stellt uns gern feinen Paß für Sie für die beiden Tage Aur Verfügung. Sie fahren in Zivil. Verstehen Sie? Mit diesem Paß reisen wir bequem nach Galizien und zurück. Vor allem, wo Sie doch als Ab- tommling deutscher Kolonisten so fließend deutsch sprechen!"
Das Geschäft geht in Ordnung. Samstag darauf fahren die beiden neuen Freunde nach Czenstochau. Wie verabredet, pumpt ihm Baranek den Paß. Den zeigt der Russe an der Grenze vor. Selbstverständlich wird er ohne jede Beanstandung nach Galizien durchgelassen. Der Oberst atmet aus. Ein bißchen hat er doch Angst gehabt. Es wäre ja auch peinlich gewesen, wenn man ihn mit einem falschen Paß ohne Urlaub obgesaßt hätte. Kaurn sind sie drüben, geht die Abteutür auf. Vier Herren treten ein. Fragen den Bart: „Wohin reisen Sie?" — „Nach Sudowaja Wischnja!" erwidert Bart erstaunt. — „Sie wollen wohl zu Wladimir Litwinowitsch?" — „Ja! Tatsächlich!" — „Der ist seit einiger Zeit in Wien! Kommen Sie am besten gleich mit nach Wien!" erwidert der eine der Fremden. — „Und wie ist Ihr Name?" forscht jetzt der zweite Unbekannte. — „Ich heiße Arnold Bart." — „Und der Herr, will er auch zum Litwinowitsch?" — „Gestatten Sie, mein Name ist Heinrich Baranek!" stellt sich Stein vor, um alle Fragen kurzerhand zu verhindern. — „Das paßt ja fabelhaft, Herr Baranek! Sie kommen wohl auch gleich mit nach Wien? Gestatten Sie, Hauptmann Lehr vom kaiserlich-königlichen ..." und brabbelt etwas Unverständliches vor sich hin.
Oberst Stein erblaßt. Er wird um Jahre älter, der Unglückselige. In eine Falle gelockt? Dieser Gauner, der Bart! Oberst Stein nimmt sich zusammen, schweigt, fügt sich zunächst in feine Lage. Erklärt sich mit der Reise nach Wien einverstanden. Die Herren stellen sich alle als ö st e r r e i ch i s ch e O s s i - ziere vor. Bleiben neben ihm im Kupee, lassen ihn nicht auf den Gang herausgehen, besorgen ihm alles, was er sich wünscht.
Wien. — Stein steiat aus. Die vier Herren um ihn. Bart hinter ihnen her. Flüstert dem Oberst zu, daß er sich doch erst mal beruhigen soll. Es fei alles doch nicht fo schlimm. Vor dem Bahnhof wartet ein Auto. Die Sechs nehmen Platz. Stein hinten auf dem schönsten Platz, Bart neben ihm, die Offiziere wieder als Wächter vor ihnen. Vor dem Kriegs- minifterium halten sie. Steigen aus. Geleiten Stein in ein Zimmer im ersten Stock. Ein schöner, großer Raum mit einem breiten Schreibtisch. Dahinter ein österreichischer Oberst.
„Darf ich bitten, Plast zu nehmen, Herr Oberst Stein?" beginnt der Oesterreicher sofort die Unter- Haltung. „Sie wollten in Oesterreich eine Falschgeldfabrik einrichten? Das ist doch gar nicht notwendig. Wenn Herr Oberst wirklich soviel Geld benötigen, so könnte man sich doch darüber unterhalten. Man verlangt ja nichts Unerlaubtes von Ihnen, Herr Oberst. Nichts, was etwa gegen Ihre Pflicht verstößt. Sie brauchen nur diesen Fragebogen in russischer Sprache auszufüllen. Es sind alles keine Geheimnisse. Aber Oesterreich sieht es gern, wenn Sie. als Militärchef von Rawa die fachmännische sichere Auskunft geben ..."
Oberst Stein überfliegt den Bogen. Er findet nichts, was etwa gegen das Staatsgeheimnis verstoßen würde. Darum beantwortet er sofort alle Fragen. Der österreichische Oberst notiert sich jedes Wort. Am Ende dieser Unterhaltung zieht er aus seinem Schreibtisch siebenhundert Rubel und überreicht sie dem Russen mit allerbestem Dank für die liebenswürdige Auskunft ...
