Ausgabe 
31.12.1932 Drittes Blatt
 
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den Spitzenergebnisse zum Nachdenken und zur Nacheiferung anregen.

Aus den Forderungsbeträgen der N ^'sanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen «r,.cherung entfallen im alten Jahr aus den Kops der Be­völkerung:

Im Kreise Alsfeld in der Gemeinde Leusel 56.94 RM., Ruhlkirchen 44,22 RM Merlau 35,50 RM., Angenrod 31,06 RM., Burggemunden 29,78 RM.

Im Kreise Bübingen in der Gemeinde Michel­nau 60,55 RM., Bellmuth 50,35 RM-, Selters 50,21 RM., Fauerbach 44,70 RM., Glauberg 42,84 RM.

Im Kreise Friedberg in der Gemeinde Dor­heim 40,80 RM., Münster 38,40 RM., Rödgen 38,10 RM., Ober-Mörlen 28,50 RM.. Beienheim 28,30 RM.

Im Kreise Gießen in der Gemeinde Röthges 80, RM., Münster 65,10 RM., Harbach 56, RM., Rabertshausen 46,50 RM., Hausen 36,20 RM.

Im Kreise Lauterbach in der Gemeinde Gun- zenau 47.87 RM., Holzmühl 36.09 RM., Weid- Moos 35,32 RM., Vaitshain 29,32 RM., Zahmen 23,43 RM.

Im Kreise Schotten in der Gemeinde Solms- Ilsdorf 136, RM., Schmitten 36,40 RM., Glas­hütten 31, RM., Ulfa 31, RM., Gonterskirchen 30,40 RM.

An dieser Stelle sei mit herzlichem Dank an alle Mitwirkenden die Arbeit des Hessischen Heimat- Werkes, Abteilung Oberhessen, an der geistigen, beruflichen und sportlichen Betreuung der Arbeits- dienstwilliaen erwähnt. Durch diese Organisation wahrhaft selbstloser Nächstenliebe denn alle Mit­arbeiter stellen sich für die Betreuungsarbeit ehren­amtlich zur Verfügung fanden

lm alten Jahr insgesamt 2535 Maßnahmen geistiger bzw. beruflicher Betreuung und 558

Maßnahmen sportlicher Betreuung statt.

Das Mißverhältnis der geistigen zur sportlichen Betreuung beruht darauf, daß es erst später möglich wurde, die sportliche Betreuung in vollem Maße aufzunehmen.

Da uns kein besseres Mittel zur Erteilung einer Uebersicht zur Verfügung steht, geben wir auch hier einige Vergleichszahlen bekannt. Es entfielen: auf berufliche Betreuung bzw. Fortbildung aller Maß­nahmen 20 v. H. Für die sonstige geistige Betreu­ung wurde an Stoffgebieten berücksichtigt: Lebens- und Weltanschauung (Kirche und Arbeitslosigkeit; der soziale Gedanke im Christentum Woher kommt der Mensch: Mensch und Tier) 15 v. H. Kulturelle Fragen (Lesestun^en; das deutsche Volkslied) 15 d. H. Heimatkunde (Lichtbilder aus der Heimat­geschichte; die Geschichte der Wetterau, alte Frei­treppen, Erker, Brunnen und Brücken usw.) 10 v. H. Staatsbürgerkunde (Das Werden des deutschen Staates; Volk und Staat; Staat und Wirtschaft) 7 v. H. Erdgeschichte 6 o. H. Geschichte 5 v. H. Rechts­kunde 4 o. H. Heilkunde und Hygiene (Erste Hilfe bei Unglücksfällen; Bedeutung und Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten; richtige Körperpflege) 4 o. H. Verschiedenes (Ausspracheabende; Wanderungen, Besichtiaungen, Führungen, Gemeinschaftsabende; Musikabende) 14 v. H.

