Ausgabe 
22.11.1932 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Abt. 79, Osthofen-Rheinh.

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terNche Schmerlen ein, so baß die Mutter einen *Ir$t zu Hilfe nef. Dieser gab dem Kind ein Me­dikament, wodurch es die Stecknadeln wieder von sich gab. Die Boddin gab unbewegt dieses ge­meine Verbrechen zu, das sie in seinen Einzel­heiten schilderte. Die entmenschte Mutter hat letzt eingestanden, daß sie ihr Töchterchen mit Absicht und Ueberlegung habe töten wollen. Es sei ihr nur darauf angekommen, die 4300 Mark ber Oe- bensversicherung zu erhalten, um dann von ihrem Manne wegzugehen und ihren früheren unsteten Lebenswandel wieder aufzunehmen. Bezüglich des

Starkes Absinken der deutschen Ausfuhr nach Dänemark,

Nein, die Defen sind heute als Individuen" weder heroische, noch romantische Gebilde. Sie sind weder ein Naturwunder, ein Feuerzauber, noch sind lA.>£emutIll9- Sie heizen und man kann anno 1932 nur in den seltensten Fällen hinter ihnen sitzen. Und wenn man zu dieser Feststellung un> bedingt einen sentimentalen Kommentar geben mutzte, dann genügte eigentlich nur ein einziges kleines Wörtchen dasleider"

Lernen strengt an, vor allem Kinder, die sich ja noch in der Entwicklung befinden. Ovomaltine, die ärztlich empfohlene Kraltnahrung aus Ei. Malz. Milch und Kakao, steigert die körperliche Wider­standsfähigkeit. weil sie dem Kinde in konzentr erter Form a le Nährstoffe zu­führt, die es unbedingt braucht. Kinder, die alsFrühstücksgettänkOvomaltine be­kommen. überstehen deshalb die langen Schulstunden vielbesser u.lernen leichter.

Lieber an etwas anderem sparen, aber Ovomaltine nehmen f

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Am Mittwoch, dem 23. No­vember 1932. 20 h c.t, spricht

Dr. Pani Rohrbach

Die Sicchengemeinde Crumbach. Kreis Wetzlar, verkauft vor dem Einschlag gendes Fichtennuhholz:

Lavdwirttchaftskommer-Ausfchuß für Oberheffen.

Sozialdemokratie und Zentrum.

Die fozialdemokra- tscheRhetntsche Zeitung" schreibt in emem ArtikelWarnung an das Zen- te?!V" 'tSchon vor einigen Wochen fiel uns die außerordentliche Vertrauensseligkeit auf die . namhafte Zentrumsführer - wir nennen Sooft unb Stegerwald einem Zufam- menarbeiten mit den Vationalsozialisten ent- gegenbriti^en. Sie sind, so scheint es, davon über- oatz es der bewährten Diplomatie des po­litischen Katholizismus gelingen könnte, den Ra» rnV1 l6mud öurd) Eingliederung in po­litische Verantwortlichkeiterziehen" zu kön­nen. Den guten Glauben der Zentrumsführer s^en wir bedingungslos voraus. Wir teilen ihn bon äuherstem Mißtrauen ^füllt gegen alle Zusagen und Gelöbnisse von rn !rag*n Hitlers, deren jeweiliges taktisches Verhalten nur von einer Erwägung diktiert wird: Auf jeden Fall zur Alleinmacht zu gelangen. Die E.fahrungen der Vergangenheit notigen uns zu einer letzten Warnung an das Zentrum. Es täuscht sich, wenn es glaubt, daß der leidenschaftliche Kampf, den die Sozialdemo­kratie gegen das Papen-Kabinett geführt hat, sie zu einer weniger entschiedenen Haltung ge­gen eine Koalition Hitler-Kaas ver­anlassen würde. Mag das Zentrum noch so optimistisch sein: Hier stehen alle Grundrechte des deutschen Volkes in Gefahr. Eine Zentrums- Partei, die ganz mit Hitler, mit den Bekennern der Gewalt und des Terrors, mit den Söldlingen der Schwerindustrie und den Pionieren der So- zialreaktion im politischen und parlamentarischen Bunde ist, muß sich auf die schärfste Be­kämpfung durch die, Sozialdemo­kratie gefaßt machen. Lange Jahre hat vor allem die rheinische Sozialdemokratie mit dem Zentrum in einer Art von Schuh- und Rot- gemeinfchaft gestanden. Wendet sich jetzt die Zen- trumsvartei an die Hitlerbewegung im Wider­spruch zu allem, was sie bisher getan und pu­bliziert ßat, dann wird die Sozialdemokratie des Rheinlandes im besonderen mit den freien Ge- werkschaften und der ganzen repubikanischen Be­völkerung einen Angriffskampf gegen das Zentrum eröffnen, der ohne Rück - sicht und ohne Schonung geführt werden muß.

