anderer Seite wird mitgeteilt, daß de Valero auch die Zurückhaltung anderer Zahlungen an England beabsichtige.
Das Hous des früheren irischen Ministcrpräsiden. ten Cosgrave wird ständig von Detektiven, Soldaten und Polizisten bewacht. Die republikanische Armee hat einen großen Anmusterungsfeldzug eröffnet. Arbeitslose Männer werden von den Werbern auf der Straße angesprochcn und zum Eintritt in die republikanische Armee aufgefordert.
Neue Provokation in Malta.
Malta, 29. März. (LU.) Die Faschistentagung auf Malta, auf der der italienische Unterstaatssekretär des Innern G i u n t a die schon gemeldete Drohrede gegen England hielt, hat mit einer neuen Provokation geendet. Bei der Abfahrt von Malta rief Giunta an Bord seines Dampfers laut, so daß alle Umstehenden, sogar Personen auf den naheliegenden Dampfern, hören konnten: „Wir sind hier in Italien. Auf der Straße von Italien zu seinem afrikanischen Reich. Wir müssen die Engländer lehren, was Faschismus ist." Der italienische Konsul versuchte ihm mehrmals zu unterbrechen und machte ihn auf die Gefahr der Aeußerungen aufmerksam, jedoch ohne Erfolg. Der Konsul ist zur Berichterstattung nach Rom gefahren.
Tschechischer Deutschenhaß.
Sechs Wochen Gefängnis für eineFlugfchrift im Rucksack.
P r a g, 28. März. (TU.) Das Kreisgertcht Eger hat den reichsdeutschen Beamten Wilhelm Vierling, Sohn des Gutsbesitzers Dr. Heimann Dierling aus Weiden in der Oberpfalz, wegen Verbrechens gegen das Schutzgesetz au sechs Wochen strengem Gefängnis, verschärft durch drei Fasten, unbedingt verurteilt.
Vierling sitzt bereits seit dem 29. Januar in Untersuchungshaft. Er wurde auf einer Urlaubsreise in die Tschechoslowakei, auf der er heimatkundliche Studien historischer Art betreiben und Land und Leute kennen lernen wollte, verhaftet. Man legte ihm zur Last, einer geheimen Organisation an* ?ugehören, die die Selbständigkeit und verfas- ungsmäßige Einheit des tschechoslowakischen Staates untergraben wolle. Die Anklage stützte sich hierbei auf den Inhalt eines Rundschreibens der .Grenzdeutschen Arbeitsgemeinschaft", das bei Vierling i m Rucksack gefunden wurde. Gr erklärte, er habe das Rundschreiben, das ihm mit der übrigen Post nachgeschickt worden war, weder gelesen, noch seinen Inhalt gekannt. Gr verwies ferner auf sein beschlagnahmtes Tagebuch, das genaue Aufzeichnungen über den Verlauf seiner Urlaubswanderung enthält. Das Gericht erkannte Vierling dennoch für schuldig, mit der merkwürdigen Begründung, daß schon der Besitz einer irredentistischen Flugschrift dem Gericht die Möglichkeit gebe, nach dem Gesetz zu verurteilen.
Oer Osterfriede.
Die Klage des braunschweigischen Staatsministeriums.
Braunschweig, 29. März. (TU.) Das braunschweigische Staatsministerium hatte bekanntlich beim Staatsgerichtshof Verwal- tungsklage erhoben und beantragt, die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des inneren Friedens vom 17. März 1932 aufzuheben , gegebenenfalls ihre Gültigkeit auf die Zeit vom 20. bis einschließlich 28. März zu b e - schränken, da nach Ansicht des Staatsministeriums die Voraussetzungen für den Erlaß dieser Verordnung nicht geben seien und eine erhebliche Störung oiter Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht eintreten würde, wenn die Verordnung nicht erlassen worden wäre.