Arbeit schaffen ist der Wille der Regierung! Lei­der wird noch eine geraume Zeit vergehen, vis die tausende Erwerbslosen unserer Provinz durch eine natürliche Belebung der Wirtschaft wieder in den Produktions-Prozeß eingegliedert sind. Bis zu diesem Ziele bleiben die Ausführung von Not­standsarbeiten und der freiwillige Arbeitsdienst wirksame Mittel zur Behebung der für unser Volk unheilvollen Arbeitlosen-Not.

Der Planung und Durchführung öffentlicher gemeinnütziger Arbeiten auf diesen beiden wegen wird bei der Gesamtlage der wirtschaft auch in der kommenden Zeit noch erhöhte Be­deutung zukommen.

Wenn alle, die dazu berufen sind, sich vereinen in dem Willen zur gemeinsamen Hilfe, dann können, wie der Anfangserfolg des alten Jahres gezeigt hat, Notstandsarbeiten und freiwilliger Arbeitsdienst zur Verhütung körperlicher und seelischer Verfalls­erscheinungen an wertvollen Gliedern der Volks- gemeinschaft wesentlich beitragen. Diese Einsicht hat auch für das kommende Jahr nach den dem Ar­beitsamt zugegangenen Informationen zu mancher­lei Projekten geführt, die entweder als Notstands­arbeiten, oder im freiwilligen Arbeitsdienst durch- geführt werden sollen.

Die Arbeitslosigkeit der letzten Jahre hat wieder Arbeitslosigkeit erzeugt. Sie hat große Verwüstun­gen in der Wirtschaft angerichtet.

Arbeit schafft wieder Arbeit! Deshalb muffen alle Kräfte in voller Hingabe an der Arbeits­beschaffung Zusammenwirken.

Die Planungen und erforderlichen Beschlüsse müssen schon jetzt herbeigeführt werden, damit im Frühjahr alle nur möglichen Arbeitsplätze für die Arbeits­losen bereitstehen Kleinliche Bedenken haben im Interesse der Arbeitsbeschaffung zurückzustehen. Es darf im neuen Jahr nicht wieder Vorkommen, daß Gemeinden in Oberhessen nur deshalb Notstands­arbeiten nicht ausführen wollen, weil das Arbeits­amt Ayr Verminderung der Arbeitslosigkeit auch die Einstellung auswärtiger Arbeitsloser zur Be­dingung gemacht hat. Wenn jeder einzelne und iede Gemeinde nur an sich denkt, dann nützen alle Arbeitsbeschaffungspläne nichts! Das Ar­beitsamt selbst ist sehr gern bereit, bei der Aus­fertigung der Anträge auf Förderung von Not­standsarbeiten und freiwilligen Arbeitsdienst mit­zuhelfen. Wenn alle Kräfte sinnvoll zu- s a m m e n w tr t e n in dem Willen zur gemein­samen Hilfe, bann braucht im kommenden 2ahr kein Oberhesse arbeitslos zu sein.

Spiclplan der frankfurter Theater

Opernhaus. Sonntag, 1. Januar, 2In- f°n9 lb.30 älhr. Der gestiefelte Kater; Anfang

Uhr: Tannhäuser. Montag, 2. Januar: ®e- Mossen. Dienstag, 3. Jan., Ans. 19.30 Ahr: Don Carlos. Mittwoch, 4. Januar, Anfang 20 Uhr. Madame Butterfly. Donnerstag, 5. Januar, .^orlos. Freitag, 6. Jan., Anf. 20 Uhr. Zar und Zinimermann Samstag, 7. Ian., Anf. 15.30 Mr: Der gestiefelte Kater; Ans. 19.30 Uhr: Palestrina. Musikalische Le­gende von Hans Pfitzner.

Schauspielhaus. Sonntag, 1. Januar, ~nan0 15 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick' Anfang 20 Uhr: Moral. Montag, 2. Januar' Anfang 20 Uhr: Der Verschwender. Dienstags 3- ^tAuor, Anfang 20 Uhr: Der mutige Seefay^ rer. Mittwoch, 4. Januar, Anfang 20 Uhr. Die Journalisten. Donnerstag, 5 Januar, Anfang 20 Uhr. Zum ersten Male: Mensch, aus Erde ge- «5- £_J?>ram.a *n 5 Auszügen und 1 Vorspiel von öricarid) Griese. Freitag, 6. Januar, Anfang 20 Uhr. Der Verschwender. Samstag, 7. Januar. Anfang 20 Uhr: Die Journalisten.

