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Nr. 250 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Freitag, Oktober 1926

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Turnen, Sport und Spiel.

Allerhand Wurf- und Ztoharten.

Neben den hauptsächlichsten Wurs- und Stoß- arten im sportttchen Wettbewerb gibt es noch eine Reihe von weniger gepflegten derartigen Hebungen, auf die hier einmal zusammensassend hingewiesen sei. Es mag vorweggeschickt werden, daß auch zu ihnen eine eingehende Vorbereitung gehört, wenn hohe Leistungen erzielt werden sollen. Die Grundlage des Trainings ist eine Zweckghmnastik, die ihr Hauptaugenmerk auf die Durchbildung des Rumpfes richten must. Erst dann darf die Spezial-Vorbereitung einsehen. Es wäre natürlich verkehrt, wollte man über dec Kräftigung des Oberkörpers, der bei den Wurf- und Stvstübungen besonders beansprucht wirb, die Beinarbeit vernachlässigen. So wie die Wurf- und Stohbewegung in den Deinen be­ginnt und von hier durch den ganzen Körper bis in die Fingerspitzen läuft, so must dem­entsprechend auch das Training auf alle Teile des Körpers ausgedehnt werden. Eine gute All­gemeinausbildung ist hier womöglich noch not­wendiger als bei anderen leichtathle.iichen Klebun­gen, insbesondere den Läufen. Für einen Wer­fer und Stoßer ist Raturkraft Voraussetzung, sie wird durch Technik allein sich nur selten er­sehen lassen. Auch die Körpergröße spielt eine Rolle: der höher aufgeschossene Athlet hat immer einen kleinen Vorteil vor seinen Kon­kurrenten voraus.

In die Schwerathletik gehören das Ge­wichtwersen und das Hammerwerfen. Diese Klebungen, die ein jahrelanges Training ersordern, in denen sich aber bis in beträchtliches -Alter hinein hohe Leistungen erzielen lassen, 'ftnö eine Domäne der Amerikaner und Engländer, wo ihre Ausübung sehr volkstümlich ist. Aller­dings müssen sich die Zuschauer in Acht nehmen, da die geschleudert« Kugel manchmal einen an­deren Weg nimmt, als der Werser es beabsichtigt. Der sogenannteHammer", der mit einem eigent­lichen Hammer garnichts zu tun hat, besteht nämlich aus einer Kugel von 10 oder auch 15 Pfund, die an einer Kette oder an einem Drahtseil von 1,20 Meter Länge befestigt ist. Am Ende der Kette befindet sich ein schlingen- artiger Griff, verschiedentlich auch zwei Griffe, für die Hände. Der Werfer holt Schwung, indem er den Hammer kreisförmig über den Kops schwingt, wobei der Körper durch Wiegen in den Hüften und durch Beugen und Strecken der Arme und Deine die Bewegungen unterstützt. Im geeigneten Moment must der Griff losgelassen werken, damit der Hammer möglichst weit fort­fliegt. Hm die Leistung zu erhöhen, vollführt der Körper vor dem Abwurf noch zwei oder drei Drehungen: durch den ungeheuren Schwung wird er fast von selbst herumgerissen. Das Schwungholen muh besonders viel geübt werden. Es ist zuerst sehr anstrengend, arbeitet aber den Körper vollkommen durch. Ein Sport für Jugendliche oder für Frauen ist das Hammer­werfen nicht. Eine reine Schwerathletik-Hebung ist das Gewichtwer en. Es handelt sich hier um Gewichte von 20 bis 50 Pfund, die gleichfalls an einem Griff befestigt sind und ähnlich wie beim Hammerwerfen durch Schwunghv'en weg­befördert werden. Welch gewaltige Leistungen sich durch die Eigenart der besprochenen Wurf­geräte erzielen lassen, das zeigt die Rekordliste. Den Weltrekord im Hammerwerfen hält der Amerikaner Ryan seit 1913 mit 57,771 Meter. Reben ihm sind die Amerikaner G r a t h und T o o t e l l die bekanntesten Hammerwerfer. Sie haben sich mit den goldenen Medaillen der letzten drei Olympischen Spiele geschmückt. Demgegen­über sieht der deutsche Rekord, der kürzlich von Mang, Bruchsal, mit 43,30 Meter aufgestellt wurde, nachdem ihn vorher viele Jahre hindurch der Regensburger Furtwengler gehalten hatte, recht dürftig aus.