Auf jeden Fall müsse, sagt die Begründung der Eventualantrag gehalten werden, da die kirchlichen Interessen, die den Erlaß der Verordnung veranlaßt hätten, genügend geschützt sein wür- den, wenn die Verordnung für die Karwoche und die beiden Osterfeiertage erlassen worden wäre. Zumindest über diese Zeit hinaus entbehre die Verordnung der Rotwendigkeit zu ihrem Erlaß und damit der Rechtsgültigkeit.
Wie die „Telegraphen--Llnion" aus dem Staatsministerium erfährt, ist nunmehr die Antwort des Staatsgerichtshofes auf diese Derwaltungs- klage eingegangen. Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich teilt mit, daß es nach der Geschäftsordnung des Staatsgerichtshofes unmöglich sei. eine Entscheidung über die Klage auf Kürzung des Osterburafriedens vor Ablauf desselben xherbeizuführen.
Senkung der kommunalen Gebühren. Berlin, 29. Mär?. (WTB. Amtlich.) Rach eingehenden Verhandlungen mit den wmmu* nalen Spitzenverbänden hat der Reichskommissar für Preisüberwachung zur Ergänzung und Unterstützung der Bestrebungen auf Senkung der Preise für lebenswichtige Waren und Leistungen die Gemeinden und Gemeindeverbände aufgefordert, die Möglichkeit einer Senkung der bisher erhobenen kommunalen Gebühren, Beiträge und privatrechtlichen Leistungsent- gelte zu prüfen. Die Rachprüfung wird sich im wesentlichen erstrecken auf die Gebühren für Müllbeseitigung, Kanalisation und Straßenreinigung, Markthallen, öffentliche Märkte, Vieh- und Schlachthöfe sowie Fleischbeschau und Trichinenschau, Friedhöfe und Krematorien, Badeanstalten, Krankenhäuser, Heil- und Pflegeanstalten, Krüppel- und Siechenheime und sonstige Anstalten auf dem Gebiete des Gesundheitswesens, ferner auch auf das Gebiet der privatrechtlichen Leistungsentgelte, insbesondere auf die Rachprüfung der Gebühren des Reklame- und Anschlagwesens sowie auf die Entgelte der Tankstellen.
Zur Senkung der Entgelte sollen grundsätzlich alle Ersparnisse verwendet werden, die den Gemeinden und Gemeindeverbänden aus der 4. Rotverordnung vom 8. 12. 31 durch die Verminderung der Selb st ko st en, deren Berechnung durch die Grundsätze im einzelnen genau geregelt ist, entstehen. Eine Senkung der Entgelte muß erfolgen, wenn der Ertrag die Selbstkosten der Gemeinden oder Gemeindever-
LinVokschlagHllsenbergssürdiepreHeiiwahlen.
Berlin, 29. März. (TU.) Im »Deutschen Schnelldienst" schreibt Dr. Hugenberg u. a.: „Es gibt eine Anzahl von Parteien in Deutschland, die (teute im Lande nur wenig Menschen hinter sich haben. Wenn sie für die bevorstehenden Preußenwahlen eigen e Listen aufstellen, wird im Lande nahezu niemand bei diesen Parteien zum Abgeordneten gewählt werden, weil im einzelnen Wahlbezirk die erforderliche Stimmenzähl von 50 000 Stimmen nicht erreicht wird. Es entsteht dann die Gefahr, daß jede derartige Partei den Verlust von mehreren hunderttausend bürgerlichen Stimmen verursacht. Bei den bevorstehenden großen Entscheidungen wäre dieses Verfahren eine so schwere Versündigung am Volke, daß schon wegen dieser Gefahr niemand einer Partei seine Stimme geben kann, die das tut.“ Hugenberg weist sodann darauf hin, daß bei den Plänen, die fraglichen Parteien zu einer „bürgerlichen Mitte" zu- sammenzuschließ en, nichts herauskomme und fährt fort: Es fragt sich, ob es nicht angängig und zweckmäßig wäre, zu sogen: Liehe sich nicht ein Abkommen folgenden Inhalts mit der DRVP. treffen: Die Rest stimmen der be
treffenden Parteien kommen, da sie mangels der entsprechenden Stärke sonst im Lande verloren sein werden, auf die d e u t s ch n a t i o n a l e Liste. — Cs wird sichergestellt, daß auf diesereine entsprechende Anzahl von geeigneten Vertretern der fraglichen Parteien stehen und in den Landtag kommen. (Vergleiche den Vorgang Landvolk-Dolkskonservative vom 5. September 1930, — die neuesten preußischen Bestimmungen über die Wahllisten). Die so Gewählten werden Hospitanten der Landtagsfraktion derDRDP., da auf Fraktionsstärke der betreffenden Parteien nicht zu rechnen ist.
