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nicht in Frage kommen dürfe.

neue Au,stände inszenieren werden, wenn gilt, ihren Einfluh zu stärken.

Einstimmig war die Versammlung der lilut- j eine Aufhebung dec Reichsbahn­direktion Mainz, die für die Förderung der hessischen Interessen von unschützbarem Werte seien,

weil er von den Geldgebern schließlich nicht gewollt wurde. 'Line Festigung der Brr-» hällniise in Albanien dürfte dieser Abschluß Les Ausstandes aber kaum bringen. Das Land bleibt nach wie vor der Sptelpvll der inter­essierten Mächte, die je nach der Konstellation

versität Jena erledigte Lehrstuhl der Ebenste ist dem ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule in Hannover Dc. Wilhelm Biltz angeboten worben. Der an dec Llniverfität Jena neubegrünbete Lehrstuhl für Wirtschafts­wissenschaften ist dem ordentlichen Professor Dr. jur. Dr. oec. publ Gustav Aubin an der Universität Halle angeboten worden. Der ordentliche Professor für deutsche Rechtsgeschichte, deutsches Privatrecht, deutsches bürgerlich:» Recht und Handelsrecht einschl. Grnofsenschostsrecht qn bet Universität Frankfurt a. M. Pr. jur. Friedrich Klausing Hat einen Aus an die deutsche Universität in P r N g erhalten. Der a. o. Professor der Philosophie an der Univer­sität Leipzig Dr. Hans Leisegang hat einen Auf als Ordinarius für Geschichte der Philosophie an die deutsche Anivsrsität in P r a g erhalten. Ernannt wurden: Prof. Dp. Ludwig Deubner in Freiburg i, B. zum ordent­lichen Professor der klassischen Philologie an der Universität Berlin und Prof. Dr. Hans Heinrich Schgeher in Breslau zum ordent­lichen Profef.or der orientalischen Philologie an dec Universität Königsberg als Rachfolger A. Hartmanns: ferner wurde dec Ordinarius der systematischen Theologie D. Dr. Georg W c h- rung in Münster in gleicher Eigenschaft an die Universität H<ilke als Rachfolgec H- Stephans verseht. Prof. Dr. Hermann Kan- torowirz, der Freiburger Strafrechtler und Aechtsphilosoph, der kürzlich an der Äni- versität London über deutsche Verfassung doziert hat. ist pon der Columbia-Universität R e u - horf zur Abhaltung eines Seminars über juri­stische Methodenlehrr aufgeforpert. worden.

Frau nahmen an. der Versammlung teil. Dekan Schmidt gab dec Hoffnung Ausdruck, dah die scheidende Pfarrfamilis noch weiter die fäonen Beziehungen pflegen möge, die sie mit den An­gehörigen des Delanats Grünberg verbindet. Superintendent Wagner, der frühere Grün­berger Dekan sprach aut dps Dekanat und feinem bewährten Leiter. Dekan Schmidt. W^rn auch die ganze Dcranstaltung unter dem Zeichen des Abschiednehmens stand, so brachte sie doch den Teilnehmern ein paar stimmungsvolle Stunden, die durch musikalische Darbietungen verschönt wurden.

Kreis Friedberg.

