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Nr. 282 Srst?5 Blaff.
Mittwoch, 30. Novemver 1932
182. Jahrgang
GktzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Einstweilen wechseln Gläubiger und Schuldner noch diplomatische (Koten, aber das Ergebnis wird doch fein, daß Frankreich widerwillig, England mit einem scheuen Seitenblick auf das gleichende Pfund am 15. Dezember zahlen. Um den 2ler- ger in Frankreich darüber zu dämpfen, dah die Union sich weigert, die von den europäischen Schuldnern aufgenommenen Anleihen im Gegen- ■ wartswert von noch immer 48 Milliarden Mark als Anteil an den Kriegskosten abzubuchen, erinnert sich die französische Presse wieder des (Zoung-Plans. Das ist ein etwas gewaltsamer Zusammenhang, denn der Voung-Plan ist nicht nun in Lausanne begraben, er ist schon vorher von den Tributgläubtgern nach allen Regeln der Kunst torpediert worden. Die Voraussetzung für den (Zoung-Plan war, dah Deutschland imstande sein werde, mit Hilfe einer von 3ahr zu 3ahr steigenden Ausfuhr soviel Ueber- schüsse in der Zahlungsbilanz hereinzubringen, dah sich aus diesen Ueberschüssen auch die Tribute bezahlen liehen. Diese Voraussetzung ist nicht erfüllt worden, teils durch den bösen (Dillen der Gläubiger, die ihre Grenzen einfach gegen die deutsche Ausfuhr sperrten, teils durch die internationale Wirtschaftskrise, deren Verschärfung auf die Tributpolitik der Gläubiger zurückzuführen ist. Wenn die Union unnachgiebig bleibt, wenn sie darauf besteht, dah die Schuldner in iropa zahlen, so wird das gewih die internationale Wirtschaftskrise nicht entspannen, aber es wird dann Sache h r Schuldner sein, such mit Washington zu i erstä rdigen.
Die unnachgiebige Haltung der Union erklärt sich in der Hauptsache dadurch, dah es sich bei den Kriegsschulden nicht um Verpflichtungen von Staat zu Staat handelt, sondern die Kriegsschulden sind zum größten Teil in Form von Anleihen in der Union untergebracht. Wenn also die europäischen Schuldner fordern, die Regierung in Washington möge einen Strich durch die Rechnung machen, so ist das so lange nicht ausführbar, als nicht ein Ersatz oder eine Entschädigung für öie Anleihebesiher beschafft worden ist. Das eine wie das andere kann nur d i c Union selbst leisten, aber auch nur auf dem Wege, dah der Staat seinen Tür gern gegenüber als Seibstschuldner auf treten würde. Wieder setzt das voraus, dah die Union, in diesem Fall also die Steuerzahler, noch höhere Steuern aufbringen, um wenigstens den Zinsendienst für die Anleihen decken zu können, die die europäischen Sieger während des Krieges und nach dem Kriege in der Union ausgenommen haben.
Es ist bisher tver.g beachtet worden, dah die K iegöschulden im Betrage von 48 Milliarden Mark ni tzt durchweg während des Krieges entstanden sind, denn ein erheblicher Teil stammt aus der Rachkriegszeit, teils durch Uebernahme des Kriegsmaterials der Union, teils in neuen Krediten. Tie europäischen Schuldner haben sich mit der Rückzahlung reichlich Zeit gelassen, denn die Schuldenablommen sind erst einige Jahre nach dem Kriege abgeschlossen worden. Frankreich insbesondere sträubte sich gegen jedes Abkommen, weil es sich als durch den Krieg oeraynt und ausgeplündert hinstellte, um gleichzeitig eine Weh.loge darüber anzustimmen, Daß Deutschland böswillig keine Zahlungen leiste. Das verarmte Frankreich hat trotzdem oder gerade deswegen einen Go 1 dhort von rund zehn Milliarden Mark in der Vank von Frankreich anhäusen können, wie es auch der Spürsinn seiner Vevölkerung fertig brachte, in wenigen Jahren den Volksreichtum über den in der Vorkriegszeit weit hinauszusteigern.
