nr. 248 KvÄhaussabe
182. Zahrgang
Zreitag, 21. Oktober 1932
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
pn<tf und Verlag: vrLHI'sche UniverfilalsGuch, und Sleindruckerei B. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulttratze 7.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" „ mehr.
Chefredakteure
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Biegen.
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Biebener Familienbiälter Heimat im Bild • Die Scholle
Monats-Vezugspreis:
Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
Zernfprechanschlüffe unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen.
Postscheckkonto:
Zronkfurt am Main 11686.
Hitlers Antwort an den Reichskanzler.
Ein offener Brief des Führers der nationalsozialistischen Bewegung im„Vöik,schen Beobachter"
München, 20. Oft. (TA.) Im „Völkischen Beobachter" wurde die Antwort Hitlers auf die Münchener Rede des Reichskanzlers veröffentlicht. Die Antwort umfaßt fast vier Seiten in dem großen Format des nationalsozialistischen Hauptorgans.
Das Wirtschastsprogramm.
Hitler bezeichnet es als Aufgabe seiner Erwiderung, die Unlogif nicht nur der Rede, sondern auch des Handelns des Herrn v. Papen aufzuzeigen, das für die Ration nicht nur unzweckmäßig, sondern auf das äußerste bedenklich sei. Die Krise der deutschen Wirtschaft sei eine Erscheinung, die in ihren letzten Ursachen mit einem nur wirtschaftlichen Verstand nicht begriffen werden könne. Das wirtschaftliche Denken erziehe immer zum Egoismus, und nur das völkisch-politische DenkenzumIdealismus und Heroismus. Was habe Herr v. Papen aus dem nationalsozialistischen Programm zur Arbeitsbeschaffung gemacht? Eine armselige Aktion höchstens zur Belebung des Geldverkehrs der Banken, aber gänzlich unzulänglich für den angegebenen Zweck der Arbeitsbeschaffung. Den Millionen-Armeen der Massen werde nicht geholfen. An diesen Massen aber müsse sich die Rotverordnung erproben.
Die Rotverordnung werde die Probe nicht bestehen. Ebenso verhalte es sich mit dem Programm einer Arbeitsdi en st pflicht, aus der man eine ebenso verfehlte wie unzulängliche Einrichtung gemacht habe.
Die Giaatsauffaffung
Hitler äußerte sich dann zur Frage der Staat s- au.sfassung. Die Anschauung eines Gottes- gnadentums sei bei unseren Monarchien schon überlebt und nicht mehr ausrechtzuerhalten gewesen, in der heutigen Zeit sei sie aber einfach absurd. Es gehöre die ganze gedankliche Oberflächlichkeit unserer alten Herrenschicht dazu, sich einbilden zu können, daß man einer elementaren Weltanschauungskrise eine „machtvolle und autoritäre Regierung" gegenübersetzen könnte. Entweder habe Herr v. Papen keine Ahnung von der Gefahr, in der der Rest Europas und in erster Linie Deutschland, sich dem Bolschewismus gegenüber befinde, oder er glaube wirklich, daß einer Weltanschauung ein „Kabinett" gegenübergestellt werden könne. Was er rede, fei nichts anderes als wenn jemand die Auffassung vertreten wollte, man könnte eine Religion beseitigen oder gar ersetzen durch eine „Regierung". Papen spreche von einer ..grundsätzlich neuen Staats- führun g", die Nationalsozialisten aber von einer grundsätzlich neuen Erziehung unseres Volkes in allen seinen Schichten.
Was der in Papens Augen zu rettende „S t a a t“ sei, das sei in den Augen der Millionen ein zu beseitigendes Uebel, was er als Privateigentum bezeichne, sei den Millionen Anderer ein Unrecht, das Diebstahl heiße. Was er als religiösen Glauben verkünde, sei für andere nur Aberglaube, da diese die göttliche Existenz überhaupt leugnen. Was er unter M o ra l verstehe, erscheine Millionen unserer Volksgenossen als Unmoral, ja als gesellschaftliche Schmach und als Klassenschande.
Herr von Papen habe von der göttlichen Ordnung gesprochen. Gott schuf nicht vernünftige wesen, damit Unvernünftige führen und Beschränkte regieren. Für göttliche Berufung gebe es nur einen
Beweis, und das sei die Leistung.
Hitler kommt dann auf die Vorgänge des 13. August zu sprechen. Wenn der Reichskanzler die Behauptung aufstelle, daß die Partei oder er die gesamte Macht gefordert Hütte, so sei das eine Unwahrheit. Aber gerade weil der verhandelnde Minister ihm erklärt habe, daß eine Reihe der wichtigsten Ministerien, zu- mindesten im Augenblick, vom Reichspräsidenten den Rationalsozialisten verweigert werden würden, habe er um so mehr die Forderung stellen müssen, daß .dann die Stelle des Reichskanzlers der Bewegung zu- komme. Wie könne Herr v. Papen von einer Forderung der gesamten Macht reden, während er doch genau wisse, daß von vornherein Reichs- wehrministeriuni, Reichswirtschaftsministerium, Reichsfinanzministerium, Reichsjustizministerium, Reichspostministerium und Reichsernährungsministerium von den Rationalsozialisten nicht besetzt werden sollten?
