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Die Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau.

über diesen Antrag ist in etwa 8 Tagen zu erwarten. Wie aus Bochum gemeldet wird haben die Organisationen der kaufmänni- schen und technischen Bergbauange­stellten beim Zechenverband das bis jetzt gültige Lohnabkommen gekündigt.

Zusammenstoß zwischen Schnellzug und Rundreise-Auto. Bei einem Zusammenstoß zwischen

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hat hier Aussehen erregt. Dre Scheldewerft m Dlissingen und die Riederländische Schiffsbau- werft in Asterdam hat dem ..Aieuwe Rvtter- damsche Courant" gegenüber eine Erklärung ab­gegeben. wonach weder von einer ' Bestellung deutscher Unterseeboote noch von daraufhlrrzie- le'nden Unterhandlungen die Rede sein kann.

Die Lüge vom deutschen U-Bootbau.

Den Haag, 1. Sept. CSU.) Die Rachricht des Londoner ,Gvening Standard", dah nach dem Bericht der Militärkontroll-Kommissirm Deutschland auf der Schelde und in Amsterdam Unterseeboote bauen laste,

sofort tot.

Absturz eines Flugschülers.

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Eine schwere NieÄerlage Wupeifus.

21 eu hort, 31. Aug. (TU.) Rach einem Telegramm aus Kanton haben die unter General Schaikaiichel im Bangtsetal vorrüaenden Truppen Wutschang und Hanlau erobert. Mit Hankau ist Wupeifus Waffenarsenal und Kräsre-cntrum gefallen. Die Wupetfu-Trup- pen haben sich nach Plünderung der Eingebore- nenstadt von Hankau in Auflösung in Richtung Schanghai zurückgezogen. Rach einerTimes" - Meldung aus Schanghai, ist indessen das Gerücht, das; Hankau von den Kantontruppen eingenom­men sei, noch unbestätigt. DieTimes" schreibt aber, es könne kein Zweifel bestehen, dah den Heeren Wupeifus eine ernste Riederlage von den Südtruppen beigebracht worden sei. Die Einnahme von Hankau und seinen Rachbar­städten durch die Kantontruppen mühte den Ver­lauf der Ereignisse im übrigen China stark be­einflussen.

Zwei Brüder im Alter von 12 und 16 Zähren fuhren zusammen auf einem Rade von Honrath nach Adenau bei Koblenz. An einer abschüssigen Stelle des Weges verlor der ältere Bruder die Gewalt über das Rad und der jün­gere Bruder schlug mit dem Kopf Baum. Er erlitt einen Schädelbruch

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Der Flugschüler Wiese stürzte

Flugzeug auf dem Flugplatz Leipzig-Mockau auö 50 Meter Höhe ab. Wiese wurde so schwer ver­letzt, dah er kurz nach seiner Ginlieferung im Krankenhaus verstarb. Das Flugzeug wurde

Berlin. 31. Aug. Auf Veranlassung Reichsarbeitsministeriums fanden heute in Ber­lin neue Verhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Organisa­tionen des Ruhr-Kohlenbergbaues statt. Der vor einigen Tagen in Essen gefällte Schieds­spruch, der eine Erhöhung der Dergarbeiterlöhne um rund 4 Proz. vorsah, ist von den Arbeit­geberorganisationen abgelehnt, von den Arbeiter- gewerlschaften angenommen wordey. Die heuti­gen Verhandlungen im Reichsarbettsministerium haben nicht zu einer Einigung der Par­teien geführt. Runmehr dürfte von den Gewerkschaften die Verbindlichkeitser­klärung des Schiedsspruches beantragt werden. Die Entscheidung des Reichsarbeitsministeriums

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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 1. September 1926.

Staatsrat Wilhelm Schwarz t»

Am Montag ist in Darmstadt der Staatsrat Wilhelm Schwarz nach längerem Leiden verstorben. Der Entschlafene hatte vor einigen Monaten einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich nicht ganz wieder erholt hatte, so daß er demnächst, auf seinen Wunsch, in den Ruhestand treten wollte.