Deutschnationale und ASDAP.

StiftbeSiftbe

Va. Schellfische, Kabeljau, Seelachs grüne Heringe, «ratschellfische

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Pfund 40 und 50 Pf.

Rollmops, Bismarckhcringc Heringe in Gelee, Bratheringe Kronsardmen, die Dose 38 u. 68 Pf und lose

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Pfund 35 Pf.

Richard Grünewald

Babnhofstr. 27 «««, Fernspr. 3631

Bienenhonig

feinster Dual., Pfd.

Kleine politische Nachrichten.

Der Herr Reichspräsident empfing in Privataudienz den von Berlin scheidenden öster­reichischen Gesandten Dr. Frank zur Entgegennahme seines Abberufungsschreibens.

*

3n Riga überreichte der deutsche Gesandte in Lettland, Dr. Stiebe, namens der Reichsre» gierung dem langjährigen deutschen Fraktionssüh. rer im lettländischen Parlament und Chefredakteur der .Rigaischen Rundschau", Dr. PaulSchie- mann die Goethe - Medaille des Deut­schen Reiches.

Gießen, den 22. Rovernber 1932.

Hinter dem Ofen.

Ofen" das ist alle Gemütlichkeit. Wenn man ihn ansieht, versteht man, weswegen ein Hund hinter ihm so schwer heroorzulocken ist. Wenn drau­ßen der WinterFeld und Flur" mit Beschlag be= legt hat, dann findet der Sommer wegen dieser ungünstigen Witterung in der Stube statt. Aber bei dieser Verlegung des Sommers in einen ge­schloffenen Raum verändert er seinen Charakter finnz gewaltig. Das liegt wiederum am Charakter öerHauptperson" in - dieser Verwandlungsposse: am Ofen, der in dieses Spiel alle seine persönliche Eigenart mitbringt.

Ofen muß sein. Wenn der Winter naht, sucht man ihn für sich zu gewinnen dadurch, daß man ipn zunächst putzt und pflegt, wie das teuerste Schotzhunochen. Dann versucht man seine Gunst zu erlangen, indem man ihm reichlich und gut zu essen gibt Buchenklötze, Briketts, Koks, Anthrazit - das wirft man ihm, je nach seinem Leibesumfang und einem Appetit, in den Rachen. Und der Ofen <^lna^L behaglich, pafft vor Vergnügen aus dem Schornstein dicke Rauchwolken und heizt aus Dank­barkeit für die Leute, die ihn beköstigen, das Zim­mer dick und warm ein.

® I f ?' 22. Roo. (TU.) Zur Frage der Regie­rungsbildung erklärt dieR h e i n i j ch - W e st. falische Zeitung", daß eine Verständi- 8 u n g z w 1 s ch e n N a t i 0 n a l s 0 z i a 1 i st e n und De u t s ch n a t i 0 n a l e n die einzig reale Möglich- feit |ei. Käme diese Verständigung jetzt zustande, so wäre damit eine Staatsführung auf auto- ritärer Grundlage erreicht, die zugleich eine Verwurzelung im Volke hätte. Eine solche Regierung märe unabhängig dem Reichstag, hätte aber zugleich die Möglichkeit, den Volkswillen zur Durchführung ihrer Maßnahmen in ganz erheb­licherem Maße zu mobilisieren, als das bisher der Fall gewesen sei. DieB ö r s e n z e i t u n g" sieht in dem Fortgang der Debatte ein erfreuliches Anzeichen dafür, daß noch nicht alle Brücken abgebrochen und noch nicht alle Möglichkeiten verschüttet sind. Dem Blatte erscheint eine Ver- standigungzwischendenDeutschnatio- "a / n u n d den N a t i 0 n a I f 0 3 i a l i ft e n , in die selbstverständlich auch dieDeutscheVolks- partei miteinbezogen werden müßte, als eine der wesentlichsten Vorbedingungen für eine im nationalen Sinne wünschenswerte Lösung Die

