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inzwischen hatte Titus alle Papiere in seiner Aktentasche geborgen und deren Schlüssel in gute Verwahrung genommen.
Wieder wollt' er Joe an sich ziehen.
„Och muß jetzt gehen, Titus, sonst kommt dieser
Magdalene war nach langem, tiefem Schlaf erwacht.
Doktor und findet mich hier, und das möchte ich unter allen Umständen vermeiden."
Sie drückte einen heißen Kuß auf die Lippen des Mannes und war gleich darauf wie eine Katze hinausgehuscht.
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2Bcnn Joe Rowokowska keine so brillante Schauspielerin gewesen wäre, hätte sogar die müde Magdalene den Triumph sehen können der sie innerlich erfüllte. Jetzt, kurz vor Toresschluß schien sie endlich am Ziel ihrer Wünsche zu sein.
Joe hantierte noch einige Zeit leise in der
„Ich werde lieber auf dich warten, Madelon."
„Du bist reizend, Joe. Ich werde mich sehr beeilen."
Als Magdalene verschwunden war. ballten sich Joes Hände vor Wut. Was war das? Sie hatte doch drei Tabletten aufgelöst anstatt der einen, die der Schiffsarzt vorgeschr'.eben hatte, und auch noch etwas von ihrem weißen Pulver dazugetan. War das nicht mehr so stark, um bis zum nächsten Morgen auszureichen?
Mit einem Erwachen Magdalenes hatte sie nicht gerechnet. Wenn jetzt nur alles gut ging! Ra, sie mußte auf ihren guten Stern vertrauen.
Frisch, leicht gerötet von dem belebenden Dade, trat Magdalene jetzt ins Zimmer, warf den Bademantel ab und streifte die elegante seidene Wäsche über.
Joe half ihr dabei und fragte dann:
„Willst du nicht etwas Rot auflegen, Madelon? Du bist ein bißchen blaß."
„Reinl Ich denke, durch den Tanz wird mir schon warm werden. Ich nehme heute nur ein wenig Rouge, das wird genügen. Ich will mich heute recht schön machen zu dem Ball."
„Ich habe dir schon alles zurechtgelegt, Madelon. Ich hoffe, daß du zufrieden bist. Ich denke, du ziehst das weiße Chiffonkleid an, das steht dir besonders gut, und dazu die Onyx-Kette, das wird vorzüglich aussehen — meinst du nicht auch?"
„Mit dem Kleid bin ich einverstanden, Joe. Aber ich möchte n'.cht die Onyx-Kette umhängen, sondern heute lieber die Platinkette mit dem großen Stein Bisher konnte ich dieses Schmuckstück an Bord nicht
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tragen: aber zu dem großen Abendkleid wird es gut aussehen, denke ich mir."
„Weißt du, Madelon, ich finde den großen Stein fast em wenig protzig. Du bist doch keine Frau sondern ein junges Mädch^ni. . ."
„Diesmal verstehe ich dich nicht, Joe. Wenn der Stern auch em wenig groß ist, protzig wirkt er doch keinesfalls. Im Gegenteil: der Schmuck ist sehr vornehm und dezent, wenn auch kostbar. Sei mir nicht böse, Joe: aber heute folge ich meinem Kopf."
Magdalene war eifrig, mit ihrer Toilette beschäftigt: deshalb sah sie nicht den gehässigen Blick, oen Joe zu ihr herüberwarf. Sie war wütend, weil rer Raub durch Magdalenes Eigensinn ver- s°venging. Den kostbaren Stein hatte sie schon als ihre Deute betrachtet. Run war es nichts damit aun mußte sie darauf verzichten.
war Magdalene fertig und betrachtete sich wohlgefällig im Spiegel. Eng schmiegte sich der seidenweiche Chiffon um ihre schmale Hüfte: die SÄ, Meißen Schultern leuchteten aus den Achselbandern, der Ausschnitt gab einen Teil des makellosen Rückens frei. In weiten, weichen Wel- Dock zur Erde. Magdalene sah selbst, daß sie wunderschön aussah.
Als Magdalene und Joe in den Speisesaal schritten ter Batt wurde durch ein opulentes x Qtet —, sah man entzückt auf die beiten schonen Frauengestalten, die, jede in ihrer Art, von pikantem Reiz war.
3m selben Moment war August Richter zur Stelle küßte Magdalenes Hand und reichte ihr den Ann. sie zu Tisch zu führen.
Die kleine Tafelrunde war ruhiger als sonst. Titus und Joe, die sonst besonders eifrig an der Unterhaltung beteiligt waren, schienen heute beide ein wenig nervös und aßen stillschweigend vor sich hin.
Rur Dr August Richter, ter sonst den anderen zuhorte, schien heute gesprächig zu sein. Er erzählte eifrig von seiner Heimat, dem Gutshof in ter Mark. Er schilderte die Romantik des dörflichen Idylls und den Betrieb ter Kohlengrube anschaulich und begeistert.