'Frankreich vor allem ist es gewesen, das die innere und äuhere Verbindung zwischen Kriegsschulden und Tributen herzu- ftcllen suchte, lei "Oer zeitweise auch hergestellt, hat, um mit dieser Taktik die Leistung der Kriegsschulden von der Zahlung der Tribute abhängig ju machen. Deutschland hat unter dem Dawesjoch 2,5 Milliarden Mark im Jahre ausbringen müssen, was zu seiner finanziellen Ausblutung führte, deren fiu}tbarer Ausdruck die 5,2 Millionen ; Krisenopser sind. Frankreich setzt dafür Himmel und Hölle in Bewegung, um von der Zahlung einer halbjährigen Zinsenrate an die Union in Höhe von etwa 100 Millionen Mark befreit zu werden. Dabei hat Frankreich das Zehnfache dieser Summe seit Jahren an feine Vasallen in Osteuropa bezahlt, um diese zu einer Aufrüstung zu zwingen, die Europa mit Ausnahme Deutschlands in ein Wafsenlager um- ' gewandelt hat.
England hat zwar uch den Poung-Plan un- i terzeichnet, also auch die Voraussetzung angenom- । men, daß Deutschland nur mit Hilfe eines Aus- fuhrüberschuffes zahlen könne, aber gerade England war es, das der deutschen Ausfuhr offen und insgeheim Widerstand leistete. Auch die Preisgabe । des Goldstandards gehörte 3U diesem Wider- I stand, denn die Preisgabe geschah in der Hauptsache deshalb, um die englischen Produktionskosten Zu senken, um so dem deutschen Wettbewerb gegenüber auf den Auslandmärkten besser gerüstet zu lein. Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt, denn die englische Ausfuhr selbst nach den Kolonien ist Mrückgegangen, ohne dafür in Europa und in llebersee Ersatz zu finden. Daß ein gewisser Zusammenhang Der englischen Goldpolitik mit der : bchuldenpolitik besteht, ist unverkennbar. England gab den Goldstandard unmittelbar nach Verkündung bcs Feierjahres durch Hoover preis, zunächst wohl nur deshalb, um d e r Ausfuhr einen Auf- trieb zu geben, sodann aber auch deshalb, um loch Ablauf des Feierjahrs in dem Pfundkurs selbst d etwas wie einen Schutzgegen den Zinsen-
Hitler noch mchi in Bern».
Schleicher wartet. — Nationalsozialistische Besprechung in Weimar.
Hiller «n Weimar
München, 30. Rov. (LRV. Funkspruch.) wie der „Baltische Beobachter" meidet, ist Adolf Hitler nicht, wie erwartet, nach Berlin gefahren, sondern befindet sich in Weimar, da in Thüringen die Dah! ,>mpfe für die GcmcindcralSwahlen stattfinden. Auch Dr. Goebbels ist in Thüringen. Zur Berichter st attung über die politische Lage haben sich die Abgeordneten Göring, Dr. Frick und Straßer nach Weimar begeben.
Kommt noch eme Zusammenkunft zustande?
Berlin, 30. Roo. (LRB. Funkspruch.) In der Umgebung des Generals von Schleicher rechnet man damit, dah die Besprechung mit Hitler doch heute nachmittag zustande kommt. Hillers Fahrtunterbrechung war im ReichswehrministtLtUrn schon in den frühen Vormittags ft un- den bekannt. Man kann also wohl ar.nchmen, dah Hitler den Reichswehrminister unterrichtet hatte. Vermutungen, dah die Besprechung auherhalb Berlins oder durch einen Mittelsmann des Generals von Schleicher stattfinden könnte, sind nach unseren Informationen abwegig. In Weimar ist, wie unsere Rückfragen ergeben haben, über die Dispositionen hit.ers nichts zu erfahren. Ls wird dort nur darauf hingewiesen, dah Hitler ja von Weimar aus jederzeit mit dem Flugzeug nach Berlin reifen und innerhalb von zwei Stunden in Berlin Eintreffen könnte.
Im Zusammenhang mit dieser Meldung schreibt der nationalsozialistische „Angriff": „Entgegen anders lautenden Berichten ist der Führer heute vormittag nicht in Berlin eingetroffen. Da man auf der Gegenseite immer noch nicht geneigt ist, persönliche Abneigungen hinter die Schicksalsfragen der Ration ; u r ü ck z u- st e l l e n , ist ja auch nicht einzusehen, welchen Zweck neue Verhandlungen haben sollten, vorerst erscheint jedenfalls der Wahlkampf in Thüringen wichtiger. Adolf Hitler hat sich deshalb nach Weimar begeben."
