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in Gießen ein. Die Schüler müssen sich dann bis zum Beginn des Unterrichts 1^ Stunde in Gießen Herumdrücken, und die besten Kräfte für den Unter­richt gehen verloren. Manche Eltern, deren Wohn­ort weitab von der Station liegt, müssen ihre Kin­der schon um 4 Uhr aufstehen lassen, um sie rechr- zeitig zur Bahn zu bringen. In den letzten Wochen sind von den höheren Schulen in Gießen und auch von der Elternschaft im Busecker Tal Eingaben an die Eisenoahndirektion abgegangen mit der Bitte, diesem Uebelstand im Sommerfahr­plan in der Weise abzustellen, daß ein Trieb­wagen oder ein leichter Dampfzug eingelegt wird, der kurz nach 7 Uhr in Gießen einläuft. Dieser Zug würde nicht nur für Schüler, sondern auch für An­gestellte und Beamte, für Lehrlinge, Dienstmädchen usw. der gegebene Zug sein. Was bei den anderen in Gießen einmündenden Strecken möglich ist, muß sich auch auf der Strecke GrünbergGießen ein­richten lassen. Sollte die Bahnverwaltung diesen Wünschen der Einwohnerschaft des Busecker Tales nicht zugänglich sein, dann würde man es begrüßen, wenn die Autoverbindung Gießen, Stein­bach, Albach, Burkhardsfelden, Hattenrod, Grünberg bald zustande käme.

:: Beuern, 2. März. Am Samstagabend fand im alten Schulsaale die zweite öffentliche Sitzung des Gemeinderats statt. Die wichtige Tagesordnung hatte viele Zuhörer, namentlich viele Arbeitslose, angelockt. Zunächst wurde beraten über einen Antrag der hiesigen Erwerbslosen auf Erhöhung ihrer Erwerbslosenunter- st ü tz u n g. Die Erwerbslosen begründen ihren An­trag insbesondere damit, daß sie in der letzten Zeit Arbeiten für die Gemeinde geleistet hätten, die als Notstands- und nicht als Pflichtarbeiten zu betrach­ten feien. Fast alle Gemeinderatsmitglieder sind darüber einig, daß die Unterstützung der Erwerbs­losen in der seitherigen Weise nicht ausreichend rst, und von Seiten der Gemeinde eine Zulage ge­währt werden soll. Uber die Höhe konnte jedoch kein Entschluß gefaßt werden. Es soll vorerst Ma­terial gesammelt werden über die genaue Zahl der Unterstützungsberechtigten, die Zahl der Pflicht­arbeitstage und die Höhe der seither gezahlten Un­terstützungen. In einer der nächsten Sitzungen sott endgültig über den Antrag Beschluß gefaßt wer­den. Hierauf beschäftigte man sich mit dem An­trag einiger Baulustigen, den Gemeindezu- schuh zu den W o h n u n g s b a u t e n zu er­höhen. Die Gemeinde ist nicht abgeneigt, dem Antrag zuzustimmen. Es muß aber erst beim Kreisamt Gießen die Genehmigung eingeholt wer­den, einen Baukredit von etwa 8000 bis 10 000 Mark aufzunehmen, die dann bei der Bezirksspar­kasse Gießen geliehen werden sollen. Die Gemeinde verteilt dann diese Gelder an die Baulustigen gegen eine Verzinsung von 12 Proz., die die Gemeinde ebenfalls bei der Gießener Kasse zahlen muß. Als Sicherheit übernimmt die Gemeinde die' 1. Hypo­thek auf die zu erbauenden Häuser. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf die Errichtung von Baujparkonten bei den öffentlichen Sparkassen. Der Vorsitzende, Bürgermeister Lin­de n st r il t h , verlas hierzu ein Rndscheiben der Kreisämter und Sparkassen. Sodann befaßte man sich mit den noch an die Gemeinde zu zahlenden Holzgeldern u.dgl. aus dem Vorjahre. Es stehen noch rund 23 000 Mk. aus, die aus dem lau­fenden Rechnungsjahr noch an die Gemeindekasse zu bezahlen sind. Um ihren Verpflichtungen gegen Holzhauer, Arbeitslose u. a. nachzukommen, hat die Gemeinde bei der Bezirkssparkasse Gießen eine größere Summe ausgenommen, die mit 12 Proz. zu verzinsen ist. Um diesen ungesunden Verhält­nissen abzuhelfen, beschließt der Gemeinderat, daß alle noch ausstehenden Gemeindegelder nur noch in der elften Märzwoche ohne Kosten eingezahlt werden können. Alle in dieser Woche nicht einlaufenden Gel V der werden ab 1. März mit 12 Proz. verzinst. Nach kurzen Besprechungen über die in nächster Zeit * durch Erwerbslose vorzunehmenden Pflicht­arbeiten und nach einer weiteren Mitteilung, wonach auch noch die demnächst stattfindende dritte Holzversteigerung nicht ausgeschrieben werden soll, schließt der Vorsitzende die öffentliche Sitzung. Die Zahl der Erwerbslosen hat sich gegen die vorige Woche mit 73 nicht mehr geändert. Schein­bar ist auch bei uns der Höchststand erreicht. Die Er­werbslosenfürsorge wurde an 64 ausbezahlt. Der Totengedenktag für unsere Gefallenen im Weltkrieg wurde in unserem Dorfe in würdiger Weise begangen. Bei gutbesetztem Gotteshaüse pre­digte der Ortsgeistliche über Evangelium Johannes, Kapitel 15, Vers 13 und 14. Der Kirchengesangver­ein verschönte die Feier mit einem passenden Lied. Mit umflorter Fahne nahm der Kriegerverein am Gottesdienste teil

