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Samstag, 4. Dezember 1926

Ur. 284 Viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

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wollen wir uns bescheiden in der daß diese Singe im Auge behalten

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mit 4 800 Einwohnern mit 12509 CinmoQnern

Eingemeindungsfragen im Maingau.

dem hohen Vogelsberg geholfen wird, sobald die allgemeine Lage cs gestattet. Segen eine Verschlechterung seiner Verhältnisse aber darf und muh sich der durch seine klimatischen Verhältnisse schon genug leidende und wirtschaft­lich schwer ringende hcche Vogelsberg m l t allem Nachdruck wehren. K.

BJTHöhehkhkraff, alibewcdit/l .

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Ohne Schlacke, ahne 4>^'

denen sind, die verhältnismähig geringere Ein­wohnerzahl haben. Wer aber die Verhältnisse an Ort und Stelle auch nur etwas kennt. Weitz, datz eS völlig abwegig ist. nun einfach zu sagen: fangen wir also bei den kleinsten an!" Sin solcher Standpunkt mutzte als zu oberflächlich und in den wahren Verhältnissen zu wenig begründet, scharf bekämpft werden. Aber ge­nau so denktman" etwa bei dem Abbau von Kreisämtern oder Kreisbauämtern. Warum sollt« da ausgerechnet der Kreis Schotten herhalten? Das ist wirklich nicht einzusehen. Anscheinend willman wohl sparen, aber an einer Stelle, woman es möglichst wenig selber spürt: ob die anderen es spüren, und wie sie es spüren, danach dürste denn doch wohl auch einmal gefragt werden. Unb da ist zu sagen: verlöre der Vogelsberg etwa sein KreiSamt Schotten dann hätte jedermann, der am Kreisamt irgendwie etwas zu erledigen hat und in dem Bezirk des alten Kreises wohnt, die doppelte Zeit und höhere Kosten aufzuwen- den. als vorher: eine persönliche Fühlungnahme, durch Rücksprache besonders, und eine Zusam­menarbeit zwischen Privaten und auch den ein­zelnen Behörden des alten Kreises einerseits und dem KreiSamt deS neuen KreiseS anberer- seitS wäre bebeutenb erschwert und für viele Fälle unmöglich gemacht. Aehnlich läge es mit dem Kreisbouamt. Unb bazu mutz man doch bedenken, welches Wetter im hohen Vogels­berg, besonders in der schlechten Jahreszeit, herrscht: soll man dabei wirklich vier Stunden und mehr unterwegs sein müssen, um einmal etwas Wichtiges auf dem Amt zu erledigen? Wenn daS einmal wäre, dann wäre es noch einigermotzen erträglich : da crsahrungsgemäh der­artige Gänge aber öfters nottoenbig werden, so fällt das sehr ins Gewicht. Und wenn es heute schon so ist, dann muh es damit genug sein: nun aber diesen Zustand noch ver­schlechtern wollen, das wäre ein starkes

sturm oder Schneegestöber vielleicht, machen zu sollen, das bedeutet eine Zumutung, die wirk­lich nur völliger Sachunkenntnis ent­springen kann. Warum zieht man denn nicht die schlechten Derkehrsmöglichkeiten des Vogelsbergs in Betracht? Und warum denkt man nicht daran, dort, wo sehr gute Ver­kehrsmöglichkeiten bestehen, etwa an der Sichen Frankfurter Strecke, ein Kreisamt oder ein Amtsgericht eingehen zu lassen? Der Vogels­berg darf sich also mit aller Entschiedenheit gegen eine Zurücksetzung und stiefmütterliche Be­handlung wehren.

Freilich sind heute, so wird man trieft ganz mit Unrecht einwenden, die Derkehrsmöglichkeiten auch im Vogelsberg bedeutend besser, als vor 15 oder 20 Jahren. Denn wir haben ja, und wie froh unb bankbar sind wir dafür, die Postkraftwagen, die bei schlechtestem Wetter, auch bei Schnee, wenn er nicht allzu hoch kommt, ihren Weg machen. Wir geben das gerne zu, und wir banken hier einmal den Chauffeuren, die in bewundernswerter Pflicht­treue manchmal geradezu Unmögliches möglich machen. Wer einmal mit dem Postauto im Vogelsberg durch hohen Schnee mühsam sich durchgewühlt hat. der kann ermessen, welche An­forderungen an Mann unb Material da oft gestellt werden. So ist eS wirklich keine leere Schmeichelei, wenn wir auch einmal laut unb öffentlich für so viel Treue danken."Gut ge­macht!", wird nun wohl jemand sagen, aber...?" Ja: es kommt nämlich ein Aber. Und zwar ein grohes. Da müssen wir sagen, dah wir die Zuschüsse, die die Post fordert, doch etwas reichlich bemessen finden, und dah ge­rade im hohen Vogelsberg der Gedanke der Rentabilität nickt zu scharf durchgedacht werden sollte: so könnte etwa die Strecke Mücke Feldkrücken doch wohl von einem Post- auto befahren werden, to£nn .....ja, wenn sie

