Einzelbild herunterladen

Nr. 25 Erster Via«

(82. Jahrgang

Samstag, 30. Januar 1932

(Er|d)eint täglich,außer tonn aqs und ceieriaqs. Beilagen: Die Illustrierte (birkener Familiendl^-tter Heimat m Dild Die Scholle monais Pcingsoreii:

Mit 4 Beilagen NM 1 95 Ohne üUuftrierte . 1 80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei 3] id) ter feinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Henif^rechanfchlüffe unterSamntelnnmmer2251. Anfchrist für Drohtnach» nchten Anzeiger Giehen.

postfcheckkonlo:

Kranksvri am Main 11686.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Fnrf vnb verloa: vrühl'sche Untotrfitdts-Bn*« und Stetnöniderei R. tanie in Giehei. Sdfriftlettieg und OeschLftrstelle: StyiMtraM 7.

Annahme von Anzeigen für die lagesnemm« bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Ne- klameaineigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorjchrist 20 , mehr.

Thefredaltteur

Dr. Jnebr. Wilk. Lange. Derontwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Fist«, fämtlich in Gießen.

Chinas Hilfsruf an den Völkerbund.

Oie Untersuchung des Konflikts mit Japan soll ausgedehnt und beschleunigt werden.

Genf, 29. Dan. (IDID.) Der Vertreter Chinas Im völkerbundsral, Botschafter Dr. gen hat den Antrag gestellt, daß der völkerbundsral sich sofort auf Grund des Art. 15 mit dem chincftfch- sapanischen Konflikt befallen soll. Chinas Vertreter erklärte, der Streit sei seht auf dem Punkte ange­langt, roo er einen sofortigen Bruch zwischen China und Dapan herbeiführen könnte. China be­antrage in Ergänzung des Verfahrens noch Art. 11 die Anwendung der Art. 10 und 15 des Paktes. Der grundsätzliche Unterschied zwischen dem Art. 11, der bisher angewendet wurde, und dem Art. 15, den China jetzt angerufen Hal, bestehl darin, daß Art. 15 im Gegensatz zu Art. 11 ein bindendes und Im einzelnen fe ff gelegtes Verfah­ren für die Regelung von Streitigkeiten enthält. Ci» anderer ebenfo bedeutender Unterschied ist der, das, vefchlüsse des Rates, folange er auf Grund des Art. 11 mit der Angelegenheit befahl wird, ein? flimmig.b. tj. mit 3 u ff immun qöerfl rei­ten öen Parteien, erfolgen'ien, während nach Art. 15 INehrheitsbefchlüffe zuläffig find. Die Frage, ob der Rat den Parteien durch einen Mehrheitsbeschluß einstweilige Verfügungen auferlegen kann, scheint im Völkerbündesekrelariat umstritten.

3m Völkerbundsrat gab der chinesische Vertreter Ven seiner Enttäuschung ia:üb?r OIu.» druck, dah alle bisherigen Bemühungen deS Völkerbundes wirkungslos geblieben feien. Er erinnerte an die Guruntiepflicht der Völker- bundSmitgliedstaafen und hob hervor, dah eS 2lu'g?be des RateS fei, durch angemessene und wirksame Maßnahmen diese Pflicht zur Durchführung zu bringen.

Der japanische Vertreter Sato erhob for­male Bedenken gegen den chinesischen Antrag. Zuerst m-is r Klarbeit geschaffen werden,

cj es mößi-.j |. zieichzeitig Artikel 11 und Ar­tikel 15 anjuaKnben, w,e es China wünsche. Der Bat müsse prüfen, ob Artikel 15 überhaupt in dem vorliegenden Fall angewendet werden könne. HS könne keine Rede davon sein, dah Ja­pan einen Bruch mit China beabsichtige. CS habe bisher nur besondere Schutzmah­nahmen ergriffen. Aber selbst, wenn man an- nehmen wolle, dah die Voraussetzungen für die Anwendung deS Artikels 15 gegeben feien, bliebe nach wie vor die Verpflichtung bestehen, vor der Anwendung dieses letzten Mittels alle ande­ren MethodenderVer st ändigung uus- zuschöpsen. China habe sich aber fortgesetzt geweigert, die von Japan wiederholt unge­betenen direkten Verhandlungen auf» zunehmen. Sato verwahrte sich gegen den Vor­wurf, dah Japan den Artikel 10 verletzt habe, der die DundeSmitglieder verpflichte, die terri­toriale Unversehrtheit und die po­litische Unabhängigkeit aller Bundes» Mitglieder zu achten. Die Vorgänge in Schang­hai könne man zum Beweis der Verletzung die­ses Artikels nicht anfuhren.

