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Aus der Provinzialhauptstadt.

Grehen, den 3. Juli 1926.

Abschied vom Spargel.

Wir müssen uns bamit abfinden: der Spargel stirbt oder vielmehr er schiebt, er schiebt zu einem slittrigen zierlichen Miniaturbäumchen auf; die Gartner sagen, er schiebt ins Kraut. Es bleibt uns nichts anderes übrig als eine zärtliche Er» tnnerung, die wir bis zu den ersten Maiwochen des nächsten Jahres tragen müssen. Sechs Wochen hat er uns erfreut, al8 Salat oder eingebettet in einen schimmernden Oel- und Butterspegel, in der Suppe schlürften wir seine leckeren Köpfe and zum Schinken mit Pfannkuchen wurde er uns aufgeschichtet. And sogar in der Art. die ich nicht liebe, als Gemüse, das die kinderreichen und rationelldenlenden Hausfrauen besonders lieben, hat er uns erfreut. Ach. es war herr­lich. ihm am Lösche gegenüberzusihen. aber man mußte seine Gastfreundschaft intensiv gemeßen; denn seine Dauer ist kurz und unsere Entbehrung lang. Vorsorgliche Haus rauen haben ihn zwar eingeweckt und konserviert aber für den schim­mernden und eleganten Leib des Spargels ist die Frischhaltung nicht van Vorteil. Er verliert bis zu den Festbraten im kommenden Herbst und Winter das Aroma, die Kraft des Geschmackes vexflüch- kigt sich, feine Würze hat sich in der langen Ge­fangenschaft aufgelöst, er bleibt gepreßt in das Glas, nur ein bewegender Anblick für das Auge und steigert im äußersten Falle die Sehnsucht des Spar- gelfanatifexe zur Qual. Aber niemals wird ein solch leckerer Gourmand seine Dual amsrischgehaltenen" Spargel stillen.

Er wartet, voll guten Angedenkens an die ver­gnüglichen und herrlichen Schmausereien und Be­gegnungen mit dem köstlichen Gemüse, auf den Augenblick, da feine erste Stange nach langer Ent- dehrungszeit erscheint, mit frischem und lockerem Mantel, das ausdrucksvoll kerbige Köpfchen hoch­mütig gereckt, behaftet mit einem trunkenmachenden Erdgeruch, der das Wasser im Munde zusammen- sließen läßt.

So sehr ich ihn liebe, mit dem Spargel dieses Jahres war ich nicht ganz zufrieden: es gab gewiß schöne Exemplare, herrliche Figuren wie aus Elfen­bein, Ruten von ansehnlicher Dicke und spritzender Saftigkeit, aber zu den glorreichen und auserlesenen Spargeljahren gehörte dieser Frühsommer nicht. Der Spargel setzte frühzeitig Bitterkeit, Fäulnis und Härte an. Gut zu verstehen bei der Stühle und Feuch­tigkeit der Mai- und Juniwochen. Der Spargel badet sich ja gerne und saugt viel Raß in sich, das ihm die poröse und lockere Erde durchläßt, aber das, was der Himmel diesmal über ihn herabfchüttete, war zuviel. Ich spähte jeden Morgen und jeden Abend nach meinem Liebling; es war ziemlich kühl in feinem Erdreich und unbehaglich In feinem Dun­kel, und über mancher Wurzel staute sich das Was­ser. Das war nicht von Vorteil für sein Wachstum; ich merkte es ihm ordentlich an, er kam langsam aus dem Dunkel getrieben, bedrückt und gehemmt in seinem Drang nach Licht und Oben, eine gewisse Unwilligkeit verstockte ihn. Er bedarf sehr der Lockung durch die Sonne, und er hat es gerne, wenn das Licht und die Wärme auf der Erdschicht, die ihn deckt, liegen. Dann kommt er rasch und willig, und läßt sich über die kühle Schlangenhaut mit den Fingerspitzen liebkosen und stürzt sich schnell dem langen blinkenden Messer entgegen, das er mit sei­nem weißen und saftigen Blut befeuchtet. Ich habe immer das Suchen und das Stechen des Spargels als einen Genuß vor dem eigentlichen Genießen bewertet. Und dabei war mir der Spargel, der bereits durch den Boden gestoßen war, nicht der Begehrteste, sondern der andere, der gerade mit der Spitze die Sand- und Erdrinne angetippt und sie rin wenig mit ganz dünnen unb haarfeinen Nissen jefprengt hatte. Ein solch verborgener Bursche ist 1er makelloseste in der Farbe und auch im Ge- chmack und Geruch der zarteste. Dieser ist der Sieb ing der Kenner.

