oer Abbruch de- alten Bauwerks vorgenommen. Schließlich wird mit der Montage einer eifernen Drücke, an Stelle der Hilfskonstruktionen. die neue Ueberführung vollendet. Als Zeitpunkt der Fertigstellung wird der 1. Oktober genannt.
Das Mischen des Detonmaterials geschieht mittels einer neuzeitlichen Mischmaschine, das Einbringen aus Gleisen, die durch den Bahndamm hindurchgelegt sind. Das Dauwasser muhte mit einer provisorischen Wasserleitung aus 400 Meter Entfernung herbeigehvlt werden.
Die Erd- und Detvnarbeiten werden von der Firma Baugeschäft Martin Abermann in Dieben ausgesührt, die Eifenkonstruktion der neuen Drücke wird von der Firma Hilgers in Rheinbrohl geliefert.
Damit der Eisenbahnbetrieb jederzeit wirksam gesichert ist, wird die Baustelle Tag und Rächt scharf überwacht. Die Züge dürfen die ilnüwiu stelle nur mit einer Stundengeschwindigkeit von 20 Kilometer passieren.
Vornotizen.
— lageskalendcr für Samstag: Artlllerie-Bcrein: 8.30 Uhr, „Hessischer Hof", Mo- natsoersammlung. — Marine-Verein: 8.30 Uhr, Dereinslokal, Monatsversammlung. — Erste Reichs- kurzschriftgesellschaft „Gabelsberger": 8.30 Uhr, -tobt Lich", Versammlung. — Elsaß-Lothringer: 8.15 Uhr, Hotel Köhler, Monatsversammlung. — ^Geflügel- und Vogelzuchtoerein: 8.30 Uhr, „Pfälzer Hof", Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Tragödie einer Entehrten". — Palast-Lichtsoiele, Kirchenplatz: „Pat und Pata- chon auf der Weltreise" und Gastspiel der Darsteller. — Astoria-Lichtspiele: „Mut Monty, es wird schon schief gehen".
— Tageskalender f ü r Sonntag: Bienenzüchter-Verein: 3 Uhr nachmittags, Frankfurter Straße 81, Versammlung. — Schützenverein: 4 Uhr nachmittags, Freiflug-Preisschießen. — Lichtspieltheater wie Samstag.
— Gabelsberger Stenographen- Derein von 1861 und Damenverein ..GabelSberge r". Am nächsten Montag, 6. September, abeirds 7 Uhr, im Kaufmännischen Dereinshaus, Eröffnung eines Anfängerlehr- gangS in der deutschen Einheitskurzschrist. (Siehe gestrige Anzeige.)
rg. Vom Einsammeln der Heilkräu- ter a l s H a u s m i t t e l. Für das Einsammeln der Heilkräuter ist der Zeitpunkt maßgebend, wo die wirksamen Stoffe der Pflanze am reichlichsten zur Ausbildung gekommen sind. Dies ist bei Blü> ten kurz vor oder nach dem Aufblühen, bei Kräutern und Blättern kurz vor oder während der Blüte der Fall, Wurzeln werden je nach Art im zeitigen Frühjahr oder im Herbst gegraben. Als beste Tageszeit gilt der Vormittag, nachdem der Tau abgetrocknet ist. Man sammelt nur an warmen, trockenen Tagen. Kräuter, die nach anhaltendem Regen oder eucht eingesammelt wurden, sind wenig gehaltreich, chimmeln leicht und verderben. Wildwachsende Pflanzen sind heilkräftiger als solche, die im Garten wuchsen, und solche von sonnigen Standorten besser als andere, die im Schatten wuchsen. Im Volke gilt die Zeit zwischen den Frauentagen, Maria Himmelfahrt, 15. August, und Maria Geburt, 8. September, als besonders günstig .zum Einsammeln von Heilkräutern. Im Monat September können eingesammelt werden: Die Wurzeln von Arnika und Attich oder Stauden- hollunder, Augentrost, Baldrianwurzeln, Beifuß, Bibernelle, Birkenblätter, Eibischwurzeln, Engelwurz, Ehrenpreis, Eschenblätter, Faulbaumrinde, FieberNee, Gänsefingerkraut, Gundelrebe, Hagebutten, Heidekraut, Heidclbeerblätter, Hirtentäschel- traut, Huflattich, Kamille, Kalmuswurzeln, Lavendel, Leinsamen, Majoran, Ressel, Quendel, Rain- farn, Ringelblume, Salbeiblätter, Schafgarbe, Spitz
wegerich, Tausendgüldenkraut, Wacholderbeeren, Wegetritt, Zinnkraut.
