Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 23. April 1932.
Jtn Sandhaufen.
Hoben Sie schon» einmal den Kopf in den Land gesteckt? Ich alcrvbe. wir alle haben dies selbstbetrügerische Kunststück bildlich schon des öfteren au-geübt. Ohne Zweifel. Denn seit Iahren, seit mehr al- einem Iahrgehnt, fordert die Zeit ja direkt dazu herau s. Wohin wären wir gelangt, hätten wir uns immer klargemacht, was kommen konnte, muhte, lont-? Kopf in den Land gesteckt — vielleicht??
Aber ernst beiseite. Heute steckte ich den Kopf zum Fenster heraus und sah da zum ersten Male in meinem Leben, tone jemand den Kopf tatsächlich in den Sand steckte. Gs hing nicht im entserntesten mit Politik zusammen, denn e- war kein Vogel Strauß aus der Strafte, auch keine Gefahr vorhanden. Vielmehr nur eim großer Haufen Sand, der gerade halb aus dem Bürgersteig, halb auf dem Fahrdamm au-geschüttet worden war.
Al- seine natürliche: Folgeerscheinung stellten sich im Handumdrehen.' Kinder ein. Ein halbe- Dutzend kleiner Kinder^ die bekanntlich mit un- ?laublich feiner Sandvsitterung ausgerüstet sind notabene Thema für <trnc psychologisch-physiologische Dvktorarbeit, die Deshalb durchaus nicht zu versanden braucht).
Also die Kinder waren in ursächlichem Zufam- menhang sofort nach bem Sandabladen erschienen. Sie näherten sich schüchtern. Sie traten hinzu. Sie traten hinauf, hinein, sie versanken in Glück und Sand, sie schacuselten und gruben mit kleinen, seligen, schmutzigen Händen, sie bespritzten sich mit Sand, sie streuten sich Sand in die Augen (wiederum ganz unpolitisch aufzufassen), in die Schürzen, sie stopften ihn in die Taschen — kurzum, sie erschöpften alle Möglichkeiten. Außer der einen.
Doch auch fie kam an die Reihe. Durch ein kleine- Mädchen. ES lief sehr ungeschickt herbei, fiel längelangs mit der TLafe auf den Sandhaufen und blieb sprachlos vor Erstaunen liegen: „Rcmu? da- tat ja gar nicht weh!" Lind nun ausgerichtet, vornübergebeugt Kopf tief in den Sand vergraben, wieder he «au-gezogen, wieder hineingesteckt. Beine hoch — ging nicht, also bloß den Kopf mit all seinen krausen Locken in den Sand gesteckt. Immer und immer noch einmal.
Das Schicksal in Gestalt ei.aes Maurer- nebst Handkarren und Spaten bereitete — ach wie so bald — dem rinnenden Sand dieser Stunde, nein, dieser Stunde rinnenden Sanders, ein jähes Ende. Kein Glück, auf Sand gebaut, ist von Bestand.
Rur die Erinnerung bleibt. Wachgehalten im Falle de- kleinen Mädchens, durch ein kaum auSzumalendeS Kopfjucken, daS in der Mutter zuerst einen fürchterlichen Deichacht, und nach beruhigender Lokalinspektion die (wiederum gänzlich unpolitisch gemeinte) grenzenlos erstaunte Frage auslösen wird: „Qlber Kind, du hast wohl den Kopf in den Sand gesteckt!" E. v. M.
Derwattungsselretär Maus t-
Gestern mittag ift der städtische DerwaltungS- sekretär Karl M-aus unerwartet durch einen jähen Tod im 46. Lebensjahre in bte Ewigkeit abberufen worden. Der allzufrüh Dachingegangene war durch seine Tätigkeit im städtischen Verkehrsamt und durch fein Wirken als Schriftführer und ehrenamtlicher Geschäftsführer des Derkehrs- und Verschönerungsvereins, wie auch- als ehrenamtlicher Geschäftsführer de- Volkshai le-Derei ns in weiten Kreisen unserer Stadt und darüber hinaus bekanntgeworden. Mit allezeit großem Eifer widmet« er sich den Aufgaben der Giofjener Verkehrswerbung. die in ihm einen ihrer heften Vorkämpfer und Förderer hatte. Bei alten großen Werbeveranstaltungen, die feit dem Wiederaufleben des Derkehrsvereins im Iahre 1922 und feit der Einrichtung des städtischen 'Verkehrsamtes ftattfanben und der heimischen Wirtschaft nützlich waren, stand der Heimgegangene mit im Mittelpunkt der Vorbercitungs- und Durchführungsarbeit, die durch seine Anregungen und dwvch seine praktische Tätigkeit stets fruchtbar beeinflußt wurde. Ferner hat er fich um die Geltung unserer Stadt aus dem Gebiete der Verkehrswerbung in Deutschland und im Auslande stets in sorgsamster Weise bemüht, und er konnte in Vielen Fällen mit Genugtuung vermerken, daß auch .nach dieser Richtung hin seine Arbeit für unser Gemeinwesen von Vorteil war. Richt nur feine bereitwillige ehrenamtliche Mitarbeit an den Aufgaben der Allgemeinheit, sondern auch die Geradheit seines dienstlichen Wirkens als Beamter der Stadtverwaltung und sein entgegenkommendas Wesen, soweit feine Amtsverpflichtungen es ihri ermöglichten, brachten ihm die Wertfchätzung wer»- ter Kreise der Bürgerschaft. Dos Andenken an den Entschlafenen wird in unserer Stadt, besonder- in der Geschichte der Gießener Verkehrs- Werbung, in Ehren lebendig bleiben.
