Einzelbild herunterladen

irr. 2 Drittes Blatt Gießener Anzeiger Mneral-AnMer ffir Gberhefien)

-I »xaa. aa. .milJl» m 11 irr. rr-r yrt. i_ - :'n ; ' K v -

Montag, 4. Januar 1.926

kxmuiwwnwn- mi

Oesterreich an der SchwelledesneuenJahres

Wien. 31. Dezember.

Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, sonst ein Anlaß zur Freude und Frohsinn und eine Jett des Ausruhens von Arbeit und Mühsal, sind für das Oesterreich des St. Germainer Friedens diktats und der Genfer Protokolle nur Tage der Sorge und Not gewesen. Die Frage an die Zu- tunst, die ja seit jeher mit mehr oder weniger starkem Verlangen an das Neue Jahr gerichtet wird, wird wohl in keinem Lande mit so heißem und bangem Herzen gestellt wie hierzulande, wo der Pessimismus seit langem überwiegt, und zwar jetzt leider mit einer gewissen Berechtigung: denn nicht allein, daß von auhenher keine Hilfe zu erwarten ist, ist auch im Lande selbst die Verarmung weiter bürgerlicher Schichten im Zu­nehmen begriffen. Wenn auch die Befürchtungen der Kaufmannswelt wegen des Weihnachtsgeschäfts nicht ganz eingetroffen find, fo erwartet man doch mit Beginn des nächsten Jahres eine Verschär­fung der Wirtschaftskrise, insbesondere aus dem Gebiete des Handels und des Gewerbes, und damit weitere Entlassungen von Arbeitern und Angestellten und weitere Insolvenzen.

Aus diesem Grunde ist der vom Handelsmimster Dr. Schürff gerade in diesen Tagen angekündig­ten Aussprache mit den führenden wirtschaftlichen Körperschaften Oesterreichs besondere Bedeutung beizumessen, denn sie soll Maßnahmen beraten, tue auf dem Gebiete der Produktion, des Handels, der Finanzen und der Derkehrspolitik ergriffen werden müssen, um eine Besserung Herbetzufuhren. Wenn es der Bundesregierung gelingen wird, die befonde- ien Ursachen der österreichischen Knse, nämlich A b- sperrung, Hochschutzzölle und U e b er­st e u e r u n g zu beseitigen, dann ist gewiß em e-Mer Schritt getan, und man wird nach der finan­ziellen Sanierung von dem Beginn einer wirtschaft­lichen Sanierung sprechen können. Die oster- reichische Industrie ist, was vielfach ver­gessen wird, noch immer im Besitze ihres gesamten geistigen Apparates der Vorkriegszeit, der hervor­ragenden Ingenieure und Chemiker, tüchtiger Fi­nanzfachleute und hochqualifizierter "Arbeiter, und sie würde zweifellos, wenn sie die oft versprochenen langfristigen Kredite erhält, auf dem Weltmärkte wieder konkurrenzfähig werden. Gegenwärtig nützt die österreichische Industrie allerdings nur zwei Drittel, oft nur die Hälfte ihrer Kapazität aus.

In Kreisen der Gemeinde Wien verlautet neuerdings mit Bestimmtheit, daß die Gemeinde­verwaltung eine größere Auständanleihe zu günstigen Bedingungen anstrebe. Sollte ihr dies tat­sächlich gelingen, dann kann mit einer Besserung tn dem am dichtesten bevölkerten wichtigen Wiener Handels- und Industriezentrum gerechnet werden, iueil eine Reihe von Investitionen vorgenommen würdet«, die zur Behebung der Arbeits­losigkeit wesentlich beitragen und weil eine Auslandanleihe eine Milderung der Eemeindead- gnben und Gemeindesteuern bewirken würden. Einen Lichtpunkt in der Betrachtung des österreichi- fchen Wirtschaftslebens bildet das erfolgreiche Be­mühen der Volkswirtschaft, sich allmählich aus der Abhängigkeit von den Nachfolge­staaten zu befreien. Seit dem Ausbau der Wasserkräfte ist der Bedarf an ausländischer Kohle zurückgegangen. Auch die Einfuhr ausländischen Zuckers ist wesentlich zurückgegangen, da ein gro­ßer Teil des heimischen Verbrauchs durch die vier Zuckerfabriken des Landes befriedigt werden konnte. Es ist zweifellos, daß es der österreichischen Land­wirtschaft auch auf anderem Gebiete gelingen würde, den heimischen Verbrauch zu decken, wenn sie endlich die für die Intensivierung der Wirtschaft nötigen Kredite erhalten würde.