WSR. Friedberg, 1. Dez. Gegenwärtig sind seitens der Stadtverwaltung umfangt reiche Arbeisten an Handwerker und Gewerbetreibende teils schon in Auftrag, teils neu vergeben worden. Reuere Best re-, bungen gehen dahin, hier einen Verkehr-»» verein zu gründen dem mancherlei Fragen xu lösen vorbrhÄten sind Dir Gemüter sind, axe -chon gemeldet, lebhaft mit der Frage des Ehrcnmal» für die Gefallenen der Stadt beschäfrigt- Die größte Aussicht zur Ver­wirklichung hat das Projekt des Hochbauamts Friedberg, das sogar warme Unterstützung durch Bildhauer Da mm a nn-Berlin gefunden hat, der für die erst geplante Aufstellung der Figuv eines feldgrauen Soldaten vorgesehen war. Das Projekt des HrchbauamtS sieht einen Ehrenturm in Höhe von über 33 Meier mit entsprechenden gärtnerischen Anlagen vor. Zur Hebung des Verkehrs steht die Frage der Schaffung einer Lokalverbindung zwi'chrn den drei Städten Friedberg. Bad-Raaheim «rkpAutzbach zur Debatte. Man denkt dabei an eine Garantie­summe, die von den Städten übernommen würde Sin altes Schmerzenskind ist die Dahn- h o s s h a l l e, die dem lebhaften Verkehr absolut mcht mehr genügt. Gs wäre an brr Zeit, wenn die ReichsbaHnd-.rektion sich dieser Frage einmal annähme. Eine weitere Aotwendigke.t dürste die Errichtung eines S ch l a ch t h o f e s sein, auf dem später Grohviehmärkte usw- abgrhalten werden könnten, die sicherlich für die Wetterau nicht ohne Bedeutung wären.Scherzweise" versuchten einige Burschm in Stammhei m einen Radfahrer aus dem Hinterhalt zu überfallen. Zu diesem Zwecke hatten fte sich verkleidet und gedachten, unerkannt nach voll­brachter Heldentat zu entkommen. 'Der Rad­fahrer verabreichte indessen beiden eine gehd- rige Tracht Prügel, wobei auch d?.s3n- kognsto" der Täter gelüftet wurde. Endergrht nis: Ter Polizei gefiel derSpaß" so gut, daß sie sich etwas mehr mit ihm. beschäftigen Will. 6

CO Friedberg, l. Dez. Beim Angeln in der Nidda, an der Mündung her Horloff, wurde ein Karpfen von 14 Pfund mit der Handangel gefangen. Der Angelhaken hotte sich an einem Kiemen des Fisches sestgehängt. Die dünne Angelschnur hielt den gewaltigen Zug des protzen Fisches aus, so hast er, wenn auch mit vieler Mühe. Sans Land gebracht werden konnte. Ein von solchem Gewicht wurde m diesem Teil der Nidda wohl noch nicht gefangen.

Kreis Büdingen.

* üfenborn, 1.Dez. Dieser Tage bereitete unsere Gemeinde dem von hier nach Dortelweil verziehenden Lehrer Meininger einen herz­lichen Abschied. Der Turnverein brachte dem bewährten Jugenderzieher einen Fackelzug dar. anschließend fand ein Abschieds abend statt, bei welchem dem Scheidenden noch zahlreiche ®öran­gen erwiesen wurden. In feiner 15]äbrigen $ätig- keit im hiesigen Orte hat sich Lehrer Meininger, der auch lang unentgeltlich den Gesangvrrstn dirigierte, die Sympathien aller Einwohner er­worben.

Kreis Alsfeld.

H Alsfeld. 30. Rov. Heute fand die -Uebersledlung der hiesigen Frei­willigen Feuerwehr aus dein alten Sprit­zenhaus der Obergaffe in den ihr von i>:r Stadt zur Verfügung gestellten neuen Feuerwehr* gerate raum im Gebäude des ehemaligen Elektrizitätswerks statt, wo der frühere geräumige Maschinenraum als Unterkunftshalle für w Fcuerlöschgeräte hergelichtet worden ist. Das seitherige alte Spritzenhaus erwies sich, nachdem die Motorfeuerspritze, angeschafft worden war, als zu eng und Nicht mehr ausreichend. Auch

Hochschulnachrichlen.

Zur Wiederdefetzung des durch den Weg­gang de» Prof. C. Schäfer an der Universität Marburg erledigten Lehrstuhls her Physik ist ein Auf qn den Direktor bei der Physiralisch-- technifchep Reichsanstall in Charlpttenburg Geheimrat Prof. Dr. Eduard Grüneifen ergangen. - Prof. Dr. Albext Defant in Innsbruck hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl für Meereskunde an der Uni­versität Berlin angenommen. Der durch die Emeritierung deS Geh. Med.-Aats 3t Garxb an der Universität Bonn erledigte Lehrstuhl der Ehirurgie ist dem ordentlichen Professor Geh. Mcdizinalrat Dx. Hermann Kstttner, Direktor der chirurgischen Klinik und Poliklinik in Breslau angeboten worden. Der durch das 'Ableben des Prpf. A Gutbier an der Uni-

) ES wird für dis Leser dieses Artikel- wissenswert sein, daß der Goethe-Bund in Kürze einen Lichthilderportraa veranstaltet, an dem Max Daljer persönlich über die hier angedeuteten Probleme sprechen wird.

