Einzelbild herunterladen

Nr. 285 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)Zreltag, 5. Dezember 1926

Turnen, Sport und Spiel.

Tom Skilauf.

Mehr als jeder andere Sportzweig hat der Skilauf sich in den letzten Jahren bei unS ent­wickelt. UnD das hat seinen guten Grund!Sport ist Arbeit im Vrwande der Freude!" Welcher Sport vereinigt beide Forderungen, körperliche Arbeit und Freude, mehr, als der Skisport?

Gerade die Freude an den Leibesübungen ift ed die wir brauchen, wenn ein Sport nicht nur den Körper stärken, sondern auch den Aerven neue Kräfte zuführen soll.

Die weiten, ruhigen weihen Flächen, das Wechseln der Landschaftsbilder, dazu das weiche Gleiten der Schier, die Betätigung in der klaren Winterluft, all dies übt auf die Aerven und die Seele eine -eigentümliche, beruhigende und erfrischende Wirkung aus.

Dazu kommt noch eines: Wissenschaftliche Un­tersuchungen hoben gezeigt, dah dos Wohlbe­finden in hohem Mähe abhängig ist von dem Temperaturunterschied -wischen Körperwärme und Außentemperatur. Diese« Temperaturgefälle ist z. D. einer der Faktoren, denen d e gute Wir­kung des Hochgebirges auf die Heroen zuzu­schreiben ist.

Diese psychische Einwirkung, die wir beim Skiläufen enrpsinden, ist wohl Der wenn auch meist unbewuhte Haupttrieb, der alle diejeni­gen, die einmal den Schneeschuhsport richtig ken­nen gelernt haben, mit Sehnsucht den ersten Schnee erwarten läßt, damit sie wieder hinaus­ziehen können auf die weihen - Flächen.

Unb die Ginwirkung auf den Körper? Da gibt es kaum einen Sport, der derartig allgemein den Körper durchbildet, wie der Skilauf. Genaue sportärztliche Körperme'.ungen an sehr vielen Skiläufern haben gezeigt, dah der erfolgreiche Skiläufer einen eigenen Körpertyp darstellt. Un­tersetzte, muskulöse Gestalten mit breiten Schul­tern und breitem Decken und nicht zu langen Beinen sind es, die meist bei Sprung- und HinderniSwe'.t.'äufen den Sieg davontragen. Und es liegt ja auch auf der Hand, dah der kleine, untersetzte Körper mit seinem tiefer liegenden Schwerpunkte bei einem Sport, bei dem das Gleichgewichthalten eine ausschlaggebende Holle spielt, dem Hochgewachsenen gegenüber im Dor­teil ist.

Das Skifahren erfordert aber auch eine grobe Wenge Kraft, wie sie nur durch eine stark ent­wickelte Muskulatur hervvrgebracht werden kann. Wit zunehmender, durch sportliche Hebung er­zielter Kräftigung der Skelettmuskulalur wird aber auch der Herzmuskel stärker und grober. So finden wir, dah tatsächlich der geübte Ski­läufer durchschnittlich ein gröberes Herz hat, als die Wettkämpfer der verschiedenen anderen Sportarten, 'Darin dürfen wir aber keineswegs eine Schädigung sehen. Es ist vielmehr eine An­passung an die stärkere Inanspruchnahme des gesamten Körpers. Ein derarttges Sportherz arbeitet viel rationeller. Das können wir z. D. am PulSschlag erkennen: Während der untrai­nierte Wann eine Pulszahl von ungefähr 72 Schlägen in der Minute hat. besitzt der gut trainierte Skiläufer mir eine solche von 60 Schlä­gen in der Minute und zum Teil noch weniger. ES erscheint klar, dah der Trainierte sich eine Diel gröbere Anstrengung zumuten kann bis sein PulS .fliegend" wird, als der Ungeübte.