f Grün berg, 2. März. Der Stand des Roggens ist in unserer Gegend nicht befriedigend; Schneckenfraß im vorigen Herbst hat hier geschadet. Der Weizen steht ziemlich gut. Infolge des an­haltenden und starken Regens ist. jedoch der Boden sehr fest geworden, so daß man jetzt die Egge an- wenden muß. Der Klee verspricht eine gute Ernte. Von einer Mäuseplage wurde hier bis jetzt nichts verspürt. Der Jahresabschluß des Schweine- versicherungsveretns Grünberg schließt für 1925 ab mit 1708,74 Mk. Einnahmen und 1491 Mark Ausgaben. Das Vermögen beläuft sich auf 415,09 Mk., einschl. Ueberschuß von 1925. Der Ver­ein zählt 217 Mitglieder, die in diesem Geschäfts­jahr 1300 Stück Vieh im Gesamtwerte von 138 500 Mark versichert hatten. Die Zigarrenfabrik Bock 8z G o. in Gießen hat ihren hiesigen Filial - betrieb stillgelegt.

is. Steinbach. 2. März. Für das auf dem Subm issionswe ge verkaufte Bauholz

wurden folgende Höchstgebote abgegeben: Kiefern­holz 4. Kl. 19.43 Mk., 5. Kl. 15.13 Ml.. Fichten­holz 3. Kl. 24,26 Mk., 4. Kl. 22,65 Mk.. 5a-Kl. 21,96 Mk., 5b-Kl. 18.90 Mk. Käufer sind die hiesigen Zimmergeschaste Schindler und Keß­ler, sowie die Firma 21 b ermann, Gießen.