Der Vorsitzende des Völkerbundsrats, Paul- Do ncour, vertrat den Standpunkt, dah die for­malen Einwände des japanischen Vertreters nicht stichhaltig feien. Auch eine gleichzeitige An­wendung verschiedener Artikel des Paktes sei an­gängig. Die beiden Parteien seien verpflichtet, eine eingehende neue Darstellung einzu­reichen. Die Untersuchung müsse sich insbeson­dere czuch auf die.ngsten Vorgänge in Schanghai erstrecken.

Die vom völkerbundsral auf Grund des Art. 11 schon getroffenen Mahnahmen bleiben in Kraft; das

gilt vor allem für die vom völkerbundsral ein- gefehte internationale Unterfuchungs- lommiffion. der bekanntlich auf deutscher Seile der ehemalige Gouverneur Schnee angchörl. Jn- folgc der neuen Situation hat sich der Rat entschlos­sen, die Kommission aufzujordern, sich unver­züglich an den Schauplatz des Konstikles zu be­geben, um dort ihre Feststellungen zu fressen. Sie wird die kürzeste Reiseroute nehmen und über Sibirien reisen. Cs ist ferner beabsichtigt, durch die in Schanghai beginn' len diplomatischen Vertreter unverzüglich Feststellungen Über die Vorgänge in Schanghai fressen zu lasten. An

Wie Schapei bombardiert wurde.

Tic Lstifnscnstadt ein ^hunincnmccr.

Schanghai, 29. Ian. (WTD.) Die Beset­zung von Schapei hatte kurz vor Mitter­nacht planmäßig begonnen. Die japanischen See­soldaten hatten sich mit sieben groben Panzerautos und 20 Lastautos bei dem Hongkew-Park versammelt. A.s sich die ersten vier Lastautos mit Marineinfanterie nach dem chinesischen Gebiet in Bewegung setzten, brachen die versammelten japanischen Zivilisten in stür­mische Zurufe aus. toäjrcnD japanische Presscphotographen zahlreiche Blitzlichtausnahinen machten. Aus die Lastautos folgte eine Rad» sahrerabteilung. dann eine Abteilung Seesoldaten zu Fuß, dann die Panzerwagen und schliehlich weitere Lastautos mit Marineinfanterie und bewaffneten Matrosen.

Das japanische Bombardement hat ohne Unterbrechung 14 Stunden gedauert. Eine japa­nische Bombe ist auch auf ein ameri'anisches metho­distisches Heim gefallen, wo beträchtlicher Schaden ungerichtet wurde. Soweit mun von der internatio­nalen Niederlassung aus beobachten konnte, müssen die ch i n e f i s ch e n Verluste infolge des Bom­bardements ganz auherordenklich groß fein, da die 200 000 Seelen zählende Bevölkerung von Schapei, die sich zum größten Teil in ihre Häuser ein - geschlossen hatte, vollkommen hilflos war. Viele Frauen und Siinöcr sollen umgekommen Jein. Tausende von Chinesen suchten in panischem Schrecken in d i e internationale Nieder­lassung zu slüchfen, fanden aber dort keinen Einlaß, da die Tore sämtlich abgeschlossen und streng bewacht waren. Japanische Flugzeuge über­flogen in regelmäßigen Abstunden von 20 Minuten Schapei und würfen Bomben ub, deren Spreng- faulen bis zu 30 Meter Höhe uufftiegen. Die chine­sische Luftabwehr mar oolllvmmen unge­nügend, da die Chinesen nur über Gewehre und leichte Maschinengewehre versügtcn. Auch die F u n k st a t i o n C h e n s o , die im Besitz der chine­sischen Regierung ist, wurde bombardiert.