Entsprechendes sehen wir bei der Atmung: 14 bis 16 Atemzügen des Ungeübten, der auber- dem nur mit ungefähr einem Siebentel seiner Lungenfläche zu atmen pflegt, stehen 6 bis 8 Atemzüge in der Minute des Sportlers gegen­über. die aber dafür entsprechend tiefer sind. Wie wichtig eine derartige tiefe Atmung zur Verhütung von Lungenerkrankungen ist. braucht hier wohl nicht näher ausgeführt zu werden.

Wie bei jedem anderen Laufsport, so spielt auch beim Skilauf eine richtige Atemtechnik im Rennen oft eine ausschlaggebende Rolle. Dabei kommt es weniger auf die Art der Gin -. als vielmehr auf die Art der Ausatmung an. Um diese richtig verstehen zu können, muh man berücksichtigen, dah normalerweise die Einatmung

Oer Frosch mit derMaske

Roman von Edgar Wallace.

6. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Es würde mich interessieren," brummte Elk,zu erfahren, ob und womit Leute wie Sie eigentlich zu denken vermögen?" Ein Ausbruch der Empörung schien sich Bei dem Liftboy vorzubereiten.

Sehen Sie einmal her", sagte Elk, und beim Anblick seines Abzeichens wurde der Mann höflicher und mitteilsamer.

Sie wohnt seit zwei Monaten hier", sagte er. Und um Ihnen die Wahrheit zu gestehen, es hat mich oft gewundert, daß sie die Wohnung in Ca- vertey Haus bekommen hat. Wie ich gehört habe, hat sie einmal einen Spielklub in der Germynstraße gehabt. Sie sind doch nicht gekommen, um sie au verhaften?" fragte er ängstlich.Das wäre em schönes Renommee für Eaverley Haus."

Ich mache nur einen freundschaftlichen Besuch", faßte Elk. Der Liftboy trat aus dem Aufzug und rotes nach einer der beiden glatten Mahagonitüren, die auf den Flur mündeten.

Die andere Wohnung gehört einem amerikani­schen Millionär."

Elk war im Begriffe zu antworten, als der Lift­boy zur Tür ging und auf eines der polierten Paneele deutet.Das ist doch sonderbar" sagte er.Da schauen Sie einmal her "

Elk trat neben ihn, und mit einem Blick erfaßte und verstand er. Aus der Mahagonitafel war ein kleiner weißer Frosch sichtbar, ein genaues Stempel- bild desjenigen, den er heute morgen auf Dick Gor­bans Photographien gesehen hatte.

Ein Frosch, kauernd und ein wenig schief. Er rührte mit spitzem Finger daran. Die Farbe war noch naß und blieb haften.

Aber bann begab sich bas merkwürbigste aller Dinge.

Plötzlich öffnete sich die Tür und ein Mann mitt­leren Alters erschien in ihrem Rahmen. Mit dem langläufigen Revolver in seiner Hand, zielte er auf das Herz des Detektivs.

durch aktives Heben des Brustkorbes durch die kräftige Atemmuskulalur erfolgt, die Ausatmung aber durch passives Zusammen, inken des Brust- korbes durch feine Schwere und die ihm eigene Elastizität, nur gering unterstützt durch die ver­hältnismäßig schwache Ausatenmuskulatur. Hier kam» man durch geeignetes Training viel er­reichen. indem man die Ausatentiefe viel er- grobem sucht. Die darauf folgende Einatmung wird dann von selbst an Tiefe zunehmen. Am praktischsten geschieht das in der Weise, dah man beim Laufen aus drei Schritte ein-, auf vier Schritte aber wieder aus atmen läht. Weil weniger anstrengend als der Lauf mit alter- nierenter Stockbewegung, (d. h. linkes Dein und rechter <21 rm werden gleichzeitig vorgefchwungen. dann rechtes Dein und linker Arm usw.) ist der sog. .Stavhugg". Hierbei wechseln drei kurze Laufschritte mit einer Periode des Glettens ab, während der der Körper mit den Stöcken kräftig vorwärtsgestohen wird. Die beiden Stöcke toerJen jedesmal während der Laufschritte gleichzei- t i g wie zwei Ruder möAichst weit nach vorn ge­führt und dann zum Abstoß eingesetzt. Diese Art der Fortbewegung ist auch besonders geeignet, die Atmung mit den übrigen Bewegungen im rhythmischen Wechsel erfolgen zu lassen dadurch, bau man während der Laufschritte e i n atmet, während des Gleitens aber wieder aus atmet.

