Ausgabe 
21.12.1932 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft.

erfrischende , lebendige Musik, die sich dem bäu­rischen Charakter des Spieles gut einfügte. 3m wesentlichen waren es drei Bilder, die am Zu­schauer vorüberzogen: Das Bild von der Verkün­digung des Engels an Maria: dann wie 3osef und Maria Herberge suchen: schließlich wie d^e Hirten die Engelsbvtschast empfangen und in De­mut und Herzenseinfalt das Kind anbeten. Der Gegensatz zwischen der äußeren Grobheit und llr- wüchsigkett bei den Hirten einerseits und der Her­zensinnigkeit auf der anderen Seite wurde beson­ders gut herausgearbeitet.

"Adventsfeier des Iungdeutschen Ordens. Wan berichtet uns: Der Iungdeutsche Orden Gießen hielt im überfüllten Saale des HotelsHindenburg" mit zahlreichen Casten ferne diesjährige Advents'e ec ab, deren Ausgestal- tung die Schwesternschaft übernommen hatte. Aach einem kurzen Lorspruch begrüßte Schwester G e b- Hardt die Gäste und Ordensangehorige. D.e Arbeit der Schwesternschaft habe, so wurde mit­geteilt, jetzt zur Gründung einer Iungmädelschar §eführt. Eine weit größere Aufgabe sei den Iungdeutschen Schwesternschaften erwachsen in der Werbung und Verbreitung der Kenntnis des neuen Buches Artur MahraunsDer große Plan", das den Weg aus dem Chaos von Staat und Wirtschaft weise und genauere Vorschläge üb.'r dasWie" der bevorstehenden Lösung mache. 3n der weiteren Folge der Feier wechselten Einzelgesang. Chor, Vorspiel und Vortrag mit- «inanl^r ab und schufen damit eine Feierstim­mung, die einen würdigen Rahmen fand durch Adventskränze und Lichter, mit denen der Raum ausgeschmückt war. Den Höhepunkt brachte die Ansprache des Ordensbruders cand. theol. Seipp, des verdienstvollen Amtsleiters beim Hessischen Heimatwerl.Friede auf Erden" sei die Mahnung sür die Adventszeit. Doch mancher Verzweifelnde werde angesichts der großen Rot und des älngeistes dieser Tage fragen:Wo ist Friede?". Deshalb werde ;edem christlichen Menschen zur Ausgabe, seine christliche Gesinnung auch in der Praxis auszuüben. 3m 3ungdeutschen Orden werde der Brudergeist gepflegt, aber dar- üoer hinaus übe man dienende brüderliche L.ebe gegenüber allen Volksgenossen. H lse gegen die Arbeitslosigkeit sei ein Beispiel christlicher Ge­sinnung in der Tat. Der Kampf dürfe nicht um Position und Macht und nicht um Organisationen und Personen gehen. Die Losung zu beherzigen, durch brüderli-,-a-ristlic en Ge.st um) Tat zu wirken, das sei der Sinn der Vorbereitung auf Weihnachten der Adventszeit. Ein Schluß- spruch beendete die Feier, deren Verlauf von tiefer Wirkung war. Anschließend bewirtete die Schwesternschaft die Anwesenden mit Kaffee und Kuchen.