Oie Krisis
im Spiegel der Presse.
V e r I i n , 30. Aov. (ERD.) Die ,.D A Z." bezeichnet als die Frage, die an Hitler zu richten sei, nicht die Frage nach einer Tolerierung eines etwaigen Kabinetts Schleicher. Dah di« Rationalsozialisten auch gegen ein Kabinett Schleicher in Opposition verharren würden, sei nach Hitlers früheren Erklärungen eine Selbstverständlichkeit. Cs handelte sich vielmehr angesichts der drohenden Gefahren für Staat und Volk nur um d ie Form der Opposition, oder, noch genauer ausgedrückt, darum, ob diese Opposition weiter eine legale Opposition bleiben werde.
Die „Kölnische Volkszeitung" (Zentrum) schreibt: Nach alledem, was in den letzten Tagen vorgefallen sei, könnte auch der Wehrminister einen Einzug der Nationalsozialisten mit Pauken und Trompeten in sein Lager nicht erwarten. Auch neue Verhandlungen würden, wenn sie überhaupt zustande kämen, nicht sofort eine Sinnesänderung der Nationalsozialisten herbeiführen. Das schwere Mißtrauen, t>a& jede Verhandlung neuerdings überschatte, sei eben eine Errungenschaft des neuen Kurses. Aber ein Teil der Erwartungen, die Herr von Schleicher an seine Versuche knüpfte, hätten sich jetzt schon erfüllt. Die Basis, auf die er sofort im Reichstag rechnen könne, wäre ganz erheblich breiter als die, über die Papen verfüge. Gewiß hätte auch Herr von Schleicher sozusagen, klein anfangen müssen. Eine sofortige Mehrheit sei im Reichstag nicht vorhanden, wohl aber ein nicht z u verachtender Stützpunkt, von dem aus die Verbreiterung der Grundlage nicht ohne Aussicht auf Erfolg versucht werden könnte und auch jetzt noch versucht werden müßte. Es entspreche nicht den militärischen Tugenden, eine Aufgabe bei den ersten Schwierigkeiten fallen zu lassen.
Der „Tag (deulschnational) gibt der Besorgnis Ausdruck, daß bei einem weiteren Andauern der Krise der Schaden der Zerstörung autoritärer Worte den Nutzen der angestrebten Klärung überwiegen könne. In dem Kampf zwischen neudeutschem
Parlamentarismus und staatlicher Autorität der Präsidialgewalt müsse es geradezu ein Ziel des Parlamentarismus sein, die Präsidialautorität in einer langen Krise s i ch abnutzen zu lassen. Möge der Reichspräsident in tatkräftiger Abwehr dieser Gefahr durch eine schnelle autoritäre Beendigung der Regierungskrise die Idee der autoritären Staatsführung als unantastbaren Grundsatz zur Durchführung bringen.
„Ser Deutsche (-h.istli-^ G—e.t,a)-s.en) meint, ein Kabinett Sch.eicher mit ausreichenden Revisionsvorfchlägen für die Notverordnungen Papens und mit einem Arbeitsprogramm, das nur die vordring, ichsten Ay gaben dieses Winters umfasse, müsse sich dem Reichstag stellen und trotz allem den Versuch machen, ihn zu einer sachlichen Haltung zu zwingen. Schleicher sollte sich nicht durch die Möglichkeit eines Mißtrauensvotums und die Au Hebung der Rotverordnungen
Paris, 29. Noo. (TU.) Der französisch-russische Nichtangriffs- und Schiedsgerichtsoertrag ist am Dienstag um 17 Uhr im Außenministerium von Ministerpräsident H e r r i o t und dem Sowjetbotschafter D o w a a l e w s k i unterzeichnet worden. Dabei überreichte Dowgalewski Herriot folgende schriftliche Erklärung: „Die Sowjeiregierung nimmt die Liebenswürdigkeit der französischen Regierung m Anspruch und bittet Sie, folgende Erklärung zur Kenntnis der rumänischen Regierung zu bringen:
Die Sowjetregierung, die von dem Wunsche beseelt ist. ihre friedlichen Absichten gegenüber Rumänien zu beweisen, erklärt sich bereit, der rumänischen Regierung vom heutigen Tage ab vier Monate Zeit zu lassen, um mit der Sowjetregierung ein Richtangriffsabkommen in dem Sinne zu unterzeichnen, wie es zwischen Litwinow und Eadere (der ru- nische Gesandte in Warschau. D. Red.) vereinbart worden war, einschließlich des von Ladere vorgeschlagenen Schlußprotokolls. Die Sowjetregierung, die damit wieder einmal ihre friedlichen Bestrebungen beweist, erklärt, dah sie ihrer Politik treu bleibt, die darin besteht, für die Lösung aller Streitfragen nicht zur Gewalt zu greifen und die durch den Lelloggoertrag übernommenen Verpflichtungen zu wahren."