* Der Rechnungsdirektor beim Landeskirchenamt, Otto Rothermel 3u Darmstadt, wurde auf fein Rachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt.
" S in rudersportlich cS Ereignis kann man morgen Dormittag 9 älhr und nachmittags 5 Uhr an der Lahn beobachten: den Städt e- Achter - Wettkarnpf Gießen- Wetzlar. Vormittags findet das AusscheidungS- rennen der beiden Gießener Vereine statt, am Nachmittag ist der Entscheidungskamps zwischen dem am Vormittag erfolgreichen Gießener Verein und den Wetzylarer Vertretern. Der Start ist am Felsen, das Ziel am Bootshaus der Ruder-Gesellschaft. Eintrittsgeld wird nicht er- hoben.
** Die Maul- und Klauenseuche in Gießen. Das Polizeiamt teilt auf Veranlassung deS Kreisamts mit: Infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in dem Gehöft des Josef Stern in Gießen, Rodheimer Straße 42, wird Gießen rechts der Lahn zum Sperrgebiet Imb links der Lahn, sowie die Gemarkung Heuchelheim zum Deobachtungsgebiet ctflärt.
** Der Konsumverein Gießen verlegt, wie er im heutigen Anzeigenteil bekanntgibt, seine Derteilungsstelle in der Frankfurter Straße in den vorderen Eckladen, Ecke Klinik- und Frankfurter Straße. Der Verein hat vor kurzem das Haus erworben und war dadurch in der Lage, einen modernen Laden einzurichten. Weiter beabsichtigt der Verein, wie er uns schreibt, vom 12. bis 19. September im Saalbau Sauer eine Warenausstellung mit Erzeugnissen des Vereins und der Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine oorzunehmen. Dabei soll auch der Film der Großeinkaufsgesellschaft vorgeführt werden.
** (Ein Fahrraddieb. Gestern nachmittag wurde im Hofe des Gaswerks ein Fahrrad gestohlen. Als Täter wurde ein Handwerksbursche ermittelt, der mit dem Rad in der Richtung nach Marburg daoongefahren war. Durch sofortige Verständigung der Polizeiverwaltung in Marburg gelang die Festnahme des Täters und die Sicher- fteming des Rades.
* Ein Ob st verpackungslehrgang findet am 14. und 15. d. Mts. an der Hess. Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft in Friedberg statt. Schulgeld wird nicht erhoben, den Teilnehmern kann sogar noch eine Fahrgeldvergütung gewahrt werden. Interessenten mögen die heutige Bekanntmachung im Anzeigenteil beachten.
" Herb st- Meisterprüfungen. Wie die Handwerkskammer mitteilt, finden in diesem Jahre auch im Herbst Meisterprüfungen statt. Anmeldungen müssen bis zum 30. d. Mts. erfolgen.
** Eine Tagung des Hess. Handwerks- und Gewerbeverbandes findet am kommenden Dienstag in Mainz statt. Die Tagung soll eine machtvolle Kundgebung des gesamten Handwerks werden.