"Leistungsabbau in der Sozialver­sicherung der Bankange st eilten. Don der Reichsfachgruppe Banken des Deutschnatio- nalen Handlungsgehilsenverbandes wird mitge­teilt: Die Angestellten des privaten Bankgewer­bes sind in ihrer überwiegenden Mehrzahl nicht in der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte (RfA.), sondern im Teamtenversicherungsverein des deutschen Bank- und Bankiergewerbes ver­sichert. Der Aufsichtsrat dieses privatwirtschaft­lichen Gebildes in der deutschen Sozialversicherung hat jetzt eine wesentliche Herabsetzung der nach dem 1. 3anuar 1933 zu bewilligenden Ruhegelder und Hinterbliebenen-Renten beschlossen. Wie die Reichsfachgruppe Tanken des DHD. mitteilt, er­geben diese Herabsetzungen, daß durch die Zu­sammenwirkung des Teschlusses mit der Herab­setzung der reichsgesetzlichen Renten der RfA. durch die Reichsnotverordnung vom 14.6.32 die sog. Grund-Rente im Teamtenver,icherungsrer- ein für die neuen Renten-Empfänger von 840 Mk. auf 696 Mk. jährlich fällt. Ferner kommen die Ansprüche auf Rentensteigerung für die Beiträge in der Inflationszeit (vom 1.8.21 bis 31.12.23) in Wegfall. Die Witwen sollen von diesen ge­kürzten Renten nicht mehr, wie bisher, 60 Prozent, Kem nur 50 Prozent erhalten; die Waisen de­nen nur noch (statt 50 Prozent) 40 Prozent von der gekürzten Rente. Diese .Beschlüsse hatten begreiflicherweise lebhafte Auseinandersetzungen in den Tanken ausgelöst und zu Einsprüchen beim Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung geführt. 3n den Einsprüchen wurde vorgeschlagen, den Aufsichtsratsbcschluß aufzuheben und einer außer­ordentlichen Generalversammlung unter Vorlage einer versicherungstechnischen Bilanz die Möglich­keit zu geben, etwa notwendige Leistungsherab- sehungen unter Mitwirkung aller Beteiligten be­schließen zu lassen. Das Reichsaufsichtsamt scheint aber die Verhältnisse als so dringend angesehen zu haben, daß es sich über alle Einsprüche hin­wegsetzte und die Leistungsherabsehung nunmehr genehmigt hat.

" Maul - und Klauenseuche inOber- bessen. 3n Ober-Horgern wurde die Maul- und Klauenseuche amil.ch festgestellt. Sperrbezirk ist die Dreihäusergasse in Ober- Hörgern, Deobachtungsgebiet die Gemeinde Ober- Hörgern.

Tagung der Lichtspieltheaterbesitzer.

WSN. Frankfurt a. M., 20. Dez. Der Ver­band der Lichtspieltheaterbesitzer von Hessen und Hessen-Nassau hielt hier seine Generalversammlung ab. In seinem Geschäftsbericht gab der Vorsitzende Matter einige interessante Zahlen über die Arbeit des Verbandes im vergangenen 3ahr be­kannt. Die Lage des Lichtspielaewerbes wird in dem Bericht als nach wie vor schlecht bezeichnet. 72 Theater in Hessen und Hessen-Rafsau mußten wahrend des Sommers schließen. Rur 51 wurden im Herbst wieder eröffnet. Der Verband, der im Laufe des 3ahres eine große Anzahl wichtiger Erleichterungen für seine Mitglieder erreichen konnte, hat auch für das kommende 3ahr ein gro­ßes Arbeitsprogramm aufgestellt. Dor allem wird angestrebt die Anerkennung der Film- Wochenschau als vollsbildend, die Teilnahme der Lustbarkeitssteuer an dem Steuergutscheinsystem, eine weitere intensive Behandlung der Dergnü- gungssteuerfrage usw. Der Wirtschaftsprüfer F. Trapper, Frankfurt, sprach über das Thema: Wie spart man Steuern?".

6(hämmer Ausgang einer Schwarzsahrt.

WSN. Friedberg, 20. Dez. Obwohl er nichts vom Autofahren verstand, setzte ein junger Mann in Ober-Flor st adt den Lieferwagen eines be­freundeten Händlers in Bewegung und mochte die Straße unsicher. Bald darauf verlor der Leichk- finnige die Gewalt über den Wagen, geriet beim Abspringen zwischen die Wagentür und einen Baum und erlitt hierbei lebensgefährliche Ver­letzungen. Im hiesigen Bürgerhospital wurde Bruck der Schädelbasis festgestellt, außer­dem wurde dem jungen Mann ein Ohr abge­rissen.

«KölnerSchahanweisungen. Wie die Kölner städtische Pressestelle mitteilt, ist zwischen der Stadt Köln und dem Vertreter der 3nhaber von Schahanweisungen der Stadt Köln aus dem Zähre 1929, Ministerialdirektor a. D. Bail, auf ähnliche Weise wie in Frankfurt a. M eine Eini­gung über eine teilweise Rückzahlung der Schuld­verschreibungen erzielt worden. Es soll hiernach auch den Besitzern von Kölner Schuld »rschreibun- gen eine Teilzahlung von 10 Prc.ent angeboten werden. Weiterhin sollen die Scha^Verschreibun­gen weitgehend in Zahlung genommen werden. Der von der ersten Gläubiger Versammlung ge­wählte Beirat hat diesem Vorschlag einstimmig zugestimmt.