Mit großem Interesse sieht man dem am Diens­tag zusammentretenden Christlichsozialen V a rt e i t a g entgegen, da einen Hauptgegenstand seiner Beratungen das von den steierischen Christ­lichsozialen aufgestellte Wirtschaftspro­gramm bilden soll. Die Frage nach Neuwahlen ist gegenwärtig verstummt. Es ist möglich, daß durch eine Rekonstruktion des Kabinetts gewisse gegensätzliche Anschauungen hinsichtlich der Mietenreform aus dem Wege geräumt werden. Jedenfalls dürften alle Parteien schon an­gesichts der wirtschaftlichen Depression man zählt gegenwärtig 216 OOO Arbeitslose es sich wohl überlegen, über Nacht das arbeitsfähige Parlament oufzuläsen; denn im Grunde handelt es sich nur darum, die durch die Lockerung der Genfer Kon­trolle teilweise wieder gewonnene Bewegungsfrei­heit in die richtigen Bahnen zu lenken.

Rapallo.

Die Berichte über die Zusammenkunft Cham­berlains und Mussolinis sind nach wie vor recht dürftig, viel Neues wird wohl auch nicht mehr in die Presse bringen. Erst die politische Entwick­lung rund um das Mittelmeer in den kommenden Monaten wird zeigen, was eigentlich in Rapallo vor sich gegangen ist. Angeblich soll di e Mög­lichkeit eines englisch-türkischen Waf­fenganges Herrn Chamberlain veranlaßt haben, bei der italienischen Regierung anzupochen und für einen Kriegsfall umwohlwollende" Neu­tralität zu bitten. Es ist nicht recht einzufehen, war­um gerade Italien berufen fein soll, eine besondere Nolle in einem englisch-türkischen Krieg zu spielen. Dte Dinge werden eher so liegen, daß nach außen hin hin der Mosiulkonflikt die schützende Kulisse darstellt, hinter der sich ganz andere politische Ereignisse abspielen. Die italienisch-englische Aus­sprache rückt in ein bezeichnendes Licht, wenn man sich erinnert, daß Italiens Großmachtpläne so ziem­lich alle Nachbarn des Appeninenstaates auf das schwerste gereizt haben, ja, daß erst in diesen Tagen die französische Presse überaus scharfe Töne angeschlagen hat, weil von der italienischen Seite her behauptet worden ist, Korsika gehöre von Rechts wegen zu Italien. Nach Frankreich hin gibt es noch zwei andere unangenehme Berührungs­punkte, einmal die italienische Einwan­derung nach Südfrankreich, die der Faszismus für feine Großmachtidee auszunutzen versucht, und dann die Unterdrückung der starken italienischen Kolonie im französischen Tunis. Der politische Wind ist Italien zur Zeit im Mittelmeer alles andere als günstig. Nun tritt plötzlich England auf, von dem man nicht weiß, ob es sich Italiens bedienen will, um Frankreich zu schwächen Eng­land hat allen Grund, andere auf Frankreich zu Hetzen ober ob es andere Ziele im Auge hat. Auffällig ist es jedenfalls, daß nunmehr, nachdem vor kurzem die besten britischen Flotteneinheiten

in das Mittelmeer verlegt wurden, was in Paris als offensichtliche Bedrohung der französischen Ver­bindungen mil Nordafrika aufgefaßt wurde, Eng­land politisch Anschluß an Italien sucht, das aus­gesprochen kriegerische Ziele im Auge hat und mit Frankreich nicht auf bestem Fuß lebt.

Wirtschaft.

