des
Aus der Provinzialhauptstadt
11 ftortlefcung
Nachdruck verhören
standenen Siedlungen find sofort auf die Höhe der Renten und ihre Tragfähigkeit nachzuprüfen.
Aus aller Welt.
Plünderungen auch in Koblenz.
3n den Rachmittags- und Abendstunden
Vornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater.- 15.45 bis 18.15 Ahr: „Aschenbrödeloder „Der gläserne Pantoffel': 20 bis 22.30 Ahr: „Peppina". — Turnverein 1843: 19.30 A.)c: Weihnachtsfeier der Schülerinnen und Schüler (Kinderabteilungen), Turnhalle. — Bund für christ- lich-evangelische Erziehung in Haus und Schule: 20 Ahr, Weihnachtsfeier, Iohannessaal. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die oder keine".
Oie Zreude am Bild.
In den letzten Jahren hat sich vielfach in überspitzten Begriffen von moderner Wohnraum-Aus- statlung das Lob der „kahlen Wand" bemerkbar
Sie SrnShrungSzwangSwirWaff in Sowjetrußiand verschickst.
Moskau. 20. Dez. (WTB.) Aeber das Problem der Ernährung der Bevölkerung sind zwei Verordnungen erlassen worden, die von Stalin und von dem Vorsitzenden des Rates der Bolkskomm.sfare Molotoff unterzeichnet sind. Die erste Verordnung, die die Ablieferung von Milch und Milchprodukten durch Einzelbauern und Kollektivwirtschaften an den Staat regelt, ist deswegen grundsätzlich bedeutend, weil damit ausdrücklich das bisherige System der vertraglichen Vereinbarungen auf» gehoben und durch amtlich festgesetzte Ror- men ersetzt wird. Diese Rormen bestehen darin, daß jährlich gegen vom Staat festgesetzte Preise bestimmte Quanten von Milch und Milchprodukten a b z u l i e f e r n sind, die pro Kuh festgelegt sind. Dabei müssen von Einzelbauern durchschnittlich 2 5 Prozent höhere Mengen a b g e l i e f e r t werden als von Kollektiven. Diete Milchverordnung ist eine Fortsetzung des durch eine Fleischverordnung eingeleiteten schärferen zwangswirtschaftlichrn Kurses. Die Verpflegung der Städte und der Industriezentren soll wieder mehr auf der Raturalabgabe („Prodnalog") der Bauern basieren, wie es bereits in den Anfängen des Eowjetkommunismus der Fall war. Ob diesem neuen Kurs zufolge künftig auch das Getreide vom „Prodnalog" ersaht wird, muh di« Zukunft lehren.
Bei der Verordnung handelt es sich um eine Durchführungsbestimmung zum Dekret vom 4. Dezember d. I., durch das das System der Lebensmittelkarten obgeändert und di« Verteilung der Lebensmittel den Fabrikleitun- aen übertragen wurde. Diese Mahnahme hat den Zweck, eine straffere Arbeitsdisziplin zu erzwingen. Die heutige Publikation warnt ausdrücklich vor der Annahme, daß j die Derpflegungskontingente vergrößert würden. I Vielmehr sei es geboten, diese Kontingente e i n - zuschränken und alle Personen unweigerlich aus den Tezugslisten der Fabrikkonsumläden zu streichen, die nicht dern Betriebe angehören.
am Dienstag vom König eröffnet. Die Unterführung ist 2100 Meter ledig.
Raubüberfall auf einen amerikanischen Journalisten in Berlin.