= Cid), 2. März. Der Turnverein mit seinen 303 Angehörigen, der stärkste Verein am Platze, hielt feine sehr gut besuchte 6 5. Haupt­versammlung in der Turnhalle ab. Nachdem die Versammlung in ehrender Weise der im ver­gangenen Jahre verstorbenen Turner Karl Ludwig Schmidt und Fritz Spahr gedacht hatte, gaben der Jahresbericht des 1. Sprechers Reinhard Z i m - m e r, die Tiirnberichte der Turnwarte Hrch. Volz und Karl Ludwig sowie der Bericht des Zeug- warts A. Hi säen einen Ueberblick über die ge­leistete Arbeit des verflossenen Turnjahrs. Dieses stand im Zeichen des T u r n h a l l e n e r w c i fe­rn n g s b a u s,'der im November zum Abschluß kam. An allen turnerischen Veranstaltungen des Bezirks und des Gaues war der Verein erfolgreich beteiligt, sogar am Kreisturyfest in Gießen. Es konnten zusammen 28 Siege von auswärtigen Turnfesten heimgebracht werden. Geturnt wurde an 60 Abenden bei einer Durchschnittsbeteiligung von 50 Zöglingen und Turnern. Die von Gießener Turnern bei der Turnhalleneinweihung gegebene Anregung, das Altersturnen auch hier einzuführen, ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Eine Alters- r i e g e turnt jetzt wöchentlich an einem Abend. Neu organisiert wurde auch das öd)ülerfurnen, nachdem Lehrer Schön in dankenswerter Weise die Leitung der Jugrndabteilung übernommen hat. Im neuen Jahr hofft man auch dem Frauen­turnen mehr Aufmerksamkeit schenken zu können. Der Rechner Hrch. Vater erstattete den Rech- nungsbericht. Die Rechnung schließt ab mit 1752,19 Mark in Einnahmen und 1748, 78 Mar fin Aus­gaben. Die Rechnungsablage über den Turnhallen- ermeiterungsbau zeigte an Einnahmen 28 454,10 Mark in Einnahmen und 1748,78 Mark in Aus- die Handwerker). Da die Gesamtbaukosten sich auf etwa 43 000 Mark belaufen, hat der Verein nod) etwa 15 000 Mark aufzubringen. Der Verein ist für die nächste Zeit also vor schwere Aufgaben gestellt, die er aber lösen wird, wenn alle Beteiligten treu zur Sache stehen und dem Vorstand ihre. Unter­stützung nad) Kräften leihen. Die Ergänzungswahl zum Vorstand gestaltete sich zu einer Vertrouens- funbgebung. Es wurden der 1.Sprecher R. Zim­mer, der langjährige Schriftführer Moritz Gold­schmidt, der Beisitzer Wilh. Wacker einstimmig wiedergewähll, während Kaufmann Paul Köhler neu in den Vorstand tritt. Das Amt des stellver­tretenden l.Turnwarts wird Turner Hrch. Volz weiter bekleiden.

-o- Ober-Dessingen, 2. Mürz. Zur Zeit laßt die Gemeinde eine größere Anzahl Ao t st a n d s a r b e i t e n ausführen, wodurch allen 2Irbeitern. soweit sie nicht dem Steinbruch angehören, Derdienstmöglichkeiter'. geboten sind. Sämtliche Ort sg ass en werden wieder in gangbaren Zustand versetzt, und das war unbedingt nötig. Dau und Pflaster werden erneuert, und jeder einsichtige Burger ist über diese Maßnahmen erfreut. Ebenso werden die verschlammten Grabe nair la gen in Ordnung gebracht, damit sie wieder ihren Zweck erfüllen können. Auch lnach dem Bahnhof e soll ein gangbarer Weg hergestellt wer­den, doch fehlt eS hier noch an mehr Entgegen-- kommen von feiten der Kreisbauverwaltung. Als im letzten Herbste die Straße nach Lich gewalzt wurde, hätte die Gemeinde unter allen Umständen daraus bestehen müssen, daß dieses etwa 300 Meter lange Stück mitgewalzt worden wäre. Wenn wir absolut nicht die jetzige Vorlage verkennen, so sind wir aber der Meinung, daß diese kurze Strecke die Kreisfinanzen nicht erschöpft hätte Sehr erfreu­lich ist der Umstand, daß der hiesige Basalt- b r u ch in ständigem Betriebe ist und dadurch dort von keiner Arbeitslosigkeit gesprochen werden kann. Im Mai will der hiesige Striegeroercin sein 5 0 jähriges Bestehen feiern, womit das Bezirkskriegerfest verbunden wird. Da der Verein feit beinahe ein Vierteljahrhundert keinerlei Fest­lichkeiten abhielt, so will man zu Ehren der alten Gründer den Tag in bescheidenem Rahmen begehen, wenn auch die jetzige Zeit größte Sparsamkeit auf­erlegt.