Im Verlaufe der Kämpfe um Schapei waren a n sechs verschieden en Stellen große Brände ausgebrochen. Diese haben derart um sich gegriffen, daß sie nunmehr ein riesiges ein­ziges Flammenmeer bilden. Die Flammen schlagen 20 bis 30 Meter in die Lust, und der Lärm, den das Feuer verursacht, ist aus große Entfernung zu hören. Schanghai wird durch diese grausige Illu mination tageshcll erleuchtet. Keine Minute vergeht, in der nicht das nervenoufpeitschende G e -

dieser Untersuchung sollen außer den In der inter­nationalen Untersuchungskomm ssion vertretenen Machten, Amerika, England, Frankreich, Dfalien und Deutschland noch die Vertreter Spaniens und Nor­wegens beteiligt werden. Bei der Haltung, die Amerika insbesondere in der letzten Zeit gegen­über dem vorgehen der Dapaner eingenommen hat, glaubt man zu der Annahme berechtigt zu fein, daß d i e vereinigten Staaten d i e Be­mühungen des Rates aktiv unter­stützen werden. Cs steht jedenfalls fest, daß der Rot, der eigentlich heule feine Tagung abfchliehen wollte, in Permanenz tagen wird.

knatter der Mafchinengewehre zu hören märe. Um 5.30 Uhr früh hatte Schapei das Aus- fchen eines hefigen, brennenden Scheiterhaufens. Es bat den Anschein, als ob das Feuer sich langsam der internationalen Niederlassung nähert.

Abwehr der Chinesen.

(4cncrol)hci( und Boykott.

10 000 Freiwillige bewachen die Internationale Riedcriasfung Die besten Truppen Tschianlaischeks sollen aus Rauling ein- getroffen fein und, wie gutunterrichtete Beob­achter mitteilen, Stellungen bezogen haben. Die Derstärlung des Gewehrfeuers in Schapei feit 4 Uhr früh (Ortszeit) (oll auf ihren Einsatz zu- rückzuführcn fein. Die chinesische Handelskammer hat zu einem allgemeinen Generalstreik auf- gefordert. Die Parole ist befolgt worden. Sämt­liche chinesischen Banken haben ihre Schul­ter gefchlofsen, der gesamte Geschäfts­verkehr ist eingestellt. Die streikenden Lä­den haben Plakate folgenden Inhalts ausgehängt: ..Leistet den Japanern Widerstand bis zum Tode."

0er Schuh der internationalen Konzession VorstcllUWgcn Amerikas und Englands in Tokio.

London, 29. Dan. (IDIB.) Die britische Regie­rung Huf gestern die jupunische Regierung davon unterrichtet, dah sie hasse, Dapan werde inner­halb der internationalen Konzessions­zone in Schanghai keinerlei Maß­nahmen ergreifen, ohne vorher mit den inter­essierten Regierungen in Verbindung getreten zu fein. Die britische Regierung Huf die Re­gierung der vereinigten Stuaten ersucht, einen ähnlichen Schrift bei der japunischen Regierung zu unternehmen. Amerika schließt sich dem englischen Schritt an.

Russisch-japanischer Konflikt um die Ostchinabahn.

Moskau (über Kowno), 29. Jan. (TU. Funk- spruch.) Der japanische Botschafter Ehirota hatte mit dem Stellvertreter des Außenkornrnis- sars. K a r a ch a n . eine Unterredung über die Lage in der Mandschurei. Der japanische Bot­schafter übermittelte eine Erklärung der japani­schen Regierung, in der es heißt: Im Zusammen­hang mit den Unruhen in Ehurbin, wo Tau­send von japanischen Staatsangehörigen wohnen, habe sich die japanische (Regierung gezwungen ge­sehen. Truppen nach Ehurbin zu ent­senden, uusfchließlich zu dem Zweck, die ja- punischen Interessen zu schützen. Die japanische Regierung müsse für die Beförderung der jupani» toben Truppen nuch Ehurbin die chinesische Ostbuhn in Anspruch nehmen. Sie er­kläre sich bereit, sämtliche Kosten für den Transport z u zuhlen.

