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Mittwoch, SO. März M2

182. Jahrgang

Ur. 74 Erster Matt

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ms zum Nachmittag vorher.

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Lheftedallteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton vr.H.Thnriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

WGretzenerAnzelger

von einzelnen Nummern

ZAZ General-Anzeiger für Oberhessen

richten: Anzeiger Gieße«. v

Sr<mthrt«ÄTnii68«. »red en» »erlag: vriihl'sche UeiverfilLtr-Sich- und Steinönidcrei H. Lange in Weden. 5christl«ttung und ScschSstsftelle: rchulftratze 7.

Tardieu setzt Vorbesprechung mit Macdonald durch.

Der französische Ministerpräsident fährt Sonntag mit Flandin allein nach London.

Die Einladung.

Paris, 29. März. (TU.) Der Quai d Orsay ver­öffentlicht am Dienstagabend folgende amtliche Ver­lautbarung: Ministerpräsident Tardieu wird sich am Sonntagna ch m i t tag nach London begeben, am der Einladung Folge zu leisten, die er

ORanbnoten.

Die Führer der Weimarer Koalition in Preußen machen schon seit langem nicht erst seit der Präsidentenwahl sorgenvolle Ge­sichter. Sie fürchten sich vor der großen Ab- rechnung, die nun am 24. April auch in Preußen erfolgen soll und sehen das Ende ihrer Herr- schast. die sich gerade auf dem Gebiet der Per­sonalpolitik glänzend rentierte, vor Augen. Die einzige Hoffnung, die sie haben, gipfelt noch darin, daß cs der Acchtsopposition nicht gelingen wird, die Mehrheit zu bekommen, daß also eine Mehrheit gegen die Regierung nur entstehen kann durch Zusammengehender Rechten mit den Kommuni st en. Eine Abwchrmchrheit also, die lediglich zum Sturz eines Kabinetts, aber nicht zur Bildung einer neuen Regierung brauchbar ist. Und die Rechnung geht nun dahin, daß unter solchen Umständen keine Möglichkeit für die Reu­wahl eines andern Ministerpräsidenten bestehen würde.' daß also das Kabinett Braun g c - schästsführcnd noch Jahr und Tag im Amte sein könnte, wie das ja in einer Reihe von anderen Bundesstaaten schon vorererziert ist.

Diese Rechnung hat aber, wie sich nachträglich erst herausstellte, ein Loch insofern, als nach der Geschäftsordnung des Landtages für die Wahl des neuen Ministerpräsidenten durch den Landtag im ersten Wahlgang zwar die absolute Mehrheit erforderlich ist. ist das aber nicht erreicht, dann muß ein zweiter Wahlgang vorgenommen werden, in dem d i e relative Mehrheit, also die Mehrzahl der abgegebenen Stimmen allein entscheidet. Auch das wäre für die Weimarer Koalition nicht ein­mal ungünstig, wenn sie daran glaubt, daß sie im neuen Landtag den stärksten Block bilden wird, daß sie also immerhin noch stärker bleibt als die Rationalsozialisten und Deutschnationalen, viel­leicht noch vermehrt um die bürgerliche Mitte. Aber daran glauben offenbar die Regierungs­parteien selbst nicht mehr. Sie erwarten eine so schwere Riedcrlagc. daß sic sich auf die relative Mehrheit nicht mehr einstellen, sondern durch irgendeinen Trick verhindern möchten, daß die Rechte ans Ruder kommt.

Rach der gegenwärtigen Geschäftsordnung wür­den die Dinge vermutlich so laufen, daß- der Kandidat der Rationalfozialistcn mit dem der­zeitigen Ministerpräsidenten Braun in den zwei­ten Wahlgang kommt. Erhält er die größte Stim­menzahl, Dann bildet er sein Kabinett, stellt sich dem Landtag vor. wird mit einer Mehrheit von Weimarer Koalition und Kommunisten gestürzt, wird wieder gewählt, wieder gestürzt ufto. in unendlicher Folge. Er bleibt dann mit sei­nem Ministerium im Amt und kann so jahrelang die Regierung ausiibcn. Ihm fällt also gerade das in den Schoß, was die Weimarer Koalition für das Ministerium Braun erstrebte. Also soll durch irgendein Taschcnlpiclcrkunststück- chen dieser Ausgang verhindert werden, etwa indem auch für den zweiten Wahlgang der Ministcrpräsidentcnwahl die absolute Mehrheit vorgeschricben wird. Dazu will die Regierung unter Umständen den Landtag noch einmal vor der Rcuwahl einbcrufen. Rur daß ihr das nichts nützt. Denn einmal ist ihre Mehr­heit viel zu schwach, um gegen Obstruktions- Versuche einen solchen Beschluß durchsetzen zu können und zum andern würde nichts den neuen Landtag hindern, vor der Wahl des Minister­präsidenten diese Aenderung der Geschäftsord­nung wieder r ü ck g ä n g i g zu machen. Der Ausweg aus dieser Schwierigkeit ist offenbar noch nicht gefunden, einstweilen wird eifrig hinter den Kulissen verhandelt. Aber es würde uns nich't wundern, wenn schließlich auch der Versuch gemacht wird, durch irgendein verzweifeltes Mittel die Regierung Braun über die Reuwahlen hinaus zu retten.

