Einzelbild herunterladen

Sin« Menschenansammlung ent» «and in den gestrigen Rachmittagstunden auf bem Platz vor dem DühTreneingang des Stadt» theaterS. Dort hielt ein älterer Mann, anscheinend ein wandernder Raturapostrl tote der bekannte Gustav Nagel, eine Ansprache an die umstehen­den und vorübergehenden Passanten, in der er die Leute zu der schon äußerlich von ihm be­kundeten Lebensweise zu bekehren suchte,- eine in Anbetracht der rauhen Witterung und an­dererseits der leichten Bekleidung des Redners nicht gerade dankbare Aufgabe.

** Geschäftslage der DezirkS- sparkasse Gießen in Lich. Wie aus der heutigen Anzeige hervorgeht, hat sich k^r Bor­stand der BezirkLsparlaise Gießen entschlossen, die seither an zwei Tagen der Woche tn Ltch stattfindenden Kassentage nunmehr als an jedem Werktag stattftndendeGeschäfts» tage" einzurichten. ,

Ausgleichszulage für Verso» gungsberechtigte. Wie der Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen der Hassia" mitteilt, hat der Reichsarbeitsminister neuerdings verfügt, daß bei nachträglicher De- toilliavng der Ausgleichszusage die Gewährung rüüwirlen). frühestens vom 1. 12. 1923 an, er­folgen kann. Wenn jedoch der Dersorgungs» Lercchtigte die Versorgungsbehorde über die Art seiner Beschäftigung nicht genügend aufgeklärt haite und ihm desahlb die Ausgleichszulage nicht gewährt worden war. so soll die Rach- zahiung im allgemeinen mit dem Monat der nachträglichen Antragstellung beginnen. Die Aus» gleichszulage gemäß Reichsversorgungsgesetz § 28 beträgt bekanntlich 35 Prozent der normalen Cebührnifse bei Berufen, die erhebliche Kennt­nisse und Fertigkeiten erfordern, aber 70 Pro­zent, wenn der Beruf außerdem ein besonderes Maß von Leistung und Verantwortung er­fordert.

Ehrung verdien st voller Haus- a n g-e ft e 111 c n. Dieser Tag4 fand im oberen Saale des Cafe Astoria die Verleihung von Ehrengaben, bestehend aus Droschen. und Di­plomen. an 12 Hausangestellte statt, die 20 und mehr Jahre, deren zwei sogar 50 Jahre ihre Dienste einer Dienstherrschaft gewidmet hatten. Der Alicefrauenverein.Rotes Kreuz, hatte bereits im Jahre 1925 diese schöne Auf­gabe in sein Programm aufgenommen, die in früheren Jahren zur sozialen Tätigkeit der je­weiligen Landesmutter zählte. Der Ehrung wohn­ten die Dienstherrschaften, der Vorsitzende des KreisvereinS vom Roten Kreuz, der Kolonnen'- führer vom Roten Kreuz und der Vorstand des Alicefrauenvereins bei. Ausgezeichnet wurden folgende Hausangestellten: Katharine Ranft, bei Fräulein Marie Ockel, Rordanlage 9 l; Eli- sabethe Müller, bei Frau Rosenbaum, West­anlage 46; Margarethe Krätzer, bei Bäcker Keil, Reuen Däue 6; Katharine Belte, bei Spediteur Lhncker. Erlengasse 7; Marie Imhof, bei Rechtsanwalt Engifch, Reuen Däue 27; Clara Draden, bei Professor Partenheimer, Keplerstrahe 7; Magdalene Jahn, bei Fräulein Eutfleisch, Bahnhofstraße 67; Christine Rup­pert, bei Fvau Arnold II, Roonstraße 29; Katharine Rieß, bei Amtsgerichtsrat Zimmer- mann, Blockstraße 4; Ottilie Schittenhelm, bei Geheimrat Dr. Gail, Löberstraße 24; Eva Katharine Dolp, bei Pfarrer Schulte, Großen» Linden; Dorothea Lögel, bei Direktor Liste. Dergwerk. Dieses langjährige treue Zusammen­stehen ist ein Ehrenzeugnis für die Arbeitgeber u n d die Angestellten.

