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29.12.1932 Erstes Blatt
 
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Steckbriefe erlassen Sie hat In Erfahrung gebracht, daß die Beschuldigten bald nach der Tat ins Ausland geflüchtet roarcn und weih feit längerer Zeit, wo sich diese jetzt auf-halten. lieber die Ausführung der Tat und die wei­teren Zusammenhänge werden eingehende Erörterungen angestellt. Seit der Auffindung der Leiche ist außer dem beschuldigten Bormann noch ein Bruder der Braut des Beschul­digten Schenk, der 21 Jahre alte Maschinen­schlosser Eugen Beyer aus Cosmannsdorf, festge­nommen worben Die Sektion der Leiche er­folgte am Mittwoch im Amtsgericht Dippoldiswalde durch Geheimrat Prof Koppel- Leipzig

Don der Untergruppe Dresden der NSDAP. wird zu der Ermordung des 621.- Mannes Hentsch mitgeteilt: Die Untergruppe Dresden stellt fest, daß von ihrer Seite aus alles geschehen ist, um den Fall aufzuklären. Die Er­gebnisse aller Ermittlungen, die unabhängig von den polizeilichen Maßnahmen seitens der 621.- Führung angestellt toorden sind, find unverzüg­lich den zuständigen Polizeidienststellen zur Ver­fügung gestellt toorden. Nur aus Nüctsicht aus die Familie des Truppführers Hentsch ist davon abgesehen toorden, die Nachforschungsergebnisse in die Presse zu bringen. Außerdem liegt der Fall auch heute noch völlig im Dunkeln, so daß es nicht möglich ist, mehr als Vermutungen zu äußern. DerF r e i he i t s k a m p f" . das nationalsozialistische Organ für den Freistaat Sachsen, schreibt zu dem Fall:OBir haben dazu nur zu erklären, daß auch uns sehr viel daran liegt, den Fall baldigst aufgeklärt zu wissen, damit ein Verbrechen, an dem nach dem Befund wohl nicht mehr gezweifelt werden kann, schnellstens seine ordentliche Erledigung findet und den Geg­nern der Grund genommen wird, gegen unsere Bewegung eine neue Hetze zu betreiben, durch die der immer offener zutage tretende marxisti­sche Zusammenbruch hinausgeschoben werden soll."

Frankreich und die österreichischeAnleihe "Paris. 28. Dez. (Havas.) Der Auswärtige Ausschuß des französischen 6enats gab feine Zustimmung zu der Negierungsvorlage ü die Gewährung der neuen österr < chi - schon Anleihe, jedoch unter gewissen poli­tischen und diplomat scheu Vo r behalt en. 3n der Tiskussion war von sämtlichen Rednern dar­auf hingewiesen worden, wie notwendig es für Frankreich sei, über die Politik Teutsch- lands und Italiens in der Anschluß - f rage genau unterrichtet tu sein. Auch wurde betont, daß man Oesterreich neue finanzielle Garantien nur bewilligen könne, wenn man dafür entscheidende politische Garantien von Oesterreich eintausche.

Ministerpräs Lent Paul-Doncour erklärte, dos politische Interesse an der geplanten Anleihe bestehe ja gerade in der neuerlichen Bestäti­gung des Protokolls von 1 922 durch Oesterreich

Serrioi und die Radikalen

Pa r i s, 29. Dez. (WTB. Funkspruch.) WieMa- tin" mitteilt, macht Herriot 17 radikalen Abgeord­neten i h r Verhalten in der Schulden- frage zum Vorwurf und erklärt, daß er nicht mehr an den Beratungen der Kammer­fraktion teilnehmen werde, solange nicht eine eingehende Untersuchung durchgeführt worden fei. Der Vorstand der Radikalen Partei soll sich gestern abend grundsätzlich für diese Unter­suchung ausgesprochen haben, Herriot wirft unter anderem dem Abg. D e r g e r y vor, beim englischen Botschafter Auskunft eingeholt zu Haden, während die Aussprache in der Kammer bereits im Gange war. Seinen Kollegen habe Bergery einen irreführenden Bericht erstattet