Bei den Zahlungen der öffentlichen Hand wer­den neuerdings statt der früher üblichen Zehn- und Zwanzigmarkscheine zum größten Teil Fünf- und D r e i m a r k st ü ck c in Umlauf gesetzt, die sehr schnell im Publikum verschwinden und lang­sam den Schein aus der Tasche des kleinen Mannes verdrängen, wobei natürlich derselbe Wert in Silbergeld zurückbleibt Aber diese Ueberschwemmung mit Silbermünzen und die gleichzeitigeHcrausgabedes neucnCßicr- Pfennig st ucks haben doch die Frage auf­tauchen lassen, auf welche Ursachen und Beweggründe eigentlich die Hartgeldflut zu- rückzuführcn ist. Sowohl die Rcichsregierung wie die Rcichsbank haben endlich einmal den Borteil wahrgenommen, den der Ersah der Roten durch Münzen mit sich bringt, einen Vorteil, der sich gleichmäßig auf Staat und Volk verteilt- Zu­nächst erzielt das Reichsfinanzministerium einen großen Münzgewinn, da das Silbergeld Scheidemünze ist und sein Gehalt an Edelmetall dem eingeprägtcn Wert längst nicht entspricht. Die Rcichsbank andererseits hat durch den Um­lauf von Münzen statt Roten bedeutend mehr Bewegungsfreiheit, weil nach den gesetz­lichen Bestimmungen eine Dcckungspflicht nur für Roten besteht. Vom Standpunkt der Währungs­stabilität ist. die Münzprägung ohne Bedeutung, da cs für den Zahlungsmittclumlauf und seine Auswirkungen auf das Preisniveau das gleiche bleibt, ob Hart- oder Papiergeld durch die Hände der Oeffentlichkeit läuft.

Bei der Reuordnung des Geldwesens nach der Währungsstabilität hatte man mit einem erheb­lichen. natürlichen Bedarf des Publikums gerech­net. Doch war das eine Täuschung, denn es stellte sich bald heraus, daß die Sehnsucht nach

anfangs März von der englischen Regierung erhielt, und die er sofort für die ersten Tage des Monats April angenommen hatte. Der Ministerpräsident wird auf seiner Reise von dem französischen Finanzminisfer Flandin begleitet sein. Was die Zusammen­kunft der vier Großmächte angeht, die die Einladung an die fünf Donauffaatcn zum Zwecke der Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Beziehungen aus- arbeiten soll, so ist die Lage jetzt solgende: Grund­sätzlich ist diese Zusammenkunst e i n st i m m i g angenommen worden. Die Ungewißheit über die materiellen Möglichkeiten, in der sich diejenigen Regierungschefs und Minister befinden, die daran teitnehmen müssen, ließ die Festsetzung eines bestimmten Zeitpunktes noch nicht zu. Ministerpräsident Tardieu hat am 24. März auf ein Schreiben vom 22. dem englischen Außenminister Sir John Simon geantwortet, daß er mit der Zu- ammenfunft einverstanden sei. Dieses Einverständ­nis war um so selbstverständlicher, als d i e fran­zösischen Vorschläge, die in der Denkschrift niedergelegt sind, ebenfalls eine vorherige Verständigung der vier Großmächte über den Text der den Donaustaaten zuzustellenden Einladungen vorgesehen hat. Ministerpräsident Tar- tiieu und Finanzminister Flandin werden den Mon­tag dazu benutzen, um mit ihren britischen Kollegen zu verhandeln. Sie werden am Dienstagoormittag wieder in paris zurück sein.

Befriedigung in Paris.

Die französische Presse zu Tardicus Londonrcffc.

