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Spielplan der Gießener Kinos

allerGroßstädte

7083c

Gewaltiger Sittenfllm in 6 Akten In den Hauptrollen:

Georg Cooper und Gladys Brockwell

Honte bis cinschL Sonntag Täglich 4 nnd 8.15 Uhr Die Sensation

Entehrten

Sittendrama in 6 Akten. In den Hauptrollen:

Claire Lotto und

Albert Steinrück

Ferner:

Honte letzter Tag: WWckckMM mit Hella Moja

Ab morgen bin einscbl. Sonntag:

...... faik«

Sensationsschauspiel in 5 Akten.

Ferner:

Oie Regimentsfeier des

Füsilier-Regiments 80

vom 22. Aug. 1926

Alle Gießener Festteilnehmer können sich im Lichtspielhaus wiedersehen

Lichtspielhaus

Itahnhofeitraüe

Ab heute bis einschl. Sonntag: Int Monti es wird schon schief gehen Die größte amerikanische Sen­sationskomödie in 6 gewaltigen Akten.

In der Hauptrolle: Monty Banks Ferner: Der Umweg zur Ehe

Palast-Llchtsplele

Lindonplntz

Ästoria-Lichtsplele

Selterswcg

Persönliches luflreteD der urkomischen

M mit Wioii- Darsteller

Persönlich auf der Bühne Dazu das große 7aktlge Lust­spiel:

Pal und PatachoD aal der Weite

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Sturm in Schmalebeck

Roman von Sophie Kloerss.

Copyright 1926 bi) Ang. Scherl G. m. b. H Berlin. 12. Fortsetzung. 'Hochdruck verboten.

Vielleicht einmal im nächsten Jahre. Bisher hieß cs sparen. Es waren immer noch Verbindlich­leiten" Er brach ab. Besann sich, daß Hanse um die ganze Vergangenheit wußte, cs sollte Feine Schuld ungetilgt bleiben. Durch einen Raben sollte niemand fein Geld verlieren. Jetzt im Herbst werde ich die letzte Schuld abrtagen können. Eine leichte .<)anbbeiucflung, als schöbe er das alles fort.Sprich mir lieber von dir, Hanse. Wir sahen uns nicht seit damals---"

Was soll ich von mir erzählen? Ich bin eine alle, verständige Frau geworden, habe vier Kinder, drei Töchter und einen Jungen, einen richtigen kleinen Strold), habe einen Mann, der lehr gut mit mir ist, und das Leben verfließt in Schmalebeck in einem Gleichmaß, von dem man sich in Hamburg keinen Begriff machen kann. So, da kommt mein Mann."

Detlev Rottmann trat ein, und nur Hanse er- kannte in seinen Augen den scharfen Blick, mit dem er den Besucher gleich auf Herz und Nieren zu prüfen schien. Aber die Prüfung mußte wohl gün­stig ausfallen, die beiden Männer tarnen schnell in ein lebhaftes Gespräch, und sie begnügte sich mit stillem Zuhören.

Eine Bahn sollte gebaut werden von Hamburg an der Küste hin, ein ganz neues Unternehmen. Schmalebeck sollte Knotenpunkt werden, und dann würde Leben in das Städtchen kommen, Verkehr. Vielleicht sogar Hamburger Sommergäste. Raben hatte als Syndikus der Gesellschaft die Ankäufe von Land zu erledigen, die mit großen Schwierigkeiten verbunden waren, weil das Landvolk dem Unter­nehmen sehr mißtrauisch gegenüberftanb. Gerade um Schmalebccks Umgebung ging cs, wo ein Marsdi­bauer am andern saß, und keiner von seinen Wei­den auch nur einen Fuß Landes hergeben wollte.

Und durch die Luft können wir ja leider unsere Schienen nicht legen."

