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lienabend mit Dortrag. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung): 8.15 Uhr, Großer Hörsaal des Physika­lischen Instituts (Stephonstr. 24): Vorträge und kurze Mitteilungen. Ortsgewerbeoerein: 8.15 Uhr, Gewerbehaus, Mitgliederversammlung. Gießener Nadfahrerverein 1885: 9 Uhr,Hessischer Hof", außerordentliche Hauptversammlung. Lichtspiel­haus, BahnhofstraßePat und Patachon als Poli­zisten". Astoria-Licht'pielc:Söhne der Wildnis".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: GounodsMargarete", die zweifellos zu den beliebtesten Werken der ge­samten Opernliteratur zählt, wird am Dienstag, 9. März, unseres Wissens zum ersten Male in Gie­ßen, aufgeführt. Was ein Operngastspiel, in dem erste Mitglieder des Frankfurter Opernhauses singen, bedeutet, hat die Aufführung vonToska" bewie­sen, die ja noch in denkbar bestem Andenken steht. Die Aufführung vonMargarete" zählt als 22. Dienstag-AbonnementsoorsteUung, und deshalb zenießen Dienstags-Abonnenten bis einschließlich Freitag, 5. März, ein Vorrecht auf ihre Plätze gegen klufzahlung. Wer als Dienstags-Abonnent die Oper nicht zu besuchen wünscht, erhält kostenlos einen Operettengutschein. Ausdrücklich sei darauf aufmerk­sam gemacht, daß eine Wiederholung derM a r - garete" nicht stattfinden kann.

* Die Befreiung vom Besuch der Fortbildungsschule. Diese Notiz in un­serer Nummer 50 weist infolge Verstümmelungen an zwei wichtigen Stellen eine mißverständliche Lesart auf. Richtig muh es in der Nach­richt heißen, daß bis auf weiteres vom Be­suche der Pflichtsortbildungsschulc befreit sind 1. Schüler und Schülerinnen mit neunjährigem Schulbesuch und einjährigem Besuche einer Pri­vathandelsschule mit Vollunterricht. 2. Schüler und Schülerinnen mit achtjährigem Schulbesuch und zweijährigem Besuche einer Privathandels­schule mit Dollunterricht unter der Voraus­setzung. daß die für die Fortbildungsschule vor- geschrlebenen Lehrgegenstände mindestens in gleichem Umfange Berücksichtigung finden.

**Heimatbilder aus der Reforma­tio n s z e i t." Man schreibt uns: Das Jahr 1926 ist das Iubiläumsjahr der hessischen Reformation. So hat dieses Jahr für die hessische evangelische Kirche seine ganz besondere Bedeutung, und es liegt nahe, den Blick in jene geistig so bewegte Zeit vor 400 Jahren zu richten. Dem soll auch ein Vortragsabend dienen, der nächsten Sonntag, abends 8 Uhr (siehe heutige Anzeige), in der Stadtkirche stattfindet und auf dem einer der besten Kenner gerade unserer Gießener Lokalgeschichte, Direktor Prof. Dr. Ebel von der Universitätsbibliothek,H e i m a t b i l d e r aus der Reformationszeit" entwerfen wird. Der Warne des Vortragenden bürgt dafür, daß viel Interessantes zu hören sein wird, zumal auch solches geschichtliche Quellenmaterial zugrunde liegt, das bis jetzt noch nicht veröffentlicht wurde. Außer­dem werden Orgelfpicl des Organisten Lehrer S i - m o n und einige Bachsche Tenorarien, die von Prioatdozent Vic. Laun gesungen werden, zur Be­reicherung des Mends beitragen. Die Veranstaltung geht von der Markusgemcinde aus, möchte sich ober nicht auf diese einzelne Gemeinde beschränken. Jeder­mann ist herzlich dazu eingeladen. Eintritt ist frei.