** D i e Volkshochschule Gießen hat ihre Winterarbeit aufgenommen. Die Arbeits­gemeinschaften sind, wie man uns schreibt, im Gange, und vlle sind ausreichend besucht. Den besten Besuch finden die Kurse über Weltanschauungs- fragen und Kunst, ein Zeichen, wohin sich haupt­sächlich die Neigung der Menschen richtet. Als Auf- takt war die einfache Eröffnungsfeier wohlaelungen. Nach einer Beethooenschen Sonate sprach Professor G. Koch über den deutschen Bolkshochschul- gebauten. Er führte aus, daß die neue deutsche Volkshochschulbewegung mehr als nur ein Aus­schnitt aus der Geschichte des überkommenen Volks- bildungswesens sei. Sie könne nur als ein Stück der tiefen Bildungskrife unserer Zeit richtig ver- Jtauben werden. Unser Bildungsgedanke habe seit lern 19. Jahrhundert eine verhängnisvolle Ver­armung erfahren.Allgemeinbildung", ursprünglich gemeint als Durchbildung des ganzen Menfchen- wefens, fei zu einem äußerlichen Wissen umKul­turgüter", ja fast zur bloßen Belesenheit zusammen- geschrumpft. So habe sie den Zusammenhang ver­loren mit den beiden tiefsten menschlichen Anlagen in der Gottes- und Dolksfrage, ja mit dem wirk­lichen Leben überhaupt. Diesen Zusammenhang wolle die neue Volkshochschule wiedcrgewinuen in enger Zusammenarbeit der Volksschichten, gelehrter und ungelehrter. Die Entwicklung der Volkshoch­schule zeige bis heute drei Etappen: eine ethisch- soziale (in den Jahren vor dem Kriege), eine dyna­misch-nationale (im Kriegei und eine religiös-oolk- liche (in den letzten Jahren). Die letzte Stufe wurde gewonnen durch den Zusammenschluß mit den ernst­haften Kräften der Jugendbewegung. Letzte Ziele der neuen Dolkshochschulbewegung seien innere Volkeinheit und Dolkhaftigkeit aller Bildung, ihre großen Wegweiser Matthias Claudius, Pesta­lozzi, Goethe, die großen Dereinfacher, die Propheten der Kindeseinsalt. Die große Bedeu­tung dieser Gedanken kann niemand bestreiten. Noch vor Weihnachten hofft die Volkshochschule einen ihrer beliebten Musikabende zu veranstalten.

Der Gernhardtsche Zither- und Manbolinen»Chvr gab am Sonn» lagabcnb im Katholischen DereinShaus ein Kon- ?:rt. das in altgewohnter Weise vorzügliche Musi! bot und den hervorragenden Ruf des Chores aufs neue bestätigte. Welcher Beliebt­heit sich der Verein bei der Bürgerschaft erfreut,

Der Sternhimmel im November.

Sonnenaufgang von 7 biS 7.50 Hhr.

<5-0 irrten Untergang von 4,30 biS 3,50 lU>r.

Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel um Mitternacht vvm 12. auf den 13., Vollmond am 19., 5 Hhr nachm., 3. Viertel am 27. 8 Hhr vvrm.

rnf. Die immer früher einsehende Dunkelheit hat nur zum TeU im kürzeren Tageslauf der Sonne ihren Grund, zum andern Teil jedoch in der sog. Zeitgleichung, nämlich dem Hnterschied zwischen der wahren Sonnenzeit und der mitt­leren Zeit, die unsere Hhren angeben. Hm über 16 Minuten fällt im ersten Drittel des Monats der astronomische Mittag, das ist die Mitte zwi­schen Sonnenauf- und »Untergang, vor den bürger­lichen.

Don astronomischen Ereignissen bringt uns der Monat vor adern zwei, den Sternschnuppen­fall der Leoniden, der etwa vom 10. bis zum 17. an dauert, und die Opposition des Mars am 4. des Monats. Der Sternschnuppenschwarm der Leoniden führt seinen Ramen nach dem Sternbild des Löwen, lateinisch leo, das um diese Zeit^ erst etwa um Mitternacht aufgeht. Die Rückwärts­verlängerungen aller Sternschnuppenbahnen füh­ren nämlich in dieses Sternbild 7 . Richt minder

auffallend ist die Opposition des Mars; zwar erreicht der Stern nicht die Erdnähe der vorigen Opposition vom Sommer 1924, aber er hat dafür eine weit bedeutendere Höhe und bewegt sich zwischen Widder und Stier, also in HimmelS- aegenden, die jedem Sternfreund wohlvertraut sind, und in denen dieser seine rückläufige Be­wegung von den Plejaden weg leicht verfolgen kann. Auch der Jupiter erstrahlt noch hell am südwestlichen Abendhimmel, wo er freilich immer früher unter geht, gegen Schluß des Monats schon um V310 Hhr. Der Saturn ist bereits in den ersten Tagen des Monats tn der Abenddämme­rung verschwunden.