rentabel wäre", sagt die Reichspost heute mit einem gewissen Recht. Immerhin scheinen und (die wir übrigens an dieser Strecke ganz un­

erhebliche Opfer auferlegt, ist nicht geeignet, ben Aktienmärkten neue Käufer zuzuführen. Aus L.... Ausland sind dem Markt nicht unerhebl che

eigentlich« unb hohe Vogelsberg einem Abbau bedroht. Immeryi einzelner Amtsgerichte wird in _ _ zogen", heitzt es: unb wenn wir die gerade jetzt veröffentlichten Einwohnerzahlen der hessischen Amtsgerichtsbezirke ansehen, erkennen wir. dah Schotten, Ulrichstein und L 0 u b a ch unter

allen Mitteln sich zur Wehr setzen mutz. Und etwa von so unb so vielen Dörfern aus nun

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von 1.90 an efüttert 8.00

Akt ienpaketo zugeslossen, die tur^brü den b wirken. Ein Beispiel hierfür war das ominöse Aktienpaket der J.-G-Farben von schätzungs­weise 8 bis 10 Mill Nominalwert, das aber inzwischen wieder untergebracht sein soll. Ent­gegen anderen Verlautbarungen nimmt man an, datz es schließlich wieder seinen Weg In bad Ausland genommen hat, was bei dem außer­ordentlichen Interesse, das das Ausland gerade diesem Papier entgegenbringt, sehr begreiflich erscheint. Von der Nachricht von den Plänen des Reichsfinanzministeriums in bezug au) U m- wandlung der Altbesih-Ablösungs- a n l e i h e profitierten vorübergehend neben die­sem Papier selbst auch Kriegsanleihen. Erst die strikte Erklärung aus dem Reichsfinanzministe­rium, dah Neubesih auch h'er wiederum unberück­sichtigt bleiben soll, machte dieser Bewegung ein Ende.

Wie bereits oben erwähnt, brachte der Ul­timo eine scharf« Anspannung derGeld- s ä tz e, die bisher noch keiner Gntspattnung Platz gemacht hat. Man glaubt jedoch anriehmen zu dürfen, daß es sich auch diesmal wieder nur um eine vorübergehende Erscheinung handelt. Immer­hin ist zu berücksichtigen, daß wir jetzt in den letzten Monat des Jahres getreten sind, unb sich der Jahresschlußbedarf immer schon recht früh bemerkbar macht. Charakteristisch ist jedoch dah trotz zeitweiser Vermehrung des Materials die Privatdiskvntsähe bisher aus recht erhalten wer­den konnten. Inwieweit die Absicht der Gold- diskontbank, durch Angebot von Solawechseln daS Material am Privatdiskontmarkt zu vermehren, auf dessen Entwicklung Einfluß gewinnen wird, läßt sich heute, da man die Einzelheiten dieser Maßnahme noch nicht kennt, noch nicht über­blicken. Zweck dieser Maßnahme kann nur sein, eine neue Unterbringungsmöglichkeit für die kurzfristigen Gelder, die zeitweise aus Mangel hieran sogar in das Ausland wandern mußten, zu schaffen unb gleichzeitig der Reichsbank stär­keren Eitrfluh auf dem Geldmarkt zu gewähren.

gentralausschuhsitzung der Reichsbank.

