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Pf Lietzener Wochenmarttpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Dutter 160 bis 180, Matte 35 bis 40, Ääfc (10 Stück) 60 bis 150, Wirsing 4 bis 12, Weist- kraut 3 bis 8, Rotkraut 5 bis 15, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 25, Llnter-Kohlrabi 4 bis 6, Grünkohl 20, Rosenkohl 45 bis 50, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 35 bis 100. Schwarzwurzeln 45 bis 60, Kartoffeln 51 t MS 6, Aepfel 15 bis 30, Dirnen 10 bis 15, Russe 80 junge Hahnen 100, Suppenhühner 100, Ganse 80 bis 110 Pf. das Pfund; Eier 15 bis 18 QMumen- kohl 50 biS 150, Endivien 10 bis 15. Ober-Kohl, rabi 5 bis 10. Lauch 5 bis 10, Rettich 10 b*S 20. Sellerie 20 bis 50 Pf. das Stück.

Bornotizen.

Tageskalender für Don n e r s tag. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 8.15 Uhr, in der Neuen Aula der Universität, Lichtbilderoor- trag. Deutscher Bund für christlich-evangelische Erziehung in rjaus und Schule: 8 Uhr, Iohannes- faal, Familienabend. Kriegerverein: 8.30 Uhr, Postkeller", Monatsversammlung. Saalbau Sauer: 8 Uhr, Gastspiel von Pomröm Bellachini. Lichrspielhaus, Bahnhofstraße:Wehe, wenn sie losgelasfen!" Astoria-Lichtspiele:3m sausenden Galopp".

Der Freiwlrtschaftsbund, FFF., Ortsgruppe Gießen, eröffnet feine dies­jährige Winter-Vortragsreihe mit einem Vortrag von Dr. E t o l t i n g , Frankfurt a. M., am Frei- tag, 5. November, abends im Saalbau Sauer. Siehe heutige Anzeige.

2lus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es ist eine lustige Ange­legenheit, die BurleskeWerk-end" (Hebern Sonntag"^ von Roel Coward, die unter Adolf Telekys Spielleitung am morgigen Freitag zum ersten Male gegeben wird. Die vierköpfige, etwas spleenige Familie Dlih hat' sich übern Sonntag Besuch auf ihr Landhaus eingeladen, d. h. jedes Familienmitglied hat sich seinen besonderen Gast eingeladen. Was nun zwischen Gastgebern und Gästen vorfällt. ergibt so bühnenwirksame und überaus luftige Szenen, dast der Erfolg begreiflich ist, den das Werk, das übrigens auch im Frank­furter Schauspielhaus auf dem Spiclplan steht,

überall findet. Es wirken in der DvrsteUung mit die Damen Baumann, Krahmec. Süngting, Scherer und Schröder sowie die Herren Dvlck, Gesfers, Hanke und Lenau.

* Sitzung des Provinzialaus­schusses. Am Samstag, dem 6. d. M., vormittags 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungs­gebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusfes statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Arthur Heine in Bad-Nauheim gegen das Kreisamt Fried­berg wegen Versagung eines Wandergewerbe- Dorheim gegen das Kreisamt Friedberg wegen der Versagung eines Wandergewerbe­scheins. 3. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Frankfurt a. M. gegen den Bezirksfürforgeverband des Kreises Friedberg wegen Ersatz von Kranken­hauspflegekosten des Paul Hermann aus Lugau. 4. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Hanau-Land gegen den Bezirksfürforgeverband Friedberg wegen Erstattung von Unterstützungskosten für den Phil. Nees aus Oberrad.

Gutes Ergebnis des Weltspar­tages in Gießen. Wie wir hören, hat die hiesige Dezirkssparkasse mit der Werbung für denWeltspartag" am 31. Oktober d. I. ganz gute Erfolge erzielt. Haben sich doch am 31. Ok­tober allein nahezu 150 Sparer bei der Bezirks- sparkasse eingefunden, um ihre Spargelder dort einzulegen. Auch an dem Sage vor und nach demWeltspartag" sind offensichtlich unter dem Eindruck der Werbung ganz erhebliche Sparein­lagen bei der Kasse getätigt worden. So brachten z. B. der 30., sowohl als auch der 31. Oktober allein weit über 30000 Rm. Spareinlagen.

