Donnerstag, 2. Dezember 1926
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)
llr. 282 Zweites Blatt
sie spielen and) bei vielen der im Teil enthaltenen Spezials ragen eine
leben so (onimen; zweiten Rolle. ' Die
erste Teil der Tagesordnung, welcher der <3r- örtenyxg allgemeiner Fragen gewidmet ist. wird Gelegenheit geben, auf diese für das Wirlschasts- bedeutenden Faktoren zu sprechen zu
den Naturvölkern weit verbreitet ist. Bei den brasilianischen Waldstämmen ist die aus groben Grasseilen geknüpfte Hängematte das wichtigste Hausgerät. Sie findet sich auch in Neuguinea, wo für jedes Familienmitg'.'.ed eine Schlafmatte zwischen den Hüttenpfählen aufgehängt wird. Dem Bett begegnen wir in der Völk:rkande hauptsächlich in Wittelafrcka. Diese primitivste Bettstelle ist ein stehender Rahmen auf sechs Beinen mit Querhölzern, über die Decken oder Felle gelegt sind. Aehnlich ist die indische „ÄüanDa“, d e aber rund ist, und auch die „Ratter der Duren ist nur ein mit straffen Ochsenhaul streifen überzogener Rahmen, der im Wagen aufgehängt werden konnte. 3n den tropischen Gegenden kennen die Eingeborenen auch bereits den Nutzen der Moskitonetze, die bei den Waldstämmen im Innern Brasiliens aus sackartigen Gvasgefiechten bestehen. 3n den kalten Gegenden mutzten die Menschen besonders auf eine warme Schlafgelegenheit bedacht fein. Der Esk.mo legt sich nackt zum Schlafen aus eine etwa 23 Zentimeter über dem Boden befindliche Plattform, die in dem engen Eskimohaus ganz nahe an die Feuerstätte gerückt ist. Die Tschuktschen, die noch Nomaden sind, benutzen Schlaszrlte aus doppelten Renntierfellen. die an einer Seite aufklappbar sind. Auch die Tschuktschen schlafen nackt, und zwar legt sich die ganze Familie mit der Dienerschaft auf die den Boden bedeckenden Felle und deckt sich mit den Kleidern zu. Der Fvrschungsreisnrde Iden- Zeller. der unter den Tschuktschen gelebt hat. bezeichnet eine solche Schlafkammer — abgesehen von den Läusen, die die Tschuktschen nicht weiter genierten — als „fast ideal" in der e'figrn Kälte des Tundrasturmes. Die Russen schlafen noch heute auf dem warmen Lehmofen, und auch im
zuges den feindlichen Aufmarsch durch Bombenabwurf aus Ausladebahnhöfe, wichtige Bahnanlagen. Großstädte, Verkehrs- u-iD Industriezentren. Während des Dormarschs haben sie Flugplätze. Truppenversammlungen inxi> Unter- kunftsorte zu bewerfen. — Sie Schlachtslieger haben die Ausgabe, Ausladungen. Truppenbewegungen, feindliche Artillerie, Reserven und Marschkolonnen, während des eigentlichen Kampfes Stützpunkte und Maschinengewehrnester, sowie die Donnarschstratzen, beim eigenen Rückzug überholende feindliche Kolonnen, Flughäfen und rückwärtige Stratzen unter Feuer zu nehmen. Däb- rend Bomben- und Schlachtflieger vom Wetter verhältnismätzig unabhängig sind, sind dem De- obachtungsslugzeug durch Regen oder Nebel die Augen genommen.