Wir werden Sie also längere Zeit hier haben. Da hoffe ich, Sie kamen heute nicht zum letztenmal", sagte Rottmann.Viel los ist hier ja nicht in un­serem Nest, aber was wir Ihnen bieten können--

Sie sollten draußen in Eichtal Besuch machen, da ist immer Verkehr."

Ich war dort. Es geht auch um einen Streifen Land in Herrn von Krogs Schafweiden. Man hat mich zu übermorgen gebeten, da fei großes Sommer- fest auf dem Gut."

Dann werden Sie also gleich alles kennen lernen, was es in Schmalebeck und Umgegend gibt. Und wenn Sie noch nicht zu den Alten zählen also jedenfalls tun Sie das doch nicht, so wird inan sie mit der gesamten Schmalebecker Jugend auf bekränzten Leiterwagen abholen. Hier auf dem Markt ist Abfahrt. Was Beine und Augen hat, ver- sammelt sich und sieht der Einschiffung zu. Es ist alles sehr vergnügt, sehr tanzfreudig, sehr hungrig. Man sagt, manche Schmalebecker fasten drei Tage, nm all die guten Dinge würdigen zu können, die in Eichtal auf den Tisch kommen. Na, Sie werden ja selber sehen."

Er geleitete den Gast hinaus. Hanse stand noch nachdenklich im Wohnzimmer, als ihr Mann zu­rückkam.

So! Das war er also!"

Ja, das war er." Und ganz vor sich hinfinnend. War ek das wirklich? Hat er sich so verändert, oder sah ich ihn anders?"

Was ist dir denn fremd geworden an ihm?"

Ich weiß nicht. Damals war er ein Brause­kopf. Na ja, das gibt sich. In Hamburg schon ganz gewiß. Dies" sie lachte,dies ist ein Ham- burger Herr, wie viele, aber mein alter Jugend­kamerad, der ist es nicht."

Das ist gut so, Hanse."

Ist es? Ich weiß nicht. Wer wenn cs dir lieb ist, mein Alter, soll cs gut sein."

v *

Es war Samstag nachmittag.

Fiete Eggers faß in der Rottmannschen Kinder­stube und ließ das Kleeblatt die Schularbeiten zum Montag erledigen. Aenne und Brigitte, die in die Töchterschule von Madam Baumann gingen, hatten einen Aufsatz zu schreiben:Meine Heimatstadt."

Hans, der noch nicht in die Schule ging, lernte bei Fiete die Anfangsgründe des Lesens und Schreibens.

Es war draußen glühend heiß. Die Sonne sengte, daß ihre Glut durch die Linden brach, und im ganzen Garten kein kühles Fleckchen zu finden war. Fiete rann der Schweiß über die Stirn. Aenne und Gitte rieben immer wieder die Finger mit den Taschentüchern, die längst wie Scheuerlappen aus­sahen, Hans schmierte auf seiner Tafel und murrte, wenn Fiete einen mühsamen Versuch machte, ihn zum Schreiben eines u zu veranlassen.

Aenne, lies mal vor, was du geschrieben hast." Aenne fing verdrossen an:Meine Heimatstadt, schreibt man Stadt mit zwei t, Fiete?"

Gott bewahre, mit d und t."

Wenn das man wahr ist."

Was ich dir sage, das ist allemal wahr."

Och Gott, hab dich man nicht. So gräßlich weise bist du auch nicht."

Sie fing wieder an:Meine Heimatstadt heißt Schmalebeck. Schmalebeck ist ein Nest."

Ihr sollt doch schreiben: Ist eine kleine aber hübsche Stadt. Das hab ich euch doch dreimal ge­sagt."

Papa sagt, es istn Nest. Der lebt hier nu all bald fünfzig Jahre."

Aber das schreibt man nicht im Aufsatz."

Ich schreib' es und Gitte auch,"Ja, ich auch." Lies weiter. Hans, was schreibst du da?" Er schreibt gar nichts, er malt Schweinchen.

Immer ein fideles und ein trauriges."