Wie zu erwarten war, ist In der gestrigem Zentralausfchuhsihung der Reichs­bank keine Diskontermähiaung vor­geschlagen worden. Dach den Ausführungen des Reichsbankpräsidenten ist hiermit für den De­zember auch nicht zu rechnen. Dagegen scheint eine Ermäßigung des Diskantes zu Anfang des nächsten Jahres in Erwä­gung gezogen zu werden. An Stelle des auS- scheidenden Vizepräsidenten Dr. Kaufs mann wurde Reichsbankdirettor Dreyse, einer der jüngeren Direktoren, als Vizepräsident bestätigt. jDie Einziehung von 293 Millionen Rentenbank-

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Auch in den ersten Tagen der Derichtswoche zeigte die Tendenz der Berliner Börse keine Aenderung. Don auhen her blieb die Zurück­haltung bestehen, während die Spekulation mehr geneigt war. a la baisse zu operieren D e Ultinto- Liguidationskurse brachten dann auch gegenüber den Rovember-Midiokursen teilweise recht emp­findlich« Abschläge. Am meisten in Mitleiden­schaft gezogen waren I-G.»Farben-A'tim mit einem Kursverlust von 34 Prozent. Es folgten Berliner Handelsanteile mit 28 Prrqent. Rhei­nisch« Braunkohle mit 21 Prozent. Rheinftabl mit 20 Prozent. Die übrigen Wert' verloren im Mittel etwa 10 bis 15 Prozent. Charakteristisch ist jedoch für die Gesamtbörsenlage, daß es mir eines kleinen Anstoßes bedurfte, um das B ld wieder zu verschieben. Di« Meinung, dah in '«r Frage der Freigabe der deutschen Werte in Amerika unter den Parte en eine Verständigung erzielt sei. bi« als verhältnis­mäßig günstig für Deutschland betrachtet nxrb-n darf, und bei der insbesondere im Gegensatz zu einem bisher zur Erörterung stehenden Entwurf auch eine teilweise Entschädigung der deutsche nSchisfahrts-Gesellsch asten vorgesehen ist. gab der gesamten Tendenz ein freundlicheres Aussehen, wobei insbesondere die sogenannten Freigabepaviere. darunter auch Schiffahrts-Werte, erheblich vrof tieren konnten. Die Folge war, daß die Baisse-Spekulati'n auch aus anderen Gebieten zu Deckungen schritt. Auch die verschiedenen Monatsberichte der Gr^h- banken, die zum Ausdruck bringen, daß die Er­mäßigung der Kurse zur Gesundung der tech­nischen Börsenlage bei getragen hätte, scheinen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben, jedenfalls insoweit, als die Ban'enkundschaft jetzt eher ge­neigt ist, an ihren Engagements festzuhalten. Die Aussichten, daß nunmehr aber bere ts wie­der eine neue Hausseperiode ein treten wird, schei­nen jedoch außerordentlich gering zu se it. Es macht sich vielfach das Bestreben der (Mbgel'-er bemerkbar, in der Zurverfügungstellung von Re- portsgetdern größere Zurückhaltung zu wahren. Die starke Anspannung der Geldsähe, die b'sher noch keine Erleichterung erfahren hat. läßt den Schluß, dah der Ultimo bereits völlig über­wunden ist, noch nicht zu. Die oben skizziertem Kursdifferenzen zwischen Medio- unb Ultimo­kursen bedingen naturgemäß erhebliHe Difserenz- zahlungen, die augenscheinlich vielfach erst durch Kassaverkäufe ermöglicht wurden. Auch die An­häufung von Kapitalzusammen­legungen, die den Aktionären teilweise recht

LLSN. Innerhalb des Rhein-Moinijchen Städtekranzes der in feiner Zusammen­fassung ben großen Kernpunkt des jüdweftdeutschen Wirtschaftsgebietes abgibt, nehmen die bereits vor­handenen zahlreichen Anknüpfungspunkte der Gc- meinsamkeitsinteresten täglich zu und steuern sichtbar .......m Interesse der Allgemein-

Der verschiedenen Siedlungskomplexe nichts weniger als die zwangsläufige mosaikartige Zusammenfü- gung eines weiträumigen Grohstadtbildes am Untermain. Das Zentrum Frankfurt mit -------- . u, 13 4?7 hQ

und unaufhaltsam der im Interesse der Allgemein- beit erwünschten Schaffung eines Z w e ck 0 e r bandes entgegen. Unter diesem Gesichtswinkel gewinnen di« derzeitigen Eingemeindungs- beftrebungen der einzelnen Siedlungen inner­halb des Rhein-Mainischen Städtekranzes mit dem Zentrum Frankfurt a. M. an erhöhter Bedeu- tung. Bremen doch diese einzelnen Abrundungen

Stelle etwa bringt, will wenig bedeuten gegen­über einer wahrscheinlich genau so ins Gewicht fallenden Schädigung der Vogelsberger Land­wirt«. die sich auS Oer Aufhebung ergibt.