Kuruchun erwiderte: Die Eowjetregierung Hube bereits Auchricht erhalten, daß die japanischen Truppen, ohne sich mit der Ver­waltung der chinesischen Ostbahn in Verbin­dung gesetzt zu haben, auf dem Bahnhof Kuunschencsy mehrere 3 ü gc beschlag­nahmt und nach Cburbin in Bewegung gesetzt hätten. Erst später habe der Derwaltungsrat ein Telegramm des japanischen Oberkommandos er­halten, in dem die ileberfübrung der japanischen Truppen nach Charbin gewünscht wurde. Die Sowjetregierung fei der Ansicht, daß solche Fälle geeignet seien, gespannte politische Si­tuationen herbeizuführen. Was die Ueber- führung der japanischen Truppen nach Ehurbin anbelangc, so mache die Regierung der Sowjet­union die kaiserlich-japanische Regierung daraus aufmerksam, dah die chinesische Ostbahn russisch- chinesisches Eigentum sei und daß es da­her notwendig fei, für den Truppentransport nicht nur d ie Erlaubnis Rußlands, sondern auch Chinas zu erhalten, da diese Eisenbahn über chinesisches Gebiet laufe. Falls die chinesischen Behörden, die in der Ver­waltung der chinesischen Ostbahn vertreten seien, sich bereit erklärten, die Erlaubnis zu erteilen. Würden von russischer Seite keine weiteren vchwirrigkeiteu gewacht werden,

MONGOLEI

Mukderi

'Schanghai

V** c hanqhöi

Nord- '( .

<ß8SfA\<x'

MANDSCHUREI

Äurtc Chinas von der Mandjchurci bis nach Schanghai. In Der Ecke links Stadtplan do* Schanghai.

'eking)

Japans Vorgehen in Schanghai.

Dunkle Wolken.

.Um die Einleitung einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung aller Rationen $u ermög­lichen, verpflichtet sich 'Deutschland, die im folgen­den niedergelegten Bestimmungen über daS Land- Heer, die Seemacht und die Luftfahrt genau cin- Aubaltcn. Diese Worte, die den EntwafsnungS- beftimmungen deS Versailler Friedensdiktates vorangestellt wurden, bezeichnen den Anfang dc» LeidenswegeS, den der AbrüstungSgedanke seit dem Ende deS Weltkriege» biS tum Zusammen­tritt der ersten internationalen Abrüstung»- , k o n s e r e ii z durchmessen hat Und diese hier zum erstenmal von unseren Kriegsgegnern aus­gesprochene feierliche Verpflichtung zu einer Be­schränkung auch ihrer Rüstungen wurde bekräftigt durch ElemenceauS Mantelnote zum Versailler Vertrug, in der eS heißt: .die deutsche Abrüstung stellt gleichzeitig den ersten Schritt au der allgemeinen Herabsetzung und Be­grenzung der Rüstungen bar. die die alliierten und assoziierten Mächte al» eines der besten Miltel zur Krieg-Verhütung herbeizufüh- ren wünschen... Nachdem Deutschland den Weg gezeigt haben wird, werden die alliier­ten und assoziierten Mächte in voller Sicherheit den gleichen Weg gehen." Und auch der Völkerbund, der gleichzeitig in Versailles auS der Taufe gehoben wurde, bekannte sich zu der für feine Existenz schlechthin ausschlaggeben­den Ausgabe, eine Beschränkung der Rüstungen herbeizuführen. Aber hier schon beginnt die erste Verwässerung deS Grundgedanken-. Während der vom Präsidenten Wilson 1919 verfaßte Völker- bundSentwurf in seinem Artikel 4 bestimmte, daß ..sämtliche Signuturmächte deS FriedenSvertragc» die allgemeine Wehrpflicht und alle übrigen For­men deS militärischen Dienstzwanges abschusfen und sich damit einverstanden erklären sollten, daß ihre Mittel zur Verteidigung und zur inter­nationalen Aktion künftighin lediglich au- Miliz­truppen und Freiwilligen zu bestehen hätten, fordert der entsprechende Artikel 8 der endgül­tigen DölkerbundSsahung nur nocheine Herab­setzung der internationalen Rüstungen auf da» Mindestmaß, da- mit der nationalen Sicherheit und mit der Erzwingung internationaler Ver­pflichtungen durch gemeinsame- Vorgehen ver­einbar ist".