Vorarbeit für das Deutsche Turnfest 193Z

In der Technischen Hochschule in Stuttgart ver­sammelten sich die Kreiswarte der Deut­schen Turnerschaft zu einer Tagung, die in der Hauptsache der Vorbereitung des Deutschen Turnfestes in Stuttgart Ende Juli 1933 diente. Heber das Ergeb­nis der Beratungen wird folgendes mitgeteilt:

Der Fe st beitrag füj das 15. Deutsche Turn­fest wurde auf 6,50 Mark festgesetzt. Bei Zahlung vor April 1933 ermäßigt sich der Beitrag auf 5 Mark. Für die Jugend betragt der Festoeitrag 4,50 Mark bzw. 3,50 Mark. Für Quartiere, und zwar sowohl in Massenunterkünften, als auch bei der Bevölkerung von Stuttgart und Umge­bung, ist ausreichend gesorgt. 150 000 bis 200 000 Turner und Turnerinnen werden gut unterge­bracht. Die Preise für Unterbringung bewegen sich zwischen fünf und zehn Mark zusammen für sechs Rächte. Für erwerbslose Turner steht eine große Zahl von Frei quartieren zur Verfügung.

Für die Sonderzüge zum Deutschen Turnfest gewährt die Deutsche Reichsbahn eine SOprozen- tige Fahrpreisermäßigung.

Wenn die Reichsbahn auf den Vorschlag des Haupt-Festausschusses eingeht, auf je 20 Son­derzugkarten eine Freikarte zu gewahren, dann kann auch sehr vielen erwerbslosen Turnern eine Freifahrt gewährt werden.

Der F e st z u g wird dreiteilig fein und wird bewertet. Ein Antrag, den Turnfest-Siegern, die

sich nicht an den Freiübungen beteiligen, den Sie­geslorbeer zu entziehen, wurde abgelehnt. Diese Sieger erhalten ihren Lorbeer gesondert erst nach Abschluß des Festes. Die Fachwarte-Tagung er­klärte sich weiter damit einverstanden, daß inner­halb des Turnfestes ein

Mannschaftskampf im Wehrturnen für die Jugend

durchgeführt wird. Dieser Mehrkampf soll aus einem Hindernislauf, einem Zielwurf mit der Keule und einer Hebung des Kletterns bestehen. Die Versammlung stimmte noch der Anregung einer Versicherungs-Gesellschaft bei, wonach für alle Teilnehmer obligatorisch eine Ge­päck - Versicherung einzuführen ist.

Die Versammlung befaßte sich dann noch mit einigen anderen wichtigen Verbandsfragen. So wurde nach einem Referat des ersten Vorsitzen­den, Staatsminister a. D. Dominicas, ein­stimmig beschlossen.

den freiwilligen Arbeitsdienst und das Rotwerk für die deutsche Jugend nachdrücklichst zu unter­stützen.

Ebenso sprach man sich für einen Antrag der Frauenabteilung zur Förderung der Win- t e r h i l f e aus. Die Richtlinien für das Jugend, tumen wurden dem Turn-Ausschuß zur Prüfung und dem Hauptausschuß zur endgültigen Erledi­gung überwiesen.

Wirtschaft.

Frankfurt: Aktien schwächer, Renten freundlich.

Frankfurt, 31. Dez. (WTB.-Drahtmeldung.) Am letzten Börsentage im alten Jahr erhielt sich zwar Die feste Grund st immung für den Rentenmarkt. Das Geschäft war aber sehr gering und beschränkte sich in der Hauptsache auf Spekulationsnachfrage. Reichsaltbesitz zogen erneut auf 0,25 v. H., Neubefitz um 0,20 o. H. an. Auch die Schutzgebietsanleihe war etwas beachtet und um Bruchteile eines Prozentes höher, während späte Reichsfchuldbuchforderungen in Tausch gegen Reichs­anleihe um 0,65 o. H. schwächer lagen. Reichsbahn- vorAugsaktien zogen um 0,50 v. H. an.