Das S t e i n st o st e n ist eine bekannte Wett­übung der Turner. Es wird mit einem Stein von 33Vs Pfund, also ein Drittelzentner, gestosten, während die Sportler einen Stein von 30 Pfund für diese Hebung benutzen. Die Technik ist säst die gleiche wie beim Kugelstoßen, nur daß eben der Kraftaufwand bedeutend größer ist, so daß hauptsächlich stärkere Leute dafür in Frage kom­men. Der Anlauf ist beliebig, der Stoß muh mit freier Hand geschehen. Steinstosten ist eine Hebung nur für erwachsene Männer, für den noch im Wachstum befindlichen Iugendli^en ist sie nicht zu empfehlen. In der Schweiz wird oft mit noch schwereren Steinen gestosten, die ohne jede besondere Form gewissermaßen dem altgermanischen Wurf mit dem Feldstein ähneln. Die Turnerbestleistung hält dec Dortmunder Lingnau mit 10,70 Meter, bestarmig, 17,68 Meter, beidarmig. Die Sportlerhöchstleistung (15 Kilogramm) von Halt, München, mit 10,63 Meter: 15,70 Meter ist die Bestleistung beidarmig durch Dr. Luther.

Der Ball ist das Gerät für Schleuder­ball und S ch l a g b a l l. Der Schleuderball hat ein Gewicht von 2 Kilogramm, für Jugendliche von 1,5 Kilogramm. Mit Anlauf und mit einer oder mehreren Hmdrehungen wird der Ball, dec an einer 45 Zentimeter langen Schlaufe durch zwei oder drei Finger der Wurfhand getragen wird, weggeschleudert. Die Bestleistung erreichte der Oldenburger Turner Heyn en auf den vor­jährigen Meisterschaften in Leipzig mit 65 Meter. Beim Schlagballwersen wird ein Ball von sieben Zentimeter Durchmesser und einem Gewicht von 85 bis 95 Gramm benutzt. Bei Frauen und Jugendlichen ist dieses Wurfgerät recht beliebt. Als weitester Wurf ist dec des Turners Schulz, Lübz, mit 115,10 Meter bekannt, als größte von Frauen erzielte Wurfweite 73,61 Meter. Schleuderball und Schlagball werden auch als Spiele gepflegt.

Hallentraining.

Die Leichtathletik-Abteilung der Sp.-Dgg. 1900.

Wie alljährlich nach dem Ende der sommer­lichen Wettkammpf-.eit beginnen die 1900er Leicht­athleten auch jetzt mit ihrem Hallen- oder Win­tertraining. Keine leicht« Aufgabe harrt in der Halle des Leichtathleten. Grund- und Zweck­gymnastik bereiten den Körper vor, Widerstands-, Dehn- und Streckübungen arbeiten ihn durch, machen ihn locker und geschmeidig. Keine ein­seitige, sondern eine allgemeine Durchbildung ist Hweck des Wintertrainings. Die Trainingstage

Was der Sonntag bringt

ihrer stärksten Gegner mit nur 9 Mann in Sinn gegenüber. Sinn konnte zunächst zweimal erfolg­reich sein, während Gießen sich zuerst nicht stand. Erst kurz vor Pause konnte Gießen ein Tor er­zielen. Rach Halbzeit gelang den Rotblusen in der 70. Minute der Ausgleich Alle Anstren­gungen Sinns, nochmals die Führung an sich zu reißen, scheiterten an der prächtigen Zusam­menarbeit der Hintermannschaft Gießens.

