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gern die Rinve von Sträuchern und jungen. Daumen. Treibjagden sollen nicht mehr flott- finben, auch muh sonst der Abschuh auf das äußerste beschräntt werden, da der Hase bet zeitweiligem, mildem Wetter schon zu rammeln beginnt. Auf Schlingensteller ist auch hrer letzt besonderes Augenmerk zu richten.
Die Rebhühner sind bei strenger Witterung möglichst in der Rähe kleiner und dichter Remisen mit Getreideabfällen. Heusamen und bergt, zu füttern.
Enten liegen gern an offenen Stellen schnell fließender Gewässer oder warmer Quellen, aber ein Anpürschen gelingt, wenn das Gelände nicht besonders günstig, nur selten und bei glücklichem Schuh geht dann recht ost noch die Deute verloren.
Alles Haarraubwild tragt zcht fern wertvolles Winterkleid. Der Fuchs fängt Ende des Monats an zu ranzen.
(„6L HubertuS", Cöthen.)
** Falsche Rentenbankscheine i m Umlauf. In den letzten Tagen sind im Verkehr neuerdings falsche Rentenbantscheine zu 5 und 10 Mark aufgetaucht. Die falschen Scheine sind leicht zu erkennen. Die Scheine zu 5 Marr weisen gewöhnliches Pabier ohne Wassereichen auf. die Fasern lind dmrch rote und schwarze Striche vorgetäuscht, der Stoffauflauf ist durch älebertünchung mit einer schmutzig-gelbgrauen Farbe nachgeahmt. Die Merkmale der salsch- scheine zu 10 Mark sind: Schlechte Rachbildung, gewöhnliches Papier. Wasserzeichen mißglückt, Stosfauflauf durch grünliche Färbung nachgeahmt. Fasern fehlen. Druckbild auf Vorder- und Rückseite unsauber, verschwommen und mangel»
Oeffentlichc Bücherhalle. Im Dezember wurden 1281 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 867, Zeitschriften 97, Iugendschriften 88, Literaturgeschichte 4, Gedichte imd Dramen 11, Länder- und Völkerkunde 76, Kulturgeschichte 8, Geschichte und Biographien 61, Kunstgeschichte 5, Naturwissenschaft und Technologie .32, Gesundheitslehre 4, Religion und Philosophie 7. Staatswissenschaft 6, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 9 Bände. Nach auswärts kamen U Bände.
♦* „Stahlhelm" - Weihnachtsfeier. Die noch junge Gießener Ortsgruppe des „Stahlhelm", Bund der Frontsoldaten, hatte ihre Mitglieder und eine Anzahl Gäste am Samstagabend in der „Stadt Lich" zu einer Weihnachtsfeier versammelt, die durch ihre vorsätzliche Schlichtheit und durch die bewußte Abkehr von dem anderswo fast unentbehrlichen Tanzvergnügen eine besonders angenehme Note erhielt. Bei dieser Feier kamen die starken Gemütswerte, die der „Stahlhelm" in seinen Reihen pflegt, in schönster Weise zur Geltung, und sie vermochten, auch ohne Klimbim einige von rechter Weihnachtsfreude und schönster Geselligkeit erfüllte Feierstunden zu schaffen. Daß der „Stahlhelm" mit Fug und Recht auch in seinen Reihen das Weih- nachtsfest feiern darf, bewies der Ortsgruppen- führer Spies in einer fein durchdachten Ansprache, in der er u. a. Fronterinnerungen erstehen ließ, die Bilder kameradschaftlicher Liebe und Hilfsbereitschaft in Sturm und Not dort draußen lebendig machten, und in der er weiter auch daran erinnerte, daß der Weihnachtstag der Geburtstag des „Stahlhelm" fei, den man gerade am 25. Dez. 1918 in Magdeburg gegründet habe. Pfarrer Haupt sprach unter dem im Kerzenschein strahlenden Christbaum prächtige, packende Worte über die Weihnachtsbotschaft, den „Stahlhelm", wahre Nächstenliebe, Bekennermut, mannhaftes Der- halten und Wahrhaftigkeit den eigenen Volksgenossen, aber auch den anderen Völkern gegenüber; die von schönsten Idealen getragenen Betrachtungen wurden zum eindrucksvollsten Ereignis
des Abends. Beide Ansprachen sanden bei den Zuhörern lebhaften Widerhall, der sich in starken Beifallskundgebungen äußerte. Der gemeinsame Gesang unserer schönen, alten Weihnachtslieder, der Nationalhymne und noch so manch anderer gehaltvoller Lieder, treffliche Rezitationen der Schauspieler Karl Juhnke und K. Ban dis vom Stadttheater, ausgezeichnete gesangliche Darbietungen der Damen Frau Luzie Dunkel und Frl. Marie Becker und H. Decker, sowie des Herrn Fritz Dunkel füllten den Abend in schönster Weise aus. Instrumentalvorträge einer kleinen Hauskapelle umrahmten das Ganze. Alles in allem: eine schöne, würdige Weihnachts-Familienfeier, an die man gerne zurückdenken wird. Die junge Ortsgruppe kann diesen Abend mit Genugtuung in ihrer Vereinsgeschichte aufzählen.