Berlin im Verlause abbröckelnd. _ Berlin, 21. Dez. (WTD. Funkspruch.) Das Ge- schäft war zu Beginn des offiziellen Verkehrs wie­der recht ruhig, und die Kursgestaltung war von Zufallsorders abhängig. Es konnten sich Bes- serungen bis zu 1,50 o. H. durchsetzen, denen wiederum Rückgänge im gleichen Umfange geaen- überftonöen. Die Grundstimmuny konnte als eher etwas freundlicher bezeichnet werden, da durch die Maßnahmen der Reichsregierunfl zum Schutze des inneren Friedens und durch die end­gültige Annahme der Amnestievorlage innerpolitisch eine Beruhigung eingetreten ist. Von den Aus­landsbörsen, die überwiegend schwächer verkehnen, konnte eine Anregung nicht ausgehen, und auch in einigen deutschen Werten erfolgten in Neunork Ge­winnmitnahmen. wenn auch der große Teil der deutschen Industriebonds noch festlag. Aus der Wirtschaft lagen sehr wenig Nachrichten vor: die IG.-Farben haben im Rohmen des Arbeitsbe- schaffungsprogramms 4000 Neueinstellungen vor­genommen, der Kupferpreis ist wiederum erhöht worden usw.

Die Spekulation nahm in verschiedenen Montan­papieren und auch in Farben Deckungen vor, doch kam in letzteren wieder Material heraus, so daß ich der erhöhte vorsorgliche Kurs nicht ganz be­haupten konnte. In Montanen erfolgten gleichfalls nach den gestrigen Realisationen Deckungen, Werte wie Vereinigte Stahl, Phönix und Hoesch lagen aber weiter gedrückt. Man wies aus die offizielle Stellungnahme zu den in letzter Zeit anha tenden Gerüchten über die Verkäufe des Auslandes hm, und es hat in gewisser Hinsicht beruhigt, daß auf keinen Fall Gffektensperrmark zur Bezahlung von Exportkäufen genommen werden §ann. Erwähnens­wert war die Befestigung von Dortmunder Union um 3,50 v. H.

Der Re n t e n rna r kt war ruhig, doch freundlich veranlagt. Für Pfandbriefe zeigte ich wieder Nachfrage, und auch Reichsschuldbuch­orderungen lagen 0 25 dis 0,50 v. H. höher.

Irn Verlaufe ließ das Geschäft weiter stark nach, und es ergaben sich daher überwiegend

Schließung einer oberhessischen E.fensteingrube.

ll. Stockhausen (Kr. Gießen), 20. Dez. Mit Ende dieses 3ahres wird das hiesige Bräun­st e i n be r g we r k, das den Vereinigten Stahl­werken in Düsseldorf gehört, nach Ausbeutung der Erzvorkommen geschlossen. Ter Beleg­schaft von etwa 80 Mann wurde zum 3ahres- schluß gekündigt.

Tödliches Brandunglück einer Iran.

* Nidda, 20. Dez. Heute mittag kam die 61 Jahre alte Ehefrau des Reichsbahnassistenten Jendroszek von hier in der Küche ihrer Woh-. nung einem offenen Feuer zu nahe. Dabei fingen die Kleider der Frau Feuer, das sich leider so schnell ausdehnen konnte, daß die bedauernswerte Frau am ganzen Körper schwere Brand­wunden daoontrug. Mit dem Krankenauto der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz im Gießen wurde die Frau schleunigst der Chirurgischen Klinik zugeführt. Hier erlag die Bedauernswerte im Laufe der Abendstunden den schweren Brand­wunden.

Schwerer Unfall beim Sprengen.

WSN. H i tz k i r ch e n (Kr. Büdingen), 20. Dez. Beim Steinsprengen des Freiwilligen Ar- beitsbienftes zwischen Kefenrod und Bind- s a ch s e n löste sich nach einem Schuß, als die Leute bereits wieder an der Arbeit waren, ein etwa sechs Zentner schwerer Stein, der einem 22,01)= rigen jungen Mann aus Hitzkirchsn den Fuß bis z u r F e r s e w e g c i ß. Der Bedauernswerte wurde nac dem Büdinger Krankenhaus und von da in die Gießener Klinik übergeführt.