Die Bedeutung von^Sas unD Flugzeug ist in allen Lagern anerkannt, umstritten ist jedoch die Kampfwagen frage. In den modernen Armeen sind zwei Modelle im Gebrauch: Die schweren Einbruchswagen und die leichten Be- gleitlampswagen: beide sind Angrissswasfen. Die ersteren haben die Aufgabe, der Infanterie und den leichten Kampfwagen durch Zerstören toter Hindernisse und Drechen lebendigen Widerstandes den Weg zu bahnen. Ihr weiteres Ziel sind starke feindliche Stützpunkte. Die leichten Begleit- kampfwagcn. mit denen in steter Verbindung die Infanterie vorgeht, säubern das Gelände, brechen letzten Widerstand und halten feindliche Gegen- angriffe auf. Sie sollen ferner die Aufmerksamkeit von der angreisenden Infanterie ablenken. — Die Engländer haben in ihren letzten Herbstmanövern einen neuen schweren Kampfwagen verwendet, der in der Lage sein soll säst jedes Hindernis zu nehmen, während die alten Kriegskampfwagen im Sumpfgelände, in dichtem Walde, in Granattrichterfeldern nicht vorwärts kamen. Im übrige,t ist es ja nicht so wesentlich, dah derartiges, schwieriges Gelände von den Angrifsswagrn überwunden wird, da ja auch die Infanterie selbst es vermeiden. Eine andere wesentliche Neuerung ist die. datz jetzt alle, auch die schweren Kampfwagen in der Lage sind, ohne Beschädigung ihrer Raupenketten wette Strecker mit hoher Geschwindigkeit auf der Strahe zurückzulegen. Auch die bisher so schwer ins Gewicht fallende Beschädigung der Stratzen wird durch Anwendung von Gummiketten unmöglich gemacht. Lange Zeit hatte gegen die Verwendung der Kanrpfwagen die Tatsache gesprochen, datz Gas von den Besatzungen nicht fern zu halten war. — Nun hat Rußland einen gassicheren Kampfwagen konstruiert. Dom Welter ist der Kampfwagen naturgemäß völlig unabhängig; ja dichter Nebel begünstigt die für den Erfolg ausschlaggebende Ueberraschung. Bekanntlich wird beim Landheer die Dernebelung großen Truppenmassen und Kampsansammlungen, sowohl gegen Erd- und Luftbeobachtung häufig angewendet.
Allem nach scheint der Wert des Kampf- wagens langsam auch bei feinen verbissensten Gegnern erkannt zu werden. Er wird zweisellos neben Gas und Flugzeug im künftigen Krieg die Hauptrolle zu spielen haben.
mannslunge. um nicht in diesem finsteren Dersteck zu ersticken." Merkwürdigerweise sind bei den Döl- kern, Die auf der flachen Erde die Nacht verbringen. zuerst Kopfbänke und Nackenstützen ausgebildet worden, die sich bei zahlreichen Ncger- völkern finden. Der Wunsch, den Kopf hochzulagern, mag dabei mitgesprochen haben. D.el- fach aber will man damit auch die mühselig her- gerichtete Frisur beim Schlas schützen. Der Japaner schläft noch immer auf einer Matte auf dem Boden. Des Abends wird eine Matte ausgebreitet und darauf die häufig kostbar verzierte Kopfstütze gestellt; am Morgen rollt man alles wieder zusammen und bewahrt Decken und Stütze in Den Schränken. Das ist gewiß eine praktische Maßnahme, vor allem bei Wohnungsnot. Die auch uns zu „Schlafsofas" unD ähnlichem zwingt, aber das rechte Behagen des Bettes, wie es sich auch beim Chinesen findet, kennt der Japaner nichl. Doch bevor diese höchste Kultur des „auf der Erde Schlafens" erreicht wurde, war noch ein langer Weg zurückzulegen.
Die ersten Versuche, daS Lager über Den Erdboden emporzuheben, finden sich bei den Sud- seeinsulanern. Hier werden zwei etwa 1.20 Meter voneinander entfernte Baumstämme als IBett be» nutzt, zwischen denen Matten ausgebreitet sind. Man legt sich so auf Die Matte, dah man den Kopf auf dem einen, die Kniekehlen autf den anderen Stamm stützt. Die Sudanneger bauen sich praktische Bettstellen aus den Hirsehalmen, die hier die Stärke von Spazierstöcken haben, oder auch aus Stöcken, die gleichmäßig überetnander- gcschichtet werden. Man wollte natürlich mit dieser Höherlegung Der Schlafstätte sich gegen daS Ungeziefer am DoDen schützen, und dafür ist die Hängematte ein vortreffliches Mittel, Die unter
Kapitalisten zu Gefallen verlieren und an die europäische Hanoelskonkurrenz abtreten möchte. Ein Krieg Amerikas mit Mexiko ist aus solchen Gründen so gut wie ausgeschlossen.
Auf dem Wege zur Weltwirlschastskonserenz.
Von unserem H. B.-Korrespondenten.