Bornotizerr.
— Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Das Dorf ohne Glocke" (Anfang 71/*, Ende gegen 10 Uhr).
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Nochmals sei in letzter Stunde auf die heutige Ausführung der Operette „Das Dorf ohne Glocke" hingewiesen.
— Kulturelle Tagung des Hess. Vaterländischen Blocks. Morgen, Mittwoch. finden im Kath. Vereinshaus Vorträge statt: 4 Ahr Dr. Stadtler- Berlin „Das Wesen der Polittk", 8 ilfjr Dr. S tad tler- „Auf dem Weg zum neuen Reich". (Siehe Anzeige.)
— Vortragsabend Isolde Kurz. Rachdem Isolde Kurz vor 2 Jahren in Gießen vor einigen Freunden deutscher Dichtung einige Proben aus ihren Werken vorgetragen hat, wird sie.nächsten Donnerstag einen öffentlichen Leseabend in der Buchhandlung Keihner veranstalten. Alle Freunde und Verehrer ihrer Erzähl- kunst, ihrer Reifeschilderungen, ihrer liebenswürdigen Iugenderinnercmgen werden zur Teilnahme an dem Abend eingeladen. Roheres im heutigen Anzeigenteil.
— Damaschke in Gießen. Anfang nächster Woche spricht in der Reuen Aula in Gießen D. Dr. Damaschke aus Berlin über „Die sittlich-religiöse Bedeutung der Bodenreform". Damaschke, der nun sechzigjährige Führer der Deutschen Dodenreformer. der jüngste Ehrendoktor der Gießener Theologischen Fakultät, als Schriftsteller so vorzüglich wie als Redner und Mensch, wird zeigen, däß die Forderungen der Bodenreform tief in der christlichen Ethik wurzeln und daß es einen Weg aus dem W.rrsal unserer Zeit, eine Rettung vor dem Kommunismus einerseits und dem Mammonismus andererseits gibt: Die Durchführung der Bodenreform, die ja nach Artikel 155 der Reichsoerfassung ein Grundrecht des deutschen Volkes ist. Roheres in den nächsten Tagen im Anzeigenteil.
— Dirigententagungen. Die Zentrale für Volksbildung, der Deutsche Arbeiter- Sängerbund und der Hessische Sängerbund veranstalten in den Monaten Dezember und Januar kurze Dirigententagungen an verschiedenen Orten in Oberhessen. Für die Hmgegenö von Gießen finden diese Tagungen statt am 9. und 10. Januar in Stangenrod bei Grünberg und am 16. und 17. in Butzbach. Die Teilnahme ist nicht davon abhängig, daß die Vereine einem der genannten Bünde angehören. Wir verweisen auf die Anzeige in der gestrigen Rümmer.
(Eine Kundgebung der hessischen Handwerks.
