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Nr. 52 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Mittwoch, 5. März 1926

Aus Natur und Technik.

was ist eigentlich einviefelmstor?

Don Dipl.-Ing. Bernhard Besser.

Wie lange der für den Dieselmotor bezeichnende grundlegende physikalische Vorgang schon bekannt ist, läßt sich nicht feststellen. Soviel ist sicher, daß wilde «Volksstämme Zentralamerikas noch heute von diesem Dorgong Gebrauch machen, und zwar zu dem gleichen Zweck, zu dem er im Dieselmotor oer wendet wird. Diese Behauptung durfte zunächst einiges Kopfschütteln erregen, da wir Kultur­menschen des 20. Jahrhunderts in unserem Stolz aus unfere technischen Fortschritte immer nur Neues gefunden und verwendet zu haben glauben. Und doch gilt auch in der Technik, öfter als man dentt, der Satz des Ben Akiba:Es ist alles schon da- gewesen."

Forscher haben bei den Eingeborenen in den Urwäldern Zentralbrasiliens ein ursprüngliches und doch höchst geistreiches Gerät gefunden, das aus einem unten verschlossenen Holzrohr besteht, also einer Art Znlinder, in dem sich ein gut passender Holzstempel oewegen läßt. Dieses Gerät ist ein Feuerzeug! In das Rohr wird nämlich ein Stück Feuerschwamm gelegt, der Stempel wird in die Rohröffnung eingesetzt und durch einen schnellen Schlag hineinaetrieben. Zieht man ihn dann wieder heraus, so ist der Zunder in Brand geraten!

Ein anderer Vorgang, der allgemein bekannt ist: Das Fahrrad hat ein paar Tage gestanden, und seine Reifen haben keinen genügenden Druck mehr. Es wird also die Luftpumpe angesetzt und Luft in den Schlauch hineingedrückt. Der Schlauch füllt sich, und die Luftpumpe? Sie wird warm! Also wieder entwickelt sich, wie beim Luftdruckfeuerzeug, Wärme, wenn man einen Kolben in einen Zylinder hinein­preßt.

Die beiden Beispiele beweisen durch ihr Vorhan­densein den Satz: Beim Zufammendrückcn eines Gases in den beiden Beispielen von Lust ent­wickelt sich Wärme. Die entstehende Temperatur ist um so Mer, je schneller das Zusammendrücken vor

sich geht, d. h. je kleiner die Zeit ist, die der Wärme aum Abfließen nach kälteren Teilen zur Verfügung steht, und ferner um so höher, je kleiner das Ver­hältnis des Raumes nach der Verdichtung zum Raum vor der Verdichtung ist. Mit diesen physika­lischen Gesetzen, deren theoretische Ableitung an die­ser Stelle nicht erforderlich ist, da die Tatsachen als solche genügen, läßt sich das Dieselverfahren leicht begreifen.

Um den grundlegenden Unterschied gegenüber den anderen Brennkraftmaschinen besonders deutlich hervorzuheben, sei zunächst noch einmal kurz auf die wohlbekannten Vergasermaschinen eingegangen, wie sie im Kraftwagen und im Flugzeug verwendet wer­den. Bei ihnen wird der Brennstoff Benzin, Benzol usw. nicht unmittelbar in flüssiger Form in den Zy­linder eingeführt, sondern er wird vorher vergast, bei der Bewegung des Kolbens aus dem Znlinder heraus zusammen mit Luft angesaugt und beim Rückgang des Kolbens etwas verdichtet. Die Ver­dichtung beträgt dabei mir wenige Atmosphären. Das in dem kleinen Verdichtungsraum enthaltene Gemisch ist sehr zerknallfähig, da es ja eine Art Knallgas darftellr. Wird es durch einen elektrischen Funken gezündet, so findet eine augenblickliche Ver­brennung statt, ohne daß der Kolben während des Verbrennungsoorganges merklich aus seiner inneren Lage herausbeweat wird; die Verbrennung geht bei gleichbleibendem Rauminhatt in kürzester Zeit vor sich. Infolgedessen entsteht ein sehr starker Druck.

