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Nr. |52 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (Geiieral-Anzeiger für Oberheilen) Zreitag, 2. Juli 1926

Turnen, Sport und Spiel.

Deutsche Kampfspiele.

Zu den Aufgaben des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen gehört satzungsgemäß die Ver­anstaltung von Deutschen Kampsspielen in regel­mäßigen Zwischenräumen. Diese Kampsspiele sollen gewissermaßn ein Gegenstück zu den Olympischen Spielen mit ihrem internationalen Charakter der Ausdruck deutscher Volkseinheit und der leiblichen Kraft und Gesundheit deutscher Jugend sein. Sie sollen das gesamte Volk erfassen. Jeder Deutsche mit einem Mindestalter von 18 Jahren kann sich an den Deutschen Kampfspielen beteiligen.

Auf Grund dieser Satzung hat der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen erstmalig im Jahre 1922 in Berlin solche Kampsspiele veranstaltet. Trotz verschiedener technischer Mängel sind sie ein voller Erfolg gewesen, eine einzigartige Kund­gebung deutscher Jugend. Schon damals war man sicb einig, daß die Durchführung derartiger Hampf- spiele eine bleibende Einrichtung sein solle. Der Vor­stand des D. R. A. hat ihre Durchführung für das Jahr 1926 der Stadt Köln übertragen. Es sollte damit zum Ausdruck gebracht werden, daß in ganz Deutschland, im Norden und Osten, im Süden und Westen der Rhein als deutscher Strom empfunden wird. Köln übernahm freudig die ihm zugedachte Aufgabe und ging zielbewußt sofort an die gewal­tige Arbeit der Vorbereitung.

Willkommen sind alte Deutschen ohne Rück­sicht der Staatsangehörigkeit als Teilnehmer und Zuschauer. Alle vier Jahre wiederkehrend, soll sich in den Deutschen Kampfspielen der nationale und kulturelle Gedanke, der den alten olym­pischen Spielen zugrunde gelegen hat, mit neuem, mit deutschem Leben erfüllen. 3m Sinne innerer Gemeinschaft sollen die Kampfsviele 1926 wieder alle vereinen, die deutsch fühlen und deutsch denken, unabhängig von Landeszugehörigkeit, von politischer Richtung, von Derbandsmitgliedschaft. Die Kämpfe mögen Zeugnis geben von der un­versiegbaren Kraft unserer Jugend, von dem unversiegbaren Quell der Liebe zu Heimat und Vaterland." Das waren die Leitsätze des ersten Ausrufes zu den 2. Deutschen Kampfspielen 1926, die im Rovember vorigen Jahres Dr. Lewald als Vorsitzender des D. R. A. und Dr. Adenauer, der Oberbürgermeister von Köln, ins deutsche Volk hinausschickten.

Winterkampfspiele bildeten den Anfang der Deutschen Kampfspiele 1926. Mitte März fand in Köln eine Eröffnungsfeier für die Kampfspiels statt. Und nun stehen wir vor den eigentlichen Kampfspielen selbst, in deren Zeichen vom 4. bis 11. 3uli das ganze deutsche Vaterland in der heiligen Stadt am Rhein lebt, das junge Deutsch­land und alle die, denen der Sinn für Turnen und Sport, für Pflege von Leibesübungen als Mittel zur Ertüchtigung unseres Volkes auf­gegangen ist. .