Hrcis Friedberg.

Pb. B u tz b a ch, 2. März. Der Rathaus» bau geht seinem Ende entgegen. In etwa 14 Tagen werden die neu hergerichteten Räume bezogen werden können. Alsdann soll auch in dem neuen Sitzungssaal die diesjährige zweite Stadtverordnetensihung abgehalten wer­den. Die Glockensammlung hat bis jetzt den Betrag von rund 4000 Mark ergeben. Trotz aller Röre der Zeit ein schönes Zeichen bürger­lichen Gemeinfinns!

x. Wölfersheim, 1. März. Als heute nachmittag die 35 Zahre alte Ehefrau deS Bergmanns Karl D. von hier in der Rahe des neuen Bergwerks auf den Aeckern nach Feld­salat suchte, wurde sie von einein Herzschlage getroffen und war nach wenigen Minuten, ehe noch ärztliche Hilfe herbeigeholt werden konnte, eine Leiche. Br. Selr hielt heute nach­mittag Hierselbst für die älteren Schüler von Wölfersheim, Södel, Melbach und Wohnbach und heute abend für die sehr zahlreich erschiene­nen Erwachsenen dieser Orte einen von vielen Lichtbildern unterstützten lehrreichen Bortrag überDie Tuberkulose als Volkskrankheit". Er warnte dabei namentlich die schulentlasseno Jugend vor dem übermäßigen Genuß von Alko­

hol und Tabak, sowie vor dem Tragen der viel­fach gesundheitsschädlichen modernen Kleidung. Zur Bekämpfung dieser Volksseuche empfahl er, gute Luft, Licht, Sonne, Wasser und Reinlich- teit auf den Körper einwirken zu lassen.

00 Nieder-Flor stobt, 2. März. Bis jetzt waren in unserer Gemeinde im letzten Winter ins­gesamt 2 0 9 Erwerbslose. In der Woche vom 25. Januar waren unter den damals 148 Erwerbs­losen 18 Maurer, 16 Zimmerleute, 24 Weißbinder, 30 Hilfsarbeiter, 23 Pflasterer, 17 Schlosser, 10 Schreiner, 2 Dachdecker, 2 Wagner, 2 Schuhmacher, 1 Zemenlarbeiter, 1 Bäcker, 1 Sattler und 1 Gürtler. Dos Baugewerbe und die verwandten Berufe sind mithin am meisten von der 'Arbeitslosigkeit betroffen. Dir Zahlen sind aber noch deshalb so groß, weil hier sehr viele Arbeiter Bauhandwerler und Pfla­sterer sind. Fast alle arbeiten in Frankfurt, die Stadt Frankfurt aber sorgte in der schlimmsten Zeit zuerst für die einheimischen Arbeiter und drang dar­auf, daß die Unternehmer auswärtige entließen. Für Hilfsarbeiter (Erd- und Gelegenheitsarbeiter) war bei Frost, Schnee und Hochwasser nur sehr schwer Arbeitsgelegenheit zu finden. Daß immer wieder Arbeit gesucht und manchmal auch für kür­zere Zeit gefunden wurde, beweisen die vielen An- und Abmeldungen. So sind manche Arbeiter im Laufe des Winters viermal erwerbslos gewesen. (In der Gesamtzahl nur einmal angeführt.) Die längste Dauer der Arbeitslosigkeit beträgt bei einzel­nen bis jetzt bis zu 16 Wochen. Die 1. Winterbeihilfe wurde für 147 Leute beantragt, die 2. für 169, diese Zahl kann sich aber noch erhöhen, wenn die schlechte Arbeitstage fortdauert. Zu einer Beihilfe wurden alle eingereicht, die über eine Woche in der entsprechenden Zeit arbeitslos waren. An Ostern 1926 kommen hier 4 0 Kinder zur Schule. Die Zahl kann sich durch Zuzug noch etwas erhöhen. Da 50 Schüler entlassen werden, vermindert sich die Gesamtschülerzahl etwas. Die Anfuhr von 30 0 Meter Chausseesteinen, die 6 bis 7 Kilometer zu fahren sind, wurde öffentlich in drei Losen ä 100 Meter vergeben. In zwei Losen wird der Meter für 2,80 Mk. gefahren, im 3. Los für 2,50 Mk. Die Anfuhr des Gemeindeholzes aus dem hiesigen Wald kostet pro Raummeter 90 Psi, zwei Raummeter Eichenpfosten werden für 2,40 Mk. ge­fahren und 15 Raummeter Reiser für 4,90 Mk.