Durch die anstrengende Atmung beim Ski­lauf wird dem Körper eine beträchtliche Menge Flüssigkeit entzogen. Ein anderer Teil wird direkt durch die Haut abgegeben (Transpiration). Wie groß dieser Wafs:rverlust sein kann, geht daraus hervor, dah einzelne Wet.lämpfer toäjrnD eines 30-Kilomcter-Rcn.nens bis zu 3 Kilogra :m an Gewicht verloren haben. Di:ser starken Transpi­ratton muh man bei Auswahl der Kle düng Rechnung tragen. Am besten ist ein poröser Stoff, der nicht völligwasserdicht" ist, z. B. guter, nicht zu dicker Loden. Das U.terzeug muh die Flüssigkeit schnell a. fnehmen, aber auch schnril nach außen wieder abgeben: leinenes Unterzeug ist daher unzweckmäßig, solches aus Flanell ist empfehlenswerter.

Den durch den Wasferverlust entstandenen Durst sucht der Anfänger häufig durch E fen von Schnee zu stlllen. Davon ist dringend abzu­raten! Die anfängliche Kühie im Munde wird zwar wohltuend empfunden, aber bald stellt sich em um so stärkeres Trockenheitsge ühl em. das zu neuem Schneessen verleitet, ohne dah daS an Salzen arme Wasser den Durst wirklich stil.en tonnte; nur Der durch das kalte Wasser gereiz'.e Magen wird sich am nächsten Tage b.tter rächen!

Sie angeführten Tatsachen mögen die Gröhe der Anforderungen -eigen, die der Skilauf an den Körper stellt. Kein Anfänger sollte sie unter­schätzen. Dor allem ist es ein großer Unterschied, ob man im Mittelgebirge oder Hochgebirge fährt.

Der Körper muh durch allmählich sich steigernde Leistungen an die Anstrengungen ge­wöhnt werden, wenn er keinen Schaden nehmen soll. Bei Der kurzen Zeit, währenD der bei uns Schnee liegt, ist es notwendig, dah man schon im Herbst sich Kraft und Ausdauer erwirbt, damit

man Dann bei Schneefall schon gut in . Form' ist. Als bestes Dortraining hat un5 immer Der Wald­lauf gedient, bei dessen Aus ührung schon auf richtige Atemtechnil zu achten ist. (Einen Schrill länger aus-, als einatmen!)

Gut geleitete S.ikurse müssen den Anfänger mit Den Grundzügen Der Lauftechnik vertrau: machen, da..ernte Hebungen seine Sicherheit im Fohren festigen unD seine Ausdauer steigern. Erst Dann sollte man sich an gröbere Touren heran- toagen!

Der so systematisch trainiert, wird im Ski­lauf einen Sport kennen lernen, der wie keine andere LeibeSubung geeignet ist. den ganzen Körper durchzubilden und zu stählen.

Ein kräftiger Körper, ein zäher W lle und ein schneidiger Geist zeichnen den echten S.lläuser aus, Dr. H.