OieStraßenreinigungSpflichtmGießen
Lin Urteil von großer Bedeutung.
Der Besitzer eines größeren Anwesens in der Rodheimer und Schlachthofstraße (Pulvermühle) ist feit etwa 40 Iahren nicht zur Reinigung des Bürgersteigs vor feinem Grundstück herangezogen worden. Erst im vorigen Winter erreichte ibn das Verhängnis in Gestalt eines Strafbefehls
über 3 Work unter der Anschuldigung, die Entfernung d«S in der Rächt vom 19. zum 20 Dezember gefallenen Schnees von dem an seiner Straßenfront gelegenen Bürgersteig unterlassen zu haben. Die Bestrafung erfolgte auf Grund der Ortssatzung vom 15. April 1929 betreffend die Reinigung der Straße und die Wcgschassung des Mülls, ergänzt durch eine Rachtragsoervrdnung vom 9. September 1930.
Der Beschuldigte erhob Einspruch, über den nach einem gerichtlichen Augenschein, zu dem auch ein Vertreter des Tiefbauamts zugezogen worden war, jetzt vor dem hiesigen Amtsgericht verhandelt wurde. Seine Verteidigung gipfelte darin, er fei fein Anlieger im Sinne der Ortsfatzung. sein Gelände grenze nicht an die Straße. eS liege von ihr abseits und beträchtlich tiefer als diese: die Llrahe falle in einer Böschung nach seinem Grundstück zu ab, zwischen dieser und seinem Gelände befinde fich städtischer Grund und Boden, auf dem. ebenso wie aus der Böschung. Gras wachse, das die Stadt versteigere. Deshalb sei er kein .Anlieger". WaS die Schlachthofstraße anlange, so sei diese keine Bebauungsanlage, auch fei gar fein Bürgersteig vorhanden und schon deshalb bestehe für ihn feine Reinigungspflicht.
Die Verteidigung hatte feinen Erfolg. Der Beschuldigte wurde verurteilt, und der Richter gründete fein Urteil vorwiegend auf die oben erwähnte Ergänzung des Ortsstatuts, die besage, daß eine Reinigungspflicht des Anliegers auch dann gegeben fei, wenn zwischen dem Grundstück und der Straße eine öffentlichen Zwecken dienende Grundfläche (Grünanlage, Graben. Anlage) liege. Dies sei hier der Fall. Das Zwischengelände. die Böschung und die eigentliche Straße feien als ein Ganzes zu betrachten, sie bildeten grundbuchmäßig auch eine Parzelle. Die Fläche, die zwischen der Böschung und den Gärten des Beschuldigten liege, diene ebenso, wie die unmittelbar daran anstoßende Böschung selbst, zur Stützung und zum Schuhe der Straße, also au öffentlichen Zwecken. Derartige und ähnlich« Verhältnisse seien beim Straherchau gang und gäbe. Die Reinigungspflicht in der Schlachthof- straße wurde damit begründet, daß e- gleichgültig fei, ob diese betreut werd« oder nicht. Fraglos sei sie eine öffentliche, zu allgemeinem Gebrauch freigegebene Straße, es sei auch ein Bürgersteig vorhanden, wenn dieser auch nicht in die Augen falle und nur mit KieS bedeckt fei. Zudem stoße das Grundstück des Beschuldigten hier unmittelbar an die steile Böschung, ein Zwischengelände existier« nicht. Das Gericht erkannte auf die Minimalstrafe (1 Mark), da es sich letzten Endes nur um eine prinzipielle Frage handle, an deren Austragung eine ganz ansehnliche Zahl von Hausbesitzern, die sich in gleicher oder ähnlicher Lage befänden, beteiligt fei.