Zwei österreichische Offiziere bringen ihn wieder ins Auto, zum Bahnhof, in ein reserviertes Abteil erster Klaffe bis zur Grenze zurück, verabschieden sich von ihm und lassen ihn zurück nach Rawa fahren. Noch hat er eigentlich nicht begriffen, was man da mit ihm gemacht hat. Das einzige, was er genau weiß, ist, daß er nun den Wechsel pünktlich bezahlen kann und obendrein noch zweihundert Rubel besitzt. Kaum ist er wieder in seiner Wohnung, da beschließt er, sich auch weiterhin nicht viel Gedanken über diesen Zwischenfall zu machen und sein Leben in der liebgewohnten Form weiterzugenießen.
Der Wechsel wird eingelöst, die Gefahr zieht vorüber. Der Druck der letzten Woche schwindet. Schnaps, Köchin und Sgrten tauchen wieder auf. Bald ist von dem Geld keine Kopeke mehr vorhanden. Ein neuer Wechsel wird unterschrieben. Und in gleicher kritischer Stunde läutet es abermals vor der Tür. Herr Arnold Bart tritt ein.
„Wollen wir nochmal nach Sudowaja Wischnja reifen, Herr Oberst? Da wartet viel Geld auf uns!" — Der Oberst lacht nur. Sagt keinen Ton. Wenige Minuten später ist er schon in Zivil im Zimmer. Abfahrtfertig ... Wieder hilft der Paß des Deutschen Baranek. Bart löst gleich ein Billet nach Wien. Wozu erst die umständlichen Ausreden. Stein weiß doch Bescheid. In Wien wiederholt sich alles. Die Begleiter. Das Auto. Der Oberst hinter dem Pult. Der Fragebogen. Allerdings die Fragen, die verdammten Fragen sind etwas kitzliger als neulich. Oberst Stein, Militärchef von Rawa, wird stutzig. „Nein, diese Fragen kann ich nicht beantworten!" Stein ist entschlossen, sein Vaterland nicht zu verraten. „Ja, bann müssen wir allerdings gegen Sie wegen Paßoergehens vorgehen. Das wäre natürlich äußerst unangenehm ... nach all dem, was schon zwischen uns gewesen ist ... Sehen Sie mal, Herr Oberst, seien Sie doch vernünftig! Wir haben ja längst alle diese Fragen beantwortet. Wir wollen Sie nur einmal gegenprüfen. Wenn Sie's uns nicht sagen, bann erklärt es uns ein anderer. Selbstverständlich! Sie können mit tausend Rubeln rechnen, wenn Sie den Fragebogen wahrheitsgetreu aus- Men!"
Stein sieht sich in die Enge getrieben. Er hat weder Zeit noch Möglichkeit, lange zu überlegen. Also macht er, was man von ihm verlangt. Und reift mit der Summe zum Standort zurück. Noch mehr als bisher wirft er mit dem Gelbe, kleidet die Köchin neu ein, säuft, spielt mit den unmöglichsten Gesellen Karten.
Und wieder läutet’s abends in der Wohnung des Militärchefs, abermals erscheint Arnold Bart bei ihm. Aber er fordert ihn nicht mehr zu einer Reise nach Wien auf. Wozu derlei überflüssige Spesen? Er braucht sich überhaupt nicht zu bemühen. Möchte nur den hiermit überreichten Fragebogen ausfüllen. Der Oberst lieft das neue Formular.
„Wladimir Litwinowitsch würde Ihnen dreihundert Rubel Vorschuß zahlen", meint Bart. „Und wenn Sie ihm die geheimen Generalstabskarten nach Wien bringen, sollen Sie weitere dreitausend bekommen ..." — „Ich kann diese Karten und die Informationen gar nicht besorgen. Sie sind so geheim, daß sie nur bei den Stäben der Militärkreise Warschau, Kiew und Petersburg zu haben sind." — „Ich glaube ja nicht, lieber Oberst, daß sich Wladimir Litwinowitsch auf diese Ausrede hin zufrieden geben wird. Er müßte bann, so schwer es ihm auch wird, den persönlich von Ihnen ausgefüllten Fragebogen an die Warschauer Spionageabwehr lenden ... Ich meide auch, lieber Freund daß Sie sich nicht mit Litwinowitsch überwerfen sollten. Ver- stehen Sie?"