** D i e Männer- und Frauenoer. einigung der Markusgemeinde hielt am Donnerstag einen gut besuchten Vortragsabend im Markusfaal ab. Kreisschulrat Fischer, der Vorsitzende der Männeroereinigung, berichtete in seinem Vortrag „Eltern, Lehrer und Kinder in gemeinsamer Schularbeit" über einen Besuch der Veriuchsschule in Bremen und stellte in interessanten Ausführungen das oft überraschend Reue dieser Schulart der seitherigen Unterrichts- und Erziehungspraxis gegenüber. Durch Schilderung von Einzelbildern erhielt man einen lebendigen Eindruck von dieser Schulgemeinschaft, die ganz auf Freiwilligkeit eingestellt ist oder auf Freiheit durch selbstgewählte
Autorität. Wenn auch manches in der unterricht- lichen An nicht ausreichend fei, so sei dagegen in erziehlicher Beziehung doch manches Gute, das ernstliche Beachtung verdiene und für Weiterarbeit verwendbar fei. Als charakteristisch für diese neue Versuchsschulc wurde von dem Vortragenden auch die Inschrift über dem Eingang genannt: „Wir, nicht ich!", wahrlich eine gute Parole in unserer vielzerrissenen Gegenwart.
" Das 4. Sonderkonzcct unserer Reichswehrkapelle unter der Leitung von Obermusikmeister Gober fand am Donnerstagabend auf der „Liebigshöhe" statt. Das Programm (für Streichmusik) bot reiche Abwechslung und wurde von der Kapelle in trefflicher Weise zum Vortrag gebracht. Die Darbietungen sanden lebhaften Beifall so daß verschiedene Einlagen gegeben wurden. Besonderen Anklang fanden u. a. die große Fantasie aus den „Meistersingern", die Paraphrase über das „Heidenröslein", do- Potpourri aus der Oper „Die Jüdin" und vor allem auch der Ostseewellen-Walzer (komponiert von Obermusikmeister W. Gober). Der Abend, der vom Wetter außerordentlich begünstigt war, bot den Besuchern einige Stunden angenehmer Unterhaltung.
*• Palast-Lichtspiele. Zur Zeit kommt hier ein neuer luftiger Pat- und Patachonfilm zur Vorführung. „Pat und Patachon auf der Weltreise". Die beiden Welt bum mler betätigen sich diesmal als Schatzsucher und kommen bei ihrer Reise u. a. auch nach Paris unb Pisa. Der Film zeigt in einer vorzüglichen Aufnahme auch den berühmten „schiefen Turm" von Pisa. Das Lustspiel, das sich durch vorzügliche landschaft- liche Aufnahmen besonders auszeichnet, hält durchweg gutes Niveau. Nach Schluß des Films traten zwei Darsteller auf, die die bekannten Filmsiguren trefflich verkörperten und von den zahlreichen Besuchern mit lebhaftem Beifall empfangen wurden. Sie traten im Anschluß an den Film als Wanderfahrer auf und fanden recht beifällige Aufnahme.
Preußen.
Obcrlahnkrcis.
0 Gröoeneck, 3. Sept. Bei prächtigem Wetter sanden die Reichsjugendwettkämpfe für die Orte Ahausen, Drommershausen, Gräveneck, Löhnberg, Niedershausen, Obershausen und Selters auf dem Turnplatz des Turnvereins Löhnberg unter der Leitung des Kreisjugendpflegers, Lehrer Velten, statt. Der Leiter richtete an die Kinder beherzigenswerte Worte über die Bedeutung dieser Wettkämpfe für den einzelnen und das Volksganze. Die Beteiligung an der Veranstaltung war sehr rege. Die Kämpfe wickelten sich flott ab, so daß schon gegen 5 Uhr nachmittags die Siegerverkündung erfolgen konnte. Knaben und Mädchen zeigten in sämtlichen Altersklassen hervorragende turnerische und sportliche Leistungen.
0 Villmar, 3. Sept. Beim Dreschen auf dem Felde entstand in unserer Gemarkung ein Brand, dem etwa 15 hohe Strohhaufen zum Opfer fielen. Die Dreschmaschine und die Strohpresse wurden durch das Feuer stark beschädigt.