Das Arbeitsverfahren des Dieselmotors beruht auf ganz anderen Grundsätzen. Es verwendet näm­lich die Gesetze, die im Anfang sestgestellt wurden. Bei der Aufwärtsbewegung des Kolbens wird der Zylinder lediglich mit frischer Luft angefüllt. Dabei sind die Abmessungen des Zylinders so, daß beim Rückgang des Kolbens nur ein ganz kleiner Raum zwischen Kolben- und Zylinderboden frei bleibt. Be- wegt sich der Kolben einwärts, so wird die im Zy­linder enthaltene Luft durch Zusammenpressung sehr stark verdichtet und steigt dadurch aus eine hohe Temperatur an, die hinreicht, den im Dieselmotor verwendeten Brennstoff zu entzünden. Als Brenn­

Ueberblick über die

(Nachdruck verboten.)

als eine schlechte Borbedeutung anzu-

Blia in die Halle 9 des Vereins Deutscher Lertzeugmaschinensabrilen.

Blick auf die Hallen 8, 9 und 10.

Die Kuppelhalle (Halle 12).

msten

Weise

man eine

hinter dem Auslande zurückgeblieben sind und viel nachholen müssen. Die Strosienbaumaschinen, von denen sich mancher vielleicht eine falsche Vor­stellung macht, sind Betonmischmaschinen, welche den bereiteten Beton durch einen Ausleger mit Kübel sofort auf die Straße bringen und sich mit dem voranschreitenden Straßenbau vorwärts be­wegen. In Frage kommen reine Betonstraßen und solche mit Teer- oder asphaltartiger Ab-

ilen an den Lücken deutlich zu sehen ist. Dieser rgang ist bei unseren wirtschaftlichen Verhält- rächt verwimderlich und auch in ferner

Wil Recht setzt die Wirtschaft auf die Früh« S-messe im allgemeinen und auf die dies­ige im besonderen große Hoffnungen. Wenn natürlich auch heute über das Ergebnis der Technischen Wesse noch nicht das Geringste sagen läßt, so Lairn man doch aus dem Ausgestellten und aus dem Besuch am ersten Tage schon einige Schlüsse ziehen. Bei letzterem must man aller­dings sehr vorsichtig fein, denn gerade bei den technischen Wessen kommt immer mehr der Aus- steuungScharakter zur Geltung. Dadurch kommt es, daß der große Besuch, welcher am ersten Tage sofort sehr stark einsetzte, sich nicht ohne weiteres auf die gewünschten wirtschaftlichen Ergebnisse übertragen läßt, denn ein hoher Prozentsatz der Besucher sind ausgesprocheneSehleute", welche allerdings wissenschaftliches und technisches Inter­esse in die Hallen treibt. Aber immerhin darf die erfreuliche Tatsache gebucht werden, daß auch die Zähl btt Interessenten sehr groß ist. Dagegen ist die Zahl der Aussteller gegenüber dem letzten Frühjahr nicht gewachsen, sie hat im Gegenteil eine kleine Abnahme erfahren, was in manchen

Sonderausrüstung für die periodisch Wiederfeh- rendcn Arbeiten kauft, welche dann ausgewechselt werden.

Wir glauben, daß jeder, der diese ,Maschinen- schau" sicht, von ihrem Eindruck überwältigt ist. Da und dort haftet das 'Auge an Maschinen- kolossen, welche schwere Eisen oder große Baum- stämme mit Leichtigkeit bearbeiten. Vicht minder bewundert man all die vielen mittleren und Heiner en Maschinen, mit denen eine durch Hand- bearbeitung nie erreichte Genauigkeit und Schnel­ligkeit erzielt wird. XInfcrc heutigen Werkzeug­maschinen sind die Grundlage für jede Massen- und Serienfabrikation. Ein Drittel der Riefen­halle ist der Holzbearbeitungsmaschine Vorbehal­ten, welche mehr und mehr ihre älteren Ge­schwister, die Metallbearbeitungsmaschinen an Vollkommenheit einholt.