Staatsrat Schwarz, der ein Alter von 57 Lkahren erreichte, stammte aus Gießen, wo er auch den größten Teil seines juristischen Stu­diums absolvierte. Seine Laufbahn im hessischen Staatsdienst führte ihn an die Amtsgerichte in Seligenstadt und Offenbach; von der zuletzt ge­nannten Wirkungsstätte, wo er Amtsrichter war, wurde er im Zahre 1908 in das Justizministerium berufen. Zehn Zahre später wurde er Vor­tragender Rat, 1919 Ministerialrat und 1924 Staatsrat. Die Verdienste des Verstorbenen lie­gen hauptsächlich auf dem Gebiete der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches und der Reuord- mmg des Grundbuchwesens. Die hessische Gesetz­gebung der letzten Zahrzehnte ist von Staatsrat Schwarz maßgebend beeinflußt worden. Als charaktervolle Persönlichkeit, als Zurist von tief­gründigem und umfassendem Wissen unb als pflichttreuer Beamter genoß der nun Heimgegan­gene hohe Wertschätzung in weiten Kreisen. Poli­tisch ist er nicht hervorgetreten, dagegen hat er sich auf wissenschaftlichem Gebiet betätigt; er hielt auch juristische Vorlesungen an der Technischen Hochschule in Darmstadt. Ein Bruder des Ver­storbenen ist Ministerialdirektor Dr. Schwarz, der ebenfalls dem Zustizministerium angehört und der jüngst als Gutachter zu den Beratungen des Landesabftimmungsausschusses zugezogen wurde.

Schnellzug Rew CastleCarlisle (England) einem Rundreiseautomobil an einer Bahnüber

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führung find neuen Personen getötet und sieben Personen verletzt worden. Das Un­glück soll auf ein Versehen des Schrankenwärters zurückzuführen sein, der die Schranken nicht ge­schlossen hatte.

Radfahruugiuck.

Streikdebatte im britischen Unterhaus.

London, 31. August. (TU.) Die Bergarbeiter­exekutive beschloß heute mit knapper Mehrheit, keine neuen Friedensvorschläge auszuarbeiten, sondern die Entscheidung über diese Frage der für Donnerstag einzuoerufenden Delegiertenkonferenz zu überlassen. Die Generaldebatte im Unter­haus über die Lage im Kohlenbergbau wurde durch M a c d o n a l d eröffnet. Er forderte von der Regierung, sie solle die beiden Parteien mit einem offenen Programm zusammenbringen. Falls die Regierung nicht selbst eingreifen könne, solle fie ihren Einfluß für die Eröffnung von Verhand­lungen geltend machen. Macdonald betonte, daß die Regierung die Hauptlast der Verantwortlichkeit für die Lage, in der sich das Land gegenwärtig be­finde, trage. Das Haupthindernis für die Wieder­herstellung des Arbeitsfriedens sei die Frage der Arbeitszeit. Ohne die Inkraftsetzung des Acht­stundentages werde der Weg zum Frieden sehr viel leichter sein. Der Arbeitsminister Sir Arthur Steel-Maitland erklärte darauf, daß, solange die Bergarbeitergewertschaft es ablehne, auch nur einen Zoll von ihren Forderungen abzugehcn, es für die Regierung unmöglich sei. zu intervenieren. Lloyd George betonte, daß diese Stellung­nahme der Beweis einer erschütternden Unfähigkeit sei. Auf eine Bemerkung Lloyd Georges, dah die Regierung die Rekonstruktionspläne nicht sehr ernst zu nehmen scheine, erklärte Schatzkanzler Chur­chill in Vertretung des in Air les Bains weilen­den Premierministers Baldwin, die Regierung wolle unter Umständen mit neuen Vorschlägen hervortreten, und sie werde dies tun, wenn auch nur von einer Seite ein solcher Wunsch bestünde und mit vernünftigen Forderungen verknüpft werde. Ob allerdings eine solche Intervention unter den gegen­wärtigen Umständen irgendwelchen Nutzen habe, sei zu bezweifeln. Die Regierung verfolge die Lage mit Aufmerksamkeit und sei bei einer etwa ein­tretenden Aenderung der Situation jederzeit bereit, einer neuen Entwicklungsphase Rechnung zu tragen. Das Unterhaus vertagte sich alsdann auf den 9. November.