Das Frauenturnen in der D. T.

do. Heber Die Mitarbeit der Frau in Der Deutschen Tumerschaft im Jahre 1926 gibt eine Uebersicht im neuen »Jahrbuch der Turnkunst" interessante Aufschlüsse. Insgesamt umfa sen Die 15 Turnkreise 1 73327 Turnerinnen. Der stärkste Kreis ist der Freistaat Sachsen mit 36 289, im weiten Abstande folgen Bay'm mit 13 767 Brandenburg mit 13 383, Mittelrhein mit 13 249, Thüringen mit 11 948 und Der Kreis 'Korben mit 10 031. Don den insgesamt 12 400 Vereinen der Deutschen Tumerschaft pflegen 5361 das Frauenturnen. Auch hier steht der Kreis Freistaat Sachsen mit 982 Vereinen an der Spitze. Die Frauen wirken auch als Dereinsturnwartin- nen, und zwar insgesamt 597, 195 Frauen ge­hören den Gau-Turnausschüssen an, 18 den Kr ts° Turnausschüssen, davon im Kreis ilntettocfcr- Erns 3. Insgesamt sind von 173 327 Turnerinnen 2385 in leitenden Stellungen.

Schwimmen in der D. T.

Die 4. Gauvorschwimmerstunde des Gaues Hessen und des Lahn-Dillgaues fand am Sonn- tagvorintttag unter starker Beteiligung der Turne­rinnen und Turner im Städt. Volks bad statt. Es fanden sich 58 Teilnehmer ein. Vertreten waren Die beiden Gießener Turnvereine, Turn­verein Wetzlar, Dad-Rauheim, Friedberg, Als­feld, Hungen, Dietz, Weilburg, Braunfels, Her­born und Dillenburg. Die Leitung hatte Gau- schwimmwarl Sauer, Gießen. Unter Mithilfe einzelner Dereinsschwimmwarte wickelte sich ein flotter Riegenbetrieb ab, wobei die vorbereiten­den Hebungen zum Schwimmenlernen, Die ein­zelnen Schwimmarten, Absprung, Wenden unD Springen Durchgenommen tour Den. Anschließend wurden einige volkstümliche Kämpfe, Scherze und Spiele gemeinsam eingeübt, sodann schloß sich eine Ausbildung im Wasserball an, Der ein flottes Wasserballspiel folgte. Am Rachmittag versammelten sich Die. Turner zu einer allge­meinen Aussprache über das Gelernte unD über Den Schwimmbetrieb im ©au, wobei manch neue und auch nützliche Anregung für Die späteren Schwimmstunden gegeben wurde.

Was der Sonntag bringt

D. f. B.

(=) Neun Mannschaften beschäftigt der Verein am kommenden Sonntag, teils in Verbands-, teils in Prioatspielen. *

Das Hauptinteresse beansprucht die Liga mit ihrem Verbandsspiel gegen dieVereinigte n" Marburg auf deren Platz. Nachdem D. f.B. sich durch das Unentschieden gegen Fulda den Verbleib in der Bezirksliga von Hessen-Hannover endgültig gesichert hat. kommt es nun daraus an, durch wei­teres günstiges Abschneiden in den drei noch fäl­ligen Punktespielen die Stellung in der Tabelle zu verbessern. Ein Sieg über Marburg wird nur dann möglich sein, wenn seitens der V. f. B.-Mannfchaft alle Vorbedingungen hierzu erfüllt sind und der Gegner vor allem nicht unterschätzt wird.

Die L i g a r e f e r o e ist verbandsspielfrei und hat sich Daubringens Erste zu einem Privattreffen auf yiesiaem Platz verpflichtet.

Ebenso die Dritte, die eine bisher hier un- bekannte Mannschaft, die Erste von Grünberg, zu einem Gesellschaftsspiel empfängt

Die aus Aktiven und Alte Herren kombinierte vierte Mannschaft hat den Fuhballneuling Grohen-Buseck zu Gast.

Die 1. Jugendmannschaft fährt nach Wetzlar, um gegen die gleiche des B. C. das fällige Diplomspiel auszutragen.

2. und 3. Jugendmannschaft haben auf eigenem Platze die 1. und die 2. Jugendmannschaft von Leihgestern zum Gegner.

1. und 2, Schülermannschaft messen sich wieder einmal mit Lichs Schülern.

.Halten Sie die Hände hoch!" befahl er scharf.