V. C.20 Gießen II. Heuchelheim II. 2:0 (2:0).

Auf eigenem Platz trat die 11. D. C. Gießen der gleichen Heuchelheims entgegen. Die eifrige Mannschaft konnte sich durch einen 2:0-Sieg ihre zwei Punkte mit nach Hause nehmen.

für Aktive und die älteren Jugendlichen sind Montag und Donnerstag, für die übrige Jugend und Schüler Mittwoch nachmittag. Hebungshalle ist, wie im Vorjahr, die Turnhalle der Stadt­knabenschule in der Rordanlage. Das Montag- und Donnerstagtraining steht unter Leitung des bewährten Abtestungslei.ers A. Wallenfels, während das Mittwochtraining von dem Iugend- leiter W. Schmidt abgehalten wird. (Siehe heutige Anzeige.)

Sinn I - B. C. 20 Metzen I 2:2.

Am vorigen Sonntag trat der D. C. 20 zu seinem ersten Verbandsspiel an. Die 1. trat einem

Die II. Klasse.

Ein offenes Spiel ist in M a r b u r g zwischen der dortigen Zweiten und der Gi etz euer Ils-Mannschaft zu erwarten. Die Gießener werden wohl Sieger bleiben. Die Raun­heimer Zweite empfängt Saubringen I, das Resultat wird nicht hoch werden. Wetz­lars zweite Mannschaft muß nach R o d h e i m. Ob das Spiel gegen die dortige erste Mannschaft ohne weiteres gewonnen wird, muß offen bleioen. Gießens 11 b - M a n n s ch a f t hat auf eigenem Platz M i e s « ck II als Gegner. Unter normalen Verhältnissen müßten die Wiesecker Sieg und Punkte mit beim nehmen. Leun i und Fronhausen I werden sich in Leun ein Spiel liefern, dessen Ausgang recht ungewiß ist.

In der zweiten Klasse ist die Entscheidung um den Meister noch in weite Ferne gerückt. Hier sind die Mannschaften so zahlreich ge­worden, daß die Spiele fast bis in den Winter hinein andauern werden. Auch in dieser Klasse hat Gießen mit seiner II 2 - Mannschaft die Füh­rung.

Die Jugendklasse.

Als einziges Derbandsspiel findet ein Treffen der L 0 llarer und Heuchelheimer Jugend in Lollar statt. Es dürfte schwer sein, den Sieger im Voraus zu bestimmen. Auch in dieser Klasse hat sich Gießen mit beträchtlichem Vor­sprung die Führung gesichert, eine Aenderung dürfte wohl nicht mehr eintreten.

firetsle^rgang

im Turner-Schwimmen.

Kommenden Samstag und Sonntag wird in Friedberg cm Kreisle^rgang im Siwimmen für die Turner des MU.elrhein rn/es der D. T. abgchaltcn Die Leitung liegt in den Händen des Kreisschwimmwartes Emil Bitsch- Frank­furt a. M D:n Unterricht erteilen der Schwimm- Wart der D T. R. Braun, die Schwimmwarte der Gaugruppen 1 bis VI, sowie Dr. med. Schöndube, Aerztlicher Beirat der Deutschen Lebensrettungsgesellschast, aus Frank urt a. M. Am Samstag fin' en Vorträge, anschließend Vor­übungen an Land statt. Sonntag wird der Lehrgang fortgesetzt. Alle Grundübungen für Schwimmen, Springen, Tauchen, Wasserball und Rettungsschwimmen werden durchgenommen.

Willy Decker 124 P. 2. Sieg Ludwig Lotz 121 P. und 25 weitere Sieger.

Turnerinnenstufe (Zebnkamvf): Ehren sieg Paula Hofmann 189 P. 1. Sieg Tilly Espack 178 P. 2. Sieg Ria Schwan und Änni Schön je 177 P. 3. Charlotte Amend 173 P. 4. B^tty Dllim 168 P. 5. Hermine Schwan 161 P. 6. Emm' Hesi 158 V. 7. Els« Klemmrath 1"O P 8. Milli K.'mpf 140 P. 9. Gretel Schwarz 130 P.