österreichischen Sparkassen unb zahlreiche öffent­liche Körperschaften, der gesamten Volkswirtschaft drohte unb nur durch rasch entschlossenes Handeln der Regierung abgewendet werden tonnte. Bei der Dringlichkeit der Angelegenheit sei eine vor- herige Befragung des Rationalrates un­möglich gewesen. Durch die Vorlage des Zentralbankgrsehes und des Einlagengesehes, welches eine Refundierung der von der Re­gierung vorgeschossenen Gelder beabsichtigt, habe die Regierung die materielle Rechtfertigung vom Rationalrat angesprochen. Auch die mabgcbenbcn Faktoren des Auslandes halten die Aktion der Regierung für gerechtfertigt.

Em neues Todesurteil in Angora.

Angora, 31. Aug. Das Unabhängigkeits­gericht verurteilte heute den wegen Verschwö­rung angeklagten Abdul Kadir, nachdem dieser seine Verteidigungsrede gehalten hatte, zum Tode. Die Hinrichtung wird noch heute nacht vollzogen.

Mellon bei PoincarL.

Paris, 31. Aug. (WTB.) Ministerpräsi­dent Po in eure empfing heute nachmittag den früheren amerikanischen Unterstaatssekretär Hug­hes und im Anschluß daran den amerikanischen Schatzsekretär Mellon. Hughes sowie Mellon lehnten es ab, den Journalisten auf ihre Fragen irgend eine Erklärung abzugeben und betonten beide, daß ihr Besuch ein reiner Höflich­keitsbesuch gewesen sei. Auf die Frage nach der Schuldenregelung erklärte Mellon:Wenn ich irgend etwas sagen könnte, würde ich darüber sehr froh fein, aber die gegenwärtige Lage ge­stattet es mir nicht, zu sprechen. Die Angelegen­heit liegt in den Händen der französi­schen Regierung und ich würde wenig Höf­lichkeit beweisen, wenn ich irgend eine Andeutung machen würde." Mellon erklärte zum Schlüsse, daß er sich noch zwei Tage in Paris aufhalten würde, und dann auf das Land reisen würde. Ferner bemerkte er, daß seine Reise keinen offiziellen Charakter haben werde.

Dec britische Staatssekretär des Auswärtigen, Sir Austen Chamberlain, ist ebenfalls in Paris eingetroffen. Er wurde auf dem Bahnhof von Außenminister 03 r t an ö empfangen, der mit ihm in der englischen Botschaft eine längere Be­sprechung hatte. Gegen 9 Uhr ist Chamberlain nach Genf weitergereist.

Aus aller Welt.

Vierkötters Kanalsieg.

Der deutsche Schwimmer Vierkötter ist heute in Calais eingetroffen. Er erklärte, daß er i m nächsten Jahre den Versuch, den Kanal zu durchqueren, wiederholen werde, um dabei einen Rekord noch beträchtlich zu drücken. Bei einem diesjährigen Unternehmen verlor er durch tarke Strömung vor der englischen Küste li Stun­den. Die Herausforderung von Miß E d e r l e zum Durchschwimmen des Kanals im nächsten Jahre ist von ihm angenommen worden. Auch Frau Car­son, der es vor wenigen Tagen gelungen ist, ebenfalls den Kanal zu bezwingen, hat an Vier­kötter telegraphisch die Aufforderung gerichtet, sich an dem Wettschwimmen rund um die Manhattan-Insel um den 25 000-Dollar- Preis zu beteiligen. Vierkötter hat diese Herausfor­derung angenommen. Vierkötter wird am Mittwoch­abend in Köln eintreffen. Zu seinem Empfang sind umfangreiche Vorbereitungen getroffen wor­den. Die Stadt Köln wird ihm einen offiziellen Empfang im Gürzenich bereiten. Bei feiner Ankunft in Köln soll ihm von namhaften Kölner Firmen ein wertvoller Pokal überreicht werden.