Die Außenpolitik.
Zur Außenpolitik erklärte Hitler, schon der Erfolg des Reichskanzlers in Lausanne sei mehr als unbefriedigend gewesen. Herr von Papen habe sich in Lausanne auf die Grundlage eines Kompromisses zwischen Reparationen und Gegenleistungen bringen lassen und sei in einer neuen Reparationsanerkennung stek- kengeblieben, während die Gegenleistungen selbstverständlich ausfielen. Diel verhängnisvoller sei die Art der Behandlung des Ab
rüstungsproblems. Während der aus innerer Verantwortlichkeit handelnde R e u e r = bauer seines Volkes jede außenpolitische Aktion in politische Uebcreinstimmung zum Stande der inneren Wiedergeburt zu bringen bemüht sein werde, beginne derjenige, der in der außenpolitischen Tätigkeit nur ein Mittel zur Abwendung der nationalen Opposition sehe, mit Phrasen und Redensarten um sich zu schleudern und setze damit die deutsche Politik einer Beurteilung aus, die Deutschland schon vor dem Kriege mehr geschadet als genützt habe. Ein klassisches Beispiel einer derartigen Demonstrationspolitik sei der Zollunionspakt gewesen.
Das vorgehen des Herrn von Papen in der Abrüstungsfrage beweise, daß man seitdem nicht nur nichts gelernt habe, sondern sich im Gegenteil bemühe, diese geistlose Demon- siralionspolitik in erhöhtem Maße sort- zusühren. Es konnte genügen, den Willen Frankreichs, nicht ab;urü st.cn, vor der ganzen Welt eindeutig klarzustellen und dann die Konferenz mit dem Bemerken zu verlassen, daß damit der Friedensoertrag von Versailles von den Signatarmächten selbst verletzt sei und Deutschland sich vorbehalten müsse, daraus unter Umständen die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Daß Deutschland aber durch die unklugen Formulierungen seiner Wehrforderungen und durch eine noch unglücklichere Taktik der Anbiederung an Frankreich nunmehr bis zu einem gewissen Grade sogar eine Einheitsfront der S i g n a t o r m ä ch t e gegen Deutschland tzerstellte, sei das Schlimmste gewesen, was passieren konnte und sei ein Beispiel der geradezu verhängnisvollen Führung der Außenpolitik des Herrn v. Papen.
Hitler wendet sich weiter gegen dieMarinepolitik Papens. Wenn Herr v. Papen geglaubt habe, schon jetzt eine maritime Forderung anhängen zu müssen, dann hätte er sich erst in London über die Zustimmung oder Ablehnung Klarheit verschaffen müssen. Denn ein vertrauensvolles Verhältnis zu England sei heute Bedingung für die Zukunft Deutschlands. Es sei klar, daß Deutschland, das mit allen Mitteln danach streben müsse, eine weitere Beibehaltung oder gar Stärkung der französischen Hegemonie zu verhindern, dies nur im engsten Zusammenhang mit England und Italien erreichen könne. Geradezu untragbar fei es, zu glauben, man werde die fehlende Fühlungnahme und Uebereinstimm tng mit England oder Italien durch Herstellung besserer Beziehungen zu Frankreich ersehen können. Papen führe Deutschland in ein Dickicht politischer Verwirrungen, da er nicht eipsehen wolle, daß der Mangel einer klaren Ausprägung der inneren politischen Verhältnisse zwangsläufig erst recht zu einer geistigen Isolierung Deutschlands führen müsse. Die deutsche Ration habe damit eine große historische Chance verloren. Das deutsche Volk habe eine Schlacht verloren, aber der Rationalsozialismus scheine wenigstens im Augenblick doch noch von der Macht zurückgehalten worden zu sein.
Am Schlüsse des offenen Briefes heißt es wörtlich: Ich wende mich an die Millionen meiner Anhänger, die ich bitte, diese meine Darlegungen nüchtern zu prüfen und in Vergleich zu Ihrer Rede setzen zu wollen. Der Urteilsspruch dieser Millionen ist mir heute schon klar. Am 6. Ro- vember wird Ihnen, Herr v. Papen, und den Sie begleitenden Parteien und Interessengruppen das deutsche Volk wohl die Erkenntnis vermitteln, daß mangelnde staatsmännische Qualität nicht durch Berufung auf übernatürliche Herkunft ausgeglichen werden kann!