50 Jahre deutsche Reichsbank.

Die Deutsche Reichsbant konnte am 1. Januar 1926 auf ihr Svjähriges B e- st e h e n zurückblicken. Die Gesamtumsätze betrugen im Jahre 1876 36,7 Milliarden und sttegen bis auf 526 Milliarden im Jahre 1924. Der Goldbestand der Reichsbank belief sich 1876 auf 286,7 Millionen Mark, der Roten- umlauf in demselben Jahre auf 684,9 Millio­nen, im Jahre 1925 hat der Goldbestand eine Höhe von 1046,7 und der Rotenumlauf eine solche von 2279,7 Millionen erreicht. Die Wechsel­anlagen zählten im Griindungssahre 402,9 Mil­lionen, die Lombard an lagen 51 Millio­nen, in diesem Zähre, ausschließlich Dezember, umfaßten sie 1564,5 bzw. 23.2 Millionen, im Fahre 1924 2179,8 bzw. 120 Millionen Mark. Der 6rste Präsident der Reichsbank toar der frühere Präsident der Preußischen Bank von Dechend. Sein Rachfolger wurde Dr. Koch. Ihm folgte am 6. Januar 1908 Dr. Haven-- stei n.i Seit dem 22. Dezember 1923 liegt die Leitung in den Händen des jetzige Präsidenten Dr. Schacht. Die Reichsbant unterhält 17 Hauptstellen, 84 Stetten und 350 Rebenstellen. Sie verfügt, von dem Reichsbankbirektorium ab­gesehen, über 8657 Beamte, 2141 Angestellte und 1073 Arbeiter, also insgesamt über 11871 bei ihr beschäftigte Personen.

Reichspräsident von Hindenburg richtete anläßlich dieses Jubiläums an den Präsi­denten der Reichsbank Dr. Schacht ein Gllick- wunschsch reiben, in dem er die Reichsbank als das wichtigste Fundament der deutschen Botts- Wirtschaft bezeichnete und ihr unter Hinweis auf ihre großen Verdienste im Kriege und in den Stürmen der Rachkriegszeit seine herzlichsten Wünsche für die Zukunft aussprach.

Am Samstag abgnb fand in den Räumen der Reichsbant eine interne Festsitzung statt, in der der Jubilarin von Vertretern der Regie­rung, des Reichstages und zahlreicher wirtschaft­licher Körperschaften mit Worten der Anerken­nung für das bisher Geleistete herzliche Glück­wünsche ausgesprochen wurden.

' Haigerer Hütte, Haiger. Nach ange- meffenen Abschreibungen ergibt sich für 1924/25 ein Verlust in Höhe von 27 510Rrn., der auf neue Rech­nung vorgetragen werden soll (das Aktienkapital der Gesellschaft beträgt 500 000 Rm.).

* Xroftlofe Lage in der Siegerlän­der Industrie. Die troftlose Lage der Sieger- lander Industrie hat sich in den letzten Wochen noch verschärft. Die Zahl der noch in Betrieb befindlichen Hütten und Gruben vermindert sich immer mehr. Förderung und Absatz weilen gegen den November wiederum einen beträchtlichen Rückgang auf;