1500 Mark Pachtgeld gestohlen.

Olibba, 23. Dez. 3n dem Orte Echzell wurde einem Landwirt das erst durch strengste Sparsamkeit angesammelte Pachtgeld in Höhe von 1500 Mark gestohlen. Wie der Diebstahl möglich war und wer der Täter ist, weiß man noch nicht. (Der Vorfall ermahnt er­neut dazu, größere Geldbeträge nicht zu Hause aufzubewahren, sondern zur Kasse zu bringen. Die Red.).

Autounfall durch Glatteis beiBüdingen

WSA. Büdingen, 2). Dez. Bei Mittel­grün d a u kam am Sonntagmittag auf der Land­straße nach Büdingen ein mit einem Ehepaar und Kind besetztes Auto aus Frankfurt a. M. infolge Glatteis ins Schleudern und rannte gegen einen Baum. Bei dem starken An- prall trug der Mann erhebliche Kopfverlet­zungen, die Frau eine Gehirnerschüt­terung davon, das Kind blieb unverletzt. Don einem hiesigen Einwohner, der die Llnfallstelle passierte, wurden die verletzten Eheleute und das Kind in das hiesige Hospital verbracht.

Landkreis Girften.

61 a u f e n 6 e r g, 2X Dez. Aus eine 2 5 jäh - r i ge ti g kei t bei der Firma Rinn L C l o o s, Zigarrcnf abri.en Heuchelheim Gieren, Filiale Staufenberg, konnten die Arbeiterinnen Marie Muhl und Elisabeths Heidt zurück­blicken. Anläßlich dieses Jubiläums wurde beiden durch den Oberkontrvlleur der Firma, Herrn K l e i n k e , im Auftrage der Geschäftsleitung ein Diplom, sotvie ein Geldgeschenk überreicht.

- a- Burkhardsfelden, 19. Dez. Gestern nachmittag fand die Weihnachtsfeier der Klein! lnderfchule statt. Unter Glockengeläut

Rückgänge. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld weiter sehr leicht und mit 4,13 bzw. 4 v. H. an der unteren Grenze erhältlich. Privatdiskonten waren in Vorbereitung zum Jahresbeginn weiter ange­boten. Die Nachfrage war nur gering. Reichs­wechsel und Reichsschatzanweisungen biteben um- satzlos.

Frankfurt still und uneinheitlich.

Frankfurt a. TL, 21. Dez. (WTB. Drahtmel- düng.) Die heutige Börse eröffnete in sehr ruhi­ger Haltung, da keinerlei Anregungen Vor­lagen. Im Hinblick auf die bevorstehenden Weih- nachtsfeiertage übte man ftarfe Zurückhal­tung. Die Kulisse schritt dabei noch zu kleinen Glattstellungen, während eine Publikumsbeteiligung fast ausfiel. Gegenüber der gestrigen Abendbörse war die Kursgestaltung uneinheitlich. Im großen und ganzen ergaben sich nur geringfügige Veränderungen. Weiter fest lagen nur Reichsbank­anteile mit plus 1,5 v.H., wobei man Hoffnungen auf eine unveränderte Dividende (im Vorjahre 12 o. H.) hegte. Etwas höher setzten ferner Allge­meine Lokal und Straft mit plus 1,25 v. H. ein, ebenso lagen Deutsche Linoleum nach dem gestrigen Kursverlust um 2 v. H. erholt. Die übrigen Markt­gebiete lagen ausgesprochen uneinheitlich. JG.-Far- ben, zunächst noch 0,40 o. H. höher, gaben spater den Gewinn wieder ab. Scheideanstalt eröffneten unverändert, Goldschmidt verloren 0,75 v. H. Elek­trowerte lagen durchweg gut behauptet. Don Mon­tanwerten lagen Stahlvereinsaktien, wie Gelsen­kirchen, Phönix und Rheinstahl, bis zu 0,75 v.H. niedriger. Stahloerein selbst büßten 1 v. H. ein. Höher notierten Mannesmann mit plus 1,13 v. H. und Laurahütte in Weiterwirkung der Russenauf­träge mit plus 1,5 v. H. Don Schiffahrtswerten zogen Hapag 0,25 v.H. an, Norddeutscher Lloyd bröckelte leicht ab. Kunstseide war nur kaum be­hauptet, und am Zellstoffaktienmarkt gaben Wald- bof etwa 2 o. H. nach. Die Nebenwerte lagen ge- schäftslos.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a.M 21. Dez. (Drahtmeldung.) Die Getreidebörse verkehrte in lustloser Tendenz. Das Angebot war im Vergleich zur Nachfrage etwas stärker, die Preise erfuhren jedoch keine nennens­werte Veränderung. Das Mehlgeschäft war trotz abermals ermäßigter Forderungen sehr schleppend, ebenso lagen Futtermittel bei abbröckelnden Preisen fast geschäftslos.