Die deiM-schwedMe HMeitsseier in Murg.
z Z-l
MW W
Ä
MW
V-:.
;.W ’ V: ..
: t %
WGW
Der Polterabend auf der Feste Koburg. Von links nach rechts: Großfürstin Cyrill von Rußland; der Brautvater, Herzog Eduard von Koburg; der Vater des Bräutigams, Kronprinz Gustav Adolf von Schweden; das Brautpaar, Prinzessin Sybille und Prinz Gustav Adolf, und (beide vorn) die Kronprinzessin von Schweden und die Herzogin von Sachsen-Koburg-Gotha.
Koburg, 20. Oft. (TU.) Der Donnerstag, der Tag der kirchlichen Trauung, ist der eigentliche Hochzeitstag des Erbprinzen von Schweden mit der Prinzessin Sybille. Mit ihm erreichten die Feierlichkeiten in Koburg ihren Höhepunkt. Um 10 Uhr begann der Aufmarsch der Vereine, Verbände undSchulen, die in den Straßen Aufstellung nahmen, durch die sich der Hochzeitszug bewegen wird. Hinter den Spalierbildenden eine erwartungsfreudige Menge. Um 11 Tlhr erschien die Spitze des Zuges, eine berittene Ehreneskorte der Landespolizei, dann die Wagen der Hochzeitsgäste, denen der Wagen des Brautpaares folgte, der von Reitern des ländlichen Reitervereins begleitet wurde. Während der Zug feinen Weg durch die Straßen nahm, läuteten die Glocken von den Kirchen und Türmen der Stadt. Der Kirchplah und der Eingang zur Hauptkirche St. Moritz war mit Fahnen und Tannengrün geschmückt. Hier hatte der Luisenbund, die Dundesschwestern der Prinzessin Sybille, Aufstellung genommen. Als letzter Wagen fuhr der Brautwagen vor. Im Vorraum der Kirche ordnete sich dann die Hochzeitsgesellschaft zum Einzug in die Kirche. Unter Vorantritt von acht Drautführerpaaren schritt der Zug zum Altar. Der Herzog von Koburg führte die Prinzessin Sybille, der Kronprinz von Schweden den
Erbprinzen Gustav Adolf; König Ferdinand von Bulgarien die Herzogin von Koburg und die Kronprinzessin von, Schweden. Ihnen folgten die übrigen Fürstlichkeiten. Die Braut trug ein cremfarbenes Crcpesatinkleid mit der silbergestrickten Traditionsschleppe des Herzogshauses, den Myrthenkranz im Haar. Der Bräutigam trug die Uniform des Stockholmer Garderegiments. Die Damen der Hochzeitsgesellschaft waren im Rachmittagskleid und Hut erschienen. die Herren in großer Uniform.
Die Trauung.
Rachdem die Fürstlichkeiten ihre Plätze eingenommen hatten, begann die Traufeier mit den: Orgelspiel Präludium und Fuge von Dach. Rach einem dreistimmigen Knabenchor „Dir, dir Jehova will ich fingen“ fang die Gemeinde das Lied „Lobe den Herrn". Cs folgten die Eingangsworte des Geistlichen, worauf Schlohpfarrer Dr. Schanze die Traurede über Psalm 71, Vers 3, hielt, in der er auf die Bedeutung der Che hin- wies und auf die einstmalige Thronfolge des Bräutigams, der dazu ausersehen sei, die Krone des großen Gottesstreiters Gustav Adolf zu tragen. Dekan Weih vollzog die Trauhandlung. Während das Brautpaar zum Wechsel der Ringe
niederkniete, wurde im Hofgarten ein Salut von 21 Schüssen abgefeuert. Es folgte Gemeindegesang „Run danket alle Gott", worauf der Stadtpfarrer die Traubibel überreichte und den Segen sprach. Mit einem gemischten Chor von Händel fand die Feier ihren Abschluß.
Das Hochzeitsmahl.
Beim Auszug der Hochzeitsgesellschaft führte der Herzog von Koburg die Herzogin, der Kronprinz von Schweden die Kronprinzessin und der König von Bulgarien die Großfürstin Kyrill von Rußivnd. Die Fürstlichkeiten begaben sich im Zuge durch die Stadt nach der Feste Ko- burg, wo d i e Hochzeitstafel zu 140 Gedecken stattfand. Bei der Tafel hielt Herzog Karl Eduard von Sachsen-Koburg-Gotha eine Ansprache, in der er sich zunächst mit herzlichen Begrüßungsworten an den Kronprinzen von Schweden wandte und auf die verwandschaft- lichen Beziehungen zwischen den beiden Fürstenhäusern hinwies. Der Herzog trank auf das Wohl des Königs von Schweden und des könig- lichene Hauses und wandte sich dann mit warmen Segenswünschen an das jungvermählte Paar, das er am Schluß seiner Rede hoch leben ließ. Der Kronprinz von Schweden gab gleichzeitig im Ramen seines Vaters und seiner Familie seiner Freude darüber Ausdruck, daß durch die Hochzeit beide Häuser nunmehr eng miteinander verbunden seien. Er gab der lieber* zeugung Ausdruck, daß sich die junge Frau in ihrer neuen Heimat sehr bald einleben und heimisch fühlen werde. Der Kronprinz schloß: Mögen Glück und Segen stets in Eurem Heim walten. Möge aber auch von Euch, die Ihr nun eine recht verantwortliche Stellung bekleiden werdet, immer reichster Segen ausgehen. Denn eine tiefe Wahrheit liegt in dem Wort: „Anderen dienen heißt glücklich sein!"