Paris. 30. März. (WTB. Funkspruch.l 3n fast sämtlichen Blättern kommt die Genugtuung darüber zum Ausdruck, daß Tardieu nun doch seine Begegnung mit Rarnsay Macdonald haben wird. - »Petit Pari- sicn" meint, man werde wahrscheinlich auch das Reparations- und Abrüstungspro­blem anschneiden. Die Donaufrage erfordere eine ernste finanzielle Prüfung, um so mehr, als an­scheinend die wirtschaftliche Annäherung der Län­der Mittel- und Südosteuropas nicht ohne H n t e r ft ü h u n g des französischen Ka­pitals durchgesührt werden könne.Journal" hebt hervor, die Begegnung, zu der Tardieu nach London reife, müsse als völlig unabhängig von derjenigen gelten, zu der Macdonald Frankreich, Deutschland und Italien eingeladen habe. Das Blatt spricht von der Rotwcndigkeit der französisch-englischen Entente c o r d i a I e namentlich auch im Hinblick auf die Lausanner Konferenz.Ere Rouvcllc" erwartet von der Aussprache eine Eini­gung. die für die Weiterentwicklung der Donau- fragc von größter Bedeutung sei. --Populairc" stellt fest, Tardieu habe, weil er Deutschland aus- scholten wollte. Frankreich isoliert. Es sei ihm höchstens gelungen. einen englisch­italienisch-deutschen Block gegen Frankreich zu bilden.Echo de Paris"

meint, es sei die Ausgabe Tardicus, Macdonald Har zu^machen. daß d i e gegenwärtigen Plän^undurchführbar seien, wenn die

dem Hartgeld nicht allzu groß war, daß vielmehr die 'Bevölkerung das Mitsühren von Scheinen als bequemer empsand. infolge dieser Ablehnung des Hartgeldes durch die Oeffentlichkeit flössen die Markstücke schnell wieder in die Keller dcrRcichs- bank zurück. Heute rollt die Silbermünze wieder: rund 1250 Millionen Reichsmark sind jetzt im Verkehr gegenüber etwa 950 Millionen vor einem Jahr. Dabei Dürfen wir nach dem Münzgesetz 30 Mark Silbergeld pro Kops der Bevölkerung prägen, so daß insgesamt also fast 2 Milliarden erreicht werden können. Rechnet man dazu, daß sich in Den letzten Wochen die Ein­zahlungen an den Schaltern der Kreditinstitute erheblich verstärkt haben, daß also wieder Ver­trauen im Lande ist, so besteht dadurch die Aus­sicht, die Geldwirtschaft in ihrer Gesamtheit wie- der in normale Bahnen zu leiten. UnD die Oeffentlichkeit, die heute dem Mctallstück sym- pathischer gegenübersteht als vor zehn Jahren, macht auch noch ihr Geschäft dabei. Wenn es auch nur ein kleiner Vorteil ist, daß die geschickte Fälschung von Münzen bedeutend schwieriger und teurer ist als die der kleinwertigcn Roten. Der Fall Ealaban ist eine Ausnahme, und man hat gesehen, daß diesem Fälscher die recht gute Rach- ahmung der Geldstücke gelang, aber nicht die Vertreibung der Faksimiles. Bei Roten ist das Fälschen und das unter die Leute bringen be­deutend leichter, so daß der Vorteil der Sicher­heit dem Publikum Gewinn genug sein müßte, die Silber- und Kupfermünzen wieder zu Ehren kommen zu lassen, um Damit gleichzeitig dem Staat einen Dienst zu erweisen, der dem ganzen Volk von großem Rutzen ist.

Regierungen von Berlin und Rom in die politische Behandlung gleichberechtigt mit den fünf Donauländern einträten. Daran schließt .Echo de Paris" seinen üblichen Angriff aus die ..Pangcrmanisten" an. .Avcnir" schreibt, der Puritaner Macdonald werde ver­suchen, Tardieu hinein zu legen, weil das in seiner Ratur liege und weil er Die Franzosen verabscheue. Das toerDe ihm aber nicht gelingen. Die Viererkonferenz sei notwenDig, Denn man