Köln hat zusammen mit den dortigen Tur­nern und Sportlern alles aufs glänzendste vor­bereitet. Für die Austragung der Kämpfe steht die gewaltige Kampfbahn des Stadions mit seinen 60 000 Zuschauerplätzen zur Verfügung, dazu zwei kleinere Kampfbahnen und einige Plätze für Spiele, eine Rad-Rennbahir, ein Platz für Schwer­athletik, eine wundervolle Schwimmbahn mit einem 100 Meter langen betonierten Decken, zahlreiche Tennis-Plätze, ein Reit-Turnier-Plah und all die erforderlichen Anlleidc-, Dusch-, Dade-, Gerate- und Vereins Häuser. Als Preise erhalten die Sie­ger der Wettkämpfe die für die Deutschen Kampf­spiele geschaffene Erzplatte mit einer Urkunde, und zwar in jedem Wettkampf der Sieger die vergoldete, der Zweite die versilberte, der Dritte die bronzene Erzplatte. Alle Sportarten sind ver­treten, und nicht nur ein Massenaufgebot deutscher Jugend, sondern eine Versammlung und ein Wettkampf unserer Besten wird den deutschen Kampsspielen in Köln den Stempel eines wahren Festes der Deutschen ausdrücken.

Schule, Verein und Arzt in ihrer Beziehung zu de Leibesübungen.

Die Schule hat die Aufgabe, die ihr anver­traute Jugend für das Leben vorzubereiten. Zu ver­schiedenen Zeiten ist das Erziehungsideal bei den einzelnen Völkern verschieden gewesen. Die Jetzt­zeit ist unzweifelhaft (nicht nur in Deutschland) dadurch gekennzeichnet, daß man den Leibes­übungen eine viel höhere Wertschätzung ent­gegenbringt, als das noch vor 20 oder 30 Jahren der Fall gewesen ist. Eine harmonische Ausbil­dung des Menschen, das heißt eine gleichmäßige Pflege der Entwicklung körperlicher und geistiger Fähigkeiten mit dem Bindeglied der technischen Anleitung, ist heute die Aufgabe, die sich die Schule zum Ziel sehen muß. Dabei mag darauf hingewiesen werden, daß sich die körperliche Er­ziehung in gleicher Weise auf die männliche wie aus die weibliche Jugend zu erstrecken hat. Leibes­übungen müssen also harmonisch in den ganzen Unterrichtsplan der Schule eingefügt werden. 3n den meisten Lehrplänen ist das bereits geschehen, wo nicht, da werden die Erfordernisse der Zeit ebenso wie das Drängen der Jugend in abseh- . barer Zeit dazu führen. Denn unsere Jugend ist sportfreundlich, sie will turnen, sie will Sport treiben, sie will spielen, Und wenn die so erzogene Fugend erst selbst im Kampfe des Lebens steht, dann wird sie ihrerseits alles tun, daß unser Volk nicht wieder durch einseitige geistige Ausbildung am Körper verkümmert.

Die Zeit, wo man in der Schule vom Turn­unterricht befreit werden konnte, etwa gar auf Grund einer ärztlichen Bescheinigung überall­gemeine Körperschwäche" welcher Hohn! ist wohl endgültig vorbei. Auch das etwa wegen Mangels an Geräten oder einer Turnhalle kein Unterricht in Leibesübungen erteilt werden kann, gibt es heute nicht mehr, denn Turnen inti> Sport sind technisch so vorwärts entwickelt, daß eine planmäßige Pflege von Leibesübungen keinerlei Geräte oder Hallen mebr bedarf, um wirksam zu werden. Gin gutausgebildeter Turnlchrer und mit der Zeit muß auch der wissenschaftliche Fach­lehrer genügend vovgebildet sein, um mindestens im 10-Minuten-Turnen die Schäden des Ditz­unterrichts ausgleichen zu können weih in jeder Lage und zu jeder Zeit, die Jugend durch Turnen, Sport und Spiel zu fesseln.

Wie in der Schule, so hat sich auch in den Vereinen in der Behandlung der Zugendabtei­