'tu n 9 vertritt die Auffassung, daß die N«DAP. ihr Ziel nicht auf dem Wege einer parlamentarischen Mehrheitsbildung erreichen könne sondernn-urdurchihreEinschaltungbei oer Bildung einer neuen Präsidial- re gierung der wirklichen nationalen Samm­lung.

Im Haag begannen vor dem Forum des Ständigen internationalen Gerichtshofes die öffentlichen Plä- loyers zur Behandlung des n 0 r w e g i f ch - d ä n i- chen Ostgrönland-Konflikts.

Aus aller Welt.

Der Fall Boddin.

Die weitere Vernehmung der wegen ber» un ihrerTochfer ver­hafteten Frau Boddin in Berlin ergab die Satfadje, baß diese entmenschte Mutter im August &.3. bereits einen scheußlichen Mord, b e r s u ch an ihrer kleinen Tochter begangen hat. Sie gab der Kleinen ein Löffel mit einer Medizin in ber eine Anzahl Stecknadeln enthalten wa­ren. Das Kind weigerte sich zunächst, diese zu sich zu nehmen, wurde jedoch bon der Mutter d^u gezwungen. Bald danach stellten sichfüvch»

Mittwoch, den 23. November 1932, nach- I" .. , ", -»

mittags 2 Uhr. versteigere ich dahier, | Verkäufe I Neuenweg 28,Zum Löwen", zwangs- '

weise gegen Barzahlung.- * 8217D e AUiO-

Gicßrner Wochenmarktpreise.

® ießen, 22. Roo. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Süßrahmbutter Pfund 130 Pf Amdbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30 «äfe Stück 5 bis 10, Wirsing, grün 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüden 8 bis 10, Spinat 15 Unter- Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl' 20 bis 25, Feldsalat 80, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 b>s 6 Kartoffeln, Pfund 3, Zentner 250, Blumen- kohl 30 bis 60, Weißkraut, Zentner 300, Rotkraut ^'-5,00 bis 600, Wirsina grün, Ztr. 400 bis 450, Apfel Ztr. 15 bis 25 Mk. Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Radieschen 10 bis 12, Äep&U5 bls 3°' ®irnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 5 £*6 40. Honig 40 bis 45, junge Hähne

70 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, Gänse 65 bis 75, Enten 80 bis 90, Tauben, Stück 50 bis 60. Eier, ausländische Stück 12 bis 14, inländische 14.

VornoNzen.

° 9 e ale n 6 r für Dienstag r Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr:Peppina". Reichsverband Deutscher Tonkünstler und Musik» lehrer, Ortsgruppe Gießen, 20 Llhr, großer Hör» saal der Universität, Hausmusik. - Institut für Leibesübungen der LIniversität Gießen, 20 15 ilßr tm Studentenhaus, Alpiner Lichtbilder-Vortrag. - Techn. Verein und R. D. Baumeister, 20.15 Mr Goetheschule, Westanlage, Vortrag über Cinheitsbewertung. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:QHata Hari".