Magdalene konnte sich das gut vorstellen: aber sie teilte nicht Doktor Richters Entzücken. Sie sah nichts als ein langweiliges und arbeitsreiches Leben. Auf diesem Gutshofe gab es nichts als Ochsen, Schweine, Federvieh, Tagelöhner und Kohlenarbeiter.
Puh! Wer konnte solch ein Leben schön finden? -Niemals hätte ihr so etwas behagen können. Rie- mals hätte sie einen Mann heiraten können, der sie in solch eine dörfliche Idylle würde verpflanzen wollen.
Sie war glücklich genug, ter täglichen Misere entronnen zu sein und endlich im Leben zu stehen. ^lm nichts in ter Welt würde sie sich von neuem irgendwo lebendig begraben.
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Kabine herum, so lange, bis sie merkte, daß Magdalene fest s^)lief. Dann verließ sie behutsam den kleinen Raum.
So schnell sie konnte, eilte sie an Deck. Titus war nirgends zu sehen. Aergerlich stampfte sie mit dem Fuß auf: dann lief sie hinunter, ins Schreibzimmer. Dort faß Titus in einer Ecke.
17 tfortlefiung Nachdruck verboten I ^us, sie eintrat. Sie bedeutete ihm
mit den Augen, ihr zu folgen.
trotzdem ließ sie sich nicht abhalten, mit den I Man mußte vorsichtig fein, denn es weilten fchonen spanischen Offiz eren zu to.cttiercn, die in I noch ein paar andere Leute in dem stillen Raume, k^euta an Bord gekommen waren und die dem | Joe hatte sich an einem ter S'hreib sche nieder- reizenten Mädchen eifrig den Hof machten. | gelassen und kritzelte ein paar Worte auf einen
August Aichter lernte alle Qualen ter Eifer- | Briefbogen. Sie tat, als ob sie den B.'ief in ein sucht kennen Er biß die Zähne zusammen und be- Kuvert steckte, stand auf, das Kuvert mit sich terrschte sich, so gut es eben ging. | nehmend.
Magdalene fühlte sich übrigens, seitdem sie in Im selben Augenblick saß Titus van Iolliet Biaroklo wieder aufs Schiff gegangen waren, an demselben Schreibtisch, und es gelang ihm flQr ni.^t tefonterö wohl. Häufig überfiel sie unauffällig den Dogen mit Joes Worten an sich eine lahmende Müdigkeit, die von quälenden zu nehmen. Ein Aufatmen — dann verließ Titus Kopfschmerzen begleitet war. van Iottiet das Schreibzimmer. Den Driefboaen
Ute wollte indes nicht, daß man ihr etwas hatte er zusammengeknüllt und in seine Tasche anmerkte, und so redete sie sich häufig in eine I gesteckt.
Lustigkeit hinein, die ihrem Innern Als er gerade seiner Kabine zusteuerte kam eigentlich völlig fremd war. Mit dieser Lustigkeit ihm schon Joe entgegen. Beite verschwanden wollte sie sich selbst betäuben. | in der Kabine.
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Da sah sie Joe stehen, fix und fertig anaezogen in ihrem s chwarzen Spihenkleid. In dem Augenblick, als sie zu ihr hinübersah, sah sie Augen starr auf sich gerichtet.
„Was ist, Joe? Weshalb siehst du mich so sonderbar an?“
Joe bot a Nes auf, um die Freundin zu kurieren. „Hier, Titus, habe ich alles, was wir brau- jetzt, wo man immer neue Schönheiten zu sehen chcn. So raffiniert diese Tippmamsell sonst ist bc£in:-- .. K _ r fo vertrauensselig ist sie mir gegenüber. Aber
Heute waren die Müdigkeit und die Kopf- — daß sie mir den Schatuttenschlüssel geben schmerzen so groß, daß Magdalene ganz apathisch würde, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen m ihrer Kabine lag. Sie hatte gar keine Lust, nicht ausgemalt.
ihr Bett zu verlassen. And dabei fand heute Sic her, Titus, da sind Papiere, Urkunden abend der Ball statt, auf den sie sich die ganzen Ausschlüsse über die Bankkonten, Scheckbücher - fA°n 1° 0CKCUtrla^ ™ . nichts habe ich vergessen. Und in die Schatulle Liebevoll besorgt muhte sich Joe um Magda- habe ich einen kleinen Brief gelegt, den Madelon Zne und reichte ihr die Pulver, die ihr der Wintere finden wird, wenn wir schon über Schifssarzt verschrieben hatte. Bald darauf fühlte Berge sind..." ’
jie sich auch etwas Wohler. Sie wollte versuchen, „Du bist wirklich ein Genie" ich durch emen ruhigen Schlaf zu erholen, damit Titus empfing die biegsame Gestalt, die sie am Abend wieder gana, frisch war. schnell wieder entschlüpfte.
fbXnfiir rf?01 \Un’ haben wir jetzt keine Zeit, Titus. Ich
6 Miln C.'.m s; * ___r _ I , . , immer liebst, wenn ich gut
LtorMÄ.?6 £an,£„91 ,ur ™Qt.rDJcn' 9««t beitet habe. AInt> auf dieser Seife fannft öu
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