Rach der Unterzeichnung der russisch-französischen Abkommen richtete Herriot einige Worte an den russischen Botschafter, in denen er der besonderen Genugtuung der französischen Regierung über den Abschluß der gegenseitigen
Washington, 29. Rov. (Times.) Der demokratische Senator Pat Harrison (Mississippi), der im kommenden Kongreß Vorsitzender des Finanzausschusses des Senats sein wird, sagte in einer Rundfunkrede, im Falle einer völligen Streichung der Kriegsschulden würde sich die Erbschaft des Krieges, d. h. eine Last von 54 Milliarden Dollars, in folgender Weise verteilen: Deutschland würde möglicherweise mit einem Prozent davonkommen. Cs würden weiter entfallen auf Italien 2 Prozent, Frankreich 8 Prozent, die Vereinigten Staaten 39 Prozent und auf Großbritannien 50 Prozent. Daraus würden Folgen erwachsen, die man sich kaum vorstellen könne. Deutschland würde alsdann, frei von Schulden, künftig im Konkurrenzkampf der Welt an er st er Stelle stehen. Auch Italien und Frankreich seien dabei in Rechnung zu ziehen. Die amerckanische Regierung habe die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die kommende Generation nicht zu wirtschaftlicher Sklaverei verurteilt werde.
Die Rede Senator Harrisons hat in Berlin starke Verwunderung erregt. Wenn Senator Har
schrecken lassen. Der Reichspräsident könnte notfalls die Rotverordnungen in revidierter Form neu erlassen, ohne daß die durch sie geschaffenen Wirtschaits- und Rechtsverhältnisse erschüttert würben. — Die „DeutscheTageszeitung" (Landbund) erklärt es als eine Tatsache, daß Schleicher einen großen Arbeitsbesch a f f u n g s p l a n durch die öffentliche Hand in sein Programm ausgenommen habe, t>cr auch dem nationalsozialistischen Standpunkt mindestens weit entgegemomme. Es werde aber ein Arbeitsbeschaffung. Programm aus der Grundlage des Planes der Landgemeinden a u ch d a n n vorgelegt werden, wenn der Verständigungsversuch mit der RSDAP. endgültig scheitern und der Reic' spräsident dann ein ausgesprochenes Kampfkabinett berufen sollte, das nicht unter der Leitung Schleichers stehen würde.
Verhandlungen Ausdruck gab. Diese Genugtuung, so betonte Herriot, sei um so größer, als die Unterzeichnung des Richtang.iss- und Schiedsgerichtsabkommens zu ei.'.em Zeitpunkte geschehen sei, an dem die polnische Regierung ihre Abkommen mit Sowjetruhland ratifiziere und die rumänische Regierung ihrer Be- friebigung über das französtsch-russische Abkommen Ausdruck gebe. Er hoffe, dah der neue Vertrag zur Festigung des Friedens beitragen werde. 3m Ramen des französischen Volkes begrüße er die Völler der Sowjetunion, mit denen Frankreich vertrauensvolle Beziehungen zu unterhalten Wunsche. Der Wert des gegenwärtigen Vertrages liege in der Art, mit der er durchgeführt werde. Die sowjetrussische Regierung dürfe an den Bemühungen Frankreichs, ihn wirksam zu gestalten, nicht zweifeln.