§§ Dberflorftabt, 2. März. Die Niede­rungswiesen und Aecker stehen immer noch zum Teil st a r t unter Wasser. Infolge des gehobenen Grundwasserspiegels kann das Hoch­wasser im Gelände nur langsam abziehen.

00 21 u 5 der südlichen Sßetterau, 2. März. Die gelinde Witterung im Februar hat die Natur schon sehr weit der Jahreszeit vorauseilen lassen. Im Garten, in dem die Herbstsaat sehr gut durck) den Winter gekommen ist, haben sich Wintergemüse, Salat und Spinat gut erholt und stark entwickelt. Leider sind auch die Feinde, Würmer und Schnecken, stark vertreten. Zwischen den Pflanzen kann man die bekannten Häuschen der glänzenden Schneckeneier finden und nertilgen, ebenso die Schnecken selber, die zweck­mäßig den Hühnern verfüttert werden. Die Beerensträucher treiben aus, und besonders bei Jo­hannisbeeren kann man die Blütenträubchen schon wahrnehmen. Aprikosen, Pfirsiche und Sauerkirschen haben starke Blütenknospen und zeigen guten Blütenansatz. Der Blumenflor ist schon erstaunlich reichhaltig. Neben Christrose und Schneeglöckchen, die ihre Blütezeit schon fast überstanden haben, blühen Krokus, Leberblümchen. Primeln, auch schon Stiefmütterchen und Maßliebchen, Veilchen, Arabis und die ersten Narzissen. Sogar eine remontierenbe Nelke zeigt dunkelrote Blüten. An trockenen Stellen wurde schon mit Frühsaaten begonnen, Salat, Erb­sen, Karotten und Schwarzwurze gesät. Die Mist- beete sind in Ordnung und eingesät. So zeigte der Garten Ende Februar ein sehr freundliches, srüh- lingsmähiges Gesicht. Die Wiesen sehen üppig grün aus, das Wasser ist fast vollständig verschwun­den. Auch das Wintergetreide macht einen guten Eindruck und hat hauptsächlich nur da ge­litten, wo es unter Wasser stand. Hoffentlich ver­dirbt der März nicht, was ihm der Februar voreilig an "Arbeit geleistet hat.

B Rodheim vor der Höhe, 2. März. Auf Anregung des Kreiswohlfahrtsamtes Fried­berg sprach hier der Chefarzt der ©konoren» Heilstätte in Winterkasten, Dr. Sell, über die .Tuberkulose, ihre Crfcheinungsformen und ihre Bekämpfung". Der Vortrag, der mehrere Stunden dauerte, brachte fesselnde Aufklärung und 'Belehrung. Eine wertvolle Ergänzung boten über 100 Lichtbilder. Der Gemeinderat be­schloß, den im hiesigen Gemeindewald befind­lichen Steinbruch wieder in Betrieb zu nehmen, um damit der wachsenden Zahl von Arbeitslosen eine Erwerbsmöglichkeit zu bieten. Erwogen wurde auch die dringend notwendige Inangriffnahme der Erbauung einer Wasser­leitung für Rodheim. Gin Ergebnis ist jedoch nicht erzielt worden.