Am Aktienmarkt war die Haltung dagegen überwiegend schwächer, da die Banken noch einige Glattstellungen zum Bilanztage Vornahmen, denen keine Aufnahmelust seitens der Kulisse gegen­über stand, zumal von der Kundschaft keine Orders Vorlagen. Die schwächere Haltung für Aku, die nach widersprechenden Mitteilungen über den Geschäfts­gang des Unternehmens 1,75 v. H. einbüßten, färbte sich auch auf die übrigen Marktgebiete etwas ab. Am Montanmarkt waren Harpener mit 1,65, Stahl­verein minus 1 o. H schwächer. Auch Buderus und Gelsenkirchen gaben bis zu 0,75 v. H. nach, wäh­rend Mannesmann in Nachwirkung des russischen Röhrenauftrages leicht anzogen. Am Elektromarkt lagen die Werte meist etwas schwächer, nur Gold­schmidt zogen auf 0,65 an, und IG. waren unver­ändert. Deutsche Erdöl lagen im Verlaufe um 1 v H. fester. Niedriger setzten u. a. noch ein: Deutsche Linoleum minus 1 o. H., Hapag und Daimler mb nus 0,25 v. H., anderseits lagen Reichsbahn 0,65, Zement Heidelberg und Laurahütte bis zu 0,75 v. H. freundlicher.

Im Verlaufe waren Aktien, nachdem zunächst noch leichtere Abschwächung eingetreten war, etwas er­holt, so daß die Börse das alte Jahr mit freund­licher Grund st immung und einer gewissen Zuversicht beschloß. Am Rentenmarkt blieb die Altbesitzanleihe später 0,50 o. H. niedriger, wogegen die Neubesitzanleihe um 0,25 o. H anzog. Frankfur­ter Hypotheken und Frankfurter Goldpfandbriefe gewannen etwa 0,50 bis 0.75 v. H. Im übrigen lag der festverzinsliche Markt sehr ruhig, aber durchaus freundlich.

Berlin uneinheitlich.

Berlin, 31. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Unternehmungslust an der letzten Börse des heute zu Ende gehenden Jahres war nur sehr gering. Man hatte vormittags und auch noch an der Bor- börfe unveränderte Kurse taxiert, der offizielle Börsenbeginn brachte aber dann eine gewisse Ent­täuschung, denn die KursgestaltunH war sehr un­einheitlich, und die Rückgänge überwogen sogar. Die Spekulation zeigte, ebenso wie heute auch die Kundschaft, das Bestreben, die bestehenden Engagements vor dem Jahreswechsel möglichst glattzustellen, um zunächst einmal die Entwicklung in den ersten Januarwochen, die ja politisch viel Interessantes bringen werden, abzuwarten. Man konnte ferner beobachten, daß am Montan- und Elektromarkt Verkäufe vorgenommen und dafür Aktien von Derforgungsbetrieben getauft wurden. Auch in Farben lag zum Börfenbeg.nn wieder An- gebot vor. Die vorliegenden Nachrichten waren im großen und ganzen eher günstiger Natur. Erwäh­nenswert find die Befestigung an der gestrigen Neu- yorker Börse, die weiteren Besserungen der deut­schen Werte an den Auslandbörsen, die kurz vor dem Abschluß stehenden Röhren-Verhandlungen mit den Russen usw

Es ergaben sich Veränderungen bis zu 1% Pro­zent nach beiden Seiten. Siemens und Schuckert konnten je 1 Prozent aufholen, auch Chade, AEG., sowie Rheag. Verger waren um \XA Prozent ge­drückt, da nach einer Derwaltungsmitteilung das Auslandgeschäft stark nachgelassen hat und noch nichts über die Dividende gesagt werden könne. Kunstseidewerte waren etwas fester, Schiffe und Banken aber schwächer. Lebhaft war das Geschäft am Anleihemarkt, an dem Altbesitz um i Prozent anzogen, nur Reichsschuldbuchforderungen und Jndustrieobligationen gaben ß bzw. ß v.H. nach.