Aber das ist alles für lange Monate wieder vorbei, und ich bin ein wenig über feinen Tod be­trübt, der eigentlich feine Auferstehung ist. Es tut mir leib (und wem nicht noch!) ihm entsagen zu müssen, wenn er auch in diesem Jahre der typische Regenspargel war, ein wenig wässerig und ohne be­sondere Individualität (auf vollkommenem Sand­boden gedieh er noch am besten), es war hall doch ein frischer Spargel. Das Verspeisen unb Schlürfen dieses unterirdischen Königs hatte seine Wollüste, er brachte etwas Abwechslung in unsere kontinentale Kartoffelkost. Beklagen wir sein Sterben aufrichtig, aber der Melancholie wollen mir uns darob nicht an­heimgeben. Ein ebenso leckerer unb hübscher Bursche kommt jetzt, die ersten Exemplare dieses braun- rockigen Abseitsgangers unb Einsiedlers habe ich schon entdeckt: Gepriesen sei der Steinpilz!

Anton Schnack.

Die Meldepflicht der Ausländer.

Eine neue hessische Verordnung vom 21. Mai d. I. mildert im Hinblick auf den Fremdenver­kehr die seitherigen Dorfchriften unb gleicht sie den Bestimmungen der anderen Länder an.

Die Ortspolizeibehörde kann auch jetzt noch von hem Ausländer verlangen, daß er sich persönlich bei ihr meldet, ein ober zwei Lichtbilder von sich übergibt unb über [eine persönlichen unb wirtschaft­lichen Verhältnisse erschöpfende Auskunft er­teilt. Don diesem Recht ist aber nicht allge­mein, sondern nur in den Fällen Gebrauch zu machen, in denen dies für eine wirksame F r e m- dentontrolle erforderlich ist. Jede Schikane ilt dabei zu vermeiden. In der Regel der Fälle ist auf die persönliche Meldung und die llebergabe eines Lichtbilds zu verzichten und genügt es, wenn die Meldung schriftlich ober burch Dritte er­folgt.

Bei der Meldung ist regelmäßig der Paß oder P a ß e r s a tz vorzulegen. Die Verordnung sieht vor, daß die Ortspolizeibehörde auch davon a b - sehen kann. Dies soll nur ausnahmsweise geschehen Gedacht ist an Fälle, in denen es un­tunlich ist, auf der Vorlage des Pasies zu bestehen; fo z. B. wenn bekannte, einwandfreie Ausländer, die im öffentlichen Leben eine Rolle spielen, zur Er­holung noch Hessen kommen unb ihren Paß nicht gern aus der Hand geben wollen.

Die Verordnung ist fo zu handhaben, daß einer­seits eine wirksame Kontrolle der Ausländer erhal­ten bleibt, andererseits alles vermieden wird, was den Fremdenverkehr in Hessen beeinträchtigen kann.

Einzelhandels - Derbandstag in Gießen.