Dann stockte er und starrte dem Detektiv ins Ge­sicht. Elk erwiderte sprachlos den Blick, denn der elegante Herr, der vor iym stand, war der Hau­sierer, den er in Whitehall gesprochen hatte. Der Amerikaner gewann als erster die Selbstbeherrschung zurück, und Elk sah von neuem das Aufblitzen inne­rer Belustigung in seinen Augen. Er trat zurück und öffnete die Tür gänzlich.

Kommen Sie herein, Herr Elk", sagte er und nickte dem verblüfften Liftboy zu.Schon gut, Worth, ich habe mir einen kleinen Scherz mit Herrn Elk erlaubt."

Er schloß die Tür und ließ den Detektiv in feinen Salon eintreten. Elk beschloß, den Frosch an der Tür zum Gegenstand einer spateren Diskussion zu machen.

,FLir sind ganz allein, Herr Elk, und Sie brau­chen nicht leise zu sprechen. Darf ich Ihnen eine öigarre anbieten?" Elk streckte mechanisch die Hand aus und wählte eine blonde Havanna.

Wenn ich mich nicht irre, so haben wir uns schon heute morgen gesehen", sagte er.

Sie täuschen sich nicht", unterbrach ihn der andere kühl.Wir haben uns in Whitehall getroffen und ich habe mit Schlüsselringen hausiert. Mein Name ist Joshua Broad. Sie können mir also nicht vorwerfen, daß ich unter falschem Namen gehandelt habe."

Der Detektiv zündete die Zigarre an und tat einige Züge, bevor er sprach.

Diese Wohnuna scheint recht kostspielig zu fein", sagte er langsam.Und ich verstehe es, daß Sie ver­suchen, etwas zu verdienen. Aber es dünkt mich, daß das Hausieren mit Schlüsselringen einem Ge­schäftsmann nur recht armselige Verdienstmöglich­keiten bieten kann."

Joshua Broad nickte.

Es macht mir aber Spaß, Herr Elk. Ich bin eine Art von Kriminalpsychologe." Er zündete sei­nerseits eine Zigarre an und machte es sich in einem tiefen, kattunüberzogenen Armsessel bequem, die gekreuzten Beine von sich stteckend, ein verkör­pertes Bild der Zufriedenheit.

Als Amerikaner habe ich Interesse an sozialen Problemen, und ich habe immer gefunden, daß der

einzige Weg, um die Armen irgendeines Landes zu verstehen, der ist, unter ihnen zu leben."

Sein Ton war leicht entschuldigend, aber ganz selbstsicher.

Elk setzte seine Brille fester auf die Nase, und seine Blicke streiften Herrn Broads Tasche, in die die Pistole zurückgekehrt war.

Wir leben in einem ziemlich freien Lande", jagte er.Und jedermann kann hier mit Schlüssel­ringen hausieren, sogar wenn er im Nebenberuf Mitglied des Oberhauses wäre. Aber etwas ist hier dock verboten, Herr Broad, und das ist, Polizei­leuten Brownings auf die Brust zu setzen!"

Broad kicherte.Ich bedauere, ich war ein wenig zu heftig", sagte er.Aber ich habe in Wahrheit mehr als eine Stunde auf jemanden gewartet, der zu mir kommen sollte. Und als ich Ihre Schritte hörte ..." er zuckte die Achseln «... ich bin darüber so zerknirscht, wie Sie es nur verlangen können."

Elks Blicke liehen nicht von ihm ab.Ich möchte Ihnen nicht lästig werden, wenn ich Sie frage, ob Sie einen Freund erwartet haben? Ich möchte gar zu gern den Namen des Gastes wissen."

Das möchte ich auch", sagte der andere. Und noch eine ganze Menge von Leuten mit mir." Er sah Elk gedankenvoll an.Ich habe einen Mann erwartet, der jeden Grund hat, sich sehr vor mir zu fürdjten. Er heißt, nun, das tut nichts zur Sache. Ich habe ihn nur einmal im Leben getroffen, und habe damals sein Gesicht nicht gesehen."

Aber Sie sind aneinander geraten?" fragte Elk.