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 4. Jan. Die Börse war zu Wochenanfang etwas freundlicher veran­lagt, obwohl in der Geschäftsbetätigung eine Wendung zum Besseren nicht zu verzeichnen war. Zunächst ging die Spekulation aus der bisher beobachteten Zurückhaltung nur zögernd heraus und schritt erst nach offiziellem Beginn zu einzel­nen Deckungen. woraus namentlich der Montanmarkt Ruhen ziehen konnte. Für die Werte dieses Gebietes stellten sich bei regeren Llmsähen Kursbesserungen von 2 bis 4 Prozent ein. Im Vordergründe standen Phönix und Har- pener. Daneben erfreuten sich auch Schiff­fahrtswerte wieder einer stärkeren Rach­frage, ohne indessen kursmäßig wesentlich höher zu gehen. Harpener plus 0,75, Rordd. Lloyd plus 1 Prozent. Interesse bestand ferner für Glektrowerte, die bei ruhigem Geschäft 1 bis 2 Prozent anzogen. Dagegen blieben Chemie- werte völlig vernachlässigt, nachdem die Jnter- venttonen für diese Werte zum Stillstand ge­kommen sind. Die Kurse dieser Gruppe konnten sich knapp behaupten. Auch am Banken­markt war die Llmsatztätigkeit außerordentlich gering, dvch stellten sich überwiegend kleine Kursbesserungen ein. Am heimischen Anleihemarkt war die Llmsatztätig- keit etwas reger, die Kurse tendierten leicht nach oben. Von ausländischen Renten waren Mexikaner stark begehrt und wiesen kräf­tige Erholungen auf. Die Rachfrage nach Irriga­tion und 5prozentigen Goldmexikaner war sehr lebhaft. Der Freiverkehr bot das übliche stille Bild, es fam infolge der Vernachlässigung dieses Gebietes zu neuen leichten Rückgängen. Benz 21 Proz., Brown-Boveri 49 Proz., Entre­prise 8,5 Prvz.. Growag 36 Proz.. Krügershall 64 Proz., Petroleum 48 Proz.. Ufa 45 Prvz. ilfra 51,5 Proz. Im weiteren Verlaufe steigerte sich die Rachfrage etwas unter Bevorzugung der anfangs bezeichneten Werte. Die Stimmung blieb fest, jedoch Tarn es später zu einem Rachlassen des Geschäftes. Am Geldmarkt machte sich ziemlich erhebliches Angebot bemerkbar, was sich besonders in den Sätzen für Tagesgeld aus­drückte. Lagesgeld stellte sich auf 9 Proz., Mo­natsgeld auf 9'/2 bis 11 Proz. Industrie-Akzepte 83/, bis 9 Proz., Bankdiskonten 7 Proz. Im D evi sen v e rke hr hatte Paris mit 129,25 gegen London eine Erholung zu verzeichnen. Die übrigen Valuten blieben unverändert.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht des(Siebener Anzeigers".) Berlin, 4. Jan. Der enttäusche nd e Verlauf des ersten Börsentages in dieser Woche zeigte deutlich die nervöse Veranlagung der Dörie, die infolge der Geschäftslosigkeit von einer außerordentlichen Unsicherheit beherrscht wird. Die Kursentwicklung hängt in der Haupt­sache von Zufälligkeiten ab und wird seit kur­zem wieder durch tendenziöse Gerüchte zu be­einflussen versucht. Da das Publikum am Markte völlig fehlt, ist die Einwirkung von Baisse-Vor­stößen unter Zuhilfenahme unerwarteter Aus­strömungen kursmäßig von einer starken Er­schütterung des Niveaus begleitet. Die aus einer solchen Anlage am Samstag resultierenden neuen Rekord-Tiefkurse seit Einführung der Reichsmarknotierungen veranlaßten heute zu

Demlngskäusen, io daß die Tendenz eher etwas gebessert war. Allerdings betraf dies nur die führenden Riarktgebiete. namentlich Schiff fahrtswertc. wäyrend die Rebenmärtte um einheitlich und still begannen. Zu den Deckungs­läufen regte wohl auch die günstige Beurteilung der M o n t a n tr u ft f r a g c und der sehr leichte Geldmarkt an. Don Bankenseite wird Tagesgeld reichlich zur Verfügung gestellt. Tägliches Geld stellte sich auf 8 bis 10 Proz., Monatsgelb auf 91 3 bis 11 Prvz. Im De­vise n o e r l e h r hörte man Paris gegen Lon­don mit 127,25, Warschau gegen Kabel mit 8;i,b. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in Londm 20.37. Zürich 123.20, Paris 6.30.

Börsenkurse.

Frankfurt a.M.

Berlin

SdjlUB-l 1-Uhr. Schluß.! An fang

Kur» | flut* Kur» I QifG

Datum:

0,1875 ' 0,185

0,1875

0.1985

13,62

102 7'

103

02.5-

6,13

6,12

56,25'

66 25

85,6'

56,25

55,25"'

61

61

104,2

103,5'

103,9*

43 25

182,35*

25

21.25

17

dl

77

78,75

33,5

90

24

84 öl

50,5*

63,25*

35

35

1 S

79

34,5

34

39,12

65 5 104*

50.35*

62,75* 2l>,75

82,26

65

48 103.7* 103,2*

38.5* 65* &i*

90.5

95

22,5

37.75

94.13*

94 5*

02

98,4

36,25-

65.75*

80,5'

83,25"

50,5*

64,6* 1

35

21,5

14

30

95'

I 97,4'

55,5*

25

37.5*

55*

59.2/.*

83*

9125

9.1

44.12 44,4'

68.5 1

90.25 .