Hessisches Landestheater.

Im Hessischen Landestheater hatte das Schauspiel von Grast Bit kling er .Ein undankbarer Mensch" bei feiner Erstaufführung einen starken Erfolg. Es schildert drei Aus» sahclen eines Abiturienten in das Leben. Gr gerät in Pis Aetze eines früheren Modells, dann schließt er sich einer Sette an und zuletzt einer Studentenverbindung. Jedesmal aber wendet er sich unbefriedigt ob und kehrt zu feiner Mutter

verschiedenen Zwischenstufen dec 'Raketenschiffe zu entwickeln. Erft kürzlich gelang es Balier, auch den gefeierten deutschen Flieger Oberleutnant Udet für die Verwirklichung feiner Pläne zu interessieren. Zunächst sollen Modelle gebaut werden. Verlausen die Vorversuche mit diesen nach Erwarten, dann will Valier als erster Mensch unter Einsetzung seines eigenen Lebens, mit einem von ihm konstruierten Raketenschiff auffahren, um SU beweisen, dah diese Art des Aufstieges möglich ist. Vorerst sollen nur be­kannte Höhen aufgesucht, später die Weltrekorde gebrochen werden, und in einigen Jahren hofft Valier dann seine Maschinen Jptoeit verbessern zu können, daß sie ausreichen, den Vorstoß in den wirklichen leeren Weltenraum hinaus zu wagen. Der Valiersche Plan,') der durch Den stusenweisen Ausbau der Versuche ansprechend wirkt, verdient sicherlich im Hinblick auf die ge­waltige Bedeutung seiner möglichen, in ihrer Auswirkung unübersehbaren Ergebnisse großes Interesse.

Der 2, Vorsitzende, Regieruugsrat Dr. Roes e ii ii r (Darmstadt). berichtete über die eingehenden Verhoudlungen wegen eines grundlegenden Ausbaues der BP- und Schnellzugs­verbindungen zwischen Rheinland-Westfalen einerseits und Süddeutschland andererseits. Weiter gelangten Fragen der Verbesserung der r h e i n - hessischen Verbindungen zur Sprache. Schließlich erläuterte der Referent bereits im ein­zelnen ausgearbeitete Pläne für wichtige Vor- kehrsverbesssrungen in Oberhessen.

Ein Teil der vorgetragenen weitschauenden Pro­jekte hat bereits Aussicht, im Sommerfahrplan 1927 berücksichtigt zu werden. Ein anderer Teil bedarf noch eingehender gründlicher Vorbesprechungen un­ter den hessischen und auswärtigen Beteiligten. Nähere Einzelheiten über die Projekte werden zu gegebener Zeit bekanntgegeben werden.

An die Referate der beiden Vorsitzenden schloß sich eine eingehende Aussprache an, an der sich u. c. Pcooinzialdirektor Geheirnerat Dr. U f i n g e r (Mainz), Kreisdirektor Gebhard (Friedberg), Kreisdirektor Reinhart (Bensheim), Bürger­meister Dr. Angermeier (Vensheimi, Notar V i a h l (Bud-Nauheim). Dn Milbrand (Darm­stadt), und Redakteur S t r e e s e (Darmstadt) be­teiligten.

Der Vorstand beschloß, die diesjährige Haupt­versammlung am 12. Dezember in Mainz abzuhalten,

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmitlqgs. Samstag nachmittag geschloffen.

Der vorftotz in den weltenraum

Don Pf. jur. O. Hennin g.

Eni packender, genial - kühner Gedanle ist gleich einem Feuerbrand in unsere Vorstellungs­welt geschleudert und reiht unser Sinnen und Denken neuerdings hinaus über die Grenzen unseres Planeten: Der Aufstieg zu den Sternen! Rur einmal auf Stunden sich ganz dem Vann- kreis der Schwere entringen, die uns, dem ge­fesselten Prometheus gleich, an den Erdball ge­schmiedet hält, da» mühte wahrlich alle Mühen und Plagen reichlich lohnen, die jemals kühne Entdecker, Eroberer und Erfinder erlitten. Ohne Zweifel: den Vorftoh in den Weltenraum zu voll» bringen, da» wäre die größte Tat, die die Technik bisher je heryyrgebracht hat.