Geschenke und Glückwünsche.
Unter den fortwährend einlaufenden Geschenken befindet sich ein wertvolles Mokka- terbice des Kaisers, und Leuchter aus der preußischen Porzellanmanufaktur Berlin als Geschenk des Reichspräsidenten v.Hindenburg, der telegraphierte: „Eure königliche Hoheit bitte ich zum heutigen Tage der Vermählung höchst derselben Tochter meinen aufrichtigsten Glückwunsch entgegennehmen zu wollen." Stündlich laufen neue Glückwünsche und Geschenke ein. Von den Taufenden von Telegrammen sind weiter zu erwähnen das des Kronprinzenpaares, des Königs Boris von Bulgarien, der Königin Wilhelmine von Holland. Auch von Dr. Hugenberg und Reichstagspräsident Goering sowie vom Bundesamt des Stahlhelms waren Glückwunschtelegramme eingegangen. Hitler hat ein Schreiben an den Herzog gerichtet, in dem er bittet, zu der Vermählung der Prinzessin Sybille in seinem Ramen und im Ramen der vielen Millionen in seiner Bewegung zusammengefaßten Deutschen die aufrichtigsten Glückwünsche in tiefer Verehrung aussprechen zu dürfen. — Die Reuvermählten haben heute um 17 Uhr die Hochzeitsreise angetreten, die nach Italien geht.
Reue Vorwürfe gegen Klepper
Berlin, 20.Oft. (TU.) Der Klepper- Untersuchungs-Ausschuß des Preußischen Landtages vernahm am Donnerstag in Fortsetzung der Beweisaufnahme zum Fall der „K ö lnischen Volkszeitung" zunächst den jetzigen Präsidenten der Preußenkasse, H e l f f e - rich. Auf Fragen des Vorsitzenden erklärte der Zeuge, daß während feiner Amtszeit von keiner Seite an ihn herangetreten worden sei, Mittel der Preußenkasse für Zeitungsunternehmungen zur Verfügung zu stellen. Bei der bevorstehenden Aenderung des Organisationsgesehes werde im übrigen auf eine Beseitigung der Bestimmung hingewirkt, wonach der Präsident der Preußenkasse verpflichtet fei, Anweisungen der Regierung hinsichtlich des Abschlusses bestimmter Geschäfte zu folgen. Dic Kasse müsse von dem Einfluß politischer Stellen unabhängig gemacht werden. Die Beteiligung der Preußenkasse an der „Kölnischen Volkszeitung" bezeichnet der Zeuge als ein Geschäft, das nicht in den Rahmen des der Preußenkasse vorgeschriebenen Geschäftsbereiches falle. Es sei sein Bestreben, die Preußenkasse aus diesem Engagement zu lösen, doch sei das mit gewissen Schwierigkeiten verbunden. Was die vorübergehende Uebernahme des Geschäfts auf die Arbeiterbank angehe, so ist nach der Ansicht des Zeugen die Preußenkasse auch während dieser Zeit keineswegs von ihren rechtlichen Verpflichtungen in diesem Geschäft befreit gewesen.
Nach weiteren Zeugenvernehmungen wurde die Angelegenheit der „Landwirtschaftlichen W o ch e n s ch a u" zur Erörterung gestellt. Ein Vertreter des Handelsdienstes des WTB., der von Zentrumsseite geladen war, sagte aus, daß ihm nichts davon bekannt sei, daß der „Landwirtschaftlichen Wochenschau" von der jetzigen Leitung der Preu- ßenkasse Geldmittel zur Verfügung gestellt worden seien. Auf eine Frage eines Zentrumsvertreters dehnte er diese Aussage auch auf die frühere Zeit aus. Der Leiter der vom Patria-Verlag Berlin herausgegebenen landwirtschaftlichen Wochenschau (Agrarpolitische Korrespondenz), Frithjof Melzer, erklärte dann, er halte es für ganz ausgeschlossen, daß jein Verlag je eine Subvention befoinmen habe.