Der Reichsausschuß für Leibesübungen verlieh Vierkötter die große Adler-Plakette.

Ein Augenzeuge der Landung Vierkötters er­zählt, daß der Schwimmer an der Küste schwer ge­kämpft habe, wahrscheinlich, weil er mit den scharfen, dicht unter der Wasseroberfläche liegenden Steinen in Berührung tarn. Als er einen Felsen erreichte, wurde er sofort ins Meer zurückgeworfen. Schließlich gelang es ihm, auf allen Vieren auf den Strand zu kriechen. Der Schwimmer war gänzlich zerschunden; sein Gesicht, vor allem seine Füße bluteten.

Schwere Autounfälle bei der Reichsfernfahrt des ADAC.

Bei der vom Allgemeinen Deutschen Auto­mobil-Club veranstalteten Reichsfernfahrt stür-zts ein Auto, in dem sich fünf Znsassen befanden, auf der Chaussee FriedrichstadtHusum d i e Böschung hinab. Zwei Personen fanden da­bei den Tod, eine weitere Person zog sich schwere Deinverlehunyen zu. Ein zweites Automobil­unglück hat sich in der Rähe von Schleswig kurz vor Gueby ereignet. Bei einem Seitenweg rannte ein Auto auf ein ländliches Fuhr­werk, zertrümmerte es, überschlug sich und flog in den Straßengraben. Der Führer des Fuhr­werkes wurde schwer verletzt. Die Znsassen des Autos erlitten ebenfalls schwere Verletzungen und wurden sofort nach Kiel überführt. Ein zweiter Kraftwagen fuhr in das Trümmer­feld hinein und wurde schwer beschädigt. Die Znsassen kamen mit dem Schrecken davon.

Ein Koblenzer Auto in Italien verunglückt.

Mehrere Koblenzer Bürger wurden auf einer Autotour nach Ztalien bei Dr esc ia von einem furchtbaren Anglück betroffen. Es handelt sich um einen mit sechs Personen besetzten Kraft­wagen des Schuhfabrikanten Cornelius. Während Cornelius nur leicht verletzt wurde, war seine Schwester auf der Stelle tot. Frau und Tochter des Autobesitzers sowie zwei weitere Koblenzer | Fahrgäste erlitten schwere Knochenbrüche und I gefährliche innere Verletzungen.

DieAutonomreberoegung t im Elsaß.

Paris, 31. Aug. (Wolftbureau.) Fünf "Manifestanten, Kommunisten und Mitglieder des Elsaß - lothringischen Heimatbun­des, die bei den Kolmarer Zwischenfällen am 20. August festgenommen worden waren, waren wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu fünf Tagen Gefängnis verurteilt. Als sie nach Verbüßung ihrer Strafe das Gefängnis ver­liehen, wurden sie von der Bevölkerung mit einer Sympathiekundgebung begrüßt, bei der ein Kom­munist und der Generalsekretär des Oberbürger­meisters von Hagenau die Entlassenen als Helden der elsässischen Sache feierten und ihnen Blumen überreichten. Die autonomistische ZeitschriftDie Zukunft" tritt in einem Artikel für die Schaffung elsässischer Abwehrtruppen gegen die Feinde der autonomistischen Bewegung ein und schreibt: Müssen wir uns im eigenen Lande das Recht der freien Rede von Leuten nehmen lassen, deren G^ühle von den unsrigen ganz verschieden sind? Die Behörden haben sich als unfähig erwiesen, das Versammlungsrecht zu gewährleisten. Wir wollen rücksichtslos für unsere staatsbürgerlichen Rechte kämpfen und die Verteidigung des alten und ehrlichen Elsah-Lothringen gegen die ver­brecherischen nationalistischen Angriffe organi­sieren.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Jungdeutscher Orden: Konvent im Unioersitätscafs. Lichtspielhaus,' Bahnhofstraße:Die Straße des Vergessens". Astoria-Lichtspiele:2)ie Jagd nach den Dokumenten".