Das Haus der Elektrotechnik steht an Wichtigkeit der großen Maschinenhalle nicht nach. Greift doch heute die Elektrotechnik in je­den Teil der Technik mehr oder minder ein. Wir erinnern nur an die elektrische Krafterzen- gung, den elektrischen Antrieb durch den Elektro­motor. möge es nun bei einer Werkzeug- oder sonstigen Maschine sein. Beben der elektrischen Beleuchtung, welche wohl durch ihre großen Vor­teile ein bedeutendes Liebergewicht über alle ande­ren Beleuchtungsarten besitzt, kommt die elektrische

Wege. Ist der Auftragsbestand groß genug, um Spezialmaschinen dauernd in Betrieb zu halten, so ist ihre Anschaffung natürlidb wirtschaftlich. 3m anderen Falle kann man sich dadurch helfen, normale Serienmafchine mit

allerdings getrennte Braunkohlen- und Wärme­fachmesse, der auch noch eine Gießerei-Messe angegliedert war. Dieses Jahr sehen wir nun alles in Halle 21 und auf dem angrenzenden Freigelände vereinigt, auch sind die Motoren für Gas und flüssige Brennstoffe noch hinzugenom­men worden, welche ja zu den Brennstoffen in engster Verbindung stehen. Denn sie auch in keiner Weise einen Anspruch auf Vollständigkeit

schau dieses Jahr ganz besonders unter dem Zeichen einer wirtschaftlichen Fertigung. Man kann dies deutlich an dem Van. der Maschinen er­kennen. Bei den Sperialmaschinen gebt man zwei

Leipziger Technische Messe

Von unserem nach Leipzig entsandten technischen Mitarbeiter.

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sehen. Es ist gang Kar. baß bei dem nun im Gange befindlichen GesundungSprozeh manche nicht lebensberechtigte Firma, welche nur als eine Jnslationserschei nung anzusehen ist, verschwinden muß. Es überrascht den Besucher, daß er auch ab unb zu erne bedeutende Firma vergeblich an der gewohnten Stelle sucht. Auch dies ist durch die Verhältnisse berechtigt. Es ist richtiger, einmal die Messe nicht zu beschicken und seine gesunde Grund­lage zu behalten, als umgekehrt.

Diese krittschen, aber wahren Betrachtungen, welche wir den Lesern nicht glauben vorent- hcttten zu dürfen, sind jedoch kein Hindernis, die große Bedeutung der Leipziger Technischen Messe mr unser gesamtes Wirtschaftsleben rückhaltlos anzuerkennen. Die technische Qualität der Wesse bat sich ohne Zweifel gegenüber der vorjährigen Frühjahrsmesse wesentlich gehoben, und wir dürfen auf die gezeigten Leistungen der deutschen Industrie stolz sein. Es ist nicht nur die all­gemeine Anordnung der Technischen Messe überall verbessert worden, sondern auch minder wert­volle Erzeugnisse haben den besseren Platz machen müssen. Lind das ist ja auch mit ein Zweck der Wesse Die oft scharfe Konkurrenz ist ein An­sporn zu weiterer Leistungssteigerung.

Ein Hauptanziehungspunkt ist natürlich die neue Halle 21. welche die Fachausstellung Brennstoff, Kraft und Wärme beher­bergt. Schon im vorigen Frühjahr sahen wir eine

erheben darf, so gibt sie doch einen ausgezeich­neten Lieberblick über die Anlagen zur Gewinnung und Aufbereitung der Drennstofte sowie ihrer Verwendung und Kontrolle. Sehr interessant find u. a. Oelfeuerungen und Grohraumbeheizungen vertreten. Besonderer Reichhaltigkeit erfreut sich die Gießereiabteilung, welche den Beweis er­bringt, daß auch in unseren Gi eh erei betrieb en die mechanische Arbeitsweise immer mehr ein» dringt. Wir denken hier an die in großer Zahl gezeigten Formmaschinen. Wotoren für Gas und fluffige Brennstoffe finden wir in hervorragender Auswahl. Es ist ja bekannt, daß der Dieselmotor immer weitere Verbreitung findet. Auch den Steuerungen steht ohne Zweifel eine große Zukunft bevor. Allgemeines Jnterefse findet auch drr MAR-Scheibengasbehälter, welcher das bis­herige Wllsserbassin überslüfsig macht und im Dan und Betrieb bedeutende Vorteile bringt.