Ein dreister Raubüberfall wurde auf den 24jähri<gen, in Berlin ansässigen, amerikanischen Journalisten Bernhard R i e b a ck verübt. Rieback befand sich nachts auf dem Wege nach Hause, als er in der Kurfürstenstrahe von einem Mann, der aus einem Hausflur heraustrat, um Feuer gebeten wurde. Während er nach seinem Feuerzeug langte, zog der Anbekannte plötzlich eine Pistole und drängte Rieback in den Hausflur, wo er ihn mit vorgehaltener Waffe bo.kommen ausplünderte. Rachdem er dem Wehrlosen sämtliche Wertsachen — Bargeld, Scheckbuch, eine goldene Ahr und sogar einen Vortrag mit einer amerikanischen Rachrichenagentur — geraubt hatte, verschwand ber Anbeiannte in der Dunkelheit, ehe es Rieback gelang, «ine Polizeistreife von dem Vorfall zu verständigen.
3m Aller von 105 Jahren gestorben.
Die Witwe Josef Graß, seit vielen Jahren die älteste Einwohnerin von Köln, ist im Alter von fast 105 Jahren im Wohnstift in Köln-Riehl an Al- tersschwäche gestorben.
Dienstags kam es in Koblenz zu organisierten Aeberfällen auf Lebensmittelgeschäfte im Innern der Stadt. Einzelne Gruppen von Demonstranten drangen in die Geschäfte ein und raubten Lebensmittel aller Art. Die Polizei setzte eine große Anzahl Beamte ein, so daß die Ruhe in kurzer Zeit wiederhergestellt werden konnte. Mehrere Plünderer wurden fe st genommen.
Erdbeben im Westen der vereinigten Staaten.
Im Fernen Westen wurden gegen Mitternacht schwere Erdstöße verspürt. In Salt Lake City (Utah) blieben die Uhren in zehn leie» graphenämtern stehen. In San Franzisko haben die Wächter im Staatskapitol bemerkt, daß d i e Kronleuchter z u schwingen begannen. Auch haben sie Krachen in der kuppel vernommen.
Eröffnung des Antwerpener Scheldetunnels.
Der Tunnel für Fahrzeuge, der die beiden Scheldeuser von Antwerpen verbindet, wurde
Sie war mitten drin in den Vergnügungen Berlins. Sie besuchte die Premieren der großen Theater, Bälle, Konzerte, Rennen, Boxkämpfe: sie ging xu Modevorführungen und Tanztees sowie Wohltätigieitsveranstaltungen. Man war schnell auf die fajöne Frau aufmerksam geworden, und man umschwärmte sie, als man ihren Reichtum sah.
daß man sie in der bodenständigen Der- lir^r Gesellschaft aufgenommen hätte. Die war nicht weniger exklusiv als anderswo. Aber — os gab in dieser Riesenstadt internationales Publikum genug, das nicht nach Herkunft fragte Unterlagen verlangte als Reichtum und Schönheit und Anabhängigleit.
In dieser Gesellschaft wurde Magdalene Winter mit offenen Armen ausgenommen. Sie hatte «ine ganz gute Schulbildung genossen, die sie Stunden und Lektüren zu verbessern IW. Schon in der kleinen Stadt hatte man •r? ihr sicheres Auftreten gewundert, es ihr oft sogar verübelt. Jetzt kam es ihr überall zustatten, um etwaige Schwächen und Mängel ihrer Erziehung und ihrer Bildung zu verdecken. 77*7 allem stand ihr Reichtum, der ihr viele Türen öffnete.
..^rebrer und Bewerber hatten sich begreif- Mengen eingefunden.
überlegen stand Magdalene allen O- . nnern gegenüber. Sie hörte sich die Liebesbeteuerungen und die Komplimente an, ohne auch nur einen Augenblick aus ihrer Ruhe zu kommen. Daß alle diese Männer nichts wollten tZ>' darüber war sie sich klar.
Alle diese Grafen. Barone, Contes oder Lords dachten mit diesem Geld ihre Wappen neu zu meinten dem kleinen, bürgerlichen Goldfisch noch eine Ehre anzutun. wenn sie sich zu ihm herabneigten.
Vorläufig dachte sie nicht daran, zu heiraten.