S o n d e r k o n ze r t e unserer Mili­tärkapelle. Man schreibt uns, daß für das am Donnerstagabend auf der Liebigshöhe stattfindende 4. Sonderkonzert der Reichswehrkapelle eine große Auswahl geschickt zusammengestellter Stücke aus Opern, Operetten usw. zum Vortrag gebracht wer­den. So sind u. a. die Ouvertüren:Rosamunde" von Schubert,Der Barbier von Sevilla" (G. Ros­sini), Schmiedelieder a.Siegfried" (R. Wagner), FantasieDie Medici" (R. Leoncavallo),Die Meistersinger von Nürnberg" (R. Wagner),Die Jüdin" (I. Haleoy) namhaft gemacht. Ein reger Besuch der Veranstaltung dürfte zu erwarten sein.

Bund für christlich-evangelische Erziehung. Morgen, Donnerstag, Familien­abend mit Lichtbildervortrag. (Siehe Anzeige.)

D i e erste R e ichsk u rz sch r i f t - gesellschaftGabelsberger" und Damenabreilung Gießen eröffnet am Dienstag, 7. September, ihre neuen ülnterrichts- kurse. Hierzu schreibt man uns: Die Anwendung der Kurzschrift bietet in der Wissenschaft, im Handel und Gewerbe so große Vorteile, daß jedermann sich ihre Kenntnis aneignen sollte. Durch erfahrene Lehrkräfte bietet die erste Reichs­kurzschriftgesellschaftGabelsberger" Gewähr für leichtes und sicheres Erlernen der Reichskurz­schrift. Diejenigen, die bereits den verkehrs­schriftlichen Teil der Reichskurzschrift beherrschen, werden ganz besonders auf den Rede'chriftkursus aufmerksam gemacht, durch den Gelegenheit zur weiteren Ausbildung und zur Erreichung der höheren Schreibgeschwindigkeiten gegeben wird. (Siehe auch heutige Anzeige.)

Wettervoraussage.

Außer Gewitterneigung vielfach heiter, tags­über warm.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 24,1 Grad Celsius. Minimum 9,4 Grad Celsius. Heu­tige Morgentemperatur: 13,3 Grad Celsius.

Postagentur in Pzychot ein, wo fie 800 Mark er­beuteten.

(Ein entmenschter Vater.

In Villach (Kärnten) hat ein betrunkener Bahn- arbeitet sein zehnjähriges Töchterchen vom Fenster feiner im zweiten Stockwerk liegenden Wohnung auf die Straße gestürzt, wo es tot liegen blieb. Der Unhold hatte das Kind nach Bier geschickt. Als es einige Minuten später nach Hause kam, wurde es vom Vater geschlagen und am Halse grausam gewürgt. Die Mutter sprang hinzu, um weitere Mißhandlungen zu verhindern. Zwischen beiden entspann sich ein kurzer Kampf, in dessen Verlauf der Strolch das Kind aus den Armen der Mutter riß und durch das offene Fenster auf die Straße warf. Die Polizei hatte Mühe, den Mörder vor der erregten Menge zu schützen, die das Haus stürmen wollte. Der Verbrecher, der die Tat ruhig eingestanden hat und keine Reue zeigte, ist in das Klagenfurter Gefängnis eingeliefert.

Ein Stadtbankdirektor verhaftet.

Wegen leichtfertiger Kreditgewährung seitens der Stadtbank Halle wurde gegen den früheren Stadtbankdirektor Berger ein geriDlithes Ver­fahren im 3uni d. Z. eingeleitet. Die Ermitte­lungen haben inzwischen soviel belastendes Ma­terial ergeben, daß Berger auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft verhaftet wurde.