Genf, Dezember 1926.
In fünf, statt wie anfangs vermutet wurde, in zehn bis vierzehn Tagen, hat das Komitee für die Vorbereitung der Weltwirtschaftskonfe- renz in zweiter Session soeben seine Ausgabe erledigt. Sie war eine dreisache: Zeitpunkt. Zusammensetzung und Tagesordnung Der künftigen Konferenz festzusetzen. Die ersten beiden Punkte rerursachtcn keine Schwierigkeiten. Gemäß dem Wunsche der Völkerbundsversammlung wurde der nächst mögliche Zeitpunkt, der aus verschie- denen Gründen auf Den 4. Mai 1926 fällt, für den Beginn der geplanten Tagung in Aussicht genommen. Was die Zusammensetzung betrifft. so h'elt man sich an die bereits bei der letzten Dölkerbundsversainmlung vorgeschlagen« Lösung, das gleiche Vorgehen wie bei der Brüsseler Finanzkonserenz anzuwenden, wo Die Teilnehmer zwar durch die Regierung ihrer Staaten
_ _ erste Programmhätsle sieht zunächst Situationsberichie vom Gesichtspunkt der einzelnen Länder vor, Die im Interesse Der Zeit- . ersparnis nicht mündlich vorzubringen, sondern schriftlich einzureichen sind. Sodann sollen Die wirtschaftlichen Ursachen des gegentoärt g gestörten Gleichgewichts von Handel und Industrie geprüft und die Wirtfchaftstendenzen untersucht werden. Die geeignet sind, Den Weltfrieden zu beeinflussen. Gemäß Dem erhaltenen Auftrag
Die Möglichkeiten eines amerikanisch-mexikanischen Krieges.
Don Dr. Friedrich A. Wyneken, Gießen.
In Anbetracht des neuerdings ausgebrochenen Konflikts zwischen den Bereinigten Staaten und Mexiko ist es angebracht, auf ein Gebiet der amen, kamschen Geschichte hinzuweisen, das uns von der Vergrößerung des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten berichtet, von der Erschließung ungeheuerer Landkomplexe für eine höhere und namentlich auf praktischere Ziele gerichtete Zivilisation. Es ist der Krieg, den Uncle Sam vor achtzig Jahren mit Mexiko führte. Den Hauptgrund 1" lenen iteldzug lieferte Texas, das sich bereits 1836 von Mexiko losgerissen und im Jahre 1845 Der Union angefajloi- fen halte. Der Krieg zwischen ben Bereinigten Staaten und Mexiko begann am 8. Mat 1846 mit der Lchlocht bei Palo Alto und nahm einen für die damaligen Zustände oerhölmismähig schnellen Verlaus. Obwohl die mexikanische Armee zum größten Teil aus wohlgeschulten und tapferen Soldaten bestand, die noch dazu in heimischem Klima kämpften, errang Mexiko während des ganzen Feldzugs auch nicht einen einzigen Sieg. ~ .
Die amerikanische Annes zahlte 46 000 freiwillige und 26 000 '.Reguläre, während die mexikanische» Verluste ist bis fetzt noch nichts Gewisses be- sach übertrafen.
General Zachary Taylor stand an der Spitze der sog. Nordarmee, hatte anfangs nur 1500 (!) Mann und in der Schlacht bei Palo Alto nach nicht 2000. Mit dieser Handvoll Soldaten sprengte er wenige Tage später bei Resaca de Palma die mexikanische Armee auseinander. Dann ging Taylor, dessen Heer inzwischen auf 6000 Mann gewachsen war, über den Rio Grande, nahm am 18. Mai Malamdros und am 24. September Monterey. Tampico kapitulierte am 14. November. Am 23. Februar 1847 schlug Taylor den mexikanischen General Santa Ana bei Buen-i Vista, obwohl er den größten Teil seiner Streitfräfte General Scott nach Dera Cruz zu Hilfe geschickt hatte. General Scott landete dort am 9. März 1847 mit 13 000 Mann. Arn 27. März kapitulierten Stadt und Festung. Arn 18. April schlugen die Generale Scott un» Twiggs eine mexikanische Armee von 23 000 Mann. 4000 Mexikaner wurden getötet, 3000 gefangen genommen. Die Zahl der amerikanischen Toten und Verwundeten betrug 1100 Mann. Am 8. September griffen 4000 Ameri- ferner bei Molino des Rey 14 000 Mexikaner an und schlugen sie. Am 13. September wurde Chapultepec gestürmt, und am nächsten T« zog General Scott m die Stadt Mexiko ein. — Unterdessen hatten General Kearny. Oberstleutnant Fremont und die Conp modores Siockton, Sloat und Montgomery Kalifornien und Neu-Mexiko besetzt.
