten und stellen die Geburt Christi, die Anbetung der Heiligen drei Könige bzw. die Kreuzigung bar. — Zwei unbekannte Männer hatten in einer Wirtschaft mit einem hiesigen Bürger einige Glas Bier getrunken und begleiteten diesen Dann nach Hause. Auf dem ilntertoege erhielt er plötzlich von einem der Unbekannten mit einem harten Gegenstand einen Schlag aus ben Hinterkopf, worauf er besinnungslos zusammenstürzte. Die Banditen stahlen ihm dann die Brieftasche mit 450 Mk. Inhalt, eine silberne Herrenuhr mit Dünner goldener Kette unb einen roten Personalausweis mit Lichtbild. Bisher konnten die Räuber noch nicht dingfest gemacht werden.
Gießener Wochenmarttpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 160, Matte 35 bis 40. Käse 60 bis 70, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 15, Rotkraut 23, gelbe Rüben 15, rote Rüben 20. Spinat 40, Unter-Kohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 25, Rosenkohl 60, Feldsalat 120. Tomaten 80, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 80, Schwarz« Winzeln 50 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 20, Birnen 20 bis 30, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 120. Rüste 60 bis 90, Endivien 100; das Stück: Eier 19, Blumenkohl 80 bis 200, Salat 40, Lauch 5 bis 15. Sellerie 50 bis 70 Pfennig.
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