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Spandau '660, totrb es daher keineswegs leicht haben. Die Spandauer konnten bereits 1921 und 1922 den deutschen Meistertitel erringen. Zur Zeit befinden sie sich in so guter Verfassung, daß sie mit mindesten- den gleichen Aussichten wie Rastatt in den Kampf gehen.
Die Meisterschaftskämpfe der D. T. im Fuß- hall sind noch jüngeren Datums, doch mehr als 1500 Mannschaften sind bereit- an den Pflichtspielen beteiligt. Da- diesjährige Endspiel sieht M.T B. Fürth—Hamburg-Rothenburgsorter T.V. im Kampf Den Süddeutschen dürste der diesjährige norddeutsche Meister Rothenburgsorter 2.03. grvhen Widerstand entgegensetzen. Dafür Verden schon Rothenburg- Mittelstürmer- und Mittelläufer sorgen, die sich zudem auf die Hintermannschaft verlassen können
Hin spannender Qterlauf wird wie in den ' Bor- und Zwischenrundenfpielen erst recht von .J-en Endspielen erwartet werden können
Vom Südwesldeutschen Turn- verband.
Jugendtreffen im Offenheimer Wäldchen.
Am 6. Juni d 3. findet im Offenheimer Wäldchen, angcfichts des Ehrenmales der im Weltkrieg gefallenen Turner des GaueS Wetterau. das erste Jugendtreffen des Süd- Vestdeutschen Turnverbandes statt. 03on den 130 Vereine. die dem Qkrbanbe angehören. Verden etwa 500 jugendliche Turner und Turnerinnen erwartet. Olm Samstag nachmittag Empfang der auswärtigen Turner und Turnerinnen. Die Turnvereine von Friedberg-Fauerbach. Dorheim. Dauernheim, Ossenheim, Altenheim und Rieder • Florstadt geben den Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die schon am Samstag an- kommen müssen, Quartiere. Am Sonntagmorgen versammeln sich alle Turner und Turnerinnen nnd alle Freunde der Turnerei am Bahnhof Friedberg, um gemeinsam, mit dem Posaunenchor Klauberg an der Spitze, nach dem Osscnheiiner Wäldchen zu marschieren. Sofort nach Ankunft in dem Wäldchen beginnt das Welturnen. 2£m Rachmittag um 2 Uhr wird am Westausgana von Ossenhc.m ein Festzug aufgestellt, der sich durch die Hauptstraße des Ortes nach dem Wäldchen bewegt. Aach Ankunft des Festzuges finden Massenubungen statt. Um 5 Tlhr ist Preisverteilung.
V. s. B.
(-) Kommenden Sonntag fährt die Liga- Mannschaft nach Wetzlar zum dortigen F. E. 0 5, um noch vor der großen Fußball- sperre bestehende Rückspielverpflichtungen einzu- lösen. Das Borspiel wurde auf hiesigem Platze vom 03. f. 03. mit 4:0 gewonnen. Es war da- erste Spiel des neugebackenen Lahnkreismeisters. Es «st zum mindesten fraglich, ob D. s. B. das Spiel gewinnt, da die Mannschaft eine Olcu- aufftcllung erfahren hat, von der man nach dem Spiel erst sagen kann, ob sie die richtige ist. P i 1 s ch soll den Posten des Mittelläufers einnehmen. der durch die Disqualifikation K r e ß I. verwaist ist. Für H a u s r a t h, dessen Leistungen in letzter Zeit stetig zurückgingen. ist Köhler, 6er sich schon einmal als Läufer sehr gut 6c- trährte. aufgestellt. Böckler, der seit einigen Wochen dienstlich verhindert war. wird seinen Platz -wischen den Pfosten wieder ein- nehmen; dagegen ist der alte Kämpe Bick- Hardt noch in Urlaub und wird durch den in guter Form befindlichen Post erseht.
Die Zweite hat sich die 2. Mannschaft des 2.1R Butzbach hierherverpflichtet.
Mit der Liga führt auch die Dritte nach Wetzlar, um der gleichen des F. E. das fällige Rückspiel zu liefern. Das Borspiel gewann sie hoch mit 7:1. Der Sieg, wenn auch nicht in dieser Höhe, dürste ihr auch diesmal wieder sicher sein.