* Homer-Ausstellung im Gymna­sium 8 ii Gießen. Man schreibt uns: Die

Freunde des humanistischen Gymnasiums und die Bewohner Gießens und seiner Umgebung seien auf die Ausstellung von Bildwerken aus dem homeri­schen Sagenkreis hingewiesen, die während dieser Woche in der Aula des Gymnasiums gezeigt wird. Unter erheblichen Muhen ist es dem Vorstand der Vereinigung der Freunde des humanistischen Gym­nasiums gelungen, manche kostbaren Blätter,zusam­menzutrogen, die nun geordnet eine fesselnde Bilder­reihe ergeben und die Wirkung Homers auf die bildenden Künstler des Altertums und der Neuzeit in verschiedenartigster Gestalt an den Tag treten lassen. Die Vereinigung hat damit eine Bahn be­treten, die vor ihr zwei schwäbische Gymnasien (Günzburg und Augsburg,, warm begrüßt und von erfreulichem Erfolg begleitet, eröffnet haben. Möge denn auch dieser Ausstellung ein Erfolg beschieden sein!

* Vierzigjähriges Dienstjul> i - l ä u m. Am Montag tonnte der Hausverwalter Georg Todt, wie wir schon berichteten, auf eine ununterbrochene vierzigjährige Dienstzeit im Dienste des hiesigen Gesellschaftsvereins zurück­blicken. Aus diesem Anlaß bereitete dieser seinem treuen Angestellten im großen Vereinssaale einen Ehrenabend, der. wie man wohl sagen darf, eine Feier seltener Art war. 3m festlich erhellten Saal» 6aiten sich etwa 200 Teilnehmer eingefunden, darunter Vertreter studentischer Korporationen und eine besonders stattliche Schar eingeladener Gäste aus dem Bauerschen Gesangverein. Dazu tarnen einige Freunde der Familie des Gefeierten und Nachbarn des Dereinshauses. Nach freund­lichen Begrüßungsworten seitens des Vorsitzenden des Gesellschaftsvereins sangen dieBauern" BeethovensDie Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Hierauf folgte die Dankesrede des Vor­sitzenden an den Jubilar, in der er das schlichte Wesen des Gefeierten, seinen geraden Sinn, vor allem ober auch s-üne Treue und Gewissen-" Hastigkeit, wie überall so auch im Dienste des Vereins, rühmend hervorhob. Provinzialdirektor Graes überreichte dem Jubilar mit freundlichen Worten ein Donk- und Anerkennungsschreiben des hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirt­schaft. Herr Bell off, der Vorsitzende des Bauerschen Gesangvereins, dessen Ehrenpräsident Georg Todt ist. übermittelte in herzlichen Worten die Glückwünsche aller Sangesbrüder. Cs folgten freundliche Dankesworte des Jubilars. Zahlreiche Depeschen und Glückwunschschreiben gelangten zur Verlesung. Ein Festlied und ein Festgedicht, zahl­reiche Chöre derBauern" und Liedervorträge des Herrn Kurt Richter, sowie sonstige Vor­träge trugen wesentlich zur Verschönerung der Feier bei. die ebenso eine Ehrung bedeutete für den so herzlich Gefeierten, wie für den Gesell- schastsvcrein selbst, der es dazu noch übernommen hat. den Lebensabend seines demnächst in Öen Ruhestand tretenden Hausmeisters und seiner Gattin nach besten Kräften sicherzustellen.

** D i e Wohlfahrtsmarken gültig bis 15. Mai. Der Reichspostminister hat auf An­trag der Deutschen Nothilfe die Gültigkeit der Wohl- fohrtsbriesmarken bis Ende Mai verlängert, ver­kauft werden sie bis 15. April durch die Organi­sationen der freien Wohlfahrtspflege. Für Anfang März ist eine Morkenverttiebswoche geplant. Man hofft, daß die Einnahmen in dieser Woche besonders reichlich fließen werden. Es wird vorgeschlagen, daß in dieser Woche sämtliche Privat- und Geschäfts­

post mit Wohlfahrtsbriefmarken frankiert wird. Helfe jeder mit, soweit es in seinen Kräften steht! Viele warten auf Unterstützung, damit sie dem -Schicksal nicht erliegen.