Es wurden notiert: Weizen 202,50 bis 203,50 Mark Roggen 162,50 bis 164, Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 185, Hafer (ausländischer) 132 bis 137, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 28.15 bis 29, Weizenmehl (niederrheinisches) 28 bis 28,25, Roggenmehl 22,25 bis 23,25, Weizenkleie 7,60, Roggenkleie 8,25 bis 8,15 Mark.

marschierten die Kleinen von der Kleinkinderschule zur Kirche. Nach einem gemeinschaftlich gesungenen Wechnachtelied trugen sie unter Führung ihrer greifen Lehrerin die Weihnachtsgeschichte vor, die durch Weihnachtslieder umrahmt wurde. Dann hielt Pfarrer Frank eine kurze Ansprache. Nach einem gemeinsam gefangenen Liede fand die Feier ihr Ende. Die Bescherung der Kinder fand in der Klein­kinderschule statt. Schwester Elisabeth Stotz wurde am 2. Dezember 81 Jahre alt. Sie übt ihre Tätigkeit noch in voller Rüstigkeit aus. Unter ihren jetzigen Schülern befinden sich schon Urenkel ihrer ersten Schüler.

r. Lang-Göns, 19. Dezember Den Auftakt zu den winterlichen Unterhaltungsabenden gab am Samstag der hiesige K r i e g e r o e r e i n, der das Musikkorps des 1. Bataillons, 15. Jnf.-Regiments unter Leitung von Obermusikmeister Krauße für ein großes Abend-Konzert gewonnen hatte. Das sorgfältig zusammengestellte Programm brachte volkstümliche Musik in bunter Abwechslung mit Mi- litärmärschen. Werke von Joh. Strauß, Supps, Verdi, Offenbach, Meyerbeer und Waldteufel wur­den so formvollendet und exalt vorgetragen, daß die Zuhörer durch ihren lebhaften Beifall mehrere Zugaben erlangten. Besonderen Anklang fand auch ein Solostück für zwei Trompeten (Solisten: Un­terfeldwebel Hofmann und Gefreiter Klei­nert), daneben seien noch hervorgehoben die Reichsritter-Fanfaren, die mehrmals wiederholt werden mußten. Nachdem der Vorsitzende des Ver­eins, Karl Nern, den Dank aller Zuhörer aus- gesprochen hatte, folgte zum Abschluß der große Zapfenstreich mit dem Deutschlandlied, das von allen stehend mitgesungen wurde. Den zahlreich Erschienenen (die Turnhalle war Überfüllt) wird dieser Abend unvergeßlich bleiben.

0 Holzheim, 2o. Dez. 3n diesen Tagen rutschte das sechsjährige Söhnchen des Arbeiters Feiling beimEisfischen" auf der glatten Mauer der Wäschbach, einem ungefähr drei Meter tiefen Weiher, aus und fiel ins Wasser. Erst als ihn dieses zum dritten­mal emporstieh, gelang es dem 21jährigen W. G l a u m, den Zungen, dessen Gesicht bereits ganz blau war, zu retten. Wäre die Hilfe wemae Augenblicke später gekommen, so wäre der Kleine ertrunken. Bereits seit einer Woche sind die Holzhauerarbeiten im Ge­meinde- und Markwald im Gange. Vorläufig sind nur vier Erwerbslose und elf bedürtige Arbeiter daran beteiligt. Es sollen 500 Festmeter Holz geschlagen werden. .