Oie Gießener Freiwillige GanitätSkolonne im Iahre 1931.
Di« Gießener Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz hat auch im vergangenen Iahte wieder eine außerordentlich reg« Tätigkeit im Dienste der Rächstenliebe entfaltet. Zu 4444 Hilfeleistungen wurden die Mannschaften in Anspruch genommen. Davon wurden 1191 als Krankentransporte durchgeführt. Die Krankenpflegegeräte wurden in 401 Fällen zur Verfügung gestellt. Bei Rachttvachen, Desinfektionen, beim Baden und Ilmbetten wurde insgesamt 141 mal Hilfe geleistet. Außer einer ständigen Rettungswache stellte die Kolonne aus besonderen Anlässen 47 Sanitätswachen. Durch käufliche Llebernahme des Krankenwagens der Stadt kam die Kolonne in den Besitz der in Gießen vorhandenen drei Spezialkrankenkrasttoagen. Für den Gasschutz- dienst wurden die Gasausrüstungen I und H, nach Vorschrift des Deutschen Roten Kreuzes, beschafft. Die Kolonne zählt z. Z. 123 Mitglieder. Es wurden insgesamt 12 Hebungen, davon 3 mit auswärtigen Kolonnen, und eine Racht- alarmübung abgehalten. Als Beitrag zur Winter- nochilfe errichtete die Kolonne in ihrem Depot eine Wärmestube für alte und hilfsbedürftige Menschen, die von 4342 Personen in Anspruch genommen wurde. Ein Ausbildungskursus für Betriebshelfer sand in der Zeit vom 19. Oktober bis 23. Rovember statt: 85 Personen nahmen daran teil. Die Sanitätskolonne stellte damit erneut ihre Bedeutung für unsere Stadt eindrucksvoll unter Beweis. Die viele uneigennützig geleistete Arbeit verdient warme Anerkennung.
Oberhessifcher Kunstverein.
Die Tischbein-Ausstellung ist — so schreibt man uns — am letzten Sonntag geschlossen worden und -wird auf Grund ihrer vielseitig anerkannten Bedeutung von der Gemäldegalerie Kassel übernommen.
Im Turmhaus am Brandplah kommen nun wieder lebende Künstler zu Worte: zwei Maler, die zwar keine Hessen sind, aber hier in Ober- Hessen viel gearbeitet haben. In erster Linie stellt Ferdinand Steiniger, Dresden, eine große Anzahl seiner Arbeiten aus. Der Ober- hessische Kunstverein hat das Iahr des 50. Geburtstages des Künstlers gerne benutzt, um den zahlreichen Freunden eine Gesamtschau seiner Arbeiten zu bieten. Ferdinand Steiniger, 1882 in Leipzig geboren, ist ein Schüler von Eugen wracht und Oskar Zwintscher. In den Iahren 1916 21 weilte er als Gast im Schloß zu Hungen
und hat von hier aus die Reize der oberheffi- schen Landschaft kennengelernt, die er in mannigfachen Radierungen und Aquarellen sestgehalten hat- Das Iubiläum seines 50. Geburtstages wird nicht jede Hoffnung erfüllen, die Ferdinand Steiniger für diesen Zeitpunkt gehegt hat. Die letzten schweren Wirtschaftsjahre haben auch feine Trist enz und seine Arbeitsfreude stark bedrückt, und wie viele Wünsche auf guten Erfolg mag er seinen Blättern beigelegt haben, als er sie von Dresden auS hierher sandte. Dir hoffen deshalb für ihn und mit ihm auch auf den verdienten materiellen Erfolg seiner Iubiläums-AuSstellung.
Der andere Künstler, Franz Huth. Weimar, ist den oberhessischen Kunstfreunden feit langem bekannt. Er hat sich bereitgefunden, dem Ober- hesfischen Kunstverein eine Anzahl von Aquarellen zu überlassen, die Innenräume aus den Goethehäusem in Weimar und Frankfurt dar- stellen. Vielleicht können diese Bilder des äußeren Lebensrahmens unseres Dichters manchem Besucher bei ruhiger Betrachtung den Eindruck von der großen Persönlichkeit erweitern und vertiefen, und damit ein kurze-, stille- Goethe- gedenken wachrusen.
Gictzcncr Wochcnmarktprcisc.