Kreis Büdingen.

R i d d a, 2. MäiZ. Am Samstagabend veranstaltete der hiesige Kriegerverern sei­nem bisherigen, von hier scheidenden, Vorsitzen­den, Amtsgerichtsrat Muhl, eine schöne A b- s ch i e d s f e i e r und ernannte ihn zum Ehren­mitglied. Als Rachsolger wurde Rechts­anwalt Meinhardt zum Vorsitzenden gewählt. Zwei Angestellte der Firma Himmelsbach erlitten auf dem Wege nach Ranstadt einen A u t o u n f a l l, der recht schlimme Folgen hatte haben können. Durch Versagen der Steuerung rannte daS Auto vor Ranstadt gegen einen Strahenbaum und überschlug sich. Die

Insassen kamen unter den Wagen zu liegen. Der Lenker Braun von hier kam mit unbedeutenden Verletzungen davon während Buchhalter H e r b e l erheblich an Kopf und Armen verwundet wurde.

. Y Ridda, 2. März. Heute wurde der älteste Bewohner unserer Stadt, der Cchornsteinfegermeister Ludwig Erk V., unter sehr großer Beteiligung zur letzten Ruhe be­stattet. Er hat ein Alter von beinahe 89 Jahren erreicht und war der letzte von den Gründern des breiigen Turnvereins 1859.

bs. Geiß-Nidda, 2. März. Der Sänger­bundM i 111 c r e s Niddatal" befaßte sich in seiner letzten Vertreterversammlung mit dem An­träge, in diesem Sommer ein Wertungssin­gen abzuhalten, an dem sich auch Nichtbundes« vereine beteiligen könnten. Nach langer Erörterung wurde dos Singen nur für Angehörige des Bundes defchlckssen. Es findet am 9. Mai im Kurhaus zu Bad-Salzhausen statt. Als Wertungsrichter wurde Kantor Samper von Darmstadt gewonnen. Der Sängerbund umfaßt die Gesangvereine Wallern­hausen, Bobenhausen, Fauerbach, Dauernheim, Ranstadt, Steinheim, Ober-Widdersheim und Bors­dorf. Nun wurde noch Blofeld auf sein Ansuchen aufgenommen. Bundesvorsitzender Hflb*JDmgent ist seit Gründung Lehrer L e n tz von hier.

X Aus dem Niddatal, 2. März. Die Saaten st andsberichte aus den verschieden­sten Gegenden Oberhesien haben einen wesentlichen Grund für ben mangelhaften Stand der Winterfrucht übersehen: die zu späte Aus­saat. Im höheren Vogelsberg beginnt man wegen des früheren Eintritts des Winters bereits vor Be­ginn der Kartoffelernte mit dem Säen des Korns, um ein winterfestes Pflänzchen zu erzielen. An den Hängen des Gebirges verzögert sich, da hier das Korn mit Vorliebe auf die abgeernteten Kartoffel­äcker gesät wird, der Anfang der Herbstbestellung. Der regnerische Herbst des Vorjahrs tat ein übriges, die Aussaat noch länger hinauszuschieben, und so kann man in den meisten Fällen hie und da schadete die zu große Bodenfeuchtigkeit die ver­spätete Feldbestellung als Hauptgrund für den mangelhaften Stand des Roggens ansehen. Wett mehr noch laßt das Aussehen der Weizenfelder zu wünschen übrig. Weizen wurde, da Dickwurz- und Kleeäcker damit bestellt werden, vielfach noch kurz vor Eintritt des Winters, der sofort große Schnee- massen und grimmige Kälte brachte, ausgesät. Diele Körner sind gar nicht zum Keimen gekommen, und so bieten viele Weizenfelder, besonders die zuletzt bestellten, von weitem den Anblick unbestellter Ackerflächen. Der Bauer des höheren Vogelsbergs hat nur zu recht, wenn er sagt: Früh säen ist Herr.