Stein bittet schweren Herzens um einen Zweiwöchigen Urlaub, reift nach Petersburg, nach Kiew, besorgt alles, was Litwinowitsch gefordert hat, packt es in einen kleinen Koffer, fährt nach Czenstochau zum Paßbefitzer Baranek, nimmt feine Papiere und sauft mit der Bahn bis zur österreichischen Grenze, bis zur Station Granitza. Es ist ihm nicht wohl. 2lm liebsten möchte er nicht nach Wien. Er fetzt sich ins Bahnhofsreftaurant, schüttet einen heißen Tee her- unter. Da tritt ein Gendarmerieoffizier an seinen s,Wohin reisen Sie?" — Stein fährt erschreckt auf, nennt die Station. — „Aber das ist doch das Signal für Ihren Zug!" — Stein erhebt sich aufgeregt, läuft durch bas Restaurant zur Tür. Wie ein Irrer. — „Halt! Herr! Ihr Gepäck!" — Stein hat in feiner (Erregung den wichtigen Koffer vergessen. Er stürzt zurück, holt bas Täschchen. Sechs Männer brängen ihn durch eine Seitentür in eine kleine Stube. In bie Polizeiwache. Man hat ihn vom ersten Schritt seiner Reise verfolgt ...
Tags barauf sitzt der abgesetzte Militärchef schon in der Warschauer Zitabelle, Pavillon X ... Mich
wählt man zum Untersuchungsrichter. Man führt ihn mir vor. Ein uralter Mann steht vor mir. Mit bcm Leben fertig. Man schickt ben Dreiunbfünfzig- jährigen auf zwanzig Jahre zur Zwangs- arbeit ins tiefste Sibirien ...
Vezirksschöffengmchf Gießen.
• Gießen, 22. April. Ein junger Angestellter der Wetterauer Volksbank in Friedberg hat, ohne irgendwie in Rot gewesen zu sein, die Dank um den Betrag von über 2500 Mk. geschädigt. Er tat dies in der Weise, daß er zur Ablieferung bei der Dank ihm übergebenen Gelder unterschlug: ferner unterzeichnete er Quittungen mit fremden □tarnen und verwandte das von der Dank auf Grund dieser Quittungen ausbezahlte Geld für sich: schließlich änderte er auf Quittungen, die die Dank ausgestellt hatte, die (Beträge ab und übergab die gefälschten Quittungen den Einzahlern. Das so erschwindelte Geld hat er in lustiger Gesellschaft durchgebracht. Ein dauernder Schaden
ist nicht entstanden, da sein Vater die unterschKlB genen Deträge ersetzt hat. Wegen LlnterschlagunL Betrugs und schwerer Urkundenfälschung erhiell der Angeklagte neun Monate Gefängnis.
Bier Wochen Gefängnis wegen 11» kunbensälschung erhielt ein Steinbrucharbeiter, der. um eine höhere Arbeitslosenunterstützung zu et» halten, Arbeitsbescheinigungen verfälscht und von ihnen dem Arbeitsamt Gießen gegenüber Gebrauch gemacht hat.
Drei Monate Gefängnis wegen Un* terschlagung im Amt erhielt ein Polizeidiener, de» Diehversicherungsbeiträge, die er einkassiert hatte, unterschlug. Auf die gesetzliche Mindeststrase wurde erkannt, weil der Angeklagte in Rvt war und weil er den Schaden inzwischen wieder gutgemacht hat.
Mit einem Mongt Gefängnis wegen Urkundenfälschung wurde ein Ingenieur bestraft, der für ein kleines Darlehen, das er erhalten hatte, nachträglich ein gefälschtes Sparkassenbuch als Sicherheit gab.
SJL-tfpont
Spielvereinigung 1900 Gießen.
„Olympia" Frankfurt in Gießen zu Gast.