98.25

7,66 (

42,75 1

135*

96,5*

10 r

101°

56 , 103.5

73.6 i 92*

6,15 0,03

58*

0 2/6 0,29

0.1UÜ

0.215

80,1

83 I 88,75'

75

92

S.S

0,03

135"

96.35" 104'

101

135,9 06.5

104

104,5

1,9 76,ö 43.76 33,75!

0 c10

0,105

0,2125 0,2175

0,215 -

49

103 7 i

40,1 I

13,5 .

69,75

42

94,5* | 95,35'

95 25 i

2.1. 4. L

Motorenwerke Manubeim

Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Mclallgesell'chast Frankfurt Pet. Union A.-G.......

Schuhfabrik Herz ..... Sichel..... ..... .

Zellston Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal ' Zuckerfabrik Waghäusel . .

5% Deutsche Reichsanleihe . 4'Vo Deutsche Rctchsanlcibe .

3'/a% Deutsche ReichSanlethe 3°/u Deutsche Reichvauleihe . Deutsche Svarpromienanleibe 4'7o Preußische Äonsols - . . 4% »epen . .......

»MT....

Dcuttche Wertb. Dollor-Lnl. dto- Doll--Schatz-Aorreisug.'!

4% Zolltürken .

5% Goldmerikaner

Berliner Handelsgesellschaft - Commerz- und Privat-Bank Dannst. und Nationalbank . Deutsche Bank.........

Deutsche Vereinsbayk .... Disconto Lommandit . . Metall bank..........

Mitteldeutsche Creditbank. . Lestcrreichische Creditanstalt. Weftbank

Bochumer Guß .....

Buderus Taro . Deutsch Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau......

zkallwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte.....

Oberbedarf^ ......... Phonir Bergbau ...... Rheiustabl Mcbeck Montan .....

Tellus Bergbau .......

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Analo-Lont.-Guano . . ... Oe Anilin........

he Maver Alaptu ..

Goldschmidt

Gries lcimer Electron . . ..

Höchster Farbwerke .....

Holzverkohlung .......

Äütgerswerke ........

Lcheideanstalt

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke ....... Schuckert . . . ........ Siemens <L Halske .....

Adlerwerke Meyer .....

Daimler Motor«. .....

3.1. 4. 1.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

2 Jan.

4. Jan.

Amtliche Nott.runa

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

A inst--Ron

168.77

169,19

168.74

169,16

Baen.-Aires

1,733

1.737

1.733

1J37

Brsi.-Antw.

19,04

19,08

19,85

Christianta.

85,24

85.56

85,39

85.61

Kopenhagen

103,82

104,08

103,77

104,00

Stockholm .

112,48

112,76

112.48

112,76

HelsingforS.

10.545

10,585

10.548

10,588

Italien. . .

16,94

16,98

16,925

16,965

London. .

20,849

20,393

öO,848

20,89b

Neuvork . .

4,195

4,205

4.195

4,20>

Paris

15,85

15,87

16,98

11.12

Schwei; . .

81,125

81,325

81 06

81.26

Spanien. .

59,18

59.32

59,13

59,27

Japan . . .

1,818

1,822

1.816

1,820

Rio de Jan.

u.6'22

0.624

3.619

Ltol

Wien in D--

Lest, abgest

59,19

59,33

59.09

69,23

Prag ....

17,415

12.455

12,413

12,401)

Belgrad . .

7.43

7,45

7,435

7,45?

Budapest. .

5,875

5,895

5,875

5,895

Bulgarien

2,015

3,005

.2,995

3,005

Lissabon

Ul,275

.1,325

21 275

31.328

Danzig. . .

80.71

80.91

80 68

80.88

Konstantin.

2,235

2,245

2,235

3,245

Athen

5

5.35

5 83

5.35

Canada. . .

4,192

4.202

4 19

4,2i

Uruguay .

4,285

4,295

4,295

4.305

Berlin, 2 Jan

Geld

Brief

Amerikanische Noten . . . ..

».192

4.212

Belgische Noten .......

18,08

19.08

Dänische Noten .......

103.14

101,06

Englisch? Noten. . ......