Die 3a - M a n n s ch a s t tritt in Lollar gegen dessen Erste an. Hier lautete das vorige Resultat 0 0.
Die beiden Iugendmannschaften fahren ebenfalls nach Wetzlar, um Gegner der Ougend deS F. C. zu fein.
Für die 1. Schülermannschaft war mit Lollar ein Spiel abgeschlossen worden, davon dort zum Leidwesen der Kleinen aber abgesagt wurde.
Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund.
£ Aach Beendigung der Dorrunde der 03er- bandSsprele treten für die Sommermonate die Dc- sellschastSsptele in ihre Rechte. Okur in der zweiten Klasse surd, durch Rachmeldungen veranlaßt, noch einige Punktspiele auSzutragen.
3n Gießen treffen sich am Sonntag die ersten Ollannschaften Gießens und W i e s e ck S zu einem Freundschaftsspiel. Beide Mannschaften bieten alle BorauSsctzungen für ein einwandfreie- und gutes Spiel.
Lollar und Marburg lassen ihre ersten Mannschaften auf dem neuer bauten Lollarer Sportplatz antreten, beide Mannschaften werden sich wohl ein ausgeglichenes Spiel bieten.
Gießen schickt zwei Mannschaften -um Kampf um die Punkte auf den grünen Rasen. Am Samstagabend spielt die -weite Wannschast gegen die zweite Wetzlars leine Reugründung!), und am Sonntag trifft die 2a-OHann- schäft mit der -weiten WieseckS auf dem Wiesecker Sportplatz zusammen.
Heuchelheim läßt nur seine Jugend in einem Gesellschaftsspiel gegen die Jugend Alten- Bus eck S spielen, woselbst sich ebenfalls der Fußball einzubürgern beginnt.
3m Reiche.
Rasensport:
do. 3m Fußball nehmen die beiden Dor- schlußsoiele um die D. F. B.-Meisterschaft in Berlin und Düsseldorf das weitaus größte Interesse in Anspruch. Daneben gibt es Gesellschastsspielc, u. a. l.F.C. Nürnberg—Tennis-Borussia Berlin. Dienna (Wien) weilt in Berlin. Repräsentativspiel Mittel- schlesien—Oberschlesien in Beuchen. Ajax (Holland) spielt in Süddeutschland. Westfälisches FußbaU- turnier unter Beteiligung norddeutscher und süddeutscher Mannschasten in Drensteinfurt. Fußball- Länderspiel Tschechoslowakei — Ungarn in Budapest. Tschechoslowakei — Polen in Warschau.
Die Fuß- und Handball-Mei st er- schaften der Deutschen Turnerschaft werden in den Endspielen in Ulm entschieden. Die Deutsche Hochschul-Meisterschaft in Handball wird zwischen T. H. Karlsruhe und Universität Breslau in 5)alle ausgetragen. Hand- ball-Repräsentativspiele. Tennis-Turniere in Berlin, Dresden, Erfurt, Darmstadt, Köln, Kiel.
Leichtathletik und Turnen:
Die internationalen Leichtathletik-Wettkämpfe des S. E. Charloitcnburg werden zum erstenmal franzÖsisci)e Leichtathleten in Deutschland am Start sehen. Bezirksmeisterschaften im Reich. Nationale Veranstaltungen in Danzig (Schupo), Merseburg, Einweihung der Dortmunder Kampfbahn. Internationales Laufen und Gehen „Rund um Erfurt". Zugensportfest in Berlin.
Reichsoffene Turner • Wettkämpfe finden in Speyer statt.
Schwimmen:
Der kommende Sonntag bringt im Schwimmsport nicht weniger als vier oerbandsoffene Schwimmseste, von denen Stern Leipzig die Haupt- entscheidung bringen wird. 3n Westdeutschland versammeln sich die Besten beim Poseidon Köln. Aus Anlaß seines Zubiläums bringt der Dresdner Po- seidon eine ausgezeichnete Besetzung seiner Wettkämpfe, die besonders bei den Damen bedeutende Entscheidungen bringen werden. In Magdeburg versammelt sich der Nachwuchs beim Berbands- offenen des S. C. Poseidon. 3n München-Gladbach findet man sich zur Eröffnung des neuen Schwimm- stadions zusammen. Alsdann ist noch das verbands- offene Wettschwimmen des Offenbacher S. B. 96 gemeldet.