Die B a u m e s s e hat dieses Frühjahr eine bedeutende Erweiterung durch den Straßenbau erfahren. Ihr Besuch war am ersten Messetage sehr güt. Es ist wichtig, daß nun auch der Straßenbau mit in den Kreis der Technischen Messe gezogen ist. Besitzt er doch gerade durch seine ihm durch den anwachsenden Automobil­verkehr gegebene Entwicklung das Interesse wei­tester Kreise. Es ist auch bekannt, daß wir im Bau von Straßen für den Kraftwagenverkehr durch die Verhältnisse in vielen Fällen weit

deckung. Die Baumaterialien, Bausparweifen und die Baumaschinen sind in der gewohnten Form zu finden, wenn auch manche Verbesserung und Neuheit beachtenswert ist. Eine große An­ziehungskraft wird die in der zweiten Hälfte dieser Woche stattfindende Stratzenbautagung finden, welche neben praktischen Vorführungen Vorträge namhafter Fachleute aufweisen wird.

Die Fördertechnik, welche ja ein Gebiet der Technik ist, das sowohl im Maschinenbau als auch vielleicht noch mehr im Verkehrs- und Bau­wesen Anwendung findet, beansprucht mit Recht eine eigene zusammenhängende Ausstellung. Sie ist ihr in der Fördermesse gegeben, welche beginnend mit den zwei Pavillons der beiden großen Leip- ziger Vertreter (ATT. und Dleichert) in Halle 11 und dem dahinter liegenden Freigelände unter­gebracht ist. Wenn die Ausstellung in der Halle auch nur wenige Stände umfaßt, so ist sie doch sehr beachtenswert. Hinter ihr auf dem Frei­gelände interessieren Förderanlagen zur fließen­den Fertigung, welche auch dem Laien ein an­schauliches Bild geben.

Der dritte Hauptpunkt der Technischen Messe ist nach wie vor die große Hatte der Werk­zeugmaschinen. Die ganze 21 000 Quadrat­meter umfassende Hatte ist samt den Galerien wieder voll belegt. Im allgemeinen sind dieses Mal die schweren Maschinen mehr als bisher vertreten. Dann steht die Werkzeugmaschinen­

stoff dienen im Dieselmotor Oele, beispielsweise Gasöl, Paraffinöl. Teeröl usw.

Der Brennstoff ist bis zum Ende der Verdich- tung noch nicht in den Zylinder eingeführt. Erst am Ende der Verdichtung wird er hinzugegeben, aber nun nicht nach vorheriger Vergasung wie bei dem zuerst beschriebenen ©erfahren, sondern in flüssiger Form. Er wird unter hohem Druck, entweder mit Hilfe von Preßluft, die in einem besonderen Verdich­ter erzeugt wird, oder unmittelbar durch eine Hoch­druckpumpe unter einem Druck bis zu 400 Atmosphä­ren durch eine Düse eingespritzt und löst sich hierbei in feine Tröpfchen auf, die in den heißen Verdich­tungsraum geschleudert werden. Da dessen Tempe­ratur durch die Verdichtung der Luft über der Ent­zündungstemperatur des Brennstoffs liegt, io ge­raten öie Tröpfchen in Brand und entwickeln hierbei ein hochgespanntes Brenngasgemisch. Eine besondere Zündung fallt also beim Dieselmotor fort: Er er­zeugt sich die Zündungswärme selbst. Auch der Ver­lauf der Verbrennung ist grundlegend anders als beim ©ergnfermotor. Während dort ein sehr zer- knallfähiges Gasgemisch augenblicklich gezündet wird, wird beim Dieselmotor der Brennstoff nach und nach eingespritzt und verbrennt, während sich der Kolben nach außen bewegt. Im Gegensatz zum Vergasernwtor geht die Verbrennung also nicht bei gleichbleibendem Rauminhatt, sondern bei gleich- bleibendem Druck vor sich.

Man kann das Wesentliche des Diesel verfahrens folgendermaßen aufammenfaffen: Der Brennstoff wird in flüssiger Form in den Zylinder eingeführt: die Zündungswärme wird durch die Verdichtungs- roänne der Zylinderluft erzeugt, die Verbrennung geht bei gleichbleibendem Druck vor sich.