20,807

20.407

Jranü'stschc Noten ......

15,8"

15,88

Holländische Noten ......

Italienische Noten......

168,3b

169,2.5

16.93

17.01

Norwegische Noten......

85,1h

85 58

Dcutsch-Oesterr., ä ioo Krauen

69,04

69,31

Nurnänische Noten ......

Schwedische Noten......

112,14

112,70

Schweizer Noten.......

81,06

81,40

Spanische Noten..... .

68,95

69 25

Tschechoslowakische Noten . .

12.875

12.435

Ungarische Noten .......

5 83

5,86

Frankfurter Schlachtvirhmartt.

(Eigener Drahtbericht des ,Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M 4. 3an. Auftrieb:

1017 Stück Rinder, darunter 288 Ochsen. 27 Bullen, 702 Färsen und Kühe, 300 Kälber, 164 Schafe, 3366 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 54 bis 62, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgcmästete 45 bis 53, mäßig ge­nährte junge und gut genährte ältere 34 bis 44; Dullen, vollst, ausgemä stete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 55, vollst jüngere 44 bis 49, Färsen und Kühe, vvttsl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 53 bis 60, dottfl. ausge- inäftete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu sieben Jahren 46 bis 54, wenig gut entwickelte Färsen 42 bis 52, ältere auSgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jünKre Kühe 35 bis 45; mäßig genährte Kühe und Färsen 23 bis 33, gering ge­nährte Kühe und Färsen 15 bis 22. Kälber: Feinste Mastkälber 75 bis 85. mittlere Mast- und

beste Saugkälber 68 bis 74. geringere Mast- unb gute Saugkälber 60 bis 67. geringe Saugkälber 50 bis 58 Schafe: Mastlämmer und Mast- hämmel 43 bis 18. geringere Masthämmel und Schafe 34 bis 42, mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzsch cke) 25 bis 32. Schweine; Dollst, von 80 bis 100 Kg. 90 bis 92, unter 80 Kg 84 bis 89, von 100 vis 120 Kg. 90 bis 93. von 120 bis 150 Kg. 90 bis 92. unreins Sauen und geschnittene Eber 70 bis 85. Markt" verlaus: Bei regem Handel au&Dertiauft.

5canhuner Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers"^

Frankfurt a. M.. 4. Jan. Es wurden notiert: Weizen, Wetter au er 25,50 bis 25,75, Roggen .inlänb. 17.50, Sommergerste für Brau- zwecke 22,50 bis 25, Hafer, inländ 18.50 b» 21,50. Mais, gelb 21, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 41 bis 41.75. Roggenmehl 26 bis 26.50, Weizenkleie 11 bis 12,25. Roggenkleie 11 bis 1125 Erbsen 30 bis 34. Linsen 40 bis 70, Heu, süddeutsches, gut. trocken 9,50. Weizen- und Roggenstroh 5.50 bis 6, Treber, getrocknet 18 bis 18,50 Tendenz ruhig Amtliche Rotie- rangen für S p e i 1 e l a r t o s s e l n: In­dustrie hiesiger Gegend 2,60 bis 2,70, weißschalige Industrie hiesiger Gegend 2,20. Tendenz ruhig.

Buntes Allerlei.

Tiefste Temperaturen.

Dt. Wenn man ein Gas bei gki.d)ölcibeiv- dem Druck ablühlt. so wird sein Rauminhalt (Volumen) immer Heiner, und zwar bei jedem Grad um bei - 273n müßte das Volumen also gleich Rull sein, doch wird das Gas vorher flüssig. Bei jener Temperatur würde das Gas also keinen Druck mehr ausüben: man bezeichnet sie als denabsoluten Rullpunft" und glaubt, daß es die draußen im Weltenraum herrschende Temperatur ist. llebrigenß ist man heute dem absoluten Rullpunft experimentell schon recht nahe gekommen. Die durch die gewöhnlichen ., Kälte­mischungen" erhaltenen Temperaturen sind frei­lich dem gegenüber noch rechthoch". Schnee und Kochsalz ergeben - 22u; Schnee unb Chlorkal­zium50°. Bei der Verflüssigung der Gase erhält man viel tiefere Temperaturen. Mit flüs­siger Luft in luftverdünntem Raum bei niedrigem Druck hat man225° erreicht, dadurch kann man unter entsprechendem Druck Wasserstoff verflüssi­gen. Dieser ist dann so kalt, daß er Luft sofort zu einet schneeartigen Masse erstarren läßt. Bei niedrigem Druck liefert dieser flüssige Wasser­stoff nun gar eine Temperatur von - 265". Aber auch dies ist noch nicht die tiefste, bisher erreichte Temperatur. Bei der Verflüssigung des Heliums ist jetzt der Holländer Kamerlingh Onnes mit 271.5° dem absoluten Rullpunkt ganz nahe ge­kommen.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keiner le: Verantwortung.)