Am Fixsternhimmel lockt vor allem die Pracht der im Osten erstrahlenden Wintersternbilder. Bereits um die Monatsmitte steht um 10 Hhr die Capella im Fuhrmann nicht mehr weit vom Scheitelpunkt. Rechts unter ihr erblicken wir den Stier mit dem Aldebaran und den Plejaden, unter diesen den herrlichen Orion, eben aus­gehend den Sirius, sowie links darüber seinen Vorläufer Prokhon und über diesem nach dem Fuhrmann zu das prächtige Rechtecksternbild der Zwillinge. Küstermann.

Q)Penu/ (2)/*7»/v Q)Jcp//ef QjJäfur/t

/TfffNa/tDE/?: 4/tO/Z£ ßl/M-s /fAߣN //

ZAernet

K/e/ne \ zfaben

(*)/onne D /Werte/ @ /o//mond ([ J Werte/

o S

/ <*-

Der die Stundenzahlen enthaltende Kreit und die dick punktierte Linie, der tage nannte Horizont, und feststehend tu denken. Der Sternhimmel dreht eich samt dem damit verbundenen, durch Mitternacht geieichneten Pfeil ge­wissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr in h Minuten weniger ab 24 Stunden im Sinne des durch 12 Uhr mittags gezeichneten Pfeib einmal um seinen Mittelpunkt. Der einge zeichnete Horizont bildet ein Fenster, das die 'um Mitternacht der Monatsmilte sichtbaren Sterne umschließt. Will man zis einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel so gedreht^ daß der durch Mitternacht gezeichnete, mitzadrehende Pfeil nunmehr durch die Beobachlungi3tur.de geht, wodurch dann die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht werden. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der Sternhimmel um '/» Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte um *b Stunde später einznstellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die an gedeutete Lichtgestalt zeigt.

geht wieder daraus hervor, daß der Saal stark beseht war, sogar die Galerie war dicht gefüllt, und auf den Gängen standen noch Besucher. Man lauschte mit Hingebung den Klängen der Kapelle, die aus 25 Zither- und Mandolinen­spielern und -spielerinnen bestand. Der Eröff- nungsmarsch von Lenhardt klappte vorzüglich, und so ging es die ganze lange Reihe der Dor- tragsfolge hindurch; die Erwartungen der Zu­hörer wurden voll erfüllt. Einen sehr sympathi­schen Vertreter der Sologeige besitzt der Verein in Herrn Äunert, derBerceuse" von Godard mit größter technischer Fertigkeit zu Gehör brachte. Der lebhafte Beifall der Zuhörer nötigte ihn zu einer Zugabe. Die Mandolinenabteilung des Vereins zeigte sich besonders beimCzardas" von Fr. Schmidt in bestem Lichte; bei dem Pot­pourriLiederperlen" mußte sich die Abteilung zur Wiederholung verstehen. Den beiden Herren Hambrecht und Sauber gelang das Zither- DuettEin Abend am Traunsee" von H. Frank so vortrefflich, daß auch sie eine Zugabe spenden mußten. Ausgezeichnet waren auch das Walzer- IntermezzoWas Blumen träumen" und die MazurkaA verliebtes Paar". Einen würdigen Abschluß bildete der Konzert-WalzerMünchner Kindl" von Dauer. Die Gesamtchöre Eroten das seit Jahren gewohnte Dild exakten Zusammen­spielens und wohltuender Feinheit der Ton­gebung. Die Darbietungen des Vereins ernteten wiederum mit Recht den lebhaften Deifall der Gäste. Der Verein kann mit Genugtung auf diese Veranstaltung zurückblicken.

k. Der Gießener Radfahrerverein 1 8 8 5 hielt am Sonntagabend in der Turnhalle am Oswaldsgarten fein diesjähriges Winterfest ab. Das reichhaltige Programm enthielt neben Konzertvor­trägen und einer kernigen Ansprache des 1. Vor­sitzenden A. Kircher eine Reihe sportlicher Darbie­tungen, die zeigten, daß der Verein es mit feiner Aufgabe, auch auf dem Gebiete des Saalradfports Gutes zu leisten, emft nimmt. Schon der zuerst gebotene Sechser-Jugendreigen fiel durch exakte Ausführung der einzelnen Bewegungen sehr angenehm auf. Recht nett war auch der gezeigte Schulreigen. Bei dem Zweier-Jugend- Radball zeichneten sich die jugendlichen Fahrer