Unterschlagung.

Auf dem Berliner Postamt W 15 in der Lietzenburger Straße erschien der 44 Zahre alte Posfassistent Paul Bekker, um im Auf­trage seiner vorgesetzten Dienststelle 10 000 Mk. Amtsgeider in Empfang zu nehmen. Der Beamte ist mit den Gelde flüchtig geworden. Offen­bar war die Flucht seit längerer Zeit vorbereitet.

Eine Ueberraschung bei der silbernen Hochzeit.

In Kassel wollte ein Handwerksmeister tiefer Tage mit seiner Ehefrau die Feier des silbernen Ehejubiläums begehen. Zu dem Feste waren schon alle Vorbereitungen getroffen, doch da kam plötzlich für die Gäste die überraschende Nachricht, daß die Frau mit einem jungen Manne durch- gebrannt sei.

Ein Erdstoß auf den Azoren.

Durch einen heftigen Erdstoß wurde auf den Azoren bedeutender Schaden angerichtet. Sechs Personen wurden getötet und viele ver­letzt. Zahlreiche Häuser wurden zerstört. Mehrere Straßen weifen Risse auf. Die erschreckte Bevölke­rung kampiert auf den öffentlichen Plätzen.

schwer beschädigt.

Neuer Anschlag auf einen Eisenbahnzug.

Nach einer Mitteilung der Eisenbahndirektion Regensburg wurde am Montagabend an der Straßenüberfahrt bei dem Haltepunkt Spitzen­de r g vor Ankunft eines Nebenbahnzuges durch Einlegung von zwei Pflastersteinen neben den Schienen vermutlich ein verbrecherischer Anschlag verübt. Das Hindernis wurde kurz vor der Ankunft des Zuges durch einen Bahnbediensteten bemerkt und beseitigt.

Kongreß der Lokomotivführer.

Vom 13. bis 13. September findet in Dort­mund die 4. ordentliche Generalversammlung der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer statt.

Zwei Todesopfer des Starkstroms.

Zn Lipperode bei Lippstadt kam auf einem Gute der Schornstein der Lokomobile mit der Starkstromleitung in Berührung. Der 12jäh- rige Sohn des Gutsbesitzers, der die Maschine berührte, wurde auf der Stelle getötet, desgleichen ein Schmied, der den Zungen loszu- reißen versuchte.

Schwerer Unglücksfall beim Korndreschen.

Zn dem Simmern benachbarten Flecken Mutterschied ereignete sich heute in der Mittagstunde ein schwerer Tlnglücksfall. Ein in den mittleren Zähren stehender Händler war auf der Besitzung seiner Verwandten damit be­schäftigt, Korn in eine Dreschmaschine zu schicken. Hierbei geriet er so unglücklich mit der linken Hand in die Maschine hinein, dah ihm der ganze Arm zermalmt wurde. Der Ver­unglückte wurde sofort in das ©iminemer Kran­kenhaus überführt, wo er schwer darniederliegt. Hoffnung auf Genesung ist kaum vorhanden.

Bei lebendigem Leib verbrannt.

Zn Fritzlar stürzte plötzlich die löjährige Tochter des Bäckermeisters Triebfiirst mit bren­nenden Kleidern aus dem Hause und rannte auf der Straße sinnlos umher. Zn Abwesenheit der Mutter mar das junge Mädchen an den Küchenh erd getreten, um eine Haar­schleife zu trocknen. Hierbei fing die Schürze Feuer, und bald erfaßten die Flammen ihre ganze Kleidung. Auf der Straße stürzte auf ihr Schreien hin der ältere Bruder nach und ver­mochte ihr die brennenden Stücke vom Körper zu reißen, wobei er sich beide Hände verletzte und die Haare versengte. Schwer am ganzen Körper verbrannt, wurde die Bedauernswerte unter qualvollen Schmerzen dem Krankenhause zuge­führt, wo sie ihren Verletzungen er­legen ist.

