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Berliner Börse.

Berlin, I. Dez. Während das heutige Vor- mitkagsgeschält außerordentlich ruhig verlief und infolge der Anspannung der Geldsätze für den amt« licheu Verkehr nut einer erneut schwächeren Tendenz gerechnet wurde, führte die gegen Mittag hier ein- getroffene Meldung über die Dermögensfreigabe in Amerika zu einem lebhaften Interesse für die sog. Freigabewerte. Nach diesem tiabcltclegramm lull zwischen der republikanischen und der demokra- lischen Partei in den gestrigen Verhandlungen eine grundsätzliche Uebereinstimmung über die Gesetzes­vorlage zur Rückgabe des beschlagnahmten deut­schen Eigentums erzielt worden fein. Die Kurse der in Frage kommenden Papiere zogen durchweg pro zentweise an. Im Vordergründe standen dabei Echüfahrtsaktien (5)apag plus 6,5, Rordlloyd plus 1 Prozent), Stöhr-Kainrngam, Drenftein (plus

h Prozent», Baltimore, Konatalliare* und Berliner Danbcl. Die feste Tendenz der Fretgodrwer ner- anlaßte die Lpekularion auch an den übrigen Vjlärf- ten zu Deckungskaufen. Mil Ausnahme meniger ab- bröckelnder Papiere war die Tendenz daher bei 'Be­ginn der Börse recht freundlich. I.-G.-jzarben er­holten sich um 4 Prozent, hui 315 Prozent. Da­neben waren vor allem delirüuierie um 1 bi» 2 Prozent gebessert. Auch rur opniwene (edjnli beiß plus I Prozent, hielt das Interesie an. Ain Geldmarkt ist hie Lage roeiier angespannt. Geld kostet je nach der Lange der Zeil 6^ vis h Prozent. Im Devisenvertehr war die Reichsmark gegen nabel auf 1.207 befestigt. Paris schwankte gegen London zwilchen 134 und 132,50. Mailand fast unverändert, 113 gegen das Pfund. Die übrigen Devisenkurse waren kaum verändert.

KraulsurLer

Frankfurt a. Di., l. Dez. Tendenz: »eher. Die Börse zeigte zu Beginn de» neuen Monats eine etwas freundlichere Veranlagung, da der b g a b e b i u rf n a ch z u l a s s e n begann. Rach dem ungestörten Verlaufe des Ultimos war die Spehilation wieder zuverfutztlicher geftlmmi uni) schritt aus den führenden Markten zu Deckilngen und Rückkäufen Das Geschäft nahm etwa» leb­haftere Formen an als am Vortage. Die bessere Stimmung fand eine Stütze in der Veröffentlichung der Zweimonatsbilanzen der Banken, nach denen in den verflossenen zwei Dlonaten wieder eine halbe 'Milliarde neuer Mittel zugeflossen sind, wodurch die Llquidirä« der Großbanken eine erhebliche Steige­rung erfahren Hal. Größeie Beachtung sand auch die Rede Briandr, die einer günstigen Auffassung begegnete. In den^Mittelpunkr de» heutigen Ver­kehrs mären die Freigabewerte gerückt, die beträchtliche Aufbesserungen erzielten. Kanadashares zogen auf 117 an, Baltimore aus 107 (plus 5). Rach den neuesten Meldungen über die Entwicklung der Freigabefrage in Amerika glaubt man doch noch ein günstigeres Ergebnis in dieser langwierigen Angelegenheit erwarten zu dürfen. Unter diesem Eindruck standen auch Schiffahrtsaktien in einer scharfen Kauf- und Aufwärtsbe­wegung. Hapag plus 8, Rordlloyd plus 5,75 Pro­zent. Am Dl o n t a n m arkt war die Kauflust ziemlich rege bei ansehnlichen fiursbefferungen. Du derus plus 2,5, Gelsenkirchen und Harpener je plus 1,75, Mannesmann und Klöckner je plus 2, Rhein. Braunkohlen plus 4,5, Riebeck plus 1,5, Rheinstahl plus 0,5, Stahlverein plus 1 Prozent. Dagegen er­fuhren Deutsch-Lux eine neue Senkung um 5,5 Pro­zent. Am Ehern i e m a r k t hat sich di« Dad)frage nach I.-G.-Farben verstärkt, der Kurs dieses Pa- pieres konnte sich um «lwo 6 Prozent heben. Elek­troaktien waren um 1 bis 2 Prozent gebessert. Recht günstig veranlagt war der B a n f e n m a r 11, um rege Umsätze ftattfanben. Berliner Handel er­zielten eine Steigerung von 8, Darmstädter plus 2,5, Deutsche plus 3, Commerz plu» 2, Dresdner plus 2,5, Reichsbank plus 1,5 Prozent. Motoren­aktien erholt. Sieger plus 3, DSU. plus 1 Pro­zent. Bauaktien unsicher. Mayß & Freytag etwas höher. Dyckerhoff gingen leicht zurück. Von Zellstoffaktien lagen Waldhof schwächer. Zuckeraktien konnten die Aufwärtsbewegung fortsepen. Badischer plus 1 Prozent. Maschinen- aftien knapp gehalten. Tertilwerte heb.....