Der Feuermelder-Unfug.

Da z. Z. in Gießen der vermutlich ansteckende Unfug grassiert, die Feuermelder ohne vorliegende Ursache zu betätigen, erscheint es angebracht, hier« gegen etwas zu unternehmen. Der Hauptanreiz für die Lausbuben, die diesen Unfug treiben, besteht offenbar in dem Vergnügen, die Feuerwehr a n - rücken zu sehen. Das muß man unterbinden, unb zwar dadurch, daß man auf einen eingehenden un­persönlichen Alarm nicht ohne weiteres den ganzen Apparat in Bewegung setzt, sondern zunächst ledig­lich einen Boten zu dem betreffenden Feuermelder sendet, der den Tatbestand feftfteUt. Für die der Wache nähergelegenen Feuermelder genügt ein Rad­fahrer, für die ferner gelegenen ein Motorrad­fahrer oder ein kleines Personenauto. Die Verzöge­rung, die hierdurch entsteht, kann selbst bei den Feuermeldern der Außenbezirke höchstens fünf Mi nuten betragen und noch dadurch eingeholt werden, daß der einzelne Bote ja unbedingt sofort abfahren kann, während zum Ausrücken der Wehr selbst immerhin ein paar Minuten zum Antreten der Mannschaft, Oeffnen der Tore, Anwerfen der Wa­gen usw. benötigt werden. Diese Vorbereitungen könnten, während der Bote unterwegs ist, ja zur Sicherheit immerhin getroffen werden, fo daß bei eintreffender Rückmeldung die Wehr momentan ausrücken kann. Es tritt also bei dem vorgeschlage- nen Verfahren kein Nachteil ein, und den Uebel- tätern wird der Spaß verdorben, fo daß die Neigung dazu vermutlich einschlafen wird. Sch.

Aus dem Amtsverkündig>: rgsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 1 vom 2. Januar enthält: Sonderunterstützung für arbeitslose Tabakarbeiter. Arbeitsbeginn in den Bäckereien. Maul- und Klauenseuche in Langsdorf und Lumda. Hauptkörungen 1925. Feldbereinigung Lindenstruth. Legitima­tionsscheine für das Jahr 1926. Dienstnach- richten.

-

Letzte Nachrichten.

Ein deutscher Stahltrust mit amerikanischem Geld?

Neui; ork, 4. Jan. (TU.-Funkspruch.)Asso­ciated Preß" bringt die Aufsehen erregende Mel­dung, daß der amerikanische Bankier Dillan ein bedeutendes Kartell deutscher Stahl-Ge­sellschaften zusammengebracht habe, das, wie World" ergänzend meldet, der Bethlehem- Steel-Company nicht nachsteht. DerHerald" meldet, in diesem Zusammenhänge würden folgende Firmen genannt: Gelfenkirchen, Phönix, Deutsch- Lux, Thyssen, Gloeckner, Hoesch und Rheinstahl. Von anderer Seite wird sogar von einer Ver­schmelzung der deutschen mit amerikanischen Stahlfirmen gesprochen. Wie die Teliinion hierzu von interessierten Kreisen erführt, steht man den Meldungen vorläufig noch skeptisch gegenüber.

furzarteroei/3e6atil

s

due beste JCilitiVT

Krem-Drog. Angeet Noll, Neestafll-Drog. Heus Noll, P. J. JSöba, Selfenlabrlk, Oormauia-Drog. C. Seibel, Adler-Drogerie W. Waldeoheidt, Drogerie Seorj Wallenfels, Drogerie Otto WlnterhotL 27«