lungen ein Wandel vollzogen. Ein anderer Geist ist eingezogen, man nimmt dort die freiwillig übernonmiene Aufgabe der Erziehung der Ju­gend viel ernster als früher. Unb das ist besonders wertvoll deswegen, weil es sich hier ja um die schulentlassene Fugend handelt, das heißt um junge Menschenkinder, die freiwillig kommen und die andererseits Versuchungen und den Gefahren des Lebens viel mehr unterworfen sind, als die schulpflichtige Fugend, Ueberall in den Ver­einen. wo es irgend möglich ist, hat man die er­fahrenen und in sich selbst gefestigten Mitglieder zu Leitern der Fugendabteilungen bestellt. Viel­fach findet man deshalb in den Vereinen ein oft geradezu rührendes Anhänglichkeitsverhältnis der jugendlichen Turner und Sportler zu ihren Fugcndlehrern. das meist noch anhält, weim die Betreffenden längst im Leben stehen. Raturgemäß ist diese gewissenhafte Fugendarbeit in den Ver­einen auch auf ein gutes Verhältnis zur Schule, zur Lehrerschaft nicht ohne Einfluß geblieben. Und das ist recht so. denn Schule und Verein müssen in engster Fühlungsnahme und in bestem Ein­vernehmen miteinander arbeiten, wenn sie, gleichen Zielen zustrcbend, ihrer Aufgabe gerecht werden wollen.

Der Dritte im Bunde bei der Erziehung der Fugend ist der Arzt: er gehört in die Arbeits­gemeinschaft mit Schule und Verein. Gerade bei der Pflege von Turnen und Sport zeigen Beob­achtungen. daß bei der Fugend das Maß der Leistungssteigerung oder gor Höchstleistung nur allzuoft angestrebt und in den Vordergrund gestellt wird. Da heißt es achtgeben, damit nicht Raubbau an den Kräften unserer Fugend ge­trieben wird. Leibesübungen müssen dosiert wer­den wie Medikamente. Das ist beosnders 'zu be­achten bei Sporttreibenden, die mit irgendwelchen ihnen vielleicht selbst nicht bekannten körperlichen Fehlern behaftet sind und die sich im Training nicht genügend schonen. Fe nach Veranlagung, Konstitution und Leistungsfäh'gkeit, sowie nach dem augenblicklichen Alter darf von jedem ein­zelnen immer nur ein entsprechendes Maß von Hebung und Leistung verlangt werden. Es ist oft gar nicht so einfach, hier das Rechte zu treffen, und erst auf Grund genauer Untersuchungen, Beobachtungen und Kontrolle, die ärztlicherseits durchgeführt werden muß. wird man den not­wendigen Anforderungen Genüge leisten können. Viele Vereine sind schon dabei, ihre Sportabtei­lungen einer dauernden systematischen ärztlichen Überwachung zu unterstellen. Wo das nicht der Fall ist, geschieht die Unterlassung nicht aus Mangel an Erkenntnis, sondern aus wirtschaft­licher Rotlage. Hier ist es Sache der Aerzte, von sich aus durch praktische und wenn nicht anders möglich auch durch kostenlose Tätigkeit wertvolle und notwendige Hilfe zu leisten. Schule, Verein und Arzt müssen also zusammenwirken, um aus unserer Fugend gesunde, kräftige und harnionisch gebildete Menschen zp machen.

Turnen.

Volksturnmeisterschaften des 1. mittelrhein. Gauverban­des (D. 2.)

Erfolge des Turngaues Hessen.

bpw. Auf dem Sportplatz des Frank­furter Turnvereins von 1 860 trafen sich am Sonntag die Gaubesten aus den Gauen Hessen, Frankfurt a. M. Offenbach-Hanau, Kinzig und Main, um die Meisterschaften des 1. Gauverbandes des Mittelrhein­kreises der D. T. auszutragen. Die Kämpfe waren deshalb von besonderer Bedeutung, weil die 5 Besten jeder Kampfart der Meisterklasse zugelassen sind zu den Kreismeisterschaften im Volksturnen, die am 17. und 18. Fuli in Koblenz ausgetragen werden.

Die Frankfurter Veranstaltung stand auf beachtenswerter Hohe. Die Deilnehmerzahl in den einzelnen Konkurrenzen hätte zwar besser sein dürfen, recht bedeutend waren aber die Leistun­gen, die erzielt wurden, besonders in den Wurf-, Stoß- und Laufarten.