TBafferfporf:
Ruderregatten finden in Berlin, Rüffels- heim, Worms. Trier, Emden, Magdeburg und Dresden-Kötschenbroda statt.
Kanu-Veranstaltungen sind: Früh- jahrsregatta des Berliner K. R. V., Kreisregatten in Mannheim. Hannover und Görlitz. Kanu-Segelregatten in Leipzig, auf dem Rhein Köln-Düsseldorf; Sächsische Schweiz-Regatta.
Radsport:
Bahnrennen finden statt in Aachen. Berlin, Breslau, Dresden. Ein Länderkamps Holland- Deutschland gebt in Köln vor sich. Frankreich bringt bie Stehermeisterschast über 100 Km. und die Fliegcrmelsterschast über 1 Km. zum Austrag. Zn Magdeburg wird die Preußen-Meisterschaft der
Steher entschieden. Weitere Bahnrennen sind vor- gesehen in Bochum. Bonn, Mor», M.-Gladbach, Nürnberg und Kassel. An Radfernfahrten sind zu nennen: Großer Opel-Preis der Lausitz (D. R. U.), Großer Straßenpreis von Mannheim. Berlin — Angermünde—Berlin, Rund um bie~ Altmark, der Diamantpreis von Braunschweig, Forst—Kohlo— Briesnigk—Forst, der Große Straßenpreis Kem- Sen—Cleve, der Große Westfalenpreis, Berlin— relchow—Berlin, Paris—Brüsiel. 3n Mailand geht die Fernfahrt Rund um Italien ihrem Ende entgegen.
Motorsport:
In Westfalen kommt das Hohenfyburg-Rennen zur Entscheidung. Weiter sind vorgesehen: das Lückendorser Bergrennen bei Zittau, die Schlußetappe der Norddeutschen Zuverlässigkeitssahrt zum Ziel in Hannover, die Bergprüfung Bockau—Jäger Haus bei Zwickau, eine Bergprüsungsfahrt bei Weimar. 24.Stunden-Mannschafts.Motorradrennen in Köln, Bahnrennen in Pfarrkirchen, das Fanö- rennen in Dänemark. Motorrad-Zuverlässigkeits, fahrt Wernigerode (Harz)—Warn.'münde und eine holländische Zuverlässigkeitssahrt durch Westdeutsch- land um den Dumonceau-Pokal.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
f. Klein-Linden. 3. 3unt Unser Ort leidet infolge des lebhaften Durchgangsverkehrs von Autos aller Art an großer Staub- plage. 3m Sommer ist es für die Anlieger der befahrenen Straßen unmöglich, auch nur ein Fenster zu öffnen, ohne Gefahr zu laufen, daß in den Häusern alles verstaubt wird. Selbst bei verschlossenen Fenstern macht sich die Plage bemerkbar. Am diesem Aebelstand nun abzuyelsen. plant die Kreisstraßenbauverwaltung, die durch den Ort führenden Kreisstraßen mit einer Teer- slüssialeit zu tränten, welche Maßnahme die Staubentwicklung verhindern soll. Zur Auspro- bicrung ist bis letzt ein kleines Straßenstück mit diesem Aufguß versehen. Die Straßendecke wird dadurch wohl gebunden, aber die Flüssigkeit selbst bildet auch eine stete Gefahr für die Fußgänger und Radfahrer und deren Kleider, besonders dann, wenn wochenlang infolge Regens die Teerpsützcn in den Löchern auf den Straßen und Rinnsteinen stehen, wie in der Frankfurter Straße bei den Genossenschaftshäusern. Erwünscht wäre also eine vorherige Auffüllung der Stratzen- löcher, damit die Pfützen verhütet werden. Die Gemeinde soll zu den Kosten mitbeitragen; ein diesbezüglicher Antrag steht in der heutigen Gemeinderatssihung mit auf der Tagesordnung.