Aus aller Well

13 Todesopfer einer Schlagwetterexplosion im Fünfkirchener Lteinkohlenqelriel.

Budapest, 29. Dez. (WIB. funkspruch.) 3m fünfkirchener Steinkohlengebiet (Ungarn) hat sich gestern in einer Grube bei Ragymanyok eine k a - tastrophale Schlagwetterexplosion er­eignet. 13 Bergleute wurden getötet, ein Bergmann lebensgefährlich verletzt

Theaterzwischenfall in Berlin

3m Deutschen Theater in Berlin kam es bei der Aufführung des SchauspielsGott Kaiser u nd Bauer" von 3 H a y zu einem Zwischen­soll. Eine Reihe von.Zuschauern gab seinem Miß­fallen über das Stück durch lautes Pfeifen Ausdruck. Auf Veranlassung der Direktion wurden zehn Per­sonen durch das herbeigerufene Ueb/rfallfommanbo aus dem Theater entfernt; weitere Zuschauer wur­den verwarnt. Die Vorstellung konnte dann fort­geführt werden. DieGermania" richtet mit Ent­schiedenheit die Forderung an alle maßgebenden Stellen, dafür Sorge zu tragen, daß dieses Stück umgehend vom Spielplan verschwindet im Interesse aller aufbau- und ordnungswilligen Kräfte im Staat und im 3ntereffe des religiösen Friedens

Die verschollenen australischen flieger gerettet.

Die beiden seit mehreren Tagen vermißten australischen Flieger, die beim Aufsuchen einer Goldmine im Gebiet der Lioeser-Gebirgskette spur­los verschwanden, sind, wie aus Melbourne gemel­det wird, nad) abenteuerlichen Strapazen in Cook eingetrofsen eie mußten in einem völlig verlasse­nen Gebiet eine Notlandung vornehmen, wo­bei sich das Flugzeug überschlug und beschädigt wurde. Erst nach mehreren Tagen, diente fast ohne Nahrungsmittel verbrachten, gelang es ihnen, die Maschine mit Baumzwelgen soweit wieder herzu« itellen. daß sie nach Cook fliegen konnten

Von Salzmassen verschüttet. lot geborgen.

3m Werk Oppau bei Ludwigshafen wurde der 52 3ohre alte verheiratete Arbeiter Gg Schmidt aus Böhl durch Salzmassen verschüttet. Obwohl sich seine Kollegen im Verein mit der sofort alarmierten Fabrikfeuerwehr unverzüglich daran machten, den Verschütteten auszugraben, konnte der Verunglückte doch nicht mehr lebend geborgen werden

Jugendlicher Falschmünzer in Kassel verhaftet.

Die Kriminalpolizei verhaftete in Kassel zwei junge Leute im Alter von 19 Jahren, die in ihrer Wohnung eine Falschmünzertoerk- st ä t t e betrieben hatten. Sie haben eingestanden daß sie in der letzten Zeit insgesamt etwa 4000 Stück falsche 50-Pfennig-Stücke her­gestellt haben die sie zum größten Teil in Süd- deutfchland absetzen konnten.

Wechsel in der Leitung der Berliner Staats-Kunstschulen.

Der Architekt Prosessor Hans P o e l z i g ist vom preußischen 3nnenminifterium auf Vorschlag der Akademie der Künste mit der Leitung der Berliner Kunstschulen kommissarisch beauftraat morbm

Professor Bruno Paul, der namhafte Architekt und Kunstgewerbler, ist von der Leitung der Ver­einigten Berliner Staatsschulen für angewandte Kunst, der er 25 3ahre Vorstand, zu-'ickgetreten

Mazevomerschiacht in Sofia

Feuergesecht mazedonischer Parteigänger vor dem

Budapest, 28. Dez. (CRB.) Wie derBester Lloyd" meldet, kam es heute vormittag vor dem königsschtoh in Sofia zu einem schweren Feuer­gefecht zwischen den beiden verfeindeten Flügeln der mazedonischen Organisationen. Ge­gen 10 Uhr, als der Präsident der Sobranje zum König gerufen wurde, um mit ihm über die Lö­sung der Regierungskrise zu beraten, stießen zwei starke Gruppen der Mazedonier vor dem Schloß aufeinander. Ueber die Zusammenstöße wird fol­gende authentische Darstellung gegeben, aus der hervorgeht, daß es sich hierbei um einen neuen Anschlag des mazedonischen Bruderkampfes handelt und mit dem Rücktritt des bulgarischen Gesamtka­binetts nicht im Zusammenhang steht