Durch den Vertrag von Guadalupe Hidalgo, geschlossen am 2. Februar 1848, wurde der Krieg beendet. Die Amerikaner hatten 5000 Mann auf dem Feld, aber nicht weniger als 15 OOOJnfoIge der mörderischen klimatischen Verhältnisse eingebüßt, d. h. ungefähr ein Drittel der Mannschaften, die später in der einzigen blutigen Schlacht bei Gettysburg amerikanischen Boden rot färbten. Ueber die mexikanischen Verluste ist bis heute noch nichts gewisses bekannt geworden, sie wurden aber auf mehr als 50 000 geschätzt.
Für diesen verhältnismäßig nicht allzu hohen Verlust wurde Uncle Sam überreichlich entschädigt. Es fielen ihm Kalifornien, Nevada, die Hälfte von Colorado, Utah, Neu-Mexiko und der größte Teil von Arizona zu, das ungeheuere Gebiet von 700 000 Ouabratmeilen; Ländereien, die sich am Gestade des Stillen Ozeans über zehn Breitengrade ausdehnen und mehr als taufend Meilen nach dem Osten hinstrecken. Natürlich wurde auch der Anschluß von Texas an die Bereinigten Staaten bestätigt.
Zahlen beweisen zwar angeblich, befaaen jedoch manchmal weniger als konkrete Vergleiche. Es ist deshalb interessant genug, daraus hinzuweisen, das dies neue Gebiet den Gesamtumfang von Groß, britannien und Irland, Frankreich, Deutschland, Schweden und Norwegen hatte. Es zählt jetzt mehr Einwohner als die Vereinigten Staaten zur Zeit ihrer Lostrennung vom englischen Mutterreich.
Das war es, was Mexiko vor 80 Jahren pas. fierte — und wir fragen, was würde heute geschehen, wenn es, wie allerdings sehr unwahrschein- lieh, zwischen den Vereinigten Staaten und Me- riko abermals zum Krieg käme? Die Verhältnisse haben sich in dieser langen Zeit gewaltig ye- ändert, und zwar zugunsten Uncle Sams, der inzwischen zu einem gewaltigen Riesen ernvorgewach- sen ist. Aber auch Meriko hat während der ver- gangenen 80 Jahre Fortschritte gemacht, Fort- schritte, die unter gegebenen Verhältnissen einer Jnoasionsarmee zugute kommen würden. Mexiko ist von drei Seiten zu fassen. Von den beiden Ozeanen aus würden die Amerikaner vermöge ihrer starken Flotte sehr bald in das Innere des Landes einbringen können und eine solche Invasion noch von
Wie die Völker schlafen.
Die warmen Federbetten imD weichen Matratzen. Dis uns beim Herannahen Des Winters daS Bett zu einem so besonders lieben Aufenthalt machen, sind noch gar keine so alte Kulturerrungenschaft. wie man wohl annehmen möchte. Lange Jahrtausende vergingen, bevor Die Menschheit in ein richtiges Bett kam, und auch als man Dies Möbelstück endlich erbaut hatte. Da lag man noch recht hart und ziemlich kühl. Bis m die Neuzeit hinein legte man sich nackt schlafen und Deckte sich mit einfachen Decken zu. Der Strvhsack als Unterlage ist ja auch heute noch nicht aus- gestorben, und auf ihm muhten selbst in einer «Zeit, da die Betten bereits von prachtvollen 'Baldachinen überdacht unD mit weichen Daunenbetten bedeckt waren, auch Die hohen Herrschaften noch vorlieb nehmen. Der Urmensch schlief auf der Erde, wie dis auch noch heute viele Naturvölker tun. Erst allmählich schuf er sich eine weichere Unterlage, indem er GrasbündÄ oder Matten unterlegte und sich mit einem Fell zudeckte. Die primitivsten Formen der Schlafstatte sind noch bei Den Buschmännern erhalten. D:e einfach die Zweige eine« Busches auseinander- frieaen, die Spitzen zusammenbinden und Dann diese etwas ausgepvlstertS Höhlung als Schlummergemach benutzen. „Die ganze Familie kri«ht hier hinein und Drängt sich eng zusammen berichtet darüber der Reisende Th. Hahn. „Es ist haarsträubend, wie sich diese Menschen auf klein- ftem Fleck aneinanderdrängen und fo beim Schlaf gegen Kälte und Regen schützen, freilich gehört eine Duschmannsnase dazu, um Die ^lu^dunstun- gen wohlriechend zu finden, unD eine Busch-
DieWassen des Zu Kunstskrieges
Don unserem militärpolittschen K-Korvespondenten.