Sie amüsierte sich über die Liebesworte, die JH??, 'hr öaslüsterte, und sie gab sich nicht einmal Muhe, diese Amüsiertheit zu verbergen. Diese lungen Lebemänner sollten sie nicht für dumm genug halten, auf ihr Geschwätz hereinzufallen.
mal eine Weile „in bewundernder Versunkenheit" vor einem Bilde aufhält.
Der geringe Preis einer Reproduktion bietet aber noch eine besonders fruchtbare Möglichkeit für einen kunstfreudigen Menschen. Immer wieder wird die Erfahrung gemacht, wie belebend für die Ausbildung eines Verhältnisses zu bildender Kunst es ist, wenn man sich nicht für immer an ein und dasselbe Bild bindet, sondern in einem Wochselrahmen je nach der Stimmung und beherrschenden Reigung einmal das eine, dann wieder ein anderes sich vor Augen stellen kann. In ähnlicher Weise leben ja bekanntlich die Japaner mit ihren Bildern: sie wählen aus ihrem Besitz von Gemälden, die sie gerollt auszubewahren pflegen, eines heraus, das ihnen für eine bestimmte Frist Gegenstand genauer liebevoller Betrachtung und Sammlung wird. H. N.
Vor -em Fest.
Die letzten Tage vor dem Weihnachtsfeste ze.gt sich d.e weihnachtliche Stimmung überall, in den Straßen, im Heim und in den Kinderstuben. Alles, was mit dem Feste zusammenhangt, «rhi.lt erhöhte Bedeutung. Anabläsfig wer- den di« letzten Vorbereitungen für das Fest getroffen, d:e Weihnachtsbäckereien hergestellt, ge- he:mn:svoll di« Gaben in Päckchen und Paketen geordnet und mit farbigen oder glitzernden Bän- dern umbunden, und vielfach müssen auch die Abendstunde hergenommen werden, um letzte Arbeiten, di« für Geschenke an die lieben Angehörigen bestimmt sind, fertigzustellen. Die grü- nen Tannenbäume, d:e so tounbetbar duften und ohne die ein deutsches Weihnachtsfest nicht denkbar wäre, wandern in di« Wohnungen und fleißige Hände schmücken und putzen sie. Die Kinder können, je näher der Heilige Abend heranrückt, kaum noch das Deschemtwerden erwarten. Ihre Angeduld läßt sich nur schwer meistern. In den Straßen herrscht eine außergewöhnliche Geschäftigkeit. Aus den Auslagen der Geschäfte locken allerlei prächtig« Dinge. Meist seht auch der Reiseverkehr in den tenten Tag^n der Weih- nachtswoche schon ein. Die einen wollen das Fest bei ihren Lieben in der Ferne verbringen, wieder andere freuen sich darauf, Weihnachten in den Bergen verleben zu dürfen. Für alle aber strömt «in« beglückende Freude aus, wenn am Heiligen Abrnd d.e Ke.zen am Weihnachisbaum erstrahlen.
ließ Magdalene an sich Herumarbeiten, bis ihr vollendetes Bild ihr aus dem Riesenspiegel ent- grgenlachte.
.Magdalene halte Geschmack genug, nicht zu übertreiben. Sie verwendete Puder, Schminke Lippenstifts sehr diskret.
Ihre schönen, schlanken Hände trugen kostbare Sung?; große Perlen hingen von den rosigen Ohren herunter. Der Duft eines kostbaren, einschmeichelnden Parfüms umgab ihren Körper.
Sie mochte noch so spät zu Bett gekommen sein — morgens um sieben Ahr sprang sie aus dem Bett, zu ihrer täglichen Gymnastikstunde, die sie nie versäumte. Zweimal in der Woche kam außerdem eine Fechtstund« dazu.
gemacht. Manche Reformer verpönten geradezu „das Bild an der Wand" überhaupt, und eine Zeitlang machte sich eine Aechtung jeder Art von Bilderschmuck wichtig, die mit allen möglichen, der deutschen Rachdenkiichleit leicht eingehenden moralischen Phrasen verbrämt war. Diese Periode ist bemerkenswert rasch vorübergegangen, und es wird sich kaum noch verlohnen, gegen diese Bilderstürmer anzukämpsen.