Zu dem bereits bekannten Wortlaut des Richtangriffsabkommens ist zu ergänzen: 1. dah der nach beiderseitiger Ratifizierung in Kraft tretende Vertrag unbefristete Laufzeit hat. Rach Ablauf von zwei Iahren seit Inkrafttreten des Vertrages kann er jedoch mit einer Frist von einem Iahre jederzeit gekündigt Werdern 2. Daß laut Artikel3 des Vertrages seine Bestimmungen in keiner Weise die Rechte und Pflichten beeinträchtigen können, die für jeden der vertragschließenden Parteien aus Verträgen herrühren, die sie v o r 3 n t r a f t- tre ten des Richtangriffsvertrages abgeschlossen haben. Auherdem er Hären beide Parteien, daß sie durch keinen Vertrag gebunden sind, der sie etwa verpflichten würde, sich an einem Angriff seitens einer dritten Macht zu beteiligen.
rifon davon spricht, daß bei einer Verteilung der Erbschaft des Krieges, das heißt einer Last von 54 Milliarden Dollars, Deutschland mit einem Prozent davonkommen und dadurch frei von Schulden im Konkurrenzkampf der Welt an erster Stelle stehen würde, so kann demgegenüber nur mit Rachdruck darauf hingewiesen werden, daß Deutschland auf keinen Falk in Zukunft frei von Schulden sein wird. Vielleicht könnte man davon im Hinblick auf die politischen Schulden sprechen. Aber auch bei diesen muß beachtet werden, daß, wie es der Baseler Sachverständigenbericht vor einem Iahr ausdrücklich festgestellt hat, ein sehr erheblicher Teil der privaten Auslandsverschuldung, nämlich über zehn Milliarden Mark, in Form von Reparationszahlungen wieder an das Ausland zurück g e f l o s s e n ist, also in den privaten Schulden eine indirekte politische Verschuldung enthalten ist. Dazu kommen noch die Verpflichtungen aus den LaufannerAbkommen. Es bleibt unerfindlich, wie man bei der allgemein aner- fannten Schwäche unserer wirtschaftlichen Lage behaupten farm, dah wir im Wettkampf der Welt mit Amerika uns messen könnten.
Der sranzösislh-niMe Vertrag unteneidwt.
Moskau bietet Rumänien erneut den Abschluß eines Nichtangriffspakts an.
Die Erbschaft des Krieges.
Eine absurde Rechnung. — Bei einer Schuldenstreichung fürchtet Amerika die deutsche Konkurrenz.
dienst an die Union zu finden. Das englische Pfund ist noch immer so in die internationale Zahlungsbllanz verstrickt und verflochten, daß jede Schwankung des Pfundkurses wie ein Druck auf allen Geldmärkten und allen Devisen wirkt. Aber England hat doch wohl seine finanzielle Kraft überschätzt, als es die Preisgabe des Goldstandards wagte, denn die erneute Schwächung des Pfundkurses unmittelbar vor dem verhängnisvollen 15. Dezember ist ein Beweis dafür, daß es von einer bestimmten Grenze ab nicht mehr in der Macht der Bank von England oder der englischen Regierung liegt, den Pfundkurs selbst unter Opfern zu halten. Das ist auch eine Warnung für andere
Länder, insbesondere für Deutschland, die Währung nicht Versuchen auszusetzen, die Kredite oder Geldzeichen schöpfen sollen, die aber bann unvermeidlich dazu führen müssen, der Inflation Tür und Tor zu öffnen.
Washington erwartet einen Appell König Georgs.
Washington, 29. Rov. (WTB.) Ganz Washington beschäftigt sich gegenwärtig mit ernsthaften Unter fud) ungen, wie man der britischen Finanznot helfen könne, ohne die eigenen In
teressen zu stark zu schädigen. In gewissen Kreisen rechnet man sogar damit, daß König Georg dem Beispiel des Reichspräsidenten von Hindenburg im 3uni 1931 folgen und einen persönlichen Appell an Hoover richten werde, den dieser dann, wie seinerzeit den Appell des Reichspräsidenten, den Mitgliedern der Finanzausschüsse der beiden Häuser zur vertraulichen Kenntnis vorlegen könnte.
Cs steht jedensalls fest, daß man weder Frankreich, noch der Tschechoslowakei oder Polen i r - gendwelche Konzessionen machen will, es steht aber auch fest, daß man England gegenüber Jeine große Geste^ zei-