* Die Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Röthges und Klein-Altenstödten (Str. Wetzlar) amtlich festgestellt worden.

* Das Entschädigungsverfahren für AuSgewiesene von Rhein und Ruhr. Roch einem Rundcrlaß des preußischen Ministers des Innern ist für die Abgeltung der Sach- und Personenschäden, die Ausgewie­sene erlitten haben, diejenige Feststcllungsbe- hörde zuständig, in deren Bezirk die Auswei­sung seinerzeit erfolgte. Roch nicht erledigte oder künftig noch vorkommende Entschädigungs­anträge sind jetzt unmittelbar den hiernach zu­ständigen Feststellungsbehörden zuzuleiten. Die Erstattung der Personenschäden erfolgt in sinn­gemäßer Anwendung der Vorschriften des Ge­setzes über den Ersah der durch Besetzung deut­scher Reichsgebiete verursachten Personenschäden: nach Auflösung der Reichsentschädigungsstelle sind etwaige Zweifelsfragen der Feststetlungs- behörden dem preußischen Innenminister zur Herbeiftihrung einer Entscheidung durch den Reichsminister für die besetzten Gebiete vorzu­legen.

RDV. Abkürzung der Schnell- zuysaufenthalte. Wiederholt ist in den Kreisen dos reisenden Publikums der Wunsch geäußert worden, die Zahl und die Dauer der Unterwegsaufenthalte bei den Schnellzügen ab- zukürzen. Auch auf der letzten Besprechung mit dem Fahrplanausschuh des Deutschen Industrie- und Handelstages hat Geheimrat Hagen diesen Wunsch seinerseits unterstützt und insbesondere der Reichsbahn nahegelegt, daß zur beschleu­nigten Durchführung der Schnellzüge, diese in großen Städten allgemein nur auf einem Haupt» bahnhos, nicht aber auch aus Vorbahnhöfen halten möchten. Die Deutsche Reichsbahn-Gesell­schaft ist bestrebt, diesem Wunsch nach beschleu­nigter Durchführung der Schnellzüge nach Mög­lichkeit zu entsprechen, trotzdem bereits aus zahl­reichen Schnellzugsstrecken durch Einlegung von F. 0.-Zügen und durch Geschwindigkeitserhöhun­gen gute Fortschritte erzielt worden sind. Es wird deshalb versucht werden, alle Ausenthalte, die der Bedeutung der Schnellzüge nicht mehr entsprechen sollten, allmählich auszuschalten. Wenn dabei gewisse Härten für den betreffen­den Ort entstehen, so sollten diese Nachteile im Hinblick aus die Gesamtheit willig getragen werden.

** Der Hausbefitzerverein Gießen hielt, so schreibt man uns, am Freitagabend im Kath. Vereinshaus seine diesjährige Hauptversamm­lung ab. Der Vorsitzende, Stadtv. Launsbach, schilderte zunächst in großen Zügen die Tätigkeit des Zentralverbandes im verflossenen Jahre und führte an, daß, wenn auch durch die Aufklärung, die in Wort und Schrift erfolgt sei, keine wesent­lichen Erfolge zu verzeichnen seien, diese Arbeit doch nicht vergeblich gewesen wäre, da es jetzt auch in den Streifen der Regierung dämmere und einge­sehen werde, daß durch ble Zwangswirtschaft der Wohnungsmangel nicht behoben, sondern immer noch mecker verschärft werde. Es sei aber keine starke Persönlichkeit da, die sich an dieses Problem heranwage. Weiter berichtete der Redner über die Tätigkeit im Hessischen Landesverband. Hierauf