Der Amerikaner lachte.

Keineswegs, ich benahm mich sehr gutmütig gegen ihn. Ich war nicht länger als fünf Minuten mit ihm in einem verfinsterten Raume allein, der nur von einer Laterne, die auf dem Tisch stand, erhellt wurde. Und ich glaube, daß dies alles ist, was ich Ihnen darüber erzählen kann, Herr In­spektor."

Sergeant!" murrte Elk.Es ist doch merk- würdig, wie viele Leute meinen, daß ich Inspektor wäre.

Eine unbehagliche Pause entstand.

Verkehren Sie mit Ihren Nachbarn?" fragte Elk und wies mit dem Kopfe nach dem Gang.

Spielvereinigung 1900 Giehen.

o. D e Ligamaunschaft hat Die Vorrunde bis auf ein Spiel gegen Den später erst zur Kreis.iza zuge.eilten F. E. 05 - W.tzlar be- enDct und beginnt am kommenden Sonntag mit Den 'Rückspielen. Das erste Treffen führt sie in Wetzlar mit Dem B. E. 1910 zusammen. Hier gilt es für Die 1. Sls 1900s. eine im Dorf piek unverdien.ermaßen crii.t?r.c Schlappe auszu- wetzen, Denn ein Eigentor Des linken Läufer- und eine leichtsinnige Zußabwehr deS Torwarts verhalfen Damals den Gästen zu einem billigen 2:0 - Sieg. In wischen hat sich manche- geän­dert: 1900, start verjüngt, zeigt ständig bessere Leistungen. Die Spie.verest.igung soll e abc: da- Tressen nicht auf die leichte Schütter nehmen, insbesondere, da abermals Eriatz eingestellt wer­den muh.

Die Ligareserve, 4. und 5. Mannschaft pausieren, um der Ligamannschaft das Geleit zu geben.

Rur Die 3a (Lehrmattnschast) reist Aum Ge­sellschaftsspiel nach Aßlar: sie wird sich wohl auch im Kampfe gegen Die vorzügliche B-ÄIaf'en- mannfchaft Den Sieg nicht entgehen lassen.

Die JugenD beginnt ebenfalls mit Der Rück- spie.serie. Die 1. Jugend empfängt auf ebe­nem Platz die l.Jgd. des S.E.-Wetzlar-Rieder- girmes, während Die 2. Jugend anschließend ! egen Die 1. JugenD Daubringens antritt. Die öajüler treten im Freundschaftsspiel in Butz­bach auf Die Schüler Der Dor.igen Rasenspieler.

Zum erftenmale tritt eine neu zusammen­gestellte Handballmannschaft,- in Der überwiegend Junioren mitwirken, auf oen P.an. Gegner ist die spielstarke Jungmannen-Mann- schaft des Wetzlarer F. C. 05. DaS Spiel findet in Wetz ar statt.

Die äreismeifterjefraftsfpiek im Arbeiter-Turn- und Sportbund.

£ Das Spiel Mörfelden gegen V. f. L. 1913Dornheim durfte wohl das vederiung^- vollste Treffen am Sonntag fein, da sich hier Die beiden Spitzenmannschaften 5um erstenmal in diesen Kreisspielen gegenüberstehen. Bornheim führt mit 8 Punkten, Mörfelden folgt dichtauf mit 7 Punk en. 'BriCe Mannschaften zeigen eine recht gute Spielmeise, Bornheim überragt durch seine höhere Spielkultur, während Mörfelden, zumal auf eigenem Platz, eine energische Mannschaft stellt. Der Ausgang des Spiels, das als Ent­scheidungsspiel anzusprechen ist, begegnet größ­tem Interesse.