Qualvoller Tod.

Einen schrecklichen Tod erlitt das vier Zahre alte Töchterchen der Eheleute Konrad aus Kim (Rahe) auf der Obersteiner Wiese. Als die Mutter sich für einen Augenblick entfernt hatte, fiel esinein großes Gefäß mit heißem Seifenwaffer und wurde vollständig ver­brüht.

Durch abstürzende fuesmaffen getötet.

In Rheinhausen stürzten von dem Bahn­damm in der Rähe der Schachtanlagen der Zeche Diergardt infolge der Erschütterung durch einen vorüberfahrenden Zug größere Kiesmasfen ab und begruben zwei vierjährige Knaben.

Fleischvergiftungen am Deister.

In den letzten Tagen sind in den Deisterort- fchasten Barsinghausen, Egestorf, Kirchdorf und Ro­denberg (Prov. Hannover) zahlreiche Fälle von Fleischvergiftungen vorgekommen, die auf den Genuß von Pferdefleisch zurückzuführen sind. Bisher sind drei Todesfälle zu beklagen. Die Staatsanwaltschaft hat die Leichen beschlagnahmt. Wie bisher festgestellt werden konnte, war das be­treffende Pferd am vergangenen Mittwoch ge schlachtet worden und nach der Untersuchung des Fleisches am Freitag freigegeben. Es sind dann Hunderte von Personen nach dem Genuß des Fleisches erkrankt. Die bakteriologische Untersuchung der beschlagnahmten Leichen hat paratyphöse Darmerkrankung infolge Genusses vor. ver­dorbenem Hackfleisch ergeben.

Die Kinderlähmung.

Zn Potsdam sind sechs Fälle von Kinder­lähmungen aufgetreten. Unter den Erkrankten be­finden sich auch zwei Erwachsene. Bei ein­zelnen Patienten nimmt die Krankheit einen ernsten Verlauf. Die in Rordhausen aus­getretene Kinderlähmung, die zur Schließung von ^Schulklassen geführt hat, hat bereits drei Todesopfer gefordert. Unter den Toten be­findet sich ein dreizehnjähriges Mädchen. Auch in Berlin sind neue Krankheitsfälle, ganz auffallea­derweise auch hier bei halbwüchsigen Kindern, aufgetreten.

Mann über Bord.

Auf der Bergfahrt von St. Goar nach Bin­gen, unterhalb Lorch, schlug dem Matrosen Georg Strmerb, bedienstet auf dem Schleppdampfer Ranch", beim Losen des Kuppelungsseiles dieses so unglücklich gegen den Kopf, dah F. über Bord geschleudert wurde. Er versank sofort in die Tiefe und konnte nicht mehr gerettet wer­den. Die Leiche ist noch nicht geborgen.

Raubmord in Oberschlesien.

Zn der Rächt zum Mittwoch drangen mehrere Bandtten in die Postagentur in Leuber bei Reustadt (Oberschlesien) ein und raubten etwa 400 Mark. Die Po st Halterin und deren Mutter sand man totim Postraum auf. Kurz darauf drangen scheinbar dieselben Verbrecher in die

Um die deutsche Schule in Oftoberschlesien.

Breslau, 1. Sept. (Wolff.) In dem Kampf i m die deutschen Minderheitsschulen in Ostober­schlesien hat sich nach Zurückweisung von 90 Prozent der deutschen Einschulungsanträge durch die Schul­verwaltung der Kattowitzer Wojewodschaft der Deutsche V o l k s b u n d mit einem Protest gegen die Nichtbeachtung der Bestimmungen des Genfer Abkommens nicht nur an den Präsidenten der ge­mischten Kommission für Oberschlesien, C a I o n > der, sondern auch direkt an den Völker­bund gewandt, da der Präsident lediglich mora­lische Macht, jedoch keinerlei Exekutive besitze.