In gendt urnerinnen (Zehnkamvs): 1. Sieg Els; D'ckslhw'vt 184 P. 2. Martha Se.ferth 175 P. 3. Erna Althans 173 P. 4. Erna Luh 159 P. 5. Elisabeth Bingmer 155 V. 6. Erna Bramm 151 P. 7. Luise Bxler 150 V 8. Marie Weist 149 V. 9. Hansi Stühler 144 P. 10. Elli Weiß 143 P. 11. Liese! We'gel 134 P. 12. Emma Flett.

Schülerinnen (Sechskampf): 1. An.'.e- lise Heß 111 P. 2. S'eg Erna Conrad 105 P.: sowie 28 weitere Schülerinnen.

Fechter (Anfängerklasse): Wettfechten im Florett: 1. Sieg Ludwig Kraft. 2. Hans Maurer. 3. Georg Meyer. 4. Hugo Drasch. 5. Karl Weber.

LeichLarhle^scher Iugend- clubtramvf.

3. 6. wctzkar 05Gießen 1900 74:93.

h. Am Dienstag sand als Abschluß der dies­jährigen Leichtathletik'aison für Wetzlar in dem Spilburgstadion ein Clubkampf der Leichtathletik­jugend von F. C. Wetzlar und Gießener Spielvg. 1900 statt, den letztere mit obigem Resultat ge­wann. Die Kämpf« wickelten sich in schnelle? Rechenfolge ab und zeigten verschiedentlich zum Teil außergewöhnlich gute Leistungen. Gießen 1900 gewann den Kampf hauptsächlich durch sein« Ueberlegenhe'st in den Läusen, unter_ denen der Gießener Vertreter im 60-Meter-Hürdenlau" en mit 9,1 Sek. die relativ beste Leistung des Tages zeigte. Deide Vereine erreichten durch ihre Besten im Hochsprung die beachtliche Hohe von 1,65 Meter. Auch die von Gießen in 48 glatten Sek. und von F. C. Wetzlar in 48,2 Sek. gelaufene 4X100 - Meter - Staffel kann mancher Seniorftaffel ein Vorbild sein. Während in den Sprüngen Gießen mit 2 Punkten im Vorteil war, lag Wetzlar in den Würfen 2 Punkt« vor. Zu bemerken ist, daß F. C. Wetzlar seinen Abstand hinter der Gießener Iugendleichtathletik erheblich verringert hat, sowohl was Höchstleistung als auch was Durchschnitt anbetrifft.

Neuer deutscher Kugeistotz- Rekord.

vo. Eine weitere Verbesserung des deutschen Kugelstoßrekords gelang dem deutschen Meister Schröder (Dortmund) gleichzeitig mit Bre- chenmacher bei Leichtathletik-Wettkämpfen in Höhr, wo er eine Leistung von 14,62 Meter er­reichte und Brechenmachers eben aufgestellten Re­kord wieder um 10 Zentimeter verbesserte.

Der Gießener Radfahrer - Verein 1885

hielt am Sonntag sein Abfahren ab. Die ausge­fahrenen Rennen waren sehr interessant. Die Er­gebnisse: Ä

Dereinsmeisterschaft: 1. Döring er; 2. Rau; 3. Wittmann, Hellm.; 4. Rieger; 5. Heß, Erwin; 6. Jung.

Wanderpreisfahren: 1. Düringer; 2. Rau; 3. Rieger; 4. Wittmann, Hellm.; 5. Heß, Erwin; 6. Jung.

Jugendfahren: 1. Euler; 2. Schneider: 3. Grämlich; 4. Keppler; 5. Faust. Spielmann hatte Reisendefekt.

Dereinswetturnen des M.T. D. (Biegen.