Lieber drei Grundziele müsse allerdings vollste Einigkeit herrschen: Klarer und entschiedener Rationalismus: Ablehnung jeder Sorte von Sozialismus, Bildung eines nationalen antimarxistischen Kabinetts in Preußen und im Reich. Er, Hugenberg, mache diesen Vorschlag öffentlich, weil zu Verhandlungen hinter den Kulissen infolge der plötzlichen Ver- frühung des preußischen Wahltermins keine Zeit mehr fei.
Oer Hamburger Riesenwal.
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3n der Nähe von Cuxhaven wurde ein Finn-Wal gefangen, der ein Gewicht von 12000 Pfund und eine Länge von 8 Meter hat. Beim Einfangen zerriß das mächtige Tier mehrere dicke Eisenketten und Trossen. Unser Bild zeigt die Ankunft des Riesenwals in Hamburg, wo der seltene Fang öffentlich ausgestellt wurde.
Der Walfisch bildete über Ostern im Hamburger Fischmarkt eine Sensation, die insgesamt a n 70000 Menschen anlockte. Der Taucher Sievers hatte am Samstag noch einen Unternehmer gefunden, der ihm die durch die Bergung entstandenen Kosten und einen Anteil an den Schaueinnahmen zusicherte. Noch am Samstag fanden sich rund 3000 Besucher ein. Der Ostersonntag bracht dann einen gewaltigen
Zustrom auch von auswärts, sogar von Berlin, so daß die Schaulustigen zumeist i n I a n g e r Kette warten mußten, bevor sie den Meeresriesen bestaunen konnten. — Das Tier ist inzwischen derart präpariert worden, daß Verwesung zunächst nicht eintritt. Wahrscheinlich wird der Wal demnächst auch in anderen Städten gezeigt werden.
bände übersteigt. Die gesamte Durchführung der Gebührensenkung ist davon abhängig, daß nicht der Reichsminister der Finanzen oder die zuständigen obersten Landesbehörden auf Grund gesetzlicher Bestimmungen Anordnungen über die Verwendung der den Gemeinden oder Gemeindeverbänden aus der Rotverordnung zustehenden Ersparnisse getroffen haben oder noch treffen werden.
Aus aller Welt.
Hessen in Berlin.