tet. Der deutsche Anleihemarkt lag ruhig und eher zum Dachgeben geneigt. A u s I ä n t) i 11>, Renten wenig verändert. Ungarn fester. Im Freiverkehr hörte man: Growag 70, Frank­furter Handel 89, Ufa 42 Prozent. Der weitere Ver­lauf brachte für die führenden Aktienwerte, beson­ders S ch i f f a h r 1 s - und Farbe naktien, neue S t e i g e r un g e n. Auch einige Montan aktien konnten die Aufwärtsbewegung in mäßi­gem Tempo fortsetzen. Am lokalen Geldmarkt zeigte sich keine Erleichterung. Tagesgeld war wei­ter \u 6,5 Prozent gesucht, auch 'Monatsgeld bc gehrt zu 5,75 bis 7,5 Prozent, je Adresse. Privat­diskonten 4,65, Industrieakzepte 5 Prozent. Im D e - visenverkehr ist die Lage unverändert. Paris

gegen London 133,75 Mailand 114,62. Dir fRtidvi mark stellt sich gegen DeunorF auf 1 207. London Kabel 4.85.

frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. 'M., 1. Dc;. Es notierten. Wei jin. Wetteraucr. 29,bis 29,50 'Mark, Roggen. i''ländijchrr, "24.50 bis 24,75 Sommergerste für Brau ,wecke ?< 75 bis 26,50; Phaser, inlänöijdter. 10 gelb. 10.5U; Weizenmehl, tnlän dtiches tSpeztal in 41 bis 4ILO. Roggenmehl 35 n. »u.i >. -a>eilenfitie 11L0 bis 11,75: Roggenkleie 11,75 bis 12 Mark. Tenden;:ruhig.

Lüdwestdeulsche Konferenz für Innere Mission.

Heidelberg. 30. Aov. Zahlreick? Ver­treter au» Areiten der baöif^n. hessischen. Pfälzi chen und iPürtIembcrQii<r?n Inneren Mission landen sich hier zur Sitzung der Ver- e.nigten Auschüste drr Südwest deutschen .'vonftrenj für Innere M11 sivn zu­sammen

Aach einer herzlichen Begrüßung durch beit Borsitzenden. Prälat a. D- D. Schm111hen - n c r A^rlemlte, und nach nerkt.ebenen geschäft­lichen Mitteilungen gab Landrswohlfahrtspsarrer Werner- Karlsruhe einen eingehenden Bericht übet die Spandaucr Konserenz für Mediziner und Theologen, an den sich eine rege Aussprache an chloß und der Beschluß, dieser AroeitSgetnein- schalt die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Kleber die Aovembertagungen dos Zentralaus- schusses für Innere Mission, die sich u. a. mit Fragen der Iugendfürsorgv der Evangelischen SeimftättenbeiDegung, der nichtdiakonilckm Kirckite in den Anstalten beschä'tigtcn, berichteten Ge- heimrcu L). .Kayser- Frankfurt und Pfarrer TL e r n e r.

Aach gemeinsamem Mittagessen wurden nach­mittags vor größerem Kreike zwei ernste Fragen im Eemeindeiaal behandelt. Aus Grund reicher Erfahrung berichtete Iugendpsarrer Wüte­rich - Stuttgart überDie Ausgaben der Inneren Mission an den Erwerbslosen", morauf die Hei­delberger Pvliöeisürsorgerm, Fräulein Boeß, in ihrem Vortrage über ^Mädchrnarbeitsasyl im Zusammenhang mit der Prostitution»trage" er­schütternde Aotstände aufdeckte und die Dringlich- leit der Schaffung eines Mädchenarbcitsasvlä in der Aähe Heidelbergs darlegte. Auch in den Diskussionsreden tarn das hohe Berantwortungs- gesühl der Freunde drr Inneren Mission und der ent'chiedene Wille der einzelnen in der Süd west - beut(feen Konferenz zusammengeschlofsenen Lan- desvereine zur Mitarbeit auf b'efen Gebieten stark zum Ausdruck.

Buntes Allerlei.

Fttmbeleuchrung.

Bon Ingenieur Karl Trott.