Mittelalter galt Die „Hölle", das warme Plätzchen zwischen der Wand und dem Ofen, als Die behaglichste Schlafstätte. Die alten Deutschen, die auf Der harten ErDe unter Decken schlummert.n. haben Die Annehmlichkeit eines warmen BetteS zuerst von den Römern gelernt. Das zeigen Die D zeich- nungen „Pfühl", Die gepolsterte Decke, „Zieche" für Bettüberzug, unD Flaumfeder, die au5 dem Lateinischen Herkommen. Erst ganz allmählich a2,ec bürget len sich Die weichen Urterbitten. die üppigen Federdecken usw. ein. Das Bett würd' allmählich $u einem mächt'gen Holzbauweck, besonders in Deutschland, wo man auf Treppen hinaufsteigen mußte. Es wurde fest in einen gesonderten Derschlag, den Akoven, eingebaut, und noch heute sieht man Wohl in Norddeutschland solche Dettgcbäude. auf Die von Der Alkovendecke ein mit einer Quaste geschmückter Strick herabbaumelt, an Dem sich der noch Schlaftrunkene feft- hält, um Den schwierigen Abstieg zu bewerkstelligen. Die beweglichen Bettstellen erfuhren in Den romanischen Ländern ihre Ausbildung, und als Ludwig XIV. das morgendliche Aufstelen zu einer Hcf.eremonie erhob. Da ent aitete sich Der Schmuck des Bettes zu voller Blute. Noch heute sagt man Dem Deutschen, besonDers Dem Dauern, eine Dorliebe für kurze Betten mit ungeheuer Dicken Federkissen und Federbetten nach. Die Franzosen wieder lieben Betten. Die fast so breit wie lang find, und halten noch immer an Dem unhygienifchen Himmelbett mit Vorhängen fest. Bei Den Italienern überwiegen Die Dünnen eisernen Bettstellen, Die nur mit einer Kopsrolle und einer dünnen Decke ausgestattet sind. So hat jeDe# Voll seine besonderen Schlafgewohnheiten.
hatte das Vorbereitungskomitee aber auch Die Punkte ausfindig zu machen, über die praktische Lösungen in Aussicht genommen werden könnten Dieser letzteren Aufgabe wird Der zwe te. besondere Teil Der Tagesordnung gerecht. Hier werden einzelne beftünmie Probleme herausge» griffen. Deren Behandlung irgendwelche positive Ergebnisse zu zeitigen verspricht. An Der Spitze steht Der Komplex Der Den Handel betreffenDen Fragen Auf dem Gebiete Des an erster Stelle genannten Gegenstandes Der Handelsfreiheit ist heute ja bereits Der Anfang zu praktischen Lösungen gemacht worden, indem Die Frage Der Ein- und Ausfuhr-Terbote bzw. -Beschräniungen seit längerer Zeit schon beim Völkerbund in Behandlung steht, wie auch das weitere Problem der ungleichen wirtschaftlichen Behandlung von Ausländern und fremden Gesellschaften Weniger abgellärt sind heute noch die Fragen der Reglementierung und Monopolisierung des Handels.