Berlin, 29.März. (TU.) wie in Kreisen des Auswärtigen Amts verlautet, sind die Besprechungen über das Zustandekommen einer vicrmächtekoitferen; über die Donaufrage in London nochim Gange. Ls hat jedoch den Anschein, daß diese Konferenz Mitte nächster Woche Zustandekommen wird. Reichskanzler Dr. Brüning war, wie verlautet, bereit, unter Zurückstellung anderer dringender Ausgaben zum nächsten Wochenende nach London zu fahren, um durch seine persönliche Anwesenheit das große Interesse Deutschlands an der Lösung dieser Frage zu bekunden. Ls scheint jedoch, daß das Zustandekommen einer viermächtc- konseren; während des kommenden Wochenendes an der Unabkömmlichkeitdesitalienifchen Außenmini ft ers Gran di gescheitert ist. Die aus London kommende Rachricht über eine nun­mehr erfolgte persönliche Einladung an den französischen Mini st erpräs iden­ten zu einer wochenendbesprcchung mit Macdonald wäre somit genau das, was Tardieu zweisetlos ursprünglich beabsichtigt hatte, nämlich, eine rein englisch-französische Füh­lungnahme, wogegen bekanntlich Macdonald eine viermächtelonseren; vorgeschlagen hatte. Unter diesen Umständen glaubt man, daß die Wochenendbespre­chung Tardieu-Macdonald eher formal im Sinne eines Höflichkeitsaktes zu werten fei, zum mindesten aber nicht die Bedeutung haben werde, die einer sich dann anschließenden Londoner Viermächtekonse- renz in der Mitte der Woche zukäme, wenn, wie zu vermuten ist, der französische Ministerpräsident zu- fammen mit dem Finanzminister Flandin nach London fahren und auf der viermächtekonserenz der Minister Flandin Frankreich allein vertreten würde, während Tardieu wieder nach Paris zurückkehren würde, so käme dann auch eine Vertretung Deutsch­lands in London durch den Reichskanzler persönlich nicht mehr in Frage. Man nimmt für diesen Fall an, daß dann Staatssekretär von Bülow Deutsch­land in London vertreten wird.

Die (Stimmung in London.

London, 30. März. «WTB- Funkspruch.) Die englische Presse besaßt sich auch heute mit dem Donauplan und Der Vicrmächte-Konfcrenz. Der ..T i in e s" zufolge hat Macdonald schon seit einiger Zeit eine Zusammenkunft mit Tardieu gewünscht. 3n Regierungskreisen herrsche all­gemein die Auffassung, ein persönlicher Meinungsaustausch zwischen den Pre­mierministern beider Länder über die jetzige Lage in Europa werde von größtem Wert fein. Auch nimmt man an, daß die Besprechungen nicht

Wie uns aus Moskau geschrieben wird, fällt cs Dem in Der Sowjetunion lebcnDcn Reichs­deutschen immer toicDcr auf. wie wenig Die deutsche Oeffentlichkeit von der jüngsten Preis- Hin a u f s e h u u g in R u ß la n D Kenntnis ge­nommen Hot. obwohl man doch in Deutschland eigentlich allen Grund haben sollte, die durch eine geschickte kommunistische Propaganda ver­nebelten russischen Verhältnisse in das richtige Licht zu rüden. Würde einmal die deutsche kom­munistische Presse dazu übergehen, die neuen Preise zu veröffentlichen, gleichzeitig aber auch Die gedrosselten Löhne und Gehäl- t c r nicht vergessen, ferner auch nicht, was der einzelne Arbeiter von seinem Lohn noch auf dem Hmtocge überfreiwillige Spenden" f ü r Par­teizwecke abzutreten hat, dann würde wohl in Deutschland bei manchem Parteigänger Moskaus die Begeisterung für das bolschewistische Paradies in das Gegenteil Umschlägen.

Der russische Arbeiter wehrt sich natürlich nicht gegen all das, was ihm zugemutet wird. Die vor einigen Wochen übet Rächt vorgenom- mene Preiserhöhung hat ihn zwar schwer ver­ärgert, aber wer wagt c s auf russischem Toden, offen feine Meinung zu äußern? Man schimpft im Geheimen, aber immer mit einem scheuen Seitenblick auf den Rachbarn, von dem man nicht weiß, ob er nicht s ofort zur politischen Polizei läuft um sich für die .Entlarvung" eines Konterrevolutionärs eine Belohnung abzuholen. So hat man denn zu Den übrigen Qualen des sowjetrussischen Alltags auch Die Preiserhöhung für die wichtigsten Lebensmittel hingenommcn. Es hat Iich dabei nicht um wenige Kopeken gc-

müsse wissen, was Deutschland und Italien beab­sichtigen. Mit ein wenig gutem Willen auf beiden Seiten, in erster Linie «bei Deutsch­land, werde man auf eine praktische Europa­union zustcuern können.Figaro" weist darauf hin. daß Die Logik gesiegt habe, die ein Ab­kommen zu Zweien unerläßlich für ein Ab­kommen der Dicrermächte machte, da Frankreich von England fast sämtliche Kosten für den Wie­deraufbau der Donauftaaten zu tragen berufen fei.