* Darmstadt, 4. Ian. Hier fand eine Besprechung von Führern der Landesfach-
verbande und der Bezirksvorstände des hessischen Handwerks statt, um zu dem Gesetzentwurf zur Förderung des Preisabbaues Stellung zu nehmen, der ge- gcntoärtig dem RcichSwirtfchaftsrat vorliegt. Der Direktor der Handwerkslamm.r, Schüttler, erstattete einen Bericht über den Entwurf, der die Organisationen dos Handwerks zerstöre. Es schloß sich daran eine Aussprache, in deren Verlauf u. a. Reichstagsabgeordneter Dr. Decker erklärte, die Deutsche Volkspartei als Hauptträgerin des Ausbaues der Handwerkerschutzgesetzgebung werde sich stets gegen eine Zerschlagung der Organisationen des Handwerks wenden. Die Versammlung nahm die nachstehende Entschließung an:
„Die im „Perkw" zu Darmstadt versammelten Führer des gesammelten hessischen Handwerks lehnen einmütig die Artikel 2 und 4 des Gesetzentwurfs zur Förderung des Preisabbaues mit aller Entschiedenheit ab. Das Inkrafttreten dieses Entwurfes führt dazu da die in jahrzehntelanger. mühseliger Kleinarbeit auf gebaute handwerkliche Organisation zerschlagen und das Handwerk in feiner sozialen und wirtschaftlichen Entwickelung um Jahrzehnte zurückgeworfen wird. Die anwesenden Herren Reichstagsabgeordneten werden gebeten, mit allem Rachdruck gegen diesen handwerlsfeindlichen Entwurf bei den Be- ratungen im Reichstag Stellung zu nehmen. Das hessische Handwerk fordert gleichmäßige Behandlung aller Wirtschaftsgruppen und wendet sich mit Schärfe gegen das auch in dem vorliegenden Entwurf wieder brtundete einseitige Vorgehen gegen das Handwerk. Sollte der Entwurf trotz des Widerspruchs des Handwerks Gesetz toerben, so ist sich das hessische Handwerk darin einig, das Recht zur Kalkulationsbelehrung in den Innungen auch weiterhin zu verteidigen."
Kirche und Schule.
I Watzenborn-Steinberg, 4. Ian. Aus dem kirchlichen Leben unseres Kirchspiels im abgelaufenen Jahre ist folgendes festzustellen: Getauft wurden in 1925 66 Kinder (Watzenborn-Steinberg 52, Garbenteich 14). Trauungen fanden 28 statt (Watzenborn 15, Garbenteich 13), B:erd.gungen 27 (Watzenborn 21, Garbenteich 6), konfirmiert wurden 72 Kinder (Watzenborn 45. Garbenteich 27). Am heiligen Abendmahl nahmen teil in Watzenborn-Steinberg 1172 Männer, 1389 Frauen, zusammen 2561 Personen, in Garbenteich 641 Männer, 699 Frauen, zusammen 1340 Personen.
; Lehrbach, 4. Jan. KirchlicheHand- lungen sanden im vergangenen Jahre verhältnismäßig wenige statt. Cs wurden im ganzen Kirchspiel nur 16 Kinder zur heiligen Taufe gebracht, davon entfallen 11 auf Lehrbach und 5 auf Erbenhausen. Unter den hiesigen befindet sich ein Zwillingspaar, dessen Ankunft die Eltern besonders erfreute, da ihre Ehe 6 Jahre lang kinderlos geblieben war, und das Glück sich nun doppelt in Gestalt von zwei Buben einstellte. Trauungen wurd-en 4 vorgenommen, 3 in Lehr- buch, 1 in Erbenhausen. Der Tod hat nur vier Opfer gefordert, es fanden in beiden Gemeinden je zwei Beerdigungen statt. Die Zahl der vorjährigen Konfirmanden betrug 8, diesmal sind es 14, die aus der Schule entlassen werden. Rach ihrem Abgang wird in Erbenhausen die Schülerzahl auf ein Minimum eingeschrumpft sein. Die Teilnahme an der Feier des hl. Abendmahles ist in unseren Gemeinden gut zu nennen. So sah das Jahr 1925 in Lehrbach 131 männliche und 151 weibliche Gäste zum Tisch des Herrn kommen. In Erbenhausen waren es je 151. Der sonntägliche Kirchenbesuch ist in Erbenhausen im allgemeinen reger als hier. Möge das neue Jahr
auch unsere Gemeinden zu der hellen und frohen Erkenntnis bringen, die der große Kirchenhisto- rifer Karl v. Haase gemacht und in die Worte gefaßt hat: „Der Herr der Zett ist Gott — der Zeiten Wendepunkt Jesus Christus — der rechte Zeitgeist der heilige Geist."