* Langgöns, 4. Juni. Am 5., 6. und 7.Juni hält der Gesangverein Germania, der unter der Leitung des Musiklehrers Leib (Gießen) sieht, sein 3 5. Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe und Gesangswettstreit, ab. Das Musikchor des 1. Btls. Inf.-Regts. 15 zu Gießen ist zur Mitwirkung gewonnen. An dem Wettsingen werden ungefähr 800 Sänger teil- nehmen.
r. Grüningen, 2. 3uni. Am Sonntag feierte der Gesangverein „Eintracht" (Leiter Lehrer Marsteller. Watzendorn- <5teinberg) ein mit Fahnenweihe verbundenes ©ängerfeft. Zahlreiche Gesangvereine aus der näheren und weiteren Umgebung hatten sich hierzu eingefunden. Rach einem stattlichen Festzuge durch die sestlich geschmückten Straßen fand eine schöne Feier auf dem Festplatze statt. Der Gesangverein ..Eintracht" begrüßte die Festversammlung mit einem Liede. Rach einer kurzen Begrüßungsansprache durch den Bereinsvorsihenden Adam Buß hielt ein geborener ©rüninger, Lehrer Fay. Göbelnrod, eine schwungvolle, mit großem Beifall aufgenommene Scftrebe. Mit einem finnigen, ausdrucksvoll vor- getragenem Gedichte überreichte bann Frl. Maria Bender dem Fahnenträger die schöne Fahne. Bon den Frauen und Jungfrauen des Ortes wurde dem O3e reine eine kunstvoll gestickte Fabnenschleife überreicht. 03erschönt wurde die eindrucksvolle Feier durch gut vorgetragene Lieder der eingeladenen Bcreine, die dabei bewiesen. daß ihr gesangliches Können auf hoher Stufe steht.
£ Wieseck. 4. Juni. Wie schon gestern kurz gemeldet, kam es auch in der letzten Sitzung des Gemeinderats nicht zu der angelegten Beratung desBoranschlags für 1 926. 3n einem früheren Bericht hatten wir den
Sachverhalt in dieser Angelegenheit bereits bargelegt sodaß es sich erübrigt, hieraus nochmaleinzugehen 3n der Aussprache über diesen Punkt wurde zunächst betont, daß der Gemeinderat die angeführten Gründe über bie Richtausführung des fraglichen GemeinderatSbeschlusseS nicht anerkennen könne. Einmal sei bie Bekanntmachung, wonach sich diejenigen, die bie Sondersteuer er- lassen haben wollen, auf her Bürgermeisterei melden sollen, am gleichen Tage erfolgt, an dem den Gemeinderatsmitgliedern da- Schreien des Bürgermeisters zugestellt wurde, in dem er bie Richtausführung des Beschlusses mitteilte. Bon dem Tage des Beschlusses dis dahin habe eine Frist von mehr als einer Woche gelegen, es sei also der angegebene Grund der Arbeitsüberhäufung noch nicht vorhanden gewesen. Bezüglich des zweiten Punktes wurde festgestellt, daß für den Volksentscheid die bereits vorhandenen Wählerlisten Verwendung finden, also auch diese Entschuldigung nicht mehr stichhaltig sei. Weiter wurde betont, daß es ein Ding der Unmöglichkeit ist. rechtmäßige Beschlüsse einfach auszusetzen, hierzu könne eine öffentliche Körperschaft schon allein auS Prestigegründen niemals ihre Zustimmung geben. Der Beschluß des Demeinderats sei nicht aus Mißtrauen gegen den Bürgermeister . zustandegekommen, sondern weil es der Gemeinde- rat mit der Beratung beS Voranschlag- ernst nehmen wolle; cS sei dies nicht eine bloße Formsache. Zur Durchführung dieses Vorhaben- sei notwendig daß der Voranschlag den Gemeinbe- ratSmitgllebern in der gewünschten Form zu- gängig gemacht werde. Der Antrag, die 05era- tung des Voranschlags abermals auSzusetzen und dem Bürgermeister aufzugeben, für bie Vervielfältigung und Verteilung an die einzelnen De- meinberatSmitglieber besorgt zu fein, sank) abermals