Nach dem Landwirischa tSamt kommen die Amtsgerichte. Es scheint uns, die wir da nicht so ganz ununterrichtet sind, als sei der eigentliche unb hohe Vogelsberg hier nicht von iin:der Abbau

Der Vogelsberg erfreut sich gegenwärtig vielfach eines Interesses, das ihm wenig an­genehm ist: es scheint, dah. sobald von Abbau- mahnahmen gesprochen wird, dabei der Vogelsberg in Betracht gezogen werde, als ob das ganz natürlich sei. So ist es leider Tat­sache geworden, datz das Landwirtschafts- amt der Stadt Schotten genommen unb ihr nur eine sog. Außenstelle belassen wurde. Wir müssen das in Anbetracht der besonderen Auf­gaben, die einem Landwirtscha'tsamt gerade im Vogelsberg erwachsen, für verfehlt ansehen, der höhere Vogelsberg, als dessen Landwirt- schaftSamt man das Schottener ja wohl bezeich­nen durfte, hat ganz andere Verhältnisse, als etwa Nidda, und eS hätte wahrhaftig nichts geschadet, wenn man dem Landwirt deS hohen Vogelsbergs weiterhin möglichst nahe und be- quem Gelegenheit zu theoretischer Weiterbildung unb damit zur fortschreitenden Verbesserung seines Betriebs gegeben hätte. Die wirkliche Ersparnis, die die Aufhebung der Schottener

Zusammen 503 200 Einwohner 17 101 ha Dazu steht noch aus im Westen Nied mit etwa 6000 Einwohnern. Die weitere unausbleibliche Aus­dehnung Frankfurts, im Rahmen der nächsten Be­rührungsumgebung, besonders nach Osten, Westen und Süden, zielt auf die Schaffung eines G r 0 tz - stadikerns innerhalb des Rhein-Moi- nischen Städtekranzes, dem die Tendenz innewohnt, die an seiner Peripherie gelagerten Siedlungen zu einem wesentlichen Bestandteil seines wirtschastlichen Weichbildes zu machen. Diese Einge­meindungen werden früher oder später kommen unb sich auch auf das nördlich gelegene Taunusgebiet er­strecken.

H ö ch st a. W. hat bereits früher die Orte Sindlingen, Zeilsheim unb ilnteriieberbad) ein- aemetnbet, so batz noch Abschluß der neuen west­lichen Eingemeindungen Frankfurts vom Land­kreis Höchst nur noch kümmerlich« Reste ver­bleiben. Ferner ist zwischen H 0 sheim und Kristel seit einiger.Zeit gleichfalls ein Der- schmelzungsprozeh im Gange. Auch hier rechnet man. wie in Höchst, in einer späteren Zeit mit der Möglichkeit einer Einverleibung nach Frank­furt a. W.

Wiesbaden hat durch die kürzlich er­folgte Eingemeindung von Biebrich, Schierstein unb Sonnenberg eine Neueinteilung der Land­kreise Wiesbaden-Land. Höchst unb ilntertaunud beraufbeschworen. da di« nunmehrigen Restkreise kaum noch lebenssähig sind. Wiesbaben mit bis­her 107 000 Anwohnern hat bamit einen Zu­wachs von etwa 30 OOO Personen erhalten, wird also in Zukunst über 137 OOO Bewohner zählen. Der Flächeninhalt steigert sich mit Biebrich um 1677 Hektar, mit Schierstein um 1190 Hektar unb mit Sonnenberg um 750 Hektar. Damit wirb Groh-WieSbabcn noch nicht saturiert sein. In Erwägung steht noch die Einbeziehung von Dotz­heim, Srvenheim, Kloppenheim, Dierstadt u. a., die heute schon durch di« Beriorgung mit Gas. Wasser unb Elektrizität mit Wiesbaden eng ver­bunden sind.

Auch Mainz mit 108 000 Einwohnern, wo­zu Womboch. Kastel unb Kostheim gehören, be­treibt zur weiteren Ausdehnung nach Osten, aus Gründen seiner Wasserst ratzen- unb Hafen- Politik. die ©ingemeinbung von Gustavsburg.

Nachdem Offenbach bereits Bürgel ein- verleidt hat. steht es zur Zeit im Süden mit der Gemeinde Bieber in Unterhandlung. Unbescha­det der lediglich olS politischer Begriff be­stehenden hessischen LandeSgrenze drängen auch hier innere Kräfte auf eine Verschmelzung Frankfurts m i 1 Offenbach, der beiden Hchwesterstäbte. die heute schon wirtschaftlich und bebauungmähig zusammen verwachsen sind.