Kreis Westerburg.
Vom Westerwald, 3. Sept. Mit der Grummeternte wird hier bereits allenthalben begonnen. Der Grasschnitt ist im allgemeinen gut. Hoffentlich hält die augenblicklich günstige Witterung an, damit auch das Getreide, das jetzt schnell nacheinander abgemäht wird, trocken unter Dach und Fach gebracht werden kann. Die Aussichten auf die diesjährige Kartoffelernte sind nicht besonders gut. Brachten schon die Frühkar
toffeln wenig Ertrag, da sie vielfach von einer Pilzkrankheit heimgesucht waren, so scheint es mit den späteren Sorten nicht besser zu flehen. Was bis jetzt geerntet wurde, zeigte meist reichen Be- Hang, doch waren die Kartosseln durchweg lehr klein. Manche Felder weisen pudern starke Fäulnis auf.
Tbcrwesterwaldkrels.
& Marienberg, 3. Sept. Die Hebung und Förderung des Fremdenverkehrs war der Kernpunkt einer Versammlung des Westerwaldoereins. Es wurden die besonders beachtenswetten Schönheiten Mattenbergs, die wohl dazu geeignet wären. Fremde anzuziehen, vom Vorsitzenden geschildert und bann beschlossen, unter Mithilfe der interessierten Kreise die Sehenswürdigkeiten schöner zu gestalten. Als besonders anziehend wird die historische Marienquelle, die mit herrlichen Anlaaen umsäumt ist, angesehen: ferner das von mächtigen Buchen- und Tannenwäldern überschattete romantische Nistertal, da« wohltuende Erholungs- und Aufenthaltsstätten bietet, der große und der kleine Wolfsstein usw. Schaffung von Privatpensionen, Bereitstellung von Fremdenzimmern, die Renovierung und geschmackvolle Ausgestaltung der Häuserfronten zur Verschönerung des Straßenbiwes sind weitere Vorbedingungen zur Verwirklichung der Absicht, Marienberg als Luftkurort und Sommerfrische weiter auszubauen.
Diükreis.
WSN. H a i g e r, 3. Sept. Im Walzwerk der Grube Halbach fanden heute früh Arbeiter beim Antritt der Frühschicht den in der Aufbereitungsanlage beschäftigten jugendlichen Arbeiter K r e n z e r aus Donsbach mit klaffenden Halswunden am Boden liegend vor. Scheinbar wurde St von der Transmission der schweren Maschine ersaht und der Körper mehrfach herumgeschleudert, wodurch der eine Oberschenkel gebrochen, die Kinnlade zurschmettert und der Kehlkopf blobgelegt worden ist. Außerdem war ein doppelter Schädelbruch festzustellen, der nach kurzer Zeit für den Bedauernswerten den Tod zur Folge hatte.
bl. Eibelshausen, 3. Sept. Die evang. Kirchengemeinde ist gegenwärtig mit dem Umbau einer Scheune zur Kleinkinderschule beschäftigt. Der Saal geht seiner Vollendung entgegen. Wenn die noch fehlenden Baugelder in Höhe von etwa 3000 Mark bald herbeigeschafft werden, wird das Haus noch vor dem Winter fertiggestellt fein. Ein schöner Spielplatz für die Kleinen umgibt das Gebäude.
Kreis Usingen.
—!— Weiperfelden, 3. Sept. Unser Ge- birgsdörfchen ist noch eins der wenigen im Kreise Usingen, das keine Wasserleitung besitzt. Mehrfach fanden schon Versuche mit der Wünschet- rute statt, die aber fast ergebnislos verliefen. Auch jetzt wieder wurden Wünschelrutengänge unternommen, bei denen man auf einige, allerdings nicht bedeutende Wasseradern stieß. Hoffentlich gelingt es bald, eine günstig gelegene wasserreiche Ader zu finden, damit unser Dorf den Bau der schon lange ersehnten Wasserleitung in Angriff nehmen kann.
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