die Zustimmung sämtlicher Gemeinderat-- mitglieber. Rur der Beigeordnete sttmmte dagegen, da er in der Stellungnahme deS Gemeinderats ein Mißtrauen gegen den Bürgermeister er- - blickte. Da nun der Bürgermeister erklärte, den ' Beschluß auch jetzt nicht ausführen zu wollen, ist vorläufig keine Möglichkeit abzusehen, bah . die Gemeinde in nächster Zeit zu einem georb- i neten Haushaltsplan kommt. — Zum nächsten Punkt, Kreditgenehmigungen, erteilte der Gemeinderat seine Zustimmung, da es sich um längst beschlossene Ausgaben und Olottoenbig- feiten handelt. - Bezüglich der Vergebung ' einiger freier und demnächst frei- werdender Wohnungen soN die Wohnungskommission innerhalb 8 Tagen dem Gemeinderat entsprechende Vorschläge machen. — Rach einer schriftlichen Mitteilung der Erwerbslosen an den Gemeinderat gibt es bei der Durchführung des letzten GemeinderatSbe- schlusses, wonach an die besonders bedürftigen Erwerbslosen Sonderzuwendungen in Höhe eines Wochenunterftühungsfahes gewährt werden sollen, Schwierigkeiten. Zu deren Behebung soll die Armenkommiifion, Oer die Prüfung der Bedürftigkeit zugewiesen war, durch zwei von den Erwerbslosen beftimmte Erwerbslose verstärkt werden, um auf diese Weise eventuell bot- kommende Tlngerechtigkeiten zu vermeiden.
' Großen-Buseck. 4. 3uni. Das Fest der Goldenen Hochzeit begehen morgen Wilhelm Wagner und Frau Margarete, geb. Münch. Alte Buseckerweg wohnhaft, bei guter Gesundheit.
: Climbach. 3. Juni. Während in den Tälern das Obst durch den Frost am Anfang des vorigen Monats stark gelitten hat, hat der Frost in unserer etwa 300 Meter hoch gelegenen Gemarkung fast nicht geschadet. Die Rußbäume, die in den tieferen Lagen ihr gesamtes Laub dem Frost hatten opfern müssen, stehen bei uns in fettem Grün und haben bereits gut angesetzt. Die Dirnenernte, namentlich bie von geringeren Sorten, verspricht recht gut zu werden. Auch die Kirschbäume, in unserer Gemarkung sind allerdings nur wenige vorhanden, zeigen gesunden Behang. Die Aepfel haben durch die Larve des Frostspanners in der Blüte bereits stark gelitten, geben aber immer noch eine ganz gute OHittel- ernte. Stachelbeeren und Johannisbeeren hängen ebenfalls recht voll. Sehr gering dagegen wird die Zwetschenerni? Die Bäume zeigen nur ganz i vereinzelt häng: Früchte. — Eine direkt
ideale Ristgelege.^. i bietet unseren gefieberten Sängern bie gut gepflegte, etwa 1,50 Meter breite und gerabe so hohe Fichtenhecke, die unseren Friedhof umgibt. Diese ist so bicht, daß ein menschliches Auge nicht hineinbringen
Der dritte Schutz.
Kriminalroman von Ole Stefans.
3. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Ja, Brentheim — willst du nicht vielleicht doch rod) die Güte haben, mir zu erklären, was das eigentlich bedeutet?"
„Das Loch hier? — Nichts mehr und nichts weniger, als daß in diesem Stamm vor aar nicht langer Zeit noch eine Revolverkugel gesessen hat. lind daß sich heute noch jemand die Mühe gemacht Raben muß, sie herauszuschneiden."
..Wer hat die Kugel abgeschossen?" fragte Kramer zespannt.
Wahrscheinlich derselbe, der sie herausgeholt Hat!"
Und warum hat er sie herausgeholt?"
Was weiß ich? Wayrichelnlich, um niemanden einen Rückschluß von der Kugel auf die Waffe und iamit gegebenenfalls auf ihren Besitzer machen zu lassen."
„Und wer ist das?"
Brentheim sah den Anwalt seltsam an. „Hast du len Mann auf der Anhöhe vorhin erkannt?"
„Nein!"