Die Spielvereinigung 1900 hat sich als Gegner ihrer Liga einen Vertreter ber Frankfurter Kreisliga verpflichtet. „Olympia" Frankfurt hat sich in ben Verban'bsfpielen einen guten Tabellenplatz gesichert unb sollte auch für bie Blauweißen einen ebenbürtigen Gegner abgeben. Es interessiert beson- bers, baß sich bie Gäste bes morgigen Sonntags gegen bie Liga bes VfB. Friebberg mit einem Un- entfchieben von 3:3 halten konnten unb dadurch einige Spielftärke unter Beweis gestellt haben müssen. In Langen konnte bie Mannschaft mit 3:1 siegreich sein. Die 1900 treten ben Gästen voraussichtlich in stärk- fter Aufstellung gegenüber. Allerbings ist Heilmanns Mitwirkung noch fraglich. Der Ausgang bes Kampfes ist (Entscheibenbes läßt sich über bie Spielstärke ber Gastmannschast nicht sagen, bevor man sie spielen sah) durchaus offen. Ein Sieg bürste aber ben 1900ern kaum gegeben fein, wenn sie roieber so schlecht spielen, wie am vergangenen Sonntag gegen ben Lokalgegner. Der Platzvorteil allein wirb bas Spiel nicht entscheiben.
Die Ligareserve tritt gegen bie 1. Mannschaft von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg an, bie in letzter Zeit von sich reben machte. Das Vorspiel enbete 3:1 für Seinberg, unb bie 1900er mußten sich beugen, denn bie Gäste bes morgigen Sonntags spielen ausgezeichnet Fußball. Das bewiesen Sie auch im Spiel gegen bie Liga bes VfB. 1900 wird auch hier bie stärkste Vertretung ins Felb stellen "müssen, wenn ihnen auf eigenem Platze nicht auch eine Nieberlage beschert sein soll. Die Leyrmannschaft hat bie 1. bes VfB. Aßlar zum Gegner. Die 1900er sollten sich auch hier, wenn auch erst nach Kampf, erfolgreich burchsetzen. Die 4. Mannschaft trägt ein Spiel gegen „Teutonia" Steinberg II aus. Das Vorspiel entschieden bie Blauweißen für sich unb auch biesmal liegt ein Sieg, zumal bas Spiel auf eigenem Platze ausgetragen wirb, im Bereich ber Möglichkeit: bie Gäste bürfen nicht unterschätzt werben. Die V. empfängt bie II. des VsR. Lich. In ber Gießener Mannschaft befinden sich viele Anfänger unb bie Spielstarke der Licher ist nicht bekannt, so daß es auf ber Hut zu sein gilt, wenn eine Ueberraschung Dermieben werben soll.
3ugcnbfpiele.
Die 1. Jugenb empfängt bie 1. von Nibba im Gesellschaftsspiel, bie 1. Schüler fahren zu einem Rück- spiel nach Großen-Buseck. 2. unb 3. Jugenb finb spielfrei.
BfB. Gießen.
Der VfB. hat am morgigen Sonntag sechs Mannschaften im Spielfeld. Die Ligareserv»>tritt gegen die 1. Mannschaft von Heuchelheim an, die 3. Mannschaft spielt auf eigenem Platze gegen die 1. Mannschaft von Steinbach. Die Alten Herren spielen ebenfalls auf eigenem Platz gegen eine kombinierte Mannschaft von Lollar. Die 1. Jugend empfängt die 1. Fugend von VfB. Kurhessen Marburg und hat damit einen spielstarken Gegner vor ber Klinge. Die 2. Fugend tritt auf dem Waldsportplatz gegen die 1. Fugend von Watzenborn-Steinberg an, während die 1. Schüler in Heuchelheim gastieren.
Gchiedsnchiervereinigung Gießen.
Schiedsrichiervereinlgung Gießen — Buhbach Alte Herren.
Eine Mannschaft ber Gießener Schiebsrichterver- einigung, beftend aus burchweg älteren Schiebs- richtern, weilt heute, Samstag, in Butzbach, um gegen bie bärtigen Alten Herren ein Gefellfchafts- spiel auszutragen. Die älteren Schiebsrichtern finb bemüht, sich burch berartige Spiele ihre körperliche Wiberstandskraft zu erhalten unb mit ben Vereinen engere sportliche Beziehungen zu pflegen.
Sportverein 1920 Heuchelheim.
Die 1. Mannschaft bes Sportvereins Heuchelheim empfängt am Sonntag bie voraussichtlich durch einige Ligaspieler verstärkte Ligareserve bes VfB. Gießen. Die Gäste bürsten bas Spiel für sich entscheiden, denn sie befinden sich gegenwärtig in ausgezeichneter Form. Die Platzmannschaft wirb alles aufbieten müssen, wenn sie ein ehrenvolles (Ergebnis erzielen will. Vorher stehen sich bie Schülermannschaften ber beiben Vereine gegenüber.