Am heutigen Samstag und morgigen Sonn­tag findet in unserer Stadt die diesjährige ordentliche Jahresversammlung des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels statt. Während der heutige Samstag vorwie­gend für interne Beratungen und vorbereitende Beschlüsse vorgesehen ist, wird der morgige Sonn­tag der Generalversammlung gewidmet sein. Die Tagesordnung der Hauptversammlung bringt außer den Berichten des Geschäftsführers, Dr. M 0 e ß n e r, und der Vorstandsmitglieder ein Referat des geschäftsführenden Vorstandsmit­gliedes der Hauptgemeinschast des Deutschen Einzelhandels, Oberreg.-Rat Dr. Tiburtius (Berlin), überDie Bedeutung der Repara- tionssrage und des Dawesvertrages für die deutsche Wirtschaft, insbesondere für den Ein­zelhandel. Der Besuch der Tagung wird den Ein­zelhändlern, die aus allen Gauen Hessens sich in Gießen treffen werden, einen guten Einblick in die derzeitige Lage des Berufsstandes und in die Tätigkeit des Hessischen Landesverbandes gewähren. Man darf den Beratungen einen gedeihlichen Verlauf im Interesse dieses Be­rufsstandes und darüber hinaus auch zum Besten der Allgemeiicheit wünschen. Hoffentlich scheiden die Gäste aus dem Hessenlande mit den besten Erinnerungen aus unserer Stadt.

Bornotizcn.

Tageskalender für Samstag: Reiterliche Wettkämpfe: 4 Uhr auf dem Trieb. Ge- länberitt. 58. Regatta des Sübd. Ruderoerban- bcs: ab 4 Uhr nachmittags Vorrennen auf ber Lahn. Bürger-Gesellschaft: 8 Uhr: Philosophenwalb, Sommernachtsball. Reapolita: 8 Uhr,Karls­ruhe", Sommerfeft. Erste Reichskurzschriftgesell- schaft(Babelsberger" 8.30 UhrStabt Lich" Ver­sammlung. 21. V. 18701920: 9 Uhr,Aqua­rium" Hauptversammlung. Radfahrer-Verein Fortuna" 8.30 Uhr, Vereinslokal, Monatsoersamm- lung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das Gast­haus zur Ehe". Astoria-Lichtfpiele:Parisette".

Tageskalenber für Sonntag. Reiterliche Wettkämpfe: 2.30 Uhr nachmittags auf dem Trieb. 58. Regatta des Sübbeutfchcn Ruber- oerbanbes: Ab vormittags 9 Uhr Vorrennen, ab 2.30 Uhr nachmittags Hauptrennen auf ber Lahn. Evangelischer Bund: 3 Uhr nachmittags unb 8 Uhr adenbs: Turnhalle (Oßwalbsgarten) Bunbes- feier. Ehemalige 174er unb 461er: 4 Uhr nach­mittags, Eifenbahnhotel, Grünbung einer Orts­gruppe. Gesangverein Concordia: 3 Uhr nach­mittags, Karlsruhe, Sommerfest. Lichtspieltheater wie Samstag.

Evangelische Bundesfeier. Man schreibt uns: Wir machen noch einmal auf die mor­gige Bundesfeier aufmerksam, zumal eine Wieder­holung nicht vorgesehen ist. Weitere Feiern finden mit Ausnahme von Schotten nur außerhalb Hessens statt. Um auch Auswärtigen unb Kindern Gelegen­heit zu geben, teilzunehmen, ist die Nachmittags­feier angefetzt. Das Programm ist jedoch dasselbe wie am Abend. (Siehe Anzeige.)

Volkshochschule Gießen. Zu dem Vortrag von Geheimrat Sommer überReise­eindrücke aus Aegypten und Syrien" am kom­menden Montagabend wird uns geschrieben: Es handelt sich nicht nur um Reisebilder im üblichen Sinne, sondern um die Beobachtung der ganzen sozialen und politischen Verhältnisse in dem sog. nahen Osten. Der Vortragende geht von der Beobachtung der menschlichen Arbeit und ihren Auswirkungen im ganzen Geben der Völker in Gestalt von Berufsgruppen, politischen und so­zialen Verhältnissen aus. Die Darstellung be-

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wandten Mittel blieben erfolglos. Ich kann nun nach halbjährigem Gebrauch der Pneumette*) er­klären, daß die Pneumette et­was Großartiges ist. Allen Fußleidenden kann ich Ihre P n e u m e t t e bestens empfehlen. E., Dahnbeamter a. S>n Bonn."