Stork und Wißner durch flottes Spiel beson­ders aus. Entscheidung 6:1. Erhöhte Aufmerksam­keit veranlaßte der Achter-Schmuckreigen, bei dem nicht nur die Aufmachung, sondern auch die Darbietung reichen Beifall fand. Recht schwierige Leistungen wurden bei dem Sechser-Kun st - r e i g e n gezeigt, die von monatelanger mühevoller Arbeit auf diesem Gebiete zeugten. Sehr spannend war das von den Gebrüdern Keßler aegen Dei­bel-Rieger ausgetragene Zweier-Rad­ballspiel, bei dem beide Parteien Anerkennens­wertes leisteten. Entscheidung 5:8. Den Schluß der sportlichen Darbietungen bildete ein von acht Herren gebotener K o st ü m re i g e n, der außer­ordentlichen Beifall fand. Den musikalischen Teil des Abends hatte die Kapelle Weller übernom­men, die Kompositionen von Linke, v. Suppch Strauß, Rossini, Bizet und leite zu Gehör brachte. Ein sehr beifällig aufgenommenes Trompetensolo Rose vom Lino-See" von Schmidt bot Herr Schwarzlose. Anschließend an den offiziellen Teil des Programms fand die Preisoertei- l u n g für die innerhalb des Vereins in diesem Jahre stattgehabten Rennen usw. statt, die folgendes Ergebnis zeigte: Jugendfahren (2 Kilometer): 1. Euler; 2. Schneider; 3. Grämlich; 4. Keppler; 5. Faust. Wanderpreisfahren (20 Kilo­meter): 1. Döringer; 2. Rau; 3. Rieger; 4. Witt- mann, Helmut; 5. Heß, Erwin; 6. Jung. Ver- einsmeifterfchaft (2 Kilometer): 1. Dörin­ger; 2. Rau; 3. Wittmann, Helmut. Jugend- Radball: Stork-Wißner. Vereinsmei- sterfchaft-Radball: Deibel-Rieger.

" Schühengesellschaft Gießen 1926. Hnter diesem Rainen wurde von einer größeren Anzahl hiesiger Bürger ein Kleinkallber-Schühen- verein gegründet. Zweck des Vereins ist die Pflege des volkstümlichen Schießens.

* Das Lichtspielhaus Bahnhof­straße bringt zur Zeit ebn gutes Doppel­programm. Der erste FilmRin-Tin-Tin rettet seinen Herrn", der im wilden Westen Amerikas spirit, zeigt die hervorragen­den Dressurleistungen eines deutschen Schäfer­hundes, der im Mittelpunkte der Handlung steht. Der Film ist reich an Spannung und vermittelt gute Eindrücke über dieJustiz" des rauhen

SkWK-WWOMMeW erfordern heute eine sorgfältige Textgebung und Latzausstatlung. Gute Satzlclstungrn sind nur erreichbar, wenn die Anzeigen Wtig genug culgegeten werden. Der Annahrneschluß für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt auf den Nach­mittag vor der Ausnahme. Empfehlungs- anzeigen müsien, je nach Umfang und Satz- Schwierigkeiten, zwei bis drei Tage vorher bestellt fein. Nur mit Sorgfalt und dem not­wendigen Zeitaufwand gefetzte Empfehlungen

Wern öen elMWen Wls!

Landes. Das LustspielHeimliche Sünder" spottet in köstlichenSittenbildern" über das spießbürgerliche Leben in einer deutschen Klein­stadt. Der Film hält gutes Riveau und zeichnet sich durch ansprechende Ausstattung aus.

Staatsbürgerliche Dildungstag in Wetzlar.

kz. Wetzlar, 31. Ölt. D.e Landes- Ab­te i l u n g Hessen der Reichszentrale für Hecmatdienst veranstaltete gestern im Hotel Kaltwasier h crselbst e.ne Tagung für alle pol irisch und wirtschaftlich intereFierten PersSn- lichkeiten.