Vorsicht beim Baumfällen! 3n der Zeit des Baumfällens werden häufig an den Straßen und in den Ortschaften die Reichs- Telegraphen und Fernsprechleitungen durch um- stürzende Bäume oder durch herabfallende Aeste beschädigt, weil die Personen, denen das Baum­fällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung dec Telegraphenanlagen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht oder in ungenügendem Maße treffen und es unter­lassen, von den bevorstehenden Arbeiten der nächsten Postanstalt redjtyntig Mitteilung zu machen. Da auch fahrlässige Beschädigungen der Telegraphenanlagen im Paragraph 318 des

Reichs-Strafgesetzbuches mit Strafe bedroht find, wird den V^rumbesihern empfohlen, die nächste Postanstalt von der bevorstehenden Daumsäliung so zeitig zu benachrichtigen, dast erforderlichen Falles die Entsendung eines Beamten zur Siche­rung der Leitungen veranlaßt werden kann.

WTD. Prägung vonneuen50-Pfg - Stückenc Wie verlautet, wird im Reichs­finanzministerium die Ausgabe von neuen 50- Pf g.-Stücken erwogen, da die zur Zeit im Umlauf befindlichen 50 - Pfg.-Stücke in umfangreichen Mengen gefälscht wurden.

k. Deut jchnationaler Handlungsge­hilfenverband. Die Ortsgruppe Gießen des DHV. veranstaltete am Dienstagabend im Kauf­männischen Vereinshaus einen Vortragsabend, bei welcher Gelegenheit Gauleiter H Auerbach- Frankfurt a. M. überRationalisierung und kauf­männische Gehilfen" sprach Der Redner erläuterte zunächst kurz den Begriff des in letzter Zeit leider zuviel gebrauchten Wortes Rationalisierung, das auch im wirtschaftlichen Leben eine große Rolle spiele. Er gliederte sodann seine Ausfüh­rungen in Rationalisierung des einzelnen Betriebs, Rationalisierung im Hinblick auf die Zusammen­fassung der Betriebe und Rationalisierung der menschlichen Arbeitskraft. Der Vortragende führte die Zuhörer zunächst in die Zeil der Inflation zu­rück, wo man, statt an technische Vervollkommnung 3u denken, große Industriebauten errichtet habe ufro., fo daß heute der Produktionskörper meist zu groß und die Preise überteuert seien. Die Unternehmer könnten daher im Ausland nicht mehr konkurrieren Diesem Uebelstand sollte durch Abbau der Löhne und der sozialen Lasten, sowie durch Verlängerung der Arbeitszeit abgeholfen werden. Leider werde aber durch Lohnabbau die Kaufkraft im Jnlande immer mehr geschwächt Redner schildert dann eingehend die Auswirkung der Rationalisierung der einzelnen Betriebe, er erläutert Beispiele, bei gleicher Pro­duktion die Zahl der Arbeiter auf ein Drittel herab­gesetzt, unter gleichzeitiger Erhöhung der Löhne dcr Weiterbeschäftigten. Weiter beschäftigte sich der Bor- tragenbe eingehend mit der Rationalisierung-er kaufmännischen Betriebe, wo teilweise schon mit der Einführung von Akkordarbeit Versuche ungeteilt würden. Man wolle, ähnlich wie in Amerika, auch in Deutschland alles schematisieren und typisieren, vergesse aber ganz, daß Deutschland zu arm an Roh­stoffen sei und deshalb in erster Linie. Wert gut