Man darf also wieder Bilder in seine Wohnung hängen. Aber was für welche? Viele führen hrute einen Kampf gegen die Reproduktionen, bie infolge der Fortschritte der ph)tomechanischen Technik einen Grad der Vollkommenheit erreicht haben, der sie zu scharfen Konkurrenten originaler Kunstwerke gemacht hat. Ratürlich wird die Reproduktion, so gut sie auch sein mag, niemals einen vollwertigen Ersatz für das Original bilden. Außerdem ist es für eine Weiterentwicklung der bildenden Kunst gewiß unerläßlich, daß lebenden Künstlern eine ausreichende Verdienstmöglichkeit durch den Verkauf ihrer Werke geboten wird, ja daß sich noch weitere Kreise des Publikums als bisher entschließen, Or'g nallunstwerke zu kaufen, die von Zeitgenossen stammen. Das Ales darf aber nicht dazu führen, dem Publikum die Freude an der guten Reproduktion zu verderben, wie dies oftmals, ebenfalls wieder unter Hervor- holung von allen möglichen moralischen Begrünungen, geschehen ist. Die Reproduktion eines Bildes von einem alten Meister, ebensogut wie die eines heutigen, wird an der Wand eines modernen Zimmers stets den Zweck erfüllen können, die Fläche zu beleben und dem Raum damit eine besondere Stimmung zu verleihen, sie wird aber darüber hinaus den Blick des Besitzers für künstlerische Qualität schärfen und ihn dadurch sogar zu einem verständnisvolleren Freund der Kunst erziehen. Denn wer Gelegenheit hat, mit einem Bild« zu leben und es in verschiedenen Beleuchtungen und vor allem in verschiedenen Stimmungen des eigenen Gemüts zu betrachten, der wird dem eigentlichen Wesen des Werkes und seines Schöpfers näherkommen, als wenn er bei einem Besuch in einem Museum sich ein- I
dafür hat sie wirklich nicht viel übrig And, sag' selbst, kann man ihr eine Ditte abschlagen?"
„Schwer kann man das, glaube ich. Aber — ich möchte dir heute schon einen Rat geben, Theo. Lasse dich von einer Frau nie ganz beherrschen, sonst wird es so wie bei meinen Eltern. Es ist nicht gut, wenn der Mann der Sklave der Frau ist.
Ich habe meine Mutter sehr gern gehabt, Theo, bad weißt du. Aber seitdem ich weih, wie sehr schuld sie ist an dem Zerfall unseres Hauses, seitdem seh« ich sie mit anderen Augen an, feit- bon den Frauen nichts mehr wissen." „Aber Gust, da sollst nicht so dummes Zeug reden. Die Frau gehört nun einmal in unser iteben; sie ist nicht daraus wegzudenken. And ich stelle es mir wunderschön vor, so ein reizendes »u besitzen, mit ihm das ganze Leben teilen zu dürfen. Wenn du erst ein Mädchen recht gern hast, wirst du sicher ganz anders reden."
„So wie du etwa, Theo? Du entwickelst freilich eine Beredsamkeit, wie ich sie an dir gar nicht gewohnt bin. Ich glaube fast, du bist weiter mit ihr, als ich weih."
„Ia. Gust, ich will es dir anvertrauen! Ich muß mit einem Menschen übet mein Glück reden. Heute abend — wir waren eine Viertelstunde irn Garten allem — haben wir uns geküßt: es f$ön. Ich habe nie gedacht, daß ern Mensch so glücklich sein kann..?
„Ich beneide dich fast, Theo! Ich weiß, daß solches Glück beschieden fein wird AH bm viel zu kritisch und zu kühl. Ich glaube di« Frau gibt es nicht, die meinen Wünschen entsprechen würde."