..Ist dir keine Aehnlichkeit ausgefallen? Erinnert ir dich nicht an jemanden?"
„Nein — ich habe ihn nur ganz flüchtig gesehen, tnb die weite Entfernung hat mir keinen genauen Llick erlaubt!"
„Mir ja auch nicht!" murmelte der Kommissar inb sah auf den Boden. „Ich vermute ja auch nur. Vielleicht sehe ich Gespenster . . . denn das ist ja Lnmogsich!" z
„Was ist unmöglich?"
„Daß der Mann auf der Anhöhe — Racoszy war!"
in.
Die beiden Männer starrten sich schweigend an. Dann sagte Kramer: „Brentheim, ich glaube, du Hast mir viel zu erzählen. Ich will dir gestehen, laß es mir hier an dieser Stelle ein bißchen ungemütlich geworden ist. Weißt du nicht einen Ort, do wir wieder Menschen sehen, etwas zu^ttinken tefommen und miteinander reden können?"
Der andere ließ seinen Blick durch das dichte Gehölz ringsum streifen.
„Ja," sagte er, „es ist schon möglich, daß uns einer auf Schritt und Tritt beobachtet. Doch denke, ich, daß ich anderswo auch in keiner größeren Sicherheit bin als hier. Leider nicht einmal in meinem eigenen Hause, Zudem weiß ich: den nächsten Schuß habe ich nicht zu fürchten . . . Sieh mich nicht so erstaunt an, Kramer. Komm, laß uns gehen — da du es so willst!"
Sie saßen im Freien, in einerWaldwirtschaft, hatten volle Romer vor sich und blickten das Rheintal abwärts. Um Rolandseck boa ein Schlepper, dem der Kommissar mit den Blicken folgte, während er zu erzählen begann.
„Wir wissen, daß Racoszy auf Sonnenburg sitzt. Wir wißen ferner, daß es ihm auf unerklärliche Weise vor einem halben Jahre im Dezember gelang, auszubrechen, daß er aber drei Tage darauf in jämmerlichem Zustand, halb erfroren und verhungert, in der Lüneburger Heide Gendarmen in die Hände fiel. Seitdem sitzt er — scharfer bewacht denn je — wieder im Zuchthaus.
Wenn wir das nicht ganz genau wüßten, gäbe es eine Erklärung für die Vorfälle, die sich hier ereignet haben. So aber tappe ich im Dunkeln von unbestimmten Ahnungen geführt, die mich irritieren.
Ich will heute ein Telegramm nach Sonnenburg schicken — auf alle Fälle!^
„Ich weiß die Antwort im vorausl" sagte Kramer. „Ich habe gestern kurz vor meiner Abfahrt einen Brief von Röder, dem Direktor der Strafanstalt, bekommen. Ich korrespondiere viel mit ihm, indem ich mich von Zeit zu Zeit nach Befinden und Führung einiger alten Freunde von mir erkundige, die dort sitzen. Roders letztes Schreiben bezog sich auf Racoszy. Ich habe es hier."
Er entfaltete es und las:
„Racoszys Führung gibt zu keinem Tadel Anlaß. Doch hat sich sein körperliches Befinden feit seinem Fluchtversuch noch nicht gebeffert. Dir halten ihn seitdem unter strengster Bewachung im hiesigen Lazarett. Er ist noch ebenso entstellt und abgemagert wie bei seiner zweiten Einlieferung, klagt über heftige Kopfschmerzen und scheint zeitweilig an schweren Gedächtnisstörungen zu leiden. Doch nehmen wir an, daß er diese Zustände,
wenn auch nicht fingiert, so doch übertreibt, um sich während der ärztlichen Ueberwachung körper- liche Erleichterungen zu verschaffen . . ."
Brentheim horte, gespannt vorgeneigt, auf jedes Wort. Dann trank er einen Schluck und atmete tief.
„Nun, das ist gut!" murmelte er. „Gut, daß ick das weiß. — Also kann er selbst nicht hier sein.
„Aber wie, um Himmels willen, kommst du überhaupt darauf?"