Es seien nur einige Ergebnisse bervorge- hoben: E. Baß (Polizei-Sportv. Frankfurt a. Olt.), einer der besten Wettkämpfer der Sumer- schäft, stieß die Kugel 12,28 Meter weit, und 2t Wilhelm Münch von den Marburger Reichswehrsportlem (D. f. L.) brachte es im beid- artigen Kugelstoßen auf 22,51 Meter. 3m Schleuderballwerfen ist der Wurf von Wengenroth (Franks. Tv. 1860) beachtens­wert der mit dem Vierpfünderball 54,34 Meter erzielte. Topp (Vorwärts, Bockenheim) erreichte im Speerwerfen 47,85 Meter. Leistungen ganz besonderer Art vollbrachte A. D i h e l (Tos. Sachsenhausen) im Stein stoßen: er erzielte bestarmig 8,94 Meter und beidarmig 17,59 Meter und blieb damit nur ganz knapp hinter den Tumerschaftshöchstleistungen zurück. A Diehl (Tgm. Dockenheim) blieb mit seinem Weithoch­sprung (1,60 Meter Höhe auf 3,20 Meter weit) ebenfalls nicht weit hinter dem deutschen Rekord zurück. 3m Dreisprung zeigte Trumm (Tv. Ofsenbach-Dieber) mit 13,13 Meter ein ganz be­achtliches Können, im Schlagballwertwurf war Bär vom Verein für Leibesübungen in Mar­burg mit 92,90 Meter führend.

Würdig vertreten war bei den Meisterschafts- kämpfen auch unser Heimatgau Hessen, der in den Lauf konkurrenzen fast alle Meisterschaften gewinnen konnte. Die Marburger Münch und Regendank und die Dad-Rauheimer May und Baumb la11 waren in ausgezeichneter Form, besonders Daumblatt im 2M-Meter-Lauf, wohl dem rassigsten Kampf des Tages. Es gelang dem Hessenläufer, den bekannten Reu°3senburger W. Schuber niederzuringen. Auch der jugend­liche D i l g e s vom Tv. 1846 Gießen konnte sich mit seiner ausgezeichneten Leistung im Kugel­stoßen sehen lassen. Daß die Marburger Akade­miker den 1. Platz bei der Schweden staffel belegt haben, ist auch ein Erfolg, auf den der Turngau Hessen stolz sein darf.

Alles in allem war der Tag, dec bestzen Qualitätssport bot und reich an reizvollen Kampfbildern (besonders in den Staffeln) war, ein voller Erfolg der Turnerschaft. Ein allge­meiner Fortschritt ist unverkennbar. Den gezeigten Stiftungen nach zu urteilen, darf man die dies­jährigen Kreismeister in ihrer Mehrzahl ziem­

lich gewiß im 1. Gauverband zu suchen haben. Auch unser Heimatgau Hessen, dessen Erfolge aus nachstehender Zusammenstellung zu ersehen sind, wird bei den Kreismeisterschaften nach menschlichem Ermessen nicht leer ausgehen.

INeisterklasse, Turner.

Schlagballweitwerfen 1. Helmut Bär, Verein für Leibesübungen Marburg, 92,90 Meter.

Kugelschocken: 3. Hch. Arndt, V. f. L. Marburg, 16,62 Meter.

1500-Meter-La u f: 1. Kuno May, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 4 Min. 20,5 Sck.

Speerwerfen bestarmig: 2. Richard Wiener, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 44.22 Meter.

Speerwerfen, beidarmig: 1. R. Wiener, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 68,82 Meter.

100-Meter-Lauf: 2. Stefan Daum- blatt, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 11,4 Sek.

400-Meter-Lauf: 1. Regendank, Akad. Tv. Marburg, 53,7 Sek.

800-Meter- La u f: 1. Kuno May, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 2 Min. 5,9 Sek.

200-Meter-Lauf: 1. St. Baumblatt, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 23,2 Sek.

S t e i n st o ß e n, bestarmig: 2. Willi Leh­mann, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 7,92 Meter (vor Wengenroth, Frks. Tv.).