Entgegen der Einteilung spiett Gießen am ' Sonntag auf dem Trieb gegen Den D. f. R. * Wiesbaden. Dieser Mannschaft geht ter Ruf voraus, daß sie einen ganz vorzüglichen Sturm und ebensolchen Schlußmann mUb ringt. Das am vergangenen Sonntag in Hanau erzielte 4:1* Resultat beweist, daß Gießen mit einem Gegner zu rechnen hat, der Lrnst genommen werden will. Denn Hanau zählt nicht zu Den schlechtesten Mannschaften. Gießen hat nur Aussicht auf Den Punktgewinn, wenn Die Stürmerreihe entschlosse­ner gestaltet werden kann. Ob dies durch Die vor* genommene älmftellung erreicht ist, muß . der Verlauf Dieses Spiels beweisen. DaS Treffen toirD starkem Interesse begegnen.

Das Spiel FrieDberg gegen Hanau wurde ebenfalls statt nach Hanau nach Friedberg verlegt. Der Ausgang ist recht ungewiß, ob­wohl Friedberg bisher nur Minusspiele, aber fast stets mit nur einem Tor Unterschied, 'pielte, Auf eigenem Platz versteht Die Mannschaft Tore zu schießen, fast möchte man ihr Den Sieg zu* sprechen. Hanau wird allerDings alles gegen eine abermalige Niederlage einsehen.

Lahnkreisvorschau.

tz. Mit dem kommenden Sonntag beginnt die zweite Spielserie im Lahnkreis. Mit Ausnahme des V. f. R. Butzbach sind sämtliche Vereine im Kampf. Zunächst greift die führende Germania Mar­burg nach einer zweisonntäglichen Pause wieder in die Spiele ein, und zwar in Herborn. Erst

Mit der Basiano und ihrer Gesellschaft? Rein! Sind Sie um ihretwillen da?"

Elk schüttelte den Kopf.Ich wollte ihr nur einen freundschaftlichen Besuch machen", sagte er. ,Zch bin gerade aus Ihrem Lande gekommen, Herr Broad. Es ist ein schönes Land, aber es gibt dort zu große Entfernungen für mich." Er studierte noch eine ganze Weile das Teppichmuster, bann sagte er: Ich hätte Ihren Freund von Herzen gern kennen- gelernt Ist er vielleicht auch Amerikaner?"

Broad schüttelte den Kopf. Als er Elk hinaus- begleitete, sprachen sie beide kein Wort, und es schien fast, als ob Elk, ohne Guten Taa zu sagen, gehen wollte, denn er schritt geistesabwesend weiter. Aber er drehte sich doch in der Tür um und lächelte sein langsames trübes Lächeln.

Ich würde mich freuen, Sie wiederzusehen, Herr Broad", sagte er.Vielleicht treffen wir uns wieder in Whitehall?"

Seine Blicke hafteten an dem grotesken weißen Frosch an der Tür. Broad wischte mit Dem Finger über bas Zeichen.

Der Abbruck ist noch ganz frisch", sagte er. Haden Sie sich schon Ihre Meinung barüber ge­bildet, Herr Elk?"

Elk prüfte die Matte vor der Tür. Ein kleiner weißer Fleck war auf ihr sichtbar, zu dem er sich hinabbückte.Vollkommen frisch. Es muß just, be­vor ich hierhergekommen bin, geschehen fein."

Und hiermit schien sein Interesse an dem Frosch erschöpft.

Ich werde jetzt hinübergehen. Guten Tag", sagte er mit einem Nicken.

Lola Bassano saß wartend in ihrem schönen Salon. In einen tiefen Sessel kindhaft eingeschmieat, viele weiche und farbige Kissen im Rücken, saß sie mit aufgezogenen Beinen da, eine dünne Zigarette zwischen den Lippen und einen verächtlichen Blick in ihren wundervollen Augen.

Von Zeit zu Zeit wendete sie den Kopf nach dem Manne, der, die Hände in den Hosentaschen, am Fenster stand und auf die Straße hinaussah. Er war groß, schwer gebaut, klobig und unvornehm. Alle Hilfe, die die Perfektion seines Schneiders und Kammerdieners ihm hatten angedeihen lassen, ge­nügte nicht, um seinen Ursprung zu verwischen.

(Fortsetzung folgt.)