„Das will ich dir sagen." — Er holte seine Brieftasche hervor und durchsuchte sie, während ihn eine leichte Nervosität zu befallen schien. „Ja, wo zum Teufel, habe ich denn —" Er schlug sich vor die Stirn. „Ich alter Esel! Ich habe den Zettel offen auf meinem Schreibtisch liegen lassen. Ehe wir fortgingen, nahm ich ihn aus meiner Brieftasche, um ihn dir zu zeigen. Nun — es wird sich ja wohl niemand dafür interessieren."
„Was für ein Zettel?"
„Ich erhielt ihn vor acht Tagen. An dem Morgen früh lag ein einfaches weißes Stück Pavier auf meinem Schreibtisch. Niemand wollte wissen, wie es dahin gekommen war. Es stand darauf:
„Zwei Fehlschüsse zur Warnung; der dritte ist der Treffer!"
Nach einer Weile sagte Kramer: „Was für eine romantische Geschichte! — Hattest du abends vorher Besuch?"
„Ja, wie gewöhnlich."
„Wer war bei dir?"
„Mein Gott, die halbe Malerschule, ein Architekt Sandberg, der nach Friesdorf zu in einer Billa wohnt, und Esier, ein Bonner Weinhändler, den ich über Rebenanpflanzung konsultieren wollte. Aber niemand von ihnen kommt in Betracht."
„Wem hast du von dem Zettel erzählt?"
„Don der Inschrift darauf außer dir niemandem."
„Und wieso glaubst du, er stamme von —"
„Ich glaubte zunächst nichts!" unterbrach der Kommisiar eifrig. „Ich lachte darüber und zerbrach mir nicht weiter den Kopf. Nach Tisch fuhr ich wie so oft nach Königswintcr hinüber und ging zum Duchenplatz, wo ich mich meiner Gewohnheit nach an den Fuß jenes Baumes fetzte, den wir vorher inspiziert haben.
Ich war ein wenig eingeschlafen, als mich das scharfe Knacken eines Astes in nicht allzu weiter Entfernung weckte. Kaum aber hotte ich die Augen aufgeschlagen, als ein Schuß krachte und bie Kugel mit hörbarem Klicken in das Holz des Baumes über mir einschlug.
Entsetzt fprang ich auf und blickte um mich, vor Schlafbesangenheit noch außerstande, den sich rasch entfernenden Schritten im Gehölz nachzuellen.
Nachdem ich ganz zur Besinnung gekommen war, untersuchte ich den Baum und fand in der Rinde das Loch, in dem die Kugel noch stecken mußte, in Manneshöhe.
Und da fiel mir plötzlich Racoszy ein, wie er sich im Schwurgerichtssaal von mir verabschiedete und mir die liebenswürdige und präzise Zusage machte, er würde mir einmal seine Gegenrechnung prüfen- tieren."
„Und weiter hast du keinen Anhaltspunkt Dafür?“
„Keinen — außer vielleicht der Aehnlick)keit, die ich in den Buchstaben auf dem Zettel verglichen mit Racoszys Handschrift finden zu können glaubte. Allerdings besinne ich mich auf seine Schrift sehr undeutlich."
„Gib mir den Zettel, wenn wir zu Hause sind", bat Kramer. „Wir wollen ihn an die Berliner Staatsanwaltschaft senden zur Vergleichung mit den Briefen in den Prozeßakten."
„Gut, du sollst ihn haben. — Ich mache mir so meine Gedanken. Sag mal, findest du denn nicht, daß das ganze Manöver Racoszy ähnlich sehen würde?"
„Du hast dir aber noch viele andere Feinde gemacht!“ sagte Kramer ernst.
„Gewiß habe ich das. Aber keiner käme auf diese Idee. Alle Verbrecher, die ich gekannt und denen ich die Karriere oermaffek habe, hätten mich natürlich gleich beim ersten Male niedergeschossen. Der theatralische Effekt der ersten zwei Fehlschüsse, die mir vorher angekündigt werden, sehen nur einem von ihnen ähnlich: nur Racoszy konnte diesen Schuß tun, zehn Schritte vor einem schlafenden Manne, trotz der sichersten Gewißheit, seine Stirne treffen zu können — und dennoch einen halben Meter über ihn hinwegzuschießen!"
(Fortsetzung folgt)