Am Sonntag versammelte der Manner- Turnverein Gießen feine Getreuen zu dem üblichen letzten Vereinswetturnen des Jahres. Heber 100 Teilnehmer waren an den Kämpfen beteiligt. In den einzelnen Abteilungen wurden schöne Leistungen geboten. Für das Wetturnen der Schüler und Schülerinnen hatte man mit Recht auS erziehlichen Erwägungen den Samstag­nachmittag gewählt. Turner, Turnerinnen, Zög­linge und Iugendturnerinnen traten am Sonntag an. Arn Sonntagnachmittag veranstaltete der Verein ein Schauturnen, welches das getreue Ab­bild einer Turnstunde in ihrer Gliederung und ihrem Verlaufe darstellte. OHe Abteilungen traten in Tätigkeit. Es war eine Freude zu sehen, mit welch großer Begeisterung und mit welch großer Hingabe die gestellte Aufgabe gelöst wurde. Auf einzelne Darbietungen näher einzugehen, ver­bietet uns dec Raum, doch zusammensassend sei getagt, daß diese Act der Decanstaltuna, die Arbeit deS Vereins in ihrer vielseitigen Gestal­tung zu zeigen, vollauf gelungen ist. Turner Rautenberg begrüßte als 2. Sprecher und übergab den unter großen Mühen und Opfern hergerichteten Turnplatz am Schiffenberger Weg seiner Bestimmung. Seme Ausfüllungen sollten allen Helfern Dank und Aberkennung und warben um weitere tatkräftige Hnterstühung, damit der i schön gelegene Platz so ausgebaut werden kann, das; er allen Anforderungen der Jetztzeit genügt Bei der Siegerverkündung ergab sich folgendes Dild.

Turner st ufe: iZehnkampf): Ehrensieg Willy Strauch 174 Punkte. 1. Sieg Rudolf Svuck 174 P. 2. Fritz Stein 161 P. 3. Hans Müller 156 P. 4. Hinz Meyer 155 P. 5. Richard Dromm 152 P. 6. Rudolf Hock 150 P. 7. Kurt Kohlhase 144 P. 8. Heinrich Zammert 137 P. 9. Ernst Heibertshausen 130 P.

Zöglinge (Zehnkampf): 1. Sieg Heinrich Mosbach 178 P. 2. Sieg Karl Kling und Erich Seyb je 176 P. 3. Werner Krause 175 P. 4. Fritz Spuck 173 P. 5. Werner Lotz 163 P. 6. Ferdinand Stremmel 161 P. 7. Richard Strauch 158 P. 8. Georg Schwan und Walter Schweitzer je 157 P. 9. Erich Ploch 155 P. 10. Otto Linden struth 153 P. Ferner wurden Sieger: Richard Ritz. Ludwig Stein, Ernst Kl'ngelmeher, Kar' Schäfer, Kurt Pfeiffer, W'lli Sonntag, Heinrich Blum, Hans Eidmann, Walter Wagner, Pau' Schlager, Hans Schorn

Schüler st ufe (Siebenkampf): 1. Sie"

T. B. v. 1846, (Liehen.

Zum 2. Derbandsspiel stehen sich am nächsten Sonntag auf dem Waldsportplatz des Vereins für Bewegungsspiele die Mannschaften des T v. 18 60 Bad-Nauheim und T v. von 1846 Gießen gegenüber. 1860 Bad-Nauheim, die im vergangenen Jahre in der Meisterklasse an zweiter Stelle stand, verfügt über eine ausgezeichnete, spielcrfahrene Mannschaft. 1846 Gießen greift in diesem Jahre erstmalig in die Berbandsrunde ein und gibt auf Grund der in letzter Zeit erzielten Erfolge einen beachtenswerten Gegner ab. Der Ausgang dieses Meisterklassen-Treffens dürste daher noch in Frage gestellt sein.

Diesem Spiel voraus findet auf dem gleichen Platze das Spiel der ^-Mannschaften vorgenannter Vereine statt.

Spielvereinigung 1900 Wietzen.