Vor 50 Jahren durfte man über solche phan- tastifche Gedanken noch lächeln. Heute, durch an­ders erstaunliche Erfindungen und Entdeckungen belehrt, wohl nicht mehr! In allen Kultur­ländern der Erde arbeite» die besten Köpfe daran, den Abgrund des Weltraumes zu bezwingen. Sekt drei Jahren liest man, dah der amerikanische Professor Aob. H. Goddard dem Monde einen Raketengruh zu senden gedenkt, in Gestalt einer doppelten Pülverrakete, die einige Kilogramm Leuchtfeuer auf den Mond tragen und zum Be­weis für ihr Eintreffen zur Entflammung bringen soll. Des öfteren war schon vor Jahresfrist der 'Abschuh dieser Riesenrakete angekündigt worden. Dann wurde es wieder still. Man dachte begreif­licherweise, dah cd sich hier wieder einmal um einen echt amerikanischen Bluff handle.

Dann las man wieder, dah Professor 4, Oberth eine Rakete mit flüssigen Treibmitteln konstruieren will und überzeugt ist, mit diese? 'ogar Menschen bis zum Mond» besürbern »u iönnen. Aber auch hier hat man von einem sicht­baren Erfolge bissang noch nichts gehört.

Reben den beiden «nannten Gelehrten, die sich sozusagen zugleich den Mond als Reiseziel genommen oaben, tritt nun der bekam,le Privat- aftrpnom und ehemalige Flirgeroffiziec der österreichischen Armee Max Vylier mit dem neuartigen Gedanken hervor, das spätere Welt­raumschiff aus dem heutigen Flugzeug über die

der WeltwirtschaflskonferenA gekommen. Für die Landwirtschaft wird ebenfalls ein Vorgehen auf internationalem Gebiete in Aussicht genommen, und zwar vor allem in Form der Organisation von Produzenten und Abnehmern, unter Ein­schluß des Genossenschaftswesens. Für Industrie sowohl als für die Landwirtschaft aber gilt es, auch das Jnformalionswesen zu vervollkommne-i.

Als letzten Punkt enthält das Programm die Entwicklung der Kaufkraft des Landwirtes. Aber diese in Kurze skizzierte Tagesordnung ent­fall nach einem Wort des Vorsitzenden lediglich die .Kapitelüberschriften", während faktisch jeder der vorgesehenen Punkte einer Erörterung un­gezählter anderer Fragen rufen wird, die in dem vorliegenden gewaltigen Dokument'.erungs- material in der Hauptsache schon vordere, tet sind. Daß in verhältnismäßig so kurzer Zeit br\. Material in einem bisher nicht gelaunten Um fange zufammengekommen ist und für hie Be urteilung der Wirtschastsfraae zur Verfügung steht es soll nach einer soeben aufgestellten Liste an die einzuladenden Staaten vertritt wer­den, darf allein schon als ein äußerst er sreuliches Ergebnis der bisherigen Vorherri tungsarbeiten betrachtet werden.

Der Aufstand in Albanien.

Der Auf st and in Albanien hat einen weit größeren Umfang angenommen, als nach den anfänglichen Rachrichten zu erwarten war. und hat sich zu einer bedeutenden Gefahr für den gegenwärtigen Machthaber des Landes. Ach­med 3 o g u Bey, entwickelt, wenn auch die Hauptstadt Albaniens, Sinina, den Angriffen der Aufständischen energischen und erfolgreichen Widerstand sntgegensetzts. Allerdings lauten die letzten Rachrichten etwas günstiger für die Regie­rung, sie sprechen sogar davon, dah die Regie­rung Achmed Zogus einen bedeutsamen Sieg über die Aufständischen davongetcagen hat, durch den die ganze Bewegung, an deren Spitze Hassan Bcy steht, bald niedergeschlagen sein würde. So bliebe also als einzige Tatsache be­stehen, dah die Ruhe des Landes erneut einer starken Erschütterung crusgesrat war und dah weite Strecken des Landes ve/wüstet und zahl­reiche Dörfer niedergebrannt worden sind.