Hanau, mit etwa 38 000 Einwohnern, ist bestrebt. Mittelpunkt eines eigenen Hin erlandes zu fein. Die Eingemeindungspläne erstrecken sich *ur Zeit aus die dem Wainhafen nahegelegen«. 8000 Einwohner zählende Gemeinde Groh- Auheim.

Friedberg steht mit seiner Nachbar- gemeinbe O ck st a b t in Verhandlung. Anderer­seits sind zwischen den Städten Friedberg, Bad-Nauheim unb Butzbach Derhanb- hmgen bezüglich eines Gruppengaswerkes Im Gange.

Oberursel soll mit der räumlich unb wirtschaftlich eng zusammenhängenden Land­gemeinde Bommersheim vereinigt werden.

Auch Aschaffenburg und Darmstadt haben ihre grohzügigen Eingemeindungspläne noch nicht abgeschlossen.

Zu einem weiteren Bindemittel zwischen ben einzelnen Gemeinden im ilntermaingebiet hat sich neben der rationellen Grotzversorgung mit Kraft, Licht, Wärme unb Wasser sowie dem VchlssahrtS-, Lust- unb Radioverkehr das Kraftverkehrswesen besonders ausge­wirkt. Reben ben neuen, gemeinsam burchzufüh- renden Autoburchgangsst ratzen sind es die Auto- OmnibuSlinien, welch« zwischen den einzelnen Gemeinden ernste kommunalpolitifche Gemeinsamkeitsgedanken über Landes- grenzen hinweg auslösen. Di« freie Wirtschaft, sowie bie öffentlich-rechtlichen Verbände und Organisationen haben bereits den Weg des Zu­sammenschlusses über bie innerpolitischen Gren­zen hinweg beschritten, di« rein kommunalen Organisationen werden über kurz ober lang fol­gen müssen, besonders im Hmblici auf bie Fernversorgungspläne mit Gas unb Elektrizität aus dem Ruhrgebiet, welche hier an die bedeutende Konsumkraft einer wirt- schaftlich unb industriell hochentwickelten Grotz- tieblung mit rund 1,6 Millionen Einwohnern ich anzulehnen bestrebt sind.

beteiligt sind) die Lätze, die die Reichspost a l 1- gemein als Garantiesummen ansetzt, z u yoch zu sein. Auch zum Fahrpreis haben wir ciwas zu bemerken. Wir erinnern uns, ge- legentlich in Bayern mit dem Pvstaulo pro Kilometer nur 8 Ps. gezahlt zu haben, während hier durchweg 10 Pfennig gezahlt wer­den. Das macht bei Entfernungen von 10 oder 20 Kilometern immerhin schon etwas aus! Wir haben gewiß nichts dagegen, datz die Reichspost ihren Betrieb wirtschaftlich ge­staltet. wir sehen die Notwendigkeit dazu durch­aus ein. Wir können aber nicht einsehen, warum man auf jeder Strecke, die in Betrieb ist, möglichst viel herauSwirtschasten will, anstatt noch mehr äleberschüss« zum Ausgleich auf an­deren, weniger rentierenben Strecken zu ver­wenden, als es heute minstdeens für den Außen­stehenden den Anschein hat.

Da wir nun bei der Reichspost sind, ein Wort zu der geplanten UmgeftaUung des P 0 stwesens. Es sollen, so schwirren hier oben Gerüchte, Postämter aufgehoben unb der Post dienst mit Hilfe von Kleinkvastwagen um- gestaltet werben .Die Abtragung der Post­sendungen in den einzelnen Landorten soll nur im Anschluß an die erste tägliche Fahrt ftatt- finben." heißt es in dem amtlichen Bericht, .während nach der zweiten Fahrt der Klein- kraft wagen eS dem Publikum ermöglicht wer­den soll, seine Sendung bet ben Poststellen in den Land ort en aHz uh ölen" Soll das etwa bedeuten dah an Orten, die beide zweimal tägliche Postbesteslung haben, bann nur noch einmal Postbestellung erfolgt und man sich im übrigen die Postsachen abholen .darf"? Unb soll ixid etwa bedeuten baß man in Zeiten der Grnte vielleicht stundenlang warten muß, bis jemanb von der Post Hilfsstelle zugegen ist? Sollte das überhaupt eine Verschlechterung des bestehenden Zustande- mit sich bringen, bann wäre nur schärfste Verwahrung bagegen einzu­legen. Wie denkt man sich denn diese neuen Verhältnisse in einem schneereichen Winter im Vogelsberg? Wie da wohl bie Kleinkrastwagen stecken bleiben, wenn nur einzelne der ganz großen Straßen freigemacht sind! Und glaubt denn bie Reichspost im Ernst daß sie für Sen­dungen, die man sich selber abholt, die sie also nur teilweise behandelt, und bie vielleicht mit großer Verzögerung ankommen, biefeiben Ge­bühren erheben könnte, die sie heute erhebt? (Ueber diese Umgestaltung denken wir etwas anders als der Herr Dersasser dieses Aussatzes. D. Red.)