„Das ist Ansinn. Gust! Vielleicht ist für dich irgcnö etwas ganz Besonderes aufgehoben. Rur hier wirst du das nicht finden. Du mühtest ber- auskommen..."
siehst du. Theo, das trifft sich ausgezeichnet. Ich bm noch nicht dazu gekommen, es Ar -u sagen. Ich muh morgen nach Berlin. Vielleicht ist es ein Wink des Schicksals., "
Sar nicht zu spotten, Gust! Aber ernsthaft: ich bm in jedem Falle froh, dah du wieder einmal hier herauskommst. And du weiht la, daß du dich auf mich verlassen kannst. Es kommt also nicht darauf an, wenn du einige Tage langer in Berlin bleiben willst."
Vier Wochen lebte Magdalene Winter schon in -Berlin.
QUan hätte sie kaum wiedererkannt, so hatte sie sich m dieser kurzen Zeit verändert.
Sie war in einem der großen Lindenhotels abgelegen, hatte dort ein luxuriöses Appartement belegt
(Sie hatte sich vollkommen an daS Leben einer groben Dame gewöhnt. Morgens kam die Masseuse, der die Friseurin folgte. Stundenlang
Lueie war eifrig bei der Sach«, als man im Tagebau herumstieg. Sie konnte nicht genug sehen unb hören, und alle Herren beeilten sich, der reizenden jungen Dame jede Einzelheit zu zeigen.
Theobald hatte für dieses Mal keine Geleaen- heit mehr, sie für sich allein zu haben.
■Sann sah Herr von Löwen wieder neben Ifucie m dem kleinen Kabriolett um nach Hause SU fahren. Er bat August und Theobald, zu- fammen mit den leitenden Dergwerksbeamten sobald als möglich nach Löwen zu Besuch zu lommen, um einen gemütlichen Abend drüben au verleben. 9
Sbeobalb war gar nicht entzückt von der Idee Lucies Gesellschaft mit so vielen Männern teilen äu muHen. Aber er konnte es nicht verhindern, daß schon am übernächsten Abend die ganze ^rsellschast nach Löwen hinüberfuhr.
«JPo*- laß man vergnügt in der großen Halle Gutshauses. Es gab ein Vorzug- hajeS Mahl und einen herrlichen Tropfen. Die Stimmung war bald sehr angeregt
Theobald brannte vor Eifersucht wenn er sehen mußte, wie alle Herren der reizenden Lucie den ■Sof machten. Man rih sich um einen Tanz mit ihr.
OTber man konnte sehen, dah Theobald trotz- Ver bevorzugte blieb. Sie tanzte mit ihm ufterS als mit den übrigen, unb so war er einigermaßen zufrieden, als sie sich endlich auf ben Heimweg machten.
3u Hause saßen die Freunde noch ein wenig zusammen.
August Richter, „diesmal anfäeinenb mächtig gepackt. And ihr scheint es nicht viel anders zu gehen. Wir übrigen toa^n nur notwendiges Hebet“ U
du übertreibst Gewiß ich maa Staufan Lucie sehr gern..." 9
.du mir nicht die Wahrheit
Theo? Du liebst sie, unb du steuerst mit vollen S^eln darauf zu, die Sache so ernsthaft wie tU- nc&meiL Dein Vater wird sicher sehr aiSf1 bu dadurch die Doxerei aus-
toi Ä bring™ ent4Men6e «MW-esettaSta:
»u vr unb on Siefragt Ä xm* wohl nehmen wird. And mit bS Doxerei -
** Katholische Pfarrpersonalien. Kaplan Klepper in Rockenberg wurde zum Pfarrverwalter in diesem Orte ernannt. Dem Pfarr- kuraten Mo r s ch e l in Alsfeld wurde der Titel Pfarrer verliehen.
. ** D i e Reichsbank Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Geschäftsräume am Samstag, 24. Dezember, von 12 Uhr ab geschloffen bleiben.