~ ? °6eTt ber Gesangschule Frau Herta Meyer. Man schreibt uns: Die Vor- tragsfolge des am Donnerstag, 24. Rovember, 20 llßr tm neuen Saale der Krippe (Eingang Ma gasse unb Evangelisches Schwesternhaus) statt» findenden Konzerts enthält ausschließlich Solo und Ensemblesätze aus Mozarts OpernDon 3UQnZauberflöte",Entführung aus dem Serail undDie Hochzeit des Figaro". Den Schulern soll, wie in jedem Jahre, Gelegenheit gegeben werden, sich in größerer Oeffentlichkeit Horen zu lassen. Durch die Mitwirkung des Gie» ßener Kammerorchesters, das durch einige Herren des Gießener Orchestervereins verstärkt ist, ist es ^möglicht, ii2 aus Fiaaros Hochzeit" gefun;e.:en öaße mit vollem Orche/.er zu begleiten, was in pä­dagogischer Beziehung für die Schüler von beson- derem Wert ist. Am Flügel begleitet Frau Elfriede Fischer. Die Leitung der mit Or­chester gesungenen Sähe, sowie der zur Ein» leiten des zweiten Teils gespielten Ouvertüre zu MozartsII re pastore hat Herr Franz Bauer.

-Der Verein Deutscher Studenten veranstaltet am morgigen Mittwoch, 2) Llhr im Studentenheim am Leihgesterner Weg, einen Dor»

Kopenhagen. 21.Rov. (WT11.) Die han­delsstatistischen Mitteilungen berichten über den Warenumsatz mit dem Auslande u. a., daß in den ersten zehn Monaten dieses Jahres die Ein­fuhr aus Deutschland einen Wert von 252 342 000 Kronen g?gen 411 264 000 Kronen im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte. Die Ausfuhr nach Deutschland einschließlich

Ausfuhr nach Deutschland einschließlich Am nächsten Morgen wiederholt sich das Schau- ^?L5^usfuhr hatte einen Wert von fptel. Er hat wieder Hunger. Und da er nicht spre- 120 701 000 Kronen gegen 148 601 000 Kronen im chen kann, gibt er allen Menschen kund und zu Vorjahre. | wissen, daß ihn hungert denn er wärmt nicht

mepr. Dann muß man ihn wieder versöhnen, mit Anthrazit, Koks, Briketts, Holzkloben. Das geht so einen ganzen Winter lang.

1 Büfetts, Kredenzen, Schreibtische, Sofas, Kassenschränke, Chaiselongues, Bücher- schränke, Radios, Pianinos, Grarnmo- phone, 1 Lederwalze, Registrierkassen, 1 Standerlampe, 1 Photographion, 1 Oelbehalter, 1 Kaffeebehälter, 1 Deb meßapparat, Zigarren, Pfeifen, Mutze, Weine und Schnäpse, Briefkassetten, Schreibblocks Bleisoldaten, 1 Pürsch- buchse, 1 Schrotrepetierflinte, 2 Bücher Orbis lerrarum, 1 MappeDer Schrein der heiligen Elisabeth in Marburg", 12 Bande Gerbart Hauptmann, 1 Drogen- schrank, 1 Photoapparat, 4 Weißbinder- pinfel, Ladentheken, Warenschränke, Ta­schenmesser, Schwämme, Scheren Hosen­träger, Maßstäbe, Messer und Gabeln.

Volk ohne Roumoder Raum ohne Volk?

in dem neuen Studentenheim, Leihgesterner Weg.

Unkostenbeitrag ffir Studie­rende und Schüler 10 Pfennig, sonst 30 Pfennig.

Der Verein Deofsdier Studenten.

Bullenverkauf.

Der abgängige Fleckviehbulle ber Dullenstattvn Dteder-Weifel wird am Steifag, dem 25. November 1932 mittags 1 Uhr am Gemeindefaselstall in Aieder-Weifel zum Schlachten verkauft. Rahere Be- Dingungen werden vor Beginn der Der» steigerung bekanntgegeben.

Dießen, den 21. Rovember 1932.

Ev °luth. «Pfarramt Crumbach.

D gez. Hurras, Pfarrer. Vorsitzender.

Ed. Schäfer, Imker

2lm Ncchrungsb. 10.1 vlatz 7. 6UoV

Auskunft erteilt Herr Förster Klingel- Hofer, Frankenbach. 8211Ö

Angebote bis 28. Rovember. mittags 2 Ayr, an das Eo.-luth. Pfarramt Crum­bach, z. H. des Herrn Pfarrers Kurras.