Der Verein der Hessen in Berlin hat, wie man uns mitteilt, am 17. März für seine Mitglieder und sonstigen Landsleute eine Goethe- Gedächtnisfeier veranstaltet. Die Feier fand im Großen Saal des Hotels „Russischer Hof" statt, in dem der Verein feine regelmäßigen Monatsversammlungen (Hessenabende) abhält. Oberstudiendirektor Professor Heinrich Werner hielt einen Vortrag über das Thrma „Goethe und Darmstadt". Der Redner fesselte in hochinteressanten Ausführungen feine Zuhörer durch Schilderung der geistigen und gesellschaftlichen Kreife, denen Goethe sich während feiner Darmstädter Tage angeschloffen hatte und durch die Erklärung der Entstehungsanlässe einiger Gvethescher Dichtungen aus dieser Zeit. Daraus folgte die Rezitation von Goetheschen Gedichten durch die ehe- maliae Darmstädter Hoffchaufpielerin Frau Frieda Eichelsheim. Herzlich wurde die Künstlerin begrüßt und jubelnder Beifall dankte ihr für ihre meisterhafte Leistung. Die Begeisterung ihrer hefsischen Landsleute, die die Vortragende an die Glanztage ihrer Zugehörigkeit zum Darmstädter Hoftheater erinnert haben mag, war außerordentlich. Ebenfalls reichen Beifall erntete die Darmstädter Opernsängerin Fräulein Hedwig Kaufmann durch den Vortrag einiger Goethefcher Lieder, vertont durch deutsche Meister. Der rührige Berliner Hessenverein hat mit dieser wohlgelungenen Goethefeier allen Landsleuten in Berlin einige unvergeßliche Stunden geboten, die Heimatgeist atmeten und Heimatliebe wachriefen. (Interessenten für den Verein erhalten Auskunft durch den 1. Schriftführer, Mini- sterialamtmann Karl Kriegbaum, Derlin- Halenfee, Iohann-Georgstraße 12).
ReichS'Fröbel-Heier in Bad Blankenburg.
Lkn Dad Blankenburg (Thür.), fand die vom thüringischen Staatsministerium in Verbindung mit dem Friedrich-Frobel-Haus veranstaltet Gedenkfeier zum 150. Geburtstage von Friedlich Fröbel in der Stadthalle vor über 1000 Personen, darunter Vertreter aus Schweden Düne- lnark, Holland. Schweiz und Oesterreich statt.
Die Llnterrichtsminister fast sämtlicher deutscher Länder hatten Telegramme und Handschreiben gesandt. Rach Staatsminister Dr. Kästner (Thüringen) sprachen Vertreter der verschiedenen Verbände und Vereine sowie der ausländischen Gäste. Den Mittelpunkt der Feier bildete ein Festvor- trag über das Thema „ Fröbel im Lichte Goethes". Die Gedächtnisfeier, die noch bis zum Donnerstag dieser Woche dauert, bringt täglich Vorträge unter dem Gesamtthema: „ Friedrich Fröbel — ein Führer aus den Röten der Gegenwart" und will darüber hinaus auch das Verständnis der breiten Massen in besonderen Abendveranstaltungen für das Fröbelsche Gedankengut zu gewinnen versuchen.
Milkins will erneut eine O-Bool-Jahrl zum Jlotbpol versuchen.
Sir Hubert Wilkins, der bekanntlich im September 1931 einen erfolglosen Versuch zur Erreichung des Nordpols mit dem 0-Boot „Nautilus unternommen hatte, teilt mit, daß er demnächst den Versuch mit einem anderen 0 - Boot wiederholen will.
Eigenartiges Flugzeugunglück.
Ein eigenartiger Zufall veranlaßte ein Flugzeugunglück an der Küste von Neu-Südwales (Australien). Ein Adler flog in den Propeller eines Flugzeuges, das von Brisbane nach Sidney unterwegs war. Dieser Zusammenstoß verursachte, daß das Flugzeug etwa eine englische Meile vor Crowdy Head ins Meer ab stürzte. Die 3 Insassen retten sich durch Schwimmen und kamen völlig erschöpft ans Land. Das Wrack des Flugzeugs wurde bald darauf völlig zertrümmert von den Wellen ans Land gespült.
Unterschlagung eines Sladtkasienrendanten.
Bei einer unvermuteten Revision der Stadtkasse von Reuteich (Freistaat Danzig) durch Beamte des Danziger Senats stellte sich heraus, daß der Stadtkassenrendant im Laufe der letzten drei Jahre Llnterschlagungen in Höhevon etwa 4 5 000 Gulden begangen hat. Er hat die Veruntreuungen bei der Auszahlung der Crwerbslosenunterstühungen in der Weise begangen, daß er von der Danziger Staatskasse höhere Beträge anforderte und auch erhielt, als er an die Erwerbslosen auszahlte.
wegen Unterschlagung von Vauspargeldern festgenommen.