Der Verlauf der Börse war uneinheitlich. Farben und Chade waren erholt. Sehr lebhaft blie­ben Alt- und Neubesitzanleihe, die erneut bis

Prozent anzogen. Am heutigen Ultimo war Aagesgeld gleich Geld über Ultimo natürlich steif und stellte sich auf 5 Prozent an der unteren Grenze, vereinzelt auch 4% Prozent. Prioatdiskonten waren angeboten. Reichswechsel und Reichsschätze so gut wie umsatzlos.

Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen.

Die D e u tsche Reichsbahn - Gesell­schaft oeröffentl.cht einen vorläufigen Jahresüber- blick für 1932. Danach hat die allgemeine wirtschaft­liche Notlage des Jahres 1932 zu einem weiteren starken Absinken der Einnahmen bei der Reichsbahn geführt. Die Einnahmen werden voraussichtlich auf der Höhe von rund 2850 Millionen Niark liegen und damit auf einem nicht vorhergesehenen T i e f st a n d anlangen. Gegenüber 1929 mit einem Höchststand der Einnahmen von 5354 Millionen Mark bedeutet das einen Einnahmeausfall von rund 2500 Millionen Mark oder 47 Prozent und gegen­über 1931 einen solchen von rund 1000 Millionen Mark oder 26 Prozent; mit anderen Worten,

die Einnahmen des Jahres 1932 werden auf etwa die hälfte der Einnahmen von 1929 her­untergehen und kaum % der Einnahmen des

Jahres 1931 erreichen.

2m Personen- und Gepäckverkehr wird der Rück­gang gegenüber 1929 voraussichtlich 500 Millionen Mark oder 36 Prozent, im Güterverkehr dagegen 1800 Millionen Mark oder 52 Prozent und bei den sonstigen 200 Millionen Mark oder 43 Prozent be­tragen. Von dem gesamten Einnahmerückgang ent­fallen auf den Lerkehrsrückgang und den Wettbe­werb etwa 35 Prozent, auf den Ausfall durch Tarif- ermaßigungen etwa 12 Prozent.

Die Reichsbahn mußte sich darauf beschränken, die Ausgaben den sinkenden Einnahmen nach Mög­lichkeit anzupassen. Die Schätzung der P e r s o . n al ausgaben ergibt für 1932 einen um 820 Millionen Mark oder 28 Prozent geringeren Be­trag, als im Jahre 1929. Das Programm der Sach­ausgaben mußte in großem Umfange gekürzt werden. Die Neubautätigkeit hielt sich ebenfalls in sehr engen Grenzen. Trotz aller Bemühungen wer­den die Ausgaben der Betriebsrechnung 1932 sich voraussichtlich' von 4500 Millionen Mark auf nur rund 3000 Millionen Mark, also um rund 1500 Millionen Mark oder 33 Prozent gegenüber 1929 vermindern lassen.

Die Ausgaben der Betriebsrechnung werden also die Einnahmen der Betriebsrechnung über­steigen. Damil wird die Reichsbahn das erstrebte Gleichgewicht schon in der Betriebsrechnung für 1932 nicht erzielen können.

Unter Einrechnung der Ausgaben für den Repa­rationsdienst, den Zinsendienst, die Vorzugsdividende auf die Vorzugsaktien und die gesetzlich vorgeschrie­benen Rücklagen und Rückstellungen wird die Ge- winn- und Derlustrechnung voraussichtlich mit einem nicht unerheblichen Fehlbetrag ab­schließen müssen.

Oberbeffen.

Landkreis Gi?s;en.