Danach wurde am Mittwoch gegen Mittag aus den Schriftleiter Simeon E s t i m o f f, des Haupt­organs der mazedonischen (EmigrationMakedonia", ein Anschlag verübt, der in eine förmliche Strahenschlacht ausartete Als (Eslimofs den Platz vor dem königlichen Schloß beschritt, in dem gerade der König mit dem Präsidenten der Kam­mer die durch den Rücktritt der Regierung geschaf­fene Lage besprach, eröffneten zwei Män­ner in Jägerkleidung aus den Hauptschrift­leiter ein Schnellfeuer aus Pistolen und Jagdgewehren und verletzten ihn schwer. Die Leibwache (Eftimoffs, die ihn stets zu beglei­ten pflegte, erwiderte das Feuer. 3n die­sem Kreuzfeuer wurden vier zufällig vor­übergehende Personen schwer ver­letzt.

von den Attentätern flüchtete einer in den nahen Stadtpark und setzte dort das Feuer gegen seine

bulgarischen KönigSschloß.

Verfolger fort. (Er konnte aber fest genommen werden (Ein weiterer Attentäter lief über den um die Mittagszeit stark belebten BoulevardZar- besreier" und schoß wild um sich. (Ein zufä lig des Weges kommender Offizier brachte ihn schließ­lich zu Fall, wobei der Altentäler einen Revolver und zwei Handgranaten verlor. Bei dem versuch, die Flucht sortzusehen, wurde er von einem Schutz­polizisten durch zwei Schüsse niederge­streckt und konnte in schwer verletztem Zustand verhaftet werden

Bei der Schießerei erhielt ein Polizeibeam­ter einen Kopfschuß, durch den er sofort getötet wurde. Ferner wurde im benachbarten Kriegsmini­sterium ein am Fenster st ehender Beam- t c r durch eine verirrte Kugel ins Herz getrof­fen, so daß insgesamt zwei Todesopfer und sechs Schwerverletzte das (Ergebnis dieses neuesten An­schlages des mazedonischen Bruderkampfes ist. Die eine Gruppe bestand aus Anhängern Mihaj- l o w s, die andere aus protogerowisten. Am der Polizei nicht auszufallen, hatten sich die Anhänger der Protogerow-Gruppe als Jäger verkleidet, die Jagdhunde {nit sich führten. Das Kabinett Muchanoff zurückgettelen

Sofia, 28. Dez. (WTB.) Ministerpräsident Muchanoff hat heute die Demission seines Kabinetts eingereicht Der König hat die De- Mission angenommen und das scheidende Ka­binett mit der Führung der Geschäfte beauftragt. Noch im Laufe des Vormittags hat der König de» Präsidenten der Sobranje, Malinofs, zu sich gebeten, um mit ihm die Frage der Bildung eines Kabinetts durchzusprechen

Aus der Provmzialyauplstadt.

Winterhilfe und Volksgemeinschaft.

Prof. Dr. Rauecker.

Winterhilfe ist zu einer gebieterischen na­tionalen Pflicht geworden. In allen Teilen unseres Vaterlandes haben daher die Organi­sationen der privaten Wohlfahrtspflege zu tä­tiger Mitarbeit aufg:rufen; überall toer en Kräfte mobilisiert, Hilssqueilen erschlossen, um zur Lin­derung der Not breiter Volksschichten angeseht zu toerden. Auch j)ie Reichsregierung hat ihre Mitarbeit an diesem sozialen Werk nicht versagt Sie hat, wie bekannt, mit größter Beschleunigung gehandelt und bereits vor Weihnachten zusätzliche Mittel für die Winterhilfe bereitgestellt. Drei Monate hindurch, von Januar bis März, werden damit alle Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosen- und Krisenunterstühung und in der öffentlichen Fürsorge, ferner bedürftige Emp­fänger von Zusahrente nach dem Reichsversor­gungsgesetz. insbesondere also Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene, verbilligte Lebensrnit- tel und Brennstoffe erhalten. 35 Millionen wer­den hierfür von der Reichskasse aufgebracht.^ Von dieser Aktion, die über den Umfang der vor­jährigen Reichshilfe hinausgeht, werden rund sieben Millionen Menschen erfaßt. Darüber hin­aus sind im Rahmen des Notwerks der deutschen Jugend, wie es im We hnachtsaufruf des Reichs­präsidenten und der Reichsrcgierung angekündigt wurde, für die gemeinsame Verpflegung jugend­licher Arbeitsloser weitere 4 Millionen vorge­sehen