Aenderungen und Genehmigung vor- oeyatten.

zweiten Mordversuches hat Frau Boddin gestmv» den, die kleine Rosemarie in einer Türnische au&* gezogen zu haben: die Kleidungsstücke packte sie in eine Aktentasche und ging mit dem Töchterchen aus die Brücke, wo sie es über den hohen Drücken­zaun auf die Gleise warf. Rach der Tat ver­brannte sie im Küchenherd ihrer Wohnung da« Kleidchen der Kleinen. Das Befinden der klei­nen Rosemarie, die bei dem Sturz auf den Bahn­damm schwere Verletzungen erlitten hat, ist zufriedenstellend, so daß sie m i t dem Le­ben davonkommen dürste.

2. An Ort und Stelle (Bekanntgabe im obigen Lokal):

1 Oekonorniewagen.

3. Bestimmt: Haarbesen, Anstreichpinsel, Holzpfeifcn unb Mutze, 2 Bernstein­spitzen, Parfüms, Nivea-Oel, Feuerzeug Schnupftabaksdosen, 7 Kartons Seife' 50 Stück Iramafeife, Goldkrem, 8 Pfund Rohtabak, 1 Dose Schminke, 1 Schreib­maschine (Rosa), 3 Oelgernälde (1 Land­schaft und 2 Gleiberg).

4. verkauf aus freier Hand (bestimmt): 1 Pürschbüchse mit Zielfernrohr, 1 Sofa, 1 Schrankgramrnopyon, 1 Schlafzimmer­bild mit Goldrahmen, 1 Continental. Schreibmaschine (Nr. 29821).

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bei Brüht. SchuistraBe f [Verschiedenes | Detektiv K. Gerz, Bad-Wanheim, Kur- strafie 17 erleb walle vertrauliche Privat- i. Geichästsanaele» aenbeiten.roic Aus- fünfte, 'Beobadiiun- nen, Ermittlungen, Sefthafiunfl 0 Be- weismal in @traf- u. .^ivilvro, streng öisfr Svreckfl. : 9 b.

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dem die Schienen durch die Explosion aufgerissen waren, zwei rote Lappen fand, die sicher dazu bestimmt waren, den Lokomotivführer des herannahenden Zuges zu warnen.

In Nantes find eine Reihe von Verhaftun- g e n durchgeführt worden, die aber zum größten Teil nicht aufrechterhatten werden konnten. Sechs der Verhafteten sollen angeblich bereits bei dem Bombenanschlag in Rennes und dem versuchten Anschlag in Vannes eine gewisse Rolle gespielt haben, ohne daß man aber die Beweise gegen sie erbringen konnte, die eine Anklage ermöglicht hätten.

Herriots Erllarungen, in denen er im ge­wissen Sinne Deutschland für das Verbre­chen verantwortlich macht, werden von der gesamten Pariser Morgenpresse mit um so größerer Genugtuung wiedergegeben, als die lln- tersuchungen bisher zu keinerlei Ergebnissen ka­men. Obgleich diese Erllärungen jedoch in bi«

Widerspruch zu den Tat­sachen stehen, da man selbst amtlicherseits der Aufftlssung ist. daß es sich weniger um einen Anschlag auf das Leben Herriots, als um eine, toetm auch geschmacklose und gefährliche Kund­gebung autonomistischer oder kommunistischer Kreise handelt, begrüßen es besonders die Rechts­blätter. endlich einen von höchster Stelle bezeichneten Sündenbock ge- j funden zu haben. Rur der sozialistischePopu- laire' und die lommunistis^eHuman't^" machen sich die Auffassung des französischen Ministerprä­sidenten nicht zu eigen. Während derPopulaire" von eigentümlichen Erklärungen Herriots! spricht, bezeichnet dieHumanite" sie als nieder­trächtig.

Der Anschlag auf Herrioi.

Die Pariser Dcutschenhetzc geht weiter.