ö. Die Ligamannschaft empfängt am Sonntag die gleiche des Wetzlarer Dalispielklubs zum ersten Meisterschaftstreffen auf eigenem Platze. Das Zusammentreffen beider Mannschaften in Gesellschaftsspielen im Lauf« dieses Jahres brachte für jede einen Erfolg. So konnte 1900 in Wetzlar 4:0 gewinnen, während D. C. in Gießen nach einem beiderseits schlechten Spiel mit 2:0 die Siegespalme erringen konnte. 1900 konnte nach Aushebung der Fuhballsperre sämt­liche Spiele siegreich gestalten; B. C. gewann am letzten Sonntag gegen Frankenberg 5:0, unterlag aber am Vorsonntag in Gladenbach 7:0. Die Einheimischen werden in der Aufstellung vom letzten Sonntag antreten. Der Ausgang des Treffens ist vollständig offen.

Auch die Ligareservemamischaft der Ver­einigten spielt auf heimischem Boden, und zwar gegen die Ligareserve des Sportvereins 1920 Herborn. Man erwartet den Plahverein als Sieger.

Die 3a empfängt vormittags die 2. Mann­schaft vom D. C. 20 Gießen, und wird wohl ihren Siegeszug vom Vorsonntag forts-etzen. Diese Mannschaft verfügt über gediegenes Können und hat auch wohl in ihrer Klasse keine Konkurrenz zu fürchten.

Die 3b tritt auf dem Hessen-Platz deren 2. Mannschaft im Punktespiel entgegen.

Runmehr beginnt auch die Jugend ihre Diplomspiele. 1900 1. Jugend empfängt Duh- bachs 1. Jugend, während die 2. Jugend der Spielvereinigung nach Daubringen fährt, um mit der dortigen 1. Jugend den Punktekampf auszu­tragen. Die Gießener werden wohl in beiden Spielen das bessere Ende für sich haben. Die Schüler spielen nach dem Ligaspiel in Gießen gegen die Schüler Heuchelheims.

D. f. B.

(=) Der kommende Sonntag sieht nur zwei Spiele auf eigenem Platze vor. Vormittags treffen die dritte und vierte Mannschaft des Ver­eins im Verbandsspiel aufeinander. Durch die Auf­hebung der S-Klasse sind die vierten Mannschaften »ezwungen, gegen die dritte des eigenen Vereins nn Verbandsspiel anzutreten.

Nachmittags findet anschließend an ein Hand- balltrefesn der Turner ein Jugendverbandsspiel statt, und zwar hatdiezweiteJugendmann- schäft die erste Leuns zum Gegner. Wenn sich erstere so tapfer hält wie am Vorsonntag, kann ihr gegen die körperlich kräftigere Leuns ein Sieg ge­lingen.

Die Alte-Herren-Mannschaft folgt einer Ein­ladung nach Nieder-Ohmen und tritt hoffentlich auch mit tatsächlichalter" Besetzung an.

Wetzlarer Sport.

h. Am Sonntag tritt F. C.s Fußballmann­schaft erstmalig seit längerer Pause wieder auf den Plan. Die Liga hat V. f. D. Gießen zu Gast und wird wohl kaum zu einem Siege kommen, da D. s. B. eben einwandfrei der Bessere von beiden ist. Auch die II. Mannschaften treffen sich zum Derbandsspiel vor dem Spiel der Liga.

Futzball im Lahnkrsts.

h. Am kommenden Sonntag sind folgende Spiele angeseht: Gießen 1900 hat den D. C. Wetzlar zu Gast und dürfte das Soiel knapp ge­winnen. Bei Herborn gegen Dillenbur-' wird Herborn mich den bisher gezeigten Leistungen im Vorteil sein. - Frankenberg gegen V. s. R. Butzbach. Hier ist Butzbach ein Punktgewinn zu- zutrauen. Einen scharfen Kampf wird es in Wehlar-Riedergirmes geben. Der dortige Sport­club hat die Gladenbacher als Gegner, die erst am Vorsonntag Gießen 1900 zu schaffen machten. Die unbeständige Form beider Mannschaften läßt keine bestimmte Voraussage zu.