Die Reichsregierung Hai f.cy nut dieser Hilfs­maßnahme den Reihen der unermüdlichen Helfer angeschlossen, die aus Mitteln der privaten Wohlsahrtspslege seit Jahren den Aermsten der Armen Winter sür Winter zur Seite stehen. Sie hat damit zur Ausdruck gebracht, daß für sie nicht nur die Grundsätze der Staaksraison, son­dern ebenso sehr die Prinzipien des sozialen Ethos und tatbereiter Menschenliebe maßgebend sind, wenn es gilt, bedrängte Volks­genossen vor bitterster Rot und Verelendung zu bewahren. Kein Zweifel, die Regierung ist mit dieser Tat dem Volk erheblich nähergerückt. Durch ihr beschleunigtes, von sozialem Verantworkungs- bewußtsein getragenes Handeln hat sie die ge­quälten Herzen von Hunderttausenden erwärmt. Das Wort von derGemeinschastzwischen Regierung und Volk, zwischen Führung und sreiwilliger Mitarbeit, ist in der Wohlfahrts­pflege kein leerer Wahn, keine hohle Phrase mehr.

Soziales Handeln, wie es in diesen und ähn­lichen Maßnahmen zum Ausdruck kommt, ent­spricht der Grundeinstellung der Reichsregierung. In seiner Rundfunkrede vom 15. Dezember hat Ixt Reichskanzler das unzweideutig zum Aus­druck gebracht mit den Worten, «... es ist etwas

Diel verlangt, in dieser schweren Krisen zeit freu­dige Mitarbeit zu verlangen, und doch weih ich. daß beim deutschen Voll auch dies möglich ist, wenn bei allen notwendigen Anordnungen der soziale Gesichtspunkt berücks chtigt wird". Namentlich aus dem Wege der Gegen- seitigkeitshilse, wie die Winterhilfe sie darstellt, kann dazu beigetragen werden, Miß­trauen und Zweifel zu beseitigen und den Gedan­ken der Gemeinschaft zwischen Regierenden und Regierten zu fördern. Ist es vermessen, zu hoffen, daß der Volksdienst der Winterhilfe, in der die Regierung gleichsam nur denprimus inter pares", den ersten unter sonst gleichwerten und gleichberechtigten Hilfsbereiten darstellt, der Ausgangspunkt sein könnte für eine neue Aera des Vertrauens?

Und nicht zu vergessen: Hinter der Winter- hilse steht der Reichspräsident, der erst unlängst wieder in einer Unterredung mit den Führern der Christlichen Gewerkschaften seine Volksver­bundenheit erneut zum Ausdruck gebracht hat. Seine Aufzeichnung, die er der Deutschen Liga für freie Wohlfahrtspflege hat zugehen lassen, ist kein Lippenbekenntnis:Die Not muß alles Trennende überwinden. Wer dem Ruf der WinterhilfeWir wollen helfen" folgt, der schafft neue Hoffnung und neuen ©laubcn an Volk und Vaterland." Bei diesem Merk also, an dem Reichspräsident, Regierung und öffentliche Körperschaften sowohl, wie private Organisatio­nen und Einrichtungen gleichermaßen schaffen, darf keiner zurück st eh en. Cs ist nationale Pflicht keiner darf an der Abwehr- front gegen Not und Elend fehlen!

(Sicf,.ner Wochen Marktpreise.