)— ( Ruppertsburg, 4. Jan. Aus der kirchlichen Statistik unseres etwa 700 Einwohner zählenden Ortes entnehmen wir daS Folgende: Im abgelaufenen Jahre wurden getauft 14 Kinder (5 Knaben und 9 Mädchen), konfirmiert 11 Kinder (3 Knabm und 8 Mädchen), getraut 8 Paare, beerdigt 6 Personen (3 Frauen und 3 Kinder). An Kollekten und Opfer gingen ein 886,07 Ml.
Düchertisch.
— Das Januarheft des neuen Jahrganges der „Z e i t w e n d e" (Verlag C. H. Beck in München) bezeugt nicht nur die an der „Zeitwende" schon oft gerühmte Geschloffenheil der geistigen Haltung, fondern vor allem den Willen der Herausgeber zu einem gesteigerten Anschluß an das Leben und die Forderungen der Gegenwart. Zur Politik ist neben Werner Fuchs-Hartmanns Beitrag über „Partei und Staat in Sowjet Ruß^ land" auch der Aufsatz des bekannten Literarhistorikers Ernst Bertram „Norden und deutsche Romantik" zu rechnen, der das Verhältnis des Nordens zu Deutschland unb die Frage des modernen Nationalismus allerdings nicht im Sinne der Ta- gespolitii, sondern von einer großartigen Schau des deutschen Geistes aus behandelt. Helmuth Schreiner zeichnet erschütternde Bilder von der Prostitution. Als Vorbild ihrer erfolgreichen Bekämpfung nennt Schreiner die nordischen Lander. Der Kunstteil des Heftes ist dem von Adolf Schin- ncrer gewürdigten Maler Hans Gött gewidmet. Sechs Bildbeilagen vermitteln die Anschauung der Kunst dieses feinen sympathischen Münchner Malers. Im beUelristischen Teil beginnt der Roman „Der Trollelch" des Norwegers Mikkjel Fönhus, her ein schönes Beispiel nordischer, bodenständiger Erzählungskunst ist. Eine tief menschliche Skizze von Selma Lagerlöf ist auch noch eingestreut.
— Europäische Gespräche. Hamburger Monatshefte für auswärtige Politik. Herausgegeben von A. Mendelssohn Bartholdi. (Deutsche Berlags- anftalt, Stuttgart, Berlin und Leipzig.) 3. Iahrg., Heft 12. Dezember 1925. Das Erscheinen der Grey- schen Memoiren gibt Professor A. Mendelssohn Bartholdy Anlaß zu einer meisterlichen Charakterzeichnung dieses Staatsmannes von unbezweifelbar gutem Willen und unheilvoller Wirkung; darüber hinaus wird der Aufsatz zu einer Auseinandersetzung zwischen Grey, der fast ohne Akten und Bücher gearbeitet hat, auf englischer Seite, und einem der besten Aktenkenner auf deutscher Seite. Aus dem sonstigen Inhalt sei hervorgehoben ein Aufsatz von A. Bagts über den durch den Weltkrieg fast ins Vergessen geratenen spanisch-amerikanischen Krieg von 1898, der nicht nut das Typologische von Kriegsursachen und -entstehungen auszeigt, sondern auch dartut, wie sehr von dem ba- maligen Friedensschluß her die Weltfriedensschlüssc ihren speziell amerikanischen Charakter erhalten haben, das will sagen, wie sehr diese mit ihren Völkerrechts- und Unrechtsformen gerade von amerikanischen Erfahrungen her bestimmt sind.
— Mit Heft 14, das mit einem besonders schönen, wirkungsvollen Umschlag geziert und eine farbenprächtige Kunstbeilage aufweist, beginnt das Daheim ein neues Quartal. Zwei Novellen — „Gedenken" von Fritz Müller-Partenkirchen und „Der zerbrochene Tabakskops" von Kurt Schumann — rahmen eine Reihe famoser Aufsätze em: H. von Schrötter-Firnhaber spricht von der Kulturgeschichte des Frauenschuhes, Bilder von der Sandale der Römerin bis zum modernen Stöckelschuh begleiten die Abhandlung.
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Mittwoch, 6. Januar, abends 8 Uhr: Dr. Stadtler: „AufdemWeg zum neuen Reich". Die Vorträge finden im Kath. Vereinshaus, Liebigstraße, statt.
Wir laden hierdurch die Bevölkerung aus Stadt und Land zur Teilnahme an diesen Vorträgen ein.
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