Interessanter ist die Frage nach der U r = lache dieser Aufstandsbewegung, über die ver­schiedene Gerüchte im Umlauf sind, die darauf brnteuten, daß auswärtige Mächte die Hände int Spiele gehabt haben. Zwar heißt es, bah der Aufstand durch die Unzufriedenheit der Landbevölkerung mit der Gewaltherrschaft der Großgrundbesitzer Hervorgei u'en worden fei, was allerdings keineswegs ausschließt, dah die an Albanien interessierten Großmächt e diese Un­zufriedenheit ausnutzten, um sich in die inneren Angelegenheiten Albaniens einzumischen. Be­sonders verdichtet (ich nach den letzten Rach- lichten das Gerücht, bati I lallen diesmal teil Ausstand, angezettett habe. Und da« Ge­rücht findet eine gewisfe Rührung darin, dah Hassan Bey ein belaimtec Parteigänger der Italiener ist, und daß auch Anhänger Fen Rolis an der Bewegung beteiligt sind, die seit der Vertreibung Fen Rolis von italienischer Unterstützung leben. Belgrad scheint sich dies­mal zurückgehalten zu haben, obwohl es natür­lich hei der unmittelbaren Rachharschaft an Al­banien größtes Interesse hat. Aber einerseits verfügt Jugoslawien augenblicklich nicht über so­viel Geld, dah etif sich die Unterstützung eines solchen Aufstandes leisten tonnte. Andererseits konnte es doch den eben erst zustandegekommenen Vertrag mit Italien nicht auf eine so starke Probe stellen.

Wenn nun der jetzige Machthaber Albaniens, Achmed Zogu, als Sieger aus der Bewegung hervocgetz'. fr> hat es beit Anschein, daß Italien die Aufständischen hat fallen lassen, nachdem wahrscheinlich eine Einigung mit Achmed Zogu über das jugoslawisch-italienische Geheimabkom­men zustandegekommen ist, das das Land zwischen diese beiden Rationen in Interessensphären auf- teilt. Das Ziel des Ausstandes wäre also erreicht. Achmed Zogu ist in Zukunft nicht mehr einseitiger Parteigänger Belgrads, sondern siebt Gunter dem Einfluß Belgrads und Roms. Die -einzig Geschädigten bei der ganzen Aufstands- rbetDegung bleibe« also die Anhänger Hassan .Beys und Fen Rolis. die ihre Haut sür aus­ländische Interessen zu Markte getragen haben, ohne nun einen Erfolg für sich buchen zu tonneu,

zurück. Das Drama entspricht feinem Stil nach den naturalistifchen Stücken, wie sie vor etwa 30 Jahren die Bühnen beherrschten. Den Erfolg, an dem eine gute Regie und Darstellung de- teiligt waren, verdankt das Schauspiel wohl mit dem Umstand, daß es nicht, wie mehrere Stücke, die hier aufgeführt wurden, fich in Allegorien und schwer verständlichen Symbolen ergeht, son­dern eine klare Sprache und eine ft raffe Szenen­führung aufweist.

Bühnenorganisalionen in Deutschrand.

Seit 18Z1 ist die in Weimar gegründete De- nofleitfcbafl Deutscher Dühnenangehöriger das färtfk äußere Band der verschiede asten, mit :er Buhne zusammenhängenden Derassgruppen, recen rechtliche und wirtfchaftlich» Vrthältniffß eit 1918 in einem umfassenden Tariswerk ge­regelt sind. Das pon der Genossenschaft angs- strebte Reichstheatergesetz dagegen steht noch aus. Von ihm erwartete man eine Ordnung des Schau- spislunterrichts-, des Konz«ssions-, des Stellen- permittlungs- und Bühnenpolizeiwesens, ferner eine Beschränkung des schauspielerischen Dilet­tantentums und und einen staatlichen Schutz der Altersversorgung für BähnenmitglteLap. Viel­seitig sind die Wohltätigkeitsbestrebungen der Genossenschaft, die jg für den meisten- nur mit dem Augenblick rechnenden Künstler von beson­derer Wichtigkeit sind. Rechts- und Frauen- schutzstellen, ein Kinderheim in Rothenburg ob der Tauher für die Kinder bedürftiger Schau­spieler und das Marie-Seeba-ch-Stisl in Weimar für Bühnenveteranen. Mit ber Psnstonsanstalt der deutschen Bühnenangestelllen sind eine Sterbelasse und eine Witwen- und Waissnanstalt verbunden. Auch in künstlerischer Beziehung ar­beitet die Genossenschaft vorbildlich. Eine thsaterwiffenschaftliche Bibliothek. Tyeatermueen in München und Wien und tdeaterwissenschaft- liche Institute in Kiel. Berlin, Köln und Frank, hat a. M. dienen der künstlerischen Fortbildung der Genofssnschystsangehörigen. Die für 192? in Magdeburg geplante Theatevaussteikung wird auch von der Arbeit der Genossenschaft ein um* fassendes Zeugnis ablesen.