Die Kölner Polizei hat den Geschäftsführer der „Kölner Bausparkasse A.G." in Haft genommen, da der Verdacht der Unterschlagung von anvertrauten Spargeldern besteht. Die Köb- ner Bausparkasse AG. hat der wiederholten Aufforderung des Reichsaufsichtsamtes, die Bausparkasse anzumelden und fie damit unter die
Kontrolle des Reichsaufsichtsamtes zu stellen, nicht Folge geleistet. Die Polizei wurde dann mit einer Nachprüfung beauftragt und stellte fest, daß mit Ausnahme von 10- bis 15 000 Mk. sämtliche eingegangenen Dausparaelder als Geschäftsunkosten während des eineinhalbjährigen Bestehens der Gesellschaft verbraucht wurden. Die eingegangenen Spargelder wurden nicht auf Sparkonten gutgeschrieben und auch nicht mündelsicher angelegt. Die Höhe der als Geschäftsunkosten. verbrauchten Spargelder ist nicht festgestellt. Sie dürfte aber nahe an 200 000 Mk. herankommen.
„Graf Zeppelin" wieder daheim.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat auf seinem Heimflug von der ersten diesjährigen Südamerikafahrt Dienstag um 15.05 Llhr Basel überflogen. Um 16.12 Llhr erschien das Luftschiff zum ersten Male über dem Flugplatz Friedrichsfxlfen, um 16.20 Llhr wurde die Post abgeworfen, und um 16.37 Llhr war der „Graf Zeppelin" wieder glatt auf dem Werftgelände gelandet.
von einer Lawine verschüttet.
In Bivio am Oberhalbstein (Kanton Graubünden) ist ein junger deutscher Kurgast aus Augsburg in einer Lawine tödlich verunglückt. Er hatte sich mit zwei—Kameraden trotz vorheriger Warnung auf eine Skitour begeben, um die Roccabella zu besteigen. Bei Lieberschreiten der Rordwand wurden zwei der Touristen von einer Lawine erfaßt und mit* gerissen. Während sich der eine herausarbeiten konnte, wurde der zweite unter den Schneemassen begraben. Eine Rettungskolonne konnte ihn nur noch als Leiche bergen.
3m Schlafzimmer verbrannt.
Don einem furchtbaren Schicksalsschlag wurde die Familie Sölbrand in Ganderkesee betroffen. 3n Abwesenheit der Eltern spielten die beiden Kinder im Alter von drei und vier Jahren im Bett mit Streichhölzern. Als die Eltern zurückkehrten, bot sich ihnen ein entsetzlicher Anblick. Das ganze Zimmer stand in Hellen Flammen. Die beiden Kinder, ein Junge und ein Mädchen, waren bereits tot.
Lebensmittelunrnhen in Moskau.
In Moskau strömten auf die Rachricht, daß der Duttertrust einen größeren Vorrat auf Lebensmittelkarten verkaufe, Frauen, die seit ungefähr vier Monaten mit ihren Familien keine Butter mehr gesehen hatten, in Scharen vor daS Derkaufsgebäude jm Zentrum Moskaus. Für die dort vorhandene Butter wurden jedoch sieben Rubel anstatt des bisher üblichen Preises von 2,50 Rubel für das Pfund verlangt. Hierüber gerieten die Frauen in eine solche regung, daß sie sämtliche Scheiben und Einrichtungsgegenstände des Verkaufsladens in Stücks schlugen und die Verkäufer mißhandelten. Berittene GPLl.-Truppen gingen gegen die Frauen vor und zerstreuten sie mit Gewalt. Zahlreiche Frauen wurden hierbei verletzt. Zu ähnlichen Szenen kam es vor dem Zuckerttust.
Massen-Todesurteil gegen Reger in Brttisch-Osiafrika.