In jedem Theater bildet die Drleuchlungs- einrichtung einen Hauptteil des Zubehörs. Wir haben dort Lampen für Seiten-, Decken- und Aampenbeleuchtung. Scheinwerfer, bunte Lampen, umfangreiche Acgeleinrichtengen und anderes mehr. Wenn der Film vorläufig auch noch auf die bunten Lampen verzichten kann, weil wir den farbigen Film noch nicht haben, so werden doch an die Beleuchtung von Filmaufnahmen noch viel höhere Ansprüche gestellt. Drr Lichtspiel­besucher hat oft Gelegenheit, solche Deleuchtun- gen zu bewundern und sich täuschen zu lassen. Er sieht z. D. auf einem Marktplatz ein Er­eignis vom schönsten Sonnenlicht bestrahlt: viel­leicht ist diese Aufnahme aber gerade bei trübem und bebedtem Himmel gemach! warben, und die schönen Lickt- und Sck.a'-cnwirkungin rühren von einem elektrischen Scheinwerfer her. Man Hl näm­lich immer mehr dazu übergegangen, auch bei Ausnahmen in freier Aatur bei Tageslicht solche

Scheinwerfer zu rwawiben; außerdem gehör« l:c zu den Borrichtungen, ohne die ©frafcw nd Aachtaufnahmen gar nicht denkbar link

Es kommt nun fe i an. ob man groß«

Flächen beleuchten oder einzelne Personen und Gruppen aus der Umgebung hervortreten latfe* will. 3m ersten Fall verwendet man lichtstreuend« Spiegel, die man Aufheller nennt, im zweit«, Fall faßt man die Lichtstrahlen mit Metall- oder Glas Parabolspiegeln zusammen.

Das Tageslicht ist überhaupt bei Filmaui- abir.cn auf der Filmbühne vollständig ausgefchal» tet. Es unterliegt einem zu großen Wechsel, an den man bei den teuren, mit großem Zeit- und kcstenaulwe.nd verbundenen Borbereituna«» nick' gebunden sein will, co hat sich hier die onft durch die hochkerzige Glühlampe verdrängte elektrische Bogenlampe als solche mit ebenem und etng<.'id)ififenem Lichtbogen noch belmupten können. Sie läßt sogar die Quecksilberdampflampe nicht aufkoinmen die zwar mit ihrem stark violect-bläulichen Licht eine weiche SchattenbU- düng ixroornifi. aber in einiger Entfernung ihr« Wirksamkeit verliert, wohingegen die Bogenlampe eint weitreichende Strahlung ausübt. Bei der QutiVilberdamptlampe erfahren die beleuchtet en Gegenstände in bem bläulich-gritnstichigen 'riebt auch eine Farbenveränderung.

Große Energiemengen werden für die Film- beleuchtung aufgetvendel. Mit einem guten Auf- I Heller kann man auf Entfernungen bis zu 100 Meter noch Flächen im Durchmesser von ctax» 50 Meier gleichmäßig beleuchten. Der Strom­verbrauch eines solchen Aufheller« entspricht etwa dem ran 1500 Glühlampen zu je 25 .Kerzen. Selbsttätige A.egelvvrrichtungen halten die Licht­stärke bei jeder Spanuungssckwankung vollständig gleichmäßig. Gerade auf die Beseitigung jeglichen Flimmerns muß bei F.lmaufnahmen sehr geachtet werden. Man findet daher Lampen mit 3 .Kohle­stiften. die unmittelbar an den 3 Leitungen eines Drehstromnetzes liegen, die hauptsächlich bei hohen Räumen als Oberlichtlampen oder wegen ihrer gewaltigen Lichtmenge als Sonnenlicht verwendet werden.

Die anderen Beleuchtungskörper entsprechen ttiva denen eine« großen Theaters, jedoch mit bedeutend höheren Wirkungen und größerer Biel- leitiglelt. Daher kommt es. daß man selbst auf der Filmbühne die einzelnen Lampen niemals mit einer Schalttafel an dec Wand verbinden wird, sondern fahrbare Schalttafeln verwendet, öle eine viel schnellere Bedienung der Beleuch- lungseinrichiung ermöglichen. Auch alle anderen Beleuchtungskörper müssen leicht und schnell be­weglich fein. Scheinwerfer und Aufheller haben bis zu 1 Meter Durchmesser und müssen sich auch in der Höhe verstellen lassen. Daher geboren zu einer vollständigen BeleuchtungSeinrichlung allerlei umlegbare Fahrgestelle, Winden usw.

Letzte Nachrichten.

Gröhe Unterschlagungen in Rheinhessen.

Mainz, 1. Dez. (WSN. Drahtmeldung., Der Direktor Ferdinand Specht von der Baden­heimer Spar - und Darlehnskasse Bo­de n h e i m wurde wegen Veruntreuung von 1 1 3 0 0 0 Ma r k > n ri a f t genommen. Wegen Bei­hilfe hierzu wurde ferner der Fabrikant Kohl, ebenfalls aus Bodenheim, verhaftet.

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