sprach der Schriftführer, Postsekretär Bausch. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß inner­halb des Vereins eine rege Tätigkeit herrsche, daß die Milgliederzahl ihren alten Stand behauptet hat, und daß die Sprechstunden eine starke Aufwärts» temequng aufzuweisen hätten. Bei der Rechnung»- ablage, die von dem Rechner Aug. Becker erstattet wurde, ergab sich, daß auch in den Kassenverhält­nissen eine meliere Aufwärtsentwicklung eingetreten sei. Die Rcchnungsprüsungskommissian, bestehend aus Oberlandmesser Bücking und Oberinspektor M i l b r a d i, hatte alles in bester Ordnung ge­funden. Bei der Ersatzwahl der ausscheidenden Vor­standsmitglieder wurden die ausgeschiedenen Herren Nikolaus, K o o b, Klein und Becker wieder- gewählt. Zum PunktRealkreditorganisation für den deutschen Hausbesitz" sprachen Stadtv. Niko­laus und Dilickereibesitzer Klein. Dieser Sache soll erst dann nahergetreten werden, wenn alle Ein­zelheiten eine Klärung gefunden haben. Als letzter Punkt der Tagesordnung standJnstandsetzund»- ftellc" und ..Verschiedenes" an. Den vielen ein- laufenden Beschwerden über die Jnstandsetzungs- stelle soll insoweit Rechnung getragen werden, daß sich der Verein mit allen zu Gebote stehenden Mit­teln dafür einsetzen wird, daß die Besetzung des Vorsitzenden durch einen Richter erfolgt und solange keine Beisitzer gestellt werden, bis diesem berech­tigten Verlangen Rechnung getragen wird. Die vielen sonstigen Anfragen über 'Aufwertung usw. wurden vom Vorstand restlos beantwortet. Nach Erledigung aller dieser Fragen wurde die interessant verlaufene Versammlung von dem Vorsitzenden ge­schlossen.

Bezirksverein Gießen de - Geweckschaftsbundes der Angestell- t c n. Gelegentlich des zweiten Vortragsabend- hielt Verwaltungsinspettor Busse von der An- gestellten-Dersicherung einen längeren Vortrag überDie Angestellten-Versichcrung und ihre Leistungen gegenüber den Versicherten". Der Redner schilderte zunächst die Organisation der Angestellien-Vcrsicherung. In Oberhofen habe die Versicherung vier Bezirke, nämlich Gießen» Stadt. Gießen--Land. Friedberg und Büdingen. Versicherungspflichtig seien alle Angestellten mit einem Monatseinkommen unter 500 Mk. Lehr­linge bis zu einem monatlichen Einkommen bi8 zu 50 Ml. brauchten keinen Beitrag zu ent- richte 7 Das Ruhegeld werde nach vollendetem 65. Jahre gezahlt. Die jährliche Grundrente be­trage 480 Mk., die W'twenrente hiervon 60 Proz., die Waisenrente 50 Proz. Bei schweren Krank­heiten. wie Tuberkulose und Herzleiden, sowie bei Berussunfähigkeit leiste die Versicherung außer­ordentlich viel. Die Anträge für die Heilver- sahren seien bei den Vertrauensmännern zu stellen. Beim Ableben von weiblichen Angestell­ten zahle Ire Versicherung </10 der Grundrente, beim Ausscheiden durch Heirat werde an weib­liche Angestellte eine Abfindungssumme gezahlt. Die Bedingung für die Auszahlung in beiden Fällen sei jedoch der Betrag von 160 MonatS» pflichtbeiträgcn. Der Versammlungsleiter Zecher dankte dem Redner für seine lehrreichen Aufklä­rungen. Hieran schloß sich eine lebhafte Aus­sprache. Anfragen wurden an den Vortragenden gerichtet, die dieser in ausgiebiger Weise beant­wortete.

** Auftrieb auf dem heutigen Frank­furter Schlachtviehmarkt: 3 Kühe, 1217 Kälber, 406 Schafe, 703 Schweine.

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Finanzamt Diehen (Bollftreckungsstelle).

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Cabliau o. K... Schellfisch o. K. Merlan .........

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