* Gießen, 23. April. Es kosteten auf dein heutigen Wochenmarkt Süßrahmbutter Pfund 1,30; Landbutter 1,20; Matte 25 bis 30; Wirsing (gelb) 15 biS 20; Wirsing (grün) 25; Weißkraut 10; Rotkraut 12 bis 15; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 10 bis 15; Llntetkohlrabi 5 bis 8; Grünkohl 10 bis 15; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 50 bis 60; Zwiebeln 18 bis 20; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 25 bi- 35; Kartoffeln 4,5; Dörrobst 25 bis 30; Honig 40 bis 45; junge Hähne 80 bis 90; Suppenhühner 70 bis 80; Rüsse 35 bis 40; Käse Stück 5 bis 10; Tauben 60 bis 70; Eier 6 und 7; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 20 bis 25; Salatgurken 50 bis 60; Lauch 5 bis 10; Sellerie 10 bis 40; Radieschen Bund 10 bis 15; Rettich (neue) 20 biS 25; Kartoffeln Zentner 3,80 bis 4,00; Weißkraut 6,00 bis 6,50; Wirsing (gelb) 12,00 bis 15,00: Wirsing (grün) 20,00 bis 22,00; Rotkraut 8,00 bis 9,99; Aepfel 10 bis 15.
Borno1i;cn.
— Tageskalender für Samstag: Kurz- schristoerein von 1861, 20.30 Uh^Cafs Ebel, Hauptversammlung. — Bauerscher Gesangverein, 20.30 Uhr, Dereinslokal, Generalversammlung. — „Ein- horn"°Saal, 11 bis 19 Uhr, Hess. Hygiene-Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Brau, von der man spricht". — Astoria-Lichtspiele, eltersweg: „Mann über Bord". — Wiesecker Licht- spiele, 20.30 Uhr, „Die Mutter der Kompanie".
— Tageskalender für Sonntag: Stadt- theater, „Liebelei", vorher „Der verwandelte Komödiant", 19 bis 21.45 Uhr. — Oberh. Kunftverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Uhr, Iubi- läums-Ausstellung. — Philosophenwald, 16.15 Uhr, Großes Militär-Konzert. — NSDAP., 20.30 Uhr, Cafe Leib, Deutscher Abend. — DHC., „Karlsruhe", Stiftungs- und Auszeichnungsfeft. — Kath. Vereins- Haus, 15 Uhr, Kasperle-Theater. — „Einhorn"- Saal, 11 bis 19 Uhr, Hess. Hygiene-Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15 Uhr, „Äeiße Schatten"; 15 Uhr: „Die andere Seite". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Mann über Bord". — Wiesecker Lichtspiele, 16 und 20.30 Uhr: „Die Mutter der Kompanie".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag. 24. April, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen die Doppelvorstellung von Arthur Schnitzlers Schauspiel „Liebelei" und Stefan Zweigs Spiel aus dem deutschen Rokoko „Der verwandelte Komödiant". „Liebelei" hat zum Mittelpunkt die Gestalt des „Süßen Mädels", eine Figur, in der alles lebt, was die Zeit der Iahrhundert- toenbe an herzlicher Lieblichkeit zu geben hatte. Die Inszenierung Karl Heysers bemüht sich, in Kostüm und Bühnenbild ein getreues Abbild der Zeit zu geben, in der das Stück entstand. Vorher: „Der verwandelte Komödiant". Spielleitung Wolfgang Kühne.
— „W e i h e Schatte n." In einer Frühvor- stellung im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, wird am morgigen Sonntag ein Film gezeigt werden, der wieder in die Welt der Eüdsee führt. Der Dildstreisen schildert das Eindringen des weißen Menschen in das unbekümmerte Dasein der Insulaner. den verhängnisvollen Einfluß, der dort unten von Alkohol und billigen Dingen ausgeht und die Eingeborenen in Elend bringt. Er schildert aber auch, wie ein einzelner Mann, ein Weiher, ein Inselvolk vor der Gefahr der Weißen behüten will und dabei sein Leben opfert. Schöne Landschaftsbilder, Aufnahmen von der Perlen- fischereiz Bilder von den Gebräuchen und dem Leben der Eingeborenen auf den Marquefas-In- feln und eine spannend gestaltete Handlung dürften den Film als besonders sehenswert erscheinen lassen. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
— NSDAP. Morgen, Sonntag, 20.30 Uhr, Deutscher Abend im Cafs Leib. Redner: die Herren Dr. Blank und Bartholomaus. (Siehe heutige Anzeige.)