Sechzig Eingeborene aus einem Dorfe in der Llkamba-Reservation, die wegenErmordung einer „Hexe" zum Tode verurteilt wurden, werden in kurzem hingerichtet werden, nachdem ihre Berufung heute durch den Gerichtshof in Kampala abgewiesen wurde. Der Führer der Angeklagten erklärte, daß die Ermordete eine schwere Krankheit über feine Frau heraufbeschworen habe. Zahlreiche Eingeborenen hatten die Hexe nach der Hütte der Kranken gezerrt und ihr befohlen, den Zauber zu lösen. Sie habe das jedoch nur halb getan und sei bann davongelaufen, worauf ihr die Angeklagten, hauptsächlich junge Männer, nachgesetzt seien und sie totgeschlagen hätten. Dies ist die größte Anzahl von Todesurteilen, die je in der Geschichte Kenyas in einem einzigen Prozeß gefällt wurde.
Kloster Allerhelligenberg wird aufgelöst?
Das weithin bekannte Kloster Allerheiligenberg an der Lahnmündung gegenüber der Burg Lahneck wird höchstwahrscheinlich von den Patres aufgegeben werden. Der Orden, der bisher das Kloster innehatte, verhandelte schon seit längerer Zeit mit der Kirchengemeinde Niederlahnstein in einem Aufwertungsstreit. Das hierfür eingesetzte Schiedsgericht erkannte nunmehr die Aufwertungsansprüche der Kirchengemeinde Niederlahnstein an das Kloster mit 25 000 Mark als berechtigt an Die Patres sind jedoch vollständig mittellos, und da die Tilgung der geforderten Summe für sie unmöglich ist, beabsichtigen sie ihre Niederlassung aufzugeben. Der endgültige Beschluß hängt nur noch von dem Ausgang der neuerdings angebahnten Verhandlungen ab, die einen etträg- lichen Vergleich anstreben.
Anbau von Baumwolle in Spanien.
Der Landwirtschaftsminister veröffentlicht ein De- frei über den Anbau von Baumwolle in Spanien. Danach beabsichtigt die Regierung, innerhalb von fünf Jahren 100000 Hektar Land für die Baumwollkultur zu erschließen, namentlich in den Provinzen Sevilla, Cordoba, Cadiz, Malaga, Granada, Almeria und Toledo. Der Staat behält sich ein Ueberwachungsrecht vor. Das für die Baumwollanpflanzung notwendige Kapital soll zur Hälft« v o m S t a a t, zur Hälfte von der Industrie-Kreditbank gestellt und in zehn Jahren amortisiert werden. Für die Verwertung der Baumwollderivate werden Syndikate geschaffen. Die notwendigen Maschinen bzw. das Kapital wird vom Stal zur Verfügung gestellt.
Wettervoraussage.
Die atlantische Störung hat sich noch etwas vertieft und lag mit ihrem Kern heute morgen über Schottland. An ihrer Südseite werden weiterhin bei zunehmender Luftbewegung milde ozeanische Luft- massen nach dem Festlande befördert, unter deren Einwirkung der Witterungscharakter sich veränderlich gestaltet. Es treten also bei wechselhafter Bewölkung zeitweise noch Niederschläge auf. Die infolge der ozeanischen Warmluft eingetretene Milderung hält vorerst noch stand, doch dürfte späterhin mit dem Zustrom etwas fäüerer Luftmassen an der Rückseite des Tiefs leichte Abkühlung erfolgen.
Aussichten für Donnerstag: Veränderliches und zunächst noch mildes Wetter, zeitweise Niederschläge.
Aussichten für Freitag: Im ganzen etwas kühler, wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, noch Regenschauer.
Lufttemperaturen am 29. März: mittags 7 Grad Celsius, abends 5 Grad; am 30. März: morgens 7 Grad. Maximum 8,5 Grad, Minimum 4,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. März: abends 6 Grad: am 30. März: morgens 4,8 Grad Celsius. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenschein, dauer 1% Stunden.