Die Dezirtzslkga in Hessen - Hannover.

tz. Der kommende Sonntag bat fünf Be­gegnungen auf dem Programm. In der Süd» gruppe haben di« Marburger Vereinigten die Fuldaer Borussen zu Gast. Beide Vereine sind ungefähr gleich spielstark, unter der Voraus­setzung, daß Marburg ein besseres Spiel liefert als am Vorsonntag. In einem weiteren Treffen der Cftuppe Süd stehen sich in Kassel Hermannia und Hessen 09 gegenüber, die am besten das Spiel unentschieden machen.

Die Rordgruppe beginnt ebenfalls mit einem Lokaltreffen, S. C. 03 Kassel gegen Tura Kassel, dessen Sieger im Voraus auch noch nicht seststeht.

Göttingen 05 muß sich des F. D. Einbeck er- I wehren, währendSport" Kassel die Mündener Vereinigten sicher schlagen wird.

Die Verbandsspiele im Deutschen Arbeiter-Sportbund.

Die I. Klasse.

£ Wenn sich nicht alle Annahmen^ als trügerisch erweisen, entscheidet sich am nächsten Sonntag die Frage, wer den dritten Bezirk in den folgenden Kreisspielen als Meister vertritt. Die drei Spitzenvereine Gießen (mit 18 Punk­ten), Marburg (mit 17 Punkten) und Weh- I a r (mit 16 Punkten) treten in die Kampfbahn, um zum Teil ihre letzten Spiele durchzuführen. In dieser Gruppe bleibt dann nur noch das Protestspiel Giehen-Wehlar zu erledigen.

Als wichtigstes Spiel dürste das Treffen der ersten Mannschaft der Freien Turnerschaft Gießen mit der gleichen Mairnschaft des Männer-Turnvereins Marburg anzusprechen fein, das in Marburg stattfindet. Die letzten überzeugenden Siege der Gießener eröffnen für diese die meisten Siegesaussichten, zumal di« Mannschaft über die konstantere Form verfügt und einen stärkeren Rückhalt in ihrer Hinter­mannschaft besitzt. Marburg hat sich besonders in der Rachrunde außerordentlich gut entwickelt, und gilt mit als führender Verein, wenngleich die Spielweise gewissen Schwankungen unterworfen ist. So hätte z. B. der Sieg über den Tabellen­letzten Alsfeld (3:2) am Sonntag viel ausdrucks­voller sein müssen. Als ein Vorteil kommt für die Mannschaft in Betracht, daß das Spiel auf einem den Gießenern ungewohnten Rasenplatz stattfindet. Bei Würdigung aller Punkte kommt für Gießen ein kleines Plus heraus, das sicher auch in dem zu erwartenden Resultat feinen Aus­druck finden wird.

Die erste Mannschaft des Turn- und Sport­vereins Wetzlar hat die Freie Trzrnerschaft Heuchelheim als Gast. Auch hierchat Wetzlar zunächst einmal den Vorteil eines ungünstigen, der eigenen Mannschaft gewohnten Platzes vor­aus. Wenn Wetzlar mit der erforderlichen in­neren Geschlossenheit antritt_ und den notwendigen Siegeswillen mitbringt, dürfte es den Gästen schwer zu schaffen machen. Heuchelheim hat als einzige Mannschaft den Gießenern ein Hnentschie- den aufgezwungen und damit einen Beweis feiner Fähigkeit erbracht. Die vorgenommene Hmstel- lung der Mannschaft ist ebenfalls sehr vorteil­haft: das recht hohe Resultat gegen Wieseck am vorigen Sonntag ist Beweis genug. Obwohl Heuchelheim eigentlich die meisten Siegesaus­sichten haben müßte, muh der Ausgang offen ge­lassen werden, denn eine Riederlage bedeutet für Wetzlar den endgültigen Verzicht und das weih die Mannschaft.

Im triften Spiel der ersten Klasse hat Raunheim auf eigenem Platz Alsfeld als Gegner. Der Ausgang dürfte nicht zweifel­haft sein und Raunheim in Front sehen. Denn hier treffen zwei völlig verschiedene Spielarten auseinander: Alsfeld mit seinem weichen Spiel, Raunheim mit seinem überaus harten Kampf­spiel.