— Kasperle-Theater. Morgen Sonntag, 24. April, 15 Uhr, wird im Katholischen Bereinshaus wieder Kasperle gespielt. Es werden für jung und alt zwei frohe Stunden werden. (Siehe gestrige Anzeige.)
ee Ein japanischer Offizier in unserem Bataillon Der japanische Major W a k a m a t s u wurde zur Dienstleistung bei« 1 Bataillon Inf -Rgt 15 in Gießen für die Zeit vom 2. Mai dis 31-Iuli kommandiert.
** Dien ft jubiläum Heute kann Herr Karl Rohrbach aus Wieleck auf eine 25jährige Tätig- feit bei der Balmdafsbuchbandlung Baternahm in Gießen zurückblicken.
" Die Senkung der evangelischen Lokal-Kirchen st euer genehmigt DaS Evangelifche Landeskirchenamt als Aufsichtsbehörde hat der von der Gesamtkirchengemeindevertretung der Evangelischen Gemeinde Dießen in der Sitzung vom 5 April mit großer Meyr- heit beschlossenen Senkung der Lokalkirchensteuer von 6 Prozent im Boriahre auf 5.25 Prozent für daS Rechnungsjahr 1932 zugestimmt. "Nachdem durch diese Steuersenkung den Wünschen der Steuerpflichtigen um Steuererleichterung Rechnung getragen ist, darf wohl erwartet werden. daß künftig die Reklamationen gegen di« Kirchensteuer sich erheblich vermindern werden.
• * Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet.
• • Der Hilfsverein für d i e Geisteskranken in Hessen wird in der Zeit vom 25. April bis 15. Mai hier eine Haussammlung von Geldspenden veranstalten. Das menschenfreundlich« Werk des Vereins fei unseren Mitbürgern zur Unterstützung bestens empfohlen.
• * Die Bekämpfung der Schnaken» plage betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil die sich an die Grundstückseigentümer wendet. Die Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.
• • Senkung der Branntwein st euer. Die in einem Teil unserer gestrigen Auflage enthaltene Meldung über die Senkung der Branntweinsteuer ist dahin richtigzustellen, daß der Verkaufspreis der Monopolverwaltung von 6 auf 4 Mark (nicht 5 Mark) pro Liter herabgesetzt wurde.
Vollslüche-Bilanz in Alsfeld.
H Alsfeld. 22. April. Die Vol ksküch« in AlSfeld wurd« am 16. April auf Beschluß der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege wieder geschloffen, nachdent sie fünf Monate lang, seit dem 18. Rovember vorigen Iah- reS, geöffnet war. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Pfarrer Hechler, erstattete auS diesem Anlaß einen kurzen Tätigkeitsbericht und sprach dabei allen, die zur Durchführung diese- Liebeswerkes beigelragen haben, den Dank der Arbeitsgemeinschaft aus. 120mal wurde.im Laps« des WinterS gekocht. 10 400 Portionen Mittagessen gelangten zur Ausgabe, durchschnittlich täglich 87 Portionen. 50 Alsfelder Familien nahmen die Volksküche in Anspruch. Die Stadt hatte die Räume für Küche und Vorräte im WeinhauS und im Hoch^eitshaus zur Verfügung gestellt und die Kosten für die Einrichtung der Küche übernommen. 14 freiwillige Helferinnen besorgten abwechselnd die Vorbereitung und die Ausgabe de- Essens. Die Alsfelder Volksküche war ein Bestandteil der überkonfessionell und überparteilich arbeitenden Alsfelder Winterhilfe.
Schweres Autounglück bei Mainz.
Line Jrau sofort tot, vier weitere Insassen verletzt.
WSN. Mainz, 22. April Ein mit zwei Mainzer Familien besetztes Auto, das von Koblenz nach hier unterwegs war, ist kurz vor den Toren der Stadt in der Nähe des Krematoriums infolge der durch den Regen auf der asphaltierten Chaussee herrschenden Glätte ins Schleudern geraten und gegen einen Baum gerannt. Der Wagen überschlug sich einige Male vollkom- men, so daß sämtliche Insassen in weitem Bogen auf die Chaussee und auf die Felder geschleudert wurden. Das Ehepaar Vogel, das die Rücksitze Inne- halle, fiel auf die harte Chaussee auf. Die Frau war sofort tot. Der Mann wurde nur leicht verletzt. Die andere Familie, Ingenieur Röpers mit Frau und Tochter, wurde ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen. Alle drei Personen erlitten Schädelbrüche u n if innere Verletzungen, so daß ihr Zustand zu ernsten Besorgnissen Veranlassung gibt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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