Oberhessen.

Landkreis Gietzen

OD Klein-Linden, i. De^. Nach den Plänen des Gießener Kreisbauamts soll, wenn der Ge« meinberat die Pläne annimmt, aus unserem alten Friedhof an der Wetzlarer Straße, inmitten des Dorfes, die Kriegergedenk statte für d i e Gefallenen unserer Gemeinde entstehen. Die Entwürfe der getarnten 'Anlagen sind im Schau­fenster des FahrradZkschästs Wilhelm Jung VIII. in der Wetzlarer Straße ausgestellt. Der seither recht uerwahrlost ausiehende alte Friedhof wird nach dem Entwurf an der Front der Wetzlarer Straße mit festem Mauerwert ein­gefaßt, wie auch die gesamte Anlage mit schmuckem Mauerwerk umgeben fein wird. D> Mauer an der Straßenfront krönt ein Obelisk, drr über feiner halben Höhe das Modell eines Stahl­helms trägt. Unter dem Obelisk befinden sich in Stein gehauen die Worte:Grdenlet der Ge­fallenen des Weltctieges." Da dir Straße nach Wetzlar am geplanten Ehrenfriedhos eine Rechtskurve beschreibt, so ist der Gedenkstein nach Heiden Strahencichtungen hin wr'.t sichtbar. Zu beiden Seiten der Mauer führen Treppenstufen hinauf zu dem mit zwei Ruhebänken gezierten. Vorplatz" des Ehrenfrisdhofes. Eine brafthohe Mauer mit Ztergitter versehen, läßt in her Mitte die Pforte zum eigerüllchen Ehrenfriedhof frei. Drei Treppenstufen führen zu dem 3 Meter über dein Straßenniveau liegenden Ehrenfriedhos. Die ihn rings umschl'eßende Mauer ist mit rech', geschmackvcli. ausaearbeit tem Sitter verziert. Dem Eingang gegenüber fällt der Blick auf ein Kreuz, das in die Mauer eingebaut ist. Um jedem dec einzelnen Gefallenen einen blonderen Platz zu weihen, werden sich an drei Se ten der. Mauer Einzelgräber hinziehsn, die von den Angehörigen der Gefallenen in besondere Pflege genommen Weiden tonnen. Die geplante Derck- malsanlage verspricht eine würdige Stätte zu Werden, an der in stillen Stunden die Ange­hörigen unserer Genisinde ihrer Gefallenen ge­denken können. Der noch verbleibende Rest des alten Friedhofes soll nach dem Plan des Kreisbauamtes zu einem Spielplatz für die Schüler des benachbarten alten Schulhau'es an­gelegt werden. Fehlt doch diesen Schülern in­folge dec Enge des alten Schulhofes fast jeglichs Möglichkeit, ihren Spieltrieb zu befriedigen. Hoffentlich werden nun auch die Mittel zu- fammentommeu, damit das so lang geplante Werk endlich zu Ende geführt werden kann. Da unsere Gemeinde infolge Fehlens der nötigen Mittel nicht allein dazu in dec Lage ist, soll durch eine Sammlung von Haus zu Haus ver­sucht werden, die Gelder auszubringen.