U Steinheim, 19. De^ De cm Holzschnec- den flog dem Knecht des Landwirts Friedrich Keil ein Scheit Holz in das Gesicht, wo­bei der Backenknochen und der Oberkie­fer zerschmettert wurden. Der Bedauerns­werte mußte in die Klinik nach Gießen verbracht werden.

Kreis Friedberg.

4= Kirchgöns, 19. Dez. Dieser Tage ereig­nete sich in unserem Dorfe ein Unglücksfall. Eine ältere Frau glitt am Morgen beim Füttern, als sie mit zwei Eimern Getränk in den Stall wollte, auf dem Hausstein (Treppe vor dem Hause) infolge Glatteis aus und stürzte so unglück­lich, daß sie einen Beinbruch erlitt. Da niemand von ihren Angehörigen zu Hause war, lag die be­dauernswerte Frau in ihren Schmerzen, bis einige Männer aus der Nachbarschaft auf ihr Jammern herbeieilten.

Kreis Alsfeld.

ll. Rieder-Ohmen, 20. Dez. Beim Schlittenfahren erlitt heute das 4 3ah re

Obecheffen.

alte Söhncken des Einwohner« Jeremias Rahrgang II. einen Oberschenkelbruch, als es mit dem Schlitten stürzte. Das bedauerns­werte Kind wurde nach der elterlichen Wohnung verbracht.

G.A.-Sport.

Gerätemannschafiskampf in Lollar.

Waldgirmes siegt vor Kelsterbach, Lollar und Mörfelden.

Der Turnvereln Lollar hielt am Samstag einen großen turnerischen Werbeabend, verbunden mit dem erjtmals zum Austrag kommenden Mann- schaftskamps der Turnvereine Kelsterbach, Mörfelden (beide Main-Rod-Gau), Waldgirmes und Lollar (Lohn-Dünsberg-Gau), ab. Der Abend wurde ein­geleitet durch Körperschule der Schülerinnen des veranstaltenden Vereins. Bürgermeister Schmidt (Lollar), als 1. Vorsitzender des Tv. Lollar, be­grüßte Teilnehmer und Gäste. Verbandsvorsitzender Lehrer Zöller (Hausen) ehrte den Gau-Ehrenturn- uxart Schmidt (Launsbach) durch Heberreichung der goldenen Ehrennadel des ADT.

Nach dem Aufmarsch der Turner begann der Kamps am Pferd. Die beste Mannschaft an die­sem Gerät war Lollar. Es erreichten: Lollar 132 Punkte, Waldgirmes 126 Punkte, Kelsterbach 121 Punkte und Mörfelden 104 Punkte.

Am Barren waren die Leistungen der Mann­schaften ausgeglichener und besser. Lollar war hier oorh Pech verfolgt. Waldgirmes kam auf und konnte sich an diesem Gerät gegenüber Lollar 10 Punkte mehr sichern. Die Führung ging somit an Wald­girmes über. Stand des Kampfes nach diesem Ge­rät: Waldgirmes 253, Lollar 249, Kelsterbach 244, Mörfelden 221 Dünkte.

Am Reck sah man mitunter glanzvolle Leistun­gen. Lollar hatte hier wieder Pech (abgebrochene Hebung) und verlor an Punkten nicht unwesentlich. SBalbgirmes vergrößerte den Vorsprung erneut und hatte n.cht einen einzigen Versager aufzuwoisen. Auch Kelsterbach zeigte hier schöne Leistungen. Der beste Turner des Abends, Hardt (Kelsterbach), zeigte mit feiner Vorführung die beste Hebung des Abends. Auch der 42jährige Kreuder (Mörfelden) zeigte außer Ferber (Waldgirmes) mit die schön­sten' Hebungen am Reck. Stand des .Kampfes nach dem Reck: Waldgirmes 386, Lollar 369, Kelsterbach 366. Mörfelden 339 Punkte.

Bei den Kürfreiübungen, die von je zwei Turnern einer Mannschaft ausgeführt wurden er­reichte Kelsterbach die höchste Punktzahl, dichtauf folgten Mörfelden und Lollar. Kelsterbach überholte so noch die Mannschaft von Lollar um einen Punkt und setzte sich an die zweite Stelle.