Rach der Begrüßung der zahlreich Erschiene- nen durch den Vorsitzenden Dr. S t e u b c r sprach Pros. Dr. Friedrich Raab, Vorstand der Ar- 'beitsstätle für sachliche Politik, überGegen­wartsfragen der deutschen Volks­wirtschaft". Redner sagte, daß eine der wich­tigsten Gegenwartsfragen de Dcschcrfung der nvt- wend'gsten Sachgüter sei. Soz ale Politik und Wirtschaftspolit.k müßten Zusammenarbeiten. Jede Politik wirke sich in dem ganzen Volksganzen aus. Heute sei eine Steigerung der Wirisck-aftspnchuk- tion herbeizuführen, die der Lebenshaltung nahe käme. Auf ausländische Kredite sei man ange­wiesen. Die ganze Bedeutung der Reparation zeige sich in ihrer Wirkung auf unsere Finanzen, auf unsere innere und auf die Weltwirtschaft. Die Steuern seien vor" . nsmäßig hoch. Die Zukunft bezeichnete der Redner nicht als glän­zend. Eine bedenkliche Sache für die andern Völker sei die Hebernahme von unentgeltlichen Leistungen unseres Volkes, die auf die Dauer zum Rachteil jener Völker führen. Eine Aenderung ber be­stehenden Verträge sei nottvend'g. Die Zeit werde für uns arbeiten. ;?n den Besprechungen von Thvirh erkannte Redner e'n;n Lichtblick für die konnnende Politik. De: den inneren Ausgaben sei eine Herabsetzung notwendig, de sich bei der Ver­einfachung der Steuern in bedeutendem Maße Er­geben würde. Mit e ircr wohlgemeinten Abände­rung des Steuersystems durch Kleinigkritskram sei nichts geleistet. In der Frage der Arbeitslosig­keit werde im Jahre 1929 eine vollständige Aen­derung eintreten, da dann durch die hn Jahre 1914 weniger geborenen Kinder auch weniger Erwerbsfähige Ärbe't zu erhalten suchen. 2tngebot und Rachsrage würden sich dann umstellen.

Studienrat Dr. K ö r b e r - Frankfurt a. M. hielt sodann einen Vortrag überDie großen Linien der deutschen Außenpolitik vor und nach dem Weltkriege". Redner erklärte, daß die Gegenwart nur aus der Ver­gangenheit zu verstehen sei. Er zeigte die Politik Bismarcks, auf Grund der vom Auswärtigen Amt der Oeffentlichkeit zur Verfügung gestellten Akten, bis zu seinen Abgänge. Durch geschickte Außenpolitik habe er Frankreich schwach gehalten und zu isolieren verstanden. Durch seine kluge Politik hab? Bismarck De-.tschland zur führenden Macht Europas emporgehoben. Seine Rachfvlger hätten durch Nichtbeachtung der Verbindung Frankreichs mit Rußland und England den Rach­teil für uns herb? geführt. Bismarck könne der Lehrmeister des Volkes fein. In der Politik gebe es keine Erbfeinde, der Feind von heute könne der Bundesgenosse von morgen fein. Danach habe England gehandelt. Redner zeigte die Wichtigkeit der Kolvnisat on im Lichte der europäischen Ver- hältnisse. Rach verfehlter A -ßenpolitik habe sich 1914 das Schichal vollzogen. Aus dem Weltkriege seien als größter Sieger die Vereinigten Staaten bervorgegangen. während E"ropa eine große Schwächung erfahren habe. Rach den schweren Rachkriegsjahren sei erst in letzter Zeit ein Auf­stieg zu verzeichnen in der Machterhöhung Deutschlands durch den Eintritt in den Völker­bund imb Besprechungen wie in Thoiry.

Dr. E. K l e i n st ü ck. wirtschastlicher Referent der Städtischen Werke Frankfurt a. M., sprach über:Rotwendigkeit und Grenzen der Rationalisierung in Deutschlan d". Redner zeigte, daß in den Wirtschaftsunterneh­mungen Deutschlands gerade so vermmftige Maß­nahmen zu treffen seien, wie sie jeder Kauf­mann bei der Gegenüberstellung seiner Passiva und Aktiva vornehme. Hierbei sei die Beachtung der Kriegsfolgen, der steigenden Devölkerungs- zahl und der steigenden Lebensansprüche not­wendig. Im DolkSvermögen habe Deutschland eine große Einbuße erlitten. An VersorgungS- bebürftige seien große Summen zu zahlen. Für die Erwerbslosen müßten Arbeilsmöglichkeiten ge­schaffen werden. Redner beleuchtete die Rationali­sierung auf dem staatlichen, politischen, wirtschaft­lichen und gesellschaftlichen Geb'ete. Auch die Frage der Kolonisat'on tovrfre berührt.

Dr. 6 t e u b e r dankte sodann den Vortragen­den und wünschte e ne bald'ge neue Tagung mit so aufmerksamen Zuhörern.

CREME MOUSON

: MOUSON-SEIFE

CREM

Creme Mouson-Seife ist äußerst mild und von feiner, eigen­artiger Parfümierung. 3hr regelmäßiger Gebrauch bildet die beste Ergänzung der täglichen Creme Mouson-Hautpflege.

ist Schönheits- und Hautpflegemittel zugleich. / Sie heilt rauhe, rissige Haut, beseitigt rote Flecken, Ünebenheiten, lästi­gen Hautglanz und verleiht einen vornehmen, matten Teint.