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ruht auf einer großen Reihe von eigenen photo­graphischen Aufnahmen, le'onders aus Aegypten. (Näheres siehe heutige Anzeige.)

Verein der Freundinnen junger Mädchen. Morgen, Sonntag, abend im Johannes- faal Versammlung mit Vortrag überSchutz der weiblichen Jugend, eine soziale Pflicht". (Siehe An­zeige.)

** 93 0 n der Landesunioerfität. Der planmäßige außerordentliche Professor bei der phi­losophischen Fakultät der Landesuniversität Gießen Dr. Heinrich Wilhelm Weber in Gießen ist zum ordentlichen Professor in dieser Fakultät ernannt worden.

** I n den Ruhe st and sind auf Grund des Altersgrenzegesetzes für die Staatsbeamten ver- setzt worden: Der Ministerialrat im Landesamt für das Bildungswesen Dr. Karl D 0 r f e l d (Darm­stadt) am 1. Juli; der Rektor im einstweiligen Ruhe­stand Albert Boßler (Klein-Linden) am 1. Juli; der Polizeiverwaltungsoberassistent Karl Som­me r t 0 r n zu Gießen zum 1. September; die Lehrer Philipp Weil zu Laubach, Ernst Lehr zu Rülfenrod und Karl Sang zu Friedberg.

" Ein Ql a d) f l a n g zur Gießener Kreistagssihun q. In unserem Bericht über die Sitzung des Gießener Kreistages hatten wir mitgeteilt, der Antrag Klein betr. die Herabsetzung der Tagegelder sei von den Mitgliedern der Rechtsparteien und den beiden Vertretern der Demokraten angenommen worden. Hierzu wird uns jetzt milgeteilt, daß stch für diesen Antrag alle anweseirden Kreistagsabgeordneten ohne Ausnahme der Parteistellung ausgesprochen haben. Wir haben sestgestellt, daß diese Darstellung stimmt und uns bei der Riederschrift des Be­richts ein Irrtum unterlaufen war.

Q Der Glückwunsch der hessischen Regierung bei goldenen und diaman­tenen Hochzeiten. Wie wir hören, beabsichtigt die hessische Staatsregierung, für die Folge aus An­laß von goldenen und diamantenen Hochzeiten den Jubelpaaren in einem besonderen Handschreiben ihre Glückwünsche auszusprechen. Soweit Bedürftig­keit der Jubelpaare oorliegt, soll dem Glückwunsch­schreiben ein kleines Geldgeschenk beigefügt werden.

O Deutsch - polnische Verhandlun­gen in Bad-Rau heim. Wie zuverlässig ver­lautet, ist in Aussicht genommen, einen Teil der zwischen der deutschen und der polnischen Regierung noch schwebenden Verhandlungen in der Rechtskom­mission außerhalb Berlin stattfinden zu lasten. Als Ort dieser Verhandlungen, die ab 5. Juli beginnen werden, kommt nach unserer Information Bad- Nauheim in Frage.

*' Oberhessischer Kun st verein. Die derzeitige.Ausstellung von Gemälden und Aqua­rellen moderner Meister und Radierutzgen von Lovis Corinth ist morgen, Sonntag, 4. Juli, zum letzten Mal geöffnet.

** Kreis st raßensperre. Dom kommen­den Montag, 5. Juli, ab ist die Kreisstraße Klein- Linden Dutenhofen (Landesgrenze) bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Autover­kehr gesperrt. Der Durchgangsverkehr nach Wetzlar wird über HeuchelheimAtzbach geleitet.