. Klein-Linden, 1. Dez. Ein Zu - s a m m e n st o ß eines M o l o r c a d e s mit einem Milchsuhrwect tr.ignete sch heute abend 8 IIöl' auf der Frankfurter: Sk.aße. Ein von Gießen kommendes Motorrad mit B iivagen, dos mit 2 Herren aus Wetzlar und einem Herrn aus Braunfels besetzt war, wollte das Milchsuhrwerk des Büblingshäuser HofeS (bei Wetzlar) überholen. Beide Fahrzeuge waren beleuchtet. Der Führer des Motorrades hatte vermutlich den Bogen zum äleberholen zu kurz genommen und stieß mit dem Anhänger gegen das Fuhrwerk. Durch den Anprall flog dec Insasse des Beiwagens heraus und zog sich schwere Verletzungen am Kopfe und am Fuße zu. Der Soziusfahrer erlitt Ver­letzungen am rechten Bein, während der Führer des Kraftrades mit dem Schrecken da­vonkam. Der sofort herbetoerufene Dr. Boß­ler stellte bei dem Beifahrer (einem Braun­felser Herrn) eine Gehirnerschütterung fest und legte dem Soziussahrer einen Verband an. Ein Auto brachte die Verletzten nach Wetz­lar. Durch den Anprall waren auf dem Milch- wagen mehrere Kannen mit Milch umgefallen, so daß die Straße mit Milch überschwemmt war. Der Beiwagen des Motorrades wurde zer­trümmert, die Maschine selbst blieb unbe­schädigt.

* Grün berg. I. Dez. Dieser Tage fand eine F am il ienk ou fere nz des Deka­nats Grünberg hier statt. Die Psarrforni- lien hatten sich zahlreich eingefunben, da die Zusammenkunft als A bschi ed-s f eirr für Pfarrer Siebeck von Merlau, der übrr 20 Jahrs dem Dekanat angehörte, gedacht war. Auch Oberkirchenrat Superintendent Wagner und

hefsifcher verfehrsverband.

Dissrr Tage fand im Bahntzossha-il in Darm; l'tabt eine aus allen Teilen des Landes gutbesuchte Borstandsfitzung des Hessischen Verkehrs­bundes statt.

Der Vorsitzende Stemmer- Darmstadi be­grüßte die Erschienenen, unter ihnen Provinzial- bireitor Geheimerat Dr. H finger (Mainz) und Bürgermeister Ritsert (Darmstadt- g!- Vertreter her Siadt Darmstadt. Der Vorsitzende tonnte dar­auf Hinweisen, daß die Bestrebungen des Verbandes durch die maßgebenden Behörden und Stellen, die Ministerien, Provinzen, Kreise, Reichsbahndirek- tionen, die Oberpostdirektion, die «ladt- und Ge­meindeverwaltungen, Jndustrii.'- und Handelskam­mern u. a. m. lebhaft und verständnisvoll gefördert werden. Dringend notwendig sei es, daß der Ver­kehrsverband nicht nur von den Gemeinden und Ge- meindeyerbänden durch laufende Beiträge gefördert werde, sondern daß er auch auf einen dauernden namhaften Staatszuschuh rechnen könne, wie dies bei anderen Verbänden der Fall sei. Nur wenn aus­reichende Mittel zur Versugung stünden, könne eine so wichtige Organisation, wie sie ein Landesspitzen­oerband in Perkehrsfragen dm>!te, ihrer hohen Ausgabe im Dienste der Allgemeinheit gerecht wer­den. Im einzelnen berichtete der Vorsitzende dann über den Stand des Planes der Herausgabe eines Hessischen Verkehrsbuches, eines Staats- und Ge- meinbs-Handbuchss, eines Adreßbuches für hessische Krastwagenbesiger, eines Gaststättenverzeichnisses, über die Frage der amtlichen Fremdenver­kehr s ft a 11 ft i t, über den Stand des für Hessen besonders wichtigen Projekts der Automobil- st r a ß e H a m b u r g F r g n k f u r t Basel, über deu Plan der Herausgabe einer Odenwald- reliefkarte, erfolgreiche Verhandlungen über Zusammenarbeit mit den Hotel- und Gastwirtc- organijotionen. über das Ergebnis des Photo­graphischen Wettbewerbs, der zur Herausgabe eines Hessischen Abreißkalenders benützt werden soll. Wei­ter wurde daraus hingewiejcn, daß mehr als bisher bevorstehende Straßensperrungen bekanntgemacht werden mähten, wenn nicht den Kraftfahrern erheb­liche Unannehmlichkeiten entstehen sollen.