auf den Donauplan beschränkt sein sollten. Die britische Regierung hoffe, es werde möglich fein, zunächst eine Konferenz Der vier Großmächte unD Dann eine Konferenz Der Donau­mächte abzuhalten. Aus der ersten Konferenz sollten die Grundlinien eines allge­meinen Planes vorgezeichnet werden, auf den dann die Konferenz der Donaumächte auf­bauen könne. Die dringende Rotwcndigkeit einer schnellen Hilfe werde es hoffentlich ennög- lichen, die Viermächtekonfercnz bereits für nächste Woche cinjuberufcn. Diese Erklärung findet sich auch in den anderen Blättern-

Daily Hera Id" schreib! Hinter Tardicus Donauplan steht die politische Absicht, eins französische Herrschaft über das Donaugebiet zu errichten und der deut­schen Durchdringung eine Schranke cntgegenzusetzcn Das grundlegende Hebel der Donaustaaten sei Der Zusammenbruch Der Bauernschaft. Diesem Hebel aber toürDc Der Tardieusche Plan keineswegs Abhilfe oder Erleichterung bringen.D a i l y T e l c g r a p h" erklärt, hinsichtlich Der Viermächtckonfe- renj sei alles in Der Schwebe. Die deutsche und die italienische Regierung wären bereit, nächste Woche Delegierte nach London zu senden. Aber die französische Regie­rung halte eine solche Konferenz für ver­früht und Dränge Darauf, daß fic erst nach dem Wiedcrzusammcn tritt der Gen­fer Abrüstungskonferenz am II. April in Gens abgehalten werde. Weder dieses Datum noch dieser Ort würden in London besonders be­günstigt. Tardieu habe aber deutlich zu ver­stehen gegeben, daß Frankreich einer Viermächte- Konferenz nicht endgültig zustimmen werde, bevor es die Frage all ei nmitGroßbritannicn erörtert habe. Der Aufschub der Konferenz werde in britischen amtlichen Kreisen unzweifel­haft als enttäuschend und unbefriedi­gend angesehen.

De Valeros Antwort an England.

Die Verweigerung des Treueids.

Dublin, 29. Mörz. (TU.) Ministerpräsident d c D a l e r a hat die Antwort auf die englische Note in der Frage des Treueides und die Entschädigung? Zahlungen fertiggestellt. Die Antwort wird dem iri- scheu Kabinett zur Zustimmung vorgelegt werden. Wie von unterrichteter Seite verlautet, wird sich die irische Regierung auf keinerlei Kompro­misse in der Treueid-Frage cinlassen und Irlands unbestreitbares Recht aus dessen Ent­fernung aus der Verfassung betonen. In der Frage der Entschadigungs Zahlungen wird sie sich im Notfälle zur Annahme eines schieds­richterlichen Urteils bereit erklären. Don

handelt, um die die Preise durch Befehl von oben hinaufgedreht wurden. 3n den meisten Fällen wurden Zuschläge von 25 b i s 1 00 Prozent vorgenommen. So verlangte es Der Abgott Stalin, so verlangten es dieantikapi- talistischen" Methoden, nach denen in der Sowjet­union gewirtschaftet wird.

Sieht man sich übrigens einmal die Preise Der Waren an, die in den halbstaatlichen Läden, also den Derkaussstellen, die nicht nur für den Arbeiter reserviert sind, feilgcboten werden, dann sträuben sich einem Die Haare. Aber Kleider und Schuhe braucht auch der bedürfnisloseste Russe, also hungert er lieber noch mehr, bis er soviel zusammengespart bat, um sich ein paar Ellen schlechten Stoffes für teures Geld ober ein paar minderwertige Stiesel erstehen zu können. Wüßte man außerhalb der russischen Grenzpsähle von der sowjetruslischcn Teuerung und der Lebens­haltung des russischen Arbeiters. Dann würde sich sicherlich die Zahl der Sym­pathiekundgebungen ausländischer Kommunisten ganz erheblich vermindern. Auch in der Sowjet­union muß man nach kapitalistischen Grundsätzen arbeiten, muß die Preise hinaufsehen, wenn die Ware knapp wird und die Löhne senken, wenn dadurch Der Betrieb gerettet werden kann. Von diesen Grundsätzen spricht man aber öffentlich nicht. Sie werden angewandt, ohne daß Wider­spruch erhoben werden darf. UnD wer das Den» noch tut. Der Darf sich als Holzfäller in den weiten Waldgcbicten unter Der Aufsicht von Tschckaleutenbetätigen.

Was wird aus der Aermächiekonsereuz?

Oie Auffassung in Berlin. - Wird der Reichskanzler nach London gehen?