® jeßen, 29. Dez. Cs kosteten auf dem heu- tigen Mochenmarkt Süßrahmbutter 120, Land- butter HO- 120 Pf. das Pfund, Kochbutter von 80 Pf. an, Matte 25-30 Pf. das Psd., Käse 510, (Sier, aust. 12-14, inländische 1314 Ps das Stück, Wirsing, gelb 810, grün 12, Weiß- traut 68, Rotkraut 8-10, Gelbe Rüben 810, Rote Rüben 8- 10, Spinat 20, Unter-Kohlrabi 6-8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 100. Zwiebeln 10, Meerrettich 3550, Schwarzwur­zeln 2530, Kartoffeln 3, Aepsel 1830, Dörr­obst 35 40, Honig 40- 45, Nüsse 3540. Gänse 70 80, Enten 8090 Ps. das Psd., Tauben 40 bis 60. Blumenkohl 40 60. Endivien 10- 15. Lauch 5-10, Rettich 10-15, Sellerie 1030 Pf. das Stück. Kartoffeln 2.50 Mt. per Zentner

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: Damen-Altersoereinigung 18831933, 20 Uhr, im Kühlen Grund", Besprechung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße.Wie sag' ich's meinem Mann". Astorta-Lichtspiele, Seltersweg,Rothaut".

Neujahrsspende durch Wohl- fahrtsbriesmarken. Die Deutsche Not- Hilfe schreibt. Zu Beginn des neuen Jahres helfe jeder mit ein paar Pfennigen den vielen Notlei­denden dieses Winters, indem er seine Neujahrs­karten und -briefe mit Wohlfahrtsbriefmarken frankiert. Die Marlen zu 4, 6, 12, 25 und 40 Pf. mit kleinem Wohlfahrtsaufschlag find nach dem In- und Auslande gültig wie gewöhnliche Brief­marken.

** Der neue Leiter der Heilanstalt bei Heppenheim. Der Medizinalrat Dr. Wil­helm Sch m e e I wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1933 an mit der AmtsbezeichnungObermedizinal- rat' zum Direktor der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Heppenheim ernannt.

** Abbruch in der oberen Bahnhof­straße. Gegenwärtig find Abbruchsarbeiten an dem Schuppen in der oberen Bahnhofstraße neben dem früherenFelsenkeller", auf dem Grundstück von Wetterhahn, an dem Wege von der Bahn­hofstraße zur Unterführung der Wieseck, im Gange. Der Schuppen war in der ersten Hälfte der Kriegszeit errichtet worden und diente da­mals zur Abfertigung der Paketpost für die in Gießen internierten Kriegsgefangenen. Nach dem Kriege wurde der Schuppen von Herrn Kauf­mann Leopold Mayer zur Lagerung von Ma­terialien gemietet. Einer Aufforderung des Stadt­bauamts entsprechend, wird das Bauwerk besei­tigt, um dem Straßenbild an jener Stelle ein besseres Aussehen zu verschaffen. Die Abbruchs­arbeiten dürften voraussichtlich noch in dieser Woche beendet werden. Eine Bebauung des Grundstückes ist zur Zeit noch nicht vorgesehen.

** Leichenländung aus der Lahn. Gestern vormittag wurde aus der Lahn in der Nähe der Bootshäuser eine männliche Leiche geländet. Ter Tote hat offenbar schon lange Zeit im Wasser gelegen, denn seine Per­sönlichkeit war bei der Ländung unkenntlich. Be­mühungen zur Identifizierung sind zur Zeit im Gange.

Oberbeffen.

Paratyphus Epidemie erloschen.

* Schotten, 28. Dez. Das Kreisamt Schotten bringt im Einvernehmen mit dem Kreisgefundheils- amt zur öffentlichen Kenntnis, daß die Para­typhus-Epidemie in den Gemeinden S i chenhaufen und K a u 1 st o ß dank der getroffe­nen Maßnahmen und der verständnisvollen Mit­arbeit der Bevölkerung als erloschen zu be­trachten ist

Gemeiner Baumfrevel im Kurpark Salzhausen.

* Bad Salzhausen, 28. Dez. Kurz vor Weihnachten haben bis jetzt noch unbekannte Täter auf dem Raben st ein im hiesigen Äur«' park einem großen Teil der schönen Blaufichten die Kronen durch Ab- sägenae stöhlen. Vermutlich haben die ge­meinen Baumfrevler die Spitzen der Bäume als Christbäume irgendwo auf den Markt gebracht. Die Kronen wurden in etwa 80 Zentimeter Höhe, von der Spitze an, abgeschnitten. Durch den Um­fang des Frevels wurde das herrliche Parkstück am Raben stein empfindlich geschädigt.