Wir ziehen ben Schlußstrich: wohin wir Vogelsberger sehen, sehen wir Gefahren. Hier Abbau des Kreisamtes, dort des Kreisbauamts, dort des Landwirtschaftsamts, dort des Post­amts unb dort vielleicht des Amtsgerichts. Nicht als ob alt diese Gefahren nun unbedingt so ernst fern mühten, wie sie uns manchmal erscheinen: man muh uns aber schon gestatten, dah wir, die wir ohnehin nicht zu ben .Bevor­zugten des Glücks" gehören, uns gegen jede auf steigende und drohende Verschlechterung un­serer Lage wehreni Wir haben einen klar be­gründeten Rechtsanspruch daraus, gegen­über den in besserer Verkehrslag« Lebenden nicht weiter benachteiligt zu werden: wir wollen also, dah etwaige Ersparnismahnah­men auf den behandelten Gebieten nicht nur auf Grund statistischer Unterlagen, sondern auch in Fühlung mit ben beteiligten örtlichen Instanzen getroffen werben.

Heute hat man in weiten Kreisen, die es angeht, den schweren Fehler eingesehen, ben man Ende der vorigen und anfangs dieses Jahr­hunderts gemacht hat: hätte damals bet Vogels­berg es fertig gebracht, die alte beutsche .Grb- tugenb", genannt Uneinigkeit, bei sich etwas zurücHudämmen, bann hätte bet hohe Vogels­berg heute, neben der Strecke LauterbachStock­heim, eine zweite Eisenbahn. Sie scheint uns immer noch das Erstrebenswerteste, etwa auf der Strecke Mück eR i f f e I b. Unter Zu­rückstellung aller irgendwie weniger in Bettacht kommenden kleineren unb rein örtlichen Inter­essen sollte man sich einigen auf dieses groh- zügige Projekt. Und dann, im Anschluß an solchen Dahnbau, käme Absatzmöglichkeit für Vieh und landwirtschaftliche Erzeugnisse ganz anders als heut«, und es gäbe die Möglichkeit, Eisensteingruben neu anzulegen, bie Basalt­massen auszuwerten zum Straßenbau unb, mehr als heule, als Baumaterial: auch bas anfallende Holz könnte dann besser abgefahren werden, unb bie Eisenbahn könnte Brennmaterial heran- führen: man könnte bamit manchen Fuhr- lohn, der heute für sehr weit« Anfuhr gezahlt werden muh, sparen, und könnte Ersah schaffen für das ohnehin immer knapper werdende Buchenbrennholz, das unsere Vogels- berg Wälder jetzt hergeben müssen. Wohin man heute blickt, werden dort ja Fichten nachgepflanzt: es könnte also nichts schaden, wenn man schon jetzt ernstlicher, als es geschieht, mit dem einmal kommenden Mangel an dem so beliebten Duchen- brennholz rechnete. Wir sähen bei einer solchen Entwicklung überhaupt neue Verdienst- Möglichkeiten sich eröffnen für die vielen im hohen Vogelsberg, bie heute kaum so etwas haben, und deren Lebenshaltung sich wesentlich heben könnte, wenn eine weitere Eisen­bahn da wäre. Wir denken also für die Zu­kunft etwa so: eine Eisenbahn Mücke- Ai ? f e l d, deren Linienführung im einzelnen Lache von Verhandlungen zu sein hätte, und im Anschluß an diese Strecke, davon ausstrahlenb. je nach den Verkehrsbebürfnissen, Postauto­linien

Davon versprechen wir uns große Vor­teile für bie Dauern, Arbeiter. Gewerbe­treibenden unb Beamten: das brächte wirklich eine Hebung der gesamten ^Levölke- rung. Ist sie vorläufig nicht zu erreichen, dann

Srmelnbung von echenheim mit 10 000 Einwohnern

5900 Einwohnern