Du sollst doch keine Schweinchen malen."

Du malst auch immer. Du malst immer unsere Ilse."

Fiete wurde puterrot.Du dummer Junge!"

Gitte hat cs auch gesehen. Neulich hast du den Zettel verloren, wo sie auf ist. Aenne hat ihn."

Gib ihn sofort wieder her, Aenne."

Nee. Wo du immer mit uns schimpfst!"

,Hch schimpf' auch nicht."

Doch," sagte Gitta,du schimpfst immer mit uns. Und deine Mutter auch." Sie zog den Mund zusammen und kopierte Madam Eggers.Oh, was seid ihr einmal für schlechte Kinder. Immer und immer ärgert ihr mein Fiete."

Dem langen Jungen flogen die Nerven bis in die Fingerspitzen. Aber er zwang sich. Sie hatten

einen Zettel mit Ilses Zeichnung, sie konnten ihn bei den Eltern verklatschen, sie konnten ihn un­möglich machen im Hause er schluckte und würgte und sagte mit erzwungener Sanftmut:Lies weiter."

Schmalebeck liegt an der Schmale. Fiete, weißt du, warum die Schmale genannt wird?"

Das ist immer so gewesen, das braucht ihr nicht zu schreiben."

Ob du das aber weißt. Id) weiß es."

Weil sie man schmal ist", schrie Hans.O du kannst aber gar kein Rätsel raten."

Wollt ihr nun gefälligst--" Nein, sie wollten

gar nicht.

Fiete, was ist das: Es liegt was Rotes unterm Kirschbaum? Na, sag' es dych."

Görenkram."

Du weißt es nicht. Du weißt es nicht."

Also: Eine Kirsche. Und jetzt lieft du--"

Falsch, falsch, falsch! Ein roter Husar. 216er nun liegt was Blaues unterm Pflaumenbaum. Was ist das?"

Der verzweifelte Fiete stöhnte:Ein blauer Husar".

Gellendes Triumphgeschrei.Wieder falsch. Eine Pflaume." "*

Die Tür ging auf. Doktor Rottmann sah in die Stube. Aenne und Gitte fuhren mit den Köpfen über die Bücher, Hans spuckte eilig in die Hand und wischte die ganze Schweineherde von der Schiefer- täfel.

Nennt ihr das Arbeiten?" fragte der Vater. Er hatte fein Autoritätsgesicht aufgesetzt, und nicht das leiseste Zwinkern in den Augenwinkeln deutete auf Versöhnlichkeit.

Niemand antwortete.

Sag' mal, Fiete, warum sitzt du hier eigentlich? Wenn du die Bande nicht besser in Zucht halten kannst--"

Fiete wand sich innerlich vor Angst. Wenn jetzt die Gören schwatzten--Wenn sie ihn jetzt Preis­

gaben, um sich selber zu retten Er ahnte nicht, daß Hans längst in seiner Dummheit alles ausge« schwatzt hatte.

Komm doch mal zu m-r herauf, wenn sie fertig sind, hörst du?"

(Fortsetzung folgt.)

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sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus.

Gießen, September 1026.

05977

Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:

Karoline Rusag geb. Müller.

Danksagung.

Für die vielen Beweise innigster Anteilnahme bei dem Heimgange meines lieben Mannes, unseres unvergeßlichen Vaters

Kräftiger Junge angekommen!

Karl Schäfer und Frau Auguste geb. Laub

Gießen (z. It. (Ed. Schwesternhaus), den 2. September 1926

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Gießen, Wetzlar, Aachen, den 2. September 1926*

Fritz Riekeberg Hans Groebler Elly Groebler.

Margarete Groebler geb. Rohde Anneliese Riekeberg geb. Groebler

Statt besonderer Mitteilung.

Für die vielen Beweise der herzlichen Teil­nahme bei dem Ableben unseres teuren Ent­schlafenen sprechen wir unseren tiefempfundenen Dank aus.