Gporlabieilung des Turnvereins Lollar
Am tommenben Sonntag empfängt bie Sportabteilung bes Tv. Lollar brei Mannschaften ber Spiel» Vereinigung Leihgestern. Zuerst spielen bie zweiten Mannschaften, sodann treten die ersten Mannschaften an, den Beschluß der Spiele bildet bas Treffen ber Schüler. Die 2. Elf sollte sich einen Sieg sichern können. Der Ausgang bes Spieles ber beiden ersten Mannschaften ist ungewiß. Don ben Schülern erwartet man weniger einen harten Kampf um ben Sieg, als ein schönes Spiel.
Handball im Gau Hessen (O.T.)
Lang-Göns I — Hörnsheim I 3:4 (3:1).
Beibe Mannschaften lieferten sich in Lang-Göns einen (pannenben Kampf. Die Einheimischen gingen bald in Führung unb lagen bei Halbzeit mit 3:1 Toren in Front. Nach der Pause konnten bie Gäste das Spiel etwas überlegener für sich gestalten unb als glücklicher Sieger ben Platz verlassen. Bei bem Treffen der zweiten Mannschaften entschied bas bes
sere Zusammenspiel ber Einheimischen. Mit 4:1 Toren enbete das Spiel für Lang-Göns.
Die 1. Mannschaft des Turnvereins Stein- Linden tritt am kommenden Sonntag inLützel- linden gegen die 1. Mannschaft des dortigen Turnvereins an. Der Ausgang des Freundschaftsspieles ist nicht vorherzusagen. Klein-Lindens Zweite empfängt auf dem hiesigen Sportplatz bie Zweite von Lützellinden.
In Großen-Linden herrscht am Sonntag Hochbetrieb. Die 1., 2. und die Schülermannschaft des Tv. Großen-Linden empfängt die gleichen Mannschaften bes Tv. Lang-Göns. Den Reigen der Spiele eröffnen die Schüler, sodann spielen die beiden 1. Mannschaften (hier sollten bie Großen- ßinbencr, wenn sie an bie Leistung in Alsfeld an- knüpfen, den Sieger stellen), zum Schluß treten die 2. Mannschaften an. Auch hier sollten die Platzbesitzer' siegreich fein.
Schlepp-Flugversuche im Gießener Flughafen.
Auf dem Flugplatz ist ein Hochleistungs- Segelflugzeug neu in ben Dienst gestellt worben, mit bem Schleppversuche vorgenommen werben sollen. Bei ben Schleppstarts, bie aus ber Ebene erfolgen, wird bas Segelflugzeug an einem 100 Meter langen Stahlkabel von einem Motorflug, zeug in bie Luft geschleppt und in einer gewissen Höhe von dem Motorflugzeug gelost, um bann felb- ftänbig ben Flug fortzusehen. Bei dem auf unserem Flugplatz in Dienst gestellten Segelflugzeug handelt es sich um ein Hochleistungs-Segelflugzeug, Type „Kassel 25", mit einer Spannweite von 18 Meter und einer Länge von 6,5 Meter. Das Flugzeug ist von dem „Fieseler Flugzeugbau" in Kassel hergestellt. Nach einer genügenden Anzahl von Versuchen wird das Segelflugzeug von der Südwestdeutschen Sport- fliegeroereinigung zu Vorführungen auf Flugtagen zur Verwendung kommen. Die Südwestdeutsche Sportfliegeroereinigung veranstaltet morgen Sonntag einen Flugtag in Hungen. Der nächste Sprech- abend findet am 27. April statt.
Launsbach — ^odheim - Kinzenbach.
Launsbach
siegt abermals im Gerätemannschaftskampf.