Kreis Schotten.

Schotten, 2. März. Dieser Tage fanb hier im Rathaus eine Besprechung mit Vertretern der Reichsbahndirertion Frankfurt und der Handelskammer Friedberg statt über Verbesserungen von Z u g v e r b i a d u n - gen in den Vogelsberg. Die verschiedenen Interessenten, die Städte Schotten, Nidda, Gedern, ließen ihre besonderen Wünsche vortragen, die ein­gehend besprochen wurden. Hoffentlich gelingt es. für den Vogelsoerg, der seither stets etwas ftiefinüi terlich behandelt wurde, beffere Verbindungen zu schaffen und ihn dem allgemeinen Verkehr mehr zugänglich au machen. Das R h e i n - M a i n i - s ch e Verbands theater (frühere Landeswan- derbühne) wird kommenden DonnerstagFuhr­mann Henschel" von Gerhart Hauptmann zur Auf­führung hier bringen. Zur Abhaltung einer Ver­anstaltung während der Reichsgesundheits- wache Ende April hat sich hier ein Ausschuß ge­bildet. Es wird voraussichtlich eine kleinere spon liche Veranstaltung und ein Vortrag mit Lichtbil­dern stattfinden.

XIX Schotten, 2. März. Einen Laus­bubenstreich leisteten sich kürzlich einige junge Leute von hier. Am Ausgang von Schotten nad) Ulrichstein spannten oder legten sie abends Sta­cheldraht quer über bie Straße. Zwei hiesige Fabrikanten, die die Straße passierten und da­bei ihre Anzüge beschädigten, beseitigten das Hinder­nis. Einem Motorradfahrer hätte es übel zu stehen kommen können. Hoffentlich macht die Polizei die Schuldigen aus, damit sie ihrer Strafe nicht ent­gehen. Ist schon die Bettelei der Landstra­ßenwanderer (früher Handwerksburschen) eine Landplage, so scheint sich jetzt noch eine neue dazu- gefellen zu wollen, nämlich das Soielen und Auf- Heven der M u f i f e r g e f e 11 f a) a f t e n. Hier müßte energisch eingegriffen werden, denn fast jeden Tag erklingen an den Straßenecken die Heimatlieder in allenVariationen".

Laubach, 1. März. Dieser Tage wurden die Satzungen des Bürgervereins Laubach unter Zugrundelegung des der Gründunasoersamnv lang oorgelegten Entwurfs endgültig festgelegt. Er soll eine eifrige Werbetättgkeit zur Gewinnung neuer Mitglieder eröffnet werden, da noch viele Be­wohner abseits stehen, deren Beitritt eigenttich selbstverständlich wäre. Zum 1. Vorsitzenden wurde Fabrikant Hohmann gewählt, zum stellvertreten­den Vorsitzenden Oberreallehrer Gerhardt, zum Schriftführer Rechnungsrad K a m p f r a d, zum Kassenwart Stadtreckner Schmidt. Ws Beisitzer wurden in den Vorstand gewählt Uhrmacher En­ders, Buchbindermeister Göbel, Kaufmann Schreiner. Am Samstag fand der erste Vor­tragsabend des Vereins statt. Professor Dr. Roe s- chen sprach über die Geschichte der Laubacher Waldgemarkungen und die rechtliche Stellung der Laubacher Blasiusgesellschaft, deren Akten bis an das Ende des 16. Jahrhunderts zurückgehen. An der Hand einer schematischen Karte wurde die Sage der einzelnen Orte gezeigt. Nach den Urkunden des

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