Es ist auch dem Nichtfachmann klar, daß dieses Verfahren, das auf besondere Zündeinrichtungen und Dergasereinrichtungen verzichten kann, für viele Betriebszwecke außerordentlich wertvoll ist. So ist es auch zu erklären, daß der Dieselmotor in vielen Betrieben, in denen fein geschultes Personal zur Verfügung steht, alle anderen Antriebsarten ver­drängt hat. Besondere Bedeutung hat aber der

Heizung einschließlich ihrer Anwendung In den Koch- und Heihwasserapparaten immer mehr zur Geltung. Dazu tritt die elektrische Rachrichten­übermittlung durch den Telegraph und das Tele­phon m'rt seinem jüngsten Zweig, dem Radio­apparat, welcher trotz der Berliner Funkausstel­lung sehr reich und interessant vertreten ist. Der ungeheuere Aufschwung, welchen dieser In­dustriezweig binnen weniger Jahre genommen hat, ist wieder ein Beweis für die schnelle Ent­wicklung der modernen Technik.

Die Hatte, welche für die Großindustrie be­stimmt ist, ist recht schwach belegt. Unsere Groß­industrie ist bei den heutigen Zeiten einfach» nicht in der Lage, die ungeheuren Kosten für die Aufstellung solcher Riesenmaschinen zu tragen und beschränkt sich auf die Dorfichrung einzelner Teile ihrer Fabrikation, welche zur Zeit eine besondere Bedeutung haben. So kam es, daß ein großer Teil der Hatte mit zum Teil ameri­kanischen Automobilen belegt wurde. Einen Hauptanziehungspunkt bilden die hier ausge­stellten Kruppschen Dieselmotoren und Hochdruck­kessel.

In Halle 11 ist eine kleine Textilmaschi- n e n s ch a u , welche hoffentlich bei der nächsten Messe in orößerem Umfange erscheinen wird. Der übrige Inhalt der Halle, aus dem, wie schon er- wähnt, die Kraftmaschinen in Halle 24 gewandert und die Fördermaschinen neu hinzugetreten sind, ist

Dieselmotor als Antriebsmajchine für Schifte und für Kraftzentralen erlangt Für Schiffe ist er wegen seiner verhältnismäßig geringen Umlaufszahlen be­sonders wertvoll, die es geftatien, die Schiffsschraube ohne Zwifchengetriebe unmittelbar anzutreiben. Für Kraftzentralen liegt sein Wert vor allem darin, daß der Speicherraum des Betriebsstojfes gering ist, und daß die großen Anlagen, wie Dampferzeuger und Dampfniederschlagseinrichtungen, in Fortfall kom­men. Unbedingt überlegen ist der Dieselmotor allen anderen Kraftmaschinen, abgesehen von seinem guten Wärmewirkungsgrad, auch darin, daß er Ab­fallerzeugnisse der Gasindustrie zu verwenden ge­stattet, die uns im eigenen Lande zur Verfügung stehen. Durch die Weiterentwicklung der neuen Schwelverfahren für Stein- und Braunkohle wird es uns voraussichtlich im Laufe der Zeit möglich werden, vollkommen unabhängig von ausländischen Delfelbern zu werden, so daß im Dieselmotor eine Kraftmaschine höchster Leistungsfähigkeit zur Ver­fügung steht, deren Entwicklung für die deutsche Wirtschaft von größter Bedeutung zu werden ver­spricht. Wie bei allen Brennkraftmaschinen müssen die Zylinder des Dieselmotors gekühlt werden, da sie sonst leiden würden. Bei Heineren Brennmotoren genügt die Kühlung durch Luft, die man an den Zylindern vorbeistreichen läßt, wobei an die Zylin­der an gesetzte KiMrippen die Kühlflächen ver­größern. Für größere Leistungen muß man jedoch Fküssigkeitskühlung verwenden, bir- wirksamer ist unb infolgedessen viel kleinere Kühlflächen erfordert. In dieser Kühlung lag bisher eine große Verschwend düng von Arbeit, unb auch die heißen Abgase trugen viel ungenutzte Wärme fort. Neuerdings verwendet man jedoch das Kühlwajfer, häufig nachdem man es durch die etwa 550 Grad marinen Abgase noch weiter erwärmt hat, zu oerschiebenen Zwecken, ins« besonbere zur Heizung auf oft erstaunlich große Ent­fernungen, so baß bie in Gestalt ber Brennstoff» aufgemenbete Energie bis auf einen verschwinbenb geringen Rest ausgenutzt unb bie an sich schon große Wirtschaftlichkeit bes Dieselmotors noch weiter er­höht wirb.