Auf Die Bedeutung Der anschließenden! Gruppe Der Handelshemmnisse auf Dem Gebiete des Zolltarifs- und Handelsvertragswesens hat im besonderen Die deutsche Vertretung im Vorbereitungskomitee schon bei Der ersten Tagung hingetoiefen wobei nicht nur Die Höhe und Unstabilität Der Zollansähe. sondern auch die stoßende Ungleichheit in Nomenklatur und Klassifizierung Der Tarife in Betracht fallen. Dazu kommen die bekannten indirekten Methoden des nationalen Schuhes von Handel und Schiffahrt, das System staatlicher Unterstützungen, das sog. „dumping“ und die unterschiedliche Behandlung im Transportwesen, sowie endlich Die Rückwirkungen, welche Die Derminderung Der Kaufkraft auf den internationalen' Handel ausübt.
Die zweite Gruppe des speziellen Programmteils. welche Die Industrieverhältnisse umfaßt, gliedert sich, wie die Dritte und letzte Gruppe Der Landwirtschaft, in einen untersuchenden und einen praktischen Teil. In beiden Fällen gilt es. die Lage nach allen Richtungen zu prüfen, und Die Ursachen der bestehenden Schwierigkeiten fest- Austellen, wobei bei der Industrie Den Pro- outtionsverhältnissen eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen ift Unter Den in Aussicht genommenen praktischen Lösungen steht in erster Linie die Organisation Der Produktion, unD zwar vor allem Durch industrielle Abkommen. Die Erörterung des Kartellwesens nach allen Gesichtspunkten ist damit auf Die $aqe3ocDmmg
Texas aus ergänzen können. Eine Besetzung der Hauptstadt würde unter solchen Umständen nur eine Frage kurzer Zeit sein. Es könnte bann vielleicht zu langwierigen Guerillakämpsen kommen, die Opfer an Geld und Menschenleben kosten dürsten. Daß aber Uncle Sam aus dem Kriey siegreich her- vorgehen würde, darüber herrscht fein Zweifel.
Aber um welchen Preis?!! — Nicht ohne sehr triftige Gründe gibt man in Washington jenen kriegslustigen Grobkapitalisten nicht nach, die immer wieder zu einem Eroberungsfeldzug gegen Mexiko drängeln. Jene Herrschaften besitzen große Liegenschaften in Mexiko, deren Betrieb und Ausnützung ihnen durch die Eingeborenen gestört werden. Einen anderen Grund hätte Uncle Sam feinen- falls für einen Krieg mit Mexiko; desto mehr stünde sein Ansehen in Süd- und Zentralamerika auf dem Spiel, wollte man von Washington aus etwas gegen Mexiko unternehmen oder gar das Land der Azteken mit Gewalt in die Vereinigten Staaten aufnehmen.
Die sog. Abc-Mächte Argentinien, Brasilien und Chile —, die moralischen Führer Südamerikas, wo der Aanlee ohnedies nicht beliebt ist, würden vor Empörung hell auflobern; — und gerade diese Abc- Mächte werden schon seit Jahrzehnten von Washington aus mit Handschuhen angefaßt. Denn aus Südamerika lassen sich für den smarten Amerikaner auf friedlichstem Weg Schätze herausholen, Schätze, die man nicht Mexikos wegen und einigen amerikanischen
Alle Fachzeitungen unserer Gegner sind voll von ©ebanfen unD Entwürfen über Die Ausgestaltung Der moDemen Kampfmittel, Die gegenüber Den schon vor Dem letzten Kriege bekannten Waffen eine entscheidende DeDeutung erlangt haben: Flieger, Kampfwagen unD Gas. Diese lebhafte Meinungsaussprache ist nur ein Abbild Der hinter den Kulissen sich abspielenDen, unermüD- lichen Versuche zur Vervollkommnung Der Kriegswaffen. Wir Deutschen haben alles Interesse, die Bestrebungen unserer ehemaligen Gegner aut diesem Gebiete aufs genaueste zu verfolgen. Lassen wir uns ja nicht in Den schönen Glauoen wiegen, daß wir in einem Zukunftskriege ohne Diese modernen Kampfmittel Den Kampf mit einem Gegner, Der sie besitzt, bestehen könnten. Die größte Tapferkeit und Die höchste Vaterlandsliebe vermögen nichts ohne Waffen. Wir haben aber gegenüber unseren Feinden wenigstens Den c i n en Vorteil daß wir aus ihren Erfahrungen unD Versuchen lernen können für die k ü n f t i g e Ausgestaltung eines Heeres, die natürlich erst in Frage kommt, wenn Die Fesseln Des Versailler Vertrags gefallen sind. Wir brauchen kein Geld für Derartig kostspielige Versuche auszugeben, und sind in Der Zukunft, wenn e einmal zu einer kriegerischen Auseinandersetzung kommt, nicht mit veralteten Kampfmitteln belastet, sondern können unS Dann rechtzeitig nach Dem neuesten StanD Der Technik ausrüsten.