** Wildernde Hunde treiben sich, wie die Bürgermeisterei in einer heutigen Bekanntmachung 3ur Warnung für die Hundebesitzer mitteilt, jagend in der Gießener Gemarkung herum. Die Hunde- besitzer seien daraus aufmerksam gemacht, daß sie für uu^u Schaden, den die Hunde anrichten, verantwort- lich find, da die Hunde nicht frei in der Gemarkung herumstromern dürfen.
*.* Warnung vor Sch«ckb«trügern. Seit «trugen Tagen werden von einer Detrüger- bande Schecks eines Dankgeschäftes „Otto Roth- fchild, Frankfurt a. M., Zeil 58" in Verkehr gebracht D.e genannte Firma existiert in Wirllich- teit in Frankfurt a. M. nicht. W.e bis jetzt fest- steht sind berarttge Schecks in Derghaufen bei Durlach, Stuttgart und Mainz aufgetaucht. Der in Derghausen angehaltene Scheck ist über 100 Mark ausgestellt und vermutlich mit dem Rainen „S.e.n , Vorname Franz, un e.z ichr.et und honoriert worden. Als Täter kommen ein angeblicher Otto Rothschild und vermutlich Franz Stern in Frage. Sie sollen zehn Scheckbücher von Rr. 12 001 b:s 12 500 in Besitz haben. Die Banken, Sparkassen, Giro- und Darlehenskassen usw. werden vor Annahme derartiger Schecks gewarnt
** Die Altersoereinigung 1882/1932 hielt am Samstagabend im Eafe Leib einen gut besuchten Familienabend, verbunden mit Weihnachtsfeier, ab. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Ansprache von Alterskameraden Schonebohm, der auf die Bedeutung des Weihnachtsfestes hinwies. Den musikalischen Teil hatte die Kapelle Weller übernommen, während Fräulein Kellner mit ihrer sympathischen Stimme durch den Vortrag verschiedener Lieder erfreute. Der von Fräulein Schäfer gesprochene Prolog, ein Damenreigen. sowie Tanze von Damen des Männer-Turnvereins und Kt Kern fanden wohlverdienten, reichen Beifall. Einzigartig waren auch die von Hunden des Polizei- Hunde-Dereins Gießen gestellten lebenden Bilder, die besonders bei der Jugend viel Freude hervorriefen. Den Schluß der Veranstaltung bildete die Ausführung eines schönen Weihnachtsstückes.
** Oesf entli che Aufführung eines Weihnachtsspieles. Man berichtet uns: Eine sinnige Weihnachtsfeier veranstaltete die Christengemeinschaft, Bewegung für religiöse Erneuerung, am vergangenen Sonntagabend. Sie ließ durch die Spielgrupp« aus Marburg im vollbesetzten Saale ein altes Christgeburtsspiel aufführen. Aus den einleitenden Worten konnte man erfahren, daß es sich um ein Spiel handelt, das bis in das 19. Jahrhundert von Dauern in Oberufer (in der Rahe von Preßburg) in den Festes- zeiten auf Grund alter Traditionen aufgesührt worden ist Dor einigen Jahrzehnten wurden dann diese Spiele ausgezeichnet und einer größeren Oeffentlichkeit zugänglich. Rudolf Steiner habe auf Deren Bedeutung und Schönheit immer wieder hlngewiesen. Die Leistungen der Marburger Laienspieler waren überraschend gute. Besonders - hervorzuheben ist die gepflegte Sprache, ebenso die
Magdalene hielt Augen und Ohren offen. Eie hatte den Ton und das Gehabe dieser eleganten Welt sofort begriffen. Solange sie noch ein kleines Tippmädel gewesen war, hatte sie von nichts anderem geträumt als von diesen Leuten und von dem Leben, das sie führten.
Jetzt stand sie selbst mitten drin, und sie wunderte sich, mit welch kühlem Sinn sie sich das alles ansehen konnte. Durch nichts ließ sie sich verblüffen. Sie hatte gesehen, daß ihre Träume sich stark von der Wirklichkeit unterschieden hatten.