Steinstoßen, beidarmig: 3. W. Lehmann, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 16,33 Meter.

Kugelstoßen, bestarmig: 2. Wilh. Münch, V. f. L. Marburg, 11,40 Meter.

Kugelstoßen, beidarmig: 1. W. Münch, D. f. L. Marburg, 22,51 Meter.

1000°Meter° La u f: 2. R. vom Schloß, Turnclub R,eustadt, 35,45 Min.

Weitsprung: 3. Bernhard Scheurer, Tv. Wetzlar, 5,87 Meter.

110-Meter-Hürden: 1. W. Münch, D. f. L. Marburg, 16,9 Sek.

Schweden staffel: 1. Akad. Tv. Mar­burg, 2 Min. 9 Sek.: 3. Tv. Wetzlar, 2. Min. 12,2 Sek.

Weithochsprung: 3. Karl Gerlach, Tv. Wetzlar, 1,50 Meter auf 3 Meter.

Z.eh nkampf: 1. Wilh. Münch, V. f. L. Marburg, 1016 Puickte.

Sechskampf: 1. Wilh. Münch, D. f. L. Marburg, 580'4 Punkte: 5. W. Lehmann, Tv. 1860 Bad-Rauheim.

Turnerinnen.

Schlagballweitwerfen: 2. Anna Mörler, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 50,79 Meier.

Kugelstoßen: 2. Anna Mörler, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 8,07 Meter.

Unterstufe.

Kugelstoßen: 1. Hch. Arndt, D. f. L. Marburg, 10,05 Meter.

Diskuswerfen: 1. Hch. Arndt, V. f. L. Marburg, 33,61 Meter.

Weitsprung: 3. Hans Scharpf, V. f. L. Marburg, 5,83 Meter.

Jugendklasse.

Kugelstoßen: 1. Dilges, Tv. 1846 Gießen, 12,68 Meter.

Vierkampf: 3. Dilges, Tv. 1846 ©i efe en, 78 Punkte.

Siegreiche Turnerinnen.

£ Unter sehr starker Anteilnahme aus dem ganzen Kreisgebiet fand am Sonntag das Tur- nerinnentrcffen des 9. Kreises des Arbeiter- Tum- und Sportbundes in Offenbach statt. Eingeleitet wurde die Veranstaltung am Samstagabend durch eine Werbeveranstaltung für das Frauenturnen.

Am Sonntag begannen auf der Rosenhöhe die sportlichen Wettkämpfe. Aus unserem engeren Heimatsgebiet wurden von den Teilnehmerinnen folgende Resultate erzielt:

4-Kampf für Sportlerinnen über 13 3ahre (100-Meterlauf, Weitsprung, Schleuderball, Ku­gelstoßen 5 Kilo): Emma Mandler, Heuchel­heim, 5. Preis.

4-Kampf für Sportlerinnen unter 18 3ahren (wie oben, Kugelstoßen 21/» Kilo): Emilie Lin­de n st r u t h , Heuchelheim' 4. Preis.

Schleuderballwerfen für Sportlerinnen unter 18 3ahren: 1. Preis Emilie Linden st ruth, Heuchelheim, 27,90 Meter.

Kugelwerfen, 2x/2 Kilo: 2. Preis Emilie Linden st ruth, Heuchelheim, 11,25 Meier.

Kugelstoßen, 5 Kilo für über 18 Fahre alte: 3. Preis Emma Mandler, Heuchelheim, 6,63 Meier.

Weitsprung: G ö b l e r, Gleiberg (außer Konkurrenz) 4.31 Meter.

Kleine olympische Staffelte (250, 50, 100 Meter): 1.Preis Turnerinnen Heuchelheim, 1:4,1 Min.

Turngau Welterau.