** Unter ein Auto gekommen ist gestern abend gegen 61/» 41 hr an der Ecke Süd­anlageGartenstraße die etwa 12 Jahre alte Schülerin Elisabeth Müller aus der Licher- straße 149. Das Kind, das auf dem Fahrrad fuhr, hatte einen Zusammenstoß mit einem Per­sonenauto, wobei es mit dem Rad unter den Wagen geriet und hierdurch einen Knöchelbruch und Hautabschürfungen erlitt, .lieber die Schuld­frage muh erst die behördliche älntersuchung Klarheit bringen.

** Sie fünfte Reichsschulmusik­woche in Darm ft ab t. Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin und das Hes­sische Landesamt für das Bildungswefen veranstalten in der Zeit vom 11. bis 16. Oktober in Sarm« ft a b t bie 5. Reichsschulmusikwoche. Neben Refe­raten bedeutenber Schulmänner unb Musikpäda­gogen über den Musikunterricht in ber Volksschule wirb auch bas Verhältnis des Musiklehrers zum Chorgesangswesen unb zur Kirchenmusik behandelt.

** Rheinfahrten für Vereine, Schulen und Gesellschaften kündigt bie Schiffahrtsfirma Ph. K u u s in Mainz in unserem heutigen Anzeigenteil an. Man schenke ber Veröffentlichung feine Aufmerk­samkeit.

** Einwanberungs - Sichtvermerke nach Amerika. Seit bem 1. Juli werden ameri­kanische Einwanberunas-Sichtvermerke für unseren Bezirk nur noch von dem amerikanischen Konsulat in Köln erteilt. A y t r ä g e auf Erteilung eines amerikanischen Einwanberung-Sichtvermerkes sind jedoch nach wie vor dem amerikanischen Konsulat in Frankfurt a. M. einzureichen. Die für deutsche Auswanderer nach den Bereinigten Staa­ten bisher notwendige ärztliche Untersuchung durch einen deutschen Amtsarzt ist nicht mehr erforderlich, da bie ärztliche Untersuchung kostenfrei im Kölner amerikanischen Konsulat erfolgt, woselbst über bie Zulassungsfähigkeit der Auswanberer in bie Vereinigten Staaten gleich bei Ausstellung bes

Sichtvermerks entschieden wird. Weitere Auskünfte erteilen die örtlichen Agenturen der Schiffahrtsge­sellschaften.

** Der nädjfte Pferdemarkt in Frank- surta. M. findet am 5. Juli statt. Man rechnet mit einer guten Beschickung bes Marktes. Näheres in der heutigen Anzeige.

Gerichtssaal.

Zum Tode verurteilt.

WSR. Offenburg, 2. Juli. Das Schwur­gericht hat gestern den 27 Jahre alten Land- w:rt Wilhelm Schütt aus Städelhos bei Ober­kirch wegen QEorbed zum Tode verurteilt. Der Angeklagte hatte am Sonntag, dem 3. Ja­nuar. seine Braut, die 22sährige MariaDraun vmi Oberkirch, die von ihm in anderen Hm- ständen war, zu einem Spaziergang bestimmt unb sie auf dem Rückwege unvermuteterweife erdrosselt. Schütt, der außerdem noch verschie­dene andere Liebschaften angeknüpft unb meh­reren Mädchen bie Ehe versprochen hatte, hängte nach der Tat bie Ermordete an einem Baum auf, um den Anschein zu erwecken, als ob das Mädchen freiwillig aus dem Leben ge­schieden sei. Der Angeklagte war im großen und ganzen geständig.

Die Anterschlagunqen des Dürgermeisters von Zwingenberg.