* Kl e i n - L i n d e n, 31. Dez. In der letzten Nacht wurden hier aus dem Saale der Wirtschaft Zur Burg" neun Laib Brot gestohlen. Der Spitzbube hatte die Saaltür mit einem Dietrich geöffnet. Die Nachforschungen sind im Gange.

ch Hausen, 28. Dez. Am zweiten Weihnachts- fetertag veranstaltete derTurnvereinHau- s e n von 1 864 in der GastwirtschaftZur Jahnejche" eine Weihnachtsfeier. Gegen 400 Zu­schauer folgten den turnerischen Vorführungen der Schüler und Schülerinnen, der Turner und Tur­nerinnen mit großer Aufmerksamkeit. Die Dar­bietungen legten Zeugnis vom guten Können

der Turnenden ab und zeigten die tüchtige Ar­beit der beiden Turnwarte. Hrch. Drücke! und Wilh. Münch. Reichen Beifall fanden auch zwei Singspiele der Schüler. Für weitere Unter­haltung sorgten ein« Theateraufführung und nach­folgender Tanz.

* Alten-Buseck, 30. Dez. Der Kegelklub n® u t Holz veranstaltete am zweiten Feiertag einen wohlgelungenen Theaterabend. Rach einem Prolog wurde ein fünfaktiges Theaterstück aufge­führt, dem sich der Vortrag eines Duetts an- schloß. Sämtliche Darbietungen fanden reichlich Beifall. Der Abend wurde mit Tanz beschlossen.

Lich, 31. Dez. Am nächsten Donnerstag hält die Stadt Lich ihre erste Brenn- und Ruh - holzversteigerung ab. Aus die Bekannt-1

machung im heutigen Anzeigenteil sei besonders hingewiesen.

D Lich, 29. Dez. Am Dienstagabend feierte die VerbindungVandalia" im Saale de» Holländischen Hofes" im enaften Rahmen chr 25jähriges Stiftungsfest. Der derzeitig» erste Vorsitzende, W. Heiß, hieß die Mitglieder mit ihren Damen und die Gäste herzlich willkom­men. Gute Musikvorträge einer Gießener Musik­kapelle sorgten für die rechte Stimmung. Mit einem heiteren Duett unter Klavierbegleitung von Frl. Hilde Böhm erfreuten Frl. Elisabeth Häuser und Frl. Else Rau d>e Zuhörer. Die Damen der Verbindung stifteten aus Anlaß der Jubelfeier einige Kommersbücher. Für die Gäste stattete ftein- rich Zimmer I. den Dank ab. Die Feier nahm bei froher Stimmung besten Verlauf. Schon einige Tage zuvor, am 21. Dezember, am Grün­dungstag, hatten sich die Mitglieder in der Kneipe bei Gastwirt Ernst Häfner zu einem Kommers­abend zusammenLefunden, bei dem W. Heiß Einiges aus der Gesch chte der Vereinigung darbot.

± Obbornhofen, 30. Dez. Bei der hiesigen Treibjagd wurden 57 Hasen und ein Fuchs erlegt. Bei dem Verkauf von etwa 12 Morgen Ackerland aus der Fürstlich Draunfelsschen Gutsverwaltung an hiesige Ein­wohner, die das Land bisher gepachtet hatten, kam der Morgen durchschnittlich auf 250 Mark.

s. Inheiden, 29. Dez. Auch in diesem Win­ter finden wieder alle vierzehn Tage Betstun - d e n in einem Schulsaal statt, da unser Dorf keine Kirche besitzt. Diese Einrichtung ist in unserem Kirchspiel Trais-Horloff sehr alt, sie läßt sich bis zum 30jährigen Krieg zurückverfolgen. Di« Bet­stunden beginnen in der Adventszeit und dauern bis zum Schluß der Passionszeit. Besonders von älteren und kränllichen Leuten, denen der Kirch- weg nach Trais-Horloff, zumal in der Winters­zeit. beschwerlich ist, werden diese Gottesdienste rege besucht. Ihnen wird hier auch Gelegenheit gegeben, am Abendmahl teilzunehmen.

Briefkasten der Redaktion.

iRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schnftleitung )

M. Th. Ihre Anfrage kann in der zu allgemein gehaltenen Form zunächst nicht beantwortet werden. In welcher Weise wurde das Vorkaufsrecht bestellt, welchen Wortlaut hat die Vereinbarung, und ist es ins Grundbuch eingetragen? Wir ersuchen Sie um dementsprechende Ergänzung.