Paris, 21. Noo. (TU.) Ministerpräsident Her- r i 0 t ist am Sonntagabend aus Nantes wieder in Varis eingetroffen. Die Untersuchungen über Den Anschlag bet Nantes werden inzwischen mit großem Eifer fortgesetzt, ohne daß es aber bisher gelungen ist, die geringste Spur der Täter mUphrhrt^D,i3eJ W im übrigen mehr und 9fn(Lber Austassung, daß es sich weniger um einen 4nfd)lag auf das Leben des Ministerpräsidenten handelt als um eine symbolische (Seite überhitzter autonomistischer Gemfi. LCr'-Lb,e ?abu.$ if)rer feindseligen Einstellung gegenüber dem Ministerpräsidenten Ausdruck geben wollten. Diese Auffassung wird dadurch bestärkt. Daß man in unmittelbarer Nähe des Tatortes an 1

©inen ganzen Winter lang sitzen wir hinter dem Ofen. Das heißthinter dem Ofen", das ist wohl ein etwas sehr bildlicher Ausdruck Wenn man sich 3. B. in manchen Häusern, insbesondere auf dem Ede, tue großen Kachelöfen anschaut, die breit­beinig, wie der leibhaftige Golem, in der Stube tcßen, dann wundert man sich wohl, welche kleine Ritze man da wohl als Aufenthaltsort gebrauchen mußte. Aber keine Angst wir brauchen nicht in biefe Spalte zu schlüpfen, um die Wahrheit dieses Ausspruches unter allen Umständen zu beweisen.

In ländlichen Häusern hat man früher Defen so , angelegt, daß sie außer einem Heizkörper zugleich Sn dem Prozeß gegen die Teilnehmer an dem au$ em Möbel barftellten. Der Bauch, der Holz o nnty>«n Ausstand wurden die beiden u"0 Kohle aufnimmt, erweitert sich an der einen Lappo-Führer General Wallenius und Ko- °öer der anderen Seite zu einer gekachelten Bank, 10la zu je neun Monaten Hast deren Steine die Hitze einsaugen und wohlig wei- mit Bewährungsfrist verurteilt. Don den insge- rerleiten. Oder der Küchenherd wurde durch die samt 96 Angeklagten wurden 52 zu Freiheits. durchgebaut, im Nebenzimmer mit Holz ver- ftrafen von zwei bis zu 33 Monaten verurteilt, | "^det und diente dort als Ruheplatz. Dort läßt 32 davon wurde Bewährungsfrist zugebilligt. sich allerdings den ganzen Winter über gut l1öen, raucßen, lesen, faulenzen, träumen oder

Die Verhandlungen zur Überprüfung des durcheinander.

deutsch . französischen Handelsabkom- i ^genannteZweckmäßigkeit" der modernen mens vom Jahre 1927 sind in Berlin aufgenom- ^°h"ungen, die daraus besteht, daß ein Ofen eben men worden. Führer der deutschen Abordnung ist "nd weiter nichts, hat dieser

Ministerialdirektor Dr. Posse vom Reichswirt- d)^n' a~.r eigentlich darum nicht minder schaftsministerium, Führer der französischen Deleaa- ^^^ckmaßigen Sitte des kombinierten Ofenbaues tion der Ministerialdirektor im französischen Han- gemacht. Der Ofen mit der Kachelbank

belsminifterium (Sibel 1 1 7 mußte dem modernen, allein auf weiter Flur

stehenden Glutspeicher weichen, wie die Postkutsche der Eisenbahn. Und wenn Johann Peter Voß wieher auferstehen und unter uns Sterblichen von 1932 wandeln würde, dann müßte er feine Ode uher densiebzigsten Geburtstag" nicht mit dem Mann beginnen, derauf die Postille gebückt, zur Seite des wärmenden Ofens" dasitzt, sondern mit einem zeitgemäßeren Herrn, der sittsam auf einem Stahlmobel sitzt, vertieft in die Lektüre seiner Lieb- lingsjeitung, und der ab und zu einmal aufstehen muß, um eine Schippe Kohlen in den Anthrazit- ofen zu werfen, der sich in der anderen Ecke des Raumes befindet ...

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