R. St. Duker gibt in dem bekannten Me­moirenwerk Wilsons eine sehr anschauliche Schilderung des schweren Kumpfes, den der Prä­sident in Versailles mit seinen europäischen Ver­bündeten zu bestehen hatte, um die allgemeine Abrüstungsverpflichtung überhaupt, wenn auch nur in dieser stark verallgemeinerten und ent­werteten Form in den Völkerbundspakt zu retten. Rumentlich Elemenceau stellte schon damals die seither von allen französischen Staatsmännern unbeirrt durchgefochtene These von dernatio­nalen Sicherheit" auf, während Wilson immer nur von derinneren Sicherheit" al» Muß für die Rüstungen gesprochen hatte, also lediglich eine Polizei truppe ständig unter Waffen gehalten wissen wollte. Die Franzosen setzten auch damals schon eine weitere, seitdem zäh verteidigte Abschwächung durch, sie erklärten, daß einige Rationen, womit natürlich in erster Linie und bald einzig und allein Frankreich gemeint war. durch ihre geographische Lage Angriffen stärker ausgesetzt seien al» andere. Darum müßten ihnen auch größere Rüstungen und stärkere Ga­rantien als den anderen zugebilligt werden. AIS Prämie für diese» Sonderrisiko verlangte Frankreich einen Sicherheit-Vertrag mit den bei­den angelsächsischen Mächten. Das hat Amerika zwar abgelchnt, aber England trat später al» Garant dem deutsch-französischen Locurnoub- kommen bei und der Ä e 11 o g qj> a f t sollte ebenfalls dazu dienen, Frankreich» unstillbare» SicherheitsbedürfniS zu beschwichtigen. Aber alles dies war den Sranxofcn nur ein in ihren Augen gänzlich unzureichender Ersah für das sog .G e n- f er Protoko 11" vom 2. Oktober 1924, da» zum erstenmal da» Prinzip der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit für alle Streit­fälle, juristischer und politischer Art aufstellte und jede Macht, die sich einem Schiedsspruch des Internationalen Gerichtshofes nicht fügt, mit SanktionSmaßnahmen wirtschaftlicher, finanzieller und militärischer Art durch die übrigen Signatar­mächte des Protokolls bedroht. Dieses auf der fünften Völkerbund-Versammlung im wesentlichen von dem verschlagenen Bene sch und dem listen­reichen Griechen Politi » uuSgeheckte Protokoll, das nichts andere» geworden wäre und nach dem Willen leinet Väter auch nichts andere» sein sollte, al» eine neuerliche feierliche Bestätigung des durch die Friedensdiktate von Pari» geschaf­fenen territorialen Zustande» und eine Verewi­gung de» gegenwärtigen ungleichen Rüstung»- - stunde», funb damals zwar die Zustimmung de» französischen Ministerpräsidenten H e r r i o t und des britischen Premiers Macdonald, aber nach dem Sturz des ersten Arbeiterkubinett» lehnte die folgende konservative englische Regie­rung die Unterzeichnunu de» Protokolls ab und Herr Herriot trauert heute noch diesen fortge- schwommenen Fellen nuch.

Die nächste Huuptetappe im Kumps um die Ab­rüstung war. wenn wir in diesem engen Zusam­menhang von den verschiedenen Flottenkonferen­zen einmal absehen, der Zusammentritt der vom Völkerbundsral berufenen ,.v or bereitenden AbrüftungSkommisfion" am 18. Mui 1926 in Genf. Sie bat in einer Reihe von Ab­schnitten mit Unterbrechungen von oft mehr ul« Jahresfrist fast fünf Jahre hindurch getagt und erst am 9. Dezember 1930 ihre Arbeit beendet, die der großen internationalen Abrüstungskonferenz den Weg bahnen follt^ 3n Ientern «isge-erchneteet