In den vier Wochen ihres Berliner Aufenthalts hatte sie schnell und diel begriffen. Auch hier war diel Talmi: das wenigste, was glänzte, war Gold. Man muhte immer erst genau Hinsehen, ehe man irgend etwas glaubte.
Don ihrem Reichtum war Magdalene beglückt wie am ersten Tage. Es war herrlich, so reich &u sein, sich olles kaufen zu können, wonach das Herz verlangte.
Sie kaufte, was ihr gefiel: Kleider, Kostüme, Mantel, Pelze...
Auch ein Wandererkabriolett hatte sie sich zu- gelegt, einen schnittigen Wogen, mit roten Ledersitzen. Jetzt war sie im Begriff, chauffieren zu lernen.
Heute war sie verstimmt. Mutter Hahn, die mit in Berlin weilte und überall als Magdalenes Tante galt, wollte nicht mehr mitmachen. Sie hatte zu große Sehnsucht nach ihrer kleinen Stadt: die Riesenstadt machte sie schwermütig.
Am Morgen hatte sie Magdalene erklärt, auf keinen Fall mehr Verbleiben zu können. Sie halte es einfach nicht mehr aus.
Durch vieles Zureden hatte es Magdalene fertiggebracht, sie wenigstens noch so lange zu halten, bis sie eine Gesellschafterin gefunden habe.
Das ist nichts für mich, Lenchen". sagte sie auf Magdalenes Zureden, „diese feinen Hotelzimmer, diese Anz.eherei den ganzen Tag, diese vielen Menschen das Essen. Rein! Ich muß **u^e Haben, meine vier Wände, meine Rudelsuppe mit Rindfleisch.
Siefe^ Leben kann ich auf die Dauer nicht rSrnd^n* für Sie wäre es auch besser. Sie verschleuderten nicht so Ihr schönes Geld, ohne was Rechtes davon zu haben. Es war« gescheiter, Sie hörten auf mich und kämen auch mit mir nach Hause.
Glauben Sie mir: die Leute, mit denen Sie 9°ben, die gefallen mir alle nicht, bißchen gefallen sie mir. Entweder es sind reiche Leute, die -eigen, daß sie Sie nicht für HL es Jinb Richtstuer, die es auf
-iS abgesehen haben und von denen Sie ich nichts Gutes versprechen dürfen.
(Fortsetzung folgt.)/
Englisch-persischer Oelkonflikt vertagt.
Genf, 19. Dez. (WTB.) Der englisch-persische Oelkonflikt, den England auf Grund des Artikels 15 des Dölkerbundspaktes vor den Döl- kerbund gebracht hat, wurde heute vom D ölk er- b u ndsrat nach einer kurzen Verhandlung zunächst auf die Januartagung des Rates, die am 23. Januar beginnt, vertagt. Die Vertagung war von dem Vertreter Persiens beantragt worden, der in der heutigen Sitzung erklärte, daß die persische Recsierung nicht in der Lage sei, sofort zu der Frage Stellung zu nehmen.
• Oie Ostsiedlung.
Derlin, 20. Dez. (VDZ.). Im ©icMungd- ?nbschuß des Reichstags wurde mit den Stimmen der Rationalsozialisten, der Sozialdemokraten, der Kommunisten, des Dolksdienftes und zwei deutsch- nationalen Stimmen gegen eine deutschnationale Stimme sowie gegen die Stimmen des Zentrums und der Bayerischen Vollspartei «in Antrag angenommen, in dem es heißt. Die Renten der mit Reichsmitteln angesetzten Siedler werden mit Wirkung vom 1. Juli vonfünfProzentauf drei Prozent herabgesetzt. Die Herab, setzung wird vorläufig auf zwei Jahre be- fristet. Für die mit Ländermitteln angesetzten Siedler ist eine gleiche Regelung anzustreben. In allen Härtefällen sind die zuständigen Stellen zu ermächtigen, weitere Hilfsmaßnahmen durchzuführen. Sä.ntlich« nach der In,lation ent- NAMM«
Vornan von Margarete Ankelmann.
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