Herstellen muffe. Deutschland mülle sich bet feinen Erzeugnissen auf das Volksempsinden des bett. Lan­des cinftcQcn. Zur Rationalisierung im Hinblick auf die Zusammenfassung der Betriebe erläuterte Red­ner die Bestrebunaen des verstorbenen Industriellen Stinnes, den gesamten Produktionskörper unab­hängig zu machen, was sich aber als undurchführ­bar erwiesen habe. Heute versuche man den Zu- sammenschluß gleichgearleter Betriebe (Stahltrust, Farbenkonzern ufro.). um durch Einwirkung auf die Preisgestaltung, Abbau und Gehaltskürzungen Bor­teile zu erzielen. Redner weist eingehend auf die Gefahren dieser Maßnahmen für die Kaufmanns- mHilfen hin, die nach Erreichung eines bestimmten Alters kaum noch Aussicht auf Beschäftigung hätten. Auch der Handel habe eine wesentliche Umstlleung erfahren. Man versuche, teilweise den Großhandel völlig auszuschalten, der Kleinhandel werde durch Kaufhäuser und Konsumvereine wesentlich bedroht. Dasselbe gelte auch von den Filialbetrieben, bei denen die Angestellten lediglich nur als Warenver- teiler fungierten und jede schöpferische Tätigkeit lahmgelegt sei. Es sehle in derartigen Geschäften an der geistigen Anteilnahme der Ängestellten an dem Vorwärtsstreben des Kaufmanns, auch lasse die Ausbildung in derartigen Betrieben viel zu wünschen übrig; ein Vorwärtskommen sei infolgedessen nicht möglich. Redner bcfdjäftigt sich bann eingehend mit der zutage getretenen Ueberfpannung des Sportge­dankens und der Verherrlichung der Sportrekorde, die eine wesentliche Ablenkung.der in der Berufs­ausbildung Stehenden zur Folge habe. Wenn auch die Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreicht habe, so bestehe immer noch die Arbeitskrise in 'vollem Umfange. Daher sei es doppelt notwendig, daß auch die Kaufmannsgehilfen ihrer weiteren Ausbildung die erforderliche Beachtung schenken. Der Vortra­gende kommt dann auf die Forderungen des DHV. beim Reichstag und die Erfolge bei der hessischen Regierung bezüglich der Lchrlingsfrage zu sprechen und weist zum Schluß noch darauf hin, daß die durch dic Rationalisierung erzielten Gewinne nicht für die Unternehmer verwendet werden dürsten, sondern zur Senkung der Preise und Erhöhiing der Löhne und Gehälter, damit die Kaufkraft erhöht, der Umsatz ge­steigert und dadurch auch die Prodiiktion gesteigert werde.

* Auftrieb auf dem heutigen Frank­furter Schlachtviehmarkt: 1 Kuh, 708 Kälber, 1113 Schafe und 536 Schweine.

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Freitag, ö. 5. November 1926

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In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Vereinigte Weinbrennerei und'örjabiUen, Ge­sellschaft mit bcschräntter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Durch Beschluß der GeseUschastcrversarnmlung Dom 8. Oktober 1926 ist die Gesellschaft aufgelöst. Siegmund Hammerschlag in Gießen ist zum Liquidator bestellt.

Gießen, den 23. Oktober 1526. 9062C Hessisches Amtsgericht.

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3n unser Handelsregister ist heute unter Abt. B Ar. 47 der Spar- unb Dorschußverein Altiengesellschaft in Großen-Linden eingetragen worden. Die Gesellschaft hatte bisher unter der Firma Deutsche Levantebank Alticn. gesellschaft ihren Sih in Hamburg. Der Vorstand besteht aus Landwirt Ludwig Kehler VII. in Großen-Linden, Direktor, Landwirt Wilhelm Kehler I. in Großen- ßinben, Rechner, Landwirt Georg Dem II. in Großen-Linden. Kontrol­leur. § 1 und 15 der Satzungen sind durch Beschluß der Generalversamm­lung vom 26. 2lpril 1926 geändert, § 30 bis 32 der Satzungen sind ge­strichen. 9063C

Giehen, den 27. Oktober 1926.

Hessisches Amtsgericht.

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