Der hn Südwestdeutschen Turn verband organisierte Turngau W e 11 e r a u , dem 48 Turnvereine des mittleren und südlichen Ober­hessens angehören, hat seine Turner für kommen­den Sonntag zum Gauturnfeft nach R i e - der-Rosbach eingeladen. In Anbetracht der Tatsache, daß erst vor 14 Tagen dieGautum­fahrt nach Eichen durchgeführt word'n ist, muh die Zahl von rund 300 gemeldeten V>.tturnern als sehr gut bezeichnet werden. Die Sumer innen tragen einen 9-Kampf aus, die Sumer in der Männer-, Ober-, Mittel- und Unterstufe einen 12-Kampf, der neben den Uebungen an den Ge­räten noch eine Freiübung und die vollstümlichen Uebungen Dreisprung und Kugelstoßen umfaßt.

Die deutschen Turner in Philadelphia.

Die deutsche Sumriege begab sich nach dem Empfange bei dem Präsidenten Coolidge in Washington nach Philadelphia. Hier wurde sie in der Stadthalle von dem Bürgermeister empfangen und durch eine An­sprache ausgezeichnet. Für die Begrüßung daickte der Vorsitzende der Deutschen Sumerschaft, Dr. Berger. Dann nahm die Riege an einem großen Schauturnen im Stadion der Weltaus­stellung teil. Hieran waren auch amerikanische und schweizerische Sumvereine beteiligt. Die Vor­führungen der deutschen Sumriege weckten den jubelnden Beifall der nach Tausenden zählenden Zuschauer, die das weite Rund der

Kampfbahn umsäumten. Sow ohl am Reck, als auch am Barren und am Pferd wurden von den deutschen Turnern ausgezeich­nete Leistungen geboten, die Freiübungen der Riege fanden verdiente Beachtung.

Fußball.

Dezirksmannschaftsspiel in Wieset.

£ 3m Rahmen des vom 3. bis 5. 3uli in Wicseck st at findenden Dezirksfestes wird inmitten des großzügig angelegten Festplahes ein Fuß- ballwettspiel zwischen Bezirksmannschaften des hiesigen 3. gegen den 2. (Frankfurter) Bezirk auggetragen. Das Spiel verspricht für die Fuh- ballanhänger ein besonderer Genuß zu werden, kommen mit diesem Tage doch zum ersten Male die Spieler der besten süddeutschen Klasse nach hier. Als Vergleich für die Spielstarke der zu erwartenden Mannschaft mag das Resultat die­nen, das die Mannschaft vor kurzem gegen Domheim, den voraussichtlichen Kreismeister und mehrfachen Süddeutschen Meister, errang. 5:0 lautete damals das Ergebnis zugunsten der Be­zirksmannschaft des 2. Bezirks. Gegenüber einer derartigen Mannschaft hat die oberhefsische Mannschaft mit ihrer viel jüngeren Spielerfah­rung natürlich einen sehr schweren Stand. Dis Gewinnaussichten sind von vornherein außer­ordentlich gering. Aber darum gehts ja am Sonntag nicht. Fußball in seinen besten Formen soll gezeigt werden, um die Gemeinde der Sport­anhänger immer größer werden zu lassen. Hof­fentlich hat die Leitung des 3. Bezirks von der vorhandenen Möglichkeit, die eigene Mannschaft zu verstärken, Gebrauch gemacht.

Leichtathletik.

Iwei neue deutsche Rekorde der D.T.

Anläßlich der Leichtathletik-Meisterschaften des Kreises 8b der Deutschen Turnerschaft (Rheinland) wurden zwei neue Höch ft lei st ungen erzielt, und zwar im 1000-Meter-Staffellauf, den der T d. Köln 1843 in 2:05,2 gewann und damit die 1924 in Hannover von Kreuznach erzielte Höchstleistung um ein Zehntel Sekunde überbot. Im Speerwurf für Turnerinnen verbesserte Frl. Schumann ihren 1925 errungenen Rekord von 36,88 auf 37,66 Meter.

Schlagball viele der Höheren Schulen Hessens.

Bezirk Oberhesfen-Rord.