Der Gerätemannschaftskampf zwischen den Mannschaften der Turnvereine Launsbach, Kinzenbach und Rodheim (Bieber) gelangte nunmehr zum dritte Male zum Austrag. Launsbach stellte abermals den — allerdings glücklichen — Sieger vor Rodheim. Rodheim war in den Leistungen gleichwertig, lieh aber die nötige Routine im Wettkampf vermissen. Außerdem war die Mannschaft gerade am ersten Gerät (Pferd) von viel Pech verfolgt. Der Sieger könnte sich infolgedessen schon am ersten Gerät einen Dorsprung
Nachdem ber Polizeisportverein Butzbach mit feinem Hallen-Handball-Turnier vor einiger Zeit beispielgebend oorausging, hat nun die Gießener Turnerschaft die Initiative ergriffen und für den kommenden Sonntag zu einem Turnier eingelaben. Diese Handball-Turniere sollen — hier geht die Turnerschaft einen Schritt weiter — eine ständige Einrichtung werden. Jeweils nach Schluß und vor Beginn einer neuen Sommerspielzeit will man sich in Zukunft in der Halle ein Stelldichein geben. Der Handballsport wird auf diese Weise Freunde gewinnen, die er sonst nicht gewinnen konnte.
Für den kommenden Sonntag wurden nicht weniger denn 16 Mannschaften verpflichtet. Turner und Sportler werden um ben Sieg ringen. Vier Vereine finb aus dem Lager ber DSB. 11 aus ber Deutschen Turnerschaft und außerdem nimmt bie Bataillonsmannschaft teil. Die Kämpfe werben in zwei Gruppen ausgetragen. Der Sieger wirb in Vor-, Zwischen- unb (Enbrunbe ermittelt. Die Mannschaft, Die in ber Vorrunde verliert, scheibet sofort aus bem Kampfe aus.
In ber Gruppe I treten sich gegenüber: Mv. Gießen — Polizei Butzbach
Tgmbe. Friebberg — Tv. Großen-Buseck
Tv. Bab Homburg — Bataillon Gießen
Tv. 1846 Gießen — VfL. Wetzlar.
Eine Voraussage über ben Ausgang ber Kämpfe in dieser Gruppe ist nur schwer möglich. Mtv., das Bataillon, die Polizei Butzbach und Großen-Buseck stellen vorzügliche Mannschaften. Polizei Butzbach hat die meisten Aussichten. Die anderen sind aber durchaus ernste Konkurrenten.
In ber Gruppe II sind folgende Begegnungen vorgesehen:
1900 Gießen — Tv. Heuchelheim Tv. Münchholzhausen — Tv. Krofdorf T. u. Spo. Marburg — Mtv. II Gießen Tv. Pohl-Göns — VfB. Gießen.
In ber Gruppe II erscheinen verschobene Mannschaften, bie zum ersten Male in ber Halle auftreten. Die Situation ist infolgebessen unklar. Heuchelheim gefiel beim letzten Turnier sehr gut und hat eigent-
sichern, der nur schlecht aufzuholen war. Launsbach konnte den VorsprunL am Barren noch etwas vergrößern. Kinzenbach und Rodheim hielten sich an diesem Geräte die Waage. Das Reck brachte die Rodheimer etwas in Front, der Vorsprung, den Launsbach hatte, wurde etwas verringert, Kinzenbach lag hier in der Einzelvorführung knapp hinter Launsbach. Das Ergebnis an den Geräten lautete: Launsbach 498 Punkte, Rodheim 494 und Kinzenbach 465 Punkte. Bei den Freiübungen erzielte Launsbach 52, Kinzenbach 51 und Rodheim 50 Punkte, so daß sich das Schlußergebnis auf 450 Punkte für Launsbach, 444 für Rodheim und 416 für Kinzenbach stellte.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Am Sonntag ist Heuchelheim mit drei Mannschaften in Großen-Linden zu Gast. 2m Vorspiel konnte Heuchelheim 1. überlegen Sieger bleiben und wird sich auch diesmal den Sieg nicht streitig machen lafWi. Ob es aber auch bei den unteren Mannschaften zum Siege reichen wird, ist fraglich. Saubringen 1. ist in Grimberg zu Gast und sollte Sieger bleiben. Londorf 1. hat Lollar 1. zum Gegner. Lollar hat die besseren Aussichten.
Annerod 1. ist in Lang-Göns zu Gast unb sollte einen Sieg mit nach Hause bringen. Lich 1, und Hungen 1. dürften sich in Lich ein gleichwertiges Spiel liefern. Hungen 2. ist in Lindenstruth zu Gast. Saasen 1. hat Großen-Buseck 2. zum Gegner und sollte als Platzbesitzer siegreich sein. »
Zum Aufstiegspiel zur K re is klasse stehen sich am Sonntag in Altenstadt (Meister des 6. Bezirkes) Altenstadt 1. und Allendorf (Lahn) 1. (Meister des 3. Bezirkes) im Vorspiel gegenüber. Beide Gegner stellen junge, flinke Mannschaften, die eine ruhige Spielweise pflegen. Der Ausgang des Kampfes ist offen.