WcttervoraitSsaqe

Eine Staffel milder Ozeanluft hat sich bis nach Mitteldeutschland durchgearbeitet und Niederschlags­tätigkeit eingeleitet, während in Süd- und Ostdeutsch­land noch Frost bis zu5 Grad gemessen wurde. Da im Westen Irlands eine neue kräftige Störung zu erkennen ist, wird noch mehr maritime Luft nach dem Festlande vordringen, unter deren Ein- Wirkung sich das Wetter wechselhaft gestalten wird. Dabei sind weitere Niederschläge zu erwarten, die meist als Regen auftreten.

Vorhersage für Sonntag: Wechselndes Wetter, bewölkt mit zwischenzeitlichem Aufklaren, Temperaturen schwankend, doch vorwiegend über Rull, vereinzelt Riederschläge.

Vorhersage für Montag: Weiterhin wechselnd wolkiges Wetter mit einzelnen Rieder­schlägen.

Lufttemperaturen Am 30. Dezember: mittags >,3, abends 0,5; am 31. Dezember: morgens 1,6; Maxi­mum 1,7, Minimum minus 1,5 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 30. Dezem­ber: abends minus 0,3; am 31. Dezember: mor­gens minus 0,3 Grad Celsius.

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag 1. Januar. Neujahr.

Stadtkirche: 9.30: Pfr Mahr. 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfr. Mahr. 17: Pf. Becker. Johanneskirche: 9.30: Pfr. Bechtvlsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfr. Bech- tolsheimer. 17: Pfarrassistent Knell. Kapelle des Alten Friedhofs: 9.30: Pfarrassistent Knell. Pe- trusgemdnbe: 9.45: Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche für die Petrusgsmeinde. Pfr. Ausfeld. fitein- Linden. Sonntag: Gottesdienst 13.30 Uhr. Heu­chelheim. Samstag, 31. Dezember, 18.30: Silvester- gottesdienft (cand. theol. North-Gießen). Neujahr: 10: Einführung von Pfarrer Weisel durch Dekan Gußmann. Dieseck. 9.45: Hauptgottesdienst. Kol­lekte. 11: Kinderkirche. Alten-Buseck. 10: (Kol­lekte). Trohe. 13. - Grohen-Buseck. Neujahr: 10.30: Gottesdienst (Kirchenchor). Oppenrod: 13: Gottes­dienst. Kirchberg: Sonntag, 1. Januar: Neujahrs­fest. 10: Kirchberg. Kollekte. 13.30: Mainzlar. hausenGardenteich. 10: Hausen. 13: Garbenteich. Watzenborn-Steinberg. Silvester: 20: Jahres- schlußgottesdienst. Neujahr: 13: Hauptgottesdienst. (Kollekte). Grüningen. Silvester: 18.30: Iahres- schlußgottesdienst. Neujahr: 10.30: Hauptgottesdienst. Lich. 10: Stiftsdechant Kahn. Kirchengefangoer- ein. Kollekte. 14: Stiftspfarrer Draudt.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 31. Dezember. Silvester.

Gießen. 16.30 Uhr: Beichte; 17.30: Predigt und Siloesterandacht mit Tedeum, 19: Beichte. Lau­bach. 16: Silvesterpredigt und Andacht. Hungen. 18.30: Siloesterpredigt und Andacht. Lich. 20.15: Silvesterpredigt und Andacht. Ridda. 16: Beichte; 18: Andacht mit Predigt und Tedeum.

Sonntag, den 1. Januar. Neujahr.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre­digt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht mit Segen. Echzell. 11: Messe; Hochamt mit Predigt. Grünberg. 9.45: Messe; Hochamt mit Predigt. Hungen. 13: Predigt mit Andacht. Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 15: Weihnachtsandacht. Lollar. 8.45: Messe; Hochamt mit Predigt. Nidda. 8 30: Hoch­amt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.

Freitag, den 6. Januar.

Gießen. 8 Uhr: Segensamt. Lich. 7: Segens­messe.

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