Am Mittwoch fand im Bezirk Oberhessen» Rord das Endspiel um die Bezirks- meist erschuft statt. Das Spiel auf dem Trieb" sah die Sieger der Vorspiele, das Real­gymnasium Gießen und die Oberreal- schule Gießen, als Gegner. Unter der Lei­tung von Turnlehrer S ch u tz b a ch (Weilburg) entwickelte sich ein schönes Spiel, das zunächst zwei gleichwertige Mannschaften abwechselndim Felde" undam Schlage" in Tätigkeit kommen ließ. Schon bis zum Ballwechsel, dem Ende der ersten Spielzeit, konnten die Oberrealschüler durch Weitschlöge und mehrere Läufe das Spiel an sich ziehen. Die Realgymnasiasten konnten nur durch Fangbälle, deren Sicherstellung eine gute gang« ficherheit bewies, Punkte gewinnen. Die Obcr- realschüler ließen sich die Führung bis zum Schlüsse nicht mehr nehmen. Mit dem Ergebnis 64:26 Punkten wurde die Oberrealschule Gießen Dezirksmeister von Oberhes- s e n - R o r d. Erreicht wurden die Punktzahlen bei den Realgymnasium durch 12 Läufe, 12 Fang­bälle und 2 Weitschläge: bei der Oberrealschule durch 48 Läufe, 5 Fangbälle und 11 Weitschläge. Erfreulich war feststellen zu können, daß außer den Oberstudiendirektoren eine große Anzahl der Lehrer und viele Schüler dem Spiele als Zu­schauer beiwohnten.

Bezirk Oberhessen-Süd.

3n Friedberg auf derSeewiese", dem Spielplätze der Wetteraustadt, wurden am Mitt­woch vormittag die Vorspiele um die De - zirksmeisterschaft ausgetragen Zur Teil­nahme traten an: die Aufbauschule Fried­berg, das Gymnasium Büdingen, die Oberrealschulen Butzbach und Bad- R a u h e i m. Als erstes Paar traten die Ober- re a l sch ü l e r Butzbachs und die Aufbau- schüler Friedbergs zum Wettspiele an. Butzbach zeigte sich überlegen und ging als siche­rer Sieger mit dem hohen Ergebnis 90:16 aus dem Wettkampf hervor. Gymnasium Bü­dingen und Oberrealschule Dad-Rau- heim lieferten ftch ein ausgeglichenes Spiel, das Büdingen mit 67:46 Punften für sich ent­scheiden konnte. Die Sieger Butzbach und Bü­dingen werden ihr Endspiel, sicherem Ver­nehmen nach, schon nächste Woche in Gießen zur Durchführung bringen.

Gegen den Sieger aus diesem Spiel, das den Dezirksmeister Oberhessen-Süd ermittelt, wird dann die Oberrealschule Gießen als Dezirks­meister Oberhessen-Rord zum Endspiel um die Provinzmeisterschaft Oberhessen anzutreten haben.

Radsport.

Das Gausommerfest in Alsfeld.

Die Wauderer", Gießener Radfahrer-

Gesellschaft von 1896.

Anläßlich des Gau-Sommerfestes in Alsfeld wo wie alljährlich die Kräfte innerhalb des Lahngaues im D. D. R. in den einzelnen Radsportarten gemessen wurden, konnte der Ver­ein bei allerstärkster Konkurrenz sehr gute Erfolge erzielen. Richt weniger als 8 Preise konnten bei der Preisverteilung in Empfang genommen wer­den, darunter 4 erste Preise, 2 zweite und 2 dritte. Der Verein der erst vor einigen 3ahren wieder, nach einer über 10 Fahre langen Pause, neu erstanden ist, betreibt erst feit 2 Fahren den Saalfport, aber schon heute steht er hierin im Gau mit an der Spitze.

Die errungenen Preise verteilen sich auf diö einzelnen Konkurrenzen wie folgt:

6er Fugendreigen: 1. Preis (8 Konkurrenzen), 8er Fugendreigen: 1. Preis (4 Konkurrenzen^