Handball.
Aus dem Trieb stehen sich am Svnntagvor- mittag Gießen 1. und Wieseck 1. in einem Freund«, schaftsspiel gegenüber. Wieseck tritt mit verjüngter Mannschaft an, die einen schweren Stand haben wird. Trotzdem dürfte ein abwechslungsreiches Spiel zu erwarten sein.
Gerate-WeUkamPf.
Wieseck — Offenbach.
Rachdem in den einzelnen Bezirken des 9. Kreises die Bezirksmeister im Mannschafts-Geräteturnen ermittelt worden sind, beginnen am Sonntag die Wettkämpfe der Bezirksmeister um die Kreismeisterschaft. Beteiligt hieran sind die Vereine Dreieichenhain (1. Bezirk), Frankfurt-Böcken- heim (2. Bezirk), Wieseck (3. Bezirk), Offenbach (4. Bezirk) und Weisenau (5. Bezirk).
Zum ersten Wettkampf empfängt nun Wieseck die Offenbacher Geräteturner. Der Wettkampf bringt nur Kürübungen an den drei Hauptgeräten (Darren, Pferd, Reck) und 10 Minuten Gymnastik.
lich bie besten Aussichten auf den Sieg in dieser Gruppe.
Als Schiebsrichter sind bewährte Kräfte gebeten woben. Wilke (Frankfurt), ßangsborf (Bab- Nauheim), Ientzsch (Gießen), Bauernschub (Wetzlar) unb Rieß (Gießen) haben kein leichtes Amt. Ein Schiebsgericht einzufetzen, hat man nicht vergessen. Die ßeitung ber Veranstaltung liegt in ben Händen ber Spielwarte Mohr (1846) und Ritsert (Mtv.).
Neben den voraussichtlich aus diesmal wieder spannenden Wettkämpfen soll ein abwechslungsreiches Beiprogramm bie Zuschauer unterhalten. Die Reichs- wehrkapelle hat ihre Mitwirkung zugesagt. Die Damen ber Turnvereine Mtv. unb 1846 flehen sich im Faustballspiel gegenüber. Die Faustballmannschaft bes Mtv. ist seit langer Zeit Gaumeister und ist eigentlich in diesem Treffen zum Siege verpflichtet. Sie werden allerdings in ben Damen von 1846 keinen leichten Gegner finden. Eine Riege ber Gießener Turnerschaft wirb ihr Können am Barren zeigen. Schick, Reuter unb Burkhardt sind dabei. Fräulein Will und Herr ßoh vom Gießener Eisverein werden Rollschuhkunstläufen zeigen. Ein Aufmarsch ber etwa 200 Sportler in buntem Dreß, der sehr einbrucksvoll zu werben verspricht, Musik und eine Ansprache des 1. Sprechers ber Gießener Turnerschaft, Unioerfitäts - Bureaubirektor (Erle, werben die Veranstaltung einleiten. Die Preisverteilung findet im Anschluß an bie Wettkämpfe in ber ßiebigshöhe statt. Für bie Siegermannschaft ber Gruppe I ist als Preis eine große gerahmte Plakette ausersehen, ber Sieger ber Gruppe II erhält eine künstlerisch ausgeführte lose Bronzeplakette, bie 2. unb 3. Sieger erhalten Diplome.
Der Wettbewerb, ber ßanb» und Stadtvereine, Turn- und Sportvereine einander gegenüberstellt, wird seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Der Ausgang der Spiele wird interessante Pergleiche über die Spielstärke ber Mannschaften unter sich zulassen. Das Zustanbekommen der Veranstaltung ist ein schönes Zeichen ber Zusammenarbeit, bie heute zwischen Turn- unb Sportvereinen,. zwischen Stabt unb ßanb, immer mehr gepflegt wird. (Man beachte die heutige Anzeige.)
Erste« Hallen-Handball-Turnier der Gießener Tnrnerschast.
Eine Großveranstaltung in ber Voltshalle. — 16 Mannschaften im Wettbewerb.
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