Noch finD Die Ansichten Darüber, welche Waffe in Zukunft Die bedeutendste Rolle spielen wird, nicht völlig geklärt.
Die chemischen Kampfmittel werden in Den verschiedensten Formen verwendet. Man unterscheidet das Dlasverfahren, wobei das Gas aus vorher ansubringenDen Flaschen abgeblasen wird, und das Gasschießen mit Arttlleric, wobei jede Batterie, ebenso wie mit Brifanzgranaten, mit Gasgranaten der verschiedensten Wirkungsart ausgestattet ist. Das Gasschießen erfordert also keinerlei Vorbereitung. Außerdem wird das Gas geworfen mit Handgranaten und durch Minen» werser, wovon Die Engländer im Kriege sehr viel und mit bester Wirkung Gebrauch gemacht haben. Neuerdings kommen auch Gasbomben aus den Flugzeugen zum Abwurf. Stets ist Die Gaswirkung vom Wetter und Gelände abhängig. Wenn im allgemeinen die Behauptung richtig ist, daß für jede neue Angriffswaffe alsbald auch die entsprechende Abwehrwaffe gesunden wird, so ist Loch die größte Aufmerksamkeit gegenüber jeder Vervollkommnung des Gaskriegs geboten, Die Den modernen Armeen gelingt.
Neben das Gas ist — ebenfalls erst im Kriege — das Flugzeug als schlachtentscheidende Waffe getreten. Man unterscheidet Deobach- tungs-, Bomben- und Jagdflieger. Heutzutage können Die Flugzeuge bei jedem Wetter, außer Nebel, und zu jeder Tageszeit eingesetzt werden. Tie Jagdflieger haben die Luftüberlegenheit zu erkämpfen, die eigene Luftaufklärung zu sichern, Die feindliche zu erschweren, die eigene Truppe und Bevölkerung vor Luftangrisfen zu schützen. Tie Dombenflieger stören bei Begitm eines Selb
er na nn t werden, aber in ihrer Hairdlungs- sreiheit völlig ungehindert gebl.eben waren. Als HöchstzÄ ter von jedem Lande zu eni- sendenden Delegierten wurden fünf Teilnehmer in Aussicht genommen. 8s können jedoch noch Experten beigezogen werden, denen jedoch — im Gegensatz zu den vom Dölleroundsrat zu ernennenden ergänzenden Mitgliedern — keine Stimme zukommt, und das Wort nur, soweit es die Der- lammlung wünscht.
Ungleich schwieriger war Der Teil der Aufgabe zu lösen, der sich auf Die Ausarbeitung der T a gesordnung für Die Wektwirlschafts konserenz bezog, und daß diese Arbeit in so kurzer Zeit bewältigt werden toiuüe. war in erster Linie das Verdienst der geschickten und kräftigen Geschäftsleitung durch Den Vorsitzenden Theunis. Freilich ging es dabei ohne öftere Geheimsihungen nicht ab, in denen sich Die Unterausschüsse und das Komitee selbst über Die auÄ Dem gewaltigen Studienprogramm Der ersten Session auszufcheidenden Programmpunkte zu einigen hatten. Was schließlich herauskam, entspricht wohl Dem Wunsche Der zweiten Kommission Der Dölkerbundsversainmlung. Die auf Der Tagesordnmrg einige wesentliche Fragen zu sehen wünschte, während über Die anderen Die Diskussion an all den Stellen offen sein sollte, wo sie mit einem Der Hauptprobleme im Zusammenhang stehen. So ist Demi auch in Der Tat das nun vorliegende Programm zu verstehen, auf dem ganz gewichtige Gegenstände, wie Die Finanz- und Währung» Verhältnisse, das Be- völkerungSprodlem, die Rohstossrage nicht al- besondere Punkte enthalten sind. Gerade Der