Landkreis Gietzen.

x Wieseck, 28. Dez. Die Weihnachts­feier des Frauenvereins wurde t>on Ge­dichten und musikalischen Darbietungen aus der Reihe der Kinder und Enkel der Mitglieder ver­schönt. Sie brachte außer der Ansprache des Orts- geistlichen eine LichtbilderreiheDie Frau im Dienste der Inneren Mission", cand. phil. Kling gab dazu die Erläuterungen. Eine Schattenbilder­reihe zeigte nochdes Kirchenjahres Segensgang durch den Alltag des Lebens". Viel Freude be­reitete eine Verlosung.

4 R^skirchen, 28. Dez. Der Gesangverein Einigreit" hielt am zweiten Feiertag sein Wintervergnügen ab, das einen sehr harmonischen Verlaus nahm. Der erste Vorsitzende hielt eine Ansprache, und der im vergangenen Jahre neu- gegründete Gemischte Chor brachte unter Leitung seines Dirigenten Ehr. Möbus zwei Lieder zum Vortrag. Im weiteren Verlauf des Abends wur­den ÄtDei Theaterstücke aufgeführt, die viel Bei­fall fanden. Gesangliche Darbietungen des Ge­mischten und Männerchores beschlossen den Abend.

ch. Burkhardsfelden, 27. Dez. Gestern veranstaltete der TurnvereinGut Heil" einen Theaterabend. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden Fr. Stumps wurden zwei Theaterstücke aufgeführt. Die Darsteller ernteten großen Beifall. Anschließend sand eine Weihnachts- Verlosung statt. Der Rest des Abends war dem Tanz gewidmet.

5 Lollar, 28. Dez. Der Turn- und Ge­sangverein (Dirigent: Ehrenchormeister (Eberle) veranstaltete im Saal der Gastwirtschaft Zum Schwanen" feine Weihnachtsfeier. Mit einer Ansprache eröffnete der Vorsitzende Phi­lipp Harb u sch den Abend. Ein altes Weihnachts­lied für fünfstimmigen gemischten Chor, sowie ein Hirtenlied in der Weihnacht" für vierstimmigen Frauenchor fanden den Beifall der sehr zahlreichen Zuhörer. Ein von Kmdern des Vereins gespieltes, von den Sängern Walter Müll e r und Hartmut (Eberle eingeübtes Weihnachtsmärchen und ein Theaterstück, eingeübt von Malermeister Ludwig Hettche, der auch die schönen Kulissen gemalt hatte, gefielen außerordentlich. Eine aus den Mit­gliedern Schön, Ziegler, (Eberle zusammen- gestellte Kapelle trug Deihnachtsmusik vor. Eine Verlosung und eine Bescherung für die Kinder der Mitglieder beschlossen die Feier.

I Oden Hausen (Lahn), 28. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hielt der hiesige Gesangver­einß t e b e r f r a n 3" in der Gastwirtschaft von Karber einen Familienabend ab. Der Vorsitzende Gottfried Fritz entbot den Willkommensgruß und gab in einer Ansprache einen kurzen Rückblick auf das letzte Vereinsjahr. Er hob hervor, daß der Ver­ein gute Fortschritte zu verzeichnen habe, und gab der Hoffnung "usdruck, daß es trotz der Not Dir Zeit auch weiter vorwärts gehen möge. Bei Gesang, Humor und Verlosung verlebte man einige schone Stunden.

v. Londorf, 28. Dez. Am zweiten Weih­nachtsfeiertag hielt der Radfahrer-Ver­ein Rabenau in der gut besetzten Volkshalle sein diesjähriges Wintervergnügen. Nach der Begrüßungsansprache des ersten Fahrlehrers, der aus die Bedeutung des Radsports für die Er­tüchtigung der Jugend hinwies, kam ein Schau­spiel zur Aufführung. Die Mitwirkenden ver­standen es, ihre Rollen gut zu geben. Der Beifall war daher auch sehr stark. Anschließend legten die drei Riegen des Vereins Zeugnis ihres rad-

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