* Darmstadt, 2. Juli. Wegen schwerer Verfehlungen im Amt wurde vom Be- zirlsschöffengericht der 39jährige bisherige Bürgermeister von Zwingenberg an der Bergstraße, Jakob Simon, zu einem Jahr unb sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte in fünf Fällen Geldbeträge unterschlagen, unb zwar in Summen von 2000 Mark, 1700 Mark, 1000 Mark. 100 Mark und 46 Mark. Die unterschlagenen Gelder hat er inzwischen erseht. Außer ber Gefängnisstrafe erhielt Simon auch dreijährigen Ehrverlust zu- diktiert, weil er als Beamter öffentliche Gelder unterschlagen habe.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Tenders.

(Aus der »Radio-31mschau".)

Sonntag, 4.3uli.

8 bis 9 älhr: Morgenfeier, veranstaltet von den Chören der Christuskirchc 12 bis 1 Llhr: Konzert des HausorchesterS: Chr. W. v. Gluck. 3 bis 4 älhr: Die Stunde der Jugend. 4 bis 7 Ahr: liebertraaung aus Köln: Die deutschen Karnpfspiele in Köln. 4 bis 5 Uhr: Ruder- rejratla auf dem Rhein. 5 bis 6.45 Uhr: Fuß- ball--Endsviel um den Kampf spirlpokal des Deut­schen Fußballbundes im Kölner Stadion. 7 bis 8 Uhr: Stunde des Rhcin-Maii^ scheu Verbandes für Volksbildung:2anb unb Lied der Finnen". Vortrag von Geheimrat Alfred Biese. 8.30 bis 9.30 Uhr: Uebertra^ung von Kassel: Konzert des Kasseler A-capella-Chvres. 9 30 bis 10.30 Uhr: Gastspiel Kammersänger Karl Jörn. Anschließ<md bis 12 Uhr: Hebertragung von Berlin: Tanz­musik der Berliner Funkka pelle.

Montag. 5. Juli.

4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Haus- orchesterS: Opern der Romantik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Les?stunde. 7 bis 7.33 Uhr:Der Be­ruf des Geschä'tsrüsenden unb Vertreters". Vor­trag von Karl Albert. 7.33 bis 8 Uhr:Walter Rathenau, sein wirtschaftliches und politisches System", Vortrag von Prof. Dr. Käntzel. 8 Uhr: ilebertrcveung aus dem Zoologischen Garten: Kon­zert des R^ichsbunbes der Beamkenvereine Ehe­maliger Militärmusiker Deutschlands.

KivchNche Nachrichten.

Evangel'sche Gemeinten.

Sonntag, den 4. Juli. 5. n- Trinitatis.

Gießen. Stadtkirche. 8: Pfr. Becker. Zugleich Christenlehre f. b. Reukonfirmierten auS bet Mat- kusgemeinbe 9'/,: Pfarraff. Hertel. 11: Kinderkirche f. b. Matthäusg. Pfarrast. Hertel. - IohanneS- kirche 8: Pfarrer Ausfelb. Zugleich Christenlehre für bie Reukonfirmierten a b. Iohannesgemeinbe. 91/»: Pfarrast. Schultheis. 11: Kinderkirche für bie Lukasgemeinbe. Pfartast. Schultheis. Kirchberg. 10; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. - Mainzlar. 1'/,. - Lollar. 17,. Watzenborn» Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 1 (Pfr. Lic. Jäger, Leihgestern.) Garbenteich; 7,10.

Krihol'ifche Gemeinden.

Gießen. Samstag, 3. Juli. 4und 7 Deichte. Sonntag, 4.3ult 6. Sonntag nach Pfingsten, 67, Deichte, 7 Messe, Rom. der Männer, 6 Körn'. 9 Hoch­amt mit Predigt, NMeste mit Predigt, 2 Christen­lehre unb Andacht, Grünberg. 9' ,Meste mit Predigt. Hungen. 6 abdns Andacht. Lau- bach. 10 Meste mit Predigt. Lich. 77, Messe mit Predigt.

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