Das Endergebnis brachte folgende Punkt­zahlen: 1. To. Waldgirmes 429,; 2. To. Kelsterbach 417; 3. To.Lollar 416; 4. Mörfelden 388 Punkte

Di« turnerisch ausgeglichenste Mannschaft stellte Lollar. Die höchst,: Punktzahl erreichte Hardt (Kelsterbach) mit 104 Punkten. Nach einer Ansprache des ersten Vorsitzenden des Lahn-Dünsberg-Gaues D a u p e r t, nahm Derbandstumwart Wagner (Lollar) die Siegerehrung vor.

(Sinoefattöt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrit stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) BJinterfportroünftfje in Gießen.

In jedem Winter lieft man kurz nach Eintritt des Frostwetters, daß Kinder, wie auch Erwachsene auf Teichen oder anderen Gewässern eingebrochen und ertrunken sind. In Gießen haben wir die schone Eisbahn, die in jeder Hinsicht Sicherheit bietet. Was nutzt aber diese Einrichtung, wenn sie infolge der jetzigen sehr hohen Eintrittspreise von vielen Kin­dern nicht benutzt werden kann. Bei der augen­blicklichen großen Not dürften zahlreiche Eltern nicht, in der Lage (ein, ihre Kinder zu abonnieren oder ihnen für eine einmalige Benutzung 20 Pf. zu geben. Ein Eintrittspreis von 10 Pf. dürfte für die heutigen Verhältnisse ausreichend [ein. Hoffentlich verschließt der Vorstand des Eisvereins sich dieser Anregung nicht und ermöglicht durch Herabsetzung der Eintrittspreise weiteren Streifen die Benutzung der Bahn.

Der Rodelfport wartet noch immer auf reichlichen Schneefall, der hoffentlich nicht mehr fo lange aus- bleibt Dann gibt's wieder Leben an den drei Birken. Hier hat die Stadtverwaltung in lobens­werter Weife eine Bahn Herrichten lassen, die nur einen Fehler hat: sie hat nämlich zu wenig An­fangsgefälle. Da augenblicklich auf dem Trieb Erd­bewegungsarbeiten ausgeführt werden wäre es ein Leichtes, durch Heberhöhen der Abfahrtstelle um ungefähr 1 Meter die Bahn zu verbessern. R. A.

Wettervoraussage.

Während in Aachen und überhaupt in West­deutschland Morgentemperaturen von +13 Grad gemessen wurden, Herrichten in unserem Bezirk wieder bis zu 6 Grad Frost. Da sich der hohe Druck und die Strömungsverhältnisse über dem Festland weiter erhalten Haden, wird auch in der Gestaltung der Wetterlage vorerst keine wesentliche Aenderung eintreten.

Vorhersage für Donnerstag: Weiter­hin vielfach Aufklaren mit Nebelbildungen, trocken, Nachtfrost.

Vorhersage für Freitag: Noch keine wesentliche Aenderung in Aussicht.

Lufttemperaturen am 20. Dezember: mittags 0,7 Grad Celsius, abends3,5 Grad; am 21. Dezem­ber: morgens5,5 Grad. Maximum 0,8 Grad, Minimum5,8 Grad. (ErStemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Dezember: abends1,6 Grad; am 21. Dezember: morgens2,9 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer 3% Stunden.

weitere Lokalnachrichten Im 2. Blatt

Der moderne Weihnachtsmann bei Köhler, fjaue der Herren, und Knabenbekleidung, Gießen, 5e(- tersweg 17, bringt vielen etwas. Man merkt so recht, daß er dort feine Zentrale hat. Da drängen sich die Knaben, Iungherren und Herren in Be­gleitung ihrer (Eltern oder Verwandtem um ihre Wünsche anzubringen. Wenn schon die Kleinen be­sondere Wünsche haben, wie muß da erst der Wunschzettel der Großen aussehen! Der moderne Weihnachtsmann bei Köhler interessiert sich für alles und ist eifrig bemüht, jedem Freude zu machen. Seit Vorrat ist einfach unerschöpflich in allen Be­kleidungssachen für männliche Familienangehörige. Es ist deshalb für jeden ratsam, der etwas haben will, zum Weihnachtsmann bei Köhler, Gießen. Seltersweg, zu gehen. 9039A